Wostkinder

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Die Wahrheit liegt irgendwo zwischen Ost und West.

Vom Verstehenwollen

| 27 Lesermeinungen

Montagsdemonstrationen, Putinversteher und die Medien als Gegenpart – in Deutschland ist eine festgefahrene Dichotomie entstanden. Die polare Weltsicht ist nicht hilfreich.

Mit der Krise in der Ukraine kam das Schimpfwort der „Putinversteher“ auf. Es sollte alle jene diskreditieren, die nicht auf die Linie der US-Regierung gegen Russland einschwenkten. Diese wollte, gemäß ihrem außenpolitischen Motto „Fuck the EU[1], eine bedingungslos harte Linie gegenüber Moskau fahren. Das sei die einzige Sprache, die der Iwan und Putin insbesondere verstehe. Im direkten Handeln, das die USA auch selbst betrifft, ist man nicht mehr ganz so wagemutig. Die bisher symbolischen Sanktionen bestätigen die harte Linie gegenüber Moskau jedenfalls nicht. Auf dem Höhepunkt der Krise verzichteten die USA gar, entgegen dem europäischen Drängen, darauf, Georgien näher an die NATO zu rücken. Dieser Schritt sei, so ließ man durchscheinen, auch eine Form der Rücksichtnahme auf Moskau. Es ist jetzt die EU, sicher auch durch die Entwicklung in der Ukraine motiviert, die sich wieder mehr um Georgien bemüht.

Der veränderte Umgang mit Georgien ist eines der Ereignisse, die uns die Breitenwirkung der Krise auf der Krim vor Augen führen. Es geht am Ende nicht um die Ukraine oder die Krim allein, sondern die gesamte Schlagrichtung der internationalen Politik wird sich den neuen Gegebenheiten anpassen müssen. Die Welt ist in Bewegung geraten, was erfahrungsgemäß Folgekonflikte mit sich bringen wird. Die Ost-Ukraine ist solch ein Folgekonflikt. Ebenso das verstärkte Bedürfnis der osteuropäischen Länder nach Schutz. Diesen verlangen sie von der NATO, was am Ende zu einer dauerhaft erhöhten Truppenpräsenz der USA in Europa führen könnte.

Diese Entwicklungen finden statt. Und zwar ohne große öffentliche Wahrnehmung. Erst wenn irgendwo ein Konflikt mit Toten und umfangreichen Demonstrationen ausbricht, wird das Thema allseitig behandelt. In Bezug auf die veränderte Sicherheitslage wäre genau jetzt der Zeitpunkt, eine öffentliche Debatte darüber zu führen, ob die europäischen Staaten, im Gewand der EU, nicht selbst mehr militärische Verantwortung übernehmen wollen. Allein aus machtpolitischen Erwägungen heraus kann man sich diesem Diskurs nicht verschließen. Eine verstärkte Militärpräsenz der USA in Europa wird es jedenfalls nicht erleichtern, sich der permanenten Überwachung durch ihre Geheimdienste zu entziehen.

All das, was es jetzt zu diskutieren gilt, findet in keinem nennenswerten Rahmen statt.

Kuznetsk Alatau 3Sonnenuntergang im Kusnezker Alatau, Sibirien
By Dmitry A. Mottl (photographer) & User:Tom_dl (File:Kuznetsk Alatau 2.jpg) [CC-BY-SA-3.0], via Wikimedia Commons

Stattdessen ist Deutschland zu einem verbalen Kampfgebiet ganz eigener Art geworden, das an Merkwürdigkeit kaum zu überbieten ist. Da schimpfen die einen über die „Putinversteher“ und die anderen sehen sich mit einer einseitigen Berichterstattung konfrontiert. Richtig ist, dass die „Mainstreammedien“ eine klare Linie haben. Dass diese Linie vermutlich auch daher rührt, dass diverse „Journalisten“ in Lobbygruppen und Vereinigungen der transatlantischen Freundesbünde tätig sind (das durften immerhin die Hofnarren berichten) liegt nahe.

