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Silvesterrätsel 2014 – Lösung und Gewinner

| 17 Lesermeinungen

Endstation Erkner
Wenn es um das Thema Internet geht, dann fällt ein Buzzword schnell, nämlich das der Schwarmintelligenz. Dass diese sich unter Umständen in nachgerade schwindelerregende IQ-Höhen hochschrauben kann, bewies unser Silvesterrätsel: Hier gelang es nämlich den Mitspielerinnen und Mitspielern, nicht nur die vom Rätselmacher selbst ermittelte Lösungszahl durch geschickte Interpretation des Berliner Nahverkehrslinienplans zu unterbieten – und damit die im Rätsel eingebaute Primzahlprüfung zu unterwandern – nein, auch die kreative Anwendung der eigentlich nicht für die Rätsellösung angedachten Regionalbahnlinien und des TXL-Bus förderte ungeahnte Lösungsmöglichkeiten zutage. Daraus resultierte einige Verwirrung, aber auch gleichzeitig eine umso angeregtere Diskussion in unserem Blog – und der erfreuliche Effekt, dass bei diesem Rätsel nicht nur die Leserinnen und Leser, sondern auch der Rätselmacher selbst etwas lernen konnte. Aus diesem Grund haben wir uns dazu entschieden, bei diesem Rätsel ausnahmsweise mehrere Lösungszahlen zuzulassen – doch dazu später. Zunächst einmal die Lösungen zu den einzelnen Fragen.

Nachfolgend in der Reihenfolge der Fragestellung die korrekten U- und S-Bahn-Stationen:

Startpunkt: Zoologischer Garten
Frage 1: Turmstraße
Frage 2: Messe Nord / ICC (der gesuchte Film war „The International“)
Frage 3: Zitadelle (Fledermauskeller)
Frage 4: Otisstr. (hier wurde zuweilen auch die Lösung Siemensdamm eingereicht, wir suchten aber im Sinner der Barrierefreiheit nicht den Hersteller von Fahrtreppen, sondern von Fahrstühlen).
Frage 5: Dahlem Dorf (das entsprechende Restaurant ist das Paris-Moskau in der Straße Alt-Moabit, die gesuchte Bauweise war Fachwerk)
Frage 6: Thielplatz
Frage 7: Botanischer Garten
Frage 8: Bayrischer Platz
Frage 9: Ullsteinstr.
Frage 10: Paracelsusbad
Frage 11: Voltastr.
Frage 12: Vinetastr.
Frage 13: Röntgental
Frage 14: Gesundbrunnen (der in der Frage genannte Turm war mit „DDR“ beschriftet)
Frage 15: Erkner.

Dies führte zu folgenden Stationszahlen:
Zoologischer Garten – Turmstraße: 2 Stationen (U9)

Turmstraße – Messe Nord: 6 Stationen (U9 bis Westhafen, dann S42). Bei Berücksichtigung von RB und RE: 5 Stationen (U9 bis Zoologischer Garten, RB/RE bis Charlottenburg, S7 bis Westkreuz, dann S41). Messe Nord – Zitadelle: 9 Stationen (S41 bis Jungfernheide, dann U7)

Zitadelle – Otisstr.: 17 Stationen (U7 bis Jungfernheide, S41 bis Wedding, dann U6). Abweichend bei Berücksichtigung von Regionalbahnen: 16 Stationen (U7 bis Jungfernheide, RB/RE bis Gesundbrunnen, S42 bis Wedding, dann U6). Bei zusätzlicher Berücksichtigung von TXL: 10 Stationen (U7 bis Jakob-Kaiser-Platz, über <TXL> nach Kurt-Schumacher-Platz, dann U6)

Otisstr. – Dahlem Dorf: 20 Stationen (U6 bis Wedding, S42 bis Heidelberger Platz, dann U3). Abweichend bei Berücksichtigung von RB/RE: 19 Stationen (U6 bis Wedding, S41 bis Gesundbrunnen, RB/RE bis Südkreuz, S41 bis Heidelberger Platz, dann U3). Bei zusätzlicher Berücksichtigung von TXL: 15 Stationen (U6 bis Kurt-Schumacher-Platz, über <TXL> nach Jakob-Kaiser-Platz, U7 bis Jungfernheide, S42 bis Heidelberger Platz, dann U3)

Dahlem Dorf – Thielplatz: 1 Station (U3)

Thielplatz – Botanischer Garten: 11 Stationen (U3 bis Heidelberger Platz, S42 bis Bundesplatz, U9 bis Rathaus Steglitz, dann S1)

Botanischer Garten – Bayrischer Platz: 7 Stationen (S1 bis Schöneberg, S41 bis Innsbrucker Platz, dann U4)

Bayrischer Platz – Ullsteinstr.: 8 Stationen (U4 bis Innsbrucker Platz, S42 bis Tempelhof, dann U6)

