Planckton

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Die Wissenschaft ist ein ernstes Geschäft, aber gehört ihr deshalb das letzte Wort?

Absturz der Überflieger

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Das internationale Postdoc-System ist die Heimat des jungen Forschungsprekariats mit seinen oft schlechten Arbeitsbedingungen, hohem Leistungsdruck und häufigen Ortswechseln. Die entscheidende Frage ist aber: was kommt nach den Wanderjahren?

Angesichts der angekündigten Reform des Wissenschaftszeitgesetzes liest man dieser Tage viel über das Prekariat deutscher Nachwuchswissenschaftler. Sofern die Bundesbildungsministerin tatsächlich an den bestehenden Problemen etwas zu ändern vermag, könnte Deutschland mit dieser Reform eine Vorreiterrolle einnehmen, denn die katastrophale Lage junger Forscher ist ein Problem, das im Postdoc-System internationale Maßstäbe besitzt.

Postdocs, kurz für Post-Doktorand, sind “Nachwuchs”-Wissenschaftler meist zwischen Mitte Zwanzig und Anfang Vierzig, die nach ihrer erfolgreichen Promotion auf befristeten Forschungsstellen darauf warten, eine feste Stelle zu bekommen. Im Prinzip gibt es auf diese Lebensphase von Wissenschaftlern zwei verschiedene Perspektiven. In der positiven Lesart besteht die internationale Postdoc-Community aus jungen Menschen, die noch einmal in die weite Welt ausschwärmen, um sich international zu vernetzen, bevor sie sich irgendwo dauerhaft niederlassen können. In dieser Phase lernen die Nachwuchswissenschaftler die Forschung in verschiedenen Ländern und auf verschiedenen Kontinenten kennen. Dadurch, dass Stellen kaum länger als drei Jahre vergeben werden, Standard sind eher ein bis zwei Jahre, treffen permanent neue Postdoc-Kollegen aus anderen Ländern ein und ziehen wieder in andere Länder fort, so dass sich innerhalb kürzester Zeit Kontakte an eine große Zahl von internationalen Instituten ergeben. Regelmäßig trifft man sich dann wieder an anderen Orten der Welt zu Konferenzen, um Ergebnisse und Erfahrungen auszutauschen und weitere Kontakte zu spinnen, die vielleicht zur nächsten befristeten Etappe in der internationalen Tour de Science führen können.

Die Welt zu füßen - der Karriereweg junger Forscher führt oft durch viele Länder der Erde.© Jonas JansenDie Welt zu füßen – der Karriereweg junger Forscher führt oft durch viele Länder der Erde.

Die negative Lesart ist in dieser Schilderung allerdings zwischen den Zeilen bereits angelegt. Dabei ist noch nicht einmal das größte Problem, dass diese Wanderjahre genau in den Lebensabschnitt fallen, in dem normalerweise eine Familiengründung ansteht und es sehr schwierig ist, einen Partner zu finden, der die eigene Karriere bzw. ein stetiges Familienleben zugunsten regelmäßiger Umzüge hinten anstellt. Die existentiellen Sorgen, mit denen sich viele Postdocs herumschlagen, sind vielmehr in zwei weiteren Punkten begründet. Erstens sind Postdoc Stellen, die durch Forschungsdrittmittel finanziert werden, nicht gut bezahlt und erfordern gleichzeitig einen überdurchschnittlich hohen Arbeitseinsatz, da der wissenschaftliche Output, der in diesen Jahren erzielt wird, über die Möglichkeit einer zukünftigen festen Stelle entscheidet. Mögliche Rücklagen werden nicht selten für die regelmäßigen Umzüge aufgebraucht. Gleichzeitig erschweren internationale Ortswechsel den Aufbau einer Altersvorsorge. Der zweite, fundamentalere Problempunkt ist aber, dass mitnichten davon ausgegangen werden kann, dass am Ende der Postdocjahre eine feste Stelle zu erwarten ist. Es ist eine traurige Tatsache, dass es im Verhältnis zu den exististierenden festen Stellen im Forschungsbetrieb viel zu viele Postdocs gibt. Die Karrieregestaltung beinhaltet daher ein permanentes Moment der Risikoabschätzung: wie lange kann man noch auf eine feste Stelle hoffen, und ab wann beginnt sich bereits das Zeitfenster für einen Wechsel in andere Beschäftigungsfelder zu schließen. Der hohe Konkurrenzdruck innerhalb der Wissenschaft führt dazu, dass diese Überlegungen in den allermeisten Fällen ein Tabuthema darstellen. Wer öffentlich über andere Berufsoptionen nachdenkt oder sich gar einen “Plan B” zurechtlegt, lässt schließlich von vornherein die fachliche Fokussierung vermissen, die notwendige Voraussetzung für einen Verbleib in der Forschung ist.

