Zweiter Klasse

Zweiter Klasse

„Wenn du zur Arbeit gehst am frühen Morgen, wenn du am Bahnhof stehst mit deinen Sorgen, da zeigt die Stadt dir asphaltglatt im Menschentrichter

Besonderer Komfort

| 21 Lesermeinungen

Der Vielfahrerstatus bei der Bahn bringt ein paar handfeste Privilegien mit sich: Zum Beispiel dürfen Bahncard-100-Inhaber die Warte-Lounges der Bahn benutzen. Und es gibt speziell reservierte "Bahn Comfort Sitzplätze". Wobei "reserviert" eigentlich das falsche Wort ist.

In einer Hinsicht darf ich mich als Bahncard-100-Inhaberin privilegiert fühlen: Mit dem Erwerb der teuren Fahrkarte erhielt ich automatisch den so genannten „Bahn-Comfort-Status“. Das bedeutet auf Nichtbahnerdeutsch, dass ich Vielfahrerin bin – und bringt mir einige handfeste Vorteile.

Beispielsweise darf ich mich nach Belieben in den so genannten „DB Lounges“ aufhalten. Das sind Warteräume mit rotgepolsterten Sofas, mit Umsonst-Latte-Macchiato und kleinem Keks dazu und mit ein paar Zeitungen zur Unterhaltung. Vor dem Eingang zur Lounge wacht an einem Tresen das DB-Personal streng darüber, dass nur „Berechtigte“ die Lounge betreten. Ohne Bahncard 100, 1.Klasse-Ticket, sonstigen Vielfahrer-Nachweis oder zumindest eintrittsberechtigte Begleitperson heißt es dann: Keine Chance!

Ganz anders verhält sich das mit dem zweiten kleinen Privileg, das mir als Bahncard-100-Inhaberin zusteht: In den ICE-Zügen darf ich im so genannten „Bahn-Comfort-Reservierungsbereich“ Platz nehmen. Diese Sitzplätze – meist ein guter halber Waggon angrenzend an die erste Klasse – sind speziell für uns Vielfahrer reserviert. Doch „reserviert“ ist eigentlich das falsche Wort, denn die Reservierung beschränkt sich auf ein dezentes graues Schild an der Wand mit der Aufschrift: „Bahn Comfort Reservierungsbereich. Plätze bitte für Bahn-Comfort-Kunden freigeben.“

Wie genau die Bahn sich den Vorgang des „Freigebens“ allerdings vorstellt bleibt offen. Soll ich, wenn ansonsten alle Plätze belegt sind, in den Bahn-Comfort-Bereich gehen und alle dort Sitzenden danach befragen, ob sie denn auch wirklich Vielfahrer sind? Soll ich, wenn alle dies bejahen, gar einen Nachweis in Form einer Bahncard 100 oder Bahncard Comfort einfordern? Soll ich mich aufführen als sei ich die Schaffnerin? Meine Mitreisenden kontrollieren?

Ich habe mich dagegen entschieden und warte seither darauf, dass die Bahn ein schlaueres System entwickelt. Sollen sie doch den „Comfort“-Gästen beim Einstieg einen roten Punkt auf die Stirn malen. Oder die Vielfahrer dazu verpflichten eine kleine Anstecknadel zu tragen. Oder noch besser: Einfach zu den Stoßzeiten doppelt gereihte ICEs, sprich mehr Waggons einsetzen – dann gäbe es Plätze für alle. Ich jedenfalls habe weder Lust für die Bahn den Schaffner zu spielen, noch möchte ich mich bei den Mitreisenden unbeliebt machen und ihnen in arroganter Manier meine ganz spezielle Ich-bin-toll-und-habe-teuer-bezahlt-Karte unter die Nase halten. Wo das enden kann, zeigt eine kleine Anekdote, die ich letztens im ICE von Frankfurt nach Köln beobachten durfte.

Der Zug war voll bis unters Dach, auch im Bahn-Comfort-Bereich, wo ich glücklicherweise noch einen freien Platz gefunden hatte, drängelten sich Menschen und Koffer dicht an dicht. Neben mir saß ein asiatisch aussehender Mann und las auf seinem iPhone E-Mail-Nachrichten in Schriftzeichen, die von oben nach unten verliefen. „Haben Sie eine Bahncard Comfort?“, fragte bald einer der stehenden Mitreisenden ziemlich barsch in Richtung meines Nebensitzers.

