Am Tresen

Am Tresen

Der F.A.Z.-Gesprächspodcast

02. Mai. 2019
von Maria Wiesner und Timo Steppat
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Feridun Zaimoglu, wieso hassen Sie Entspannung?

 

Feridun Zaimoglu sucht im Kiosk im Frankfurter Gallusviertel nach der Ravioli-Dose. Ohne Ravioli sei es kein echter Kiosk. Er findet die Dose und freut sich. Am Tag vorher hat er aus seinem neuen Buch „Die Geschichte der Frau“ im Literaturhaus vorgelesen, es ist für einen Preis nominiert. Zaimoglu ist gut drauf, aber er regt sich gerne auf. Über Entspannung („Entspannung ist der Anfang vom Ende“), über einen Wahn zu harmonisieren („Deshalb sind die Grünen eine starke Partei“) und auf der anderen Seite die „reaktionären Männlichkeitsknalltüten“, die Frauen Vorschriften machen wollen und sich ein falsches Früher herbeiwünschen.

Wieso es mehr Verspannung braucht („Hoch lebe die Verspannung, denn die Verspannung steht immer im Anfang des guten Geschmacks und der Zivilisation.“), wie Zaimoglu einmal fast einen Tatort geschrieben hätte, wieso er keinen Urlaub macht, wie er seine Bücher schreibt, wieso er über 100 Gartenzwerge besitzt und wie Zorn zum Antrieb werden kann, darüber spricht er im F.A.Z.-Gesprächspodcast. 

02. Mai. 2019
von Maria Wiesner und Timo Steppat
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18. Apr. 2019
von Timo Steppat und Maria Wiesner
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Laura Karasek, wie wird man von der Wirtschaftsanwältin zur Schriftstellerin?

Foto: Helmut Fricke

 

Jedes zweite Wort musste Laura Karasek googeln, als sie in der Wirtschaftskanzlei anfing: „Das ist so eine Businesssprache: Ich habe einen All Nighter gemacht, der Kickback läuft so und so.“ Da lernte sie die harten Arbeitszeiten der Branche kennen – und Kollegen, „die sehr gerne mal das Licht angelassen haben, das Jackett über dem Stuhl – und die so vorgegeben haben, bis 24 Uhr im Büro gewesen zu sein.” 

Vor wenigen Monaten hat die 1982 geborene Karasek ihren Job in der Kanzlei gekündigt und will sich jetzt auf das Schreiben von Büchern und eine neue Talkshow konzentrieren, die bald bei ZDFneo startet. „Es war auch ausgelöst durch den Tod meines Vaters, dass ich dachte: Deine Träume haben nicht ewig Zeit. Ich bin jetzt Mitte 30. Irgendwann ist es sonst zu spät. Jetzt schreibe ich meinen zweiten Roman.” 

Am Tresen eines Frankfurter Wasserhäuschens berichtet Karasek von der Kindheit mit einem prominenten Vater, Preisverleihungen mit den Backstreet Boys, davon, wie es war von Thomas Gottschalk von der Tanzschule abgeholt zu werden und wie es war, mit 13 die Diabetes-Diagnose zu bekommen („Ich habe erst mal angefangen zu rauchen.“) 

 

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18. Apr. 2019
von Timo Steppat und Maria Wiesner
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04. Apr. 2019
von Maria Wiesner und Timo Steppat
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Wofür braucht man heute noch ein großes Plattenlabel?

Mutter Italienerin, Vater aus Burundi, aufgewachsen in einer Frankfurter Sozialbausiedlung – heute ist Patrick Mushatsi-Kareba CEO von Sony Deutschland. Im Podcast „Am Tresen“ erzählt er wie er in der Musikbranche gelandet ist.

