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Berührt, geführt

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Das Schachblog von FAZ.NET

27. Mrz. 2017
von Stefan Löffler
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Hat Wei Yi keine Lobby?

Wei Yi ist siebzehn, der stärkste Junior der Welt und schon in den Top dreißig. Dass er „erst“ 2725 Elopunkte hat, liegt nur daran, dass er gelegentlich Opens spielen muss und sich dabei öfter Gegnern zu erwehren hat, die stärker als ihre Rating und überaus zufrieden mit einem Remis gegen ihn sind.  Einladungen zu Weltklasseturnieren hat der vielleicht künftige Weltmeister nämlich so gut wie keine. Seit Donnerstag läuft eines in der südchinesischen Wirtschaftsmetropole Shenzhen. Doch nicht einmal im eigenen Land ist Wei mit von der Partie. Hat der Junge denn keine Lobby? Magnus Carlsen konnte sich in dem Alter vor Einladungen kaum retten. Dabei hat sich der heutige Weltmeister damals bei seinen ersten Weltklasseturnieren vergleichsweise nicht so gut geschlagen wie Wei.

Hat das Zeug zum Weltmeister aber keine Einladungen: Wei Yi, 17 (Foto: Alina L´Ami für Tata Steel Chess)

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27. Mrz. 2017
von Stefan Löffler
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21. Mrz. 2017
von Stefan Löffler
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Der Schachverein ist tot, es lebe der Schachverein!

2016 sind die Mitgliederzahlen im Deutschen Schachbund erstmals wieder gewachsen. Seit der Wiedervereinigung hatten die Abmeldungen die Neuzugänge jährlich um ein paar Hundert oder sogar mehr als Tausend überstiegen (etwas Auf und Ab in den 1990ern dürfte eher an der Erhebungsweise gelegen haben). Von einer Trendwende lässt sich nun bei einem Zuwachs von 78 Mitgliedern oder 0,09 Prozent kaum sprechen. Zumal sich am grundlegenden Trend nichts geändert hat: In den Altersgruppen unter zwölf und über sechzig Jahren legt das Vereinsschach zu, bei den Zwanzig- bis Vierzigjährigen dünnt es aus. Rückläufig ist auch die Zahl der Vereine. Von einmal 3000 deutschen Schachvereinen hat jeder fünfte das letzte Vierteljahrhundert nicht überlebt. Dass es nicht schlimmer kam, ist zu einem nicht geringen Teil der Deutschen Schachjugend zu verdanken. In Sachen Vereins- und Verbandsentwicklung ist die Jugendorganisation dem Deutschen Schachbund nämlich um einiges voraus.

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21. Mrz. 2017
von Stefan Löffler
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10. Mrz. 2017
von Stefan Löffler
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Schach, Lügen und Video

Der März ist dieses Jahr ein eher ruhiger Monat im Schach, dafür beschäftigen Intrigen die Szene: Im Deutschen Schachbund wurde der Bundestrainer von einem Großmeisterkollegen mit Ehrenamt so lange drangsaliert, dass nun eine Schlammschlacht läuft. Zwei russische Großmeister werden bezichtigt, einer habe dem anderen den entscheidenden Punkt bei der Russischen Meisterschaft geschenkt, worauf dieser nun beim Grandprix in Schardscha seinem Kollegen den Punkt zurückgegeben haben soll. Und eine Großmeisterin, die als Regimeopfer dasteht, weil sie ohne Kopftuch spielt, lässt freizügige Aufnahmen anderer iranischer Spielerinnen verbreiten. Aber der Reihe nach.

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10. Mrz. 2017
von Stefan Löffler
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28. Feb. 2017
von Stefan Löffler
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Carlsen in Karlsruhe – und bei den Simpsons

Sein nächstes Turnier spielt der Weltmeister in Deutschland. Seine Fans haben nicht nur zum Zuschauen Gelegenheit. Sie können im gleichen Saal wie Magnus Carlsen beim größten deutschen Open (Ausschreibung) selbst ans Brett gehen. Es findet über die Ostertage von 13. bis 17. April in der Kongresshalle Karlsruhe statt. Carlsens Gegner in einem Rundenturnier sind neben den Weltklassekollegen Fabiano Caruana (Nummer 3 der Weltrangliste), Maxime Vachier-Lagrave (5) und Lewon Aronjan (9) die (Noch-)Weltmeisterin Hou Yifan, die beiden deutschen Nationalspieler Matthias Blübäum und Georg Meier sowie der nach Aserbaidschan gewechselte frühere deutsche Spitzenspieler Arkadi Naiditsch.

