Das letzte Wort

Zitieren unerwünscht!

Das Internet ist schon seit jeher eine verführerische Spielwiese, auf der scheinbar alles möglich ist und keine Regeln gelten: Fremde Fotos oder Straßenkarten schmücken die eigene Internetseite, als wäre sie für den Rest der Welt unzugänglich. Urheberrechte? Noch nie davon gehört. Was einen in der realen Welt noch nie gekümmert hat, sollte auch in der virtuellen Welt kein Grund zum Kopfzerbrechen sein.

So hat schon so mancher gedacht, der im Internet mit einer eigenen Seite der Kreativität freien Lauf lassen wollte – und dem dann die erste Abmahnung des Lebens ins Haus flatterte. Viel schlimmer als die noch höfliche Bitte, das fremde Foto zu entfernen, ist meist die beiliegende Rechnung. Inzwischen dürfte sich allerdings herumgesprochen haben, dass solche Abenteuer mit Vorsicht zu genießen sind. Da droht schon neues Ungemach. In Zeiten, in denen sich auf den Internetseiten nicht nur Leser, sondern in ähnlich hoher Zahl auch Autoren mit einem eigenen Blog tummeln, wird das Endlos-Zitat zum neuen kostenträchtigen Fettnäpfchen.

In letzter Zeit häufen sich Klagen gegen Blogs, die fleißig und oft sogar in bester Absicht ganze Absätze zitieren. Besonders große Verlagshäuser in den Vereinigten Staaten sehen mit wachsendem Ärger, dass Leser häufig gar nicht mehr auf ihre Internetseite gehen müssen, um sich über die Inhalte der Kolumnen zu informieren. Dadurch gingen wertvolle Werbemöglichkeiten flöten, jammern sie. Dabei hilft den Bloggern die Ausrede wenig, dass sie dem Autor durch das ausgiebige Zitat nur weiteren Ruhm bringen wollten. Das musste jüngst etwa das New Yorker Blog Silicon Alley Insider erfahren, das fünf Absätze einer Kolumne aus dem Wall Street Journal zitierte und dabei Autorin und Zeitung ausdrücklich nannte.  

Dies nur als gut gemeinter Ratschlag an die wachsender Blogger-Gemeinde da draußen, sozusagen von Blogger zu Blogger. Mehr zu diesem heiklen Thema kann derzeit nicht veröffentlicht werden, denn die Information stammt zumindest zu einem gewissen Teil aus einem Artikel aus der Montagausgabe der New York Times. Sie verstehen schon…       

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