© Helmut FrickeMotto? Immer weiter, sagt Sony-Music-CEO Patrick Mushatsi-Kareba

Er bestellt erst Wasser, dann Tee, Alkohol hat er noch nie getrunken („Hab ich noch nie getrunken. Noch nicht einmal einen Tropfen Sekt“). Auf die Frage nach dem Warum antwortet er knapp. Länger fällt die Antwort zur Urheberrechtsdiskussion aus. „Da wir mit Kunstschaffenden, Autoren, Produzenten zusammenarbeiten, versteht es sich von selbst, dass wir auf deren Seite sind“, sagt er.

Was ein Plattenlabel heute noch für seine Künstler tut. Wie er sich auf Partys vorstellt, wieso er als Schwarzer oft mit Intoleranz konfrontiert wurde und warum er mal sechs Monate lang im Hotel gelebt hat, all das erzählt er im Podcast.

04. Apr. 2019
von Maria Wiesner und Timo Steppat
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22. Mrz. 2019
von Timo Steppat und Maria Wiesner
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„Bei Kiwi ist immer alles in Ordnung. Aber das ist ja nicht das Leben“

Wo Andrea Kiewel ist, ist gute Laune. Am Sonntagmittag kehrt sie mit dem ZDF-Fernsehgarten in die deutschen Wohnzimmer ein – sie führt durch Spiele, begrüßt Schlagerstars. Dabei wirkt sie, wie die “taz” einmal bemerkte, immer aufrichtig in ihrer Begeisterung. Was Kiwi, wie sie sich selbst nennt, von Kiewel unterscheidet? “Bei Kiwi gibt es keine schlechten Nachrichten. Bei Kiwi ist immer alles in Ordnung. Aber das ist ja nicht das Leben”, sagt sie im Podcast “Am Tresen”.

© Picture AllianceFoto Picture Alliance

Der Erfolg kann schnell aufhören, das hat Kiewel 2017 gemerkt, als sie für den Diätanbieter „Weight Watchers“ Schleichwerbung machte. Fast ein Jahr war sie raus aus dem Geschäft. Wie sich das anfühlte, plötzlich nichts mehr zu tun zu haben, und wieso sie zurückkehren konnte, wie sie überhaupt damals zum DDR-Fernsehen kam, obwohl sie ja eigentlich Leistungsschwimmerin und Lehrerin war und wieso sie heute den Winter in Tel Aviv verbringt, das erzählt sie im Podcast “Am Tresen”. In Tel Aviv fühlt sie sich wohl, weil sie das Gefühl hat, die Bewohner der Stadt seien wie sie. “Ich bin nicht 90 oder 100 Prozent, ich bin 110 Prozent. Ich habe nicht dieses gesunde deutsche Mittelmaß.”

Was sie heute machen würde, wenn es die DDR noch gäbe, wieso Kiewel so abergläubisch ist, wieso der Fernsehgarten für sie auch Heilung bedeutet und wieso sie auch mitten in der Nacht sofort losmoderieren könnte, darüber spricht sie „Am Tresen“.

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22. Mrz. 2019
von Timo Steppat und Maria Wiesner
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07. Mrz. 2019
von Timo Steppat und Maria Wiesner
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„Wenn es humorlose Politiker gibt, dann sind sie immer in der SPD“

Am Tag, an dem islamistische Terroristen die Mitarbeiter der Satire-Zeitschrift „Charlie Hebdo“ 2015 erschossen, stand das Telefon bei Tim Wolff, dem Chef der deutschen Satire-Zeitschrift „Titanic“ nicht mehr still. Alle wollten mit ihm sprechen, Kamerateams standen vor der Redaktion Schlange. Fast jeder Journalist fragte, ob Wolf Angst habe, so erinnert er sich. „Angst kommt erst auf, wenn Polizisten mit Maschinengewehren am Fenster vorbeilaufen, um uns zu beschützen“, sagt Wolff in der neuen Folge von „Am Tresen“, dem F.A.Z.-Gesprächspodcast. Er erinnert sich, wie plötzlich eine Handvoll „ehemaliger Klassenclowns“ sehr ernsten Polizisten gegenüber saß, er unter Polizeischutz stand und eine Bombenattrappe als polizeiinterne Übung vor seiner Wohnung abgelegt wurde.

