Netzwirtschaft

Verleger wollen "fairen Anteil" an Facebook-Werbeerlösen

Die deutschen Verlage möchten gerne an den Werbeumsätzen des sozialen Netzwerks Facebook beteiligt werden. Nach einer Umfrage des Verlegerverbandes VDZ erwarten die befragten 14 großen Verlage, dass die Bedeutung von Facebook für das Verlagsgeschäft in den kommenden Jahren stark steigen und sich der Position der Suchmaschine Google nähern wird. Schon bis Ende 2012 könnten 10 Prozent der Werbeerlöse aus dem Zeitungsgeschäft zu Facebook abwandern, fürchten die Verleger. „Bei Facebook wollen wir über eine Monetarisierung und einen fairen Anteil an den Werbeumsätzen mit unseren Inhalten oder Anwendungen frühzeitig mitsprechen. Wir wollen den Fehler wie bei Google, nur auf Vorschläge des Unternehmens zu warten, nicht wiederholen“, sagte Christoph Schuh von Tomorrow Focus und Sprecher des Arbeitskreises Digitale Medien im VDZ. Zudem befürchten die Verleger, dass sie die “Hoheit über die Leser” an Facebook verlieren könnten.  

Facebook hat in aller Welt schon fast 500 Millionen Nutzer und wird in diesem Jahr voraussichtlich eine Milliarde Dollar Umsatz erzielen; der Großteil davon ist Werbung. In Deutschland hat Facebook bisher rund 10 Millionen aktive Nutzer und wird von den Verlagen als mit Abstand wichtigstes soziales Netzwerk eingestuft – weit vor der VZ-Gruppe; alle anderen sozialen Netzwerk spielen keine Rolle mehr. Die meisten Verlage präsentieren daher ihre Inhalte auf Facebook, um zusätzliche Reichweite zu erzeugen und neue Leserschichten zu erreichen. Die Werbeumsätze auf diesen Facebook-Seiten fließen allerdings allein den Amerikanern zu.

Da Facebook über viele Nutzerdaten verfügt, kann das Unternehmen die Werbung zielgerichtet ausliefern und wird seinen Umsatz in den kommenden Jahren voraussichtlich stark erhöhen können. Davon möchten die Verlage gerne ein Stück abhaben. Sie befürchten, dass Facebook über Funktionen wie den “Like”-Button künftig noch sehr viel bessere Nutzerdaten erhält und damit die Performance-Werbung kräftig ausbauen wird. Diese Werbeform dominiert schon heute auf Facebook. 

Allerdings haben die Verlage auch Vorteile von ihrer Präsenz auf Facebook. Auf diese Weise bekommen die Medienunternehmen heute nach eigener Einschätzung etwa 5 Prozent ihrer Leser von Facebook zugeführt. In zwei Jahren könnte dieser Anteil auf 13 Prozent steigen, hat die Umfrage ergeben. Zudem planen einige Verlage, mit Applikationen auf Facebook Geld zu verdienen. 

Da aber niemand die Verlage zwingt, ihre Inhalte auf Fanseiten auf Facebook einzustellen oder den “Like” Button auf ihren Seiten einzubauen, erscheint das Vorhaben doch sehr ambitioniert. 

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