Der Mann schaute verständnislos. „I don’t speak German“, sagte er dann. Der stehende Mitreisende erklärte ihm daraufhin von vorn und auf Englisch, wie es sich verhält, mit dem Bahn-Comfort-Status. Nach seiner mehrere Minuten dauernden Rede („you know, this is only when you travel for more than 2000 Euros per year…“) friemelte er seine eigene Bahncard-Comfort aus dem Portemonnaie und bat meinen Sitznachbarn, den Platz freizuräumen. Dieser allerdings lächelte nur schüchtern und zog sein Portemonnaie hervor. „But I also have this“, sagte er entschuldigend und zeigte auf die Bahncard 100, die im Kreditkartenfach des Portemonnaies verstaut war. Der Mitreisende lief rötlich an und verließ den Bahn-Comfort-Bereich, so schnell er über die Koffer in den Gängen steigen konnte. Weitere scheinbar touristisch aussehende Menschen wurden nicht mehr belästigt.


21 Lesermeinungen

  1. Jeff Kelly sagt:

    @Manon

    1. Eine...
    @Manon
    1. Eine Platzreservierung kostet Geld. 2 Euro pro Verbindung. Das mag nicht viel Geld sein aber ich sehe nicht ein einem anderen Reisenden aus Höflichkeit meine 2 Euro zu schenken.
    2. Man reserviert im allgemeinen einen Platz um eben nicht in überfüllten Zügen stundenlang im Gang stehen zu müssen. Ein Service der im Übrigen jedem anderen mit 2 Euro im Geldbeutel ebenso freisteht, der Mutter mit Kind (für die es im übrigen eigene Abteile in den ICs ud ICEs gibt, dem geschäftsreisenden ebenso wie allen anderen Reisenden. Niemand der in irgendeiner Form behindert ist muß im überfüllten Zug stehen
    Für den Rest gilt: Niemand muß im Zug stehen wenn er es nicht will, wer es dennoch tut war offenbar zu geizig die 2 Euro für die Platzreservierung auszugeben, warum ich jetzt aber mein Geld und meinen eigenen Komfort opfern soll um die Bequemlichkeit meiner Mitfahrer zu unterstützen müssen sie mir erst einmal beantworten.
    Da in den Fernverkehrszügen die reservierten Plätze in der Regel markiert sind kann man es sogar bei der Platzwahl berücksichtigen und muß erst gar nicht „verscheucht“ werden. Wer darauf spekuliert, dass ein reservierter Platz nicht belegt wird (weil der Fahrgast einen anderen Zug nimmt z.B.) muß halt damit rechnen, dass der Nutzer irgendwann doch kommt und man den Platz räumen muß.
    Das hat nichts damit zu tun, dass sie die Platzreservierer für unhöflich oder spießig halten, sondern mit grundlegender Höflichkeit der anderen, die ihren Platz belegen.
    Prinzipiell sollte es der Bahn verboten werden Stehplätze zu vergeben und an jede Karte (egal ob im Regionalverkehr oder Fernverkehr) sollte automatisch ein Platz gekoppelt sein. Wie es in vielen europäischen Ländern und auch im Flugverkehr üblich ist. dann wären auch so sinnlose Konstrukte wie Bahn Comfort unnötig

  2. FJg sagt:

    83.200km Bahn in einem Jahr -...
    83.200km Bahn in einem Jahr – damit war ich de fakto Vielfahrer.
    Die Unterschiede zwischen uns beide? Du hast dafür eine häßliche Karte bekommen – ich hab mal die Nacht am Bahnhof im 50.000 Seelen Dorf verbracht, weil der letzte Zug weg war. Wenn die Bahn dir ein Taxi oder Hotelzimmer spendiert, weil die letzte Verbindung weg ist, hoffe ich, dass der McDonalds im Bahnhof wenigstens 24 Stunden auf hat.
    Auch nach dem Bund weiß ich, wie beschissen es war mit Ausrüstung quer durch Deutschland zu heizen und in einer von der Bahn extra geschaffenen 3. Klasse zu fahren. Wenn ich heute jemand sehe, der mit Spindtragestell in den vollen Zug einsteigt, bekommt der meinen Sitzplatz.
    Ich steh hinter unserer Truppe – hinter was stehst du?

