Wostkinder

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Die Wahrheit liegt irgendwo zwischen Ost und West.

Das deutsche Mutterunglück

| 21 Lesermeinungen

Die ostdeutsche Frau lebte mit der Doppelbelastung aus Beruf und Familie. Die Wende änderte daran wenig. Jetzt ziehen die Frauen im Westen erschöpft nach.

Das sozialistische Kollektiv definierte sich über sein produktives Schaffen. Durch die Tätigkeit des Arbeitens drückte jedes Individuum des Kollektivs seinen Beitrag zum sozialistischen Gesamtwerk aus. Frauen hatten es bei diesem Streben nach gesellschaftlicher Anerkennung besonders schwer, denn nebst ihrem Beruf, mussten sie sich auch um die Kinder und den Haushalt kümmern.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges und der Gründung der DDR brauchte der junge Staat vor allem eines: Arbeitskräfte. Ihre Verfügbarkeit war beschränkt, da viele Männer entweder verwundet oder gar nicht aus dem Krieg wiederkamen. Zur Behebung dieses Mangels wurde in der DDR eine damals noch deutsche Tradition über Bord geworfen. Die Frauen wurden 1949 qua Verfassung als gleichberechtigter Teil der Gesamtgesellschaft definiert. Da heißt es:

(1) Mann und Frau sind gleichberechtigt.

(2) Alle Gesetze und Bestimmungen, die der Gleichberechtigung der Frau entgegenstehen, sind aufgehoben.

Durchaus ein Paukenschlag in deutschen Gefilden, wenn auch für die DDR nicht vollkommen unerwartet. Schon 1947 hatte sich der „Demokratische Frauenbund Deutschlands“ (DFD) gegründet, der sich als Erbe der Frauenbewegung verstand. Der DFD hat an den Inhalten der ersten DDR-Verfassung ebenso mitgewirkt wie er auch Abgeordnete in die Volkskammer sowie Bezirks- und Kreistage entsandte. Dabei kam dem Verein innerhalb der DDR eine Doppelfunktion zu. Zum einen trat er für die Frauenrechte ein und zum anderen mobilisierte er die Frauen für die Arbeit.

Mit der Mobilisierung allein war es jedoch nicht getan, denn Frauen mit Kindern konnten diese nicht einfach daheim lassen oder nur selten bei den Großeltern. Die staatlichen Organe der DDR schienen hier einer Art Lernprozess zu unterliegen, denn die flächendeckende Versorgung mit Kindertagesstätten entstand erst in den 1970ern und 1980ern Jahren. Zuvor bestanden Betreuungseinrichtungen, wenn auch in wachsendem Maße, oftmals nur betriebsgebunden.

Bundesarchiv Bild 183-1988-0218-013, Kindergarten, Kinder beim Spiel
Bundesarchiv, Bild 183-1988-0218-013 / CC-BY-SA-3.0-de, via Wikimedia Commons

So schön die Theorie einer Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau auch klingen mag, die Realität sah anders aus. Wie Michael Opielka in „Familie und Beruf: Eine deutsche Geschichte“ ausführt, zeigen die Zeitbudgetanalysen der DDR auf, dass der Anteil der Männer an der Kinderbetreuung sowie an hauswirtschaftlichen Tätigkeiten unter 30% lag. Die Zeitbudgetanalysen der DDR wurden nur für die Jahre 1974-1985 geschlechtergetrennt geführt. Ein Fazit aus Ihnen lautet demnach, dass Frauen nebst dem Beruf auch 70% der Hausarbeit und Kinderbetreuung vornahmen, also einer Doppelbelastung unterlagen.

Wie diese Doppelbelastung aussah, beschrieb Renate Feyl in einem Debattenbeitrag der Emma. Die Kinder mussten vor Arbeitsbeginn im Kindergarten abgegeben werden. Anschließend folgte die Arbeitszeit. Weiterbildung war eine Tätigkeit, die außerhalb der Arbeitszeit erfolgte und somit Freizeit war. Eine Rarität war Teilzeitarbeit, die staatlich zudem unerwünscht war.[1] Anschließend folgten: „Einkaufen, Haushalt, Mann, Kinder, Kochen, Waschen und Putzen – die Kür für die ­Familie.“ Zumindest 70% davon. Da nicht alle Waren jederzeit erhältlich waren, ergab sich ein höherer zeitlicher Aufwand für deren Beschaffung. Das sind alles Tätigkeiten, die der westdeutschen Frau nicht fremd sind. Ihr fehlte meist nur die zusätzliche Regelarbeitszeit.

