Berührt, geführt

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Das Schachblog von FAZ.NET

16. Apr. 2019
von Stefan Löffler
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Magnus zeigt Format

Der Weltmeister kommt in großer Form zum Grenke Chess Classic, das am Karsamstag in Karlsruhe beginnt. Magnus Carlsen hat gerade im aserbaidschanischen Schamkir ein dem jung verstorbenen Wugar Gaschimow gewidmetes Weltklasseturnier überlegen gewonnen. Zwei Punkte Vorsprung hatte er dort nach den neun Runden. Vor allem überzeugte Carlsens Schach. Wie er seine Gegner in den letzten drei Runden jeweils mit einem positionellen Bauernopfer überspielte, zeugt von ganz großer Klasse und von endlich gefundener Weltmeisterform.

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16. Apr. 2019
von Stefan Löffler
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18. Mrz. 2019
von Stefan Löffler
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Wo ist die Synergie?

Während dieser Blog seit der WM ohne plausible Erklärung stillstand, haben Play Magnus und Chess24 miteinander verhandelt. Nun haben der Marktführer unter den Schach-Apps und die führende Live-Schachseite bekanntgegeben, dass sie fusionieren. Das Gemeinschaftsunternehmen will beide Marken weiterführen. Damit wird der Hamburger Großmeister und Sekundant des Weltmeisters Jan Gustafsson auch zu dessen Geschäftspartner. Von beteiligten norwegischen Investoren wird ihr Gemeinschaftsunternehmen mit 291 Millionen Kronen bewertet, etwa dreißig Millionen Euro. Das wirkt gewagt. MagnusChess und Chess24 bestehen beide schon mehr als fünf Jahre und haben die bisherigen Investionen längst noch nicht eingespielt.

Chess24 veröffentlichte bisher weder Umsätze noch die Zahl seiner Premium-Abonnenten. Play Magnus hat laut der norwegischen Wirtschaftszeitung Dagens Naeringsliv voriges Jahr 6 Millionen Kronen, also etwa 600 000 Euro umgesetzt. Als wichtigstes Asset gelten die fünf Millionen Installationen von PlayMagnus, MagnusTrainer und Magnus Kingdom of Chess. Doch anscheinend sind nur wenige Nutzer bereit, für innerhalb der Apps angebotene Videos zu zahlen oder von einer Demo- auf eine käufliche Version zu wechseln.

Bewertet wurden die fusionierenden Unternehmen im Verhältnis 5:3. Das heißt von den Anteilen des Gemeinschaftsunternehmen gehen 62 Prozent an die bisherigen Eigentümer von MagnusChess. Dabei hält die Familie Carlsen 25 Prozent, während auf norwegische Wagniskapitalgeber wie Anders Brandt und Kjetil Aasen 37 Prozent entfallen. 38 Prozent gehören Jan Gustafsson und seinem Investor Enrique Guzman, einem ehemaligen bolivischen Nationalspieler, der mit der Vermittlung von Neukunden an Pokerwebsites ein Vermögen verdient hat.

Korrektur: Anders als hier zunächst gemeldet, scheidet die aus Kanada stammende Mitgründerin von Play Magnus Kate Murphy nicht aus sondern führt weiterhin die Geschäfte von Play Magnus. Vorstandschef bleibt der erste Investor Anders Brandt.

Gustafsson muss nun zeigen, ob er fürs Generieren von Umsätzen genau so viel Talent besitzt wie als Livemoderator. Anfangs verschliss die in Gibraltar registrierte und in Hamburg tätige Chess24 verschiedene Geschäftsführer, bevor der Gründer und Frontmann selbst das Ruder übernahm und das Personal verschlankte. Zuletzt litt der technische Standard, wie Bewertungen unzufriedener Nutzer der Chess24-App aufzeigen.

Technische Unterstützung aus Oslo käme also wie gerufen. Es ist freilich fraglich, ob die norwegischen Kollegen tatsächlich helfen können, wo es hakt. Es ist auch nicht unbedingt zu erwarten, dass Play Magnus-Nutzer nun zahlreich Premiumabonnenten bei Chess24 werden oder für Lehrvideos auf höherem Spielniveau, wie sie in Hamburg zuhauf produziert, zu zahlen bereit sind.

Ein Synergieeffekt ist aber doch schon auszumachen. Chess24 schmückt sich mit exklusivem Zugang zum Weltmeister. Carlsen gab sein erstes aussagekräftiges Interview nach der WM seinem eigenen Sekundanten. Vorvergangene Woche trat er erstmals zum „Banter Blitz“ an. Diesen Mittwoch und Sonntag abend haben Premiumabonnenten mit etwas Losglück wieder die Chance auf ein Partiechen mit MagzyBogues .