Nach fünf Jahren an der Spitze ist Tim Wolff seit gut einem Monat nicht mehr Chefredakteur der „Titanic“. „Am Tresen“ einer Trinkhalle im Frankfurter Gallusviertel berichtet er von seinem zwiespältigen Verhältnis zur Arbeit des Fernsehsatirikers Jan Böhmermann. Welche Politiker am meisten gegen die Satire-Zeitschrift geklagt haben („Wenn es humorlose Politiker gibt, dann sind sie immer in der SPD“) und warum sich die „Titanic“ besonders gerne von der katholischen Kirche verklagen lässt – die hatten nämlich zunächst gegen ein Titelbild Klage eingereicht, die „Titanic“ bekam dadurch viel Aufmerksamkeit und im letzten Moment, „bevor es teuer wurde“ hatte die Bischofskonferenz die Klage zurückgezogen. „Mit dem Vatikan würde ich jederzeit wieder zusammenarbeiten. Das war  optimal“, sagt Wolff. 

Außerdem erklärt der Satiriker, wie ein guter Witz funktioniert, wieso er selbst keinen erzählen kann, warum die Sketche von Loriot heute nicht mehr funktionieren würden und warum er deutsches Kabarett nicht erträgt. 

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07. Mrz. 2019
von Timo Steppat und Maria Wiesner
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21. Feb. 2019
von Maria Wiesner und Timo Steppat
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Wie ist es für Netflix zu drehen, Soleen Yusef?

Bei Filmprojekten versuche sie gegen die Schublade „Regisseurin mit Migrationshintergrund“ anzukämpfen, sagt Soleen Yusef. Für Netflix arbeitet die junge Regisseurin derzeit an der Serie „Skylines“, die in der Frankfurter Hip-Hop-Szene spielt.  Ist das ein Vorteil der Streaming-Dienste, das man mehr ausprobieren kann und in weniger Schubladen gesteckt wird?

Wir treffen Soleen Yusef in einer Frankfurter Kneipe – das Wasserhäuschen ist noch in der Winterpause. Bei einem Bier erzählt sie, was sie beim Dreh in ihrer kurdischen Heimat, wo sie ihren Debütfilm aufnahm, über sich selbst lernte. Was sie mit dem ersten Ort in Deutschland verbindet, an dem ihre Familie nach der Flucht aus dem Nordirak ankam. Und mit welchem musikalischen Ratschlag sie ihre anfängliche Schüchternheit ablegte.

© Helmut FrickeRegisseurin Soleen Yusef beim Podcast-Gespräch

 

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07. Feb. 2019
von Timo Steppat und Maria Wiesner
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„Als Tatort-Kommissar wird man nicht mehr als Schauspieler wahrgenommen“

Foto: Helmut Fricke

Dietmar Bär kommt ein paar Minuten zu spät zum Treffpunkt im Frankfurter Gallusviertel: „Der Taxifahrer war genauso fremd in der Stadt wie ich“, sagt er und lacht. Bär ist derzeit am Frankfurter Schauspiel zu sehen, wo er einen Lokalpolitiker auf dem Weg zum Oberbürgermeister spielt, der sich mit einem Wutbürger auseinandersetzen muss.

