Supermarktblog

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Nach jedem Lebensmittelskandal wollen die Verbraucher wissen: Was können wir noch essen? Dabei ist die Frage, wie wir einkaufen, mindestens genauso

"Ab 1. März ist Frische rot": Penny kündigt den Neustart an

| 21 Lesermeinungen

Seit einigen Wochen werden die ersten Läden umgebaut, Schilderaufhängtrupps montieren das neue Logo an die Parkplatzränder – und jetzt traut sich Penny in Berlin endlich auch, seinen Kunden zu erklären, was der ganze Spaß überhaupt soll. Bloß die Ansage auf den Plakaten ist (mal wieder) ein bisschen unglücklich.

Seit einigen Wochen werden die ersten Läden umgebaut, Schilderaufhängtrupps montieren das neue Logo an die Parkplatzränder – und jetzt traut sich Penny in Berlin endlich auch, seinen Kunden mal zu erklären, was der ganze Spaß überhaupt soll.

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Wer im Umkreis einer wiedereröffneten Filiale wohnt, weiß schon länger Bescheid, weil die wöchentlichen Postwurf-Angebote in einen Erklärprospekt eingehüllt sind, der Fotos aus den umgestalteten Märkten zeigt. Für bisherige Penny-Kunden muss das ein Riesenschock sein: Auf den Bildern sieht alles so aufgeräumt aus. Sogar die Regale sind alle gut gefüllt. In den Unterzeilen steht was von „entspanntem Einkaufserlebnis“, „6-Tage-Frische-Garantie“ und täglicher Belieferung mit frischem Obst und Gemüse.

Von der Realität vieler Penny-Märkte war das bisher so weit entfernt wie Darth Vader von einem entspannten Verhältnis zu seinem Sohn.

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Aber es passt zum supermarktigeren Auftritt, den Rewe seinem Discounter verordnet hat. Zumindest in den Regionen, wo nicht gleich mehrere defizitäre Märkte auf einmal geschlossen werden, so wie in Chemnitz (laut „Lebensmittelzeitung“ betrifft das 140 Filialen, von denen aber einige in Rewe-Märkte umgewandelt werden könnten).

Falls die vielen Prospekt-Versprechungen den Leuten, die Penny bisher gemieden haben, nicht reichen: Zum Wiedereröffnungstag der jeweiligen Filiale gibt’s einen 5-Euro-Gutschein. Das sind natürlich bestechende Argumente bei der Neukundengewinnung.

Bevor als nächstes wahrscheinlich Zeppelinflotten mit dem neuen Logo über den Ballungszentren in die Luft gehen und das Brandenburger Tor rot gepinselt wird, hängen erstmal Plakate, die das neue Mischkonzept zwischen Braunfliesendiscounter und klassischem Supermarkt ankündigen: „Ab 1. März ist Frische rot“, steht in weißen Buchstaben auf rotem Grund, links darunter der im vergangenen Jahr eingeführte Merkspruch „Erstmal zu Penny“ und rechts das neue Logo mit dem gelben Punkt, der – vermutlich – eine Münze symbolisieren soll.

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Die Ansage ist (mal wieder) ein bisschen unglücklich – weil Frische für die meisten Kunden, wenn sie überhaupt eine Farbe hat, doch wohl eher salatgrün oder eisbeutelhellblau sein dürfte. Und falls sie doch rot ist: Wunderbar, dann können Rewe und Konkurrent Kaiser’s, die mit derselben Grundfarbe arbeiten, den Spruch ja gleich mitnutzen.

Fassen wir zusammen: Jetzt sehen also die Märkte gut aus, der ganze Laden strotzt vor Selbstbewusstein und schleudert einen markigen Spruch nach dem nächsten raus.

Nur eins noch: Wann kann man da endlich Lebensmittel einkaufen, die günstig und lecker sind?

