Sanchos Esel

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Spät essen, laut reden, wenig schlafen, kein Fahrrad haben, die Mülltrennung vergessen, dem berühmtesten Fußballverein der Welt zugucken, bei Rot

Jelenas Rücken bei der Preisverleihung von Oviedo (2)

| 37 Lesermeinungen

Das Schöne an der Preisverleihung von Oviedo ist, dass man nie vorher weiß, was einen beeindruckt und begeistert (wenn denn etwas dabei ist) und was einen eher ernüchtert, gar enttäuscht. In unangenehmer Erinnerung blieb zum Beispiel 2003 der Auftritt von Susan Sontag, die sich gegenüber der Frau, mit der sie den Preis teilte, arrogant und geringschätzig verhielt. In ausgezeichneter Erinnerung blieben die Beine von Steffi Graf.

Das Schöne an der Preisverleihung von Oviedo ist, dass man nie vorher weiß, was einen beeindruckt und begeistert (wenn denn etwas dabei ist) und was einen eher ernüchtert, gar enttäuscht. In unangenehmer Erinnerung blieb zum Beispiel 2003 der Auftritt von Susan Sontag, die sich gegenüber der Frau, mit der sie den Preis teilte, arrogant und geringschätzig verhielt. In ausgezeichneter Erinnerung blieben die Beine von Steffi Graf.

Bild zu: Jelenas Rücken bei der Preisverleihung von Oviedo (2)

Womit wir beim Thema wären, dem überraschenden Anblick des nackten Rückens der russischen Stabhochspringerin Jelena Issinbajewa. Ich sollte vorausschicken, dass ich mich bis dahin weder mit diesem Sport noch mit der Dame – und noch weniger mit ihrem Rücken – eingehend beschäftigt hatte. Als ich nach Asturien flog, wusste ich nur, dass Jelena, wie ich sie jetzt der Einfachheit halber nennen möchte, eine der erfolgreichsten Sportlerinnen der Erde und vielmalige Weltrekordhalterin in ihrer Disziplin ist. Entsprechend hatte ich mich auch nicht gefragt, wie es aussieht, wenn sich ein solcher Mensch in feierlicher Garderobe präsentiert. Ich kannte sie ja kaum im Sportdress. Dass sie als erste und einzige Frau die fünf Meter überwunden hatte, war an mir vorbeigegangen. Noch weniger hatte ich einen Gedanken an die Frage verschwendet, wie weit Jelena in der Wahl ihres Kleides gehen würde. Nun, sie ging sehr weit. Sie hatte ein Kleid an, das man wohl nur fleischfarben nennen kann und das, wie ich später aus Gesprächen heraushörte, einige Betrachter in Zweifel darüber stürzte, was denn an Jelenas Anblick Kleid und was Fleisch gewesen war. Namentlich die Gesäßpartie ließ Ungewissheit darüber entstehen, ob die Sportlerin überhaupt etwas unter ihrem Kleid trug. Ich sage das als Beobachter von einem hinteren, aber mittig gelegenen Platz aus. Meine Vermutung ist, dass Jelenas Kleid diese Zweifel wecken sollte, in Wahrheit aber recht züchtig war, sofern man das noch sagen darf, wenn ein Kleid solche Zweifel weckt. Sie wissen ungefähr, was ich sagen will.

Der Rücken war etwas ganz anderes. Jelenas Rücken lag frei. Und da Jelena groß ist, kann man dasselbe von ihrem Rücken sagen. Außerdem ist dieser Rücken außerordentlich muskulös. Als sie unter Beifall nach vorn an den Tisch des Kronprinzen ging, um ihre Urkunde in Empfang zu nehmen, konnten wir das unglaubliche Muskelspiel auf der Rückseite ihres Torsos auch aus größerer Entfernung erkennen. Es erinnerte an eine junge Tigerin, wenn Sie den Vergleich gestatten. Nicht, dass ich schon viele Tigerinnen bei Preisverleihungen gesehen hätte. Egal. In dieser Sekunde wurde uns klar, dass Jelenas tägliches Leben ganz anders aussieht und jedenfalls nichts mit Fräcken, Zeremonien und alten Herren in Krawatten zu tun hat. Später, bei der Bildersuche im Internet, habe ich dann Fotos entdeckt, auf denen man sie mit diesem schwarzen Schmier an den Händen sieht, von dem ich vermute, dass er das Packen und Festhalten des Stabs erleichtert. Andere Fotos, die sie in Aktion zeigen, enthüllen die ungeheure Muskelkraft dieser Athletin. Aus der Nähe besehen, ist sie durchaus zum Fürchten. Also, mich wunderte gar nichts mehr. So einen Menschen in ein Abendkleid zu packen musste einen gewaltigen Eindruck machen.