Wenn Beruf und Familie vereinbar sein sollen, entsteht das Problem, dass für diese Vereinbarkeit Freiräume geopfert werden. Gemeint ist damit nicht nur die Freizeit, in der man seinen Hobbys nachgeht, sondern das betrifft auch die Zeiten, die allein der Entspannung dienen. Der Freiraum, nicht immer nur zu handeln, sondern auch darüber nachdenken zu können, wie man sein Leben gestalten möchte. Müßiggang. Manche würden behaupten, eine Grundtätigkeit der Philosophen.

Die Frauenförderung der DDR hatte bei all ihren Mängeln nicht nur Nachteile in Form einer doppelten Belastung. Die Frauen waren ein wichtiger und selbstbewusster Bestandteil des (Arbeits-)Kollektivs. Sie fühlten sich vielfach gleichberechtigt und wollten sich von ihren „westlichen Schwestern“ nach der Wende nicht das Gegenteil einreden lassen. Die erarbeitete Unabhängigkeit fand ihren Ausdruck an Stellen, die man auf den ersten Blick nicht unbedingt vermutet.

So war nicht nur die Beteiligung der Männer an der Hausarbeit eher gering ausgeprägt, sondern im Gegenzug die Scheidungsrate auch entsprechend hoch. 50% der geschlossenen Ehen wurden geschieden. Möglich wurden die Scheidungen dadurch, dass Frauen in der DDR durch ihren Beruf und die Kindertagesstätten einer gewissen Unabhängigkeit unterlagen. Sie mussten sich nicht alles bieten lassen. In diesem Sinne ist es auch bezeichnend, dass im Westen die Scheidungsraten just seit dem Moment anstiegen, und sich jetzt auf einem ähnlich hohen Niveau befindet, seit dem Frauen durch eine eigene Arbeit ihre Unabhängigkeit gewährleisten können. Sie müssen ihre Männer nicht mehr aus finanziellen Erwägungen heraus ertragen.

Und dennoch ist das alles kein Zustand. Wie dem Buch „Kann ich gleich zurückrufen?“ von Barbara Streidl zu entnehmen ist, ergeht es der berufstätigen West-Frau in Sachen Doppelbelastung so, wie einst der berufstätigen Frau im Osten. Mann wie auch Frau arbeiten und ein Großteil der Hausarbeit bleibt an der Frau haften. Meist ist das nicht böse Absicht, denn oftmals sind die Entscheidungen, wer was tut, rein finanziell geprägt. Der besser verdienende Mann[2], mit dem oftmals höheren Posten, muss auf Dienstreise, derweil kümmert sich die geringer verdienende Frau um alles. Das fängt bei Kleinigkeiten an und setzt sich auch im Großen durch.

Die Schließzeiten der meisten Kindergärten und Schulhorte sind absurd. Um 8:00 Uhr gibt man sein Kind ab und um 16:00 Uhr, vielleicht sogar noch 17:00 Uhr muss es abgeholt werden. Das heißt, die Arbeitszeit ist durch das Kind gedeckelt und für Überstunden ist keine Zeit. Eine verkürzt arbeitende Partnerin, kann das Kind beispielsweise schon mal abholen. Wenn die Frau dann mit dem Kind daheim ist, kann der Mann dann doch noch den ein oder anderen Termin schnell noch dazwischen schieben, ehe er ebenfalls dem Heimweg antritt. Dies als eines von vielen Beispielen, wie eine für die Frau festigende Dynamik gen Heim entstehen kann.

