Netzwirtschaft

App-Economy: Werbung statt Bezahlinhalte?

Bild zu: App-Economy: Werbung statt Bezahlinhalte?

Im Apple-Store sind 70 Prozent der angebotenen Apps kostenpflichtig; entsprechend hoffen die Entwickler der restlichen 30 Prozent auf Werbung als Finanzierungsquelle. Die Chancen dafür stehen nicht schlecht, meinen zumindest die Teilnehmer einer Umfrage des Bundesverbandes Digitale Wirtschaft unter ihren Mitgliedern, die allerdings zum Teil von der mobilen Werbung profitieren. Für internetfähige Handys (Smartphones) sehen 68 Prozent der Befragten die besten Refinanzierungschancen in werbefinanzierten kostenlosen Apps. 48 Prozent erwarten auch gute Chancen für Download-Modelle, während nur jeder fünfte Teilnehmer der Umfrage einem Abo-Modell eine gute Chance am Markt einräumt.  

Für Tablet-Computer wie das iPad von Apple werden der Werbefinanzierung ebenfalls die besten Chancen gegeben; allerdings sind die Erwartungen an Abo-Modelle weit größer als bei den Smartphones. 39 Prozent der Befragten messen Abonnements ein hohes Erfolgspotential zur Refinanzierung der Tablet-Apps bei. Auf die Frage nach den vielversprechendsten Inhalten werden Nachrichten und Informationen an erster Stelle gesehen, gefolgt von Spielen, Unterhaltungsangeboten und Filmen. Standortbezogene Dienste oder Musik werden nur als wenig attraktive Inhalte für die Tablet-Computer betrachtet. Ein Blick auf die umsatzstärksten iPhone-Applikationen in Deutschland zeigt Navigationssoftware und Spiele auf den vorderen Plätzen.

Obwohl die meisten der mehr als 250.000 Apps bei Apple Geld kosten, sind 81 Prozent der heruntergeladenen Mini-Programme kostenlos für die Nutzer, hat der Wall-Street-Analyst Gene Munster ausgerechnet. Im Durchschnitt werden 1,49 Dollar je kostenpflichtiger App gezahlt, hat Munster errechnet. Die 19 Prozent kostenpflichtigen Apps machen Apple nicht reich, meint Munster. Rechne man die 70 Prozent, die an die Entwickler gehen, die Kosten für die Kreditkartenabbuchungen und die Speicherung und Übertragung der Daten ab, habe der App-Store gerade einmal 1 Prozent zum Apple-Gewinn in den vergangenen Jahren beigetragen. Doch das sei nicht schlimm. Wie der Musikladen iTunes habe der App-Store das primäre Ziel, den Verkauf der Geräte anzutreiben. Apps seien nur ein Sekundärgeschäft, sagt Munster. Generell scheint die Musik weiterhin das herrschende Thema, hat das Marktforschungsunternehmen NPD Group mit einer Umfrage herausgefunden. Die meisten Nutzer zahlen für Musik, nutzen aber lieber kostenlose Apps. 

Die folgende Grafik zeigt, welche Apps die Amerikaner am liebsten auf ihre Smartphones laden. (Angaben in Prozent; Mehrfachnennungen möglich).


Links:

_________________________________________________________________________________________

Tägliche Infos zur Netzökonomie:

 Twitter.com/HolgerSchmidt (Web / Media / Social Media) 
 Twitter.com/netzoekonom (Mobile / Telco) 

 Holger Schmidt (Page) 
 Netzökonom (Page)
 

 Holger Schmidt (Profil)

 HolgerSchmidt (Präsentationen)

Die mobile Version verlassen