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Stützen der Gesellschaft

Stützen der Gesellschaft

Leben, Bildung, Torten und sozialunverträgliches Spätableben unter Stuck und Kronleuchtern.

Mit Krieg und Hummer gegen die Verschwendung

| 472 Lesermeinungen

Hinsetzen!
August Stierhammer

Es gibt entsetzliche Arbeiten, auch im Journalismus. So wurde vor Kurzem bei einem Jugendportal dem dortigen Zielpublikum – links, Abitur allenfalls Berliner Güte und immer schnell beleidigt und empört – erklärt, warum momentan Gemüse im Supermarkt so teuer sei. Mit einfachem Deutsch und ohne Schreikrampf, den ich in solchen Fällen bekommen würde. Denn das Gemüse ist momentan nicht teuer. Es gibt in Supermärkten kein teures Gemüse. Gemüse ist in Supermärkten immer zum minimalen Preis im Angebot, wie eigentlich alles, ohne Rücksicht auf Bauern, Geschmack, Transportwege und Qualität. Gemüse ist so billig wie möglich, und momentan so billig wie möglich angesichts der Ernteausfälle in Spanien. Nur weil es teurer ist, bedeutet das noch lange nicht, dass einer der modernen Sklaven aus Schwarzafrika, der in Südspanien, Ägypten oder Sizilien auf den Plantagen schuftet, mehr Geld bekäme. Es ist so teuer, wie es ist, und wenn der Sklave dem System entgeht und genug gespart hat, sucht er sich einen besseren Ort. Das billige Gemüse und seine Arbeitsbedingungen – und nicht etwa Waffenexporte – treibt Schwarzafrikaner innerhalb Europa nach Deutschland.

Und dort wird es dann wirklich teuer. Aber diese Leute, die jetzt für den Salat im Winter 2 Euro zahlen müssen, haben keine Ahnung mehr, was teuer ist. Früher, in Friedenszeiten, war jetzt die Zeit, in der Essen generell teurer wurde, denn langsam gingen die im Herbst angelegten Vorräte zur Neige. Im Spätwinter gingen die Preise nicht wegen längerer Transportwege nach oben, sondern weil die Nachfrage begann, das verbleibende Angebot des Mangels zu übertreffen. Die Menschen hungerten und starben nicht ganz selten. Bei Missernten starben sie dann auch im Sommer. Das ist, im Gegensatz zu dem, was heute landläufig als teuer gilt, ein hoher Preis für Nahrungsmittel.

Weshalb die alten Leute früher immer, wenn die Kinder etwas wegen abgelaufenem Mindesthaltbarkeitsdatum ablehnten, vollkommen zurecht sagten, sie hätten noch keinen Krieg mitgemacht. Krieg ist – für die Jüngeren erklärt – so etwas ähnliches wie Veganismus, nur nicht so empfindsam: Man lernt, mit einem deutlich begrenzten Angebot auszukommen, nur ohne sich bei einem Bürgermeister über fuchsfeindliche Lieder zu beschweren. Im Krieg konnte man an Mangelernährung sterben, also wurde Essen fundamental wichtig, geschätzt, und auf gar keinen Fall weggeworfen. Man orientierte sich am Vorhandenen, und so möchte man den Nachgeborenen einfach die Weisheit mitgeben: Wenn dein Geld für Erdbeeren und Tomaten im Moment nicht reicht, halte dich an haltbare, heimische und dauerhaft verfügbare Kartoffeln, selbst eingelegtes Kraut und kühl gelagerten Kürbis, Karotten und Steckrüben. Früher ging das nämlich auch nicht anders, da musste man im Winter Milch konsumieren, auf der sich schon der Käse gebildet hatte, und Eier, die wegen der Lagerung in Kalkwasser geschmacklos geworden waren. So war das. Dank Deim Herrgod, du blahde Blunzn, dassd zum Subbama

Man sieht, herkunftsbedingt und durch die generationenübergreifende Prägung der besseren Kreise wäre ich nicht wirklich befähigt, nachkommenden Generationen vertiefend zu erklären, dass sie sich in einer historisch einmalig privilegierten Situation unseres gemüsesklavenhaltenden Kulturkreises befinden, da sie nicht arbeiten müssen, Jugendportale besuchen können und dennoch nicht, wie es früher normal gewesen wäre, der natürlichen Auslese zum Opfer fallen. Es fehlt der Jugend der historisch tradierte Erfahrungshorizont schlechter Zeiten – hätten sie ihn, verstünden sie, warum man früher das Brot bekreuzigte und genau das konsumierte, was da war – weil sonst nämlich nichts anderes da war, und der Hunger eine wirkliche Lebensgefahr und nicht nur krankhafte Magersucht für krankhafte Schönheitsideale war. Solange diese Leute nicht auf die harte Tour lernen, wie teuer Essen wirklich sein kann, werden sie es auch wegwerfen. Ich schlage das hiesige Anzeigenblatt auf und lese: Ein Pfund Hackfleisch 1,68 Euro.

Man kann in Deutschland ein Pfund von einem Lebewesen wegwerfen, für den Betrag einer durchschnittlichen Tüte Kartoffelchips. Das ist das Bewusstsein, in dem weite Teile der Bevölkerung aufwachsen, wenn sie selbst kochen. Andere Teile halten sich EU-Fahrradsklaven, die daheim keine Arbeit finden und für den Mindestlohn Essen durch den Matsch und den Strassenverkehr zu ihnen bringen, damit sie am Schreibtusch essen können und dort lesen, Gemüse sei gerade sehr teuer geworden. Vielleicht wäre es für solche Leute einmal interessant zu erfahren, was Essen wirklich kostet, wenn es so entsteht, wie sie es gern hätten. Also vor einer Traumkulisse in den Sarntaler Alpen, in frischer Höhenluft und ohne Zwischenhandel, direkt vom Produzenten zum Konsumenten. Denn für 25 Euro bekommt man im Supermarkt im Winter 2 Kilo Bananen, 2 Kilo Orangen, ein Pfund Hack und ein Pfund Gulusch, Zwiebeln, Reis, Nudeln, ein Brot, ein Netz Semmeln, und ein Kilo von etwas, das man dort als Frischkäse bezeichnet. Will man aber so essen, wie es nach übereinstimmender Meinung der rotgrünbiobewegten Billiggemüsesklavenprofiteure und meiner Klasse üblich ist, gäbe es dafür aus dem Sarntal 250 Gramm Bergkäse wie unten, 6 Monate gereift, und die 4 Kaminwurzen oben. Sonst nichts, auch kein Messer und keinen Teller gratis dazu. Das ist gerade so viel, dass der Bauer im Sarntal im Direktverttrieb davon leben kann. So wie früher auch.