Bild zu: Jelenas Rücken bei der Preisverleihung von Oviedo (2)

Die Blicke der Betrachter habe ich übrigens nicht studiert. Ich blickte ja selbst. Ich hatte keine Zeit für etwas anderes. Als Jelena die Preisurkunde in Empfang genommen hatte, ging sie mit gedämpfter Anmut (ihr Schritt hat naturgemäß etwas von Sportplatz und Spandex) nach vorn an die Rampe und warf mit schwungvollen Bewegungen Kusshände ins Publikum. Darauf steigerte sich der schöne Beifall noch einmal beträchtlich. Man könnte sagen, er brandete auf. Und in dieser Sekunde war allen klar, dass Jelenas Kleid, ihr Rücken, die Kusshände in den Zeitungen des nächsten Tages einen privilegierten Platz beanspruchen würden. Ich will aber nicht verschweigen, dass ich später auch Kritik hörte. Und las. Etwa in einem Blog der Gratiszeitung 20 minutos (Sie müssen dort etwas herunterscrollen), der Jelenas Kleid als völlig unmöglich bezeichnete. Ich will mich nicht zum Richter über Garderobenetikette aufschwingen, bin auch kein Experte in diesen Dingen. Ich beschränke mich auf den Hinweis, dass Jelenas Rücken ohne dieses Kleid nicht denselben Eindruck hervorgerufen hätte. Und dass die meisten von uns für diesen Eindruck dankbar waren. 

Da Sie sich daran gewöhnt haben, in diesem Blog die schlechtesten Fotos zu sehen, die man im Netz zu Gesicht bekommt, will ich Sie auch heute nicht enttäuschen. Ich habe im Gedränge Bilder gemacht. Natürlich halten die Leute nicht still, was die Aufgabe kompliziert, denn mein Telefon ist nicht das beste. Außerdem will ich nicht, dass die Gäste merken, dass ich fotografiere. Es ist zum Beispiel sehr leicht, diskret eine Damenfrisur von hinten aufzunehmen. Ich habe ein paar davon in meiner Sammlung. Allerdings schaue ich sie mir nicht so oft an, weil sie wenig vom Reiz des gesellschaftlichen Ereignisses verraten.

Viel schwieriger ist es, an den Prinzen heranzukommen. Lassen Sie mich um des Lokalkolorits willen aus einer älteren Reportage zitieren, die ich über die Preisverleihung des Jahres 2001 schrieb. Damals war der Prinz noch nicht verheiratet und galt als begehrtester Junggeselle Spaniens. Seinen Auftritt bei der Verleihung der Prinz-von-Asturien-Preise erlebte ich so:

„Dass die Veranstaltung einen besonderen Reiz hat, liegt an der Begeisterung, mit der Oviedo dem Kronprinzen und den Preisträgern huldigt. Auch das Madrider Establishment, das einen Tag lang die aufregendsten Kleider, elegantesten Krawatten und duftigsten Parfums und Haaröle nach Asturien gebracht hat, weiß die entspannte Atmosphäre zu würdigen. Rund vierzig Dudelsack- und Folkloregruppen, insgesamt tausend Musiker aus der ganzen Provinz, ziehen durch die Innenstadt. Sie begleiten die berühmten Leute auf dem Weg vom traditionsreichen Hotel de La Reconquista zum Teatro Campoamor, und sie spielen ihnen auf, bevor sie zur Zeremonie ins Theater einziehen.

