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Nach jedem Lebensmittelskandal wollen die Verbraucher wissen: Was können wir noch essen? Dabei ist die Frage, wie wir einkaufen, mindestens genauso

Jetzt noch schokoladiger! Real erklärt die Preisunterschiede seiner Eigenmarken

| 30 Lesermeinungen

Bessere Qualität, praktischere Verpackung, kein Zusatz von Stabilisatoren: Erstmal klingt das alles ganz vernünftig, was Real an Vorteilen seiner Eigenmarke "Real Quality" gegenüber der Billigvariante "Tip" aufzählt. Der Zusatznutzen hat aber stets einen stattlichen Preis, selbst wenn's bloß um zwei Prozent mehr Schokolade geht.

Was nehmen Sie alles mit, wenn Sie einkaufen gehen? Die EC-Karte natürlich. Eine Tasche vielleicht? Und den Einkaufszettel. Richtig. Die meisten Menschen sind allerdings so leichtsinnig, etwas ganz Entscheidendes zuhause zu lassen, nämlich: Verständnis. Dabei braucht es das im Supermarkt gleich haufenweise. Gerade hat Edeka an dieser Stelle darauf hingewiesen, dass Kunden „Verständnis“ benötigen, um zu verstehen, dass das Unternehmen die Unterschiede seiner Eigenmarken lieber nicht erklären möchte.

Und jetzt sagt Real-Unternehmenssprecher Markus Jablonski:

„Wir bitten um Verständnis, dass wir zu einzelnen Eigenmarken grundsätzlich keine Erläuterungen machen, die über die bereits sehr ausführlichen Kennzeichnungen auf den Verpackungen hinausgehen.“

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Die Frage, die dieser Antwort vorausging, war dieselbe wie bei Edeka: Was rechtfertigt den Preisunterschied bei Produkten der Mittelmarke (in diesem Fall: „Real Quality“) zu denen der Billigmarke (in diesem Fall: „Tip“). Glücklicherweise ist die Verständnisportion, die Real seinen Kunden abverlangt, kleiner als bei der Konkurrenz. Denn im Gegensatz zu Edeka bemüht sich Sprecher Jablonski dann doch, einige generelle Unterschiede zu erläutern.

Erstens: Qualität

„Grundsätzlich weisen Real-Quality-Produkte eine bessere Produktqualität auf als vergleichbare Tip-Produkte“, heißt es beim Unternehmen. Weniger grundsätzlich geht’s leider nicht. Aber manchen Produkten sieht man die Qualitätsunterschiede glücklicherweise an, zum Beispiel den Lebkuchenherzen (Zartbitter, ungefüllt) in der 150-Gramm-Tüte, die rechtzeitig zu Weihnachten bereits seit Ende des Sommers im Angebot sind. Auf der „Real Quality“-Packung steht gut erkennbar: „jetzt noch schokoladiger“. Die Nährwertangaben auf der Rückseite sind identisch mit denen auf der „Tip“-Tüte, aber der Schokoladigkeitsvorzug steckt im Detail. Statt 23 Prozent Zartbitter-Schokolade („Tip“) verwendet das „Real Quality“-Produkt nämlich 25 Prozent.

„Tip“-Lebkuchenherzen ungefüllt für 0,49 Euro
„Real Quality“-Lebkuchenherzen ungefüllt für 0,79 Euro
Preisunterschied für 2 Prozentpunkte mehr Schokolade: 30 Cent

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Bei den Schoko-Butterkeksen, die es in der Vollmilch-Variante sowohl von „Tip“ als auch von „Real Quality“ gibt, beide in der 125-Gramm-Packung, lohnt es sich ebenfalls, genauer hinzusehen. Die Zutatenangeben sind zwar nahezu identisch, aber die günstigeren Kekse haben bloß langweilige Kaffeetassenmuster in den Schokoüberzug gepresst und nicht, wie die teureren, unterschiedliche Segelschiffe.

„Tip“-Schoko-Butterkekse für 0,69 Euro
„Real Quality“-Schoko-Butterkekse für 0,99 Euro
Preisunterschied für schönere Motive: 30 Cent

Zweitens: Verpackung

Raten Sie erstmal: In welcher Packung Kamillentee ist mehr drin?