Es wäre für die Menschen, die genau auf den grünen Biopunkt achten, mal ein spannendes Experiment, eine Woche, nur eine einzige Woche, genau das zu bezahlen, was sie im Supermarkt ausgeben, nur eben für echte Lebensmittel echter Erzeuger ohne Massentierhaltung, landschaftszerstörender Agrarbetriebe, Ausbeutung, umweltschädlichen Transport und Zwischenhandel. Sie würden nach 2 Tagen mit jenem Hunger ins Bett gehen, den ihre Vorfahren nur zu gut kannten, und nach 4 Tagen um eine Hirsesuppe betteln, wie ihre Vorfahren. Samstag würden sie für aufgekochte Kartoffelschalen dankbar sein, und am Sonntag würden sie in die Kirche gehen, nur um eine Oblate zu bekommen. Das hätte zwei angenehme Nebeneffekte: Sie wüssten, was das Essen wirklich kostet. Und sie würden eventuell nachdenklicher einkaufen, damit sie nicht mehr so viel wegwerfen. Das Wegwerfen haben die Alten nach der schlechten Zeit nämlich überhaupt nicht mehr ertragen, und egal ob Hipster oder Volksgenosse: Hunger, echter Hunger tut nach fünf Tagen immer gleich weh.

Das ist, weil wir in der Oligarchie leben, natürlich etwas ungerecht, denn es benachteiligt die Billiggemüsefreunde und nicht gerade die Oberklasse, die sich durch Luxuseinkäufe beim Essen definiert. Aber auch da, denke ich, könnte man erfolgreich auf den Schockeffekt setzen. Das hat nämlich bei der P. bei uns daheim ganz famos funktioniert, und dazu braucht man nicht mehr als einen frischen Hummer aus Paris. Die Familie P., deren Oberhaupt seine familiäre Firma verkauft hatte und danach Gelegenheit fand, sich auf seinem Arztsessel anderweitig zu bereichern, wurde nämlich in den wilden 70er Jahren von einem Pharmakonzern nach Paris eingeladen. Dazu gehörte auch ein Einkaufsbummel für die Frauen, die sich nehmen konnten, was sie wollten. Die Firma zahlte. Und die Frau P. entschied sich dabei unter anderem für einen Hummer. Einen riesigen Hummer, der ihr am letzten Tag dann tot und gut gekühlt überreicht wurde.

Aber wie das eben so war, im damaligen Leben unter den Schönen und Reichen, hatte ihr Mann daheim wenig Lust, sich mit der Post zu beschäftigen, und schlug vor, doch noch ein paar Tage in den Bergen dran zu hängen, wo es die obigen Bergkäsetopfenpflanzerl gibt. Aufgrund diverser Missverständnisse jedenfalls dachte Frau P., es reichte wie üblich, wenn sie den Hummer und alle anderen Trouvaillen in den Gang stellte, während ihr Mann bereits der Haushaltsführerin fernmündlich abgesagt hatte. Danach fuhren sie nach Tirol, hängten noch eine Woche dran und…

Also, die Frau P. ist heute alt und ihr Mann ist tot, die Villa wurde abgerissen und durch hochgeschachtelte Hundehütten ersetzt, die heute auch in guten Vierteln leider beliebt sind. Vielleicht habe ich die Geschichte sogar ein wenig verändert, weil sie schon schaurig ist und ich keinem übel nachreden möchte, aber die wahre und historisch belegte Kombination aus totem Hummer, etlichen anderen Spezialitäten und zwei Wochen Fussbodenheizung fügten dem Wohlgeruch des grossen Pharmageldes im Hause P. eine ungeahnte Note hinzu, die auch mit frisch geweissten Wänden nicht zu beseitigen war. Die P.s konnten danach nie wieder Hummer essen, und das alles war so ein unvergessliches Ereignis, dass die P. von da an deutlich mehr an den Dingen des Haushalts interessiert war.

Vielleicht also könnte man Arme zwingen, eine Woche wie ihre Vorfahren mit den wahren Preisen des Essens zu leben, damit sie den Wert desselben kennen, und die Reichen, den Verwesungsvorgang eines Riesenhummers in ihrer beheizten Halle zwei Wochen zu begleiten. Danach wäre wieder mehr Bewusstsein für das da, was zwischen unseren Sklaven, dem Supermarkt, dem Kühlschrank und der Mülltonne alles passiert, und alle würden Lebensmittel wieder so schätzen, wie es der Anstand befiehlt. Natürlich sind das drastische Massnahmen, aber historisch betrachtet weitaus weniger drastisch als die Bigotterie, mit der die Tränen der von Supermarktgemüsepreisen geschockten Kinderlein unserer Wegwerfgesellschaft getrocknet werden.

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472 Lesermeinungen

  1. Winter
    Es ist Winter.
    Das ist in der Regel keine Erntezeit.

    Kohl, Kartoffeln, Zwiebeln. Wer einen Vorrat angelegt hat.

    Das ist nicht mehr vermittelbar. Weil es weitaus leichter verdauliche Erklärungen für die extremen Ungerechtigkeiten und die Armut und unmenschlich dreckige Lebensverhältnisse z.B. auf Elektroschrottbergen irgendwo am Ende einer LKW-Piste gibt.

    Bei allem gilt: es sind – frei nach Dr. Ralf Stegner – DIE ANDEREN, die SCHULDIG sind.

    Und so geht’s dann samstags abends um 22:30 Uhr noch schnell zu Rewe für die Vitamine und den Booz.