Ullsteinstr. – Paracelsusbad: 18 Stationen (U6 bis Tempelhof, S41 bis Südkreuz, S2 bis Gesundbrunnen, dann U8). Abweichend bei Berücksichtigung von RB/RE: 12 Stationen (U6 bis Tempelhof, S41 bis Südkreuz, RB/RE bis Gesundbrunnen, dann U8)

Paracelsusbad – Voltastr.: 6 (U8)

Voltastr. – Vinetastr.: 3 Stationen (U8 bis Gesundbrunnen, S41 bis Schönhauser Allee, dann U2)

Vinetastr. – Röntgental: 6 Stationen (U2 bis Pankow, dann S2)

Röntgental – Gesundbrunnen: 7 Stationen (S2). Abweichend bei Berücksichtigung von RB/RE: 4 Stationen (S2 bis Bernau, RB/RE bis Gesundbrunnen)

Gesundbrunnen – Erkner: 17 Stationen (S41 bis Ostkreuz, dann S3). Abweichend bei Berücksichtigung von Regionalbahnen: 5 Stationen (RE bis Hauptbahnhof, RE bis Erkner)

Wir haben vier Lösungen zur Verlosung der ausgelobten Preise zugelassen: 138 (Nur S- und U-Bahn), 141 (nächstliegende mit bestandener Primzahlprobe), 114 (Verwendung von RB/RE), 104 (zusätzliche Verwendung von TXL). Außerdem wurden im Einzelfall Lösungen zugelassen, die ausführlich dokumentiert / kommentiert wurden und auf einer vollständig korrekten Ermittlungen aller Einzellösungen basierten. Insgesamt wurden 1366 Lösungen eingereicht, davon waren 672 richtig. Die hohe Zahl der nicht richtigen Lösungen resultierte nach Durchsicht der Einsendungen hauptsächlich daraus, dass viele Spieler beim Zug von Station zu Station streng in Himmelsrichtungen dachten – manchmal hätten Umwege in die Gegenrichtung im Sinne einer geringeren Schrittzahl das bessere Ergebnis gebracht.

Folgende Gewinner wurden per Los ermittelt:

Der erste Preis, die NOMOS Glashütte Uhr, geht an Margit Grauel aus Wächtersbach.

Der zweite Preis, der Teufel Cinebar 52 THX, geht an Stephanie Büttner aus Berlin.

Der dritte Preis, die Rundreise durch Schweden, geht an A. Grgic aus Zweibrücken.

Der vierte Preis, der Gutschein für das Romantikhotel in Saanenmöser, geht an Malte Linn aus Aachen.

Der fünfte Preis, der Gutschein für das Hotel Zumnorde in Erfurt, geht an Jan Busse aus Langen.

Der sechste Preis, der Gutschein für das Strandhotel Glücksburg, geht an Julian Thomas aus München.

Der siebte Preis, der 200-Euro-Einkaufsgutschein für Manufactum, geht an Silvia Zeidler aus Brandscheid.

Die restlichen Preise, je ein 200-Euro-Einkaufsgutschein für eBook.de, gehen an Eva Burger-Weiß aus Überlingen, Rahel Krauskopf aus Kelsterbach, Frank Hill aus Augsburg, Enno Focken aus München und Rita Schröter aus Anrode.

Wir danken allen Mitspielern und Mitspielern für die vielen positiven Rückmeldungen trotz der zahlreichen, teils ungeplanten Erschwernisse und geloben: Beim Osterrätsel werden die Fragen mindestens genau so schwer, die Ermittlung der Lösung hingegen jedoch stringenter und einfacher!


17 Lesermeinungen

  1. Zu viele Filme, zu viele Locations
    Auch die Verfilmung von Bernhard Schlinks „Vorleser“ kam 2009 in die Kinos, laut einem „Welt“-Artikel vom 2.10.2007 hatte der Regisseur geplant, die KZ-Szenen in der Gedenkstätte Sachsenhausen zu drehen, aber keine Drehgenehmigung erhalten. Die Szenen wurden daraufhin im Potsdamer Studio Babelsberg gedreht. Demnach wäre die Station „Babelsberg“ gemäß Fragestellung ebenso richtig, da der Stationsname Teil der Drehlocation ist. Aber das führt natürlich zu einer anderen Anzahl abzufahrender Stationen. Es gibt eben doch nicht nur die eine Wahrheit…

  2. Ungeplante Erschwernisse
    Viel wäre schon geholfen, wenn der Rätselmacher sich präzise ausdrücken könnte. Frage 1: „Finden Sie eine Station, die es nicht nur im Berliner Nahverkehrsnetz gibt, sondern auch auf dem Monopoly-Spielfeld“. Turmstraße jedenfalls gibt es auf dem Monopoly-Spielfeld nicht als „Station“, sondern nur als „Straße“. Da wäre wohl der Begriff „Adresse“ o.ä. angebrachter gewesen. Wer so mit leichter Hand Stationen und Straßen durcheinander bringt, braucht natürlich auch nicht auf entsprechende Hinweise aus der Lesergemeinde zu antworten. Auch eine Form von Stringenz!