Fotos: Supermarktblog

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21 Lesermeinungen

  1. Die neuen Läden haben...
    Die neuen Läden haben Quergänge, also es geht vom ersten Gang, der naturgemäß bis zum Ladenende reicht, nach rechts bzw. links weg. Muß man mögen, aber der Clou sind die entstandenen Gondelköpfe. Dort stehen die jeweils aktuellen Angebot. Das ist nicht unclever gemacht. Aber wier immer das Penny-Problem: Zu viele Artikel auf zu kleiner Fläche. Und wenn man die Warenträger nicht richtig füllen kann, dann sieht es immer besch… aus. Und man gucke sich mal das Non Food an. Jämmerlich. Oder die Saisonregale. Dito. Und tglich frische Belieferung mit Obst und Gemüse kann auch heißen, daß das Zeug, nachdem es im Zentrallager „nachgereift“ ist, gegen Abend in den Laden geschoben wird, dort aber erst am Folgetag verräumt wird. Also zu einem Zeitpunkt, zu dem andere Discounter, die direkt vom Fruchthof beliefert werden und so immer frischer sind, die Ware schon aus Prinzip aus dem Verkauf nehmen. Warum also zu Penny?

  2. Andy sagt:

    Interessanter Artikel....
    Interessanter Artikel. Trotzdem muss ich einigen Dingen wiedersprechen. Penny scheint ein neues Image zu brauchen, aonsonden kann ich mir dieses neue Design nicht vorstellen. Recht kann ich dir ganz am Ende geben. Man muss abwarten ob das Lobby mit „rot“ besser wird.

  3. Ich benötige für mein Büro...
    Ich benötige für mein Büro pro Tag gut einen Liter H-Milch (für Latte macchiato etc.). Hat jemand eine Ahnung, wer so was liefert? Also vier Mal pro Jahr 75 Kilo (volle MHD natürlich). Preis sollte nicht über 65 Cent pro Liter liegen.
    PS: Ab wann lohnt sich eigentlich eine eigene Kuh?

  4. Hildegard sagt:

    Entweder man mag Penny oder...
    Entweder man mag Penny oder man mag Penny nicht. Ich persönlich mochte mal Penny .. als der Salat vor Frische nur so knackte und die roten Apfelbäckchen mit den überroten Tomaten und leuchtend roten Paprikaschoten um die Wette strahlten (was sie ja auch heute noch tun, wenn sie wissen was ich mein´). Leider hat die eine oder andere Filiale im Laufe der Zeit das Frischeabkommen verkommen lassen .. und die Filialleitung ist leider auch nicht mehr zum „Anfassen“. Was ich damit andeuten will .. als ich den Filialist auf die verwelkten Salatköpfe ansprach, bekam dieser so was wie einen Rappel und ich mit Abstand den ruppigsten Bescheid, den ich seit langer Zeit bekommen habe. Ich sollte doch wahrhaftig die Schuld für den zerfledderten Salat tragen und nicht weiter nach einem festen fragen. Hand auf´s Salatherz, ich schwöre, dass ich die strubbeligen Salatköpfe nicht auseinandergenommen habe. Und die Tomaten hab ich auch nicht zerquetscht. Bevor der unhöfliche Mann mir den Schimmelansatz unterstellen konnte, machte ich mich vom Gang .. und stellte wenig später bei REWE fest, die Tomaten waren auch da nicht fest. Zuhause angekommen gab mir angeschimmelter Käse den Rest.
    Zur Signalfarbe wollte ich noch bemerken, rot bedeutet nicht gleich tot. Schlecker-Blau weiß das genau.

  5. westernworld sagt:

    das neue logo ist...
    das neue logo ist furchtbar.
    rot-weiß assoziiere ich mit allem aber nicht mit lebensmitteln. die typo ist einfach grausam viel zu fett, kantig, aggressiv und dieser gelbe punkt paßt dazu wie ein drittes knie.
    weiß man wer das verbrochen hat? mir sträubt sich da alles.
    man kann nur hoffen das der rest des neuen konzeptes besser umgesetzt wird. die angestrebte positionierung zwischen discounter und supermarkt wäre nähmlich genau die lücke die noch ihrer besetzung harrt.

  6. chezmaß sagt:

    Naja also ich hab letztes Jahr...
    Naja also ich hab letztes Jahr da mal ein paar T-Shirts gekauft, waren in den Sonderaktions-Wühltischen. Die sind echt super. Eigentlich gehe ich ganz gerne zu Penny. Es gibt durchaus sehr gute Produkte , man muß sie eben nur erstmal finden. 😉

  7. Torsten sagt:

    interessant was hier diese:...
    interessant was hier diese: hauptsache-billig-kunden so schreiben – und erwarten… echt krass. wo soll man da mit aufklärung anfangen? ohje.