18. Mrz. 2019
von Stefan Löffler
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26. Nov. 2018
von Stefan Löffler
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Der Sound eines sieglosen Matches

Fast plus zwei. So viel Vorteil zeigte der Computer für Carlsen während der zwölften Partie, nachdem sich Caruana in einem weiteren Offenen Sizilianer mit Weiß in eine unglückliche Aufstellung verrannt hatte. Nicht nur einmal sondern zweimal schlug die Bewertung des norwegischen Supercomputers Sesse auf fast zwei Bauerneinheiten zugunsten von Schwarz aus. „Mir egal“, schnauzte Carlsen. Er habe Druck machen wollen, ohne etwas zu riskieren. Auch am Ende noch stand er besser. Und hatte mehr Bedenkzeit. Ein Remis sei heute ein akzeptables Resultat gewesen, verteidigte er sich. Schließlich wird am Mittwoch im Stechen Schnellschach gespielt. Und das kann der Norweger. Da traut er sich noch zu, Caruana zu schlagen. Im klassischen Schach anscheinend nicht mehr. „Rest in peace, classical chess“, höhnte Alexander Grischtschuk, der die Partie auf Chess24 kommentierte: Ruhe in Frieden, klassisches Schach! Wenigstens war es die einzige nicht ausgekämpfte Partie, das einzige Angstremis des Wettkampfes.

Caruana, Pressechef King und Carlsen nach Remis Nummer 12 (Foto: Najda Pantelejewa/WorldChess)

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26. Nov. 2018
von Stefan Löffler
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24. Nov. 2018
von Stefan Löffler
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Abtauschen, Abtauchen

Caruana war ahnungslos. Carlsen erfuhr es, unmittelbar bevor er den durch eine Glasscheibe vom Zuschauerraum verglasten Spielsaal betrat: Auf einmal stand Sergei Karjakin neben ihrem Brett. Der vorige WM-Herausforderer wurde nach Lodnon eingeflogen, um als Promigast den ersten Zug der elften Partie auszuführen. Dabei erlaubte sich der Russe ein Scherzchen. Statt dem e-Bauern, mit dem Carlsen eröffnen wollte, nahm er für die Fotografen den b-Bauern und stellte ihn nach b4. Carlsen und Caruana grinsten. Ihre Partie begann dann aber doch mit dem Königsbauern und zunächst einmal vielversprechend mit Rochaden auf entgegengesetzte Flügel. Elf Züge lang folgten sie einem Abspiel, in dem Karjakin schon einmal spektakulär gewonnen hatte. Doch die Vorfreude des Publikums währte nur kurz.

Hallo Sergei, du auch hier? Hinten Bachar Kouatly, FIDE-Vizepräsident (Foto: Nadja Pantelejewa/WorldChess)

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24. Nov. 2018
von Stefan Löffler
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23. Nov. 2018
von Stefan Löffler
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Einfacher für Schwarz – Robert Hübner zur zehnten Partie

Die zehnte Partie war meines Erachtens bisher die inhaltsreichste des Zweikampfes. Sie wurde von beiden Seiten mit feinem Stellungsgefühl gespielt. Obwohl seine vorige Weißpartie für Caruana zunächst verheißungsvoll verlief, wich er als erster von deren Zugfolge ab, um vorbereiteten Verbesserungen aus dem Wege zu gehen. Das Ergebnis seiner Bemühungen beeindruckt mich aber nicht: Schwarz konnte eine gefährliche Initiative aufbauen, und Weiß wurde in die Verteidigung gedrängt. Die Stellung befand sich wahrscheinlich in dynamischem Gleichgewicht, sie war jedoch für Schwarz einfacher zu spielen. Carlsen hatte einen gefährlichen Königsangriff, und Caruana musste sich sehr präzise verteidigen. In der Kürze der Zeit, die mir zur Analyse zur Verfügung stand, gelang es mir nicht die Feinheiten der Stellung genügend zu begreifen. Ich gebe nur einigen Anregungen zur eigenen Beschäftigung mit der Stellung.

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23. Nov. 2018
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22. Nov. 2018
von Stefan Löffler
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Wer jetzt nicht nervös ist

Auch die zehnte WM-Partie endete remis, aber welch eine Kampfpartie! Beide Spieler nahmen große Risiken auf sich. Zwischenzeitlich gab es viele mögliche Abspiele, in denen Caruana entweder entscheidenden Materialvorteil bekommt oder aber von Carlsen mattgesetzt wird. Die Kommentatoren und das Publikum hatten ihren Spaß mit spektakulären Tricks, auf die freilich weder Caruana noch Carlsen hereinfiel. Auch Zeitnot war im Spiel. Und am Ende wieder mal ein Turmendspiel. Carlsen meinte hinterher, beide hätten jede Menge bessere Züge verpasst. Laut den Computeranalysen ließ aber keiner je einen klaren Vorteil aus.