Bild zu: Jelenas Rücken bei der Preisverleihung von Oviedo (2)

Wenn dann alles vorbei ist, strömen die geladenen Gäste zum Empfang ins Hotel zurück. Man steht im großen Patio, wo es angenehm kühl ist, oder wandelt durch die alten Gänge und Festsäle. Es ist voll, die Häppchen sind unaufregend, aber die Parfüms und Haaröle kommen jetzt richtig zur Geltung. Auch Königin Sofía gibt sich die Ehre. Jeder weiß um ihr Interesse an Kultur und Politik und dass dies für sie kein beliebiger Pflichttermin ist. Beobachtet man sie im Gespräch, versteht man sofort, warum die Spanier sie lieben.

In einem schönen hohen Saal, der einmal die Kapelle war, steht der Kronprinz, größer als alle anderen. Er darf angesprochen werden, deshalb herrscht in seiner Nähe Gedränge. Es ist witzig, wie sich alle verwandeln in seiner Gegenwart. Dass Mädchen und junge Frauen ihn anhimmeln, ist begreiflich. Junge Männer jedoch sind kaum anders – auf rauhere Art. Wenn junge Männer herantreten, um ihm die Hand zu geben, drehen sie sich in der Bewegung fast schon wieder ab, als erkennten sie seine Überlegenheit an (auch sie müssen zu ihm aufschauen), wollten aber nicht auf das kameradschaftliche Zeichen, das in einem Händedruck liegt, verzichten. Dadurch bekommt die Geste etwas von sportlicher Demut.

Eine große junge Frau mit dunklem Haar steht in einiger Entfernung da und verspeist den Prinzen mit den Augen. Sie sieht zauberhaft dabei aus, sie lacht, sie schmachtet, scheint aber keine Eile zu haben, die Kampfzone wirklich zu erreichen. Ohne den Blick vom Prinzen zu wenden, sagt sie etwas zu ihrer Mutter. Jetzt hat sich eine kleine Freche vor den Prinzen geschoben, schüttelt seine Hand und spricht ein paar rasche Sätze zu den luftigen Höhen hinauf, dort, wo die hoheitsvollen Ohren sind. Die wartende Dunkle achtet nicht auf die kleine Freche. Als sie selber an die Reihe kommt (sie hat sich mit wahrnehmbarer Entschlossenheit vorgeschoben, nachdem sie sich mit ihrer Mutter ein letztesmal beraten hat), streckt sie dem Prinzen ihre große, blasse Hand entgegen, lächelt ein Lächeln, das entwaffnend wäre, wenn der Prinz sich Zeit dafür nähme, und geht nach links ab. Warum glaubt man, in dieser Szene ein Argument für die Monarchie zu sehen?“ 

An diese wunderbaren Minuten musste ich in diesem Jahr beim abendlichen Empfang wieder denken, als in meiner Nähe plötzlich Gedränge zu spüren war. Ich schaute in einen angrenzenden Saal und entdeckte den Prinzen, groß wie ein Leuchtturm, im Gespräch. Er und Doña Letizia (welche ich nicht sah) waren offenbar im Begriff, sich zurückzuziehen. Solche Rückzüge gehen nicht ohne Gefechte ab, vergleichbar einem Musketier, der mit dem Rücken zur Treppe fechten muss und sich, letzte Degenstöße austeilend, langsam nach oben arbeitet, um seine Verfolger abzuschütteln und von einem Zimmer im ersten Stock aus auf den Rücken des unten wartenden Pferdes zu springen.

Bild zu: Jelenas Rücken bei der Preisverleihung von Oviedo (2)

Ich beschloss, im Gedränge auszuharren und ein paar diskrete Bilder zu machen. Das Ergebnis sehen Sie hier. Was meine Fotos an Qualität nicht aufweisen, gewinnen sie an innerem und äußerem Drama. Sie sehen die Anspannung in den Zügen der Sicherheitsbeamten. Doch keine Sekunde lang verliert der Prinz die Haltung. Sein Gesicht bleibt aufmerksam, verbindlich und freundlich.

Bild zu: Jelenas Rücken bei der Preisverleihung von Oviedo (2)

Auch Doña Letizia hat sich an diese Kämpfe an seiner Seite gewöhnt. Sie ist benachteiligt, weil sie nicht so groß ist wie er und zu den Menschen keinen natürlichen Abstand halten kann. Insofern wäre die muskulöse Jelena im Vorteil, zumal, wenn sie ihren Stab mitbringen würde. Mit dem Stab ließen sich die Menschen schön auf Abstand halten. Aber Doña Letizia hat keinen Stab. Man sieht es auf diesen Bildern.

