Wostkinder

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Die Wahrheit liegt irgendwo zwischen Ost und West.

Die Mauern zwischen Welten

| 13 Lesermeinungen

Die Mauer in den Köpfen ist nicht mehr zu sehen. Doch das heißt lange nicht, dass wir aufatmen können. Heute geht ein Riss durch die Welt, der viel dramatischer werden könnte.

Am vergangenen Montag hielt Evgeny Morozov hier in Berlin auf der Neuen Weltbühne einen Vortrag zu seinem neuen Buch über „Solutionism“ (Evgeny Morozov, Smarte Neue Welt). Wer Morozov trotz seiner starken Präsenz in dieser Zeitung nicht kennen sollte, kann hier, hier und hier nachlesen, was er so denkt, schreibt und spricht. Ich will mich also gar nicht weiter mit dem konkreten Inhalt befassen, sondern eine Frage der Moderatorin Anjana Shrivastava aufgreifen. Diese fragte Morozov im Anschluss an seinen Vortrag, ob es sein könne, dass nur ein Russe oder, wie im Falle Morozovs, ein Weißrusse, eine solche Sicht auf die Welt, die Dinge, die Entwicklungen, das Netz einnehmen könne. Aufgrund von Erfahrungen, Prägung und Sozialisation. In meinem Inneren bejahte ich diese Frage sofort, im Gegensatz zu Morozov, der sie umschiffte. Um sofort meiner eigenen Bejahung gegenüber kritische Distanz einzunehmen, bei mir denkend: „Katrin, nicht alles ist immer im Untergang des Sozialismus zu begründen“. Nein, das ist es wahrlich nicht. Wenngleich es noch vor nicht allzu langer Zeit Mode war, wegen unserer unterschiedlichen Geschichte sehr viel Aufhebens zu machen und die Differenzen zu betonen. Dies nannte sich dann „die Mauer in den Köpfen“.

Wer will, dass die Welt so bleibt wie sie ist, der will nicht, dass sie bleibt. Berliner Mauer. CC-BY-SA-Lizenz, via Wikimedia Commons.

Von dieser Mauer in den Köpfen haben wir seit ein paar Jährchen nicht mehr gelesen oder gehört. In den 90ern und 2000ern war sie allerdings omnipräsent. Diese Mauer, die irgendwo unter den Schädeldecken der Deutschen schlummerte, war Thema vieler öffentlicher Debatten, wurde mit Indikatoren belegt und in Forschungen untersucht, vermessen und beschworen, gefürchtet und gehegt. Alles zugleich. Besagte Indikatoren waren Ostmenschen, die sich im geeinten Deutschland nicht zuhause fühlen konnten, die sich benachteiligt und betrogen fühlten. Es waren Westmenschen, die Klischeebilder über den Charakter des „Ostdeutschen an sich“ hegten, die meist eng verbunden waren mit dessen frischer Konvertierung zum Kapitalismus. Die Mauer zeigte sich in Reden von Politikern, die im Osten nichts anderes zu sehen vermochten, als ein Millionengrab für die geliebte D-Mark (später Euro). Kurz: Diese Mauer war überall dort, wo Menschen sich genötigt fühlten, jetzt gemeinsam ein Land mit jenen zu Bilden, die bis gerade eben noch der Erzfeind waren, oder über die man wenigstens lachen und sich besser fühlen konnte. Diese nach 1989 und 1990 fortwährende Skepsis gegen den jeweils anderen Menschenschlag auf der jeweils anderen Seite, trug man über 20 Jahre mit sich herum. Forscher gruben sie aus, indem sie Prozentwerte derjenigen erhoben, die sich die Mauer zurückwünschten, oder indem sie fragten, wie viele Prozent in den Ostdeutschen ein unselbstständiges Problemkind sahen.