Es ist wenig verwunderlich, dass diese Situation buchstäblich Opfer fordert und das Thema der psychischen Gesundheit von Nachwuchsforschern zunehmend Aufmerksamkeit innerhalb der Forschergemeinschaft erlangt. Dabei ist es eine gefährliche Ausgangskonstellation, dass diejenigen, die sich für eine weitere wissenschaftliche Laufbahn entscheiden, oft zu den Besten ihrer Jahrgänge gehören, in Stipendienprogrammen gefördert und für ihre Leistungen ausgezeichnet wurden. Plötzlich sehen sich diese höchst ehrgeizigen “high-achievers” mit einer Situation konfrontiert, in der sogar Arbeitslosigkeit kein unwahrscheinliches Szenario mehr darstellt, in der sie sich permanent vor ihrem Umfeld für ihre prekären Lebensverhältnisse rechtfertigen müssen und nicht selten von ehemaligen Schul- und Studienkameraden dafür belächelt werden, dass sie als ehemalige intellektuelle Überflieger karrieremäßig offenbar auf der Strecke geblieben sind. Einem Übermaß an Leistungsbereitschaft, intrinsischer Motivation und arbeitsintensiver, spezialisierter Ausbildung schlägt früher oder später der Eindruck entgegen, dass der Wissenschaftsbetrieb auf jeden einzelnen seiner Forscher auch gut verzichten kann. Die Verantwortung für den eigenen Verbleib, für die Vermeidung des finalen Scheiterns, liegt letztendlich allein beim Postdoc selbst. Eigener Anspruch zusammen mit den Erwartungen des persönlichen Umfelds geraten schnell in ein gefährliches Missverhältnis zur Realität.

© dpa - Bildfunk 

Es ist schwer, belastbare Zahlen zu Depressionen und Angststörungen unter Nachwuchsforschern zu erhalten, da dieses Thema angesichts des hohen Konkurrenzdrucks weiterhin ein Tabu im Forschungsbetrieb darstellt. Die große Zahl von im Internet kursierenden Erfahrungsberichten und Diskussionsforen zu diesem Thema kann aber einen Eindruck darüber vermitteln, dass die psychische Gesundheit von Forschern ein ernstzunehmendes Problem darstellt (siehe zum Beispiel untenstehende Links). Doch selbst wenn es schwierig sein mag, eindeutig die Frage zu klären, ob die Situation von Nachwuchsforschern einen besonderen Nährboden für die Entstehung psychischer Probleme liefert, so scheint unstrittig, dass das Postdoc-Leben für Menschen mit existierenden psychischen Problemen katastrophale Konsequenzen haben kann.

