Zur Sicherheit

Das Karussell dreht sich

Eine zentrale Entscheidung des Verteidigungsministers zu Guttenberg ist jetzt publiziert worden. Er hat Walter Otremba als Staatssekretär für die Position benannt, die nach der Entlassung von Peter Wichert vakant war. Otremba war Guttenberg schon in dessen kurzer Amtszeit als Wirtschaftsminister 2009 in dieser Position zur Seite gestanden. Nach dem Wechsel von der großen Koalition zur schwarz-gelben Regierung wechselte Otremba – für nur kurze Zeit, wie sich jetzt zeigt – ins Finanzministerium zu Wolfgang Schäuble, vormals Innenminister. 

Otremba wird uns als machtbewusster, erfahrener Beamter beschrieben, der weiß, wie große und verzweigte Häuser zu führen sind. In den neunziger Jahren hatte er bereits im Finanzministerium unter Minister Waigel (CSU, wie Guttenberg) gedient. Guttenberg verweist in seiner Mitteilung auf die wirtschaftliche Kompetenz des promovierten Ökonomen, der „die im Verteidigungsministerium anstehenden Reformen zügig durchzuführen“ helfen solle. „Ich freue mich, einen derart erfahrenen und mir sehr gut bekannten Spitzenbeamten und Mann meines Vertrauens für diesen Posten gewonnen zu haben.“ Wegen fehlenden Vertrauens hatte Guttenberg im Dezember Staatssekretär Wichert (und den Generalinspekteur Schneiderhan) vorgezogen in den Ruhestand versetzt, in den Wichert regulär im April eingetreten wäre.

Wicherts Entlassung hat – mit Verzögerungen wegen der jeweiligen Nachfolgeregelungen – ein interessantes Personalkarussell in Gang gesetzt. Denn nicht nur Guttenberg (CSU), auch Finanzminister Schäuble (CDU) zieht einen vertrauten Spitzenbeamten aus seinem vorherigen Ressort  als Staatssekretär nach, nämlich Hans Bernhard Beus. Dessen dadurch freiwerdender Staatssekretärsposten im Innenministerium besetzt die vormalige Abteilungsleiterin Cornelia Rogall-Grothe. Über mögliche Pull- und Push-Faktoren, Ursache und Wirkung, lassen sich jetzt gewiss trefflich Spekulationen anstellen.

 

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