Ganz pragmatisch könnte man sich nun der Behebung der Probleme zuwenden. Da müssen die Kindergärten halt länger auf haben und schon passt alles besser in das Konzept. So einfach kann man es sich machen. Barbara Streidl tut das nicht. Ihre (fiktive) Erzählung benennt zwar diese Probleme, bietet aber auch Einblicke in die dahinterstehende Psychologie. Sie breitet das ganze Spektrum weiblichen Denkens vor dem Leser aus, der erstaunt ein sehr komplexes Konstrukt aus gefühlter Schuld, Scham und Verzweiflung vor sich findet. Ein steter Widerstreit zwischen zurückgestellten Ansprüchen und den Ansprüchen der Welt an die Frau, während Rechtfertigungen oftmals nicht für sich selbst, sondern für andere zurechtgelegt werden.

Claudia Voigt beschrieb kürzlich im Spiegel die sich daraus ergebende „große Erschöpfung“. Antonia Baum ergänzt in der F.A.S. von heute (5. Januar 2014) ihre Ängste vor dem, was mit ihrem Leben passiert, wenn die durchaus gewünschten Kinder erst einmal da sind. Beiden ist gemein, dass sie vor allem das Hamsterrad „Beruf“ als ungelöstes Problem angesehen. Da wird der kapitalistische Optimierungswahn gebrandmarkt und auf die Politik geschimpft. Zu unentschlossen (Voigt) und zu wirtschaftsverliebt (Baum) seien die Damen und Herren. Beide ignorieren dabei, dass schon die politischen Akteure in der DDR das grundsätzliche Problem nicht lösen konnten. Wohlgemerkt mit einer Politik, die weitaus bestrebter auf die Gleichheit der Geschlechter ausgerichtet war. Am Ende setzte sich das typische Rollenverhalten dennoch durch.

Barbara Streidl ist von den politischen Forderungen nicht weit entfernt. Vermutlich würde sie mit Verve für Vieles eintreten, das auch Antonia Baum und Claudia Voigt vertreten. Sie belässt es nur nicht dabei. Ihr verstecktes Plädoyer, das sie über den Wochentag „Montag“ am Ende ihres Buches einführt, nimmt alle in die Pflicht. Die Kollegen, den Chef, den eigenen Mann und sich selbst. Die Gesellschaft. Alle Protagonisten müssen ihr Handeln ändern. Damit erinnert sie unsere Gesellschaft daran, dass Kinder zwar eine private Angelegenheit sind, die Welt in der sie leben, jedoch von den Erwachsenen gestaltet wird. Politische Rahmenbedingungen sind das eine, menschliches Handeln jedoch das Wichtigste.

 

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[1] Ich verfüge nicht über diese Erfahrungen, da meine Mutter in Teilzeit arbeitete und mein Vater mich in den Kindergarten brachte wie auch abholte. Diese Privilegien mögen aber dem für ostdeutsche Verhältnisse liberalen Berlin geschuldet gewesen sein.

[2] Siehe Gender Pay Gap: 23% unbereinigt und 8% bereinigt.


21 Lesermeinungen

  1. Entspricht die Darstellung der Sachverhalte des Artikels Ihrer Wahrnehmung?
    Die erste Frage, die sich mir nach dem Lesen des Artikels stellte, war die, warum er Widerspruch in mir anregt. Nach einigem Nachdenken und Abwägen denke ich, es ist die Diskrepanz zur eigenen Lebenswirklichkeit.

    In meiner Ehe gibt es Arbeitsteilungen die sich abgesprochen (also bewusst) oder unabgesprochen entwickelt haben. Manche davon denken sich mit dem gängigen Cliché, mache nicht. In meinem sozialen Umfeld ist das analog. Da es sich um ein urbanes Lebensumfeld handelt, ist die Arbeitsteilung nicht die, die ich (klassisch ländlich) aus Kindertagen kenne: Außen- und Infrastrukturarbeiten werden durch den Mann, Innenarbeiten durch die Frau erledigt – da es in einer Stadtwohnung wenig Außenarbeiten gibt. Aber ich kenne keinen einzigen Mann, von dem ich sagen würde, er schlaucht sich auf Kosten seiner Frau durch, will heißen, er sitzt im Cafe und diskutiert über Weltpolitik, während sie daheim vor lauter Arbeit nicht weiss, wo vorn und hinten ist.