Entschlossenes Angriffspiel von Carlsen, doch Caruana verteidigte gut (Foto: Nadja Pantelejewa/WorldChess)

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22. Nov. 2018
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21. Nov. 2018
von Stefan Löffler
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Eine falsche Bewegung

Am Ruhetag ist die Schach-WM mit einem blauen Auge davon gekommen. Magnus Carlsen spielte mit Mitgliedern seines Teams und norwegischen Journalisten Käfigfußball fünf gegen fünf. Zwei oder drei Treffer hatte er gelandet, bevor er mit dem Fernsehreporter Emil Gukild zusammenstieß. Zum Glück waren beide nicht in vollem Lauf, als beim Kampf um den Ball ihre Köpfe ineinanderkrachten. Gukild musste genäht werden. Bei Carlsen reichten ein Kühlpack und ein Pflaster. Zur neunten Partie kam er schmerzfrei. Und erstmals holte er mit Weiß einen Vorteil aus der Eröffnung.

Mit Pflaster aber schmerzfrei kam Carlsen zur  9. Partie (Foto: Nadja Pantelejewa/WorldChess)

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21. Nov. 2018
von Stefan Löffler
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20. Nov. 2018
von Stefan Löffler
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Flüchtige Beobachtungen von Robert Hübner

Man hörte Stimmen, die forderten, dass die Spieler „mehr riskieren“ müssten. Es ist jedoch nicht das Ziel der Teilnehmer an der Weltmeisterschaft, die Zuschauer möglichst wirksam zu unterhalten; sie sind damit befasst, das bestmögliche Resultat zu erzielen. Es scheint mir ein seltsamer Widerspruch, dass man einerseits Forderungen an die inhaltliche Gestaltung der Partien stellt – sie sollen „spannend“ sein – andererseits dem Wettkampfelement höchste Bedeutung beimisst. Wenn das Ergebnis das Wichtigste ist, muss man es den Spielern überlassen, wie sie ihr Ziel anzustreben gedenken; sie werden dies am besten wissen. Mit seiner scharfen Gangart in der achten Partie hat Caruana das Publikum sicher erfreut. Als er einen fühlbaren Vorteil hatte, spielte er zu zahm. Die richtige Angriffsfortsetzung war jedoch nicht einfach zu finden.

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20. Nov. 2018
von Stefan Löffler
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19. Nov. 2018
von Stefan Löffler
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Einmal gezögert, dann war Caruanas Vorteil futsch

Das war der Tag, auf den viele gewartet haben. Als Fabiano Caruana seinen dritten Zug spielte, Bauer d2 nach d4, ging ein Raunen durch den Zuschauerraum. Der so genannte offene Sizilianer war auf dem Brett. Offene Schlacht. Ein Remis war nun weniger wahrscheinlich als in den Eröffnungen, die zuvor bei dieser WM zum Einsatz kamen.

Einmal hat Caruana gezögert, da war der Vorteil futsch (Foto: Nadja Pantelejewa/WorldChess)

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19. Nov. 2018
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19. Nov. 2018
von Stefan Löffler
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Magnus freut es nicht

„Wie ich heute gespielt habe, hat mich überhaupt nicht begeistert“, sagte Magnus Carlsen nach dem siebten Remis. Insbesondere wie er darauf reagierte, nachdem Fabiano Caruana im zehnten Zug überraschend seine Dame zurückzog, sei „viel zu weich“ gewesen. „Das Match steht immer noch gleich, und mit Schwarz läuft es ja gut“, sprach er sich Mut zu. Selbstbewusstsein hört sich anders an. Was ist los mit dem Weltmeister? Ist er nicht bereit loszuschlagen, wenn sich eine Chance bietet? Er könne die Frage gerne auch in Analogie zum Fußball beantworten. „Das macht es nicht besser“, meinte Carlsen und drehte den Kopf weg. Nach 40 Zügen war ein weiteres Remis, diesmal durch dreimalige Stellungswiederholung, perfekt.

„Viel zu weich“ fand Carlsen (rechts neben Pressechef Daniel King) sein Spiel in Partie 7. (Foto: Nadja Pantelejewa/WorldChess)

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19. Nov. 2018
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16. Nov. 2018
von Stefan Löffler
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Und plötzlich Matt in 64

Wie gemein. Beide Spieler waren nach dem sechsten Remis in der sechsten Partie überzeugt, dass sie alles herausgeholt hatten. Aus einer anfangs öden Stellung hatte sich noch ein spannender Kampf ergeben. Einmal mehr in diesem Match war Schwarz am Drücker. Carlsen sah keine andere Möglichkeit mehr, als einen Springer herzugeben. Als ihn viele verloren glaubten, fand er eine Festung. Nach sechseinhalb Stunden klatschten die Fans dankbar. Dann zerstörte ein Reporter den Frieden: Kurz vor Schluss habe Sesse, ein an der Uni Tröndheim laufender Supercomputer, angezeigt, dass Caruana bei bestem Spiel von beiden Seiten in 64 Zügen matt setzen konnte. Ein sorgloser Königszug Carlsens hatte es möglich gemacht.