    Wenn das 19jährige Studienanfänger so machen – okay. Aber hören Sie heute Abend mal um 20:30 Uhr NDR Info Radio „Das Forum“ zur Frage „Wie gerecht ist erben?“. Eine hanbüchene Diskussion gestern bei der Körber-Stiftung in Hamburg, mit Elitenkindern in Presse (SZ) und Wissenschaft (DIW) und ihrer Weltsicht.

    Dreist, borniert, bigott – und sie bemerken es nicht einmal, welchen Schaden sie anrichten.

    Es ist Winter.
    Doch die Sonne konmt immer wieder durch… C’est la vie.

    • Lustigerweise versteht man durch Mangel auch das Erben besser. Ich wollte das nur mal loswerden, weil ich mich so geärgert habe über diese Dummheit der Beiträge.

  2. Hervorragende Idee
    Das ist eine hervorragende Idee. Es könnte ungemein heilend sein.
    Und man könnte es auch noch weiterspinnen und insbesondere die nichtarbeitenden Bevölkerungsteile z.B. aus den Genderschwatzbuden und gesellschaftskritisch besetzten Hörsälen mal für eine Woche wo hinfahren, wo sie für das bisschen Essen und einen Strohsack zum Schlafen unter einem löchrigen Dach mal auf dem Feld per Hand ackern müssen…. oder Steine schleppen….. jedenfalls richtige Arbeit und keine Gesellschaftskritik.

    • 4 Wochen auf dem Bau für das, was ein Bulgare vom Arbeitsstrich bekommt. Danach können sie nochmal über Wohnraum für alle reden.

    • .
      zuweilen hilft ein blick in aufzeichnungen von gemeinden, und da ein blick in die sterbelisten, bei denen aufgezählt wird, welche besitztümer unverheiratete am ende ihres lebens dem dorf hinterliessen:
      ein einfacher stuhl, ein bett aus einfachen brettern, eine pfanne, klein, nicht sehr verbeult, ein mittlerer topf, etwas verbeult, eine gabel, zwei kleine löffel, ein messer, eine aufhängevorrichtung für den topf, ein kleiner korb, zwei nähnadeln und ein wenig zwirn, ein kamm, ein abgenutztes alltagsgewand, eine sonntagsbluse, etwas, was man heute plaid nennen würde, also multipel einsetzbar sowie ein laken.

    • Man hat damals auch keine alten Kleider weggegeben. Darüber mache ich auch was.

    • Don, das ist nicht okay :-).
      Für jeden denkenden Menschen hauen Sie einen Sargnagel in die Legende, bei uns seien Menschen automatisch „arm“, die Mindestlohn beziehen. Und die, die diese Legende verbreiten, sind meistens alt genug, um es besser zu wissen (den jungen mache ich keinen Vorwurf, die sind schon im erreichten Wohlstand gross geworden).

      Gruss,
      Thorsten Haupts

  3. vegetarischer Hummer
    !

    • Ich kenne Modevegetarier, die denken, dass sie mit Fisch auf Fleisch verzichten können.

    • Ist ja richtig christlich
      Es gab ja mal die Lehrmeinung das Fasten nur Fleisch betreffe und alles was schwimmt kein Fleisch sei da Fisch und Fisch nunmal kein Fleisch sei sondern Fisch.

      Mein Onkel sagt übrigens das Biber ganz lecker schmeckt.

    • Das war übrigens auch so ein mittelalterlicher Trick: Biber als Fisch am Freitag.

  4. Taka Tuka Land
    In Deutschland leben 13 Mio. Menschen, die haben „nur“ 1000 Euro pro Monat zur Verfügung. Und sind daher „arm“. Allerdings haben sie bzw. die sog. Experten, die das ermittelt haben, keinen blassen Schimmer davon, was Armut wirklich ist.

    Mit Krieg, Hunger und Armut gegen die Verschwendung.

    • Es gibt auch viel echte Armut. Aber nicht bei superprivilegierten Akademikerkindern, die sich bei 2 Euro für den Salat aufregen und Essen bei Deliveroo bestellen.

  5. Danke!
    Bin zwar kein Vegetarier, aber so wie sie es beschreiben, ist es. Uns allen fehlt das gute alte Bewußtsein, dass wir Tiere essen. Das würde den Tieren helfen und uns. Zwar landen sie dann immer nicht in der Pfanne, aber vielleicht war ihr Leben dann vorher noch ein wenig besser. Übrigens, wir Münsterländer haben die meisten Schweine! Ich bin nicht stolz darauf. Täglich ersticken wir zurzeit in Jauche, damit u. a. Berlin zu fressen hat.

    • Ich bin da kein Extremist, ich finde nur, amn sollte sich wirklich bewusst machen, was man da auf den Tisch bekommt. Dass Fleisch nicht billiger als Gemüse sein kann, theoretisch, sollte jedem eigentlich klar sein.

    • Sorry
      Blöde Autokorrektur: Das „nicht“ vor der Pfanne sollte „noch“ heißen.

    • und Milch
      billiger als Wasser.
      Ein Freund von mir ist Teilzeit-Lacto-Ovo-Vegetabiler.
      Sind Sie das auch, in Vollzeit?

    • Ja. Wenn ich auf Milcherzeugnisse verzichten würde, wäre es ein anschlag auf unsere Bergbauern. Sie können hier ja keine Paprika oder Orangen anbauen. Wir haben hier eine sehr gute Genossenschaft.

    • "das gute alte Bewußtsein, dass wir Tiere essen"
      Trigger Warning: Explicit Content!

