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Skype, Apple und das iPhone.

Kostenlos oder zumindest sehr preiswert über das Internet(-Protokoll) telefonieren. Mit diesem Geschäftsmodell rüttelt der zum Auktionshaus Ebay gehörende Softwareanbieter Skype seit Jahren die Telekombranche auf. Voice over IP (VoIP) lautet das Schlagwort, das immer als Schreckgespenst der Branche herumgeistert. Während sich Skype bisher vor allem auf das Festnetz konzentriert hat, kommen jetzt die Softwareversionen für die Mobiltelefone auf den Markt. Seit dem 31. März steht jetzt auch die Version für das iPhone im Softwarestore von Apple kostenlos zum Download bereit – und sorgt sofort für allerlei Aufregung.

Wer jetzt allerdings glaubt, mit seinem skype-gerüsteten iPhone immer und überall zu Niedrigpreisen oder kostenlos ins In- und Ausland telefonieren zu können, täuscht sich. Die Anwendung auf dem iPhone kann nach bisherigem Zuschnitt nicht in den Mobilfunknetzen sondern nur mit einer W-Lan-Verbindung genutzt werden. Das ist zwar zumindest etwas, die Einschränkung dürfte die anfängliche Euphorie bei vielen Kunden aber durchaus bremsen.

Trotzdem wird die Deutsche Telekom, deren Tochtergesellschaft T-Mobile das iPhone in Deutschland exklusiv vertreibt, die Nutzung der Software in ihren Netzen verbietet. Die rechtliche Grundlage für diesen Schritt hat der Konzern schon in den Geschäftsbedingungen für das iPhone gelegt. Dort heißt es dazu lapidar: „Die Nutzung von VoIP und Instant Messaging ist nicht Gegenstand des Vertrages.“ Im Klartext bedeutet das: Es ist verboten. Die gleiche Einschränkung gilt im Übrigen auch für das Google-Handy, das mit dem Betriebssystem Android inzwischen auf dem Markt ist. Der wirtschaftliche Hintergrund ist klar: Der Konzern hat Angst, seinen Sprachumsatz durch die häufig kostenlose VoIP-Nutzung zu gefährden.

Eine aktive Sperre des Skype-Verkehrs im T-Mobile-Breitbandnetz ist bisher nicht eingerichtet – könnte aber bei begründetem Verdacht für einzelne Nutzer geschaltet werden. Im Moment ist eine solche Blockade noch nicht nötig, da die Software von sich aus einen Bogen um die Mobilfunknetze macht.

Dabei wäre eine generelle Ausfilterung von VoIP-Telefonaten in den UMTS-Netzen durchaus möglich, wie von Seiten der Netzwerkausrüster immer wieder zu hören ist. Schwieriger wird es hingegen in den Hot-Spots, in denen die Telekom einen drahtlosen Internetzugang über das W-Lan anbietet. Dort lassen sich der Skype-Telefonate rein technisch kaum kontrollieren, heißt es in Fachkreisen. Gleiches gilt natürlich besonders für private oder öffentliche W-Lan-Anschlüsse, die keine Verbindung zur Telekom haben.

Langfristig werden sich die Betreiber allerdings kaum gegen das Vordringen von IP-Telefonaten auch im Mobilfunk wehren können. So gibt es Skype-Versionen schon heute für das Betriebssystem Windows Mobile oder auch für einige Nokia-Geräte. Zudem hat der finnische Handygigant schon im Februar, während der Mobilfunkmesse in Barcelona angekündigt, dass sein neues Premiumgerät N97 im Herbst mit vorinstallierter Skype-Software auf den Markt kommen wird. Der Nokia-Ankündigung ist auch zu entnehmen, dass dann davon ausgegangen werden kann, dass diese nicht nur in für W-Lan-Verbindungen sondern auch in den breitbandigen UMTS-Mobilfunknetzen funktionieren soll.

Da die Deutsche Telekom der VoIP-Nutzung auf diesem Weg nicht auch noch Vorschub leisten will, werden die von dem Konzern ab Herbst angebotenen N97-Geräte ohne Skype-Software ausgeliefert, sagte ein Sprecher des Konzerns.

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