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Die Digitalisierung erfasst immer mehr Lebensbereiche. Wie sie sich auf Menschen und Märkte auswirkt, beleuchtet das Netzwirtschaft-Blog auf FAZ.NET.

Europa hat in der digitalen Medienwelt den Anschluss verpasst – ein Standpunkt von Stefan Glänzer

| 56 Lesermeinungen

Europa hat in der alten analogen Medienwelt einen Anteil von 28 Prozent, an der neuen digitalen Medienwelt aber nur von 1,8 Prozent. Stefan Glänzer erklärt in einem Standpunkt, der am 2. März auch in der F.A.Z. erschienen ist, wie es soweit kommen konnte, dass Europa den Anschluss verpasst hat. Der erfahrene Unternehmensgründer und Investor, der zuletzt den Musikdienst Last.fm mit aufgebaut hat, prangert vor allem den fehlenden Mut an, Unternehmen zu gründen, eigene Ideen zu verfolgen und groß zu machen.

Bild zu: Europa hat in der digitalen Medienwelt den Anschluss verpasst - ein Standpunkt von Stefan GlänzerEuropa hat in der alten analogen Medienwelt einen Anteil von 28 Prozent, an der neuen digitalen Medienwelt aber nur von 1,8 Prozent. Stefan Glänzer erklärt in einem Standpunkt, der am 2. März auch in der F.A.Z. erschienen ist, wie es soweit kommen konnte, dass Europa den Anschluss verpasst hat. Der erfahrene Unternehmensgründer und Investor, der zuletzt den Musikdienst Last.fm mit aufgebaut hat, prangert vor allem den fehlenden Mut an, Unternehmen zu gründen, eigene Ideen zu verfolgen und groß zu machen. Weil Unternehmen wie Google, Apple oder Microsoft fehlen, fließt auch nur sehr wenig Risikokapital in den Internet-Markt. Hier der Beitrag im Original.
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Berlin-Mitte ist heute wahrscheinlich die größte globale Fabrik, die digitale Ideen kopiert. Schockierend, dass sich selbst beim jüngsten Idealab, dem Gründerkongress der privaten Eliteuniversität WHU an der Otto Beisheim School of Management, alles ausschließlich darum drehte, welche Idee man kopieren und schnell nach Deutschland bringen könne. Den meisten deutschen Gründern fehlt der erkennbare Wille, auf Basis einer Kopie Dinge weiterzuentwickeln oder zu optimieren.

Doch das ist nicht unser einziges Problem. Es ist offensichtlich, dass es Deutschland und anderen europäischen Ländern in der digitalen Welt nicht gelingt, international so erfolgreich zu sein wie in vielen traditionellen Branchen. Was ist der Grund, dass der Marktanteil Europas in der digitalen Medienwelt lediglich 1,8 Prozent beträgt? Bei den traditionellen Medien liegt er immerhin bei 28 Prozent.

Um in der digitalen Welt Erfolg zu haben, sind fünf Dinge nötig: Gründer, Universitäten, Investoren, große Webfirmen und die Möglichkeit, erfolgreiche Firmen zu verkaufen. Alle diese Faktoren liegen im Silicon Valley auf wenigen Quadratkilometern dicht beieinander. Diese Nähe werden wir niemals herstellen können in Europa.

Bei uns existieren verschiedene Zentren. So ist etwa die Zahl der Start-ups in Berlin-Mitte beispiellos. Es gibt hier zwar auch eine recht gute Szene an Business Angels, die bereit sind, ein wenig eigenes Geld zu investieren. Was hier aber fehlt, ist der Faktor Risikokapital. Auch die Qualität der Universitäten in der deutschen Hauptstadt ist unterentwickelt – selbst wenn man nicht die Maßstäbe von Stanford oder Berkeley anwenden wollte.

