Zur Sicherheit

Zur Sicherheit

Von den Alpen bis zum Hindukusch, von der Kieler Förde bis in den Golf von Aden: Die Kräfte der Bundeswehr sind längst über den halben Globus

Meads

| 19 Lesermeinungen

Die Frage des milliardenteuren Luftverteidigungssystems Meads wird voraussichtlich im Sommer zur Entscheidung anstehen. Daher ist jetzt das erwartbare...

Die Frage des milliardenteuren Luftverteidigungssystems Meads wird voraussichtlich im Sommer zur Entscheidung anstehen. Daher ist jetzt das erwartbare Vorgeplänkel zu beobachten. Nachdem sich das Verteidigungsmininsterium kürzlich in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung noch ziemlich bedeckt gehalten hatte, hat jetzt der neue Luftwaffeninspekteur in der Neuen Osnabrücker Zeitung ein beherztes Ja zu dem deutsch-amerikanischen Projekt gesprochen:

Die Kapazitäten dafür sollten mit dem deutsch-amerikanisch-italienischen Flugabwehr-System MEADS Einzug in die Bundeswehr halten. Es werde Deutschland „wesentlich weiter bringen bei der Abwehr ballistischer Flugkörper“.

Die FDP steht da bekanntlich eher auf der Bremse. Mal sehen, wie dieses Tauziehen weitergeht.


19 Lesermeinungen

  1. Prekarianer sagt:

    Bezüglich Ihres Beitrags...
    Bezüglich Ihres Beitrags veehrter Losmers möchte ich folgendes anmerken. Ich bin auf die Idee der Flugzeugträger gekommen, weil die einfach beweglicher sind, als das, um was es in diesem Blogbeitrag geht. Das die natürlich zur Verteidigung eingesetzt werden, versteht sich doch von selbst und außerdem selbstverständlich auch aus folgenden UN Charta Passagen:
    Artikel 53
    (1) Der Sicherheitsrat nimmt gegebenenfalls diese regionalen Abmachungen oder Einrichtungen zur Durchführung von Zwangsmaßnahmen unter seiner Autorität in Anspruch. Ohne Ermächtigung des Sicherheitsrats dürfen Zwangsmaßnahmen auf Grund regionaler Abmachungen oder seitens regionaler Einrichtungen nicht ergriffen werden; ausgenommen sind Maßnahmen gegen einen Feindstaat im Sinne des Absatzes 2, soweit sie in Artikel 107 oder in regionalen, gegen die Wiederaufnahme der Angriffspolitik eines solchen Staates gerichteten Abmachungen vorgesehen sind; die Ausnahme gilt, bis der Organisation auf Ersuchen der beteiligten Regierungen die Aufgabe zugewiesen wird, neue Angriffe eines solchen Staates zu verhüten.
    (2) Der Ausdruck “Feindstaat“ in Absatz 1 bezeichnet jeden Staat, der während des Zweiten Weltkriegs Feind eines Unterzeichners dieser Charta war.
    Artikel 107
    Maßnahmen, welche die hierfür verantwortlichen Regierungen als Folge des Zweiten Weltkriegs in bezug auf einen Staat ergreifen oder genehmigen, der während dieses Krieges Feind eines Unterzeichnerstaats dieser Charta war, werden durch diese Charta weder außer Kraft gesetzt noch untersagt.
    Einen Angriffskrieg kann Deutschland also gar nicht führen. Darüber hinaus lässt, soweit ich informiert bin, das aktuelle Völkerrecht gar keinen Angriffskrieg zu.
    Was das militärhistorische angeht: Im sogenannten Z-Plan des Admiral Raeder waren 4 Flugzeugträger geplant, von denen in der Tat, wie Sie erwähnen, der erste und einzige, der Graf Zeppelin, nicht fertig wurde. Mit dem Versinken der Bismarck, ausgelöst durch einen Torpedotreffer auf die Ruderanlage durch ein Flugzeug des Trägers HMS >Ark Royal< war die Ära der großen Schlachtschiffe vorbei. Die Zukunft gehörte den Flugzeugträgern. Zu den Kosten lässt sich soviel sagen, dass wenn ein Land wie Italien sich Flugzeugträger leisten kann, Großbritannien neue U-Boote baut, (nun gut, bis jetzt nur eins, für die weiteren fehlt das Geld) 31 Jäger 90 (Euro-Fighter) laut Wiki bummelig 15 Milliarden € kosten, dann werden wohl auch zwei Flugzeugträger möglich sein. Und was das technische angeht, so ist das doch eine anzunehmende Herausforderung für deutsche Ingenieure, ganz abgesehen davon, was die Entwicklung und Arbeit an den Trägern womöglich noch für andere Bereiche an Hochtechnologie abwirft.

  2. @ califax: Ein deutscher...
    @ califax: Ein deutscher Beitrag zu einem europäischen – ich wiederhole europäischem – Flugzeugträgerverband sollte sich an den wahrscheinlichsten
    Einsatzszenarien orientieren. Künftig wird bei Einsätzen im Rahmen der Vereinten Nationen eine schwimmende Basis nicht nur für Kampfflugzeuge, sondern auch für Hubschrauber, Drohnen und Marschflugkörper
    eine flexible und nützliche Lösung für unterschiedliche Aufgaben darstellen (von der Überwachung der Grenzen eines Küstenstaates (Libanon) über den Schutz von Seegebieten vor Piraterie bis hin zum Seetransport von Hubschraubern in weit entfernte Einsatzgebiete). Es ist zudem abzusehen, daß die Freiheit der Meere ergänzt werden muß durch den Schutz unserer Ozeane vor Mißbrauch (Verunreinigung, Überfischung, Drogen- und Waffenschmuggel).

