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Krombacher geht auf Distanz zu Diesel-Klägern

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Deutschlands größte Privatbrauerei und die Deutsche Umwelthilfe haben im Artenschutz zusammengearbeitet. Doch Krombacher will nicht mehr.

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Krombacher geht auf Distanz zur Deutschen Umwelthilfe (DUH). Die bisherige Zusammenarbeit mit der umstrittenen Umweltorganisation bei einem Artenschutz-Projekt sei ausgelaufen und werde nicht verlängert, teilte das Familienunternehmen am Montag mit. Schon in diesem Jahr sei kein Geld mehr an den gemeinnützigen Verein geflossen. Einen Grund dafür wollte das Unternehmen nicht nennen. Zur Frage, ob Krombacher mit diesem Schritt einen Imageschaden abwenden wolle, wollte sich das Unternehmen nicht äußern.

© dpa„Aus Felsquellwasser gebraut“

Die Umwelthilfe hat mit ihren Klagen gegen Städte und Kommunen maßgeblich die Einführung von Diesel-Fahrverboten in mehreren deutschen Städten erstritten und hat damit die Wut vieler Autofahrer auf sich gezogen. Zudem stört es viele, dass der Verein rund 30 Prozent (2,5 Millionen Euro) seiner Gesamteinnahmen über Abmahnungen an Unternehmen finanziert, beispielsweise wenn ein Autohaus oder ein Küchenhändler Energieverbrauchskennzeichen nicht richtig angebracht haben. Der 1975 gegründete Verein nutzt dabei sein Verbandsklagerecht zur Marktüberwachung. Das hat der Organisation bei Gegnern den Ruf eines „Abmahnvereins“ eingebracht. Auch in der Politik ist ein Streit über die Umwelthilfe entbrannt; Teile der Union wollen ihr den Status der Gemeinnützigkeit aberkennen, Grüne und SPD sind dagegen.

Krombacher unterstützt seit mehreren Jahren neben der Deutschen Umwelthilfe auch den World Wildlife Fund (WWF) und den Naturschutzbund (Nabu) finanziell, um sein Image zu pflegen. Naturschutz habe für Krombacher „eine lange Tradition“, teilte das Unternehmen mit. Seit mehr als 50 Jahren wirbt die Brauerei mit dem Werbeslogan „Mit Felsquellwasser gebraut“. Im vergangenen Jahr überwies Krombacher nach eigenen Angaben insgesamt mehr als 500 000 Euro an seine Umweltpartner. Die Brauerei will auch weiterhin den Artenschutz unterstützen, allerdings ohne die Deutsche Umwelthilfe.

Krombacher betont, die bisher an die Umwelthilfe gezahlten Spenden seien „eindeutig zweckgebunden gewesen“ für ganz bestimmte Projekte, etwa „zum Schutze des bedrohten Fischotters, der Kegelrobbe und des Schreiadlers“. Das sei vertraglich abgesichert. Aus der deutschen Wirtschaft bekommt die Umwelthilfe weiterhin Geld: So gehörten laut DUH-Geschäftsbericht weiterhin die Deutsche Telekom und der Naturkost-Anbieter Rapunzel zu den Unterstützern des Vereins.

 

Nachtrag 27.November: Laut Auskunft der Deutschen Umwelthilfe flossen in einem Zeitraum von knapp drei Jahren insgesamt rund eine Millionen Euro von Krombacher in das Artenschutzprojekt. Das Sponsoring der Deutschen Telekom sei mittlerweile auf Wunsch der Umwelthilfe eingestellt worden. Der Naturkost-Anbieter Rapunzel zählt weiterhin zu den Sponsoren. Von Toyota bekam die Umwelthilfe laut eigener Aussage in diesem Jahr weniger als 50.000 Euro.


3 Lesermeinungen

  1. "den Artenschutz unterstützen, allerdings ohne die Deutsche Umwelthilfe."
    Wer es immer noch nicht kapiert, heute gab es schon wieder eine Mahnung von Experten, dass uns das Klima um die Ohren fliegt. Artenschutz ist angesagt aber nicht der von Tieren sondern der Schutz des Homo Sapiens. Das ist so grotesk, will es keiner verstehen, dass wir den Planeten f die Kinder die heute geboren werden, gerade ruinieren. Statt dessen zieht man über einen Verein her der das tut, was die Politik und generell jeder von uns tun sollte, schleunigst anzufangen das Klima zu schützen und jeden an den Pranger zu stellen, der daran kein Interesse hat.

  2. Unterstützer
    Das schlägt dem Fass den Boden aus.
    Die DTAG unterstützt die DUH.
    Ihre Mitarbeiter lässt sie seit Jahren, teils über Hunderte Kilometer pendeln.
    Erst von A nach B, dann C bis X, um dann in einem Callcenter 365/24 abzusitzen.
    Alles vom BMF flankiert, da über die KfW der Bund Involviert ist.
    Wer krank wird, auch durch Unfälle schickt die DTAG in die Zwangsrente.
    Begleitet von höherem Mobbing.
    Schickes Geschäftsmodell, die Mitarbeiter können sich keinen EU6+ leisten und werden abgestraft..

  3. Recht so!
    …lieber wieder saufen für den Regenwald!?

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