All das sind Ideen jener, die an dem, was sie hatten, festhalten wollten. Die es gut fanden, wie es war und die nicht gewillt waren, ihren alten Trott zu ändern. Sie waren während der Wende schon erwachsen, sie hatten verfestigte politische Ansichten. Heute sind Menschen erwachsen, die 1989 oder später geboren sind, und diese Menschen ticken naturgemäß anders. Sie können sich an die Mauer nicht erinnern, sie sich folglich auch nicht zurückwünschen. Sie arbeiten, studieren oder geben Beiträge zur öffentlichen Debatte ab. Sie kennen die Mauer in den Köpfen nur vom Erzählen, im eigenen stillen Kämmerlein gibt es diese Idee nicht. Sie werden gerne als die Hoffnungsträger im Kampf gegen diese ominöse Mauer angeführt, als jene, die zur „Wiedervereinigung in den Köpfen“ qua später Geburt fähig sind und damit als eine Art Avantgarde nach diesen anstrengenden 90ern und 2000ern, als immer wieder aufs Neue die alten Differenzen inszeniert wurden. Die vierte Generation Ost/West und der Faktor Zeit – sie beide sind das Heilmittel gegen alte Animositäten, gegen Spaltung und Abgrenzung.

Der Faktor Zeit spielt vor allem deswegen eine so wichtige Rolle, weil Veränderungen immer viel länger brauchen, um zu wirken, als die meisten Menschen wahrhaben und einsehen wollen. Doch betrachtet man jene, die im Sozialismus Stabilität und Sicherheit erlebten, seit der Einheit aber keinen Boden mehr unter den Füßen haben, dann werden die Schmerzen sichtbar, die eine Transformation von diesem Ausmaß mit sich bringt. Zwangsläufig. Noch eindrucksvoller schildert Swetlana Alexijewitsch, welche Schmerzen und Risse in der russischen Seele das Ende der Sowjetunion bedeutete. Secondhand-Zeit, Leben auf den Trümmern des Sozialismus heißt ihr aktuelles Buch, das zu lesen keine Freude ist, aber ein wichtiger Augenöffner (mehr dazu, wenn ich es fertig gelesen habe). Die Überbringer des Kapitalismus und der Demokratie haben häufig übersehen und vergessen, dass man jene Übriggebliebenen des Sozialismus sehen, ansprechen und ernst nehmen muss, wenn man daran interessiert ist, Vertrauen in die Transformation aufzubauen. Und daran sollte jede Politik, die nicht nur Schönwetterreden hält, interessiert sein. Betroffen sind etliche Menschen, die nach der Wende ihr Heim, ihr Land oder ihre Arbeit ersatzlos verloren. Menschen, die hochrangige Berufe im DDR-System hatten, mit Verantwortung und Entscheidungsmacht ausgestattet waren, gebildet und respektiert, fanden sich im Zuge der Ent-DDR-fizierung auf Sozialhilfe und Hilfsjob angewiesen. Fabriken wurden geschlossen, jeden Tag verschwanden hunderte von Arbeitsplätzen in einem Land, das vierzig Jahre lang geglaubt hatte, wahre Emanzipation würde nur durch Arbeit erreicht. Und wenn sie ihrem Leid Ausdruck verliehen, verspottete man sie als „Jammer-Ossis“. Alles, woran sie diese 40 Jahre geglaubt hatten, wurde ihnen als „falsch“ und „unrecht“ deklariert. Sie verstanden das neue System nicht, ließen sich Versicherungen und Religionen genauso aufschwatzen wie Wärmedecken auf Kaffeefahrten. Die Liste ist endlos – doch bis heute werden sie nicht gesehen.

