Zur Sicherheit

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Von den Alpen bis zum Hindukusch, von der Kieler Förde bis in den Golf von Aden: Die Kräfte der Bundeswehr sind längst über den halben Globus

Höhe 431

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Auf diesen Artikel auf der Website des Einsatzführungskommandos, auch wenn er schon zu Wochenbeginn eingestellt worden ist, lohnt sich ein Hinweis. Es...

Auf diesen Artikel auf der Website des Einsatzführungskommandos, auch wenn er schon zu Wochenbeginn eingestellt worden ist, lohnt sich ein Hinweis. Es geht um die inzwischen schon fast berühmte Höhe 431 (benannt etwa in der guten Reportage des dpa-Reporters Can Merey, die ebenfalls auf Bundeswehrseiten eingestellt worden ist) im Distrikt Chardara. Hier lässt sich offensichtlich schon beobachten, wie in die Tat umgesetzt wird, was uns die Spitze des Verteidigungsministeriums als neuen Ansatz mit mehr Präsenz „in der Fläche“ verkündet hat.

Beobachtung 1: Die Stellung wird fleißig ausgebaut und befestigt. Die „Fläche“ soll also zunächst, was ja auch sinnvoll erscheint, dort gewonnen werden, wo die Lage zuletzt am sensibelsten war. Manche politische Verlautbarung hatte ja daran denken lassen, man könnte sich zuerst vielleicht ein stilleres Fleckchen vornehmen.

Beobachtung 2: Die Hinweise auf die Einbindung der örtlichen Bevölkerung in dieses, sagen wir, Infrastrukturprojekt lassen an das Taliban-Aussteigerprogramm denken: Keine „Abwrackprämie“ in bar, wie der CSU-Generalsekretär Dobrindt in reflexhaftem, wenn auch kenntnisfernen Biss gegen den Außenminister hatte verlauten lassen, sondern Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen.

Beobachtung 3: Zwischen den Zeilen scheint  dort, wo von Furcht vor den Taliban die Rede ist, durchaus auch Zweifel und Kritik am bisherigen Vorgehen der Militärs durch. Der „Scheibenwischereffekt“, wonach nach früheren Operationen die Taliban ungerührt wieder nachgerückt sind, ist gewiss nicht vergessen. Umso wichtiger ist nun ein konsequentes Vorgehen. Wieweit sich das mit den neuen politischen Vorgaben aus Berlin  vereinbaren lässt, wird sich erweisen müssen. Wir halten das nach einigen Gesprächen mit einsatzerfahrenen Offizieren aber für möglich – nicht zuletzt angesichts der Verstärkung durch die Amerikaner und auch durch zusätzliche Schützenpanzer, die den neuen Außenposten zur Eigensicherung ein solides Stück Feuerkraft geben könnten. Das gilt zumindest für die taktische Ebene. Ob nicht durch die in London manifestierte Abzugsdynamik ein strategischer Scheibenwischereffekt droht, ist die andere Frage.

Eine Bemerkung am Rande: Der berühmt-berüchtigte „Unruhedistrikt“ wird in vielen Schreibweisen wiedergegeben: Chardara, Char Dara, Chahar Dara, Chahar Darreh – wahrscheinlich gibt es noch mehr. Wir haben schon vor einiger Zeit bei einem Sprach- und Islamkundigen um eine Fatwa gebeten. Die lautete: Das kann man so oder so machen. Daher bleiben wir bei der einmal eingeführten Transskription. Übrigens haben wir bei der Gelegenheit gelernt: Chardara heißt etwa „Vier Dörfer“.

Zweite Bemerkung am Rande: Da wir kürzlich etwas unliebenswürdig von den Wirrungen im afghanischen Cricket-Verband auf den Zustand des Staates geschlossen haben, wollen wir Erfolge auf sportlichem Terrain nicht verschweigen:

KABUL (PAN): Afghanistan defeated Sri Lanka 2-0 in the last football match of group A on Tuesday, emerging as the group champions with maximum nine points during the South Asian Games underway at the Bangladeshi capital Dhaka. Bilal Arezou the in form Afghan forward scored both the goals for his team, leading his side to the final of football competitions at the MA Aziz Stadium, Chittagong. Eight member countries of the South Asia Association for Regional Cooperation (SAARC) including Pakistan, India, Afghanistan, Sri Lanka, Bangladesh, Maldives, Nepal and Bhutan are participating in the tournament. Spokesman for the national Olympic Committee Muhammad Arif Paiman praised the outstanding performance of Arezou who guided the side to the final. Afghanistan has been placed in pole A in the football competitions. Other countries in the same pole are Pakistan, India and Sri Lanka. The Afghan squad had already defeated India and Pakistan. The Afghan players participating in different competitions have won five bronze medals so far. Bangladesh lock horns with Maldives in the last match of the group A in the 11th SA Games football to decide the group championship at the Bangabandhu National Stadium at 6:15 pm on Tuesday. Both the teams confirmed their semifinal berths with two consecutive wins earlier. Meanwhile, India thrashed Pakistan with ace forward Jeje Lalphekula slamming a hat-trick hitting the back of the net in 35th, 52nd and 78th minutes. Tirthankar Sarker and Lalrindika Ralte scored apiece. Rizwan of Pakistan put his team ahead in the 3rd minute of the match but India regrouped to prove their mettle. dk/ma


2 Lesermeinungen

  1. Schlaumeier sagt:

    Ich weiß zwar nicht, wie...
    Ich weiß zwar nicht, wie „Islamkundigkeit“ (was immer das sei – weiß der „Christenkundige“ gleichsam über Iren, Rumänen, Deutsche und Ugander Bescheid?) bei der Übersetzung nordafghanischer Ortsnamen helfen können soll, aber in diesem Fall offenbar wenig. „Chahaar“ in der Schriftsprache oder „Chaar“ in der Umgangssprache heißt in der Tat vier. „Darreh“ oder umgangssprachlich „Darrah“ heißt auf Dari aber Tal. Dorf bedeutet „Deh“.
    Zu Ihrer Auseinandersetzung mit Frau Käßmann: Es gibt sogar den Begriff „Einsatzgruppen“ in der Bundeswehr („ebd.-Versorger“ bei der Marine – wo ich mich nicht sehr gut auskenne – und die gleichnamigen Abteilungen im EinsFüKdoBw), wobei man hierbei nicht von einer historisch bewussten Begriffswahl ausgehen sollte…

  2. Noergler sagt:

    "Zu Ihrer Auseinandersetzung...
    „Zu Ihrer Auseinandersetzung mit Frau Käßmann: Es gibt sogar den Begriff „Einsatzgruppen“ in der Bundeswehr („ebd.-Versorger“ bei der Marine – wo ich mich nicht sehr gut auskenne – und die gleichnamigen Abteilungen im EinsFüKdoBw), wobei man hierbei nicht von einer historisch bewussten Begriffswahl ausgehen sollte…“
    Na, wenn das jemand von Rang und Namen liest, wird es nicht mehr lange dauern bis das Ganze entweder abgeschafft oder anglisiert wird. Task Force Support Ship klingt doch toll.

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