Netzwirtschaft

Finanzbranche meidet Facebook, Twitter & co.

Während Unternehmen wie Adidas, die Lufthansa und sogar die Deutsche Bahn die sozialen Medien wie Facebook oder Twitter für ihre Zwecke einsetzen, halten sich die Finanzinstitute in Deutschland weitgehend aus dem Web 2.0 fern. Eine Umfrage von Kommalpha in der Investmentindustrie zeigt, dass die Unternehmen bisher kaum Strukturen für Social Media geschaffen haben oder die Instrumente einsetzen. Rund drei Viertel der befragten Unternehmen aus der Investmentbranche haben bisher keine Strategie für die sozialen Medien formuliert.

Und das, obwohl rund 70 Prozent der Online-Diskussionen um die Begriffe Bank, Banken oder Bankensektor in Deutschland in sozialen Medien wie Facebook, Twitter, in Blogs, Foren und auf den Kommentarplätzen der Nachrichtenseiten oder der Finanzportale stattfinden, wie eine Untersuchung der Online-Marketing-Agentur Zieltraffic ergeben hat. Gemeinsam mit dem Social-Media-Dienstleister Interactivelabs hat Zieltraffic die Diskussion über die Begriffe im deutschsprachigen Internet für die Dauer eines Monats analysiert. Ergebnis: Von den 31.200 Nennungen der Begriffe entfielen 21.600 auf soziale Medien. „Zwar haben die klassischen Medien weiterhin ein hohes Gewicht und sind oft der Auslöser der Diskussionen in den sozialen Medien. Diese dürfen jedoch nicht mehr unbeachtet bleiben, da hier Meinungen geprägt werden”, sagt Werner Kubitschek von Zieltraffic. 

Die Akteure des institutionellen Investmentgeschäfts reagieren aber sehr verschüchtert auf das Thema Social Media. Unternehmen fürchten, die Entwicklung ihrer Produkte und Dienstleistungen nicht mehr ausreichend kontrollieren zu können”, heißt es in der Studie. Im Zentrum der internen Kritiker steht der befürchtete Kontrollverlust über die eigene Kommunikation, die aber längst verlorengegangen ist. Denn spätestens mit der Finanzkrise sind die Banken in die öffentliche Kritik geraten, ohne ihre Kommunikation mit Kunden oder Kritikern zu ändern. „Wer Kommunikation beeinflussen will, muss Teil von ihr werden”, lautet ein Ratschlag von Kommalpha. Dass es auch anders geht, zeigen die amerikanischen Institute. Als Vorzeigeobjekt gilt die amerikanische Investmentgesellschaft Fidelity, die Twitter und Facebook direkt in ihre Internetseite eingebunden hat.

Die Finanzinstitute fangen aber auch in Deutschland langsam an, sich mit dem Thema zu beschäftigen, da immerhin 43 Prozent der Befragten den sozialen Medien eine sehr große Bedeutung und weitere 33 Prozent eine große Bedeutung zumessen. Einsamer Vorreiter in Deutschland bleibt also die Fideo Bank.

Nutzung sozialer Netzwerke (Quelle: Kommalpha)

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