Originell aber stellenweise sorglos spielte Carlen in Partie 6 (Foto: Nadja Pantelejewa(/WorldChess)

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16. Nov. 2018
von Stefan Löffler
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15. Nov. 2018
von Stefan Löffler
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Ich will deinen Bauern nicht – nimm meinen!

Nach zwei ruhigeren Spielen brannte endlich das Brett. Schon im sechsten Zug bot Caruana ein Bauernopfer an, das sehr nach Kaffeehausschach aussah. Doch die Bombe blieb ohne Überraschungseffekt. Alexander Grischtschuk nannte es auf Chess24 naiv von Caruana zu glauben, dass Carlsen von 6. b4 überrascht werden könnte. Tatsächlich kannte Carlsen das Bauernopfer. Er gab den Bauern nicht nur wieder zurück sondern opferte gleich darauf selbst einen. Um die Initiative des Titelverteidigers zu bremsen, gab Caruana später zwei Bauern. Einen bekam er zurück, und nach Herstellen des Gleichgewichts wurde rasch Frieden geschlossen. Würden die Brexit-Verhandlungen so großzügig geführt, wie Carlsen und Caruana ihre fünfte WM-Partie anlegten, gäbe es längst einen Deal. Zum munteren Verlauf trug neben mehreren Wechseln des Materialverhältnisses ein Marsch des schwarzen Königs bis nach d3 und anschließend f5 bei. Falls der Konzeptkünstler Daniel Weil auch diese Partie vertont, sollte es etwas weniger eintönig klingen als die zweite Partie.

Carlsens Lieblingsspieler? Natürlich er selbst – mit 23 (Foto: Nadja Pantelejewa/WorldChess)

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15. Nov. 2018
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13. Nov. 2018
von Stefan Löffler
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Zu viel Einblick

Nach der bisher kürzesten und uninteressantesten Partie der WM, einem weiteren Remis, gab es in der anschließenden Fragerunde statt Fragen auch Wortmeldungen, die von den Spielern mehr Risiko und Aufregung einforderten. „Eine solche Partie bringt das Herz nicht zum Rasen. Heute ist wenig Aufregendes passiert“, gab Magnus Carlsen zurück. Aufregendes passierte allerdings abseits des Bretts. In der Nacht zum Dienstag veröffentlichte der St. Louis Chess Club, dem Fabiano Caruana angehört, ein Video über seine WM-Vorbereitung. Es gewährte mehr Einblick, als dem Herausforderer recht war. In dem dreieinhalbminütigen Film war ein Screenshot von Caruanas Notebook zu sehen, auf dem eine Liste mit Analysen von Eröffnungsvarianten aufscheint. Das Video verschwand nach kurzer Zeit wieder vom Netz – aber nicht, ohne dass die Medien und Team Carlsen davon Notiz nahmen.

Das Video über Caruanas Training zeigt einen Bildschirm mit einer verräterischen Liste von Analysen und Partien.

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13. Nov. 2018
von Stefan Löffler
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12. Nov. 2018
von Stefan Löffler
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Wo bleiben die Daumenschrauben?

Dritte Partie, drittes Remis. Wird der WM-Kampf Magnus Carlsen etwa schon langweilig? Der Titelverteidiger fand die Frage daneben: „Quatsch, fragt mich wieder, wenn wir neun Remis haben.“ Das erste Mal in diesem Match kam Weiß am Montag besser aus der Eröffnung. In diesem Fall Fabiano Caruana. Carlsen stellte sich gedanklich bereits auf eine langwierige Verteidigung ein. Doch mit einem schlappen Läuferzug warf sein Herausforderer allen Vorteil weg. In der Folge tauschte Carlsen die gegnerischen Figuren, die ihm gefährlich werden konnten, nämlich Türme und Damen, ab. Unmerklich erarbeitete er sich das etwas angenehmere Endspiel. Nun erwartete Caruana, dass Carlsen das macht, was er weltmeisterlich kann, nämlich langsam die Daumenschrauben anzuziehen. Doch an diesem Londoner Abend war Carlsen nicht der gefürchtete Foltermeister.

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12. Nov. 2018
von Stefan Löffler
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