Im November des letzten Jahres wurde dieses Thema beispielsweise ein weiteres Mal in die Diskussionsforen der sozialen Medien getragen als in der Veröffentlichungs-Datenbank arxiv.org ein Paper veröffentlicht wurde, das einem Postdoc gewidmet war, der sich 2011 das Leben genommen hatte. Die Danksagung endet mit den Worten: “Ich bin der festen Überzeugung, dass die psychologische Brutalität des Postdoc-Systems eine starke zugrundeliegende Rolle für Francis Tod gespielt hat. Ich möchte diese Gelegenheit nutzen, sollte irgendjemand zuhören, an diejenigen in leitenden Positionen innerhalb des akademischen Systems zu appellieren, sehr viel mehr zu unternehmen um die Mitglieder der Community zu schützen, die an psychischen Problemen leiden, insbesondere während der verletzbarsten Phasen ihrer Karrieren.” Der Autor des Papers, der Brite Oliver Rosten, hatte seinen irischen Kollegen Francis in Dublin kennen gelernt: “Er war ein brillianter Geist, insbesondere wenn es um abstrakte mathematische Probleme ging. Er litt an manischer Depression und in seinen manischen Phasen arbeitete er ohne zu schlafen und war sehr produktiv. Die Kehrseite war, dass er zutiefst depressiv sein konnte, es erschien mir als ein grundlegender Teil seines Charakters.” 2008 trennten sich die Wege beider. Rosten ging nach Sussex während Francis nach Amsterdam wechselte, wo er große Probleme hatte, sich beruflich und privat einzuleben. Seine medizinische Betreuung konnte nicht kontinuierlich fortgesetzt werden, die psychischen Probleme verstärkten sich daraufhin, bis er schließlich in das UK zurückkehrte und Selbstmord beging.

Acknowledgements des Ende letzten Jahres erschienenen Artikels "On Functional Representations of the Conformal Algebra” © arxiv.orgAcknowledgements des Ende letzten Jahres erschienenen Artikels „On Functional Representations of the Conformal Algebra”

Die fehlende Kontinuität in Bezug auf soziale Kontakte und medizinische Betreuung sind Punkte, die Rosten am bestehenden Postdoc System kritisiert und insbesondere für Forscher mit psychischen Problemen für gefährlich hält. Vor allem die medizinische Betreuung könnte aber verbessert werden, wenn die Universitäten und Forschungseinrichtungen sich stärker für ihre befristeten Arbeitnehmer verantwortlich fühlen würden und die Verantwortung nicht auf die Postdocs selbst abwälzen würden. “Mein Eindruck ist, dass das Postdoc System die Beteiligten oftmals als billige und ausnutzbare Ressource ansieht”, resümiert Rosten. Er selbst verließ kurz nach dem Tod seines Kollegens und Freundes die Forschung und arbeitet nun als Software Entwickler. Weiterhin forscht er aber in seiner Freizeit an Problemen der theoretischen Physik. Dabei beschreibt er, dass die Qualität seiner wissenschaftlichen Arbeit eher gestiegen sei, seit er die Forschung ohne Veröffentlichungs- und Finanzierungsdruck als Hobby verfolgen kann. “Ich durchlebe Phasen in denen ich die akademische Welt sehr vermisse und manchmal wünsche ich mir, für ein paar Monate zu verschwinden und nichts anderes zu tun als zu forschen. Allerdings habe ich den starken Eindruck, dass einige meiner Freunde auf festen Forschungsstellen auch sehr viel Zeit mit anderen Dingen als Forschung verbringen. Ich versuche einen pragmatischen Ansatz in Bezug auf meine Situation zu verfolgen und meine Forschung zu genießen wann immer ich die Gelegenheit dazu habe. Ein Vorteil den ich dabei habe ist, dass ich mich einfach nur darauf konzentrieren kann, bestmögliche Arbeit zu liefern, ohne dass ich mir Sorgen machen muss über Finanzierungs-Deadlines, Impakt-Faktoren etc.”

Die negativen Auswirkungen der Existenzängste und des Publikationsdrucks auf die Qualität von Wissenschaft wurde auch jüngst in einer Umfrage im Kontext der Petition “Perspektive statt Befristung” hervorgehoben, die im vergangenen Jahr mehr als 25.000 Unterschriften für eine Verbesserung der Lage der Nachwuchsforscher sammeln konnte. Nur 19 Prozent der 1700 Teilnehmer der Umfrage stimmte nicht der These zu, dass unsichere Beschäftigungsverhältnisse wissenschaftliches Fehlverhalten fördern. Von den restlichen 81 Prozent gaben wiederum 41 Prozent an, diesen Zusammenhang von Befristung und Fehlverhalten schon einmal selbst erlebt zu haben.