Es lässt sich dahinter leicht eine Verschwörungstheorie kreieren. Die Realität ist aber weniger spannend. Schaut man sich das Alter der betreffenden Journalisten an, lässt sich leicht feststellen, dass sie im „Kalten Krieg“ sozialisiert wurden. Der Beitritt in diese „Gruppierungen“ ist also tatsächlich ein politisches Statement, doch aus einer anderen Zeit. Dass nun reflexhaft genau so berichtet wird, wie man es zu Zeiten des „Kalten Krieges“ erwartet hätte, braucht kaum Verwundern. Das grundsätzliche Denken darüber, wie „der Iwan“ funktioniert und wie er zu nehmen ist, wird sich bei jenen nicht mehr ändern, durch die Netzwerke verstärkt es sich nur und sie sind es, die Redaktionsmeinungen wesentlich prägen.

Autoren wie Ryszard Kapuściński haben das Bild von Russland in dieser Generation maßgeblich geprägt. Mit Büchern, die noch zu Zeiten der Wende ein Bild zeichneten, das „den Russen“ vor allem als gewaltvolles Wesen darstellt. Da brechen Strafgefangene aus dem Gulag aus und überreden politische Gefangene mit ihnen zu flüchten. Doch nicht etwa, um die politischen Sträflinge zu befreien, sondern um Sie als Nahrungsmittel mit auf den Weg zu nehmen. Der Russe stellt keine Fragen. Niemals. Und Antworten wagt er erst recht nicht zu geben. Augenfällig ist, dass in der Wahrnehmung die Stalin-Ära dominiert, die jedoch immer wieder mit der Neuzeit verknüpft wird. Ohne direkte Abgrenzung wird so das Bild von den Menschen verzerrt. Und nur zu gerne nimmt man dann auf, dass Putin doch ähnliche Anwandlungen habe. Autoritär ist er mindestens, potenziell ein Stalin. In jedem Fall ein Russe.

Was bei dieser Betrachtung, die sich leidlich bemüht die Seele einzufangen und das Wesen zu deuten, meist komplett fehlt, ist der Mensch und sein Alltag. Im Hauptteil seines Buches „Imperium – westliche Streifzüge“ stellt Kapuściński erst gen Ende[2] in aller Kürze eine kleine Szene dar, wie sie in den Büchern von Lena Gorelik dominert. Die Lebensfreude der Menschen. Die innige Bande der Familie. Das Kommunikative über den eigenen Sud hinaus. Da wird miteinander gesprochen. Ständig. Über Gott und die Welt. Über intimes. Gäste werden vorzüglich behandelt. Ein Fest wird geschmissen, sobald der Gast auch nur in der Ferne auftauchen könnte. Und dann wird er geteilt. Zeitlich, nicht körperlich. In der ganzen Familie. Jeder will teilhaben, ist freudig erregt. Gast- und Menschenfreundlich. Es ist diese fehlende Wahrnehmung der Menschen, die es Europa so schwer macht sich mit Russland zu verständigen. Man sieht nur die Politik, die Verwerfungen, das harte Leben. Nicht selten wird es psychologisiert.

Und so ist es auch kein Wunder, dass die Werke von Swetlana Alexijewitsch oder auch Viktor Pelewin in Deutschland mit einer konsequent westlichen Brille betrachtet werden. Da sieht und vermutet man den Russen, das Wesen „des Iwans“ und übersieht, dass nebst der Kritik an der eigenen Gesellschaft, auch sehr viel Kritik an dem transportiert wird, was der Westen so treibt und an dem, was der Westen nach Russland brachte.

Zwei Problemfelder

Wenn man das alles weiß und berücksichtigt, kann man mit der einseitigen Berichterstattung der Medien in Bezug auf Russland umgehen. Die verschiedenen Artikel vorsichtig lesen und filtern. Ärger ruft es dennoch hervor. Und es muss davon ausgegangen werden, dass die meisten Menschen sich nicht in der Tiefe damit befassen, wer was, aus welchem Grunde schreibt. Im Gegenteil, viele Menschen lesen nur und stellen fest, dass die Berichterstattung einseitig ist. Dadurch entsteht das, was seit dem Ausbruch der Krise in der Ukraine zu beobachten ist. Ein Scharmützel der Medienkonsumenten gegenüber einer medialen „Meinungsfront“.

