Zur Sicherheit

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Von den Alpen bis zum Hindukusch, von der Kieler Förde bis in den Golf von Aden: Die Kräfte der Bundeswehr sind längst über den halben Globus

Ministermedaille

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Zum zweiten Mal soll am kommenden Freitag, wie in Berlin zu hören ist, die Tapferkeitsmedaille an zwei Soldaten der Bundeswehr verliehen werden. In einem...

Zum zweiten Mal soll am kommenden Freitag, wie in Berlin zu hören ist, die Tapferkeitsmedaille an zwei Soldaten der Bundeswehr verliehen werden. In einem Fall soll das verbunden werden mit einer Weiterbeschäftigung nach dem Einsatzweiterbeschäftigungsgesetz. Das bedeutet, dass ein im Einsatz schwer verwundeter Soldat, der einen Anspruch auf Weiterbeschäftigung in den Streitkräften geltend machen kann, ausgezeichnet wird. Wie aus der jetzt veröffentlichten Mitteilung des Ministeriums hervorgeht, soll ein weiterer Soldat „in Folge seiner schweren Verletzung im Einsatz von Minister zu Guttenberg die Ernennungsurkunde zur Berufung in das Dienstverhältnis eines Berufssoldaten erhalten“. Beides – die Medaille und das Gesetz – gehen auf die Amtszeit des früheren Ministers Franz Josef Jung zurück; die beiden Initiativen kontrastieren mit dem ansonsten verbreiteten Eindruck, diese Amtszeit sei eine glücklose gewesen. Als die Medaille zum ersten Mal verliehen wurde, gab die Bundeskanzlerin den vier ausgezeichneten Soldaten die Ehre. Diesmal, diese Vorhersage sei gewagt, wird eher der neue Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg neben den Auszuzeichnenden im Blickpunkt stehen. Auch löbliche Initiativen müssen sich in einen politischen Kalender fügen, was ihrer Löblichkeit grundsätzlich nicht Abbruch tut.


14 Lesermeinungen

  1. mietsch sagt:

    Da bestimmt auch die...
    Da bestimmt auch die Gleichstellungsbeauftragte, der Gesamtvertrauenspersonenausschuss und vielleicht auch der ein oder andere Rechtsberater (Sinngemäß HF Seibert „Duell Mann gegen Mann“) mitzeichnen mussten, kann schon mal die ein oder andere Woche ins Land gehen. 😉

  2. Es grenzt schon scharf an eine...
    Es grenzt schon scharf an eine Herabwürdigung der beiden ausgezeichneten Soldaten, wenn gesagt wird, ein Einsatz bei der Bergung von Kameraden oder Zivilisten sei an sich keine Tat, die mit einer besonderen Tapferkeitsauszeichnung gewürdigt werden könne.
    Nicht die Art eines Einsatzes kann dafür entscheidend sein, ob ein Soldat für herausragende Tapferkeit ausgezeichnet wird, sondern ausschließlich das *herausragende Maß an Tapferkeit*.
    In den Verleihungskriterien für die amerikanische „Medal of Honor“ wird das prägnant formuliert: „courage above and beyond the call of duty“ – persönliche Tapferkeit weit über jede militärische Pflichterfüllung hinaus.
    Wer sich die „citations“ (Auszeichnungs-Begründungen) der Träger der „Medal of Honor“ (ca. 3600 von 1861 bis heute) auf der Website der US Army einmal näher anschaut, wird übrigens feststellen, daß sehr, sehr viele von ihnen mit der „Medal of Honor“ ausgezeichnet wurden, weil sie unter Einsatz ihres Lebens verwundete Kameraden gerettet haben.

  3. Tanker sagt:

    Ich schließe mich der Meinung...
    Ich schließe mich der Meinung Herrn Rohwers an:
    es ist egal wo und wann man tapfer war…Tapferkeitsauszeichnungen vergangener Epochen als Blaupause zeugen nun mal auch nicht unbedingt von Selbsbewusstsein (mal abgesehen davon, daß so manches RK und EK nicht allein für Tapferkeit verliehen worden sind). Wenn denn die Geschichte herhalten soll: die höchste militärische Auszeichnung der römischen Legion war die „corona civica“: die gab es für…..die Rettung eines römischen Bürgers aus Lebensgefahr (i.d.R. in einer Schlacht).
    Im Übrigen freue ich mich, daß es diese Auszeichnungen gibt und glaube angesichts der Begründungen, daß die Männer sie verdient haben.

  4. BW sagt:

    Auch ich finde, dass...
    Auch ich finde, dass „Tapferkeit“ nicht daran gemessen werden darf, dass sie nur im „Kampf Mann gegen Mann“ o.ä. gezeigt werden muss. Jeder, der von einer warmen Stube in DEU, ohne die Situation der „bloßen Rettung“ zu kennen, den Ausgezeichneten die Auszeichnung nicht mehr gönnen mag und/oder die Auszeichnung“ an sich in Frage stellt, sollte sich mal das verhalten tapferer DEU Bürger bei schweren Verkehrsunfällen oder Katastrophe anschauen. Da wäre manchmal ein wenig mehr Courage in sicher weniger gefährlichen Situationen sehr angebracht. Außerdem kann die Auszeichnung auch bei außergewöhnlicher Tapferkeit im Inland (TrÜbPl, Katastropheneinsatz etc.) durchaus verliehen werden. Es kommt auf die „Tapferkeit“ in der Begründung für die Verleihung an!
    Wir sollten die hier nicht mehr Probleme hineindiskutieren, als schon bei der Bekanntgabe der Stiftung der Auszeichnung aus allen möglichen Quellen breitgetreten wurden, sondern den Ausgezeichneten unseren respekt zollen!

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