Deckblatt der Studie zur Befristung im Wissenschaftsbereich, Raupach et al. 2014© https://www.perspektive-statt-befristung.de/Exzellenz_braucht_Existenz__online.pdfDeckblatt der Studie zur Befristung im Wissenschaftsbereich, Raupach et al. 2014

Die charakteristischen Probleme des Postdoc-Systems sind tatsächlich keine spezifisch deutschen. Die Ergebnisse der Umfrage der auf Deutschland ausgerichteten Petition stimmen beispielsweise wesentlich mit einem Report der U.S. National Academies überein, der Ende letzten Jahres veröffentlicht wurde. Auch dort wird eine grundlegende Reform des Postdoc Systems gefordert. Die Gesamtdauer befristeter Postdocbeschäftigungen solle auf fünf Jahre beschränkt sein. Es solle sichergestellt werden, dass Postdocs während dieser Zeit tatsächlich weiterführend ausgebildet werden, stärkere Unterstützung in ihrer Karriereplanung bekämen und angemessen ihrer Qualifikation und ähnlich wie andere Vollzeit-Angestellte bezahlt würden, inklusive Krankenversicherung, möglicher Elternzeit und Altersvorsorge. Diese Forderungen wurden offenbar in dieser Form bereits in früheren Reports aufgestellt, ohne dass sich an den bestehenden Problemen seitdem grundlegend etwas geändert hätte.

Dass sich das internationale “Postdoc-Problem” schnell auflösen wird, scheint demnach wenig wahrscheinlich zu sein. Zumindest für die deutschen Nachwuchsforscher wäre es allerdings bereits ein großer Fortschritt, wenn die numerische Diskrepanz zwischen befristeten und unbefristeten Stellen in Deutschland reduziert würde und entsprechend der Traum, nach den internationalen Wanderjahren als Wissenschaftler wieder in die Heimat zurückkehren zu können, etwas weniger illusorisch erschiene. Mit der Reform des Wissenschaftszeitvertragsgesetz hat die Bundesregierung nun die Gelegenheit, ihren Beitrag hierfür zu leisten und damit nicht nur die Lebensqualität der Nachwuchsforscher, sondern wohl gleichzeitig auch die Qualität deutscher Forschung zu verbessern.

 


 

Ergänzende Links (englisch):

Science Training and Mental Health (Artikel)

Depressed Academics (Blog)

Academia and Mentall Illness (Linksammlung)

 


13 Lesermeinungen

  1. Zwei Anmerkungen...
    …möchte ich gerne ergänzen:
    1) Die Situation wirkt nicht nur auf die Psyche, sie wirkt auch auf die Moral. In einer idealen Welt sollten WissenschaftlerInnen kooperieren und in Zeiten von open data auch fair mit Daten umgehen, die sie oft nicht mehr selbst erhoben haben. Die derzeitige Situation trägt uns weit von dieser idealen Welt weg. Der heutige Postdoc imag an der Oberfläche extrem freundlich, glatt und kooperativ sein. Dahinter verbirgt sich aber allzuoft ein extrem konkurrenzorientiertes, egoistisches, hinterlistiges Monster. Dieses hässliche Gesicht sehen wir selten, natürlich nie beim Blick in den Spiegel, der ja sowieso immer weniger stattfindet, ist man doch ständig abgelenkt vom Blick in den Abgrund und vom Glanze derer, die es geschafft haben. Dass viele von ihnen nicht nur psychische sondern auch moralische Wracks sind, hat das System selektiert. Es zu verändern tut Not, aber wir haben schon viele BildungsministerInnen kommen und gehen sehen, ohne dass je ernsthaft etwas geschah. Mein Optimismus hält also auch heute in Grenzen, denn niemand fragt ja bei einem Nature-Paper nach seiner Entstehung. Der Erfolg rechtfertigt auch hier die Mittel.