London hat im East End ebenfalls eine sehr gute Start-up-Kultur. Doch Oxford und Cambridge sind einfach zu weit von London entfernt. Die britischen Risikokapitalisten gehören zwar zu den besten Europas. Doch das sind auch diejenigen, die schnell Kasse machen wollen. Hätten sie vielleicht stillgehalten, als Yahoo im Herbst 2006 das schnell wachsende, aber noch umsatzlose soziale Netzwerk Facebook für eine Milliarde Dollar kaufen wollte? Europäische Investoren hätten einen jungen Gründer wie den damals 20 Jahre alten Mark Zuckerberg massiv bearbeitet, das Unternehmen zu verkaufen. Doch in Amerika waren weder Zuckerberg noch seine Geldgeber daran interessiert. Sie sahen die Chance, eine wirklich relevante Firma aufzubauen, ein Unternehmen von echter Größe. Ein Jahr später wurde die Firma mit 15 Milliarden bewertet, und Microsoft durfte einen 1,6-Prozent-Anteil erwerben.

Zuckerbergs Denke ist auch der entscheidende Unterschied zu europäischen Gründern. Diese – das sieht und erlebt man immer wieder bei den viele Gründertreffen – wollen vor allem das schnelle Geld und denken kaum daran, wie man die Welt mit einem neuen Service verbessern könnte.

Ein bekannter Risikokapitalgeber eines großen deutschen Medienkonzerns berichtete, dass sein Unternehmen als Investor häufig lieber selbst eine Firma startet (natürlich auf Basis eines in den Amerika funktionierenden Konzeptes) und sich dazu dann “Gründer” sucht. Diese Methode, 80 Prozent für den Investor, 20 für das “Gründerteam”, gibt es vornehmlich in Deutschland. Doch wie soll dabei wirklich Disruptives entstehen? Wie kann das der Nährboden für echte Innovation sein? Gründer sollten nach den ersten Finanzierungsrunden die Mehrheit haben, und Investoren sollten sich nicht einbilden, dass sie ohne echte Gründer auskommen.

Junge Gründer brauchen Vorbilder, Mentoren und echte Frühphasenfinanzierer, so wie sie das Valley seit vielen Jahren produziert. Menschen, die selber “gegen jede Chance” große Unternehmen aufgebaut und dabei viel Geld verdient haben. Sie sind später meist sehr daran interessiert, Kapital und Wissen in die nächste Generation zu investieren. Sie verstehen, dass echte Innovation ihren Ursprung in den Köpfen einiger weniger hat, und sind bereit, das Risiko einzugehen.

Junge Gründer brauchen gute Universitäten – nicht nur wegen der innovativen Impulse durch die Forschung. Dankenswerterweise mehren sich bei uns Ansätze, technische Absolventen frühzeitig mit kaufmännischen Absolventen zusammenzubringen. Es wäre begrüßenswert, wenn dieser Austausch sich intensivieren würde, wenn mehr digitale Unternehmer/Manager an die Unis gehen und für das Abenteuer des Gründens werben. Dort, wo junge Menschen noch nicht durch das Angestellten-Dasein an den regelmäßigen monatlichen Gehaltsscheck gewöhnt sind, besteht die gute Chance, dass sie ihr Schicksal in die Hand nehmen und mit Mut ihren eigenen Ideen nachgehen.

Junge Gründer brauchen etablierte Webfirmen (und nicht nur deren vorwiegend verkaufsorientierte Niederlassungen), in denen eine starke Managementebene ausgebildet wird. Solche Leute finden regelmäßig Zugang in die Gründerszene, können die dort entstehende Kreativität in die richtigen Managementprozesse einführen, ihre Erfahrung im Umgang mit Großkunden ebenso einbringen wie ihr Wissen um die Bedeutung eines guten Personalmanagements.