Bild zu: Jelenas Rücken bei der Preisverleihung von Oviedo (2)

Und natürlich können wir uns leicht vorstellen, wie erschöpft sie nach dem (irrigerweise so genannten) „Bad in der Menge“ gewesen sein muss. Keine Frage, sie hat den schwierigeren Teil der Aufgabe. Ich bin froh, dass sie aus Asturien stammt und das Ganze als Heimspiel betrachten kann.

Bild zu: Jelenas Rücken bei der Preisverleihung von Oviedo (2)


37 Lesermeinungen

  1. Chus sagt:

    @ pardel, dulcinea und...
    @ pardel, dulcinea und melibea. Danke für die Unterstützung. Ehrlich gesagt, hatte ich zuerst gedacht, Nico58 sei Carlista, aber dann habe ich schon verstanden, dass er doch sowohl Juan Carlos als auch die Tauben(Ratten)züchtervereine unterstützen möchte. Allein der Ethnologie wegen.
    Und Deutschland liegt nicht in der Ferne, Nico58. Beide Länder sind verdammt sehr nah! Ich gehe do noch mal lieber zur Toilette, oder kurz raus, dieses waschküchenmäßige Wetter wirkt mindestens genauso erfrischend bei meiner Therapie… Und ja. Ich werde weiterhin Deutsch lernen. Nichts lieber als das!

  2. Nico58 sagt:

    @Geehrter Pardel,
    Es geht hier...

    @Geehrter Pardel,
    Es geht hier nicht (nur) um Rechtschreibung, denn dann schriebe ich ständig falsch, denn die neue Regel ist mir zuwider. Das aber ist ein anderes Thema. Auch, um dem vorzubeugen, hege ich keine pädagogischen Ansätze oder gar Ziele. Niemand will auch über Textvehler diskutieren. Dennoch bin ich der Meinung, nimmt man an einem Forum der F.A.Z. teil, deren Autoren uns stets mit tollen Beiträgen beglücken, das Kommentieren zulassen und Kommentare auch noch beantworten, schuldet man ihnen – und auch den Lesern – zumindest den Respekt und die Mühe, in halbwegs verständlicher Weise – und dazu gehört eben auch die Rechtschreibung -, zu texten. Sinn und Aussage bleiben sonst im Verborgenen.
    Sicher wollen auch Sie, dass das hohe Niveau dieser FAZ-blogs entgegen anderer erhalten bleibt.
    Was meine Veranschaulichung durch Vergleiche anbelangt: Jedes Land hat eben seine zum Teil historisch gewachsenen Festivitäten und Rituale. Die Spanier bspw. die Guardia Civil, den König und den Stierkampf, den auch ich nicht besonders attraktiv finde, die Deutschen aber nicht gerade als Lehrmeister in Tierquälerei auftreten sollten, wenn sie dorthin reisen oder gar dort residieren, im eigenen Land indes andere fragwürdige Ereignisse und Geschäfte zulassen.
    .
    Leider gibt es überall Menschen, die neigen dazu, sich angegriffen zu fühlen, weil sie zuvor nicht richtig schrieben und lasen, um dann in einem Akt der Verzweifelung – oder besser: mit einem Rundumschlag – andere mit nicht relevanten „Argumenten“ mundtot zu machen trachten.

  3. Dulcinea sagt:

    Werter Don Paul, können Sie...
    Werter Don Paul, können Sie uns denn auch etwas Erbauliches über die Rücken bei der Preisverleihung von Darmstadt berichten?

  4. Madrid sagt:

    Dulcinea, danke der Nachfrage....
    Dulcinea, danke der Nachfrage. Leider muss das ein wenig warten, weil dasselbe Mädchen, das von mir Fotos von Brad Pitt gefordert hat, jetzt drängelt und in die Stadt will. Die Stadt heißt Frankfurt. Und es (das Mädchen) schaut mir gerade über die Schulter.

  5. pardel sagt:

    Nico58: Mal sehen, ob ich es...
    Nico58: Mal sehen, ob ich es richtig verstanden habe. „Gebahren“ war ein Fehler, „Textvehler“ war Ironie, und der letzter Absatz bei Ihrem Beitrag um 08.54 Sarkasmus? Die Guardia Civil ist eine Festivität, der König ein Ritual und die Deutschen keine „Lehrmeister in Tierquälerei“, oder doch, sollten es aber Ihrer Meinung nach wohl eher lieber nicht sein? Meine Verwirrung nimmt zu.