    2) Das Problem wird sich in den kommenden Jahren verschärfen, weil die EU ein neues Instrument geschaffen hat, das im Ansatz vielversprechend ist, durch zögerliche Umsetzung aber – wie vieles in Europa – gerade Gefahr läuft, an die Wand gefahren zu werden. Es handelt sich um die sogenannten Forschungsinfrastrukturen, also langfristige Einrichtungen, die die Spitzenstellung der europäischen Forschung nachhaltig sichern sollen. Ein strategisches Forum der nationalen Ministerien (ESFRI) entwickelt seit gut 10 Jahren die technischen und administrativen Instrumente und setzt anhand wissenschaftlicher und gesellschaftlicher Kriterien bestimmte Wissenschaftsbereiche auf eine „Roadmap“. ESFRI Roadmap Projekte werden dann von den nationalen Regierungen und der Europäischen Kommission gemeinsam zu Europäischen Forschungsinfrastrukturen entwickelt. Der Hauptgedanke dabei ist, dass Europa seine Kräfte bündeln muss um global konkurrenzfähig zu sein.
    In diesem Prozess entstehen gerade zwei neue Typen von Wissenschafts-Karrieren, die eine Reflexion der Anstellungskriterien nötig machen: nennen wir sie (a) den Daten-Wissenschaftler und (b) den Infrastruktur-Wissenschaftler*. Ihre Arbeit und ihre Karriere-Aussichten unterscheiden sich grundsätzlich. Um sie zu erfassen muss man wissen, dass viele Infrastrukturen eine sehr offene Datenpolitik haben – die Daten werden sehr schnell und ohne weitere Restriktionen einer breiten Nutzergemeinschaft zur Verfügung gestellt. Infrastrukturen sollen ja helfen, die großen Herausforderungen unserer Zeit zu lösen. Der Daten-Wissenschaftler hat also breiten Zugang zu Daten, die er nicht – wie in der klassischen Situation – selbst erhoben hat, sondern die ihm auf dem Silbertablett serviert werden. Er entwickelt spezielle mathematische, statistische und informations-technische Fähigkeiten, die es ihm ermöglichen Wissen aus grossen Datenmengen zu generieren, ganz neue Schlüsse zu ziehen, komplexe Systeme zu entwickeln, in denen Datenströme und mathematische Modelle entwickelt werden. Eine faszinierende neue Wissenschaft, in der sich gerade die klügsten Köpfe tummeln und die aufgrund eines hohen Ausstoßes von Publikationen enorme Karrierechancen eröffnet.
    Betrachtet man die moderne Arbeitsteilung in der Wissenschaft als Ökosystem, dann ist der Daten-Wissenschaftler die höchste trophische Stufe.
    Der Infrastruktur-Wissenschaftler ist der Primärproduzent. Seine Welt sind Datenqualität und technische Innovation – durchaus faszinierend, extrem wichtig, aber nach den aktuellen Karriere-Kriterien brotlos. Ich würde meinen Kindern zur Zeit nicht raten, diesen Karriere-Weg einzuschlagen, denn die Wissenschafts-Politik sorgt sich nicht um die Primärproduzenten – sie pampert die Top-Predatoren. Nach meiner Ansicht ein schwerer Fehler, der die Forschungsinfrastrukturen in ihrer Funktionsfähigkeit gefährdet – übrigens europaweit.
    Zu schaffen wäre eine Karrieremöglichkeit, die Sicherheit bietet für die Bereitschaft eine wichtige Funktion zu erfüllen ohne allerhöchste Karriereaussichten dabei zu erlangen. Das kann durchaus attraktiv sein, weil ja z.B. Familienplanung ermöglicht wird und nicht jeder in den harten Konkurrenzkampf um Excellenz einsteigen möchte (siehe Anmerkung 1). Und wer weiss: vielleicht erblüht manche geniale wissenschaftliche Blume ja auch in sicheren Biotopen.
    Eine letzte Anmerkung: die ausseruniversitären Forschungseinrichtungen haben mehr, wenn auch immer noch zu wenige Möglichkeiten solche Karriereoptionen zu ermöglichen. Die Universitäten drohen bei den Forschungsinfrastrukturen abgehängt zu werden. Wenn den Ländern ihre Universitäten wichtig sind, sollten sie erkennen, dass Handlungsbedarf besteht.

    *Ich beschreibe beide mal mit männlichen Attributen, dies geschieht aus Bequemlichkeit, weisst aber durchaus auch darauf hin, dass Männer in dem unter (1) beschriebenen System offenbar häufig besser funktionieren…

  2. Pingback: Augenspiegel 4-15: Dance your RIS, Blogparade und überirdisches Gemüse - Augenspiegel

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