Stützen der Gesellschaft

Stützen der Gesellschaft

Leben, Bildung, Torten und sozialunverträgliches Spätableben unter Stuck und Kronleuchtern.

Das Ende des Euro in einem Bild und einer Frage

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Ich persönlich finde ja, dass Politik immer einfacher wird, wenn man sie nicht als Suche nach einer Krisenlösung, sondern als Zappelei auf dem Weg in die Unvermeidlichkeit begreift. Sieht denn keiner, mit was für Petitessen ahnungslose Rettungsfondsbabys gegen erfahrene Schuldenriesen in Stellung gebracht werden?

Dieseer Strauch wächst nun schon seit ein paar Jahren an einer Kirchenwand. Es ist eine hübsche Barockkirche in einer Stadt, die UNESCO-Weltkulturerbe ist. Natürlich zerstört dieser Strauch das Mauerwerk. Er ist nicht besonders gross, aber seine Wurzeln reichen tief in das Gemäuer. Es ist fast ein Wunder, dass er überlebt, denn eigentlich müsste man nur eine Leiter holen, hinauf steigen und ihn ausreissen. So aber sammelt er Wasser, das an ihm in die Steine läuft und das Mauerwerk zerstört. Davon lebt er. Man könnte das Problem in drei Minuten beheben. Seit 4 Jahren sehe ich diesen Strauch. Er wird grösser. Ab und zu kommt die Stadtreinigung und kehrt die Brösel am Boden weg. Irgendwann wird die Wand so marode sein, dass ein Stein herausfällt und einen Unbeteiligten erschlägt. Das ist Italien. Und die Bröselwegkehrer unter Italien – um diesen Job bewerben sich gerade Sarkozy und Merkel. Und der Unbeteiligte – das sind wir.

Bild zu: Das Ende des Euro in einem Bild und einer Frage

Stellen Sie sich eine einfache Frage: Wenn auf der einen Seite zwei Politiker nicht wirklich auf der Höhe ihrer politischen Karriere sind – Merkel und Sarkozy – und 400 Milliarden Hilfsgelder auf 1 Billion hebeln. Und auf der anderen Seite ist ein Überlebenskünstler wie Berlusconi, der dagegen einen Schuldenhebel mit 2 Billionen in einem Land wie diesem hat, wo man einen Strauch lieber vier Jahre ein Baudenkmal zerstören lässt, statt drei Minuten auf eine Leiter zu klettern –

also 1 gehebelte Billion gegen 2 Billionen gewisseblose Hebelei

würden Sie dann so einem Europa und seiner Währung noch trauen?

Zurück zu einem angenehmen Thema: Wein. Den wird man brauchen können, in den nächsten Monaten und Jahren.