Caruana und Carlsen, hier beim beim Grenke Classic 2015, sind Ostern dabei (Foto: Georgios Souleidis)

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28. Feb. 2017
von Stefan Löffler
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17. Feb. 2017
von Stefan Löffler
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Schach unterm Hidschab

Seit einer Woche stehen die Schachwebsites voller Bilder wie diesem. Die Frauen-Schach-WM findet in Teheran statt. „Erste Hidschab-Schachweltmeisterschaft“ höhnte der englische Großmeister Nigel Short. Wer teilnehmen will, darf nur Gesicht und Hände zeigen. Der größte Teil der Haare muss bedeckt sein. Die Teilnehmerinnen gehen, wie man sieht, durchaus kreativ damit um. Doch welch eine Aufregung gab es im Vorfeld. Nazi Paikidze-Barnes, eine Amerikanerin georgischer Herkunft, führte eine Kampagne gegen die Entscheidung und rief zu ihrem Boykott auf. Ihr Name stand in zahlreichen internationalen Medien. Was man zur Einordnung noch alles wissen musste, fehlte oder ging unter.

So hat es die Georgierin Sopiko Guramischwili gelöst.

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17. Feb. 2017
von Stefan Löffler
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14. Feb. 2017
von Alexander Armbruster
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Anands geheime Computerwaffe

Schnellere, leistungsfähigere Computerprogramme krempeln nahezu alle Lebensbereiche um. Viele Arbeitsplätze und Berufsbilder verändern sich, die Kindererziehung ebenfalls, das Aufwachsen sowieso. Und auch das Schach. Ausprägungen davon gibt es zahlreiche. Wer moderne Partien nachspielt auf Weltspitzenniveau, findet seltener klare „Themen“, wie sie noch in klassischen Lehrbüchern (à la Nimzowitsch beispielsweise) vorkommen; eine Partie dominierende Prinzipien wie das Spiel mit oder gegen einen Isolani, offene Linien oder unterschiedlich wertvolle Leichtfiguren sind selten anzutreffen, wenn überhaupt. Ein wichtiger Grund dafür sind die Computer, ist sozusagen „Big Data“ im Schach – und die Devise: Was geht, das geht. An die Stelle eine persönlichen Einschätzung tritt das klare Rechenergebnis.

Der frühere Weltmeister Viswanathan Anand hat das gerade eindrucksvoll erzählt. Während eines Gesprächs in der indischen Denkfabrik Chennai International Centre (CIC) hat er unter dem Titel „Chess: Evolution from Mind to Machine“ teils ganz persönliche Einblicke in seine Karriere und das Thema gegeben, wie die indische Zeitung „Firstpost“ berichtet.

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14. Feb. 2017
von Alexander Armbruster
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03. Feb. 2017
von Stefan Löffler
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Hou Yifans missratener Handel

Während der Schlussrunde des bestbesetzten und wohl auch bestorganisierten Schach-Opens der Welt, des Tradewise Gibraltar Masters, das gestern zu Ende ging, rückten die Weltklassespieler und der Kampf um den mit 23000 Britischen Pfund (27000 Euro) dotierten ersten Platz zwischenzeitlich in den Hintergrund. Die Weltmeisterin Hou Yifan, derzeit die Nummer 112 der Weltrangliste, kam 25 Minuten zu spät, eröffnete nach kurzem Nachdenken wie ein blutiger Anfänger mit den Zügen 1. g2-g4 und 2. f2-f3 und gab nach fünf Zügen auf. Dabei hätte ihr ein durchaus möglicher Sieg gegen den indischen Großmeister Lalith Babu mindestens 8000 Pfund, ein Remis immerhin noch 2200 Pfund mehr Preisgeld eingebracht. Hou fühlte sich nicht in der Lage, eine Partie zu spielen. Sie sagte, sie sei verärgert und unglücklich darüber gewesen, dass sie in den vorangehenden neun Runden gegen sieben andere Frauen gelost wurde, und sie hoffe, dass die Paarungen in Zukunft fairer durchgeführt werden. Sie sprach das Wort nicht aus, aber damit stand der Vorwurf der Manipulation im Raum.