      In den Kindertagen musste ich immer bei der Hausschlachtung helfen. Ein Spezialjob war zB das Pumpen mit dem Vorderbein des gerade getöteten Schweins, damit möglichst viel Blut aus der durchschnittenen Kehle in eine bereitgehaltene Schüssel spritzte. Anschließend war das Blut – für die Blutwurst – kräftig von mir zu rühren. Wurde das Tier dann geöffnet, fiel ein Großteil der Gedärme heraus und es verbreitete sich ein Geruch, der den gesamten Schlachtvorgang begleitete. Da dann auch das Fleisch und die Wurst diesen Geruch/Geschmack hatten, war ich jeweils für ein paar Wochen Part-Time-Vegetarier – bis Wurst und Schinken vom Räuchern zurück kamen …

    • Titel eingeben
      He, das gilt nicht ! Das mit dem … damit u.a.Berlin … war doch schon zu (un-)seeligen DDR-Zeiten so. Nur ohne Umweg über den Länderfinanzausgleich. Da ging alles, vom Kühlschrank bis zur Neubau-Betonplatte erstmal in die Hauptstadt, zumindest in die eine Hälfte. Man konnte schon im Thüringer Wald an der Tankstelle erleben :.. für Berliner gibt es hier Benzin nur im Tausch gegen Bananen !“ Nun gut, ich fand das lustig, der Berliner mit dem Auto vor mir eher nicht.
      Aber die Hinwendung zum Achten von Lebensmittel, die wirklich für viele nicht mehr die Lebensmitte sind, tja, die hat mir noch meine Oma klar gemacht. Und sie hatte recht damit, denn wer auf dem Lande lebte, mußte für Essen wirklich ehrlich arbeiten, da stimme ich dem Eigen-Erlebnisvorschlag sehr zu. Sollen die Moralapostel doch gerne mal ne`Woche selber arbeiten, aber so dämlich, wie die sich dabei anstellen werden, da gibt es viele Hungertote. Ob das dann schade für die Gesellschaft ist, hm, das ist dann die natürliche Auslese, deretwegen früher die Bevölkerung nur in Grenzen mehr wurde.

  6. So isses!!!
    Altersmäßig gehöre ich in die Generation, in der – in meiner Kindheit und Jugend – nur Sonntags Fleisch auf den Tisch kam. Im Keller standen die Regale mit eingewecktem Gemüse und Obst und Gewürzgurken und Marmelade – alles selbst angebaut und verarbeitet.

    Reste wurden verwertet. Dann gab es halt „bunte“ Bratkartoffeln. Und relativ oft gab es zum Abendbrot Senf oder gestrichenen Speck aufs Brot an Stelle von Wurst oder Käse.
    Meine Familie war nicht reich, aber sie war auch nicht doll arm; wir hatten alles hatten, was zum Leben nötig ist (war?).

    Noch heute werfe ich höchst selten Lebensmittel weg. Ich ärgere mich grün, wenn die Leute jammern, „dass die Butter so teuer ist“, wenn sie 1,29 Euro kostet. Kein Mensch sagt, „die Butter ist ja so billig“, wenn sie 0,99 Euro kostet. Ich ärgere mich über die „Fleischberge“ im Supermarkt: 30% billiger!!!!!
    Nicht, dass ich nicht gerne günstig einkaufen würde, aber diese „Berge“ von allem zum Schnäppchenpreis entwerten die Lebensmittel auf unzulässige Weise.

    Deshalb: Danke Don für diesen längst fälligen Artikel

    • Gern geschehen!

    • .
      vor allen dingen dürfte man sich scheuen, bei diesen preisen das fleisch tatsächlich zu kaufen. allerdings gilt: noch günstiger kann man an antibiotika wirklich nicht kommen (scherz).

      auf der anderen seite sah ich in einem ländlichen biosupermarkt in deren kühlvitrine einen hahn mit allen fratelli salmonelli noch einmal stramm der resurrection entgegenschreiten.
      zu einem horrenden preis hätte man sich damit noch vergiften können.

      licht und schatten allüberall.

    • Naja, man muss halt genau hinschauen. Das sowieso. Aber irgendwann hat man seine Händler.

    • .
      dies war eine besichtigung auf einer durchfahrt. man vertritt sich ein wenig die beine und sichtet die auslagen, denn wer weiss, welche pretiosen auf geneigte kunden warten.

      das gebäck war aber vortrefflich.

    • natürlich kann Fleisch günstiger als Gemüse sein?!
      Herr Don, ich wundere mich ob Ihrer herablassenden Aussage zu den Berliner Abiturienten und auch vorgebend aus einer Akademikerfamilie zu stammen, ergo gebildet zu sein – mindestens inkonsequent sind Sie schon.

      Denn: wenn im einen Land zu inländischer Währung Fleisch produziert wird, um ins Nachbarland mit vergleichsweise hohen Kosten der Gemüse-und auch Fleischproduktion und starker Währung zu exportieren – dann ja dann lieber Don, kann das im Ausland produzierte Fleisch günstiger angeboten werden als das Gemüse im Land mit hohen Produktionskosten. Gelle?

      So und nun nochmal der ach so böse Kapitalismus:
      wenn in dem einen Land mit hohen Produktionskosten hoher Kapitaleinsatz betrieben wird, um die Stückkosten pro Schweinderl Rindviech etc. senken zu können, um im Wettbewerb auch seine Produkte absetzen zu können.
      Ja dann, lieber BWL/VWL-Don – dann kann es sein, dass das Stückerl Fleisch aus dem Land mit den hohen Produktionskosten sogar günstiger wird als das Fleisch aus dem Land mit den relativ niedrigeren Produktionskosten und und und

      Puh – komparative Kostenvorteile können so verwirren.
      Der Kapitalismus (urböse) natürlich auch.

      Oder doch nicht?

      Ich mag Sie, Don Donchew – weil Sie gg. die allgegenwärtige Moralisierung von Politik, Politikkasten, Politikerblasen etc. hie und da anschreiben.
      Nur hier – setzen Sie doch selber mit Moralisierung an.

      Nicht per se ist der Großviehbetrieb in MeckPom schlechter als der einzelkämpfende Bergbauer aus dem Allgäu oder Peru.

