#Nilsläuft

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Yoga fürs Laufen – Fitness für Beine und Kopf

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Yoga spielt bei vielen LäuferInnen keine Rolle im Trainingsplan. Dabei ist Yoga eine fantastische Mischung körperlicher und geistiger Übungen, die Kraft und Ausdauer fürs Laufen bringen.

Hoch hinaus: Yoga macht auch fit für Bergläufe.
Hoch hinaus: Yoga macht auch fit für Bergläufe.

Yoga probierte ich aus, weil ich eine Ergänzung zum Triathlon-Training suchte. Das sind zwar für sich genommen schon drei tolle Sportarten, aber trotzdem fehlte mir ein gewisser Ausgleich. Dehnübungen waren mir zu eintönig und Krafttraining in der Muckibude ist irgendwie nichts für mich. Also probierte ich ein Frankfurter Yoga-Studio aus. Natürlich dachte ich, als Sportler ist das ein Klacks. Beweglich war ich ja schließlich auch. Also ran an die Matte und los.

Mein erstes Yoga-Erlebnis

Es gibt nicht das Yoga, aber der Ablauf ist meistens derselbe. Nach einer Einführungsentspannung geht es langsam in die Übungen. Je nach Ausrichtung gibt es da beispielsweise langsame Übungen, die man lange halten muss oder fließende Bewegungen die im sogenannten Flow passieren. Ein paar Grundübungen gibt es aber in jeder Trainingseinheit – den herabschauenden Hund kennt wohl jeder. Es gibt auch TrainerInnen, die einen richtig schwitzen lassen und die Übungen als wahres Krafttraining inszenieren. Das wusste ich zu diesem Zeitpunkt aber noch nicht. Meine erste Stunde endete mit einer letzten Entspannungsphase und schwups war mein Debüt Geschichte.

Die holte mich allerdings am nächsten Morgen ein, als mir klar wurde, dass ich in der Hüfte, im Rücken und in den Oberschenkeln schlimmen Muskelkater hatte. Und das alles von dem bisschen Yoga? Zugegeben, währenddessen kamen mir schon Zweifel, ob ich tatsächlich schon so gut bin, wie ich dachte. Ich hab mich überschätzt. Denn ich wackelte und schwitze schon ganz gut. Und ja, diese wenigen Übungen in meiner ersten Stunde hatten es in sich.

Die Mischung aus Entspannung, Anspannung und Dehnung macht tatsächlich eine Menge mit dem Körper, auch wenn es sich während der Yoga-Stunde nicht nach viel anfühlt. Kein Wunder, dass erfahrene männliche und weibliche Yogis sehr kräftige Körper haben. Und Kräftigung, besonders in der für das Laufen wichtigen Körpermitte, konnte ich gut gebrauchen.

Warum Yoga?

Die Mischung aus Stabilität, Körpergefühl und Dehnung macht’s. Dabei werden diese drei Aspekte kombiniert und das Training somit effizienter. Jetzt will ich aber nicht als Effizienzweltmeister gelten, denn abgesehen vom Nutzen, macht Yoga Spaß. Und durch unterschiedlichen Schwerpunkte der Studios und TrainerInnen ist Abwechslung garantiert.

Die Kombination für LäuferInnen

Stabilität spielt für mich die wichtigste Rolle, genau wie beim Laufen. Beim Yoga spüren wir unsere Defizite punktgenau und wir können gezielt daran arbeiten. Besonders die Krieger-Positionen sind eine fordernde Mischung für Kraft und Stabilität. Das ist nicht nur gut für den Laufstil. Was im Studio trainiert wird, merkt man auf der Laufstrecke, beim Radfahren oder beim Schwimmen, da ist einfach mehr Kraft in den Bewegungen, man ist fitter.

Körpergefühl ist neben der muskulären Feinabstimmung eine andere Seite am Yoga. Es ist eine sehr bewusste Art sich zu bewegen. Immer wieder lenken wir die Konzentration auf den eigenen Körper in der aktuellen Situation. Diese meditativen Elemente lassen uns fokussieren und sind wohl der Grund warum Yoga manchmal als esoterisch abgetan wird. Klar gibt es auch spirituelle Überflieger, aber die habe ich bis dato äußerst selten erlebt. Im Gegenteil – mit der Zeit lernt man besser mit Stress umzugehen, besonders wenn die Übungen schwieriger werden. Atmung spielt hier eine wichtige Rolle, aber ich will nicht zu viel verraten.

Dehnung ist der dritte Grund, warum ich gerne Yoga mache. Dehnübungen finde ich ehrlich gesagt langweilig und in Verbindung mit dem normalen Training irgendwie lästig. Wenn ich laufen möchte, möchte ich laufen. Dehnen ist aber wichtig, um zu regenerieren und die Beweglichkeit zu erhalten. Beim Yoga sind die Dehnübungen inklusive und nicht nur auf eine Muskelgruppe beschränkt, da hier immer der ganze Körper einbezogen wird.

Wie gelingt der Einstieg?

Yoga ist zunächst nicht ganz einfach, müssen doch Abläufe und richtige Haltung gelernt werden. Daher ist ein Besuch im Yoga-Studio sinnvoll. Natürlich auch, um sich mit anderen auszutauschen. Yoga ist aber auch nicht schwer und es macht Spaß die ersten ungewohnten Positionen einzustudieren. Such Dir ein Studio in der Nähe, das Online-Kurse anbietet, dann kannst Du nach Corona dorthin. In Corona-Zeiten geht Yoga auch von Zuhause – mit oder ohne Online-TrainerIn, wobei auch hier am Anfang sinnvoll ist, die Übungen korrekt zu lernen. Daher empfehle ich Anfängerstunden immer mit TrainerIn zu absolvieren. Aber auch YouTube-Videos geben einen guten Überblick über das Thema.

Ausrüstung ist dabei nicht vonnöten, von einer Unterlage abgesehen. Es muss aber nicht gleich eine Yogamatte sein, eine Decke tut es zu Hause auch. In den Yoga-Studios sind oft Matten vorhanden (jedenfalls war es vor Corona so). Eine gute Yogastunde kostet so ungefähr zwischen 10 und 20 Euro. Das ist nicht wenig, aber wenn man es als eine Investition in seinen Körper betrachtet, auch nicht allzu viel.

Zum Schluss

Mittlerweile habe ich ein paar Trainer und Studios ausprobiert. Die waren alle gut, nur mittlerweile weiß ich besser, was zu mir passt. Ausprobieren lohnt sich immer, beim Yoga gleich mehrfach. Wenn Du einen guten und gesunden Ausgleich zum Laufen, Schwimmen oder Radfahren suchst, wirst Du beim Yoga fündig. Aufwand und Nutzen stehen in einem sehr guten Verhältnis. Yoga ist eine vielseitige Art, sich selbst gutes zu tun. Dabei ergänzt es andere Sportarten durch einen ganzheitlichen Ansatz und stärkt den Körper als Basis fürs Laufen. Yoga ist nicht nur für die Beine, sondern auch für die Synapsen und dabei sehr effizient.

Wenn Du Fragen hast, melde Dich über den Kontakt, auf www.nilsläuft.de oder über Instagram @nils_laeuft. Viel Spaß! Demnächst gibt es hier mehr zum Thema Yoga.


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