  6. Chus sagt:

    don Paul, Sie sagen mir bitte...
    don Paul, Sie sagen mir bitte Bescheid, wenn Sie denken, wie Nico58, das FAZ Niveau möchte lieber auf Leute wie ich verzichten. Immerhin ginge es ja hier um die Beziehungen jeder Art zwischen Spanien und Deutschland. Nur deswegen habe ich mich getraut, hier herein zu blicken. Ich kann mir kaum vorstellen, dass man hier gerne einen Blog hätte, wo bloß Rethorik Professoren über Spanien und „Don Carlos“ und Stierkämpfe unter sich erzählen. Vielleicht bin ich einfach zu jung (!). Ich schlage erstmal die Türspalte zu.

  7. pardel sagt:

    Chus, bitte, die...
    Chus, bitte, die Toilettenmethode, schnell! Tief einatmen, no ofende quien quiere, tief ausatmen, sino quien puede, lesen Sie die ´58er Beiträge erneut, ich entdecke viel unfreiwillige Komik darin. Ich nehme jedenfalls an, dass sie unfreiwillig ist. Der Kommentator ist wütend, er schreibt wie im Affekt. Das kann man doch nicht persönlich nehmen! Und wie kommen Sie auf die Idee, man könnte vom „divino tesoro, te vas para no volver“, zu viel haben? Jugend vergeht von alleine, es ist eine Frage der Zeit. Unreife setzt Arbeit an sich, und manchmal auch etwas Geduld seitens der Umwelt, voraus.

  8. Dulcinea sagt:

    Chus, meisheng, meisheng!...
    Chus, meisheng, meisheng! Trinken wir ein Weinchen zusammen? Das hebt die Stimmung. Bestimmt! Und nachher schreiben wir beschwipst ein paar lustige Kommentare. So, wie seinerzeit mugabarru? Mit vielen Vehlern? Wollen wir das tun?

  9. Melibea sagt:

    bzgl. "Dennoch bin ich der...
    bzgl. „Dennoch bin ich der Meinung, nimmt man an einem Forum der F.A.Z. teil, deren Autoren uns stets mit tollen Beiträgen beglücken, das Kommentieren zulassen und Kommentare auch noch beantworten, schuldet man ihnen – und auch den Lesern – zumindest den Respekt und die Mühe, in halbwegs verständlicher Weise – und dazu gehört eben auch die Rechtschreibung -, zu texten. […] Sicher wollen auch Sie, dass das hohe Niveau dieser FAZ-blogs […] erhalten bleibt.“
    * In halbwegs verständlicher Weise? Nun, ICH habe Chus‘ Beitrag zu hundert Prozent verstanden. Mein Beitrag war als netter, „demütiger“ Versuch gedacht, das Missverständnis aufzuklären.
    ** Respekt und Mühe? Nun, Nico58, auf mich hinterließ es den Eindruck, dass Sie sich Ihrerseits nicht die Mühe gemacht hatten, aufmerksam zu lesen. Melibea hat nicht ohne Grund ihren Dornröschenschlaf beendet: sie fand, dass Sie, Nico58, es verletzend an Respekt haben fehlen lassen. Zwischenmenschliche Kommunikation ist für mich nicht einfach nur ein steriles Verhältnis von Gesagtem/Geschriebenem und Gemeintem; die Musik wird – meiner Meinung nach – durch den Ton gemacht. Chus teilt uns seit dem 14. Juli regelmäßig ihrer Gedanken mit, sie hat uns sogar zu Beginn auf ihr nicht perfektes Deutsch entschuldigend hingewiesen. Sind nun alle anderen Kommentatoren dieses Blogs, die bisher nicht unter Einsatz ihres digitalen Lebens für das Wohl der deutschen Sprache kämpften, respektlos gegenüber Herrn Ingendaay und dem Abstraktum FAZ? Ich selbst habe in Frankreich und Spanien jeweils ein Jahr gelebt; nicht viel im Vergleich zu anderen Kosmopoliten und Auswanderern hier im Blog, genug jedoch, um zu wissen, dass es nicht ein Mangel an Wille, Bemühen und Respekt ist, wenn man sich in der Fremdsprache nicht immer stilvoll und geschliffen auszudrücken weiß! Ihr Kommentar, Nico58, war für mich gleich eines auf dem Küchenboden zersplitternden Weinglases, das dissonant die entspannte Stimmung am nächtlichen Küchentisch unserer WG zerstörte.
    *** Meine Meinung zur Konvention „Niveau“ erspare ich allen…