Wir befinden uns zum Glück in einer Demokratie und Redefreiheit herrscht auch. Was im Büro aus Gründen des Arbeitsplatzerhaltes nicht gesagt werden darf, kippen die meisten dann einfach woanders hin. Es findet sich immer ein Örtchen. Wenn sich die Menschen von „den Medien“ getäuscht fühlen, dann wenden sie sich von den Mainstreammedien ab. Schlagworte wie „Tugendterror“ helfen ihnen dabei, das Unbehagen auszuformulieren. Das macht es leicht, damit zu beginnen sich alternative Informationsquellen zu suchen, die oftmals ebenso einseitig sind. Nämlich einfach nur dagegen und alles anzweifelnd. Einfach gestrickt, neigen sie den Verschwörungstheorien zu. Gewürzt mit scharfen Worten und harten Begriffen.

Tuerk15Agora in Hierapolis
By Hans Weingartz.Leonce49 at de.wikipedia [CC-BY-SA-2.0-de], from Wikimedia Commons

Auf der anderen Seite scheint aber auch bei den Journalisten etwas kaputt gegangen zu sein. Wenn man die Zeitung aufschlägt, und in einem Artikel, der nichts mit dem Thema Russland zu tun hat, sarkastisch formuliert liest, dass man „heutzutage ja alles verstehen müsse“, dann kann man den Frust zumindest erahnen. Auch wenn man dahinter keine böse Absicht vermutet, ist es realistisch anzunehmen, dass es immer wieder Phasen geben wird, in denen die Presse sich einig ist und dadurch als Bollwerk auf ihre Leser wirkt. Bei dem aktuellen Diskurs über amerikanische Internetfirmen herrscht zum Beispiel ebenfalls eine Einigkeit dieser Art. Nur in diesem Falle auch mit dem Leser, sodass sich höchstens die besprochenen Firmen beschweren.

Die Lösung kann jedoch nicht sein, was momentan geschieht. „Verstehen wollen“ wird seitens der Medien als etwas Negatives bezeichnet. Geriert sich als Vorwurf an all jene, die der vermeintlichen Wahrheit nicht huldigen mögen. Der Umkehrschluss bedeutet jedoch auch, dass die Leserinnen nicht mehr verstehen sollen, sondern glauben müssen. Zweifel schließt das automatisch aus und Journalismus bekommt religiöse Züge.

Es war Hannah Arendt, deren intellektuelle Grundlage war: „Ich will verstehen.“ Sie distanzierte sich damit von der Verurteilung des Hasses willen oder eines Weltbildes wegen und gewann dadurch Einblicke in die Hintergründe des Handelns der Menschen. In einer besseren Welt wäre das die Grundlage jeder Analyse. Davon sind wir jedoch weit weg. Für den Moment kann man nur Konsequenzen ziehen, wenn man denn etwas gelernt hat. Zum Beispiel könnten Redaktionen für den Fall, dass eine Meinungsfront auftritt, professionell genug agieren, und sie gezielt durchlöchern. Also im Sinne der Meinungsbildung ihren Aktivismus zurückstellen. Die Leser, die heutzutage ohnehin hemmungslos ihre Meinung kundtun, sind diesbezüglich ein guter Indikator.

Wie die Meinungsfronten, die zur Nutzung „alternativer Informationsquellen“ führen, zu einem Problem werden können, ergibt sich aus einer Studie von Walter Quattrociocchi. An der Northeastern University in Boston hat er das Phänomen der Verbreitung von Verschwörungstheorien untersucht. Ein Fazit in Kürze:

Überraschenderweise sind diejenigen, die alternative Nachrichten konsumieren, weil sie die „Massenmanipulation“ des Mainstreams umgehen wollen, für falsche Behauptungen am zugänglichsten.