    Auch Väter haben eine Doppelbelastung. Wenn ich als frischgebackener Vater von der Arbeit nach Hause kam, gab es keine Pantoffel und kein Essen stand warm im Ofen. Da gab es den kleinen (schreienden) Sproß quasi an der Wohnungstür mit den Worten „Dein Kind!“. Und bis heute habe ich noch nie einen Satz gehört wie „Kinder, lasst Euren Vater, der kommt von der Arbeit und braucht Ruhe.“ Und eine solche Watteeinfassung fehlt mir auch nicht, ich übernehme die Kinderbetreuung gern, ich möchte ein Teil der Familie sein und mithelfen. Ich war ja für ihre Gründung.

    Es mag den vielbeschworenen Pascha geben, der von vorn bis hinten durch seine Frau gepampert wird. Nur die statistisch suggerierte Häufigkeit deckt sich nicht mit meinen Lebenserfahrungen. Vielleicht geht es ja auch noch anderen so wie mir?

    • Zeitbudget-Studien
      Es gab einmal vor sehr langer Zeit eine Zeitbudget-Studie aus dem Hause Bundesfamilienministerium (können Sie sich gern selbst zusammen googlen, hier kann man leider keine Links posten) und dort kam doch recht eindeutig heraus: Die Doppelbelastung ist vor allem bei Frauen eine Doppelbelastung. Der Anteil unbezahlter Arbeit ist bei Frauen enorm hoch. Der Anteil von Freizeit bei Männern viel größer usw…

      es sollte eigentlich 2013 eine aktuelle zeitbudget-Studie geben. Ich warte immer noch darauf. Ob sie noch kommen wird? Und wenn nicht, hat man sie dann einfach vergessen, oder hat man vor irgendwas Angst bei der CSU und Co.?? das ist natürlich alles Spekulation. Schade ist es dennoch, denn es ist die einzig belastbare empirische Studie, mit der man die ganze Sache wissenschaftlich untermauert debattieren kann. Da ist es etwas ärgerlich, dass die letzte schon so alt ist.

    • @Katrin Rönicke: Ich kenne die westdeutsche Bilderbuchfamilie der Sechziger nicht
      Ich kenne die westdeutsche Bilderbuchfamilie der Sechziger und Siebziger nicht und auch nicht deren Lebensgefühl. Was davon bei mir angekommen ist, ist ein latenter Eindruck, dass im „Westen“ sozialisierte Frauen häufiger den Status ihres Mannes stützen, um indirekt von der dadurch verbesserten Wirkung des Gatten zu profitieren. Ist aber nur ein Eindruck.

      Vielleicht gab es damals mit der beginnenden Urbanisierung auch Rollenmuster, die erstmal übernommen wurden obwohl sich nicht mehr funktional ausgewogen waren. (Die Hausarbeit und die Kinderbetreuung blieb weiter Aufgabe der Frau und das Bäume fällen und Pflügen als Aufgabe für den Mann gab es nicht mehr.)

      Ich kann diese (stark ungleiche) Aufteilung nur in meinem sozialen Umfeld nicht erkennen und meine Frage ist, ob sie für Sie oder andere Diskussionsteilnehmer im jeweiligen sozialen Umfeld klarer erkennbar ist. Vielleicht lebe ich ja auf einer Insel?

      Zum Thema Freizeit, kann ich nur sagen, dass meine Freizeit (wenn man Beschäftigung mit Kindern als „Nichtfreizeit“ deklariert) ca. um 21.00 Uhr beginnt. Und mal um 03:00 Uhr endet und mal um 06:30 Uhr. Das ist nicht weiter wild, wie schon gesagt, aber wenn geschrieben wird, Männer hätten deutlich mehr Freizeit, sagen wir doppelt so viel – könnte es dann sein, es ist gemeint, sie haben 30 Minuten täglich, statt 15 Minuten täglich?

  2. Großeltern
    können eine wichtige Rolle spielen.
    Alles, was ich sonst noch zu sagen hätte, wurde schon erwähnt

    • Oma und Opa können nicht mehr..
      Die dürfen jetzt selber rackern, bis sie 67 Jahre alt sind. (Und sind danach in der Regel nicht mehr körperlich in der Lage mit einem Kind mitzuhalten. Sonst könnten die dann ja auch noch arbeiten, gelle.)

