Netzwirtschaft

Rekord: Start-Up Wimdu erhält 90 Millionen Dollar Finanzspritze

Nach dem Groupon-Modell gibt es im Netz ein neues heißes Thema: private Wohnungsvermittlung. Das Berliner Internet-Start-Up Wimdu erhält eine Finanzierungsrunde von 90 Millionen Dollar. Das ist die mit Abstand größte Finanzspritze, die ein junges Internetunternehmen in Deutschland in den vergangenen Jahren erhalten hat. Wimdu vermittelt Wohnungen für begrenzte Zeiträume, zum Beispiel für die Abwesenheit im Urlaub. Hinter Wimdu stehen die Samwer-Brüder und ihr Inkubator Rocket Internet, die auch jetzt zu den Investoren der neuen Runde gehören. Mit von der Partie ist auch wieder die schwedische Beteiligungsgesellschaft Kinnevik. Beide Investoren sind also Altgesellschafter, so dass die Finanzierung keinen Einstieg eines neuen Investors und keine externe Bewertung für Wimdu bedeutet.  

Wimdu liefert sich in Deutschland ein Duell mit dem Unternehmen 9flats, das der erfahrene Gründer Stephan Uhrenbacher kurz zuvor ins Netz gestellt hat. Auch Uhrenbacher hat soeben mehrere Millionen Euro von den Beteiligungsgesellschaften Eventure Capital und Redpoint Ventures erhalten. Beide Unternehmen sind aber Kopien des amerikanischen Vorbilds Airbnb, das schon international auf Expansionskurs gegangen ist. Wimdu bietet inzwischen nach eigenen Angaben 10.000 Wohnungen in 50 Ländern an. Mit den 90 Millionen Euro soll vor allem die internationale Expansion weiter vorangetrieben werden. Ziel der ganzen Aktion: Wimdu will sich möglichst teuer und groß machen, um möglichst schnell von Airbnb gekauft zu werden.  

Das ist eine Spezialität der Samwer-Brüder, die in jüngster Zeit schon das Gutscheinportal Groupon und den Schuhverkäufer Zalando in aller Welt etablieren. Die Samwer-Brüder, die einst das Auktionshaus Alando und später den Klingeltonanbieter Jamba aufgebaut und verkauft haben, sind nun als Investoren erfolgreich. Ihr größter Coup war der Verkauf des Gutscheinportals Citydeal an den amerikanischen Weltmarktführer Groupon. Da sie nun für Groupon die internationale Expansion übernehmen, sind sie mit rund 10 Prozent an dem Unternehmen beteiligt, welches im Vorfeld des Börsengangs mit einem zweistelligen Milliardenbetrag bewertet wird.

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