Die Montagsdemonstrationen, auf denen sich momentan viele Menschen über die Meinungsgleichmacherei empören und die Systemmedien kritisieren, weisen hier den Weg. Der Prozess der alternativen Informationssuche, der sich mit dem Aufkommen des Internets vereinfacht hat, weitet sich aus. Er verfestigt sich. Dagegen zu wettern und diese wachsende Gruppierung als dumm zu beschimpfen oder sich über sie lustig zu machen wird nicht helfen. Ein Lösungsansatz wird sich nur in der Berichterstattung selbst finden. Denn der Sinn und Zweck, den Journalismus für diese Gesellschaft erfüllt, beschränkt sich nicht mehr auf die Information oder Desinformation. Auch nicht auf die Analyse und Hintergrundgeschichten. Journalismus erzeugt seinen größten Wert dann, wenn er in seiner Gesamtheit als pluralistisches Medium fungiert.

 


[1] Auch wenn die abgehörten Telefonate aus Propagandagründen veröffentlicht wurden, sind sie in vielerlei Hinsicht erhellend und werden viel zu wenig berücksichtigt. Dabei ist weniger das „Fuck the EU“ von Nuland beachtenswert, sondern vielmehr die Wortwahl und Prioritätensetzung von Helga Schmid.

[2] Ich möchte nicht verschweigen, dass es auch im 1. Teil von Kapuścińskis Werk eine Darstellung der Geselligkeit gibt. Darin dreht es sich um das Essen von (tierischen) Gehirnen und Augäpfeln zur Freundschaftsschließung. Betont wird der barbarische Akt, auch wenn Kapuściński versucht das nicht negativ zu werten.

 

 

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27 Lesermeinungen

  1. Vom Ansatz falsch.
    „Mit der Krise in der Ukraine kam das Schimpfwort der „Putinversteher“ auf. Es sollte alle jene diskreditieren, die nicht auf die Linie der US-Regierung gegen Russland einschwenkten“

    Die Fehler Putin’s zu benennen bedingt nicht, auf die Linie der USA einzuschwenken. Die werden zu Recht für Guantanamo, Drohnen, NSA etc. ebenfalls geprügelt.

    • Und Sanktionen werden den USA ebenfalls angedroht
      Vom Ansatz sagt es der Artikel ganz richtig.
      .
      Die transatlantische Nutteria hat nicht „Putins Fehler benannt“, sondern von ihren Lesern blinde Gefolgschaft eingefordert.

  2. Leser klagen Professionalität in den Redaktionen ein
    ich kann natürlich nur für mich und meine Kreise sprechen, wenn ich diesen Artikel und den von Lorenz König in der NZZ als am Phänomen vorbei laufend bezeichne. Mich stört nicht so sehr eine klare, von meiner abweichende Meinung, sondern das Missachten der grundlegenden Formen im Journalismus, die immer stärker um sich greift und sich vor allem an emotionalen Themen wie die Krise in der Ukraine materialisiert. Erstens die Nichttrennung von Berichterstattung und Kommentar. Zweitens das Kolportieren von Agenturmeldungen. Drittens der Gebrauch diffamierender Sprache in den Berichtkommentareinheiten. Da lobe ich mir die Sachlichkeit eines Polizeiberichtes von Pflichtschulabsolventen. Viertens die seit Monaten die konzertierte Breitseite gegen Russland die man nur noch als Propaganda Kampagne bezeichnen kann und die, jetzt an ihrem Höhepunkt, dazu führt, dass etwa beim Voting zum Song Contest das Publikum jeden Punkt für Russland ausbuht. Religion, Wirtschaft, Kultur bis hin zu Schulkollegen Putins müssen her halten Russland auf jeder Ebene verächtlich zu machen. Gleichzeitig werden alle Gerüchte, die das verbündete Kiew ausstreut für bare Münze genommen und alle Aussagen von Ostukrainern als Russ. Propaganda abgetan. Es beleidigt meine Intelligenz. Abgesehen davon kenne ich Russland und die Ukraine besser, als ich in den letzten Wochen jemals den Eindruck gewinnen konnte, ein publizierender Redakteur sie kennt. Dasselbe Phänomen konnte ich bei Berichten über Islamische Länder beobachten. Stets werden Europäische Bilder über das Vorgefundene projiziert. Es bleibt immer ein fremder, verstörter Blick. Darüber helfen Reisende hinweg und Diplomaten. Unsere Politiker sind aber Laien in fast allem. „Yes Minister“ UK 1980, ist Euphemismus. Das Ineinanderwirken unserer Außenpolitiker mit den Medien, die Harmonie in der Stellungnahme ist ein klarer Hinweis, dass etwas nicht stimmt. Kein kritischer Widerspruch durch Redakteure. Keine investigativen Interviews und Überprüfungen von Behauptungen unserer Vertreter. Keine Kritik am eigenen Vorgehen durch unsere Vertreter selbst. Dank dem Putinismus ist alles erklärt. Für wie blöd hält man uns?