      Gegenteil: ohne moderne Massenproduktion, ohne Freihandel wäre das winterliche Leben eben doch eher „Kohlrüben“ denn Option auf Hummer zu 29,95 …

      Wohl bekomm’s

  7. Hauswirtschaft
    Sehr geehrter Don Alphonso,
    danke für den tollen Artikel. Sie legen den Finger vortrefflich in die Wunde, denn das Thema ist gespickt mit Lebenslügen. Gott sei Dank muss bei uns keiner mehr Hunger leiden, doch geht die Wertschätzung für das täglich Brot völlig verloren, Anstand und Demut gelten generell nur mehr wenig. Etwas, was einem vormals die Grosseltern vermittelt haben, die in dieser Jahreszeit zumeist auf Kreuzfahrt oder in Südafrika verweilen und sich in punkto „täglich Brot“ nicht besser verhalten als die Enkel, denen sie zu dem Thema etwas beibringen sollten. Erschreckend auch, dass viele nicht mehr kochen, geschweige denn einen Haushalt organisieren können und dieses Manko auch noch ob des Zeitgewinns als Vorteil betrachten. Die Industrie und die zumeist auf -i, -o, oder -held endenden Geschäftemacher klatschen derweil vor Freude über die abhängige Kundschaft in die Hände. Ein halbes Jahr Hauswirtschaft muss daher in allen Schulformen zur Pflicht werden. Wohl dem, der noch eine Braun KM-3 bedienen kann.

    • Kochen ist da nur die eine Seite des Problems, das andere ist der Wandel zur Liefergesellschaft, in der es nicht einmal mehr Kontakt zum Lebensmittel gibt, und wodurch die Wegwerfquote nochmal steigt,. während die Qualität massiv sinkt. Demut hat man, wenn man sich selbst bemühem musste. Aber nicht bei einem schmutzigen Radler mit Styroporbox auf dem Rücken.

  8. Alles Neue ist besser als alles Alte
    Danke für diesen Text. Was Sie beschreiben, ist schon typisch für eine besondere Art Verdrängung und Geschichtsvergessenheit, ja fast schon besinnungslose Gegenwarts- und Zukunftsversessenheit, aus deren Perspektive alles Leben zum Lifestyle gerinnt. Wenn eh alles Gewachsene als „Konstruktion“ gilt, gibt‘ s weder Erfahrung (schon gar nicht von Mangel) noch Wissen, z. B. darüber, was wann wo und wie wächst …

    • Gern geschehen, mich nervt dieses Mimimi wegen der Gemüsepreise einfach, und da wollte ich etwas dagegen setzen, zur Erinnerung für Leute, denen das Denken schwer fällt. Und die nie aus der Stadt hinaus kommen und grümn wählen.

  9. Kirchgang aus Hunger
    Werter Don!
    Aus dieser Sicht habe ich den Kirchgang meiner Großeltern und meiner Mutter noch nicht gesehen. Die Oblate kommt hier ja bereits an „Weiße Schokolade“ heran. Vielleicht geht deshalb meine Mutter seit Jahren nicht mehr in die Kirche. Heute muss sie – Gottseidank – nicht mehr hungern.

    Ihre erste Schokolade bekam sie übrigens von einem farbigen amerikanischen Befreier. Dieses Kindheitserlebnis meiner Mutter (die noch nie in ihrem Leben in Wien, dafür aber hin und wieder in München war) und die Hungerhilfe nach dem 2. Weltkrieg aus den USA hat das Bild Amerikas bis in die übernächste Generation geprägt. Meine Mutter sagt noch heute: „Aus Amerika kimmt nix schlecht’s“. Ich vertraue hier auf meine Mutter.

    • von 14 bis 45 war für viele einfach die ganz schlechte Zeit, und dann ging es sehr schnell und spürbar dank amerikanischer Hilfe nach oben, das ist richtig. Abwer heute können wir den Amerikanern ja sagen, was wir von ihrer Demokratie so halten, nicht wahr.

    • Amerika
      Werter Don!

      Habe bei meiner Mutter (82) nachgefragt. Sie meinte kurz und bündig:
      „Ge! Schaut’s lieba nach Rußland, des is viel nachenda und de san viel schnella do und mitbracht hab’ns decht selten was gut’s! Ge?“

      Für Sie ist und wird Amerika immer das Land der Schokolade und Befreiung sein.

  10. .
    Mein alter Hausarzt war der festen Überzeugung, die russische Kriegsgefangenschaft nur deshalb überlebt zu haben, da der Schimmel auf dem Essen natürliches Penicillin gewesen sei!
    Cum grano salis glaube ich, daß das nicht so verkehrt war!

    • Das nenne ich mal Wissenschaft!

    • Titel eingeben
      Mit Verlaub, aber bei über drei Millionen ermordeten sowjetischen Kriegsgefangenen empfinde ich Ihre Aussage mehr als nur geschmacklos.

    • Tapeten mit trockenem Brot abreiben
      Da fällt mir eine uralte Vorschrift ein, wie man ein Zimmer desinfiziert, in dem jemand mit einer ansteckenden Infektionskrankheit darniedergelegen hat: „Neben der ausgiebigen Verwendung von Karbol, sind die Tapeten gehörig mit trockenem Brot abzureiben“.

  11. Wow!
    So einfach ist das. Und so wahr noch dazu. Selten schöne Beschreibung.

    Meine Henkersmahlzeit: Eine Pellkartoffel mit etwas Butter und einer Prise Salz.

    Befeuert durch Kochshows werden unsinnige Mengen an unterschiedlichen Zutaten zusammengemengt, die kein Mensch rausschmeckt. Vornehmlich Frauen werden mit roten (Preissenkung!) Aufklebern wie Pawlow’sche Hündinnen angelockt und kaufen kunststoffverpackte Industrieprodukte aller Art, die sich als Lebensmittel ausgeben.

    Auf meinen kostengedeckelten Motorradreisen habe ich
    – eine Frühstücksbox (Kaffee, Tee, Honig, dazu frische Brötchen/Baguette)
    – Mittags Obst aus der Gegend (gekauft, nicht geklaut)
    – eine Salatbox (Olivenöl, Balsamicoessig, Salz, Pfeffer, Zitrone, Salat aus der Gegend)
    – Nudeln, Reis, Kartoffeln, ab und an frischen Fisch und Sauce dazu. Oder Pilze.
    – Eiserne Reserve, eine Dose zum Warmmachen
    Dazu noch gelegentlich was speziell lokales.