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Natürlich: in der kleineren (und günstigeren). Aber das hat rein qualitative Gründe, erklärt Real, denn die 20 Doppelkammerbeutel zu je 1,5 Gramm Kamillentee sind bei „Real Quality“ noch einmal einzeln verpackt: „Dies dient unter anderem dem Aromaschutz, ermöglicht dem Kunden aber auch eine bessere und hygienischere Handhabung des Produktes“, erklärt Real. (Wäre natürlich schön, wenn das auch auf der Verpackung draufstünde.) Der Tee selbst scheint sich bei den Marken hingegen nicht zu unterscheiden, zumindest liefert die Verpackung keine Anhaltspunkte. In beiden Fällen steht dort – ganz ausführlich: „Zutaten: Kamille“.

25 Beutel „Tip“-Kamillentee für 0,45 Euro
20 Beutel „Real Quality“-Kamillentee für 1,29 Euro
Preisunterschied für hygienischere Handhabung 20 Papiertütchen: 84 Cent
bzw. Preisunterschied pro Beutel:  4,65 Cent

Drittens: Zusatzstoffe

Weniger Zusatzstoffe für mehr Geld – das ist doch mal ein klarer Mehrwert. Real erklärt, dass die „Real Quality“-Kondensmilch „nicht nur einen höheren Fettgehalt und eine umweltfreundlichere und wiederverschließbare Verpackung“ habe als die „Tip“-Kondensmilch, „sondern wir verzichten hier auch auf den Einsatz von Stabilisatoren und garantieren eine längere Mindesthaltbarkeit“.

Stimmt: Die „Tip“-Kondensmilch ist nur bis Mai 2012 haltbar, die von „Real Quality“ zwei Monate länger. Und der höhere Fettgehalt beläuft sich auf exakt 0,5 Prozentpunkte (8 statt 7,5).

„Tip“-Kondensmilch 7,5 Prozent Fett (340 g) für 0,44 Euro
„Real Quality“-Kondensmilch 8 Prozent Fett (170 g) für 0,59 Euro
Preisunterschied für Stabilisatorenverzicht und Haltbarkeit: 2,21 Euro pro Liter

Weil in den großen Real-Märkten so viel Platz ist, finden sich darüber hinaus haufenweise Produkte der beiden Eigenmarken, bei denen – außer der Verpackung – auf Anhieb kein Unterschied zu erkennen wäre. Manche Produkte stehen auch direkt nebeneinander, im Tiefkühlregal zum Beispiel das „Schlemmerfilet Bordelaise“, für das beide Male derselbe Fisch verwendet wird, wobei die „Real Quality“-Variante 50 Cent mehr kostet und 20 Gramm weniger beinhaltet.

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Real-Sprecher Markus Jablonski sagt trotzdem: „Wir sind davon überzeugt, dass wir mit unserer Strategie und der breiten Range an Eigenmarken-Produkten, ergänzt durch mehrere zehntausend unterschiedliche Markenartikel, die unterschiedlichen Bedürfnisse und Wünsche unserer Kunden erfüllen. Dies zeigen uns auch regelmäßige Kundenbefragungen.“

Wenn das mit den Kundenbefragungen schon so gut klappt: Ließe sich dann nicht auch mal eine Kundenbeantwortung organisieren?

Zur Auflockerung kommt zum Schluss noch ein Rätsel: Das Stollenkonfekt der Eigenmarke „Tip“ (mit Marzipanfüllung) ist aufs Kilo umgerechnet 4,72 Euro günstiger als das Stollenkonfekt der Eigenmarke „Real Quality“ (mit Bratapfelfüllung). Erkennen Sie den Qualitätsunterschied auf den ersten Blick?

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Fotos: Supermarktblog

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30 Lesermeinungen

  1. Petra sagt:

    Im Gegensatz zu Fall Obst...
    Im Gegensatz zu Fall Obst empfinde ich das Blog nicht als „verbiestert“. Wenn man lange Jahre eine Familie zu versorgen hat, fällt es schon sehr auf, was dem Konsumenten tagtäglich untergejubelt wird.
    Mein schönstes Beispiel – seit etlichen Jahren – ist die Müllermilch / Schokolade. Die schicke Flasche mit 400 ml kostet 69 Cent bei Edeka, Rewe usw. Bei Penny kostet der Becher mit Aludeckel und 500 ml nicht einmal die Hälfte.
    Wenn ich dies in mein Blog schreibe, lesen gerade mal 20 / 30 Leute mit, hier mit der FAZ im Hintergrund kann man wesentlich mehr Leute erreichen und auch ein anderes Publikum.
    PS.: Eine Frage zum Tee – Sind die Strippen der Teebeutel bei beiden Sorten geklammert oder gewickelt??

