Washington Watch

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Der Amtsantritt des 44. amerikanischen Präsidenten ist mehr als ein Regierungswechsel. Der Einzug des Schwarzen Barack Obama und seiner Familie ins

Die zwei Präsidenten von Washington

Es könne immer nur einen Präsidenten geben, der für die Vereinigten Staaten in der Welt spreche, sagt Barack Obama. Doch in Wahrheit gibt es bis zur Vereidigung des 44. Präsidenten am 20. Januar zwei Präsidenten in Washington.

Wenn Barack Obama zu heiklen politischen Fragen schweigt – etwa zum Krieg im Gaza-Streifen -, dann bemüht er die Formel, es könne eben immer nur einen Präsidenten geben. Das stimmt – und stimmt nicht.
Die amerikanische Hauptstadt Washington hat seit dem 4. Januar 2009 jedenfalls faktisch zwei Präsidenten: George W. Bush und First Lady Laura Bush sind aus dem Weißen Haus noch nicht ausgezogen, und Barack Obama und seine Familie sind ins Hay-Adams-Hotel ganz in der Nähe des Weißen Hauses, in der H Street, Ecke 16. Straße schon eingezogen.
Erstmals konnte Obama bei seinem Flug von Chicago nach Washington am 4. Januar eines jener Flugzeug der amerikanische Luftwaffe nutzen, die für den Transport des Präsidenten, des Vizepräsidenten und anderer Regierungsmitglieder bestimmt sind.

Bild zu: Die zwei Präsidenten von Washington

Formal flog Obama noch nicht mit „Air Force One“, denn so heißt das Flugzeug erst, wenn der Präsident an Bord ist. Faktisch war es aber das gleiche Flugzeug, mit dem auch George W. Bush zu reisen pflegt. Der heißt im Jargon bis zum allerletzten Tag seiner Amtszeit POTUS, was abgekürzt natürlich für „President of the United States“ steht. Obama landete dort, wo auch Bush von Reisen ins Ausland oder durch die Vereinigten Staaten zurückzukehren pflegt: auf der „Andrews Airforce Base“ in Maryland im Westen Washingtons. Von dort ging es mit einem Konvoi des Secret Service durch die Stadt zum Hay-Adams-Hotel, wo Michelle Obama und die Töchter Sasha und Malia schon tags zuvor angekommen waren.

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Obama fuhr in einer gepanzerten Präsidentenlimousine, die „Cadillac One“ heißt, wenn der POTUS darin fährt. Denn die vierradgetriebenen, in Handarbeit hergestellten Präsidentenlimousinen sind auf der Grundlage des Cadillac DTS (DeVille Touring Sedan) gefertigt. Sie haben Nummernschilder des Hauptstadtdistrikts Washington, die 800-001 lauten, wenn es sich um das Präsidentenfahrzeug handelt, der Vizepräsident hat an seinem Dienstfahrzeug das Kennzeichen 800-002. Es gibt jeweils mindestens zwei Fahrzeuge mit dem gleichen Kennzeichen, denn von außen soll nicht erkennbar sein, in welchem Fahrzeug der Präsident oder der Vizepräsident sitzt. Im „Köderfahrzeug“ mit dem identischen Kennzeichen sitzen der Leibarzt des Präsidenten oder seines Stellvertreters sowie die Leibwächter vom Secret Service und wichtige Mitarbeiter.

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Der Magistrat des Hauptstadtdistrikts Washington hat an Obama einen Brief mit der Bitte geschrieben, dieser möge die Präsidentenlimousinen mit neuen Kennzeichen ausstatten. Seit 2000 nämlich gibt die Hauptstadt Nummernschilder aus, auf denen neben dem Kennzeichen auch die drei Wörter „Taxation Without Representation“ zu lesen sind: Mit der Feststellung wird gegen den Umstand protestiert, dass die etwa 590000 Einwohner des Hauptstadtbezirks „District of Columbia“ (DC) zwar Steuern wie alle anderen Amerikaner bezahlen müssen, dass sie aber keine stimmberechtigten politischen Vertreter im Repräsentantenhaus und schon gar nicht im Senat haben. Obama ist mit seiner Familie im Vergleich zu anderen gewählten Präsidenten recht früh nach Washington gezogen, weil die Töchter Sasha und Malia am 5. Januar erstmals ihre neue Schule besucht haben.

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Es ist die von der protestantischen Denomination der Quäker betriebene private „Sidwell Friends School“ in Maryland, die schon viele Kinder prominenter Politiker besucht haben. Die Obama-Töchter fahren vom Hay-Adams-Hotel aus aber nicht mit dem Schulbus zur Schule, sondern werden nach der Verabschiedung in einer Suite des Hotels durch den Papa ebenfalls vom Secret Service in einem kleinen Konvoi zur Schule gebracht und auch wieder abgeholt. Michelle Obama fährt meist mit zur Schule.

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Gewöhnlich werden künftige Präsidenten in den Tagen vor ihrer Vereidigung sowie wichtige Staatsgäste im offiziellen Gästehaus der amerikanischen Regierung, dem Blair House untergebracht.

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Auch die Obamas hätten gerne vom 4. Januar an im Blair House gewohnt, um die Töchter von dort aus zur Schule bringen zu lassen, doch das Protokollamt des Weißen Hauses ließ wissen, dass das Gästehaus der Regierung bis zum 15. Januar schon vom Weißen Haus und auch vom Außenministerium für andere Gäste gebucht sei. Die Obamas werden also fünf Tage vor der Vereidigung nochmals umziehen müssen: vom Hay-Adams-Hotel ins Blair House.

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So nähern sich die Obamas schrittweise ihrem künftigen Domizil, in das sie am 20. Januar schließlich einziehen. Zur Familie dürfte auch Obamas Schwiegermutter Marian Robinson gehören, mit der sich der 44. Präsident dem Vernehmen nach bestens versteht.

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Die 71 Jahre alte Mutter Michelle Obamas soll als „First Granny“ vor allem – wie schon während des langen Wahlkampfes 2008 – für die zehn Jahre alte Malia und die sieben Jahre alte Sasha sorgen, wenn Präsident Barack Obama und First Lady Michelle Obama ihren Verpflichtungen nachkommen. Über den „First Dog“, der den Töchtern als Haustier für das Weiße Haus noch in der Wahlnacht in Chicago versprochen wurde, ist offenbar noch keine Entscheidung getroffen worden.

(Fotohinweis: Alle Abbildungen Agenturen, Wikipedia, Washington Post)