Junge Gründer brauchen etablierte Unternehmen aus allen Branchen. Wenn solche Firmen nicht bereit sind, sich mit Hilfe von Übernahmen oder Zusammenschlüssen in die Zukunft einzukaufen, fehlt ein wesentlicher Bestandteil des Kreislaufes. Und an dieser Bereitschaft scheint es in Europa zu fehlen. Wie könnte es sonst sein, dass eine europäische Firma wie Last.fm mit deutsch-österreichisch-englischem Gründerteam und Sitz in London in den Jahren 2006/2007 zwar von rund zehn amerikanischen Firmen wegen eines möglichen Verkaufs kontaktiert wurde, dass aber nur eine einzige europäische (französische) Firma eine solche Frage stellte.

Europa hat kein Silicon Valley, an dem die für eine Gründerszene wichtigen Faktoren zusammenkommen. Doch warum machen wir daraus nicht eine Tugend? Warum denken wir nicht europäisch? Unsere große Chance liegt in der Internationalität. Wir sind mit dem Selbstverständnis verschiedener Kulturen aufgewachsen, und dank der Politik haben wir inzwischen eine einheitliche Währung. Wäre unter diesen Voraussetzungen eine gemischteuropäische Internetfirma denkbar? Oder bleibt das gezielte Zusammenspiel, beispielsweise von Designern aus Frankreich und Italien, Technikern aus Israel, Prozessexperten aus Deutschland, Business Development und Vertrieb aus England und Gründern aus Skandinavien, gepaart mit dem Ehrgeiz und Willen von Vertretern osteuropäischer Kulturen, für immer nur ein Traum? Gerade Berlin und London sollten für solche Ideen prädestiniert sein.

Der Weg wird gerade bereitet. Business Angels wie etwa Christophe Meire (Gründer von Gate5), Michael Brehm (Co-Gründer studiVZ), Klaus Hommels, Lukasz Gadowski (Gründer von Spreadshirt) sind europaweit unterwegs. Aus London heraus arbeitet beispielsweise Seedcamp. Business Angels, Venture-Kapitalisten, Gründer und Berater sind hier zusammengekommen und veranstalten europaweit Mini-Seedcamps, bei denen junge Teams ihre Ideen vorstellen und sogleich Feedback und Mentoring bekommen. Doch auch solche Gelegenheiten bieten sich nur dem, der Mut hat. Und Mut ist es, was wir eigentlich brauchen. Mut zur originären Kreativität, zur wirklichen Innovation. Den Mut, groß zu denken. Den Mut zur ersten Finanzierung. Den Mut zur 100-Prozent-Motivation. Den Mut, nicht das schnelle Geld zu jagen, sondern die Welt verbessern zu helfen. Den Mut gestandener Digitalmanager, ihr Knowhow für Gründer einzusetzen. Den Mut, Risikokapital bereitzustellen. Den Mut, trotz Versuchungen durchzuhalten, und den Mut etablierter Firmen, sich an neuem Geschäft zu beteiligen.