  2. SeHe sagt:

    Dass in Billigprodukten z. T....
    Dass in Billigprodukten z. T. die selbe Ware enthalten ist, wie in normalpreisigen Produkten, bedeutet noch lange nicht, dass man deshalb die Billigprodukte kaufen sollte.
    Die Qualität der Ware ist nur die eine Seite der Medaille. Die andere Seite zeigt sich bei der Frage: „Muss jemand dafür draufzahlen, dass ein Produkt trotz gleicher Qualität so billig verkauft werden kann?“ Ich denke hierbei an Niedriglohn-Mitarbeiter, erpressbare Zuliefererfirmen, bis hin zu den Produzenten, z. B. die Sklaverei bei den Kakaubauern.
    Solange die Verbraucher nicht bereit sind, einen angemessenen, normalen Preis für ein Produkt zu bezahlen, führt uns die Jagd nach billigen Produkten nicht gerade zu einer Verbesserung unserer Lebensverhältnisse.
    Das erinnert mich übrigens an Ergebnisse der Spieltheorie (Gefangenen-Dilemma): Während der Einzelne danach schaut, dass er einen persönlichen kleinen Vorteil erhält (hier ein paar Cent beim Billigprodukt), führt das Verhalten aller dazu, dass es insgesamt zum schlechtesten Ergebnis führt (hier sowohl für die Wirtschaft und Lebensqualität im eigenen Land, als auch weltweit durch die Globalisierung).

  3. Tina sagt:

    wow, Schokolade, es seht sehr...
    wow, Schokolade, es seht sehr gut aus.

  4. Immerhin positiv, dass sich...
    Immerhin positiv, dass sich Real im Vergleich zu Edeka etwas ausführlicher zu den Unterschieden der Marken äußert.

  5. Wenn der Sack Reis in China...
    Wenn der Sack Reis in China platzt
    .
    @SeHe: Ihre Kritik ist verständlich, wenn auch (leider) nicht ganz zureichend. Der Konsument beherrscht mitnichten das Marktgeschehen, den beherrschen die Marktbeherrscher, ebensolche wie Edeka oder Rewe, um mal nur zwei genannt zu haben. Den Mehrprofit (Maximalprofit) stecken sich diese Unternehmen in die Tasche. So ist längst bekannt, dass zum Beispiel gewisse Sportschuhhersteller in China einmal für den Weltmarkt, einmal für den dortigen heimischen Markt produzieren lassen. Am selben Standort, mit denselben Mitarbeitern (zu denselben Entlohnungen und ganz sicherlich mit denselben Materialien) und in aller Regel auch zu vergleichbaren Qualitäten. Ärgerlich ist nur, dass nicht selten dann jene „Billigprodukte“ dann internationalen Schmuggelmärkten landen. Diese Produkte, soweit als solche enttarnt, werden dann selbstredend vernichtet.
    .
    Was will uns das sagen? Die Löhne in Länder wie China sind so niedrig, dass selbstredend auch die Produkte für den Weltmarkt mit ähnlichen Preisen versehen gehörten, wie die für den dortigen einheimischen Markt. Die Transportkosten sind mittlerweile ja kaum noch die Rede wert. Arbeiten doch auch dort die billigsten Arbeiter, die man auf den Weltmärkten finden kann. Was passiert ökonomisch? Der Weltmarktpreis orientiert sich am Produktivitätsniveau der entwickelten kapitalistischen Länder, die Löhne an den unterentwickelsten. Und genau das schafft den Extraprofit.
    .
    Teile dieses Extraprofits werden nur dann an den (Weltmarkt-)Kunden weitergegeben, wenn mit diesem um weitere Marktanteile gekämpft wird, und/oder in Rabattschlachten. Aber selbst bei solchen Rabattschlachten wird wenigstens der Durchschnittsprofit erzielt.
    Die Hauptzeche für diese Wirtschaftspolitik zahlt selbstredend der Billigarbeiter; er bezahlt sie zum Teil mit seinem Leben. Aber es zahlt sie auch ein Konsument, der regelmäßig über den Tisch gezogen wird.
    .
    Es mag unser Gewissen beruhigen, wenn wir uns für „faire Preise“ zu erwärmen suchen. Doch ändern tut dies (allein) nichts. Der Gedanke der Solidarität sollte nicht in der Spendierhose daherkommen, sondern er sollte sich in politischer Aktivität manifestieren. Einer Aktivität, die über ein (fortschrittliches) Konsumentenbewusstsein hinausreicht.
    .
    Wenn in China die Arbeiter in den Transnationalen Unternehmen streiken für höhere Löhne oder bessere Arbeitsbedingungen, dann sollte uns bewusst sein, dass sie genau das tun, wozu wir hier nicht mehr bereit zu sein scheinen (weil ein Teil des hier vermiedenen Elends durch das Elend dort kompensiert wird, obwohl auch bei uns mittlerweile zu Bedingungen gearbeitet wird, die selbst das Existenzminimum hier nicht mehr sichern). Deren Elend ist unser vermiedenes Elend. Nicht aber das von uns bekämpfte.
    .
    Dennoch müssen wir nicht bereit sein höhere Preise zu zahlen, sondern wir müssen höhere Löhne erkämpfen – hier wie dort. Löhne, die dann aus der Perspektive des Weltmarktes besehen, den Extraprofit dort abschmelzen, wo er geschaffen wird – in den Produktionsstätten dieser Welt.
    .
    Löhne, die den Kapitalismus nicht aufhalten werden, ihm aber Grenzen setzen, Grenzen die notwendig sind, um über ihn hinaus wachsen zu können. Grenzen, die uns bewusst machen helfen, wie wir ihn schließlich abschaffen – dort wie hier.
    Und ehrlich gesagt: unter diesem Aspekt betrachtet, wäre mir der Qualitätsunterschied zwischen gleich welchen Marken so Schnuppe, wie der sprichwörtliche Sack Reis, der da in China platzt, wenn es nicht eben dieser Sack Reis wäre, der mir da so wichtig ist. Nicht nur wenn er in China platzt.