  10. mugabarru sagt:

    Schauen sie bitte her, ich...
    Schauen sie bitte her, ich schwenke eine weisse Fahne. Don’t shoot the piano player… ich bin zwar nur der Sohn und kann überhaupt nicht Klavier spielen, doch bitte ich um etwas Ruhe. Ist heute schon Vollmond? Was ist denn passiert?
    Ich habe alle Einträge mehrmals gelesen weil ich einfach nicht verstehen konnte wo das Problem liegt. Den ersten Beitrag con Nico58 habe ich so verstanden als wolle er ausdrücken, dass die Deutschen gefälligst nicht nur „die paja en ojo ajeno“ sehen sollten. Nico58 sie verstehen doch den spanischen Ausdruck, ja? Dann hat er seine Anerkennung für das Protokoll des spanischen Hofes ausgedrückt. Na und? Ist dies ein Schwerverbrechen? Chus, sie waren vielleicht nicht ganz wach als sie ihren ersten Beitrag schrieben. Sie haben ihre Meinung und Nico58 seine. Na und? Weder will er sie überzeugen, noch sollten sie ihn. Ich glaube ich habe ihn verstanden, und ich habe das Gefühl er versuchte souverän gegen alte Vorurteile Spanien gegenüber zu sein. So habe ich es wenigstens aufgefasst. Dann hat sich die Sache eskaliert, nicht zuletzt weil – wie Abfeldmann schon mal in einem anderen Zusammenhang meinte – manche Menschen (nicht nur Spanier lieber Abfeldmann) sich viel zu ernst nehmen. Nico58 hat noch einemal versucht sich zu erklären, und ich habe dies wieder so verstanden. Die Bemerkung über Rechtschreibung und texten mag unglücklich gewesen sein, ist aber kein Drama. Andere, unter denen ich leider auch mich selbst zählen muss, sind auch schon in ein Fettnäpfchen getreten. Und überhaupt: ja, ich begehe Flüchtigkleits- Whisky und Rechtschreibfehler. Ich weiss es. Na und? Es ist für mich kein Problem dies anzuerkennen. Mich nerven die Rechtschreibfehler in spanischen Blogs ebenfalls, und die aufbrausenden und agressiven Töne nocht mehr. Diese unangenehmen Umgfangsfromen wurden hier, mit Recht, auch schön erwähnt (ich glaube es war wieder Abfeldmann).
    Die meisten von uns sind keine profesionellen Schriftsteller,und viele von uns beherrschen die deutsche Sprache nicht in der Vollkommenheit die wir uns vielleicht wünschen würden. Doch bin ich sicher dass Nico58 dies sie in kauf nehmen kann, wenn der Wille zur Verständigung nicht nur gefordert sondern auch gegeben wird. (Pastora-Marcela ist die Einzige die sich einen Korrektoren hält, liebe Grüsse, und lassen sie mal wieder von sich hören). Wir kennen uns nicht persönlich und das erschwert die Kommunkation, darüber wurde hier auch schon geschrieben. Na und? Das Mitschreiben macht, oder sollte Spass machen. Hier soll niemand missioniert werden. Ich geniesse und lerne von allen Teilnehmern, obwohl ich deren Meinung nicht immer teile. Vielleicht wäre dies ein passender Moment um Herrn Ingendaays Beitrag über das Bloggen wieder zu lesen. Ich fand es sehr interssant. Doch bitte keine Barrikaden und keine Treueforderungen. Ich bin Baske, doch mich interessier nur Jelenas Rücken als Barrikade. Bitte verzeihen sie die Länge dieses Beitrags, doch ich wollte eigentlich etwas ganz anderes erzählen…… Darf ich, oder habe ich schon alle mir für nächste Woche zustehenden Zeilen verbraucht?

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