Die jungen Leute sind also ein Stück Hoffnung. Sie sind Kinder und Enkelkinder dieser Menschen. Doch wenn wir ehrlich sind, können wir nicht erwarten, dass sie heilen, was an Vertrauen brach liegt. Die Hoffnungslosigkeit können sie nicht mildern, denn die Lage hat sich verändert. Die Mauer in den Köpfen verläuft nicht mehr zwischen Ost und West. Sie verläuft zwischen diesen Kindern und ihren Eltern und Großeltern, zwischen jenen, die im neuen System klarkommen, und jenen, die abgehängt sind. Und Klarkommer wie Abgehängte gibt es jetzt überall. Ihre Herkunft ist divers. Es gibt Mauern zwischen Generationen. Wer 20, 30 oder 40 Jahre im Sozialismus lebte, liebte und arbeitete, jetzt aber arbeitslos und perspektivenlos zusieht, wie Deutschland immer reicher wird, wie in Einheitsfeierreden von Bundespräsidenten die enorme Stärke des Landes gepriesen wird – ohne dass je etwas im eigenen Umfeld davon ankommt; wer die Kluft spürt zwischen Versprechen und Realität, zwischen Leistungsdruck und Burnout, der wird heute in West wie in Ost resignieren. Konsum, Rennen um Jobs, Ausbeutung, Zeitarbeitsfirmen…

Kommen wir zum Punkt: Die Mauern haben sich verschoben: Nicht mehr zwischen West und Ost ist ihr Verlauf, sondern zwischen Reich und Arm. Zwischen Arbeitend und Arbeitslos. Zwischen Gebildet und Ungebildet. Dieses geeinte Deutschland ist ein Land der Konkurrenz aller gegen alle geworden. In den 90ern und 2000ern war dieser Unterschied als besonderes Merkmal zwischen Ost und West sichtbar. Doch die Differenzen lösen sich von der Geschichte der Wiedervereinigung. Sie breiten sich aus. Sieger und Verlierer, Stadt und Land – Deutschland und Griechenland. Ja – die Differenzen haben die bundesdeutsche Grenze längst verlassen. Die innerdeutsche Grenze wird vielleicht noch einmal beim Verhandeln  über einen Mindestlohn bemüht – doch solche Nachrichten sind Atavismen einer vergangenen Zeit. Etwas anderes hat sich in den Vordergrund gerückt, hat „die Mauer in den Köpfen“ abgelöst. Es geht ein Riss durch diese Welt und er wird nicht durch neue Technologien geschlossen, sondern wir sind inmitten eines Aufreißens. Selten waren Dystopien so en Vogue, wie dieser Tage. Auf der Buchmesse gab es nicht nur ein Werk mit düsteren Zukunftsaussichten, sondern viele. Die Stimmen kommen aus allen Richtungen: Umwelt- und Klimaforscher (etwa Stephen Emmott, Zehn Milliarden), Staatstheoretikerinnen (Wendy Brown, Walled States, Waning Sovereignty), Whistleblower und Geheimdienstanalysten, Romane über unentrinnbare Unternehmen (Dave Eggers, The Circle), Wirtschaftsexperten (wie Gabor Steingart) – alarmierende Schriften haben Hochkonjunktur. Die Welt ist in Bewegung. Sie driftet auseinander, während sie gleichzeitig zusammen wächst. Globalisierung und gleichzeitige sozio-ökonomische Spaltung.

Der Bundespräsident Joachim Gauck sprach in seiner Rede zur Deutschen Einheit nicht zufällig zwei dieser Themen offen und kritisch an. Wenngleich er lange nicht so apokalyptisch und dystopisch daherkommt (wie könnte er auch?!), warnt er:

Unser Land ist keine Insel. Wir sollten uns nicht der Illusion hingeben, wir könnten verschont bleiben von den politischen und ökonomischen, den ökologischen und militärischen Konflikten, wenn wir uns an deren Lösung nicht beteiligen.

Nicht zufällig am Tag der Deutschen Einheit. Denn es könnten die Lehren der Einheit sein, die uns in die Verantwortung für die eine Welt zwingen. Die Mauer in den Köpfen war ein Symptom, ein Ausdruck des schwierigen Umgangs mit Differenzen. Kulturelle, historische, wirtschaftliche, soziale, politische und so weiter. Anstatt aufeinander zuzugehen, neigen Menschen allerdings dazu, die Differenzen zu essentialistischen Gräben zu erklären. Nicht ohne Grund erleben wir in vielen Teilen Europas, auch hier mit der AfD, ein Erstarken rechter und nationalistischer Parteien und Bewegungen. Es gilt jetzt, weltweit zu schaffen, was Deutschland nach der Wende bis heute (und hier stimme ich nicht mehr mit Gauck überein) nur unzureichend schaffte: Einander sehen, einander ansprechen, einander ernst nehmen und gemeinsame Visionen entwickeln. Mit einer grundlegenden Offenheit, die auch die Fehler derjenigen erkennt, die es gewohnt sind, weltweit als Sieger und Demokratiebringer aufzutreten.