  6. Wenn der Sack Reis in China...
    Wenn der Sack Reis in China platzt
    .
    @SeHe: Ihre Kritik ist verständlich, wenn auch (leider) nicht ganz zureichend. Der Konsument beherrscht mitnichten das Marktgeschehen, den beherrschen die Marktbeherrscher, ebensolche wie Edeka oder Rewe, um mal nur zwei genannt zu haben. Den Mehrprofit (Maximalprofit) stecken sich diese Unternehmen in die Tasche. So ist längst bekannt, dass zum Beispiel gewisse Sportschuhhersteller in China einmal für den Weltmarkt, einmal für den dortigen heimischen Markt produzieren lassen. Am selben Standort, mit denselben Mitarbeitern (zu denselben Entlohnungen und ganz sicherlich mit denselben Materialien) und in aller Regel auch zu vergleichbaren Qualitäten. Ärgerlich ist nur, dass nicht selten dann jene „Billigprodukte“ dann internationalen Schmuggelmärkten landen. Diese Produkte, soweit als solche enttarnt, werden dann selbstredend vernichtet.
    Was will uns das sagen? Die Löhne in Länder wie China sind so niedrig, dass selbstredend auch die Produkte für den Weltmarkt mit ähnlichen Preisen versehen gehörten, wie die für den dortigen einheimischen Markt. Die Transportkosten sind mittlerweile ja kaum noch die Rede wert. Arbeiten doch auch dort die billigsten Arbeiter, die man auf den Weltmärkten finden kann. Was passiert ökonomisch? Der Weltmarktpreis orientiert sich am Produktivitätsniveau der entwickelten kapitalistischen Länder, die Löhne an den unterentwickeltsten. Und genau das schafft den Extraprofit.
    Teile dieses Extraprofits werden nur dann an den (Weltmarkt-)Kunden weitergegeben, wenn mit diesem um weitere Marktanteile gekämpft wird, und/oder in Rabattschlachten. Aber selbst bei solchen Rabattschlachten wird wenigstens der Durchschnittsprofit erzielt.
    Die Hauptzeche für diese Wirtschaftspolitik zahlt selbstredend der Billigarbeiter; er bezahlt sie zum Teil mit seinem Leben. Aber es zahlt sie auch ein Konsument, der regelmäßig über den Tisch gezogen wird.
    Es mag unser Gewissen beruhigen, wenn wir uns für „faire Preise“ zu erwärmen suchen. Doch ändern tut dies (allein) nichts. Der Gedanke der Solidarität sollte nicht in der Spendierhose daherkommen, sondern er sollte sich in politischer Aktivität manifestieren. Einer Aktivität, die über ein (fortschrittliches) Konsumentenbewusstsein hinausreicht.
    Wenn in China die Arbeiter in den Transnationalen Unternehmen streiken für höhere Löhne oder bessere Arbeitsbedingungen, dann sollte uns bewusst sein, dass sie genau das tun, wozu wir hier nicht mehr bereit zu sein scheinen (weil ein Teil des hier vermiedenen Elends durch das Elend dort kompensiert wird, obwohl auch bei uns mittlerweile zu Bedingungen gearbeitet wird, die selbst das Existenzminimum hier nicht mehr sichern). Deren Elend ist unser vermiedenes Elend. Nicht aber das von uns bekämpfte.
    Dennoch müssen wir nicht bereit sein höhere Preise zu zahlen, sondern wir müssen höhere Löhne erkämpfen – hier wie dort. Löhne, die dann aus der Perspektive des Weltmarktes besehen, den Extraprofit dort abschmelzen, wo er geschaffen wird – in den Produktionsstätten dieser Welt.
    Löhne, die den Kapitalismus nicht aufhalten werden, ihm aber Grenzen setzen, Grenzen die notwendig sind, um über ihn hinaus wachsen zu können. Grenzen, die uns bewusst machen helfen, wie wir ihn schließlich abschaffen – dort wie hier.
    Und ehrlich gesagt: unter diesem Aspekt betrachtet, wäre mir der Qualitätsunterschied zwischen gleich welchen Marken so Schnuppe, wie der sprichwörtliche Sack Reis, der da in China platzt, wenn es nicht eben dieser Sack Reis wäre, der mir da so wichtig ist. Nicht nur wenn er in China platzt.