Manche Zuschauer seien ganz überrascht, dass er eine andere Rolle als den Tatort-Kommissar Freddy Schenk spiele, so erzählt Bär beim Podcast-Gespräch (das diesmal schneebedingt in einem Café stattfindet). „Das ist der Fluch und der Segen der Rolle, man ist eben der Tatort-Kommissar und wird nicht mehr als Schauspieler wahrgenommen.“

Über das Handwerk des Schauspiels redet er nicht gern: „Das ist, als wenn man mit einem Klempner darüber redet, wie man am besten eine Badewanne einbaut.“ Wie er aber als Sohn eines Metzger-Gesellen und einer Fleischfachverkäuferin auf der Bühne landete, davon erzählt er ausführlich. Bär ist 1961 in Dortmund geboren, die Sommerferien verbrachte er als Kind bei den Verwandten in der Magdeburger Börde. Er gerät kurz ins Schwärmen über die DDR-Kinderbücher, die er dort erhielt und das Spielzeug, um das ihn seine Mitschüler beneideten. Als Jugendlicher engagierte er sich in der „Sozialistischen Deutschen Arbeiterjugend“ (SDAJ) – was für ihn die Politik ablöste, erzählt er im Gespräch.

Dem Ruhrgebiet bleibt er bis heute treu, auch wenn sein Wohnsitz mittlerweile in Berlin liegt. Noch immer hat er eine Dauerkarte für das Westfalen-Stadion. Den Stolz auf die Region erlebte er unlängst noch einmal: „Ich habe erst bei einem Besuch einer Zeche auf 1200 Metern Tiefe begriffen, worauf das Ruhrgebiet und unsere Bundesrepublik eigentlich fußt und welcher Wohlstand von den Kohlehauern nach oben gebracht wurde. Da kam noch einmal ein Spätstolz auf das Ruhrgebiet für mich.“

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07. Feb. 2019
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24. Jan. 2019
von Timo Steppat und Maria Wiesner
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„Ein Text sollte klingen wie eine Popsingle“

Foto Jork Weismann/Pieper Verlag

20 Jahre hat es gedauert, bis Eckhart Nickel seinen ersten Roman veröffentlicht hat. Ende der Neunziger war er Teil der Popliteraturwelle um Benjamin von Stuckrad-Barre und Christian Kracht. Zusammen wollten sie die Literatur revolutionieren. “Es gab die Vision, dass ein Text so toll klingen soll wie eine Popsingle”, sagt Nickel im F.A.Z.-Gesprächspodcast „Am Tresen“. “Der Text kann musikalisch sein, aber er ist nie Musik”, resümiert Nickel heute. Statt aber wie die anderen Romane zu veröffentlichen, ging Nickel in den Journalismus. Das Buch, das nun erschienen ist und gleich für den Deutschen Buchpreis nominiert wurde, heißt “Hysteria” und handelt vom Öko-Totalitarismus.

“Am Tresen” einer Trinkhalle im Frankfurter Gallusviertel philosophiert Nickel über Filterkaffee, über Würstchen, über die alte Frankfurter Altstadt und wieso er den VW-Polo liebt.

Wenn er nicht in seiner Heimatstadt Frankfurt ist, ist Nickel auf Reisen. Über zwei Jahre lebte er Mitte der 2000er in Kathmandu, um dort mit Christian Kracht das legendäre Magazin “Der Freund” zu produzieren. In der nepalesischen Hauptstadt stellten sich die beiden Autoren die Aufgabe, jeden Tag ein Buch in einem der vielen Antiquariate zu kaufen. Entstanden ist darüber die “Kathmandu Library”: Bücher, in denen verfallene Flugtickets, Briefe und Fotos steckten – viele zurückgelassen auf dem Weg zum Himalaja.

Das Reisen beschreibt Nickel als den “angenehmst möglichen Zustand”. Weil das Neue von außen komme und man es nicht von innen produzieren muss. “Es gibt eine Reizüberflutung, eine Überwältigung durch die Entgrenzung des Neuen. Das Reisen hört nicht auf, mich in einem euphorischen Zustand zu bringen. Auch wenn es nur bei einer Überlandfahrt mit dem Fahrrad ist.”

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24. Jan. 2019
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10. Jan. 2019
von Maria Wiesner und Timo Steppat
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„Plötzlich hat man eine riesige Familie“

© Julia ZimmermannKuratorin Mahret Kupka (rechts) auf dem Empfang des F.A.Z.-Magazins zur Berliner Fashion Week.

