Netzwirtschaft

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Nie wieder Microsoft

| 18 Lesermeinungen

Microsoft bringt den Internet Explorer 8 auf den Markt. Doch der Browser ist nicht gut genug, um verlorene Marktanteile zurück zu holen. Und ehrlich gesagt: Wer sich als Monopolist so verhält wie Microsoft, hat es auch nicht verdient.

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Nirgendwo lassen sich die schlechten Folgen eines Monopols so schön zeigen wie am Markt für Browser. Microsoft hatte seinen Browser Internet Explorer mit legalen und weniger legalen Methoden zu fast 100 Prozent Marktanteil gebracht, dann aber die Entwicklung quasi eingestellt. Die Folge: Das Internet wurde unsicherer und der technische Fortschritt gebremst. Da Microsoft es in den Monopolzeiten nicht nötig hatte, sich an technische Standards zu halten, wurde das Erstellen der Webseiten unnötig kompliziert.

Genauso gut lassen sich am Browser-Markt aber auch die segensreichen Wirkungen des Wettbewerbs zeigen. Die Mozilla-Stiftung hat dankenswerterweise den Kampf gegen das Monopol aufgenommen, ein weit besseres Konkurrenzprodukt entwickelt und damit sehr schnell Marktanteile gegen den Monopolisten gewonnen. Andere Konkurrenten sind ebenfalls in den Wettbewerb eingetreten. Microsoft erhält nun die gerechte Strafe: Wer einmal erlebt hat, wie schnell Googles Chrome Seiten aufbaut oder wie komfortabel die Zusatzfunktionen den Firefox machen, wird nie wieder zu Microsoft zurückkehren. Zumal Microsoft mit dem neuen Internet Explorer 8 bestenfalls den Abstand zur Konkurrenz verkürzt, aber weder in Sachen Geschwindigkeit, Sicherheit oder Komfort an der Konkurrenz vorbeizieht. Da alle Innovationen in diesem Markt nicht von Microsoft, sondern der Konkurrenz ausgehen, kann es nur eine Devise im Browser-Markt geben. Nie wieder Microsoft – damit dieses Monopol nie mehr wiederkommt.

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18 Lesermeinungen

  1. die leistung von microsoft...
    die leistung von microsoft bestand nur selten darin, das beste produkt zu bauen. schon windows war in den ersten versionen (bis version 2.0) aus anwendersicht schlechter, als die alternative GEM von digital research. damals aber bestand die leistung von microsoft darin, windows mit (relativ offenen)programmierschnittstellen auszustatten (den APIs) und gleichzeitig die entwicklercommunity auf windows einzuschwören und tatkräftig zu unterstützen. und so wurde windows dann tatsächlich zu einem wichtigen meilenstein für den datenaustausch und die kommunikation der rechner und anwender untereinander. das war die wichtige und überaus positiv zu bewertende historische funktion von microsoft.
    beim browser ist das alles anders: es gibt heute eine community außerhalb von microsoft, die sich bereis um allgemeine schnittstellen bemüht und microsoft hat die entwickler-community lange vernachlässigt (zuletzt bei der vergeblichen etablierung von windows live). der explorer wird nur dann noch einmal eine dominante rolle spielen können, wenn microsoft gegen seine eigenen kurzfristigen interessen beim thema cloud computing eine technologische führungsrolle übernimmt. die zukunft des explorer wird azur oder nicht!

  2. sljo sagt:

    @Poll
    Dem kann ich nur...

    @Poll
    Dem kann ich nur zustimmen. Ich bin vor 7 Jahren auf Linux umgestiegen, damals noch von Windows 2000, weil ich die ständigen Abstürze und den berühmten BSOD einfach satt hatte.
    Ich habe es nie bereut. Keine Abstürze, kaum Virengefahr, intelligente Datenablage auf der Festplatte, die nervende Defragmentierungen überflüssig machen (früher habe ich das Programm einmal pro Woche durchlaufen lassen, gerade eben musste ich nachgucken, wie es heißt) und darüberhinaus eine unglaubliche Konfigurationsmöglichkeit.
    Mit diesem Betriebssystem kann man seine Arbeitsumgebung und ihre Funktionen wirklich individuell gestalten. Wieviele Betriebssysteme bieten schon die Möglichkeit zwischen verschiedenen Desktop-Umgebungen zu wählen? Dazu kommen die vielen kleinen Annehmlichkeiten, die dieses System so umgangsfreundlich machen, wie die virtuellen Arbeitsflächen zum Beispiel oder die Möglichkeit, mit wenig Aufwand eigene Tastaturkürzel für Programmaufrufe festzulegen. Der Wettbewerb zwischen den vielen verschieden Programmen, die für Anwendungen existieren, stellt darüber hinaus sicher, dass die Qualität der einzelnen Programme hoch ist.
    Hört sich das nach Marketing an? Ist es nicht! Ich bin ganz normale Anwenderin, keine IT-Expertin. Das Produkt ist nur einfach überzeugend!

  3. holyfield sagt:

    Ich verstehe die pure...
    Ich verstehe die pure Verteufelung von Microsoft nicht.. vielleicht ist jemanden mal aufgefallen das sie sich an offene Webstandards halten (..flasche Info oben)..,das ist neu in IE8.. und anstatt nur jahre alte phrasen zu wiederholen sollten einige leute mal schauen was die Firma mit ihren 7mrd research&development invest macht (.. ja z.b. Live Mesh..eigentlich eine sehr einfache idee aber echt cool!)

  4. FAZ-ht sagt:

    @ holyfield: Ich habe...
    @ holyfield: Ich habe Microsoft nicht verteufelt, sondern nur das Verhalten in Sachen Browser kritisiert. MS hält sich im IE8 erstmals an offene Standards; früher haben sie das nicht getan. Und dass ich Live Mesh für gut halte, habe ich schon in einem eigenen Beitrag aufgeschrieben.
    (https://faz-community.faz.net/blogs/netzwirtschaft-blog/archive/2008/12/10/microsoft-252-berholt-google.aspx)

  5. @sljo
    Ja, das hört sich...

    @sljo
    Ja, das hört sich deutlich nach viralem Marketing an.
    Mathias

  6. Maurice sagt:

    Hie mal genaue Zahlen einer...
    Hie mal genaue Zahlen einer fachlich orientierten Webseite, die fast ausschliesslich von Studenten aufgerufen wird. Als Beispiel: Gesamtzahl der Aufrufe im Februar 2009: 13790.
    Browser – Zugriffe – %:
    Firefox 6110 44.3 %
    MS Internet Explorer 4696 34.0 %
    Opera 758 5.4 %
    Mozilla 744 5.3 %
    Safari 648 4.6 %
    sonstige
    Betriebssysteme:
    Windows 11370 82.4 %
    Unbekannt 1204 8.7 %
    Macintosh 880 6.3 %
    Linux 318 2.3 %
    sonstige
    Viel Spass dabei, sich einen Reim zu machen.

  7. Maurice sagt:

    Nachtrag:
    Unter...

    Nachtrag:
    Unter Betriebssysteme Unbekannt führt diese Statistik Zugriffe aus bestimmten Netzwerken heraus, hier speziell: Uni-Netze.

  8. alisa sagt:

    löschen browser msn....
    löschen browser msn.

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