13 Lesermeinungen

  1. Ewige Mauern und Risse.
    Was nützt es dem Menschen, wenn er Lesen und Schreiben gelernt hat, aber das Denken anderen überlässt?
    Ernst R. Hauschka

  2. Nehmen Sie mal das Flüchtlingsdrama vor Lampedusa
    Was ich hier im Wostblog vermisse, ist ein wenig Interesse für die DDR, die ehem. deutsche Frage und auch die heutige Situation der Ex-DDR. Ein bißchen analytische Schärfe und gedankliche Disziplin.
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    Ja, der Blick, den der Westen auf den Osten richtet, ist ein kolonialer. Aber das ist nichts besonderes. Europa hat die anderen Kontinente seit 500 Jahren nie anders gesehen als durch die koloniale Brille. Schon auf Polen guckt der Deutsche ganz anders als auf Belgien. Ja, auch heute noch, 2013, und vermutlich wird das auch in 50 Jahren noch so sein.
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    Selbst einmal dem kolonialen Blick ausgesetzt (gewesen) zu sein, ist eine harte Schule. Aber vielelleicht steigert diese ERfahrung ja die Empathie- und Erkenntnisfähigkeit? Zumindest bei denen, das reflektieren und Distanz gewinnen können?
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    Aber dieser Beitrag läßt davon wenig ahnen. Am Anfang müsste schon erst mal die Einsicht stehen, dass mit Appellen nichts zu erreichen ist.
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    Dann ware ich schon mal an authentischen Berichten interessiert, wie (also aus Ossi-Perspektive) der Aufbau Ost so life. Also diese Jahre zwischen 1990 und 1995. Ganz praktisch, dargestellt an konkreten Beispielen, unmittelbarer Anschauung und menschlicher Genauigkeit. Ohne Rücksicht darauf, wem es gefallen wird und wem nicht.

  3. Mauern in den Köpfen, Risse durch die Welt
    Der Text wird von zwei Bildern durchzogen, die dasselbe sagen wollen, aber zu unterschiedlich sind.
    Hier die Mauer in den Köpfen, dort der große „Riß durch die Welt“.
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    Das alles ist wohl ein Lamento, eine moralische Kritik an den psychologischen Begleiterscheinungen in etwa derjenigen Konstellation, die man in der DDR wohl als Klassengegensatz bezeichnet hätte.
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    Die damalige Ideologie hätte auch gleich Antworten geliefert, warum das mit dem „einander sehen, einander ansprechen, einander ernst nehmen und gemeinsame Visionen entwickeln“ vermutlich nicht klappt.
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    Sehen Sie, da gibt es einfach einen Interessengegangsatz: Wenn ein großer Teil der gut ausgebildeten Bevölkerung für 5 Euro die Stunde malocht (wie im Osten ja der Fall), dann ist das für die Vermögenden kein Mißstand, kein Nachteil, sondern einfach eine günstige INvestititionsvoraussetzung. Natürlich wird sich kein Reicher jetzt Mühe geben, und sich in die Situation dessen, der so arbeiten muss und trotzdem keine Miete mehr bezahlen kann, „hineinzuverrsetzen“.

    • Seltsamer Kolonialismus, der in einen Dritte-Welt-Staat mit maroder Infrastruktur,
      gecheitertem politischen Modell, vollkommen ineffizienter Wirtschaft und überbordender Kontrollbürokratien hunderte von Milliarden Euro an Transferleistungen pumpt, um diesen Staat innerhalb von nur 23 Jahren von 30% auf 90% des Wohlstandes zu bringen, den der kolonisierende Staatbereits hat.

