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Stryd – Watt fürs Laufen

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Stryd ist ein einfaches Gerät zur Messung der Leitung beim Laufen. Richtig benutzt, bieten sich Erkenntnisse, die sonst verborgen bleiben.

Nils auf und davon mit dem Stryd

Der Fortschritt hat längst das Laufen erreicht. Den Überblick zu behalten ist schwierig. Das Tempo der Neuentwicklungen zieht an. Da fragen sich nicht nur Newbies: Welche Sensoren zeigen mir eigentlich die Daten, die ich brauche? Und welche brauch ich überhaupt? Zeit für eine Bestandsaufnahme. Hier kommt Stryd.

Stryd – Watt am Schuh

Stryd ist ein kleines Wattmessgerät, das am Schnürsystem eines Schuhs befestigt wird. Es ist ausschließlich fürs Laufen gemacht, auch wenn die Trainingssteuerung mit Watt eher im Radsport zu finden ist (mehr dazu später). Manchmal auch als Footpod bezeichnet, liefert Stryd aber nicht nur die aktuelle Leistung, sondern beispielsweise Daten zur Geschwindigkeit. Außerdem und interessanterweise auch Daten wie Schrittlänge, Kadenz, Bodenkontaktzeit oder LSS (Leg Spring Stiffness). So weit, so gut.

Stryd hat kein Display. Ein gekoppeltes Gerät muss die Daten erst sichtbar machen. Das kann eine Sportuhr sein oder ein Smartphone. Laufnerds, die per Laufzeit wissen wollen, welche Leistung (Watt) sie gerade rennen, sollten eine Sportuhr benutzen. Das Ablesen ist auf diese Weise deutlich angenehmer als der ständige Blick aufs Handy. Wer etwa warten kann, synchronisiert das kleine Plastikteil nach dem Laufen einfach mit dem Handy und schaut die Ergebnisse auf dem Sofa liegend an.

Die Verbindung über Bluetooth mit Smartphone und Uhren ist einfach. Bisher hatte ich keine Probleme mit der Technik, nur mit der Eingabe der ganzen Passwörter für die gekoppelten Apps. Auch für Stryd braucht es natürlich einen Account. Stryd ist mit der App auf dem Smartphone und dem sogenannten Power-Center verbunden.

Stryd Powercenter

Im Powercenter und der App können auch Trainingspläne und Workouts geladen werden. Ultralangen Strecken werden aber nicht berücksichtigt und die App bietet nicht die Möglichkeit Strecken über 50 Kilometer einzupflegen.

Vorteile von Stryd

Nun die große Frage: Wo liegen Stryds Vorteile? Nun, für mich persönlich liegt der Vorteil eigentlich nicht in der Wattmessung allein. Für mich spielen die laufmechanischen Werte, die Stryd liefert, eine größere Rolle. Ich kann nach dem Lauf sehen, an welcher Stelle ich Änderungen ich an der Schrittlänge oder Kadenz vornehmen sollte. Mit angeschlossener Laufuhr lässt sich das sogar während des Laufs überprüfen. Langfristig kann ich dann im Powercenter verfolgen, wie Änderungen wirken und ich mich bestenfalls steigere.

Aber nochmal zur Leistungsmessung. Diese Art der Messung ist schneller als die der Herzfrequenz, fast sekundengenau. Während sich der Puls erst langsam anpasst, kann Watt sofort gemessen werden. Das macht darüber hinaus die Einschätzung, mit welcher Trainingsintensität momentan trainiert wird, präziser, aber isoliert. Die Leistung lässt sie auf diese Weise unabhängig vom Puls betrachten. Der ist seinerseits beeinflusst durch Erschöpfung, Stress und anderen Körperlichkeiten. Moment mal…

Eine Glaubensfrage?

…Sollten nicht genau diese körperlichen Faktoren bei der Trainingsbeurteilung eine Rolle spielen? Wie kann mir Watt eigentlich als Läufer helfen? Wozu nützt mir dieser vom Körper unabhängige Wert? Und warum sollte ich nur auf die reine Leistung schauen, wenn meine Körperlichkeiten doch immer auch eine Rolle spielen? Eine zufriedenstellende Antwort habe ich derzeit nicht. Jedenfalls nicht, wenn es darum geh, ob Watt nun besser ist als Puls. Beides sind Messwerte, die nicht vergleichbar sind. Man kann sie natürlich in Beziehung setzen, aber nur, wenn man weiß, was draus resultiert. Spannend wäre sicherlich, ob Puls und Watt in Beziehung werden können. Dazu müsste ich mal forschen.

Die reine Darstellung der Daten hilft uns zunächst nichts, ohne die richtige Deutung. Und hier hat Stryd meiner Meinung nach eine Schwäche, genau wie viele andere Sportapps auch. Was bedeuten eigentlich die Daten und welche Schlüsse lassen sich daraus ziehen? Das sagen uns viele Apps nicht. Im schlimmsten Fall ziehen wir sogar falsche Schlüsse und trainieren über das gebotene Maß hinaus.

Watt? Stryd am Fuß
Stryd an Nils’ Fuß

Für wen eignet sich Stryd?

Mal weg von der Frage, ob Watt nun aussagekräftiger ist, als unser Puls – Stryd ist eher nichts für Anfänger. Auch ambitionierte Läufer werden ohne auskommen. Wer das nötige Kleingeld übrig hat, darf es sich gern leisten mehr über Schrittlänge, Bodenkontaktzeit und Kadenz zu erfahren. Wer dazu noch leidenschaftlich gern Daten auswertet und Freude beim Herleiten von Werte-Beziehungen hat, findet im Stryd ein schönes Spielzeug.


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