    • Ja, man hält uns für blöd.
      Sie haben das vollkommen richtig ausgedrückt – ja wir werden für blöd gehalten und Journalisten (mag mich jetzt garnicht über deren Qualifikation auslassen) schreiben einen solchen Quark zusammen, dass ich mich frage, wer hat die angestellt und wie überstehen die Redaktionskonferenzen mit so einem geringen Bildungsgrad.
      Unsere „Laienpolitiker“ werden noch viel übles anstellen, viele hier in unserem Land wissen es besser. Aber was tun ?

    • Die wissen selber, was sie für einen Murx produzieren.
      Denen fehlt es weder an Bildung noch an Intelligenz, sondern einfach nur an einem Arbeitgeber, der journalistischen Anstand und Qualität honorieren würde.
      .
      Gewöhnen Sie sich an den Gedanken, dass wir nicht in einer Demokratie leben.

    • Sie haben Putin verstanden
      So sehr sie in Bezug auf den Journlismus recht haben, bringen so doch eine gehörige Portion Verständnis für Herrn Putin mit, unter Kolportierung von unsicheren Informationen. Man muss die Leserkommentare als das sehen was sie sind, die Meinung uninformierter Menschen, über ein mediales Informationsbild. Wir einfachen Bürger aus der Ferne können nicht wirklich wissen was da wie abgegangen ist, aber wir düfen, können und wollen trotzdem unsere „freie Meinung“ dazu äussern.
      >
      Und es ist mit Sicherheit nichts geklärt, weder das Zündeln Herrn Putins, weder die Agressivität amerikanischer Aussenpolitik, noch der Diletantismus mit welchem europäische und insbesondere Deutsche Politiker machtlso vor den Ereignissen kapitulieren und ohnmächtig sinnleere Parolen vor sich her stammeln.

  3. Naja- langer Text, viel Mühe, aber trotzdem polarisierend und vorurteilsbeladen
    Ist eventuell gut gemeint (keine Ahnung, ist alles recht seicht), kommt aber trotzdem noch genug Schubladendenken rüber.

    Auch wenn ich weiß, daß Journalist XY amerikanisch sozialisiert ist, nützt mir das zum Verständnis/ Unverständnis seiner Texte nicht wirklich, denn am Ende steht, was steht und die Wirkung ist, wie sie ist.

    Ebenso Ihr scheinbares credo für die sog. Putinversteher: Es ist unerheblich für meine Meinungsbildung in der Ukraine z.B., welche Seele der Russe besitzt. Er könnte sanft oder auch hart+herzlich sein, wie Sie sagen… In beiden Fällen urteile ich über die gg.wärtige Außenpolitik gleich.

    Das mittig abgestezte+kursiv hervorgehobene, mantraartige, kurze und daher geschickt gut merkbare Sprüchlein, das einer wie auch immer autorisierten Studie entspringt (wozu es gewiß ebenso eine Gegenstudie gibt, wie halt immer), soll wohl so als statement wahrheitsgemäße Gültigkeit suggerieren.

    Die Erwähnung von „hemmungslosen Lesern“… was meinen Sie damit? Sollen Leser lieber gehemmt sein?


    Tut mir leid. Keine Ahnung, ob das so beabsichtigt seicht und hintenrum daherkommt. Ich finde es nicht rundum beleuchtend…

  4. Meine hemmungslose Meinung
    Wie immer ein ungemein guter Blog aus dem Hause Wostkinder, der u. a. geschickt darauf hinweist, dass Leserbindung durch unaufgeregte und intelligente Differenziertheit erfolgen kann.