Mahret Kupka kennt sich nicht nur mit Kunst aus, sie reist dafür auch um die Welt. Die Kuratorin des Frankfurter „Museums Angewandte Kunst“ (MAK) war zuletzt in Georgien, wo eines Morgens ein Zettel vor ihrem Bett lag, dessen Nachricht ihr den roten Faden für die aktuelle Ausstellung junger Georgischer Künstler gab. Was darauf stand und wie ihre Mitreisenden darauf reagierten, erzählt sie im Podcast. Vor der Kunst kam jedoch die Mode: Kupka war eine der ersten professionellen Modebloggerinnen Deutschlands, inklusive Markenkooperation. Wir haben sie gefragt, warum sie sich gegen die Influencer-Karriere entschieden hat.

Geboren und aufgewachsen ist die junge Frau in Hanau, die Wurzeln ihrer Familie liegen neben Deutschland aber auch in Nigeria. Dass Verwandtschaft dort etwas völlig anderes bedeutet als in Deutschland, stellte sie bei der Hochzeit ihrer Eltern fest. „Plötzlich hat man eine riesige Familie“, sagt sie. Auf Twitter berichtete sie über Alltagsrassismus und erzählt uns im Gespräch, was sie mit ihrer Mutter in einem hessischen Ausflugslokal beim Bier erlebte.

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27. Dez. 2018
von Maria Wiesner und Timo Steppat
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„Heute muss man mehr können, als nur gut kochen“

James Ardinast (links) mit seinem Bruder David Foto: Lottermann and Fuentes

James Ardinast hat Pastrami nach Frankfurt gebracht. Der Gastronom eröffnete mit seinem Bruder David vor einigen Jahren das Maxie Eisen im Frankfurter Bahnhofsviertel – ein Restaurant dessen Namen auf einen berühmten jüdischen Mobster der zwanziger Jahre anspielt und dessen Gerichte sich stark von der jüdischen Küche inspirieren ließen. Ardinast, der zwar gerne kocht, aber eigentlich Betriebswirt ist, weiß wie man Gastro-Konzepte entwickelt, die nicht sofort wieder eingehen, was man herausfindet, wenn man mit seinem eigenen Bruder jeden Tag zusammenarbeitet und warum „Neue jüdische Küche aus Tel Aviv“ gerade das große Ding ist.

Die Familie Ardinast ist seit mehreren Generationen in der Gastronomie tätig. Die Großeltern gehörten zur jüdischen Bevölkerung Polens. Nach der Flucht aus dem Konzentrationslager und dem Ende des Zweiten Weltkriegs verschlug es sie nach Frankfurt. Über Polen haben die Großeltern nie wieder geredet. Die Küche seiner Großmutter lebt heute in einigen Gerichten in Ardinasts Restaurants weiter. Und wie ist es heute mit jüdischen Wurzeln in Frankfurt zu leben? In seiner Kindheit habe er Antisemitismus zu spüren bekommen und derzeit werde das gerade wieder salonfähiger, erzählt er und beschreibt, wie man damit umgeht. 

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27. Dez. 2018
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13. Dez. 2018
von Maria Wiesner und Timo Steppat
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Wie verhindern Sie, dass die Mieten weiter explodieren, Herr Josef?

Foto Helmut Fricke

Mike Josef hat eine beinahe unlösbare Aufgabe. Frankfurt wächst und wächst, wie alle Großstädte, trotzdem muss er es schaffen, dass die Mieten nicht weiter steigen. Was tut er dafür, dass Menschen mit normalem Einkommen in der Stadt wohnen bleiben können, dass Sozialwohnungen nicht weiter verschwinden, dass die gewachsene Sozialstruktur von Stadtteilen nicht binnen weniger Jahre durch Gentrifizierung zerstört wird? Als Planungs- und Wohnungsbaudezernent von Frankfurt muss er darauf Antworten finden. Früher war das vielleicht ein dröger Job, heute geht es um Zukunftsfragen: „Ein Dach über dem Kopf zu haben, ist die Voraussetzung Teil einer Gesellschaft zu sein“, sagt Josef.