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56 Lesermeinungen

  1. Ein sehr schöner Artikel, der...
    Ein sehr schöner Artikel, der die kulturellen Unterschied, die dem Versagen deutscher Unternehmer (Gründer und Finaznziers) zugrunde liegen, wenn es um den Aufbau von “Startups” (eigentlich ein putziges Wort) geht.
    Wo ich nicht ganz zustimmen kann:
    >> Schockierend, dass sich selbst beim jüngsten Idealab, dem Gründerkongress
    >> der privaten Eliteuniversität WHU an der Otto Beisheim School of Management,
    >> alles ausschließlich darum drehte, welche Idee man kopieren und schnell nach
    >> Deutschland bringen könne.
    Speziell, wenn daraus der folgende Schluss gezogen wird:
    >> Den meisten deutschen Gründern fehlt der erkennbare Wille,
    >> auf Basis einer Kopie Dinge weiterzuentwickeln oder zu optimieren.
    Ich bin der Ansicht, dass es sehr wohl auch in Deutschland Gründer gibt, die den Willen haben, sowohl vollkommen neue Angebote in die Welt zu setzen, als auch vorhandene Modelle nachzuempfinden und “besser zu machen”. Ich habe keinen Kontakt mit einem “repräsentativen Querschnitt” der Gründerszene, um das belegen zu können :) Aber einige kenne ich doch. Und ich sehe da viel Gestaltungswillen und auch den Willen, eine Idee langfristig zu verfolgen und “die Welt zu verbessern”.
    Was m.E. in erster Hinsicht fehlt, sind echte RISIKOkapitalgeber. Die Präferenz, Plattformen zu kopieren, die in den USA schon ansatzweise erfolgreich sind, ist ja eine Strategie der Risikovermeidung auf Investorenseite. Eine Plattform zu lokalisieren ist weniger riskant, als ein unerprobtes Modell anzugehen – hat aber auch wenige Upside-Potential. Denn zwischen dem Erfolg in Deutschland und der internationalen Expansion, die bei Online-Projekten, erst den richtigen Hebel darstellt, steht ja die Tatsache, dass das US-Original international den Markt schon besetzt hat.
    Deshalb ist das Wachstumspotenzial von xxxVZ oder von Xing international eher beschränkt. Denn Facebook und LinkedIn “sind ja schon da” – und werden mittelfristig in vielen Fällen auch den deutschen Anbieter schlucken oder platt machen. “Schlucken” ist dabei eine durchaus akzeptable Exit-Option. Das Upside-Potential ist aber auf jeden Fall geringer als bei einer Innovation, die danach weltweit reüssiert – und das Weltverbesserungs-Potential sowieso. Solange Geldgeber den Risikohebel nicht weiter aufzuspannen gewillt sind, wird sich am überschaubaren Anteil der deutschen (und europäischen) Unternehmen an den Erfolgen der digitalen Medienwelt nichts ändern.
    Das hat mit steuerlichen Gegebenheiten eher wenig zu tun – die treffen mehr die Investoren, die mit überschaubarem Risiko überschaubare Renditen erzielen wollen.
    Daran zu glauben, dass das in der europäischen Zusammenarbeit deutlich besser werden wird, fällt mir schwer. Unsere kulturelle Diversität mag Vorteile haben, eine Bündelung der (intellektuellen und finanziellen) Ressourcen über nationale Grenzen hinweg, auch. Solange das kulturelle Umfeld in Europa aber grundsätzlich ein vorsichtigeres Verhalten begünstigt (und Scheitern als Schande bewertet), werden Pionier-Kulturen wie die US-amerikanische – und die aufkommenden südostasiatischen Innovationszentren – der europäischen (oder deutschen) Gründerszene gegenüber immer im Vorteil sein.

  2. Nach meinem Empfinden wird zu...
    Nach meinem Empfinden wird zu viel aus dem Ausland kopiert. Ich begründe das mit der allg. Stimmungslage bei Finanzierungsrunden. „Das geht in Amerika gerade richtig ab“ wird bewusst als Argument genutzt, um an Risikokapital, Medienaufmerksamkeit und Image zu kommen. Natürlich sind nicht immer die Ersten am erfolgreichsten, aber deswegen ein Copycat einer neuen Möglichkeit vorzuziehen halt ich für äußerst gefährlich: Welchen Markt sollte man anstreben, wenn das Konzept in Deutschland funktioniert und das Ausland bereits vom Innovator besetzt ist? Und wie kann man nur auf Deutschland konzentriert eine „etablierte Webfirma“ aufbauen? Der deutschsprachige Raum dafür viel zu klein.
    Weiterhin ist es schwierig in Deutschland innovativ zu sein. Es ist leichter belächelt zu werden, als mit Medienaufmerksamkeit belohnt zu werden. Schon vor über 8 Jahren haben wir bei Jappy.de sog. virtuelle Geschenke eingeführt. Damals nicht nur in meinen persönlichen Umfeld etwas belächelt und jetzt bei vielen deutschsprachigen Angeboten durchaus üblich.
    Der Fokus bei vielen Investoren, Risikokapitalgebern, Medienmachern und Meinungsführer liegt bewusst nicht auf dem deutschen Markt. Es ist einfacher über dem großen Teich zu blicken um dort Vorbilder und sog. Innovationsführer zu suchen. Auch bei manchen Produkten aus Übersee wäre meinem Empfinden nach die aktuelle Marktsituation sicherlich anders, wenn man diese nicht – wie man so schön sagt – „hyped“.