      Hausfrau-Oma ist ein aussterbendes Modell, das von der Politik vehement bekämpft wird. Deutschland schafft sich ab…

  3. Doppelbelastung oder nicht...
    trotzdem leben die Männer in der Regel ein Stress reicheres und aufgrund ihres Berufes auch gefährlicheres und ungesünderes Leben. Es wird immer über die Doppelbelastung der Frauen geklagt. Die Belastung der Männer mit Arbeit und Haushalt ist in der Summe meist höher. Außerdem wird nicht immer klar definiert, was Haushaltsarbeit eigentlich ist. Autowaschen, Finanzgeschäfte erledigen, Renovieren, Arbeiten am Haus oder sich um die Haushaltstechnik kümmern ist auch Haushaltsarbeit, die in der Regel der Mann erledigt, aber häufig nicht als Haushaltsarbeit gesehen wird. Letztendlich zeigt die Diskussion für mich nur, dass Gleichberechtigungspolitik und die Diskussion darüber wieder mal nur aus Sicht der Frauen stattfindet und die Männer benachteiligt bleiben, was sich auch in der deutlich kürzeren Lebenserwartung widerspiegelt, die überwiegend sozial und nicht biologisch determiniert ist.

    • Ganz ehrlich?
      Autowaschen, Renovieren, Arbeiten am Haus…ganz ehrlich? Das sind die Arbeiten, die alle Jubeljahre (vielleicht etwas untertrieben) anfallen, mit denen man sich aber so wunderbar brüsten kann, weil: man hat ja etwas Sichtbares geschaffen. Alles, was (oft) die (eventuell) berufstätige Frau macht, ist, das Rad am Laufen zu halten, und das ist ja normal. Das sieht man auch nicht. Das Einzige, was man feststellt ist, dass nicht alles im Chaos versinkt. Und das ist – ganz ehrlich – für eine berufstätige (nicht „jobbende“) Frau mit berufstätigem Mann und Kindern ein echter Akt. Ich wünsche Ihnen nicht, einmal die Rolle mirt einer solchen Frau tauschen zu müssen…

  4. Solange Frauen eben vorzugsweise "nach oben" heiraten wollen
    Wird sich daran nicht viel ändern. Der Mann verdient besser und die Familie steht eben insgesamt besser da, wenn er beruflich mehr Zeit einbringt. Davon profitiert die hier wieder mal als Opfer deklarierte Gattin auch, was gerne unterschlagen wird.

    Ebenso sind die Männer die großen Verlierer beim Thema Kinder – sie dürfen für deren finanzielle Versorgung einstehen, viel Zeit verbringen ist aber oft nicht drin.

    Also, liebe ChefärztInnen und Co.: nicht jammern, einfach mal “ Normalos“ heiraten.

    Und im übrigen aufhören das Thema komplett aus der Frauenperspektive zu diskutieren, wie es C. Voigt und andere QuotenlobbyistInnen seit Jahren tun.

    Dann wären wir einen großen Schritt Richtung echter Gleichberechtigung weiter.

    • Ach die armen ...
      Männer, ach die armen Frauen. I agree to disagree.

      Vielleicht kommen .beide. Seiten von Ihrem Opfertrip runter und verstehen, dass sie mit dem Masku-/Genderknatsch so nicht weiterkommen. Wünschenswert wäre aus meiner Sicht, zu untersuchen, was denn mit Karriere gemeint ist und wozu sie gut sein soll. Hamsterrad, nach oben buckeln, nach unten treten, dem Kapialismus zu jedem Preis ein Goldrädchen sein? – oder eine halbwegs sinnerfüllte Tätigkeit, die ohne familiäre Kollateralschäden auskommt.

      Frauen und Männern kann ich empfehlen, jemanden zum Partner zu wählen, der seelisch und geistig auf der gleichen Wellenlänge ist. Weder „Normalo“ (Buchhalter? Techniker? Handwerker? Was?) noch „Klinikchef“ (um beim Bild der Chefärztin zu bleiben). Das sind nicht die Kategorien und Unterscheidungen bei der Partnerwahl, die hilfreich sind, will man es mit jemandem lange und gut aushalten.

