Am Tresen

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Der F.A.Z.-Gesprächspodcast

Johannes Nichelmann, warum ist es so schwer, mit den Eltern über die DDR zu reden?

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Als kleiner Junge fand Johannes Nichelmann gemeinsam mit seinem Bruder die NVA-Uniform seines Vaters. Reden wollte dieser über jene Zeit jedoch nicht. Diese Lücke kennen viele junge Menschen aus Ostdeutschland. Nichelmann ist ihr in seinem Buch Nachwendekinder (erschienen im September bei Ullstein fünf) nachgegangen. „Leute aus beiden Landesteilen denken, dass unsere Generation nichts mehr mit der DDR zu tun hat“, sagt der 1989 geborene Nichelmann im Podcast-Gespräch. Und setzt gleich hinzu, dass das Bild der DDR bislang zwischen zwei Extremen pendele: „In den Erzählungen der Elterngeneration war die DDR 40 Jahre steiler Sommerausflug an der Ostsee und im Fernsehen war sie 40 Jahre Stasi-Knast mit Guido Knopp. Aber das Dazwischen wurde nie erzählt.“

Wie dieses Dazwischen aussehen könnte, wie er selbst sich an das Thema herangearbeitet hat und wie seine Familie darauf reagierte, all das erzählt er im Gespräch am Tresen der Shuka Bar im Frankfurter Bahnhofsviertel.

Johannes Nichelmann, freier Radio- und Fernsehjournalist und Autor des Sachbuchs „Nachwendekinder“. Foto: Niklas Vogt

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2 Lesermeinungen

  1. Zwischen Knast in Bautzen und Sanddorn auf Hiddensee
    Da da lagen noch:

    * Keinen Urlaubsplatz zu bekommen, weil man nicht in der Partei war.
    * Nicht studieren zu dürfen, weil die Eltern zur Kirche gingen.
    * Nicht arbeiten zu können, weil das Material fehlte.
    * Vom Arbeitsplatz wegzugehen, weil es Obst im Konsum gab.
    * Von der Verkäuferin schlecht behandelt zu werden, weil sie die Hoheit über die Lebensmittel hatte.
    * Stunden auf einen Platz im Restaurant zu warten.
    * Graue schmutzige Städte, die nur einmal im Jahr leuchteten, wenn der Schnee frisch gefallen war.
    * Giftige Luft und kranke Lungen von der allgegenwärtigen Braunkohleheizung.
    * Holprige Straßen und noch holprigere Züge.
    * Wohnungseinrichtungen, die jeden Sinn für Ästhetik verhöhnten.
    * Zwanzig Jahre auf ein Auto warten, das heute niemand freiwillig fahren würde.
    * Vorgeladen zu werden, weil man einen Witz weitererzählt hat.
    * Heiraten zu müssen, um eine Wohnung zu bekommen.
    * und so vieles mehr

    Aber jeder hatte Arbeit in der DDR und Adolf hat A

  2. Das Gleiche wie nach dem Krieg
    die Leute schweigen weil in der Öffentlichkeit nicht mit einem differenzierten Urteil zu rechnen ist.
    Das war auch schon nach dem Kriege so und ist bezogen auf diese Generation bis heute so geblieben.
    Den DDR „Veteranen“ droht vermutlich ein ähnliches Schicksal.

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