Aufforderung zum Tanz

Aufforderung zum Tanz

Was sie schon immer über Tanz hätten wissen wollen können und bisher nicht auf die Idee kamen zu fragen.

O mein Guru, wie gefährlich ist Yoga, ehrlich?

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  Yoga is possible for anybody who really wants it. Yoga is universal... But don't approach yoga with a business mind looking for worldly gain.   Yoga...

 

Yoga is possible for anybody who really wants it. Yoga is universal… But don’t approach yoga with a business mind looking for worldly gain.

 

Yoga ist möglich für jeden, der es wirklich will. Yoga ist universell… Aber gehe nicht mit einem Geschäftsverstand an Yoga heran, auf der Suche nach weltlichem Gewinn.

 

Sri Krishna Pattabhi Jois

 

In der Abteilung „Die Wissenschaft hat festgestellt…..“ zitiert ein Artikel der Süddeutschen Zeitung vom vergangenen Wochenende verschiedene Sportwissenschaftler und Physiotherapeuten, die vor schädlichen Folgen und Nebenwirkungen falscher Yoga-Praxis warnen. Die schlimmsten Wörter lauten „Lungenembolie“, „Schlaganfall“, „Schwellungen und Blutgerinnsel“, „Rippenprobleme“. Nach der Aufzählung dieser alarmierenden Krankheitsbilder, die dem naiven Menschen, der meint, nur „sanfte Dehnungen“ auszuführen, bei brutalen, hinterlistigen Yoga-Übungen drohen, schließt der Satz milde: „…finden sich vereinzelt in der Fachliteratur“. Ach so. Vereinzelt. Bei schätzungsweise zwanzig Millionen Yoga-Ausführenden in den Vereinigten Staaten und etwa fünf Millionen in Deutschland.

Geschenkt, dass das neue Schwitzyoga „Bikram“ Quatsch ist, bei dem in auf vierzig Grad Raumtemperatur hochgeheizten Studios trainiert wird, geschenkt, dass auch andere seltsame Blüten auf der Yoga-Welle treiben, deren Duft man besser nicht zu tief einatmet.

Aber in der Summe sagt der Text, der in der Unterzeile empört „Gerissene Bänder, gereizte Nerven, überdehnte Gelenke“ aufzählt, nichts anderes als dass man sich beim Yoga verletzen kann. Tja, wie man das beim Joggen, Skifahren, Tennisspielen, Drachensteigen und Hundgassiführen tun kann. Pech! Zuviel im Büro auf dem Stuhl sitzen führt zu Verspannungen, Kopfschmerzen, Rückenschmerzen, Bandscheibenvorfällen, Skifahren zu Knochenbrüchen. Man kann vor der eigenen Haustür hinfliegen oderim Zoo auf der Bananenschale ausrutschen oder in der Sauna auf glatten Fliesen. Leben ist gefährlich. Warnen wir deshalb vor Büros, Gehwegen, Schwimmbädern? Ist es nicht viel gefährlicher für die eigene Gesundheit, gar nichts zu tun? Aber genau so verstehen viele das Leben. Als eine Angelegenheit, in der eigentlich alles unfallfrei abgepolstert gehört, versichert, keimfrei versiegelt und mit garantierter Erfolgsgarantie geliefert. Yoga? Da muß man doch hingehen können und ein paar Stunden abreißen und das bringts dann bitte. Hab ich mich doch verletzt dabei! Tut mir doch was weh! Protest! Schlechter Unterricht! Gefahr! Artikel!

Yoga ist in Wirklichkeit das Gegenteil davon. Yoga lehrt, den eigenen Körper zu spüren, zu erleben, kennenzulernen, und zu verstehen. Jede Yogastunde beginnt mit einem Einstimmen auf den Moment, die eigene Situation (stark, schwach, müde, wach, lustig, oder faul), mit angeleiteter Selbstwahrnehmung. Man möchte fast annehmen, kein anderes Körpertraining geht so genau auf die Bedeutung und Respektierung der eigenen Verfassung ein. So fragt auch jeder Lehrer vor bestimmten Übungen, ob Schüler im Saal seien mit Knieproblemen oder Nackenproblemen, und fordert diese dann auf, die Übungen in spezieller Weise abzuändern oder notfalls wegzulassen. Es ist gegen die Idee des Yoga, sich mit anderen zu vergleichen, sich zu messen. Das sagt auch jeder Lehrer. Jeder. Also Ohren auf und die Sinne der Selbstwahrnehmung eingeschaltet, dann kann beim Yoga weniger passieren als beim Reiskochen.

 

In theory, practice and theory are the same. In practice, they are not.

 

Yogi Berra

 

 


2 Lesermeinungen

  1. Es stimmt wahrscheinlich für...
    Es stimmt wahrscheinlich für die Physik wie für Yogi Berras Gebiet, Baseball…

  2. War das schöne...
    War das schöne Theorie-Praxis-Zitat nicht von Einstein?

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