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Update: Zum Abdampfen – Regenjacken im Test

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Schlägt das Wetter Kapriolen, bleiben wir lieber zuhause. Aber es gibt gute Gründe, auch mal im Regen zu laufen. Ich habe drei Regenjacken getestet, die Ausreden überflüssig machen.

Regenjacken

Bevor wir zu den Regenjacken kommen: Es gibt gute Gründe, im Regen zu laufen. Von der Herausforderung für die eigene Psyche abgesehen, ist ein Regenlauf Sinneserlebnis, Stärkung der Abwehrkräfte und Spaß in einem. Vorausgesetzt es ist nicht zu kalt. Wenn niedrige Temperaturen und Wind auf den nassen Körper treffen, bekommen wir Windkühle (Windchill) zu spüren – und wir kühlen aus. Und damit das nicht passiert, können wir uns bei schlechtem Wetter eine Regenjacke anziehen, unter der wir im besten Fall trocken und warm bleiben. Probier‘ es ruhig aus. Regen ist nicht schlimm und bereitet dir vielleicht sogar kindlichen Spaß. Jetzt aber zum Jackentest:

Update: Inov-8 Ultrashell Pro

Gewicht: 100g, Preis: ca. 270€, Fazit: 4,5 von 5 Sternen

Diese Jacke hat mich zu einem Update des Tests bewogen, weil es neben der Gore Active Run (weiter unten) nun noch eine überzeugende Regenjacke gibt.

Eine Regenjacke von Inov-8
Inov-8 Ultrashell Pro

Zunächst zur Passform, die auf meine Maße perfekt passt. In Größe S sitzt sie auf meinem 1,79m großen und schmalen Körper sehr gut. Eine Laufweste kann ich zwar nicht mehr drunter ziehen, aber das stört mich nicht. Die dreilagige Jacke lässt genug Freiraum für sportliche Bewegungen, besonders beim Laufen, wie auch beim Radfahren. Sie ist hinten etwas länger geschnitten. Auch die Kaputze passt mir perfekt, dank eines kleinen Gummis, dass sich gut an die Kopfform anpasst. Weitere Gummizüge an den Bündchen tragen ebenfalls zu einem sehr guten Tragegefühl bei.

Die Jacke lässt sich in der Armtasche leicht verstauen, die Kleinigkeiten aufnimmt, wie einen Schlüssel oder ein kleines Telefon. Schön ist, dass schwere Gegenstände nicht in dem Maße hin und her schwingen, wie beispielsweise in einer Brusttasche. 

Nils mit der Ultrashell Pro von Inov-8
Nils mit der Ultrashell Pro von Inov-8

Das wichtigste bei einer Regenjacke ist aber natürlich der Einsatz bei Nässe. Mit einer Wassersäule von 20.000mm bietet sie ausreichend Schutz vor starkem Regen und sollte eine Weile durchhalten. Bei meinem Modell perlt nach einigen Gebrauchswochen immer noch das Wasser ab. Bisher gibt es keine Durchlässe und das stimmt mich zufrieden. 

Aber nun zum Klima innerhalb der aus Pertex bestehenden Regenjacke. Genau wie die Jacke von Gore, fühlt sich die Ultrashell nicht unangenehm an. Ich zumindest habe mich in der Jacke nie nass gefühlt, auch wenn es beim Laufen mal heiß wurde. Und auch die Windichte habe ich bei den Dauertests nicht als unagnehm empfunden. Wind ist auch dank der Passform und den dadurch klein gehaltenenen Öffnungen kein Problem.

Mit der Ultrashell hat Inov-8 die Messlatte für Regenjacken hoch gehängt. Leider auch, was den Preis betrifft. Wem aber das gleiche Glück vergönnt ist wie mir und die Jacke so gut passt, wird eine zuverlässige Lauf- und Radbegleiterin finden, die auch bei Wind nicht schlapp macht. 