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03. Feb. 2017
von Stefan Löffler
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31. Jan. 2017
von Stefan Löffler
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Aller Ruhm gebührt Ihm

Wesley Sos Lauf hält an. In Wijk aan Zee hat der 23-jährige gerade sein drittes Weltklasse-Turnier in Folge gewonnen. In der Weltrangliste ist im Moment nur noch Weltmeister Magnus Carlsen vor dem tiefgläubigen, für die Vereinigten Staaten spielenden Filipino.

Auf die Frage, wem er für Unterstützung danken möchte, beginnt er „zuallererst Gott, aller Ruhm gebührt Ihm“. Dann dankt er seiner Stiefmutter und seiner Stiefschwester dafür, ihn drei Wochen lang in die Niederlande begleitet zu haben.

Wesley So mit seiner Stiefmutter und Stiefschwester (Foto: Tata Steel Chess)Wesley So mit seiner Stiefmutter und Managerin Lotis Key und seiner Stiefschwester Abbey (Foto: Tata Steel Chess)

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31. Jan. 2017
von Stefan Löffler
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23. Jan. 2017
von Stefan Löffler
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Der peinlichste Moment

Magnus Carlsen hatte seinem Gegner Anish Giri gerade erlaubt, einen Bauern in eine Dame umzuwandeln, um nun, da waren sich die Kommentatoren sicher, seine siebte Partie beim Tata Steel Masters im holländischen Badeort Wijk aan Zee mit Schach, Schach und Matt abzuschließen. Oder vielmehr, dass Giri nach dem folgenden, ja völlig auf der Hand liegenden Zug aufgeben würde. Doch welch ein Schock:

Statt 56. Tc8+ (und nach Wegzug des Königs 57. Tf7+ Kh6 58. Th8 matt) zog der Weltmeister 56. Lf7+. Nach 56. … Kh8 57. Th5+ Kg7 58. Lxe6+ Kf6 59. Th6+ Ke5 60. Lh3 Dd2+ 61. Lg2 Dxh6 62. Txc6 drückte Carlsen zwar noch fünfzig Züge lang, aber die Stellung war und blieb remis. Nach der Partie stellte sich heraus, dass auch Giri den banalen „Dreizüger“ nicht gesehen hatte. Doch die Demut der Ahnungslosigkeit wich schnell. „Das ist der peinlichste Moment in Carlsens Karriere. Für mich interessiert sich niemand, aber er ist schließlich eine Legende, und er tut mir jetzt richtig leid“, stichelte Giri und wies darauf hin, dass Carlsen ihn zwar oft überspiele, aber dann fast nie auch schlussendlich besiegt habe. Carlsen wäre wohl lieber bis nach dem Turnier ahnungslos geblieben, was er da ausgelassen hat. Aber das ist im Computerzeitalter natürlich völlig undenkbar.

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23. Jan. 2017
von Stefan Löffler
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19. Jan. 2017
von Alexander Armbruster
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Carlsen, der Fußballer

Großmeister am Ball: Loek van Wely am Ball, verfolgt von Magnus Carlsen (Foto: Tata Steel Chess)© Tata SteelGroßmeister am Ball: Loek van Wely (in blau) verfolgt von Magnus Carlsen (Foto: Tata Steel Chess)

Jan-Christian Schröder gehört zu den größten Nachwuchs-Hoffnungen im deutschen Schach. Mit 17 Jahre ist er Großmeister geworden. Mehrfach hat er für die F.A.Z. den jüngsten WM-Kampf zwischen Weltmeister (und erfolgreichem Titelverteidiger) Magnus Carlsen und Sergej Karjakin analysiert. Schon vorab schätzte er eine Eigenschaft Carlsens als sehr wichtig ein: den Siegeswillen. „Ich persönlich habe Carlsens Siegeswillen übrigens auch schon zu spüren bekommen, allerdings nicht beim Schach sondern – beim Fußball! Während des Qatar Masters im Dezember 2015 wurde abends nach den Partien immer Fußball gespielt. Niemand auf dem Platz war es so wichtig zu gewinnen wie Magnus. Und niemand war so sauer über ein Gegentor wie er“, schrieb Schröder für uns.