  3. LOsmers sagt:

    @Prekarianer
    .
    Das muß Ihnen...

    @Prekarianer
    .
    Das muß Ihnen erst mal jemand nachmachen – auf diesem Forum bei diesem Thema den Dreh zur UN-Feindstaatenklausel hinzubekommen!
    .
    Und dann: „Einen Angriffskrieg k a n n Deutschland also gar nicht führen. Darüber hinaus lässt, soweit ich informiert bin, das aktuelle Völkerrecht gar keinen Angriffskrieg zu.“
    .
    Können und dürfen…
    Und das Verbot eines Angriffskrieges – welche Sanktionen haben die einzige verbliebene Weltmacht und ihre Vasallen zu befürchten, wenn sie dieses Verbot mißachten? Zumindest im Augenblick keine. Warten wir mal ab, wie lange es noch dauern wird, bis sich der Wind dreht und „Nürnberg II“ plötzlich Realität wird.
    .
    Im übrigen gestehe ich, daß ich die Ironie in Ihrem Beitrag erst auf den zweiten Blick erfaßt habe. Im Nachhinein: dafür ein großes Kompliment!

  4. califax sagt:

    @Hagena:

    Gut, aber wie sollte...
    @Hagena:
    Gut, aber wie sollte denn nun so ein Beitrag aussehen? Böse Zungen würden vorschlagen, daß wir die Mülltrennung an Bord organisieren und einen Abgasfilter für die Flak konstruieren.

  5. @califax: Ich will mich nicht...
    @califax: Ich will mich nicht vor einer konkreten Antwort drücken. Aber es hängt doch sehr viel von der künftigen Entwicklung ab. Vielleicht ist – wie im Kaiserreich – die Marine Vorreiter europäischer Streitkräfte, und es gibt gemischte Besatzungen. Vielleicht beschränkt sich die Beteiligung aber zunächst auf finanzielle Beiträge, die dazu führen, daß die deutsche Industrie bei bestimmten Beschaffungsaufträgen berücksichtigt wird. Abwehr von Anti-Schiffs-FK wäre bestimmt eine technisch interessante Komponente. Für ein Hubschrauberkontingent wäre die deutsche Marine sicherlich hervorragend qualifiziert. Ein Beitrag mit Trägerflugzeugen stände sicherlich an letzter Stelle.
    Mir schien der Hinweis wichtig, daß gerade die von der Bundeswehr seit ihrer Aufstellung gepflegte Einbindung in das Bündnis (z.B. NATO Integrated Air Defense) nicht dazu führt, daß angesichts knappster Kassen Waffensysteme wie MEADS priorisiert werden, die in den wahrscheinlichen künftigen Konflikten entweder eine marginale Rolle spielen werden oder – im unwahrscheinlichen Falle eines Nuklearkrieges – eine Katastrophe doch nicht verhindern können.

  6. hajuem sagt:

    @Califax,
    die Beteiligung...

    @Califax,
    die Beteiligung könnte so aussehen: Wir bezahlen das Schiff, die Briten führen es und die Franzosen stellen die Nuklearausstattung. Wegen der Nuklearaustattung verweigern wir dann Personalabstellungen…

  7. califax sagt:

    ...und wegen unserer...
    …und wegen unserer Finanzierung und Beteiligung an der Wartung darf es nicht an Kampfeinsätzen teilnehmen. 🙂

  8. Mal abgesehen davon, dass es...
    Mal abgesehen davon, dass es hier um MEADS geht. Ein Flugzeugträger ist das letzte, nach ABC-Waffen, was Deutschland braucht.
    Selbst die feuchtesten Träume der Marine sehen lediglich Hubschrauberträger vor, die aber nicht so genannt werden können. Mal ehrlich, wozu sollten wir uns mit Marinen messen, die seit Jahrhunderten die Meere beherrschen? Und wer von italienischen Trägern schreibt, sollte auch anerkennen, dass der Pott nur zu Prestigezwecken existiert.
    „Deutschlands Schicksal wird an der Seine entschieden, und nicht an der Themse“
    In diesen Sinne
    pi

  9. Flieger sagt:

    Seit geraumer Zeit verfolge...
    Seit geraumer Zeit verfolge ich hier im Forum die Debatte, um künftige Ausrüstungsprogramme für die Luftwaffe. Als sehr interessant empfinde ich die Kommentare von Herrn Hagena, der wo immer sich die Gelegenheit bietet insbesondere gegen Programme der EADS oder das Unternehmen selbst schreibt (A400M, MEADS etc.). Ein Schelm wer böses dabei denkt…
    Wer sich bei der Debatte um MEADS ein ausgewogenes Bild machen möchte sollte sich die Antwort der Bundesregierung auf die kleine Anfrage der FDP durchlesen: https://dip21.bundestag.de/dip21/btd/16/137/1613752.pdf

Kommentare sind deaktiviert.