Asics Elite Regenjacken

Gewicht: 170 g, Preis: ca. 150 €, Fazit: 3 von 5  Sternen

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Nun zur Elite-Jacke von Asics, die für rund 150 Euro zu haben ist. Der erste Eindruck ist leicht. 170 Gramm wiegt sie laut Hersteller. Auch angezogen trägt sie nicht dick auf. Größe M passt mir (1,79 Meter) wie angegossen und trotzdem ist darunter noch etwas Luft für meine Laufweste. Wenn es schüttet, muss ich nicht erst die Weste an- und ausziehen, sondern ziehe die Jacke einfach darüber. Für kurze Einsätze wunderbar.

In den zwei Brusttaschen finden Schlüssel, Geld oder kleine Telefone Platz. Die schlagen mir aber dann – ausgelöst durch die Laufbewegung – auf die Brust. Außerdem sind sie nicht wasserdicht und Schweiß drückt durch. Besser keine Taschentücher darin aufbewahren.

Die Kapuze sitzt super

Die Bewegungsfreiheit ist sehr gut. Gut läuft’s mit der Kapuze. Die liegt dank einiger Gummizüge schön eng an. Einen Schirm hat sie aber nicht, weswegen Regen über sie Stirn in die Augen laufen kann. Der Hals kann mit den ausreichend hohen, gut laufenden Reißverschluss optimal geschlossen werden und auch die Ärmel reichen mir bis auf den Handrücken, ohne zu stören.

Nun zum Klimagefühl: Das ist so eine Sache, atmungsaktiv muss so eine Jacke sein und wasserdicht. Das versprechen die Hersteller alle. Kaum eine Outdoor-Textilie ist das heute nicht. Den Spagat zwischen Atmungsaktivität und Dichtigkeit schaffen aber nur gute Regenjacken, besonders beim Laufen. Ich gebe hier natürlich nur meine Meinung wieder , keine wissenschaftliche Messung, aber ab etwa fünf Grad Celsius wird die Asics feucht. Trotz Luftschlitz auf dem Rücken wird sie zu warm und man kann sich aussuchen, ob Regen oder Schweiß das geringere Übel sind. Das war es dann mit der Atmungsaktivität.

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Niedrigere Temperaturen bis etwa minus fünf Grad fühlen sich deutlich besser an. Wobei es dann ja meisten auch nicht mehr regnet, sondern schneit. Es kommt natürlich auch auf die Unterwäsche an, aber dann taugt sie auch als Dauerlaufjacke und Windschutz. Ich allerdings musste viel probieren, um die Jacke einschätzen zu können.

Noch etwas zur Sicherheit: Die Jacke ist neongrün, also sehr auffällig. Reflektoren erhöhen die Signalwirkung noch und machen die Jacke verkehrstauglich. Morgens damit zur Arbeit? Kein Problem.

La Sportiva Hail Regenjacken

Gewicht: 178 g ,Preis: UVP: 199 €, Fazit: 4 von 5  Sternen

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Die Jacke von La Sportiva für etwa 170 Euro wiegt 178 Gramm, die sich leicht anfühlen. Das Material ist etwas rauher und erinnert an einen Gummihandschuh. Der Schnitt ist bequem und die Bewegungsfreiheit wird durch einen elastischen Anteil im Stoff noch unterstützt.

Eine Brusttasche dient als Packsack und lässt Platz für Telefon oder Schlüssel, wobei auch hier (wegen des Aufs und Abs) eher leichte Dinge verstaut werden sollten. Sie fällt in Größe M etwas weiter aus, als ich gedacht habe. Macht aber nichts, weil so meine Weste drunter passt. Ärmel und Jacke sind lang genug und mit Gummizügen ausgestattet.

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Die Kapuze ist sehr gut geschnitten, hat ein paar pfiffige Gummizüge und ein auffälliges Schirmchen, welches Wasser am Gesicht vorbeileitet , wenn sie nicht gerade bei starkem Wind nach oben rutscht. In Kombination mit dem hohen Kragen muss man bei Schwachwind nicht fürchten, dass etwas von oben in die Jacke läuft.

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Entgegen meiner ersten Assoziation mit einem Gummihandschuh ist das Klima in der Jacke deutlich besser. Bei schnellen Läufen hatte ich zwar oft das Gefühl, dass es feucht wurde, unangenehm war es aber nie. Allerdings bildeten sich mit der Zeit durchlässige Flecken, die auf ein- oder austretende Feuchtigkeit schließen lassen. Wie zuvor schon bei der Jacke von Asics trug ich unterschiedliche Wäsche, deren Kombination Lust auf Ausprobieren erfordert.

