Netzwirtschaft

Collaboration: „Social Media ist der nächste große Schritt"

In einer arbeitsteiligen Volkswirtschaft hängen Produktentwicklung, Innovation und Marketing, aber auch das Personalwesen immer stärker von einer effektiven internen und unternehmensübergreifenden Zusammenarbeit der Menschen ab. Soziale Medien wie Unternehmensblogs und Wikis, aber auch Facebook und Twitter spielen in diesen Collaborations-Strategien der Unternehmen eine schnell wachsende Rolle, wie eine Umfrage des Beratungsunternehmens Avanade unter 538 Managern in 17 Ländern herausgefunden hat. „Social Media ist der nächste große Schritt in der Collaboration. Nur 9 Prozent der Befragten haben Social Media als Collaboration-Tool nicht auf der Agenda. 50 Prozent geben an, dass sie am Einsatz von Social Media im Unternehmen interessiert sind, um ihre Geschäftsprozesse zu verbessern”, sagte Thomas Krofta, der bei Avanade für Portale und Collaboration verantwortlich ist, der FAZ. Für die Collaboration setzen bereits 78 Prozent Instant Messaging ein. 47 Prozent nutzen das soziale Netzwerk Facebook, jedes dritte Unternehmen hat Wikis und Blogs im Einsatz, während 22 Prozent Microblogging-Dienste wie Twitter verwenden. Kaum genutzt werden hingegen Online-Geschäftsnetzwerke wie Linkedin, hat die Umfrage ergeben.

Noch immer sei der Einsatz dieser modernen Kommunikationsmittel eine Generationenfrage, werde vor allem von den jungen Mitarbeitern initiiert und vorangetrieben. „Knapp jedes zweite Unternehmen gibt aber an, dass es ohne eine entsprechende Social-Media-Strategie potentielle Mitarbeiter nicht ausreichend ansprechen kann”, sagte Krofta. Während die junge Generation hellauf begeistert sei, bremsten häufig ältere Führungskräfte, die Technik-Vorstände und – als Spezialfall in Deutschland – die Mitbestimmungsgesetze den Einsatz der sozialen Medien. „Da soziale Medien wie Instant Messaging auch als Instrument der Arbeitsüberwachung interpretiert werden könnten, sind die Betriebsräte mit im Spiel. Wenn die Betriebsräte aber rechtzeitig eingebunden werden, ist die Mitbestimmung auf Dauer kein Hemmschuh”, erwartet Krofta.

Wichtiger sei es, die Führungskräfte zu überzeugen. Denn 38 Prozent der Befragten gaben an, dass ihre Geschäftsführer das Potential der sozialen Medien, um Kunden und Mitarbeiter anzusprechen, nicht erkennen würden. Jedes fünfte Unternehmen war der Überzeugung, dass Social Media im Unternehmen nicht einsetzbar wäre.„Oft sind es dann die Personaler oder die Fachabteilungen, die soziale Medien vorantreiben”, sagte Krofta. Die Personalabteilungen wünschten sich eine Art„internes Facebook”, um einen schnellen Überblick über die Fähigkeiten und Interessen ihrer Mitarbeiter zu bekommen. „Vor allem nach einem Zusammenschluss mit einem anderen Unternehmen oder zur schnellen Besetzung von Projektteams eignet sich ein internes  Facebook”, sagte Krofta. Knapp 40 Prozent der Befragten, die Social Media nutzen, gaben an, dass der Einsatz dieser Instrumente definitiv helfe, die Mitarbeiterzufriedenheit zu erhöhen. Knapp jeder vierte Befragte gibt an, dass die Produktivität verbessert und der Vertrieb angekurbelt würde.

Unterschiede zwischen Unternehmen, die direkten Endkundenkontakt haben (B2C) oder die nur mit anderen Unternehmen Geschäfte machen (B2B), sind nach Ansicht von Krofta nicht zu erkennen. Dennoch zeige die Studie, dass gerade die B2C-Branchen Medien und Kommunikation sowie Telekommunikation stark an einer Implementierung von Social-Media-Strategien interessiert sind oder bereits eine Strategie implementiert haben. Auch die Finanzinstitute und Energieunternehmen seien sehr aufgeschlossen. Dagegen hinkten die Automobilbranche, die Luft- und Raumfahrtunternehmen sowie Regierungsorganisationen hinterher. Einig waren sich fast alle Befragten, dass Social Media auch dann in ihren Unternehmen Einzug halten wird, wenn eine Social-Media-Strategie von ihnen nicht vorauseilend eingeführt würde. Dann machen es die Mitarbeiter eben ohne ihre Chefs, die dann später mühsam die wild wuchernden Initiativen ordnen und zusammenbinden müssen.

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