  3. Tine sagt:

    na ja, die Formulierung...
    na ja, die Formulierung „niemand muss im Zug stehen wenn er es nicht will“ zeugt doch von sehr grosser Unkenntnis der aktuellen Bahn-Situation auf vielbefahrenen Strecken und von grosser Arroganz!
    Ich fahre oft Freitag mittags auf der Strecke Frankfurt-Köln und da ist der Zug einfach hoffnungslos überfüllt, die Bahnstrecke ist halt auch eine echte Alternative zum Zugfahren. Aber hier gibt es oft keine Reservierungen mehr, der Zug ist also wirklich randvoll. (und ich rede jetzt nicht von den Bahnfahrten diesen Winter als praktisch jeder Zug, mit dem ich fuhr, nur aus einem halben Zugteil bestand. Wo man froh sein musste, wenn der Zug überhaupt fuhr) Nein, ich rede von der ganz normalen Freitagnachmittags-Situation.
    Ich kann mir vorstellen, dass es doof ist, hier jemand von einem Bahn-Comfort-Platz zu vertreiben. Ich selbst habe keine und bin auch schon oft aufgestanden. Aber auch hier macht der Ton die Musik und ganz ehrlich, der nächste der mir wieder im Kommandoton daherkommt, für den stehe ich nicht mehr auf. Soll er doch den Schaffner holen, der kommt auf solchen Strecken nämlich gar nicht mehr durch. Aber für eine freundliche Bitte stehe ich immer auf.
    Und es zeugt genauso von großer Arroganz, andere geizig zu nennen, wenn sie keine Reservierung bekommen können, weil der Zug schon voll ist, wenn sie sich keine Reservierung leisten können, wenn die Reservierungen mal wieder nicht angezeigt werden und man nicht weiss, ob man auf einem reservierten Platz sitzt oder nicht… es gibt viele Gründe. Im übrigen kostet eine Reservierung am Schalter 4,50 das kann sich tatsächlich nicht jeder ständig leisten. Auch im Internet gibt es für 2 Euro schon lange keine Reservierung mehr.
    Also, ein bisschen mitdenken und bitte nicht so schnell mit Pauschalierungen daherkommen. Zu unterschiedlichen Zeiten und auf unterschiedlichen Strecken wird das Bahnfahren nun mal sehr unterschiedlich erlebt. Wenn ich mit einem IC auf der alten Rhein-Strecke fahre, ist es Erlebnis pur. Da wird man noch in der zweiten Klasse vom Bistro aus direkt am Platz bedient, wenn man in der Nähe des Bistros sitzt, da haben die Schaffner Zeit zum Kümmern. Auf einer überlasteten Strecke zu Hauptverkehrszeiten sieht es halt ganz anders aus.

  4. Rhomitra sagt:

    @ Jeff Kelly
    1. schon seit...

    @ Jeff Kelly
    1. schon seit Dezember ’09 kostet eine Reservierung mit BC 100 2,50 EURO, nicht mehr „nur“ 2 EURO. Und das auch nur dann, wenn man sie online durchführt. Greift man aus Mangel an Zeit oder Internetzugang auf die Hotline zurück, zahlt man die vollen 4,50 EURO.
    2. Genau das tue ich, so dass mich die „Reservierungen“ jede Woche 15 EURO kosten (es gibt ja zum Glück gewisse Tage bzw. Uhrzeiten, an denen man zu 90% auch ohne Reservierung sitzend ans Ziel gelangt), was sodann im Monat 60 EURO sind, was aufs Jahr gerechnet 720 EURO sind (ja, hier mal kein Urlaub und ähnliches gerechnet)… und da ist noch keine BC 100 bezahlt.
    Derzeit hilft einem aber leider nichts anderes als eine Reservierung, denn – da mein bevorzugter ICE um 17:10 Uhr seit Anfang des Jahres generell „ohne die Wagen 31-38 einfährt – man hat vom bahn.comfort-Bereich auch nichts mehr, da setzen nämlich die netten Zugbegleiter der Bahn die Menschen hin, die Reservierungen im fehlenden Zugteil hatten. Möchte man diskutieren, wird man einfach stehen gelassen – im wahrsten Sinne des Wortes. Nach mittlerweile guten 4 Monaten des gleichen Elends fragt man sich allerdings, warum es immer noch möglich ist, für die Wagen 31-38 zu reservieren… (aus Sicht der DB natürlich sind, wäre ja schade um das Geld für die überteuerten Reservierungen).