  5. Ich handle nach dem Motto "Listen to all, follow none."
    Frei übersetzt: Hör Dir alles an, aber folge niemandem.

    Also lese ich Zeitungen, Leserkommentare, sehe TV-Diskussionsrunden und Videos auf youtube, höre selbst auf Montagsdemos zu und mache mir aus vielen Puzzleteilen ein eigenes Bild, und muss feststellen, dass dieses sich von dem, das die Mainstreammedien vermitteln wollen, oft deutlich unterscheidet.

    Tatsächlich mögen die Puzzleteilchen, die die Leitmedien liefern, oft nicht passen, aber die entschuldigende Begründung, die dieser Artikel dafür finden will, ist mir zu billig, tut mir leid.

    Außerdem entfernen sich TV und Zeitungen zunehmend von neutraler Berichterstattung hin zu tendenziöser Meinungsmache bei brenzligen Themen wie Euro, Europäischer Union, Ukraine und neuen Parteien.

    Darum geht mir dieser Artikel zu verständnisvoll mit gelenktem Staatsfunk und Propaganda um. Aber eine Krähe hackt der anderen halt kein Auge aus.

  6. Ein beinahe schon erstaunlicher Artikel
    Auch wenn er sich gewisse Seitenhiebe wie, Menschen, die sich alternativer Infoquellen bedienten, seien automatisch anfällig für Verschwörungstheorien. Merke: Nicht jede andere Infoquelle beinhaltet eine Verschwörungstheorie. Und man kann Menschen schon auch zutrauen, dass sie andere Medien mit ebensolcher Vorsicht genießen wie die sog. Leitmedien, um dann zu versuchen, sich selber ein Bild zu machen, was heute ohnehin schwer genug ist, aber einfacher als früher trotzdem auch.

    Und so einfach, dass die betroffenen Journalisten halt nur zu alt seien, um zu verstehen, dass wir nicht mehr im kalten Krieg sind, ist die Sache wohl auch nicht.
    Man könnte es sich ja dann einfach machen und Jüngere zum Zug kommen lassen.

    Natürlich ist die Verwebung von Journalisten mit Think-Thanks, der Trilateralen Kommission etc. bedenklich!

    Das aber möchte ich nochmal besonders hervorheben: „Es ist diese fehlende Wahrnehmung der Menschen, die es Europa so schwer macht sich mit Russland zu verständigen. Man sieht nur die Politik, die Verwerfungen, das harte Leben. Nicht selten wird es psychologisiert.“

    Aber es gibt Abhilfe: man kann sich mit Russen bekannt machen, dann sieht man sehr schnell, dass sie keine bösen Iwans mit Allmachtphantasien sind.

  7. Hervorragender Artikel
    Text eingeben

  8. Danke!
    Guter Artikel, finde ich, danke!

  9. Wo der Nazi recht hat (eine Art Kreterparadox)
    Unter den meistenIntellektuellen herrscht Konsens, dass differenzieren besser ist als polarisieren und sie halten das sogar für ein moralisches Gebot.
    .
    Dabei haben sie versäumt, ihre eigene politische Klasse zu verstehen. Die sieht das nämlich nicht immer so. Unter dem Druck der amerikanischen Neokons kann sie auch die genau umgekehrte moralische Position einnehmen: Polarisieren ist gut, mutig, und eine moralische Pflicht — hinter dem Bemühen um Differenzierung hingegen steht nach dieser Auffassung nichts als Bequemlichkeit und Feigheit, und Hitler ist dann immer das Totschlagargument. Niemand soll sich der Illusion hingeben, das könnte je aufhören. Denn wenn die Erinnerung an Hitler irgendwann im kommenden Jahrhundert verblasst sein sollte, dann werden die künftigen Nekonservativen eben die heutigen als Negativbeispiel anführen.
    .
    Und in der Tat gibt es hier eine Art Kreterparadox: Wie kann man einem Nazi beweisen, dass es das absolute Böse gar nicht gibt, wenn der sich ja immer einfach selber als Gegenbeispiel anführen kann?