  3. Joachim Graf sagt:

    Es liegt nicht an Amerika. Es...
    Es liegt nicht an Amerika. Es liegt an dem größeren Ein-Sprachen-Markt USA/UK, dass kleine Projekte schneller erfolgreicher sind. Wenn ich in den USA einen Shop für Seitenwindvergaser aufmache, habe ich 400 Millionen potenzielle Kunden. In Deutschland eben nur 80 Millionen.
    Das Problem ist hierzulande weder der Wagemut noch das Seed-Capital – das Problem sind die Erweiterungs-Investments. Multinationale Firmen aufzubauen ist teurer als einfach skalierende Prozesse hochzuziehen. Als wir das letzte Mal Deutschlands VCs befragt haben war die oberste Prioriät “Schneller Return on Investment” – und mit diesem Ansatz kann man kein 10-Länder-Unternehmen in fünf Jahren hochziehen.

  4. Sehr guter Beitrag zu einem...
    Sehr guter Beitrag zu einem gesellschaftlich wichtigen Thema: Alle reden nur davon, wie nicht vorhandenes Geld verteilt werden soll. Kaum einer redet davon, wie man mehr Geld generieren kann.
    http://www.gruenderlust.de will einen konstruktiven Beitrag zur Gründerkultur in unserem Land zu leisten. Wir wollen Leute motivieren, selbst unternehmerisch tätig zu werden. Mehr können wir leider zeitlich nicht leisten. Umso mehr suchen wir Mitstreiter, die uns helfen, das Projekt voranzutreiben. Einfach mit Textbeiträgen, Videos, Kommentaren, Interviews etc.
    Denn es gibt deutsche Firmen, die sich weltweit im Konzert der ganz Grossen behaupten. Gameforge z.B. und Netviewer: https://www.webconferencing-test.com/de/webkonferenz_home.html.
    Auf gruenderlust.de stellen wir gerne weitere Success Stories vor. Und natürlich sind wir jedem dankbar, der uns hilft, die Reichweite zu erhöhen. (Wir haben übrigens – ganz ununternehmerisch – keine Gewinnerzielungsabsicht mit der Initiative).

  5. mac4ever sagt:

    Guter Artikel.

    Gibt es...
    Guter Artikel.
    Gibt es eigentlich in anderen Ländern ein so abschreckendes Abmahnunwesen, wie hier? In D muß man doch am besten ein halber Jurist sein, um ein Unternehmen zu gründen…

  6. colorcraze sagt:

    "Es liegt nicht an Amerika. Es...
    “Es liegt nicht an Amerika. Es liegt an dem größeren Ein-Sprachen-Markt USA/UK.”
    ‘Xactly.