      Es gibt einige Dutzend Staaten weltweit, deren bevölkerungen diese Art der Kolonialisierung enthusiastisch begrüssen würden.

      Gruss,
      Thorsten Haupts

  4. Amen .... Und jetzt müssen wir die Emails von unserem Makler checken,
    wegen der nächsten ETW.

    Das Volk hat kein Brot?
    Sollen sie Kuchen essen!

  5. Die Analyse stimmt nicht. Mauern werden eingerissen und nicht aufgebaut.
    Mauern geben Schutz.
    Schutz vor dem Zugriff des Kapitals.
    Aber die Geldbesitzer reissen die Mauern ein.
    Denn sie wollen ALLES.
    Noch eine ETW und noch eine. Und noch und noch eine.
    Und zwar in den Bezirken wo traditionell die ärmeren Schichten lebten.
    Man raubt den Ärmeren nicht nur ihre Wohnungen.
    Man raubt ihnen ihren Lebensstil, ihre Kieze, ihre Identitäten.

    „Seht her: Wir sind REICH, COOL und ÖKOLOGISCH“.
    Wir wohnen jetzt in euren Kiezen und Wohnungen.
    Und jetzt bitte, verpisst euch: Eure Armut kotzt uns an.“

  6. morozov
    bin selber so ca. 2.5te Generation Ost…

    Ich hatte zu Morozov ähnliche Gedanken wie die Interviewerin: jemand, der die totalitären Mechanismen am Wirken gesehen hat, sieht deren Anfänge besser. Bei den Ex-Sowjetbügern ist das aber alles viel tiefer und länger eingbrannt als bei den Ex-DDR-Bürgern (im Vergleich war die DDR tatsächlich eine ‚kommode Diktatur‘ (Grass)), das wirkt auch auf jemanden, der heute erst 29 ist, wie Morozov.

    (aus diesem Grunde warte ich diesbezüglich immer noch auf Sergei Brin…)

  7. Irrationaler Unsinn - Von OBEN
    1.) Die Wiedervereingung wurde gegen jeden wirtschaftlichen Sachverstand von Kohl mit der Brechstange herbeigeführt. „Gleicher Lohn für Gleiche Arbeit“ und „Liquiditätshilfen“ waren die Traumbegriffe, mit denen die Marktwirtschaft leider nicht funktioniert.

    2.) Wir können sehr wohl uns von den schmutzigen Kriegen der „Wertegemeinschaft“ heraushalten. Dann müssen wir aber auch aufhören „mitzureden“. Schweiz, Schweden und Finnland tun dies mit großem Erfolg. Kleinere Kooperationen (ala Crypto-AG, Oerlikon oder Erzlieferungen 1941 bis 1945) ändern daran nichts.

    Es ist eigentlich ganz einfach: Wir müssen ein GESUNDES Selbstbewusstsein erlangen und aufhören zwischen Übermenschentum und Vasallendenken hin- und herzueiern.

    Lehrstücke gibt es genug, neben den oben genannten gibt es noch das Spanien Francos, welches neben einem Tornado der Weltgeschichte seinen selbstbestimmten Weg fand. Oder das Thailändische Königreich, welches offenbar ebenso einen gewaltigen Genius besitzt, falls man seine politische Existenz als Masstab nimmt.

    Oder in den Worten von Mustafa Kemal: Frieden zuhause, Frieden im Ausland. Abenteurer bitte bei der Fremdenlegion melden und wahre Patrioten in Ruhe lassen. Danke auch.

  8. Lustig: "...die Mauer zwischen den... ist nicht mehr zu sehen!" Natürlich kann man sie nicht sehe
    sie ist durchsichtig, aber sie ist da!