  5. Eltern-zu-Arbeitsbienen und Kinder-zu-indoktrinierten-Untertanen
    Das ist die Ideologie der damaligen SED/Stasi und das ist die Ideologie der heutigen Politkaste.

  6. Der Paukenschlag...
    … kam im Oktober 1949. Aus dem GG der BRD vom Mai 1949:
    „(2) Männer und Frauen sind gleichberechtigt. Der Staat fördert die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern und wirkt auf die Beseitigung bestehender Nachteile hin.“

    Jetzt mal abgesehen von der tatsächlichen Beseitigung eventueller Ungleichheiten…

    Die Scheidungsquote allein auf die Erwerbstätigkeit der Frauen zurückzuführen, erscheint doch deutlich zu kurz gegriffen. Scheidungen basieren auf einem Wust von Faktoren. Nachzulesen z.B. hier:
    ehe-familie.de/Seite333.htm
    Habe jetzt auch nicht weiter gesucht, der Link war unter den ersten, die ich fand.

    Das mit dem Unterschied der Scheidungsquoten ist auch nicht ganz so eindeutig wie hier dargestellt. Z. B. lag diese z.B. im Westen bei etwas über 50 von 10000 bestehenden Ehen, im Osten bei ca. 65. In den 70ern fiel die Quote im Westen für ein paar Jahre, während sie im Osten weiter stieg.

    • Womöglich war die Scheidungsquote in der DDR ...
      Womöglich war die Scheidungsquote in der DDR z. T. auch deswegen höher, weil sie meist sehr jung, grade mal 20 oder jünger, geheiratet haben. Der Grund: Endlich eine Wohnung zugeteilt zu bekommen! Die Scheidungsquoten von Teenagerehen mal untersuchen gehen.

      Die Emanzipation reflexhaft als Hauptschuldigen der hohen Scheidungsquoten zu definieren, ist mir ebenfalls zu indifferenziert, da gehe ich d‘ àccord.

  7. Dieser interessante Systemvergleich bringt es deutlich an den Tag, ...
    Dieser interessante Systemvergleich bringt es deutlich an den Tag, dass derjenige, der das Kind um 17 Uhr abholt, keine Führungsaufgaben übernehmen kann und konnte. Weder in der DDR noch in der BRD.

    Wer dies erledigt, bleibt – egal in welchem System – in der Rolle des Zuarbeitenden in übersichtlichen REFA-steuerbaren Jobs stecken, maximal in der Rolle der Facharbeitskraft. Er wird keine Führungskraft, sondern bleibt subaltern.

    Ändern könnte man das nur, indem – in welchem System auch immer – Führungsaufgaben nicht so verstanden werden, dass bis in die Puppen nachts getagt und gehinterzimmert wird. Die 16-Stunden-Ma-Nager (= Hamsterrädchen-Hamster), die auch noch stolz darauf sind. Nebeneffekt: Dann würden leitende Menschen auch mehr von Familie verstehen. Mit den entsprechend Folgen für eine familienfreundlichere Politik.

    Was den Einwurf eines anderen Lesers betrifft, dass es kritisierenswert sei, dass ein Job – egal in welchem System – am Fließband höher bewertet wird als das für die Kinder zuhause sein: touché.

    Nur würde ich daraus nicht ableiten, dass da hauptsächlich der Götze Mammon am Werk ist.

    Sondern auch schon das Überleben der Familie. Da Jobs heutzutage (und im Zonenrandgebiet auch so waren) tatsächlich nur Jobs sind, von denen ein Verdiener allein kaum ausreicht. Niemand wird abstreiten können, dass das eigene bisschen Erwerbsgeld, wenn mann/frau es an die Familie und zu deren Wohlfahrt abführen können, bei beiden zu mehr Zufriedenheit und mehr Selbstbewusstsein führen. War bei meiner BRD-Mutter so. Vater hat es aus zig Gründen (Haupternährer-Stolz, die Kinder sind unbeaufsichtigt) nicht gepasst, dass sie für Umme arbeiten ging. Es half jedoch sehr, die Wohnung zu halten und dass die Familie nicht auf der Straße sitzt.