    Kostet alles nicht viel, und auf den Preis schau ich auch nicht so genau. Einkaufsmöglichkeiten gibts überall.

    Warum ich das erzähle? Weiss ich auch nicht so genau, aber wie so oft nach Dons Beschreibungen reflektiere ich was für mich.

    • so isses, Rainer66
      Es gibt Blogs, die liest man um sich zu informieren und welche, die liest man nur der Kommentare wegen und scrollt gleich dorthin. (ZEIT).
      Was diesen Blog ausmacht, ist, dass man sich auf alles freut und Beiträge wie den Ihren auch gern liest.

      Zum Thema: In meiner Familie konnte und kann jeder Essen zubereiten(bis auf meine Frau). Es wäre nie jemandem eingefallen, Zutaten irgendwie abzumessen, einfach deshalb, weil man eine Art eingeborenes Wissen um Zutaten, Kombinationsmöglichkeiten hatte.
      Erstaunlicherweise – und nicht aus Faulheit- schmecken frugale Mahlzeiten mittlerweile am Besten.

      Die Klammer über manche Einladungen bildet, wie ich leider häufiger erleben durfte, Unterhaltungen übers Essen.
      Dabei zeigt sich, dass außer auswendig Gelerntem oft wenig vorhanden ist, und, dass mit Hintergrundwissen über Alkoholika die starke Praxisorientierung einen theoretischer Überbau bekommen hat, der oft arg aufgesetzt wirkt.

    • Henkersmahlzeit
      Alternativ auch einfach ein Roggensauerteigbrot mit Butter. Salz braucht dann fast gar nicht.
      Aber die Pellkartoffel mit Butter und salz ist schwer zu toppen.

    • Titel eingeben
      Stichwort „Kochshows“ … als ich die inflationaere Ausstrahlung dieser oecotrophologisch sicherlich hochinformativen und geschmackvoll aufbereiteten Sendungen im deutschen Fernsehen erstmals konstatierte, dachte ich intuitiv, dass dieses Sendeformat in der subsaharischen Zone moeglicherweise nicht ganz so gut ankommen koennte … (sarkasmus off) was soll’s. in den usa sind food shows aber auch recht beliebt (-;
      in tanzania hatte ich sowas auch schon gesehen, allerdings steht da der „technische“, anleitende charakter im vordergrund, nicht der rein „erbauliche“ ….

      Ist es nicht ethisch bedenkenswert (meinetwegen auch bedenklich), dass Mahlzeiten nur dazu zubereit werden, damit sie hoechstens partiell gustiert werden, anschliessend aber zum abfall gehen?

      meine meinung.

      aber ich halte fotographierte und „geteilte“ speisen auf instagram oder sonstwo ja auch weniger fuer den erweis erlesenen aesthetischen empfindens oder eines raffinierten gouts, sondern fuer eine etwas plakative statusmarkierung, die als mentalitaetsgeschichtliche „anknuepfung“ an die formal wesentlich subtileren banquet pieces verstanden werden koennte (-;

      die erfolgreiche sensibilisierung der keinerlei mangel kennenden jugend der noerdlichen hemisphaere ….ach ja. die aelteren sind da nicht zwangslaeufig besser. wie mir aus einem unserer vielparteien-mietshaeuser berichtet wird, entsorgen insbesondere einige der betagten „hartzIV“-empfaenger_innen gerne lebensmittel, u.a. solche, die vorher bei „tafeln“ erhaeltlich waren ….

      ich wuensche mir weiterhin „hefe60“ als „wohnungsgrossverwalter“. die anekdote mit der „eigenhaendigen“ „muell-selektion“ beeindruckt mich nach wie vor (-;


    • Hm, Kochshows sind zum Teil einfach eine Art Sportereignis. Mein Göttergatte guckt das ja gern an, erzählte mir von den Schwierigkeiten von Tim Raue beim Nachkochen eines marokkanischen Gerichts auf einem kleinen Feuerstövchen, das immer ausging, als er den Teller draufsetzte.
      Sowas ist natürlich was ganz anderes als Routine, das geht schon in Richtung Versuch und Abenteuer, wie die Fahrt der 2 verrückten Engländer mit dem Auto zum Nordpol und derlei.
      Aber daß das nicht aufgegessen wird, wäre mir neu?

  12. Ananas
    … mir fällt es nach etlichen Lebensjahrzehnten immer noch schwer, ein Stück Brot wegzuwerfen (wenn nicht der Schimmel unübersehbar ist). Und das Getöse mit aufgedruckten Daten (best before, Mindesthaltbarkeitsdatum etc) lässt mich schon lange kalt. Es schaudert mich, wenn ich sehe, was alles so bei meinen Kindern im Abfall landet.
    In meiner Kindheit bekam ich regelmäßig zum Geburtstag Ananas, natürlich in einer Konservendose – ein himmlisches Vergnügen! Solche Erlebnisse werden meine Enkel niemals kennenlernen.

    • Früher dachte man, man könnte Schimmel einfach wegschneiden.

    • "man könnte Schimmel einfach wegschneiden"
      Aber sicher.
      Nicht nur Schimmel (weissen) kann man wegschneiden,
      auch die Wurmlöcher im Apfel wurden mit dem Taschenmesser einfach
      rausgeschnitten.
      In Kirschen wurden klaglos Kern und Wurm rausgeschnippst, der Rest gegessen.

    • Würmer? Fleischbeilage! Und wenn man apfelsaft macht, schmeckt man das gar nicht.

    • Schimmel
      Ja was glauben’s denn, was ich mache, etwa komplett wegwerfen, nur weil sich auf der nicht so häufig gegessenen Marmelade etwas Schimmel gebildet hat? Ah geh, nix da, ich mach’s wie meine Mutter, großen Löffel und den Schimmel abheben. Ich kann doch nicht jedesmal ein neues Glas Marmelade aufmachen, wo käme ich denn dahin?