  5. Steven sagt:

    Ich selbst empfinde es als...
    Ich selbst empfinde es als Blödsinn, für eine Platzreservierung noch bezahlen zu müssen. Jeder hat, wenn er mit der Bahn fährt, genug Geld ausgegeben, um nicht noch zusätzlich Geld für einen Sitzplatz ausgeben zu müssen. Daher reserviere ich nicht. Punkt! Normalerweise finde ich als Alleinreisender auch stets einen Platz.
    Ein weiterer Grund, warum ich nicht reserviere, ist, dass ich bei meiner regelmässigen 7stündigen Fahrt quer durch D eigentlich fast nie mit der ursprünglich gebuchten Strecke fahren kann, da irgendein ICE eigentlich immer Verspätung hat, so dass ich meinen Anschluss normalerweise nie erreiche. Es wäre Hohn, für eine nichterbrachte Leistung nochmal 2,50 Euro zu zahlen.
    Bin ehrlich: Ich setze mich bevorzugt auf die Bahn.comfort-Plätze, eben weil diese normalerweise frei sind. Falls ein Bahn.comfort-Kunde kommt, kann er sich gerne NEBEN mich setzen. Dem lass ich auch gerne die Wahl, ob Fenster oder Gang, weil das ist mir pille. Aber wenn jemand meint, mich von meinem Platz vertreiben zu wollen, darf er gerne erstmal einen Zugbegleiter suchen und holen, der mir dann ruhig ausführlich anhand von AGBs, etc. die rechtliche Grundlage ausführlich erklären darf. Bis er mit dieser Erklärung dann fertig ist, sind wir im Zielbahnhof und dann stehe ich auch gerne auf.
    Fazit: Nutzloses Schwert diese Bahnreservierung, eigentlich nur eine Masche, dem Fahrgast weitere 2,50 Euro aus der Tasche zu ziehen.
    Fazit2: Einfache Lösung: Bahn.comfort-Kunden können sich gratis auf http://www.bahn.de einen Sitzplatz ganz normal reservieren (wäre ja auch ein netter Service, wenn das auch Bahncard-Besitzer dürften, die sind ja auch häufiger mit der Bahn unterwegs).
    Fazit3: Fahre gerne Bahn, auch wenn dies bedeutet, sich manchmal mit Zugbegleitern oder Mitreisenden arrangieren zu müssen.

  6. Horst sagt:

    @ Steven
    Kostenlose...

    @ Steven
    Kostenlose Reservierungen für bahn.comfort-Kunden sind eine Idee, die ich eigentlich unterstützen müsste. Aber das würde bedeuten: die BC-Kunden – ich auch – reservieren in allen in Frage kommenden Zügen (wann weiß ja nicht, wann man aus dem Büro kommt, welcher Zug wie Verspätung hat) und belegen nachher doch nur einen Platz in einem Zug. Die anderen Plätze werden nicht belegt – oder dann durch die Gewöhnung „kommt ja eh keiner“ doch und es gibt mehr „Vertreibungs-Opfer“. Nein, die einfachste Lösung ist: das Bahn-Personal kontrolliert, dass im BC-Bereich nur BC-Kunden sitzen. Das Personal ist es da, kontrolliert die Fahrkarten ohnehin – und wenn der Zug nicht zu voll ist gibt es das Problem ja auch nicht, ist also keine immer notwendige Aufgabe. Aber in überfüllten Zügen, vielleicht auch durch einen zusätzlichen Mitarbeiter, diesen Service für die guten Kunden sicherzustellen sollte man schon erwarten dürfen.

  7. Pendler sagt:

    Lieber FJg,
    heißt das jetzt:...

    Lieber FJg,
    heißt das jetzt: wenn ich nicht für einen der schwerbepackten Bundis den Platz räume oder andersherum akzeptiere, dass da jemand unberechtigt einen bahn.comfort-Platz belegt, stehe ich nicht hinter der Truppe? Also soll ich besser Mütter mit kleinen Kindern oder alte Leute bitten, mir den bahn.comfort-Platz freizugeben, wegen der Unterstützung für die Truppe? Unabhängig davon, dass ich vor jedem sozial wirkenden Zivi mehr Respekt habe als vor den Jungs, die so oft schon freitagsmittags betrunkenen und ramboartig die Welt beeindrucken wollen: nein!
    Und das Taxi, wenn die letzte Bahn verpasst wurde, hab ich bisher immer ganz ohne Vorzeigen meiner Bahn.Card bekommen.
    Würde die Bahn die Vorteile der Bahn.Card100 im Kerngeschäft, der Personenbeförderung, erlebbar machen, wäre das die deutlich bessere Werbung für das Produkt als alle vergünstigten Hotelübernachtungen, Eventtickets und kostenlosen Kekse. Aber während die zentrale Aufgabe durch reduzierte Qualitätsanforderungen an die Lieferanten, schlechte Wartung und weitere organisatorische Fehler nun durch den zu kleinen Fuhrpark gerade an ICE3 kaum noch zu bewältigen ist, gibt es hunderttausend andere Bahn-Angebote, die vielleicht auch auf Interesse stossen. Aber ich will einfach nur von A nach B. Jeden Tag. Und sehr gern zu mind. 90% sitzend. Danke!

