Satiriker Jan Böhmermann nimmt kein Blatt vor den Mund: Pünktlich zur Echo-Verleihung hat er nun die deutsche Musikindustrie scharf kritisiert. Ihm fehlen nicht nur tiefgründige Songtexte, sondern auch authentische Künstler. Besonders mit Max Giesinger hat er Probleme: “Gefühle abklappern, Trost spenden, Tiefe vorgaukeln, Millionen verdienen und dabei immer schön unpolitisch und abwaschbar bleiben.”

Wie „affengeil“ und „deep“ deutsche Popmusik ist, will Böhmermann beweisen und produziert den Song „Menschen Leben Tanzen Welt“. Interpret ist nicht nur Jan Böhmermann, sondern auch „Jim Pandzko“, eine Anspielung auf Tim Bendzko. Geschrieben wurde der Song von fünf Schimpansen aus dem Gelsenkirchener Zoo, die als Texter bei der Gema angemeldet sind.

Böhmermanns Ziel ist die Echo-Verleihung 2018. Er animiert die Zuschauer seinen Song fleißig zu kaufen, damit der Echo an die Affen verliehen werden kann. Der Plan könnte tatsächlich aufgehen, denn inzwischen kletterte der Song in die Top 20 iTunes-Charts und auf Top 1 der Amazon-Downloads. Sieht nach einem tierischen Erfolg für Böhmermann aus.

Bei der diesjährigen Verleihung war er selbst aber gar nicht dabei. Seine Kritik war trotzdem großes Thema, vor allem der Toten-Hosen-Frontmann Campino, schimpfte gegen Böhmermanns Kritik. Während seiner Laudatio schoss er zurück: „Lieber uncool sein als ein cooles Arschloch, das sich nicht konstruktiv einbringen kann“.(dpa) Doch auch darauf hat Böhmi eine Antwort parat:

Ob der Erfolg anhält, wissen wir dann spätestens bei der nächsten Echo-Verleihung.