    Das ist nicht Dienst am Götzen Geld (der ginge nach meinem Dafürhalten ungefähr bei Doppelgarage, 2 Urlauben und sonstigem Wohlstandsgepopel los), sondern einfach: Was zum Leben haben, dass es auch für ein Leben reicht und nicht, wie es früher bei uns im BRD-Zonenrandgebeit war, dass die Geschwister sogar die Schuhe der anderen auftragen mussten und nur einer ins Gym durfte, wenn überhaupt.

    Um es den heutigen jungen Damen und jungen Herren das Kinderkriegen schmackhaft zu machen, würde nach meinem Dafürhalten die glaubwürdige Perspektive schon reichen, ein Gehalt könne notfalls für einen gewissen Zeitraum zwei ernähren und die süße kleine Brut dazu. Es ist nicht notwendig, allen jungen Leuten eine Gier nach Mammon und Erfolg zu unterstellen, die diese als Hauptgrund abhalten würde, eine Familie zu gründen. Das ist unfair. Sie würden schon gerne, nur ist es einfach nicht mehr recht vernünftig. Bei diesen Rahmenbedingungen der seit 2 Jahrzehnten gängigen Computer- und Roboter-Rationalisierung, und der im stinkenden Regierungseigenlob hochgelobten Erschaffung von Mindestlohnjobs stattdessen.

    Dann hat wirklich niemand mehr Bock auf ein Hamsterrad des schieren Überlebens, dies nicht nur sich allein, sondern auch noch noch einer Familie antun zu müssen.

    Das Nächste: Frauen gegen Männer auszuspielen: Ha! Eure Emanzipation hat gar nicht stattgefunden, eure Männer, auch die DDR-Männer waren stinkendfaul!! ist kontraproduktiv. Denn es trifft es nicht ganz. Es geht eher darum, dass jeder, ob Frau oder Mann, genug Muse haben muss. Und nicht nur die Leute der Oberschicht.

    Man könnte die derzeitigen Vorgänge in der Politik samt ihrer selbstherrlichen Lügen, die Leute in der Unterschicht, ja auch in der Mittelschicht, seien nur dumm, faul und für ihre Reproduktion zu geldgierig, bösartig als Klassenkampf von oben auffassen. Wenn man wie es derzeit zugange ist, trotz immer mehr Maschinen, die die Arbeit machen, die unteren Schichten in ein System zwingt, dass sie nicht mehr zur Muse, zum Nachdenken kommen.

    • dass derjenige, der das Kind um 17 Uhr abholt, keine Führungsaufgaben übernehmen kann
      A) Eine typisch deutsche Nicht-über-den-Tellerand-gucken-Argumentation: Hinter dem
      Tellerrand =Frankreich – wo DREI – VIER KINDER KEINE SELTENHEIT sind PLUS KARRIERE !!!
      B) Andererseits – warum können denn die Kinder nicht bis 18.00 – 18.30 Uhr in den Horten
      bleiben ? – vielleicht sind 17.00 Uhr-Abholzeiten politisch gewollt ? man hilft „angeblich“ den Frauen BEIDES parallel zu haben ( Kind UND Karriere = siehe Frankreich) –
      ABER zwingt durch die zeitliche Begrenzung bis 17.00 Uhr , sich doch wieder zu entscheiden = Kind ODER Karriere.
      Und man komme bitte nicht mit dem spychologischen Schaden für die Kinder: dann hätten die meisten Franzosen einen an der Kappe.

    • Bis 19:00 Uhr, ...
      … dann ist auch bei den Galliern Schluss.
      Was genauso nichts hilft, wenn Überstunden und abendliche Managermeetings abgehalten werden.

      Komme aus einer typischen nine-to-ten-Branche. 16 Stunden waren auch nicht selten.

      Besser ist, man käme im Management und Middle Management von dem familien- und musefeindlichen Trip runter, viel arbeiten hülfe viel und nächtliche Besäufnisse wären gut für die „Karriere“. Karriere ist sowieso überschätzt.

