Netzwirtschaft

Später Triumph: Amazon überholt Ebay

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Amazon-Gründer Jeff Bezos, der sich nie um die Meinung der Analysten gekümmert hat, immer stur an seiner Strategie festgehalten hat, neue Geschäftsfelder wie das Cloud Computing auch gegen viele Kritiker aufgebaut hat und nun mit dem Lesegerät Kindle wohl den nächsten großen Coup landen wird, hat es allen gezeigt. Immer stärker setzt sich auch der Charme der Strategie von Amazon durch, auf seiner Internetseite nicht nur eigene Produkte zu verkaufen, sondern auch als Verkaufsplattform für andere Händler aufzutreten und deren komplette Bestellabwicklung zu übernehmen. In Deutschland hat Amazon erstmals mehr Käufer als Ebay. Nach einer Umfrage der Gesellschaft für Konsumforschung kauften im vergangenen Jahr 16,7 Millionen Menschen auf der deutschen Internetseite von Amazon ein, während Ebay noch 16,3 Millionen Käufer anzog. Erst mit großen Abstand dahinter rangieren die Versandhändler Otto (6,7 Millionen Käufer) und Quelle (6,1 Millionen).

Während Konkurrent Ebay in seinem Stammgeschäft unter der Wirtschaftskrise und hausgemachten Problemen leidet, hat Amazon sein Geschäft im vergangenen Quartal kräftig ausgebaut und dabei auch noch prächtig verdient. Der Gewinn kletterte im ersten Quartal um 24 Prozent auf 177 Millionen Dollar; der Umsatz legte um rund ein Fünftel auf 4,9 Milliarden Dollar zu. Analysten hatten Amazon diese guten Zahlen inmitten der Wirtschaftskrise nicht zugetraut. „Das ist eine unglaubliche Leistung”, sagte Steve Weinstein von Pacific Crest Securities. 

Amazon hatte mit Preissenkungen und niedrigen Versandkosten überraschend viele Kunden hinzugewonnen. Das Unternehmen hat davon profitiert, dass viele stationäre Händler in der Krise aufgeben müssen und die Kunden daher häufiger per Mausklick einkaufen.

Immer besser verkauft sich auch das elektronische Lesegerät Kindle. Das 359 Dollar teure Gerät hat „unsere optimistischsten Erwartungen übertroffen”, sagte Amazon-Vorstandschef  Jeff Bezos. Amazon verdiene nicht nur mit dem Verkauf der Geräte, sondern auch am Absatz der elektronischen Bücher. Noch ist Kindle in Deutschland nicht auf dem Markt. 

Fotos: Getty Images North America

 

Links: Bezos-Interview: Amazon greift in Deutschland an

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