Zur Sicherheit

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Von den Alpen bis zum Hindukusch, von der Kieler Förde bis in den Golf von Aden: Die Kräfte der Bundeswehr sind längst über den halben Globus

Vernetzt (II)

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Die Behauptung, die Vereinigten Staaten bequemten sich in Afghanistan nun endlich, den „deutschen Ansatz“ einer vernetzten Sicherheit zu übernehmen, ist auch während des jüngsten Besuchs Außenminister Steinmeiers in Kabul mehr oder weniger unverbrämt verbreitet worden.

Tatsächlich vernetzen die Amerikaner Militärisches und zivilen Aufbau längst viel konsequenter, als die Bundeswehr es könnte. Jeder amerikanische Kommandeur hat ein wirkungsvolles Instrument dafür in der Hand. Das Zauberwort heißt „Cerp“. Das Akronym steht für einen Fonds für Infrastrukturprojekte, die der Befehlshaber in seinem Verantwortungsbereich vereinbaren und dann sofort ins Werk setzen kann, ohne dass noch Anträge ausgefüllt oder die Entwicklungshilfeministerin zu Hause gefragt werden müssten. „Cerp is our nuclear weapon“, sagte uns ein Offizier ebenso plastisch wie politisch inkorrekt, als wir im vergangenen Jahr die Gelegenheit hatten, das amerikanische PRT in der Ost-Provinz Nangahar zu besuchen. Und auch die zivile Hilfe durch USAID beträgt ein Vielfaches der deutschen Gelder. Kurzum: Wenn ein neuer Ansatz zu suchen ist, dann in der Frage der Verhältnismäßigkeit beim militärischen Kampf, des Vermeidens von unschuldigen Opfern, des kulturell sensiblen Vorgehen. Einerseits. Und beim Verstärken der Truppe andererseits, um freigekämpftes Gebiet zu halten, was eine unabdingbare Voraussetzung für nachhaltigen Aufbau ist. Die  Deutschen können sich durchaus als vorbildlich ansehen. Aber nur beim Einerseits.

Besonders stolz waren die Amerikaner im Regionalkommando Ost auf ein Projekt, dessen Sinn für den Aufbau Afghanistans unmittelbar einleuchtet: Eine Ausbildungsstätte für handwerkliche Grundfertigkeiten wie Maurern, Zimmern, Klemptnern. Ausbilder sind Afghanen, deren Würde durch den – gerne mit Henna gefärbten – Bart beglaubigt wird und denen die „Stifte“ sichtlich Respekt entgegenbringen (höchstens im Theorieunterricht scheint hier und da etwas Lustlosigkeit zu herrschen):

  Bild zu: Vernetzt (II)

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 (Alle Fotos: Stephan Löwenstein)


1 Lesermeinung

  1. hhkfdieter sagt:

    <p>Nicht einmal beim...
    Nicht einmal beim „Einerseits“ ist Deutschland vorbildlich, denn deutsche Truppen in Afghanistan wehren sich höchstens, sie kämpfen aber nicht gegen die Taliban. Deswegen haben sie bisher auch noch nicht unter Beweis stellen müssen, dass sie unschuldige Opfer bei intensiven Kampfhandlungen vermeiden können.
    Es ist gut, dass Sie das Image der ausschließlich brutal und rücksichtslos vorgehenden Amerikaner etwas korrigieren. „Hearts and minds-Campaigns“ wurden von Engländern und Amerikanern schon aktiv geführt, als deutsche Truppen sich nur im Abschreckungs-Kriegsspiel auskannten!

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