Netzwirtschaft

Entwickelt Google ein iTunes für Verlage?

Für die Verlage, die ihre Zukunft im Netz im Paid Content sehen, hat Google nun einen Vorschlag (PDF): Auf der Basis des bereits bestehenden Google-Zahlsystems Checkout will Google bis zum kommenden Jahr ein System entwickeln, das Verlage sowohl für Online-Abonnements wie für Micropayments einsetzen können. Das Projekt sei allerdings noch in einem frühen Planungsstadium, gibt Google zu.

Das Zahlungssystem soll folgende Eigenschaften bekommen:

  1. – Single-Sign-On für Nutzer, um Zugang zu Inhalten zu bekommen und die Abonnements zu managen
  2. – Möglichkeit für Verlage, die Abonnements verschiedener Titel in einem Preis zu kombinieren
  3. – Möglichkeit für Verlage, verschiedene Zahloptionen anzubieten und einfach Inhalte vor und hinter die Zahlschranke zu verschieben.
  4. – Verschiedene Zugangsmöglichkeiten wie 1) Nur Ausschnitte mit Abo-Label, 2) Zugang zu Preview-Seiten und 3) “first click free” Zugang
  5. – Einbau von zusaätzlichen Werbesystemen

Google Checkout ist nach Angaben von Google bisher von mehr als zehn Millionen Nutzern für den Kauf von Produkten  eingesetzt worden. Der Wert der Produkte habe mehrere mehrere Milliarden Dollar betragen. Mehr als eine halbe Million Händler in den Vereinigten Staaten und Großbritannien biete Checkout als Zahlungssystem an. In Deutschland ist Checkout allerdings nicht sehr weit verbreitet. In Deutschland dominieren die Ebay-Tochtergesellschaft PayPal und – mit Abstand – Click&Buy den Markt der elektronischen Zahlungssysteme. Weiterhin sind aber klassische Zahlsysteme per Nachnahme oder Kreditkarte beliebter. Das Problem mit diesen beiden Zahlungssystemen sind aber die hohen Transaktionskosten je Zahlvorgang, die Mikropayments unrentabel machen.

Das Blog Mashable vermutet, dass Google eine Modell plant, das wie iTunes funktioniert. Das Modell sehe vor, dass Google 30 Prozent der Einnahmen behält und 70 Prozent an die Publisher ausschüttet.

Allerdings dämpft Google auch gleich die Erwartung, ein Bezahlsystem könne alle Probleme der Verlage in der digitalen Welt lösen. “Wir glauben nicht, dass dies die Norm für den Zugang zu Inhalten wird”, schreibt Google.

Google’s proposal to the Newspaper Association of America

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