      Und bei anderen Sachen wird weggeschnitten, falls sich ja mal Schimmel gebildet hat, was nicht oft vorkommt, da ich meine Lebensmittel bedarfsgerecht einkaufe.

      Hätte die Methode „Wegschneiden“ geschadet, die nicht nur meine Mutter anwandte, wären wir Nachkriegskinder längst alle tot.

    • Meine Grossmutter sagte immer „Schimmel ist auch nur ein Speisepilz“.

    • .
      würmer werden mittlerweile auch als speisewürmer angeboten.
      wenn wir all unser obst fortwerfen würden, sowie einen befall hat, hätten wir nicht mehr viel übrig, so unbehandelt wie es ist. offensichtlich handelt es sich um prima genährte spitzenwürmer.
      angesichts der stare, die das unreife obst anpicken, kann man jedoch so manche italienische sitte recht gut nachvollziehen, im geiste.

      bei schimmel (wenn es nicht nicht gerade um weisse pferde handelt: die kann man essen) gilt aber schon eine gewisse vorsicht. auch früher sind nicht alle leute alt geworden, aber da war sicherlich nicht nur der hunger derjenige, der den sensemann im schlepptau hatte: mangelhafte hygienische verhältnisse und nicht optimal verlaufene konservierungen sind nicht zu unterschätzen.

    • @DA
      Würmer essen Sie also? — Sie Wegelarier!

    • Ich nehme es, wie es kommt.

    • .
      besser, welche zu essen als welche zu haben.

    • Brot wegwerfen...
      Niemals käme ich auf die Idee, Brot wegzuwerfen. Schimmel wird weggeschnitten, ansonsten wird es gewürfelt und offen gesammelt (so kanns trocknen). Ist die Schüssel voll, wirds in geschlagenem Ei mit Milch eingeweicht und kommt so in die Pfanne in reichlich Schmalz. Einfach lecker.
      Alternativ dazu „Arme Ritter“, also getrocknete Brotscheiben in Pfannkuchenteig eingeweicht und dann gebrutzelt…

    • Oh oh,
      bald wird das hier den Beinamen „Blog der Schimmelesser“ tragen.


    • Meine Patentante und ihr Vater (Bauer vom alten Schlag) setzten sich in einem besonders äpfelverwurmten Jahr tagelang hin und schnitten die Würmer raus. Er sagte, er wolle keinen Würmermost.

    • Titel eingeben
      Zum Schimmel wegschneiden:

      Das kommt auf das Lebensmittel an…

      Bei Marmelade ist Schimmel ziemlich unbedenklich da sein Mycel nicht tief in das Medium hinein wächst, bei Brot ist es eine Abwägungssache und bei Tomaten und Co. (weiche Früchte/Gemüse) ein NoGo, weil dort das Mycel definitiv weiter gewachsen ist, als man es sehen kann.

      Und als kleinen Einstieg warum bei Schimmel durchaus Vorsicht angebracht sein sollte…stelle ich die Aflatoxine vor:
      https://de.wikipedia.org/wiki/Aflatoxine
      Das ist nur ein Bereich der Mykotoxine vgl. https://de.wikipedia.org/wiki/Mykotoxin

      Btw. bei verschimmelten Lebensmittel birgt der Satz „Denkt denn keiner an die Kinder!!!“ eine ziemliche Portion Wahrheit….denn die leben lange genug, dass z.B. die cancerogene Wirkung sich u.U. entfalten kann.

      bombjack

  13. Hummer oder Hunger, Sekt oder Selters
    Nachkriegszeit in einem kleinen Dorf in Sachsen. Eine Familie in sehr ärmlichen Verhältnissen. Meine Oma muss ihre drei Kinder allein durchbringen, Opa ist im Krieg gefallen. Es ist Weihnachten. Jedes Kind bekommt ein ganzen Brot für sich allein geschenkt. Das ist alles. Meiner Mutter, meinem Onkel und meiner Tante sind glühende Glückstränen über die Wangen gelaufen.

    • Ih habe hier noch eine Schüssel aus den Bergen von einem Bauernhof, aus der die ganze Familie gegessen hat. Da ist die Glasur am Boden völlig abgeschabt. Das sagt alles.

    • Nachtrag
      Mein Bruder und ich durften bei Oma immer die Teller ablecken, da hat sie immer still gelächelt. Sehr viel später begriff ich die Gründe, denn kein Rest des Essens wurde verschwendet und beim Abwasch wurde so Wasser gespart.

  14. Gemüsesklavenhaltender Kulturkreis ...
    …. sehr schön formuliert.
    .
    10 bis 12 Stunden auf der Pritsche liegen zur Blumenkohlernte, danach in die vom Bauern bereitgestellte Baracke. Tag für Tag – Saisonfeldarbeit ist schon in DE fast wie Massentierhaltung, da möchte ich über die Zustände in Italien und Spanien gar nicht nachdenken. Dort gibts nämlich nicht mal eine Baracke. Ist doch nur zu verständlich dann nach Norden zu wandern, zu Baracke und Mindestlohn oder halt einfach nur für Sozialhilfe, Kindergeld, Fastfood, Schnaps und Kippen – statt auf dem Feld zu schuften.

    • Es gab in Italien eine Reihe von Skandalen bei der Frage, aber jetzt kommen die Orangen aus Sizilien, und es kann sich ja jeder mal fragen, wie das für 1,29 €uro pro Netz mit normalen Löhnen möglich sein soll. Das geht nur mit Leuten, die keine reguläre Arbeit verrichten. Ich habe das mehrfach engedeutet, es interessiert hier nur keinen. Die Mittelmeerroute hatte früher keinen anderen Zweck, als die Plantagen im Süden profitabel und die Preise bei uns niedrig zu halten.

    • An den Clandestini
      verdienen sich einige Branchen goldene Nasen. Und die Landwirtschaft ist nichtmal die schlimmste.

