Berührt, geführt

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Schach-Olympia überschattet von Karabach-Konflikt

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Armenien bleibt der Schacholympiade fern, die in der kommenden Woche in Baku beginnt. Der Gund: Das Nationalteam des Siegerlandes der Schacholympiaden der Jahre 2006, 2008 und 2012 fürchtet um seine Sicherheit in Aserbaidschans Hauptstadt. Auch die in Armenien aufgewachsene amerikanische Nationalspielerin Tatev Abrahamyan verzichtet auf die Reise.

Seit der Vergabe des wichtigsten Mannschaftswettbewerbs hatte sich der Weltschachbund um eine Annäherung der beiden zur Weltspitze zählenden Kaukasus-Länder bemüht und vor einem Jahr einen Teilerfolg erzielt: Während des Weltcups in Baku traten erstmals seit dem Jahr 1990 armenische Großmeister in Aserbaidschan an. Doch dieses Jahr im April kam es an der Grenze zwischen Aserbaidschan und dem von Armenien besetzten Nagorno-Karabach zu Gefechten, die Dutzende Todesopfer auf beiden Seiten forderten. Seitdem ist das politische Klima vergiftet.

In Mitleidenschaft gerieten übrigens auch der Schweizer Spitzenspieler Yannick Pelletier und der Vorsitzende der Schulschachkommission Kevin O´Connell. Beide gaben auf ihren Visa-Anträgen an, dass sie schon in Nagorno-Karabach waren. Daraufhin stellte sie das aserbaidschanische Außenministerium vor die Wahl, auf die Schacholympiade zu verzichten oder eine vorgefertigte Erklärung voller Vorwürfe gegen Armenien zu unterschreiben. Dass es sich nicht um eine Formalie handelte, sondern dieses Statement zur anschließenden Veröffentlichung in ihrem Namen bestimmt war, wussten Pelletier und O´Connell nicht.

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1 Lesermeinung

  1. Ja
    dann bleibt einfach zuhause?

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