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19. Jan. 2017
von Alexander Armbruster
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15. Jan. 2017
von Stefan Löffler
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Kunst des Schmeichelns

Marcel Duchamp (1887 – 1968) ist ein Glücksfall für das Schach. Er war eine der Schlüsselfiguren der Kunst des 20. Jahrhunderts und verschrieb sich doch zeitweise völlig dem Spiel. Er gewann ein paar Turniere, trat für das französische Nationalteam an, komponierte Endspielstudien und verfasste eine Schachrubrik. Er war der erfolgreichste aber weder der einzige Schachspieler noch der einzige Künstler seiner Familie. In jungen Jahren, als er noch selbst Leinwände füllte, porträtierte er seine Brüder Gaston (der den Künstlernamen Jacques Villon annahm) und Raymond Duchamp-Villon (ein halber Künstlername als Brücke zwischen den Brüdern) vertieft ins Schachspiel, während sich ihre Frauen langweilen.

Marcel Duchamp: Die Schachpartie, 1910 (Abb.: Fundació Miro)Marcel Duchamp: Die Schachpartie, 1910 (Abb.: Fundació Miró)

Während seines langen Lebens verführte Duchamp immer wieder andere Künstler, sich mit Schach zu befassen, und in der Folge auch die Kunstvermittler. Das zeigt sich nirgends schöner als in der Ausstellung „Fi de Partida“ (Endspiel – Duchamp, Schach und die Avantgarden) in der Fundació Joan Miró in Barcelona.

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15. Jan. 2017
von Stefan Löffler
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11. Jan. 2017
von Alexander Armbruster
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Kopf-an-Kopf-Rennen in der Bundesliga

Nach urlaubs- und winterferienbedingter Blogpause wollen wir uns mit einem Blick auf die Schachbundesliga zurückmelden. Diejenigen, die auf eine spannende Saison gehofft haben, sind bislang zumindest nicht enttäuscht worden. Klar, der Vielfachmeister Baden-Baden hat erwartungsgemäß jedes Aufeinandertreffen gewonnen und liegt mit zwölf Punkten an der Tabellenspitze. Dieses aber nur, weil er der (überraschende) Vorjahresmeister Solingen ein schlechteres „Torverhältnis“ aufweist – Baden-Baden hat 36,5 Brettpunkte auf dem Konto, die Solinger zwei weniger.

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11. Jan. 2017
von Alexander Armbruster
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1858

     

28. Dez. 2016
von Stefan Löffler
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Ein starkes Schachjahr

Ein aufregendes Schachjahr geht in diesen Tagen mit zahlreichen Opens und den Weltmeisterschaften im Schnell- und Blitzschach zu Ende. Aufsteiger des Jahres ist der 23jährige Wesley So.

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Wesley So (Foto: Lennart Ootes)

Er begann das Jahr auf Platz 10 der Weltrangliste und schloss es auf Rang vier ab. Zwischendurch gewann er die Spitzenturniere in St. Louis und London, die Gesamtwertung der Grand Chess Tour und damit 295 000 Dollar sowie mit dem Team der Vereinigten Staaten die Schacholympiade.

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28. Dez. 2016
von Stefan Löffler
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06. Dez. 2016
von Stefan Löffler
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1504 Figuren im Kopf

Spielt Schach ohne aufs Brett zu schauen, aber nicht ohne zu radeln: Timur Gareev (Foto: Lennart Ootes)Er kann Simultanschach ohne aufs Brett zu schauen, aber nicht ohne zu radeln: Timur Gareev (Foto: Lennart Ootes)

19 Stunden Spielzeit. 48 Partien. 1504 Figuren im Kopf und je 1350 eigene und gegnerische Züge. 35 Siege, 7 Remis, 6 Niederlagen. Das ist der neue Weltrekord im Blindsimultanschach, aufgestellt von Timur Gareyev am vergangenen Wochenende in Las Vegas. Respekt!

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06. Dez. 2016
von Stefan Löffler
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01. Dez. 2016
von Alexander Armbruster
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Carlsen hat’s verdient – trotz allem

Magnus Carlsen ist Schach-Weltmeister geblieben. Obwohl er in diesem Wettstreit lange brauchte, um seine Form zu finden (wirklich zeigte sich seine Überlegenheit erst in den Schnellschachpartien zum Schluss), ist er schlicht und einfach der bessere Schachspieler gewesen auch während dieser WM. Dass derzeit kein anderer Mensch auf dem Planten das Spiel auf den 64 Feldern so gut beherrscht wie er, ist ohnehin unbestritten; es drückt sich ganz unabhängig vom WM-Duell in Carlsens hoher Spielstärkenzahl aus. Die Weltrangliste führt er schon lange unangefochten an.

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01. Dez. 2016
von Alexander Armbruster
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