  7. Bastian sagt:

    sehr guter Beitrag. Kann ich...
    sehr guter Beitrag. Kann ich nur zustimmen. Als Gründer hat man es nicht wirklich leicht in Deutschland. Aus meiner Erfahrung kann ich nur sagen, dass das aber auch kulturell bedingt ist – wenn ich zurückdenke an alle Leute aus meinem Umfeld, so komme ich bei meinem Jahrgang +/- 2 Jahre vielleicht auf max. 2 Personen die auch mit dem Gründergeist infiziert wurden. Alle anderen von den grob 200 Leuten an die ich hier denke sind nach dem Abi erst durch Ausbildung, dann durch FH oder durch durch Praktika / verkürzter Bachelor Abschluss der “Angestellten-Kultur” zum “Opfer” gefallen. Ich bin jetzt 25 und auf mich ist NIE jemand zugekommen und hat gesagt: Schau mal der da ist “Unternehmer” und “Ja, Chef-Sein ist tatsächlich ein Beruf” .. das musste ich ganz für mich alleine entdecken. Alle anderen, die auch so denken habe ich erst durch meine eigene Initiative kennen gelernt.
    Auf denk Punkt gebracht: Ich glaube unseren Kindern fehlt es an geeigneten Vorbildern aus diesem Bereich!

  8. Hallo Andreas,

    ich bin kurz...
    Hallo Andreas,
    ich bin kurz über Gründerlust geflogen. Mit dem Startupwiki https://startupwiki.org verfolge ich ähnliche Absichten.
    Allerdings ist das generelle Gründen, Partner finden und Finanzieren von Unternehmen nicht mein Kerngeschäft, sondern das Gründen, Partner finden und Finanzieren der Twoonix füllt mich schon ziemlich aus.
    Aller Unabhängigkeits- und Nicht Gewinnerzielungsabsichten zum Trotze wären da Partner aus der Szene schon sehr hilfreich. Wobei es jetzt nicht zwingend die üblichen vorbestraften sein müssen. “verdächtig” ist ja bei manchen Marktteilehmern schon tief gestapelt.
    Die Zukunft wird mit Sicherheit nicht einfacher, sondern komplexer und langsam dämmert es den Leuten ja, dass diese Werte-Eindimensionalität – mache aus 1€ -> 1.3€ nicht gerade eine finanztechnische, intelektuelle Meisterleistung ist, wenn man die Gesamtgesellschaft nicht letztendlich und ganzheitlich korrumpieren will.
    Lange Rede kurzer Sinn, bei einer Investitionsentscheidung nur nach dem Geld und nicht nach den gemeinsamen Werten und Zielen zu fragen, kann nicht nachhaltig sein. Das ist wie in die Disko gehen und jede Frau anquatschen ob sie mit f..en gehen will. Bei der deutschen Ventur. Szene habe ich aktuell aber noch genau den Eindruck. Businesspläne verschicken und dann eine schnelle Nummer im Heu mit möglichst frühem Exit und am Ende liegt die Braut durchgenommen im Martumfeld und dann passiert nix mehr. Seit die Gründer bei StudiVZ raus sind, geht da doch gar nix mehr. Innovationsgrad null. Eine Goldgrube aus der Bleierz gekratzt wird.
    Die Leute müssen sich besser kennenlernen bevor sie miteinander ins Bett steigen. Der finanztechnische quick-Role-in-the-hay bringt’s meiner Meinung nach nicht.
    Das einzige echte deutsche Startup SAP hat 30 Jahre gebraucht und die Gründer retten die Firma noch heute.

  9. Andreas sagt:

    Toller Beitrag und eine...
    Toller Beitrag und eine aufschlussreiche Ergänzung von @Otmar.
    Ein Punkt fehlt mir, und ich möchte damit sicher nicht ein “einfaches” Erklärungsmuster liefern: Allzu oft höre ich quer durch die Generationen den Spruch, den ich von den Großeltern zu hören bekam. “Wozu soll das gut sein, Junge?” Damit will ich ausdrücken, dass wir immer noch häufig ein Volk von Pessimisten und “Ablehnern” sind. Nicht alle von uns, aber zu viele. Und damit kommt man schlicht sehr schwer auf eine ansehnliche Nutzerschaft für seib Produkt. Und dann muss der lange Gründeratem noch länger sein.
    Wie gesagt, nur ein weiterer Punkt, ansonsten Zustimmung.

  10. Was Markus Breuer sagt!...
    Was Markus Breuer sagt!

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