  9. Guter Beitrag...gefällt mir.
    Der Mauerspruch stimmt und auch die angesprochene Herzlosigkeit, Unfreundlichkeit
    der Menschen, von Hr. Gauck.
    Diese angesprochene, Herzlosigkeit wächst mit der „Technisierungsgeschwindigkeit“
    und „Globalisierungsgeschwindigkeit“. Wir werden „Schmerz-Wahrnehmungsärmer“
    und „Schöpfung-Wahrnehmungsärmer“, „Herz-Bildungsarm“, gefühlskalt.
    Die Globalisierung ist ein modernerer Versuch von „Welt-R(r)eich“…(zu) werden.
    Es wird nicht gelingen, zumindest nicht herzlich, friedlich…
    nur in Richtung „ausbeuterisch, kriegerisch, zerstörerisch“.
    Dann gilt der Mauerspruch vom Foto. Wie jeder vorhergehende Versuch,
    so wird auch dieser Versuch einen Untergang erleben.
    Es gibt viele Gründe, zusammengefaßt sage ich „Geistreifemangel“, „Herzverlust“.
    Wir sind zwar nicht zu unkritisch, aber doch unfähig diese Entwicklung aufzuhalten…
    noch, möchte ich dazusagen.
    Das Geld, als alternativlose Leben-Basis für die Menschen ist das große Dilemma.
    Geld frißt Herz auf…leider.

    MfG
    W.D.H.

  10. Beginnt ein Blogbeitrag mit der Ablösung eines schiefen Bildes durch ein anderes und endet
    mit einem vagen Ausblick, dann ist darin wenig Gehrnschmalz investiert worden.

    Fangen wir mit den schiefen Bildern an: Es gab niemals wirklich eine Mauer in Köpfen von Ostdeutschen. Und es gibt heute keine neue diese ablösende Mauer zwischen Arm und Reich. Soweit es sie gibt, zwischen Schichten mit unterschiedlichen Errfahrungen und Lebensumständen, gab es sie auch schon 1960 oder 1980, da ist seitdem wenig dazugekommen ausser der freiwilligen Entmischung dieser Schichten.

    Das erstarken rechspopulistischer Parteien europaweit hat auch überhaupt nichts mit „Mauern“ in Köpfen zu tun, sondern ist eine leicht erklärbare Folge weitreichender Entscheidungen politischer und medialer Eliten über ihre Völker hinweg und vermutlich sogar gegen einen konstanten Mehrheitswillen in diesen Bevölkerungen (Stichworte: Einwanderung, europäische Einigung, Globalisierung). Und das einzg erstaunliche an ihrer Existenz ist, dass es so lange gedauert hat, bis sie sich etablierten (in deutschland bis heute nicht wirklich).

    Damit sind alle Voraussetzungen falsch, auf denen der Handlungsappell aufbaut: Einander ernst nehmen, gemeinsame Visionen entwickeln. Dieser Appell könnte aus einer Sonntagspredigt stammen könnte – so wolkig, ungefähr, rosig und herzerwärmend, dass er nur entweder falsch oder inhaltsfrei ein kann.

    Und genau deshalb könnte der Appell selbst das eigentliche Anzeichen für eine Krise sein. Leute, die so denken (und konsequenterweise nicht handeln) stellen seit vielen Jahren eine Mehrheit zumindest des medialen Personals. Es ist die intellektuell-romantische Unterfütterung des Merkelismus, den Journalisten angeblich sonst so verabscheuen. Aus allgemein bekannten Bildern allgemein anerkannte Gemeinplätze konstruieren und in den daraus abgeleiteten Schlussfolgerungen ja alle mitnehmen. Intellektueller Erkenntniswert? Null.

    Gruss,
    Thorsten Haupts

    • Intellektueller Erkenntniswert? Null....falsch...inhaltsleer...wenig Gehirnschmalz...
      Ich stimme mit der Mathematik nicht überein. Ich meine, dass die Summe von Nullen eine gefährliche Zahl ist.

      Stanislaw Jerzy Lec

      …das könnte den Intellektuellen Erkenntniswert 0 zu einem beachtenswertem Ergebnis
      verhelfen. Nämlich alles was Sie persönlich für Intellektuell = 0-wertig beziffern,
      könnte für Sie zu einer persönlichen Gefahr werden.

      Nehmen Sie die Menschen, wie sie sind, andere gibt’s nicht.
      Konrad Adenauer

      :-)

      Gruß
      W.D.H.

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