  10. Vom Verstehenwollen...lohnenswerter Denkansatz.
    Problem-Erkennung, selbst oder medial, verzerrt(nebulös) oder „klar“,…
    einseitig oder zweiseitig oder mehrseitig oder vielseitig…oder „rundseitig“, „klar“?;
    führt zum Schluss, Beurteilung oder Verurteilung oder „Neutralität“?…
    führen zum Umkehrschluss, Beurteilungen oder Verurteilungen oder „Neutralität“?,
    führen zum „Rundschluss“, „klare Neutralität“ und
    „Unabhängigkeit jeglicher Art in selbstbegrenzender Freiheit(Bescheidenheit)“?
    Führt „Verstehenbemühung“ in letzter, runder Konsequenz zum „Rund-Denken“ und
    damit zur Klarheit, „Rundheit“ vom „Mensch“, von den „Menschen“, von den Völkern,…
    von den Nationen, von den Regionen, von den Großstädten, von den Gemeinden,…
    von den Familien, von der Person?
    Wenn jeder neutral, „freiheitselbstbegrenzend“, bescheiden ist, lebt und bleibt,
    welcher „Mensch“ (Volk, Nation, Region, Großstadt…Person) macht dann noch
    „die Probleme“?
    Die „Erlösung“, „R“-LÖSUNG der/s „Menschen“
    ist die „R“-Denk-Lösung, die „Rund-Denk“-Lösung(Schluss),…
    DER SCHLUSS(„-STRICH“)…KREIS(-strich)-DENKEN…
    …“Geisthaus“, „Denkhaus“, „GEHIRN“-kreist(rotiert), kreisend, kreisförmig denken…
    der „(Denk-)Mensch(denk)-(Denk)Kreis(denk)-(Denk-)Geist(kreis)“!…:=)
    VERNUNFT-GEIST.

    Viele Menschen wissen genau wer und wie die anderen Menschen sind, wie sie sein sollten und was sie dazu brauchen.
    Dabei wissen die meisten noch nicht einmal wer und wie sie selbst sind und was sie selber brauchen.
    Wolfgang Hennig

    Wie soll der eigene Geist in Ruhe zur Vernunft reifen, wenn er sich, ständig unruhig,
    ausschließlich mit dem Leben anderer Menschen in und als Gesellschaft beschäftigt?
    Wolfgang Hennig

    Ist der „Mensch-Geist“ rund, ist „der Mensch“ gesund…
    eine „Mensch(-Gesund-)heit“…:=)

    Inspiriert by Marco Herack…Schuld abladen verboten.

    • "Runder" Denk-Zusatz...Erlösung..."R"-Lösung...
      „R“und denken=“R“adial denken=“R“ational denken=“Ratio“=“Vernunft“denken.
      Der „Stand-Punkte-Kreis“…Pol…Pole…polarisieren, bipolar, dipolar, „kreispolar“…
      „Polarkreis“…Lot….Ausrichtung…Achse…bipolare Achse, dipolare Achse…
      „kreispolare Achse“…Kugel-Raum….Kugel-Geist….runder-Raum-Geist ist Vernunft, Ratio.
      1 Polarkreis…1 Mensch…1 kreispolare Achse…1 runder Geistraum…1 Vernunftraum…1 Ratio…
      7.000.000.000 Menschen = ??? Ratio für Weltfrieden, Neutralität „NOT“-WENDIG?
      Bildung…Bildung…Bildung…bis anno ???
      lohnenswerte Aufgabe oder frustrierende Aufgabe, „R“esignation-Aufgabe?!…
      bipolar dipolar radial polarisierend rational vernünftig gefragt…:=)

      Die „R“-Lösung…“R“atio-Nation(en)-Bildung…“R“esig-Nation(en)-Bildung?

      Die Erlösung der Menschen, eine „BI“(LDUNG)-polarisierende Ratiofunktion-Frage,
      „BI“LDUNGS-„R“-FUNKTION-Lösung F-„R“IEDE…
      „BI“LDUNGS-„DI“sFUNKTION-Lösung K“R“IEG?

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