  8. Steven sagt:

    @Horst:
    Dein Vorschlag würde...

    @Horst:
    Dein Vorschlag würde bedeuten, dass die Bahn.comfort-Sitze regelmässig frei bleiben, ist aber schwierig umsetzbar:
    Ich bin kein Bahn.comfort-Kunde: Angenommen ich fahre von Köln über Frankfurt über Würzburg nach Nürnberg und auf der Anzeige erscheint Sitzplatz (kein B.C-Sitzplatz) von Frankfurt bis Würzburg reserviert und der ganze Zug ist voll. Dann setze ich mich in Köln doch erstmal auf den Sitzplatz, der ja von Köln bis FfM unreserviert ist und warte erstmal darauf, bis in FfM der Fahrgast zusteigt. Natürlich stehe ich dann auf, da ich ja schon in Köln wußte, dass der Sitzplatz ab FfM jemanden gehört, steht ja auch fett auf der Anzeige.
    Dein Vorschlag bedeutet, dass die 6 Reihen Bahn.comfort-Sitze regelmässig frei bleiben müssen. Das ist für den Zugbegleiter kein Problem, solange im restlichen Zug noch Plätze frei sind. Wenn der Zug aber voll ist, quatsche ich den Zugbegleiter aber für gewöhnlich an, ob ich mich in die 1. Klasse setzen kann, was normalerweise dann auch geht (Ticket über 7 Stunden Fahrt).
    Ich nehme an, dass ich den Zugbegleiter, wenn B.C.-Sitze frei sind und Dein Vorschlag umgesetzt wird, bei einem vollen Zug darauf anquatschen würde, ob ich mich da hinsetzen kann, solange kein B.C.-Kunde kommt. Ich nehme an, dass er bei einem überfüllten Zug damit einverstanden ist. Also hast Du als B.C-Kunde dann wieder dasselbe Problem.
    Man könnte die Anzahl der von mir oben erwähnten kostenlosen Bahnreservierungen aber begrenzen, also bspw. auf max. 2 Reservierungen/2Stunden.
    Wie gesagt: Dann sehe ich in der Anzeige: „Aha, in Frankfurt wird sich ein B.C.-kunde auf diesen Platz setzen“ und stehe dann auf, da ich dies ja schon in Köln wußte.
    Ansonsten bin ich – wie schon oben erwähnt – ehrlich: Wenn ich 50 Euro für ein Ticket zahle, sehe ich nicht ein, dass ich zusätzlich noch 2,50 Euro für eine Bahnreservierung zahle, zumal ich bei meiner Reise quer durch D mit 4fach Umsteigen normalerweise aufgrund üblicher Bahnverspätungen fast nie mit der ursprünglich geplanten Route fahren kann.

  9. Heute, am 16.05.2010 fuhr ich...
    Heute, am 16.05.2010 fuhr ich mit einem RE von Fürstenwalde retur gen Berlin. Der Zug war derart überfüllt das weder comfort noch Toiletten nutzbar waren. Auf den Bahnhöfen blieben ca. 80% der Reisenden zurück.
    In dem Eingangsbereich des Waggons ungefähr 2 x 3 m quetschten sich 16 Erwachsene 2 Kleinkinder, die mehrmals verletzt wurden, 14 Gepäckstücke und ein Kinderwagen.
    Im Falle eines Falles hätte der Zug nicht evakuiert werden können.
    Ist das das Resultat der Fahrpreiserhöhungen oder ist das den zunehmenden Einkommen des Bahnvorstands geschuldet?
    Soll Comfort da noch Lösung bringen?
    Hätte es jemand gewagt, so etwas mit Schweinen oder Kühen zu veranstalten, wäre es ganz sicher und zu recht zu einem Skandal gekommen.
    Gunnar Lohmann

  10. colorcraze sagt:

    Wer auf der Strecke...
    Wer auf der Strecke Berlin-Basel nicht reserviert, ist selber schuld, wenn er 8 h stehen darf. Der Zug ist halt fast immer voll. – Zur Weihnachtszeit hatte ich mir mal 1.Klasse Ruhebereich gegönnt. Als ich ausstieg, stand ich kurz vor dem Nervenzusammenbruch, weil ich mir 8 h durchgängig Familiengeschwätz und Erbstreitereien sowie quengelnde Kinder hatte anhören müssen. Es war ein arger Fehler gewesen. Dagegen war das leise Tastaturgeklacker im Businessbereich das reinste Paradies – telefoniert wurde dort wenig. Nun ja, nächstes Mal weiß ich, wo ich reservieren werde..

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