  8. ("...Ängste vor dem, was mit ihrem Leben passiert, wenn ...
    … die [in der Ehe] durchaus gewünschten Kinder erst einmal da sind…“). Dazu gibt es hier heute auf FAZ.NET in der Rezension zur „Anna Karenina“-Neuverfilmung ein bezeichnendes Zitat aus dem Tolstoi-Roman: „„Die Ehe ist so eine ungewisse, mühevolle und gefährliche Reise, dass ich sie ohne den Beistand Gottes niemandem wünschen würde.“

  9. Der Götze Mammon vs. jüdisch-christliche Familie
    Folge der Anbetung des Geldes ist das Aussterben der europäischen Völker. Bei einer Geburtenrate von 1,35 ist jede Generation um ein Drittel kleiner als die vorhergehende. Es ist klar, dass damit Europa relativ schnell aussterben wird. Wenn dies durch Einwanderung ausgeglichen wird, stirbt das alte Europa trotzdem, denn die Einwanderer sind ja eben keine Europäer oder sind aus Europa und fehlen dann in ihrem Land, das umso schneller aussterben wird. Für manche ist das kein Problem ->
    „Deutschland verschwindet jeden Tag immer mehr, und das finde ich einfach großartig.” (Jürgen Trittin, Bündnis90/Die Grünen)
    „Wir wollen, dass Deutschland islamisch wird“ (Cem Özdemir, Bündnis90/Die Grünen zu Susanne Zeller-Hirzel, der letzten Überlebenden der Weißen Rose, einer Widerstandsgruppe im 3.Reich.)
    Ich frage mich, wie ein Familienmodell gut sein kann, wenn es zum Aussterben eines ganzen Kontinents führt?
    Was ist die Lösung? Die Rückkehr zur Förderung der jüdisch-christlichen Familie, in der die Ehegatten ihre „Rollen“ – besser: ihre Dienste für die gemeinsame Familie – selbständig vereinbaren können und die Frau, wenn sie es möchte, Hausfrau sein kann. Die Vorstellung, dass es immer besser sei, einer Erwerbstätigkeit nachzugehen, ist eine Lüge. Fragen sie mal eine Frau am Fließband, ob sie nicht lieber zu Hause mit ihren Kindern wäre. Das Problem ist, dass man die gesellschaftlich äußerst wichtige Arbeit einen Hausfrau und Mutter geringer schätzt, als die Tätigkeit etwa einer Fließbandarbeiterin oder einer Verkäuferin. Die Politik benachteiligt die Familien gezielt, so dass eine Erwerbsarbeit der Frau zum Erhalt der Existenz nptwendig ist. Die Wirtschaft braucht auch heute die Frauen als Arbeiterinnen zur Profitmaximierung und nicht wegen der Gleichberechtigung der Frau.
    Die jüdisch-christliche Familie kann Europa und dessen Kultur vor dem Aussterben retten.

  10. Kinder als Belastung
    Kinder kosten Geld, Freizeit und Karriere.
    Viele Frauen entscheiden sich daher, keine zu bekommen. Und potentielle Väter sehen die Nachteile noch viel stärker.
    Und da gibt es immer noch Leute, die sich wundern, daß man in Deutschland keine Kinder bekommt. Spätestens in der zweiten Generation kapieren es auch die Migranten, was sie sich damit antun und schrauben die Kinderzahl drastisch zurück. Solange es noch genügend Dumme gibt, die Steuern und Rente zahlen, rechnet sich das für die Kinderlosen.
    Hans Werner Sinns Ansatz ist daher richtig: Rente nur bei Kindern.
    Dann klappt es auch theoretisch auch wieder mit den Kindern.
    Allerdings, wer kann schon voraussehen, welche Umwälzungen und Umverteilungen nach Europa oder wen auch immer noch auf uns zukommen. Die Sozialsysteme werden früher oder später sowieso daran glauben müssen.

    • Meister Hans-Werner Sinn ...
      Meister Hans-Werner Sinn macht es sich leicht. Er ist leider nur vordergründig „Anreize“ setzend, im Hintergrund aber bestrafend unterwegs, wenn er fordert, dass man Rente nur bei Kindern bekommen solle.

      Ein „Anreiz“ der so weit in der Ferne liegt, was soll denn das für ein Anreiz sein. Wenn weiter vorher schon zig Dinge nicht stimmen. Wer Kinder auf die Welt gebracht hat, hat leider wegen der Teilzeitjobs oder Kinderpausen nur eine Mickerrente. Wer warnt uns vor unseren Ökonomen.

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