Reinheitsgebot

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Carlsberg testet Bierflasche aus Pappe

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Der dänische Braukonzern will Müll reduzieren. Die Verpackung zersetzt sich innerhalb von fünf Jahren. 

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© CarlsbergVollständig kompostierbar

Als erste Brauerei der Welt will Carlsberg im kommenden Jahr testweise eine Bierflasche aus Pappe auf den Markt bringen. Ziel der dänischen Brauerei sei, das Müllaufkommen zu reduzieren, sagte ein Sprecher des Bierkonzerns. Die Flasche ist so konzipiert, dass sie verrotte, wenn sie achtlos weggeworfen werde. Auch die Beschichtung im Inneren der Flasche und der Kronkorken seien vollständig biologisch abbaubar und daher kompostierbar. Dennoch plant Carlsberg ein Rücknahmesystem für die Einwegflasche einzuführen, wie es heute schon für Dosen besteht.

Hergestellt wird die Flasche in Dänemark. In welchen Ländern sie getestet wird, sei bislang noch nicht entschieden, sagte der Sprecher, auch sei unklar, ob Deutschland zu den Testländern gehört. Sicher sei aber, dass die Pilotphase für die „Green Fibre Bottle“ im kommenden Jahr starte. In der Testphase werden zunächst wohl zwischen 10000 und 20000 Flaschen produziert. Falls sich die Verpackung bewährt, könnte sie langfristig auch für Wasser, Milch und andere flüssige Lebensmittel eingesetzt werden.

Carlsberg arbeitet gemeinsam mit dem dänischen Verpackungsunternehmen Ecoxpac schon mehrere Jahre an der neuen Flasche. Die Dänen preisen die unzerbrechliche Flasche als „Wendepunkt im Bereich der Nachhaltigkeit“ an. Die Verpackung soll sich innerhalb von fünf Jahren in nicht schädliche Bestandteile zersetzen, Dosen und Flaschen brauchen demgegenüber rund 500 Jahre.

Den ersten Prototyp der Pappflasche hatte Carlsberg schon vor mehr als drei Jahren auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos angekündigt. Seither wurde spekuliert, wie die neue Bierflasche des Konzerns wohl aussehen wird. Das jetzt vorgestellte Verpackungsdesign hat Carlsberg gemeinsam mit dem dänischen Industriedesign-Studio Kilo entwickelt. Das Projekt wird vom dänischen Innovations-Fonds und der Technischen Universität Dänemark unterstützt.

Carlsberg ist hinter AB Inbev, Heineken und CR Snow der viertgrößte Bierkonzern der Welt. In Deutschland ist Carlsberg vor allem als Mutterkonzern der Hamburger Traditionsbrauerei Holsten bekannt. Zum Konzern gehören außerdem auch Marken wie Tuborg, Kronenbourg, Astra, Lübzer, Duckstein und Elephant Beer. Im vergangenen Jahr haben die Brauereien des Konzerns zusammen mehr als 110 Millionen Hektoliter Bier gebraut, das entspricht knapp 6 Prozent der globalen Bierproduktion. Der Vorstandsvorsitzende Cees‘t Hart will den Konzern weiter vergrößern. In einem Interview in dieser Woche hat er weitere Übernahmen angekündigt.


3 Lesermeinungen

  1. Seltsam
    Seltsame Idee, denn Bierflaschen sind ja eigentlich ideal zum Recyclen; im Gegensatz zu vielen anderen Produkten, die mit Plastik verpackt werden. Und jetzt einen Anreiz zu schaffen die Flaschen wegzuschmeißen anstelle sie zurückzugeben und zu recyclen scheint mir paradox. Die Idee ist lobenswert, aber in der falschen Branche angebracht.

  2. Titel eingeben
    Damit fällt dann das Kühlen im Wasserbad wohl flach…

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