Zur Sicherheit

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Von den Alpen bis zum Hindukusch, von der Kieler Förde bis in den Golf von Aden: Die Kräfte der Bundeswehr sind längst über den halben Globus

Dienstagsmitteilung

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Die Unions-Verteidiger und der Bundeswehrverband haben gemeinsam eine schöne Forderung erhoben: Die Sonntagsreden über Familienfreundlichkeit in der...

Die Unions-Verteidiger und der Bundeswehrverband haben gemeinsam eine schöne Forderung erhoben: Die Sonntagsreden über Familienfreundlichkeit in der Bundeswehr müssten aufhören. „Vor dem Hintergrund des demographischen Wandels kann es sich die Bundeswehr langfristig nicht leisten, dass sich hervorragend ausgebildete Frauen und Männer aus dem Soldatenberuf zurückziehen, wenn Familienpflichten zu erfüllen sind.“

Dazu drei Anmerkungen:

Der Soldatenberuf steht nicht nur in Zeiten des demographischen Wandels, sondern auch einer gewandelten Sicherheitspolitik, inklusive möglicher Einsätze. Eine gewisse Familienunfreundlichkeit geht damit unvermeidlich einher. Das spricht natürlich nicht dagegen, sondern erst recht dafür, an der Heimatfront zu tun, was möglich ist. Aber es begrenzt die Möglichkeit, diese Karte bei der Truppenwerbung allzu offensiv auszuspielen.

Teilzeit und Telearbeit ist prima, wo es geht. Transparente Personalplanung, das gilt nicht nur für die Bundeswehr, würde eine große Verbesserung in Sachen Familienfreundlichkeit bedeuten. Pendlerappartements würden ein banales, aber für die Betroffenen wichtiges Problem beseitigen, das vor allem durch Rückbau, Enge oder Unbewohnbarkeit von West-Kasernen verschärft wird: Wer seine Familie oder auch nur die Partnerin (den Partner) woanders wohnen hat, als ihn dann der Dienst für zwei, drei Jahre hinverschlägt, der muss doppelt Miete zahlen. Viele Zeit- und Berufsoldaten, mit denen man sich unterhält, klagen über hohe zusätzliche Belastungen, die da entstehen können; und da gelten nicht nur die Extrembeispiele an den alpinen Standorten von Gebirgsjägern.

Man möchte nur hoffen, dass die Dienstagsmitteilung nicht das Schicksal von Sonntagsreden erleidet. Dazu müsste gehören, dass die Union nicht nur wahlkampftaugliche Einzelforderungen unterstützt, sondern eine Gesamtvorstellung für die Streitkräfte entwickelt, die die Verwirklichung mindestens innerhalb des gegebenen Finanzrahmens erlaubt. Denn auf Zuwächse zu hoffen wäre eitel oder unredlich.


1 Lesermeinung

  1. hhkfdieter sagt:

    Endlich eine erfreuliche...
    Endlich eine erfreuliche Nachricht! Die Skepsis, dass es bei dieser Thematik bei erlassenen Konzepten bleibt, die nicht mit Geld unterlegt werden, ist allerdings nicht leicht von der Hand zu weisen.
    Die Bundeswehr hat leider bisher vornehmlich den einzelnen Soldaten oder die Soldatin neu „verwendet“, ohne die mit dem Soldaten verbundene Familie, also das „System“ des Soldaten hinreichend zu berücksichtigen. Außerdem war die „Wohnungsfürsorge“ selten wirkliche Fürsorge. Und spätestens seit die Bundeswehr eine Armee im Einsatz ist, machen sich solche wenig attraktiven Rahmenbedingungen des Dienstes negativ bemerkbar. Unsere alliierten Partnerstreitkräfte haben hier eine ganz andere Kultur entwickelt.
    Warum baut die Bundeswehr die Wohnungsfürsorge nicht zur Familienfürsorge aus? Warum werden in den Liegenschaften nur sehr vereinzelt (FüAk und UniBw) Kinderbetreuungsmöglichkeiten angeboten, um nur einiges zu nennen.
    Konzepte sind gut, wirksame Unterstützung von Soldatenfamilien im Alltag ist wichtiger und schafft wirkliche Attraktivität.

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