Unverbraucht

Die Router-Odyssee

Otto N. ist Vodafone-Kunde – und wollte es nach seinem Umzug auch bleiben. Also ruft er bei der Hotline an, um für seine neue Adresse eine Internet+Telefon-Flatrate zu bestellen. Nach zwei Stunden Warteschleife in der Vodafone-Hotline entscheidet sich Otto N. für die Bestellung im Internet. Er füllt das Online-Formular aus und freut sich zudem über einen neuen Router. Der kostet nämlich nix. Schreibt Vodafone.

Er bekommt umgehend die entsprechende Bestätigung auf den Rechner. Allerdings steht in der Mail, dass der Router 34 Euro kosten soll. Also reklamiert Otto N. das Ganze per Re-Mail. Wenige Tage später bekommt er einen Brief, dass der Auftrag ausgeführt wird und ein Mann von der Telekom an einem bestimmten Tag zwischen „8 und 16 Uhr“ kommen wird. Auf die Beschwerde wegen des kostenpflichtigen Routers wurde nicht reagiert. Otto N. nimmt sich einen freien Tag. Der Mann von der Telekom kommt und richtet alles ein. Internet hat er deswegen noch lange nicht. Der bestellte Router ist nicht – wie von Vodafone versprochen – angekommen.

Also wieder Beschwerde-Mail und Anruf: Wo ist der Router? Es vergehen mehrere Wochen: keine Antwort. Die Mitbewohner werden unruhig und ungeduldig, weil auch sie dringend Internet brauchen. Wieder mehrere Anrufe bei Vodafone, endlich durchgekommen. Vielleicht hat Vodafone ja den Router an die alte Adresse geschickt? Nein, sagt der Mitarbeiter, „sie haben Selbstabholer angeklickt“. Seltsam, findet Otto N., diese Option gab es gar nicht. Der Router liege nun in „irgendeiner“ Filiale, bei Vodafone wisse man allerdings nicht, in welcher. Daher der Tipp und die vermeintliche Lösung: „Gehen sie einfach in eine Filiale ihres Wunschs und nehmen sie dort einen mit.“

Otto N. geht in die Innenstadt, betritt die Filiale seines Vertrauens, fragt nach dem Router und wird nahezu beschimpft. Er würde lügen, solche eine Möglichkeit gebe es nicht. Er bekommt keinen Router. Otto N. bleibt hart und fordert eine Lösung. Der Vodafone-Mitarbeiter macht sich telefonisch auf die Recherche. Nach zwei Anrufen bei den Kollegen findet er heraus, dass der Router – wie von Otto N. vermutet – an die alte Adresse geschickt wurde und das Päckchen immer noch bei UPS liegt. Er gibt Otto N. die Abhol-Nummer und will ihm den Rest überlassen. Doch der will nicht: „Rufen sie bitte dort an!“

Der Vodafone-Mann lehnt dies ab, mit dem Hinweis darauf, dass es eine kostenpflichtige 0800-Nummer (Korrektur:01805-Nummer) sei und die dürfe er nicht anrufen. Auch Otto N. will dort nicht anrufen und fordert den Vodafone-Mitarbeiter abermals auf, etwas zu tun. Dieser steht vor seinem Rechner und empfiehlt Otto N. im Internet nach dem Päckchen zu schauen.  Eine geniale Idee, wenn man keinen Router und somit kein Internet hat!

Als Otto N. den Mitarbeiter darauf hinweist, dass er doch an dem Computer dies sofort tun könne, wird er abermals beschimpft. Er verlässt den Laden nach über einer Stunde und ruft nun doch selbst bei UPS an.

Nach ein paar Tagen kann es Otto N. nicht glauben, als er ein Päckchen bekommt: Der Router ist da! Er packt das Gerät gleich aus und schließt es an. Er hätte es sich denken können: Die Internetverbindung funktioniert nicht! Wieder ein Anruf bei Vodafone: Dieses Mal ein kompetenter und netter Mitarbeiter, der allerdings auch keine andere Lösung hat als einen Techniker der Telekom vorbeizuschicken. Der vereinbarte Termin wird nie schriftlich bestätigt. Durch Zufall ist Otto N. an dem Tag zu Hause, weil er krank ist. Der Mann von der Telekom klingelt, schaut und repariert. Sein Vorgänger hatte etwas falsch angeklemmt.

Nach drei Monaten hatte Otto N. wieder einen Internetanschluss. Ob er die 34 Euro wieder bekommt, ist noch nicht geklärt.

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