Josefs Leben ist eine Aufsteigergeschichte: Seine Eltern flohen als Christen aus Syrien nach Deutschland, landeten in Ulm, als er vier war. Vieles musste die Familie erst lernen. „Wir wussten nicht, was eine Unterschrift ist“, erinnert sich Josef. Auf die Flüchtlingskrise hatte der SPD-Politiker 2015 einen anderen Blick: „Wenn meine Eltern damals, 1987, nicht das Land verlassen hätten, wäre ich vielleicht heute einer von denen, die jetzt gekommen sind.“ Warum seine Eltern ihren Namen eindeutschen ließen und wieso Josef als heutiger Hoffnungsträger der hessischen SPD bei seiner ersten Bundestagswahl 2002 Edmund Stoiber wählte – über all das sprechen wir in Folge 3 des F.A.Z.-Gesprächspodcasts Am Tresen.

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29. Nov. 2018
von Timo Steppat und Maria Wiesner
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Spitzenköchin Schönberger über Fernsehköche, femininen Geschmack und Beschimpfungen am Herd

Mit 27 Jahren wird Sybille Schönberger Küchenchefin in einem Sternerestaurant. Das allein ist ungewöhnlich – es gibt nur eine Handvoll profilierter weiblicher Küchenchefs in Deutschland. Keiner glaubt, dass Schönberger den Stern im Guide Michelin, der wichtigsten Auszeichnung der Szene, halten kann. Schönberger selbst auch nicht. Sie experimentiert stattdessen viel mit ihrem kleinen Team – und will bewusst nicht für die Testesser kochen. Dann aber kommt der Anruf: “Sybille, du bist der Held im Erdbeerfeld”, erinnert sie sich. Sie kann den Stern halten. In wenig anderen Berufen wird so viel gebrüllt, beschimpft, herrscht so viel Druck wie in der Spitzenküche. Wie setzt man sich dagegen durch? Wie lässt sich das mit einem Familienleben vereinbaren?

Inzwischen war Schönberger in allen großen Kochshows im Fernsehen, nimmt regelmäßig an der „Küchenschlacht“ im ZDF teil. Im F.A.Z.-Gesprächspodcast „Am Tresen“ spricht sie über feminen Geschmack, darüber, dass sie lieber vegan als glutenfrei leben würde – und die Welt der Fernsehköche. 

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29. Nov. 2018
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14. Nov. 2018
von Timo Steppat
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Musiker Shantel über Balkan-Pop-Partys, Bahnhofsviertel und Madonna

Foto: Horst A. Friedrichs

Der Musiker Stefan Hantel ist besser bekannt unter seinem Künstlernamen “Shantel”. Mit dem Song “Disco Partizani” eroberte er die Charts in Deutschland und Südosteuropa, noch immer tritt er jährlich auf mehreren hundert Konzerten auf, dabei wollte er früher gar nicht Musiker werden. „Ich fand das eigentlich etwas unseriös”, erinnert er sich beim Gespräch an einem Wasserhäuschen im Frankfurter Gallusviertel.

Unweit von hier begann seine Musikkarriere: Im Bahnhofsviertel organisierte er 1987 seine ersten Parties in alten Gründerzeithäusern. “Das Bahnhofsviertel war ja damals noch ein No-Go-Viertel, da ist man echt nicht hingegangen”, sagt er. Warum er sich trotzdem sofort in den Stadtteil verliebt hat, was er gegen Sitzkonzerte hat und wieso er die Zusammenarbeit mit Madonna abgesagt hat – all das hören Sie in der ersten Folge des F.A.Z.-Gesprächspodcasts Am Tresen.

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14. Nov. 2018
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