Zur Sicherheit

Mission accomplished?

Zu Bin Ladin drei Anmerkungen:

Angesichts der vielen Terrortoten, die Usama bin Ladin letztlich zu verantworten hat, eine befriedigende Nachricht. Ist die Welt durch seine Tötung sicherer geworden? Gewiss nicht unmittelbar. UBL wird keine operative Funktion mehr gehabt haben, und die Terrorismusexperten – der Autor des Blogs ist keiner – haben in den vergangenen Jahren ohehin eine starke „Dezentralisierung“ des Franchise-Unternehmens Al Qaida beobachtet. Seine Funktion als Ikone der islamischen Extremisten dürfte von bin Ladins Tod ungeschmälert bleiben, eher noch durch den „Märtyrertod“ gestärkt werden. Vielleicht wäre es besser gewesen, wäre es gelungen, ihn lebend festzusetzen, ihm in New York den Prozess zu machen und ihn lebenslang ins Gefängnis zu sperren. Ich persönlich hätte das als noch befriedigendere Strafe empfunden. Aber das soll keine Kritik vom warmen Sessel aus sein, die Schwierigkeiten liegen auf der Hand. Abgesehen davon, dass man vom derzeitigen Nachrichtenstand aus nicht einmal sicher sagen kann, ob das nicht doch sogar versucht worden ist.

Ein dickes Fragezeichen gehört hinter die Rolle Pakistans. Haben die Pakistaner wirklich mitgeholfen, UBL zu finden, oder sind sie im Nachhinein durch die Amerikaner – nolens volens – ins Boot gehievt worden? Auf jeden Fall kann er wohl kaum ohne staatliche Unterstützer dort im Kernland Pakistans gelebt haben. Aber das ahnte man ja schon lange. Die Frage lautet also: Ändert sich jetzt etwas im Machtgefüge in Islamabad?

Und was bedeutet der Tod von bin Ladin für Afghanistan? Unmittelbar wohl auch nichts. Aber sollte sich die Haltung Pakistans zu dem Konflikt ändern, so hätte das so oder so fundamentale Bedeutung für das Nachbarland. Und andererseits: Welche Nachricht könnte den Amerikanern wohl eher die Ausgangstür öffnen, nach dem Motto „Mission accomplished“?

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