  8. Michael sagt:

    Penny geht zumindest in Köln...
    Penny geht zumindest in Köln richtig in die Offensive und verteilt seit gestern mit netten Promomädchen an mehreren Bahnhöfen kostenlose Einkaufskörbe. Darin ein „Köln“-Flyer mit dem Hinweis, dass nun alle 13 Filialen renoviert sind und ein Gutschein gibt es auch direkt. Meine Stammfiliale ist derzeit auch kräftig überfordert – sonst brauchte man nur eine offene Kasse. Nun sind es schon zwei! Und dadurch fehlt dann wiederum ein Mitarbeiter zum Einräumen und so sind die Regale nur halb gefüllt….ein Teufelskreis.

  9. Stefan L. sagt:

    @wolframcgn "gestresste(...)...
    @wolframcgn „gestresste(…) Mitarbeiter (…), die keine Zeit/Lust auf freundliche Beratung haben“
    Das ist ein bedeutender Faktor, der meines Erachtens sehr entscheidend für die weitere Unternehmensentwicklung sein wird. Beim Umgangsstil mancher Penny-Mitarbeiter bekommt man das Gefühl, dass Kunden als unerwünschte Störfaktoren gesehen werden, die nur den Betriebsablauf verzögern. Manche Mitarbeiter übersehen, dass es sich bei Penny nicht nur um eine Lagerhalle handelt, die mit Waren gefüllt werden muss. Wenn bei jeder Kommunikation zwischen Mitarbeiter und Kunde ein „genervter“ und „gestresster“ Tonfall seitens des Personals die Regel ist, wird auch eine „edlere“ Ladengestaltung zu keinem positiven Einkaufserlebnis führen. Das wird wird sich nur einstellen können, wenn alle Faktoren, die auf die Kunden wirken, harmonisch zusammenspielen und stimmig sind.
    Es ist auch die verbesserungswürdige Ladenorganisation, die zu Ineffizenz und Verzögerungen führt. Bei Penny werden meiner Erfahrung nach unter Umständen alleine drei Mitarbeiter lahmgelegt und zwei Kassen für mehrere Minuten blockiert, wenn eine Warenrückgabe innerhalb der zugesicherten Rückgabefrist erfolgen soll. Konkreter Fall: Zwei Kassen (1+2) sind besetzt, beide mit langer Warteschlange. Eine Kundin will an Kasse 1 etwas zurückgeben. Kein Kassierer hat jedoch den Kassenschlüssel. Kassierer 2 muss den Kassiervorgang unterbrechen, weil auf das Klingelsignal von Kassierer 1 niemand reagiert. Er läuft im Auftrag von Kassierer 1 ins Büro, holt den Filialleiter, beide kommen nach zwei Minuten an die Kasse 1, der Chef und die zwei Kassierer und die Kundin begutachten zusammen die Ware, 20 Kunden schauen zu: „Warum soll der Artikel denn zurückgegeben werden?“. Erläuterung folgt. Warenwert schätzungsweise um die 5 Euro. Es wird das OK für die Rückgabe gegeben, der Kassenschlüssel wird dem Kassierer 1 übergeben.
    Die Schlangen an den beiden Kassen sind inzwischen bis in die Ladenmitte angewachsen, als es endlich weitergeht.
    Was lernt man als Kunde daraus: Non-Food-Waren sollte man besser bei ALDI kaufen, sie sind nicht nur regelmäßig preisgünstiger als bei Penny, sondern eine eventuelle Rückgabe geht schneller und meiner Beobachtung nach eigentlich immer ohne den ganzen Laden in einen Ausnahmezustand zu versetzen.

  10. DaW sagt:

    @ Discountfreund, 24....
    @ Discountfreund, 24. Februar
    „Also zu einem Zeitpunkt, zu dem andere Discounter, die direkt vom Fruchthof beliefert werden und so immer frischer sind, die Ware schon aus Prinzip aus dem Verkauf nehmen.“
    Das finden Sie positiv? Ich freue mich eher, wenn kurz vor Ladenschluss (vor allem samstags) das Frischobst /-gemüse und Brot zuneige geht und es nicht weggeschmissen werden muss. Was für eine kranke Welt, wo Lebensmittel aus dem Verkauf entfernt werden, weil sie nicht schön genug aussehen.

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