Besonders gut ist die Jacke, wenn sie kurz übergestreift wird – klar. Der Reißverschluss ist eine Wucht. Aber sie hat auch ihre Vorzüge während längerer Touren bei niedrigen Temperaturen. Wer sie als winddichte Laufjacke ohne Regen trägt, ist bis etwa plus fünf Grad klimaschonend unterwegs – darüber wird’s unangenehm.

One Gore Active Run Regenjacken

Gewicht: 158 g, Preis: ca. 280 €, Fazit: 4 1/2 von 5  Sternen

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Wenn man den Preis beiseite lässt, gewinnt diese Jacke in fast allen Kategorien. Aber von vorne: Das Material fühlt sich leicht an und sieht wegen ihres Glanzes ein bisschen aus wie eine Lederjacke. Dabei ist sie hauchdünn. In Größe M liegt sie schön an, lässt aber genug Platz. Der erste Lauf im Regen versprach viel, denn die Tropfen perlten ab und vom Schwitzen war keine Spur (Temperatur sieben bis zehn Grad).

Ein kleines Manko ist die nicht einstellbare Kapuze, die bei längeren Güssen oder kalten Temperaturen zu weit ist. Ein Schirm ist wohl der Gewichtsreduktion zum Opfer gefallen. Die Arme dagegen reichen lang genug um die Handgelenke zu bedecken.

Gore Active Run
Geöffnet. Gore Regenjacke mit Brusttasche

Ansonsten ist die Regenjacke sehr vielseitig einsetzbar und durchaus auch ohne Regen eine gute Laufjacke. Das gilt auch für das Feuchtigkeitsgefühl. Die Gore One war nie unangenehm. Sie ließ mir am meisten Spielraum bei der Unterwäschewahl und den zu laufenden Anstrengungen. Sie ist gnädig mit dem Träger und dem Wetter. Egal ob kurze Schauer oder Wolkenbruch, das Material verzeiht viel und die Temperaturbandbreite habe ich von minus fünf bis plus zehn Grad getestet: bestens.

Gore Shakedry
Abgeklebte Nähte. Regenjacke von innen.

Vor Wind schützt sie allemal und ihr Packmaß lässt sie in jeder Laufweste verschwinden. Das macht die Jacke, meiner Meinung nach, zum besten Schutz gegen Nässe, mit dem flexibelsten Material und dem höchsten Laufkomfort. Auch in Sachen Langlebigkeit scheint die Einlagenmembran durchzuhalten, jedenfalls gab es während der vielen Läufe mit Rucksack keine Abnutzungen. Beim Preis würde ich zögern. Außerdem fände ich eine auffälligere Farbe gut – wegen der Sicherheit.

Hast du Fragen oder Anmerkungen? Dann schreib mir an n.thies@faz.de auf Twitter (@nils_thies), Facebook oder Instagram (NilsLaeuft) oder hinterlasse einen Kommentar.


2 Lesermeinungen

  1. Atmungsaktive Regenjacken werden immer einen Kompromiss darstellen
    Grundsätzlich bin ich mit der Bewertung einverstanden und würde auch Gore am besten einschätzen. Aber Wasserdichtigkeit und Atmungsaktivität sind deshalb ein Kompromiss, weil beim Laufen zwar Wasser- und Winddichtigkeit gewünscht sind, aber durch das Laufen so viel Schweiß erzeugt wird, dass er kaum vollständig ab geführt werden kann. Aber die Winddichtigkeit verhindert dann trotzdem ein auskühlen. Unter dem Strich kann also das Gore-Produkt sehr wohl sein Geld wert sein. Nach „unten“ sollte man keine Kompromisse eingehen.

    • Lieber RDMaehler, danke für den Kommentar. Meine Erfahrungen zeigen auch, dass die Winddichtigkeit nur begrenzt vor dem Auskühlen schützt. Zugegeben nach einer gewissen Zeit, aber irgendwann ist die Unterkleidung nass, dann wird es unangenehm kalt, auch mit einer Windschutzschicht. Beste Grüße

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