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Schuhe fürs Trailrunning – Matsch und Membran

| 2 Lesermeinungen

Nasse Füße verderben einem die schönsten Trails. Deshalb habe ich Schuhe mit Membran getestet. Ein Paar fiel dabei besonders auf.

Nils läuft im Schnee
Nils testet Schuhe beim Trailrunning

Bevor wir loslegen

Bevor es auf den nächsten Seiten (siehe Navigation am Fuße der Seite) um Schuhe geht, noch ein paar Worte zum Test. Die Paare haben viele Kilometer im Mittelgebirge hinter sich und wurden bei jeglichem Wetter, besonders aber unter widrigen Bedingungen getestet. Regen und Matsch sollen den Schuhen schließlich nichts ausmachen und die Gelegenheit, sich ein bisschen dreckig zu machen, ließ ich mir nicht nehmen.

Im Test: Adidas Agravic Terrex Tech Pro, Hoka Speedgoat 4, Inov8 Parkclaw und Salomon Wildcross (alle mit Membran). Dabei wurden die Schuhe auf Single-Trails und Waldwegen, in Matsch und Pfützen getestet, kaum auf Asphalt, aber dort gehören sie ja auch nicht hin – diese Modelle sollen ins Gelände.


Adidas Terrex Agravic Tech Pro

Adidas Terrex Agravic Tech Pro

Fangen wir an. Kenner erkennen, dass der Terrex von Adidas kein echter Membran-Schuh ist. Das stimmt, denn hier wurde kein Gore-Tex verbaut, wie bei den Modellen der anderen Hersteller. Trotzdem habe ich ihn in den Test genommen. Warum? Weil Adidas den Tech Pro mit einer wasserabweisenden Hülle ausgestattet hat, die ich mir genauer ansehen wollte. Das Prinzip Innenschuh mit Außenhülle ist zwar nicht neu, aber in Zusammenhang mit Trailrunning in Matsch und Schnee einen Versuch wert.

Was der Schuh kann, im Überblick:

  • Der erste Eindruck: sehr gut
  • Laufgefühl: bequem, verlässlich
  • Sohle: ausgewogen, greift
  • Fußklima: gut
  • Besonderheiten: BOA-Schnürung, Innen- und Außenschuh
  • Aussehen: stylisch
  • Preis: ca. 180-225 €
  • Geeignet für: lange Trails, Matsch und Schnee, allround

Der erste Eindruck der Schuhe

Dass die Designer des Schuhs einen experimentellen Tag hatten, als sie den Terrex Agravic Tech Pro kreirten, dachte ich zunächst, denn augenscheinlich ist er anders. Mit dem hohem Schaft und der wasserabweisenden Hülle erinnert er an einen Wanderschuh und die knalligen Farben der Sohle wirken sehr modern. Der Drehknopf für das Schnürsystem (Boa) an den Seiten tut sein Übriges.

Aber was kann er? Das erste Hineinschlüpfen verläuft angenehm. Zwei Laschen helfen beim Einstieg. Der Schuh sitzt angenehm locker, bei einer Größe von 42,5 (EU) und breitem Vorfuß. Das Boa-Schnürsystem zieht die Schnürsenkel automatisch an, indem man das Rad an der Seite dreht. Ich drehte erstmal zu fest, obwohl ich diese Schnürung schon von meinen Rennradschuhen kenne. Hier muss man die richtige Dosierung finden. Für die Zehen ist genug Platz.

Laufgefühl

Der Schuh läuft wunderbar, so viel schonmal vorab. Die eingebaute Gamasche (der lange Schaft) nervt nicht, wie ich zunächst dachte und meine Skepsis gegenüber des lockeren Sitzes seitlich und vorne am Fuß schwand mit den Kilometern. Dass das Gefühl nicht ganz so knackig ist, wie bei einem hartbesohlten Schuh, versteht sich. Dafür bekommt man eine gewisse Bequemlichkeit. Das soll aber nicht heißen, der Adidas-Schuh sei nicht geländetauglich – im Gegenteil.

Die Abstimmung von Sohle (ich komme noch dazu), Innenschuh und Schaft ist ausgewogen und bietet Haftung, Halt und Wasserschutz. Dabei bietet er trotz Außenschuh genügend Bewegungsfreiheit auf technischen Trails. Wer einen Wanderstiefel erwartet, irrt. Ich hatte nie ein schwammiges Gefühl, weder auf Stein, noch im Matsch und würde das Laufgefühl insgesamt als Super-Kompromiss zwischen bretthartem Trailschuh und federndem Straßenschlappen bezeichnen.

Sohle von Continental

Was uns zur Sohle bringt. Meiner Meinung nach das, was den Tech Pro ausmacht. Die Sohle der Firma Continental ist, wie geschrieben, ein guter Kompromiss, der auf vielen Single-Trails sehr gut läuft. Für sehr steinige Rennen vielleicht ein Tickchen zu weich, aber bei meinen Läufen im Mittelgebirge stets vertrauenerweckend. Auf schnellen Downhills kam sie kaum ins Rutschen – alles vertretbar.

Sohle von Continental

Fußklima im Agravic Tech Pro

Wie alle im Schuhtest getragenen Modelle ist der Agravic sehr gut bei kühlen Temperarturen. Die Außenhülle schützt vor Nässe und auch tiefe Pfützen sind keine Gefahr, wenn man nicht gerade darin stehen bleibt. Dabei schwitzte ich nicht mehr als üblich und auch mein persönliches Fußgefühl litt nicht. Was aber auch für alle Modelle gilt: Im Winter super, sind solche Schuhe im Sommer nicht meine erste Wahl. Auf den langen und kurzen Teststrecken überzeugten mich die Schuhe durch die angenehme Passform und das gute Fußklima.

Besonderheiten der Schuhe

Auf die Konstruktion aus Innen- und Außenschuh kam ich schon zu sprechen, kommen wir also direkt zum Schnürsystem. Beim sogenannten BOA-System werden die Senkel, in Form strapatzierbarer Plastikseile, an einem zentralen Rad mit einer Art Ratsche zusammengezogen. Dabei kann nur in eine Richtung fest gedreht werden. Durch ziehen an dem Kopf des Rades werden die Senkel sofort gelöst. Das ist praktisch, wenn man schnell rein- und rauskommen muss oder es bequem mag. Außerdem lässt die Spannung der Senkel nicht nach und es entstehen keine losen Enden. Das Konzept passt dabei sehr gut zum Schuh, denn im Innenschuh mit Schnürsenkeln zu hantieren, die sich wärend des Laufs auch noch lockern könnten, wäre dem Laufspaß sicherlich abträglich.

Fazit zum Agravic Tech Pro

Der Adidas Agravic Terrex Tech Pro ist zwar nicht so aggressiv eingestellt wie manch anderes Modell im Test, dafür ist er der beste Kompromiss zwischen Härte und Bequemlichkeit. Dabei bieten die Schuhe ein hohes Maß an Schutz vor Matsch und Schnee. Nicht zuletzt die Austattung ist clever gewählt und dürfte, in Kombination mit dem Aussehen, viele Freunde finden. Der Preis ist recht hoch, trotzdem finde ich dieses Modell empfehlenswert.

Auf der nächsten Seite: der Hoka One One Speedgoat 4 GTX


2 Lesermeinungen

  1. cantor31 sagt:

    Beschreibungen passen gut
    Hab mit breitem Vorderfuß inov8 und saucony gelaufen, meine Partnerin salomon (eher schmaler Leisten). Den Beschreibungen können wir nur zustimmen, also ein dickes Lob dafür. Man findet häufig ja doch recht wenig hierzu.

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