  3. Na, ging doch!
    Alles richtig gelöst, aber wegen des Durcheinanders nicht eingeschickt.
    Dabei sein ist alles! Danke für angenehmen Zeitvertreib und dann bis Ostern.

  4. Nette Idee - schlechte Umsetzung
    Super Rätselidee. Hat Spaß gemacht. Vielen Zweideutigkeiten aber extrem demotivierend. Otis-Siemens-Beispiel. Hatte als einzigen „Fehler“ Tempelhof für die Wolfsschanze in dem Film Operation Walküre von 2009. Dadurch Lösung falsch, obwohl 14 Stationen richtig. So etwas ist ohne funktionierende Prüfmethode doppelt ärgerlich. Statt wie ein Oberlehrer mit Spitzfindigkeiten zu antworten, sollten sie das Feedback für kommende Rätsel bitte ernst nehmen. Hier erwarte ich von der FAZ mehr Qualität. Ansonsten tolle Idee.

    • Titel eingeben
      Lieber Herr Mustermann – sofern dies Ihr richtiger Name ist. Der Film „Operation Walküre“ ist im Jahr 2008 erschienen. Das mag oberlehrerhaft klingen, ist aber leider so :-)

  5. Nettes Rätsel, schlechte Umsetzung
    Ein wirklich nettes Rätsel, super Idee. Allerdings waren die zahlreichen Zweideutigkeiten ärgerlich. Otis und Siemens ist ein Beispiel. Tempelhof als Wolfsschanze für 2009 Film Operation Walküre ein weiteres. Bei nicht mehr funktionierender Prüfmethode sind solche Fehler ein echtes Ärgernis und der wahrscheinliche Grund für die hohe Fehlerquote. Bitte künftig mehr auf Qualität achten, sonst toll.

  6. Gute Idee - schlechte Umsetzung
    Liebe FAZ-Redaktion,

    das war eine wirkliche nette Rätselidee. Freue mich schon aufs nächste Jahr.
    Allerdings muss ich einen klaren Kritikpunkt anbringen: die Umsetzung. Mehrere Fragen waren zweideutig zu lösen. Sie haben das Siemens/Otis Beispiel selbst angeführt und ich lag mit Tempelhof für den Film Operation Walküre bei genau einer Frage falsch. Der Film wurde auch 2009 in Deutschland veröffentlicht und der Flughafen als Ersatz für die Wolfsschanze verwendet. Wegen diesem Fehler war auch meine Gesamtlösung falsch.
    Sie behaupten zwar das eine falsche Zählweise der Hauptgrund für die hohe Fehlerquote unter den Einsendungen ist, allerdings fürchte ich, dass es in Wirklichkeit häufig auf die Uneindeutigkeiten zurückzuführen ist. Vor allem wenn die einzige Überprüfungsmöglichkeit der Lösung nicht mehr funktioniert.

    Bitte achten Sie hierauf kommendes Jahr. Ansonsten eine wirklich nette Idee.

    Beste Grüße,

    McCool123

  7. Frage 5 - keine eindeutige Lösung
    Für mich gibt es bei Frage 5 (mindestens) eine weitere korrekte Antwort: Das Restaurant ist das von Sarah Wiener im Hamburger Bahnhof. Es liegt unweit des Hauptbahnhofes und ist im gleichen Stil (Klassizismus) und sogar vom identischen Architekten (F. Neuhaus) entworfen worden wie das Empfangsgebäude des Bahnhof Berlin-Stresow. Die Ähnlichkeit betrifft insbes. den Seitenflügen, in dem das Restaurant betrieben wird.

    • Wenn man die Frage genau (!) liest, dann ist sie eindeutig: Denn gefragt war nach einer Bauweise (Fachwerk) und nicht nach einem Baustil (Klassizismus). Das mag spitzfindig klingen, ist aber so :-)

    • Titel eingeben
      o.k. – das ist zwar in der Tat spitzfindig. Die Argumentation ist allerdings durchaus nachvollziehbar. Danke für die Kommentierung und das Rätsel.

  8. Osterrätselvorschlag
    Was genau ist das „Ei“ des Kolumbus das auf dem Kopf steht?

    Gruß
    W.H.

  9. Bei Frage 2 sitze ich auf der Leitung. Noch immer.
    Den Film „The International“ und das Guggenheim, darauf war ich auch gekommen. Ersatz-Filmkulisse war der „Lok-Zirkus“ inBabelsberg, siehe https://www.pnn.de/potsdam/924748/. Aber wie kommt man vom Namen dieses Bauwerks (Lok-Zirkus) auf die Station „Messe Nord / ICC“? Etwa weil das „I“ in ICC für „International“ steht? Aber das ist doch nicht der Name der Ersatz-Filmkulisse…

  10. alles richtig
    Vielen Dank für das schöne Rätsel und die schnelle ausführliche Lösung!

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