Das letzte Wort

Das letzte Wort

Die Welt ist voller Paragraphen und Aktenzeichen. Hendrik Wieduwilt und Corinna Budras blicken auf Urteile und Ereignisse im Wirtschaftsrecht.

An der Frauenfront

Noch ist in der SPD der Siegestaumel über die Einführung der Frauenquote nicht abgeklungen, da prescht ihre Frauenministerin Manuela Schwesig mit dem nächsten Projekt vor. Ein „Entgeltgleichheitsgesetz“ soll die Wirtschaft zwingen, Frauen denselben Lohn wie Männern zu zahlen.

Dabei werden Äpfel mit Birnen verglichen: Die vermeintliche Diskriminierung des weiblichen Geschlechts auf dem Gehaltszettel von 22 Prozent reduziert sich nach ziemlich einhelliger Einschätzung auf bloße 7 Prozent, wenn man alle Faktoren herausrechnet, welche die Statistik verzerren. Nämlich dass Frauen öfter in Teilzeit arbeiten oder in Branchen mit niedrigerem Lohnniveau; und dass sie sich aus familiären oder psychologischen Gründen nun einmal häufiger dafür entscheiden, nicht das Rattenrennen in die Führungsetagen anzutreten. CDU/CSU sollten den Mumm finden, einen Gängelungsexzess durch Lohngleichheitsbetriebsinspektoren zu verhindern.

Bei der Frauenquote ist ihr das übrigens besser gelungen, als viele gemerkt haben: Ein Unterschreiten der vermeintlich verbindlichen Zielgrößen, die sich künftig 3500 Unternehmen verordnen müssen, bleibt juristisch sanktionslos.

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