  7. Wolfaisle sagt:

    Liebe/r SeHe,
    wer sagt denn,...

    Liebe/r SeHe,
    wer sagt denn, dass die Verbraucher dazu nicht bereit wären? Fair gehandelte, qualitativ hochwertige oder Bio-Produkte finden durchaus ihre Abnehmer. Wesentlicher Bestandteile dieses Konzeptes sind jedoch Transparenz und Nachvollziehbarkeit der Preisunterschiede, und darauf achten tatsächlich viele Konsumenten, weshalb Tricksereien unter dem Label „Bio“ oft schnell wieder auffliegen.
    Was der Blogautor hier vollkommen zu Recht anprangert, ist eben genau der fehlende Nachweis für die behaupteten Unterschiede. Die können ja durchaus auch nichtmateriell sein, es geht (zumindest mir) nicht allein um 2 % Schokolade. Wenn sich Herr Edeka oder Frau Real hinstellten und sagten: „Wir wollen die Mittelmarken etablieren, weil wir erkannt haben, dass wir unseren lokalen Erzeugern auskömmliche Preise schulden und dass wir unsere Produzenten nicht auf Teufel-komm-raus ausquetschen können…“, dann würde ich ihnen sogar zugestehen, dass sie nebenbei ein kleines bisschen wohl auch an sich selber denken und ihre Marge nicht im ruinösen Preiskampf pulverisiert sehen wollen.

  8. Sigmund sagt:

    Vielleicht kosten der Druck...
    Vielleicht kosten der Druck der schickeren Motive (und deren Design!!) so viel mehr.
    Nebenher: Warum müssen die Billigmarken wie Ja oder Tip denn so -naja- billig aussehen? Will man, das es den Leuten peinlich ist, den Kamillentee in der arbeitlichen Kaffeeküche zu trinken, und so, über Stigmatisierung, sie zum Kauf der teurerern Produkte zu zwingen?

  9. dpw sagt:

    Ich lese die Beiträge gerne....
    Ich lese die Beiträge gerne. Weiß aber konkret nicht, ob man Bratäpfel mit Bratbirnen, bzw. Marzipan vergleichen kann.
    Etwas aufgestoßen ist mir nur der „kritische“ Seitenhieb, a la „Die Christstollen gibt es auch jedes Jahr früher“.

  10. Gaspar sagt:

    @jbethke
    Dafür gibt es sie...

    @jbethke
    Dafür gibt es sie eine Woche vor Weihnachten nicht mehr, weil der Laden nach den Feiertagen keine Reste haben will.
    Ansonsten ist Real Quality wohl die minderwertigste Eigenmarke, die ich kenne. Die Stiftung Warentest hat schon einige Produkte getestet. Richtig gut (also auch sensorisch) waren sie, glaube ich, nie, mangelhaft aber öfter. Der Fruchtaufstrich bekam 3,0 für die Sensorik – die schlechteste für die Fruchtaufstriche vergebene Note. Das Butter Brioche hat gerade ein Mal 5% Butterreinfett, der niedrigste mir bekannte Wert. Eier sind gar nicht drin (in Frankreich mindestens 10% Butter und 10% Eier). TIP-Alternativen gibt es oft nicht mehr. Das macht Real zu einem teuren Laden.

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