Netzwirtschaft

Google startet in Deutschland seine Attacke auf Groupon

Einen Monat nach der Übernahme des Gutschein-Portals Dailydeal beginnt Google in Deutschland seine Attacke auf den Marktführer Groupon. Nach Informationen der F.A.Z. wird Dailydeal die Einnahmen aus nicht eingelösten Gutscheinen, die die Portale bisher komplett oder größtenteils behalten haben, künftig vollständig an die Unternehmen ausschütten. 80 Prozent sollen sofort fließen, die fehlenden 20 Prozent dann drei Monate nach dem Verkauf des Gutscheins. Bisher hatte Dailydeal nur eine Garantiesumme von durchschnittlich 30 Prozent des Gutscheinwertes gezahlt. Diese Änderung soll Dailydeal vor allem kleine und mittlere Unternehmen in die Arme treiben, die bisher dem Vertriebskanal skeptisch gegenüber standen oder mit der Konkurrenz zusammengearbeitet haben.

Gutscheine-Portale wie Groupon oder Dailydeal bieten ihren Kunden Gutscheine für Angebote wie Restaurantbesuche, Haarschnitte, Reisen oder Elektronikprodukte mit hohen Rabatten an. Die teilnehmenden Verkäufer können auf diese Weise ihre Produkte in großen Stückzahlen verkaufen oder ihre Läden füllen, müssen aber den hohen Rabatt in Kauf nehmen. Etwa 50 Prozent des Verkaufspreises gehen als Provision an das Gutschein-Portal.

Nach Angaben von Dailydeal werden zwischen 5 und 20 Prozent der verkauften Gutscheine nicht eingelöst. Die Änderung der Geschäftsbedingungen könnte das Unternehmen etwa 15 Prozent seiner Einnahmen kosten. „Wir können von den Provisionen aber gut leben”, sagte ein Sprecher. Bisher haben diese Provisionen dem Unternehmen aber keine Gewinne gebracht. „Dank Google steht Dailydeal finanziell nun gut da. Für 2012 erwarten wir schwarze Zahlen”, sagte der Sprecher. Vor der Google-Übernahme hatten die Investoren immer wieder Geld zuschießen müssen, um den Geschäftsbetrieb zu sichern. Der Umsatz wachse aber weiter zwischen 15 und 30 Prozent je Monat. „Für dieses Jahr erwarten wir einen Umsatz von 45 Millionen Euro”, sagte der Sprecher.

Dieser Markt ist hart umkämpft. Größter Anbieter ist Groupon, gefolgt vom Unternehmen Living Social, an dem sich der Online-Händler Amazon beteiligt hat. Google hatte vergeblich versucht, Groupon zu übernehmen und daher Dailydeal für 114 Millionen Dollar gekauft. Dailydeal ist allerdings viel kleiner und nur in Deutschland, Österreich und der Schweiz tätig. Etwa 8000 Unternehmen haben schon Produkte über die Seite verkauft. Eine Expansion in andere Länder ist nicht vorgesehen, da Google dort mit dem eigenen Produkt Offers aktiv ist.

In Deutschland gibt es auch noch viele kleinere Anbieter, die sich meist in regionalen Märkten tummeln. Der Aufwand für das Geschäftsmodell ist recht hoch, da lokale Verkäufer in den Unternehmen das Modell oft noch erklären müssen. Vor allem bei Groupon soll intern ein extrem hoher Erfolgsdruck herrschen, verbunden mit einer hohen Fluktuation der Mitarbeiter, was intern nur “The German Way” genannt wird – wie man hier sehr schön lesen kann: INSIDE GROUPON: The Truth about the world’s most controversial Company

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