Planckton

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Die Wissenschaft ist ein ernstes Geschäft, aber gehört ihr deshalb das letzte Wort?

Boxenstop an der Steckdose?

Die Autoindustrie war gewiß nicht der soziale Sektor, in dem die Sache mit dem Klimawandel von Anfang an ernst genommen wurde. Inzwischen aber beschleichen...

Die Autoindustrie war gewiß nicht der soziale Sektor, in dem die Sache mit dem Klimawandel von Anfang an ernst genommen wurde. Inzwischen aber beschleichen selbst deutsche Automobilbauer Ängste, irgendwann keine fossil betankbaren Autos mehr absetzen zu können oder zu dürfen. Auch möchte niemand gerne als Weltzerstörer am Pranger stehen. Also hofft man in München, Stuttgart und Zuffenhausen, einmal unter die Elektrokonzerne zu gehen. Eckard Eybl, der Pressesprecher von Porsche, kann sich sogar „alternative Antriebstechnologien für Sportwagen in begrenztem Umfang“ vorstellen. Als Indiz gilt ihm der E-Porsche mit 220 PS, den sich der Allgäuer Autotuner Alois Ruf gebaut hat. Nun ja: Der Akku wiegt eine halbe Tonne, über die Reichweite gibt es keine Angaben

Aber man muß ja nicht gleich Schumi elektrifizieren wollen. Tatsächlich sind Elektroautos heute das In-Thema (um nicht zu sagen It-Thema) der Automotive-Branche und im Mittelpunkt steht das, was Alois Rufs Elektroporsche die tolle Straßenlage beschert: die Batterie. Vorletzte Woche konnte unser Autor Jochen Reinecke den Boom im Essener Haus der Technik bestaunen. Dort fand die Konferenz „Kraftwerk Batterie – Lösungen für Automobil und Energieversorgung“ statt. Entwickler aus Europa, Asien und den USA diskutierten über die Anforderungen an neue Autobatterien, über Umweltfragen, Wirtschaftlichkeit und die spannende Frage, wie das Elektroauto massenmarktkompatibel in das existierende Stromnetz eingebunden werden kann. Was den Batterieforschern besonderes Kopfzerbrechen bereitet, beschreibt er morgen im Wissenschaftsteil der Sonntagszeitung.

Nur, angenommen das Batterieproblem läßt sich lösen: Ist dann das Klima – genauer: unsere individuelle Mobilität angesichts des CO2-Emissionsproblems – damit gerettet? Dieser Frage ist der Verkehrsexperte Gottfried Ilgmann einmal im Detail nachgegangen und stellt seine Resultate ebenfalls morgen in der Sonntagszeitung vor – auf der Panoramaseite.