    • Tourismus ist m.E. da die übelste Branche. Wenn die Deutschen wüssten, wir die italienische Küche macht…

    • Gemüsesklavenhaltender Kulturkreis
      Ja, sehr exzellente Fomrulierung. Und man muss gar nicht bis nach Spanien und den dortigen Skalven mit Nafri-provenienz gehen. Man muss sich nur mal mit deutschen (z.B. Spargel)Bauern unterhalten, warum deren Gemüsesklaven immer aus Osteuropa kommen. Weil die Deutschen sich zu fein sind und die harte Arbeit gar nicht leisten können oder wollen. Es kommt ja auch kaum mehr dabei rum, als die Stütze, die der Staat auch so überweist…

    • Ich weiss genau, wo ich meinen Spargel stechen lasse.

  15. "Früher, in Friedenszeiten"
    Danke für Ihr Plädoyer, dem nicht nur ich, sondern auch meine Eltern und deren Eltern zustimmen (als Kind habe ich dies nur bedingt verstanden, aber schnell verinnerlicht)!

    Ihr Text diagnostiziert treffend mit vielen schönen Formulierungen die Ablösung des Konsumismus von jeder Realität. Und tatsächlich frage ich mich dieser Zeit, ob ich alles nur zu kritisch (und dadurch verzerrt) sehe, oder wie ich mir die Differenz zu all jenen Menschen erklären soll, die um mich herum leben im Anschein „es werde alles wieder gut“. Die Staatspropaganda, die wir ja glücklicherweise durch hartes Einschreiten von kolportablen Persönlichkeiten wie Maas, Stegner, Kauder, Oppermann pp, nicht haben, zeigt doch allzudeutlich, wie ungesund Kritik ist. Die Kritikfähigen sind unglücklich, der rest darf mit schulz in der Verheißung schwelgen und auf selbstausgesätem Salatblatt schweben. In der Tat: früher, in Friedenszeiten…

    Ob allerdings die Zeit kommt in der die Menschen am siebten Tag um der Hostie willen, ihren Hunger zu stillen, in die Katholischen Kirchen strömen, oder ob sie im ewigen Ramadan in Moscheen auf den Boden geworfen unraffiniertes Öl trinken müssen erscheint mir noch nicht ausgemacht.
    Mir stellt sich da eher noch die Frage, wie lange es noch Hostien im geographischen Gebiet Europa geben wird, verboten sind sie vielen jetzt schon. Und diese Verbote sind Vorboten.

    • Naja, es ist nicht ohne Ironie, dass so ein Beitrag von „rechts“ erscheint, während die Berliner Medien das Recht auf ausbeutung als soziale Frage beim Einkauf kaschieren. Wie so oft gehe ich von einem Auseinanderbrechen des Landes aus. Gewisse Regionen werden halt anders, und irgendwann sind die Gegensätze unüberbrückbar.

    • Ich übernehme einfach mal pro forma und der Einfachheit halber die rechtslinks Dialektik
      und stelle fest, daß es eben nichts an Ironie hat, dass so ein Beitrag von „rechts“ erscheint.
      Das Konservative, das Wertbezogene zeichnet sich von je durch den Gedanken der Nachhaltigkeit aus!

      Die Linke, die die Bejahung von Entwicklung mit einem Fortschrittsglauben (der so infantil wie peinlich ist!) verwechseln und zur parareligiösen Veranstaltung mach(t)en, sind an dieser Klippe ebenso historisch gescheitert wie an jener, wo sie den Gedanken sozialer Verantwortung mit autoritärer Gleichmacherei carmouflieren!
      Und als Zusatz: es ist mehr als ein „blöder Zufall“, daß man beides auch über die Nationalsozialisten sagen kann.

    • Das Problem ist, je genauer Sie hinschauen, desto unschöner wird alles. Deshalb macht die Linke das nicht und lagert es an den Staat aus. Wie „bezahlbare Mieten“, obwohl jedem klar sein muss, dass sich das irgendwie lohnen sollte. Und nicht jeder in einer Traumlage für wenig Geld leben kann. Aber genau das versprechen die Neostalinisten.

    • Bleiben Sie fair, Don:
      Heute erschien ausgerechnet in der ZEIT ein Artikel, der die Probleme der Wohnungsknappheit in Ballungsräumen doch sehr nüchtern darstellte. Inklusive (staun) realistischer Baupreise und das Fehlbelegungsproblem in Sozialwohnungen.

      Ich habe dabei nicht zum ersten Mal das Gefühl, Sie haben eine ganze Reihe unerkannter Mitleser aus dem Journalismus, die Sie als Realismusverankerung gebrauchen :-).

      Gruss,
      Thorsten Haupts

    • 2 Jahre zu spät.

    • "deshalb lagert die Linke den Staat aus"
      Ich glaube nicht, daß DAS das Problem ist, sondern ich sehe bei der Linken ein Egalitätsversprechen, das im Kern ein Missverständnis ist und in dssen Gefolge der Staat allzuständig gemacht und das freie Individuum in seiner Freiheit nicht geschützt, sondern diskreditiert wird.
      Daß eben dieser überdehnte Staat dann im Staatsversagen suhlt und seinen Hoheitsrechten /-pflichten nicht mehr nachkommt (M.: „die deutsche Grenze kann man nicht kontrollieren“ pp) , bzw. das nicht mehr will, ist nur voedergründig paradox.

      Es finden sich dazu einige interessante Gedanken in einem Artikel vonA.Grau derzeit im Cicero, populistischer Antipopulismus.
      daraus:“Massendemokratie… ist, historisch gesehen, ein Kompromiss der drei beherrschenden Ideologien des 19. Jahrhunderts: des Sozialismus, des Liberalismus und des Konservativismus.

      Vom Liberalismus erbte die moderne Massendemokratie den Gedanken vom Selbstverwirklichungsrecht des Individuums. Vom Sozialismus übernahm sie die Vorstellung, dass diese Selbstverwirklichung vor allem in Form des Konsums und eines egalitaristischen Materialismus zu realisieren sei.“
      Es geht eben im Sozialismus nicht um soziale Gerechtigkeit, sondern um konsumistische Abfütterung bzw. Umverteilung. Alles baut hier auf der gezielten Entmündigung des Individuums, und nur so ist es Kollektiv-tauglich, auf!

    • Dashalb bin ich für die Wiedereinführung der Leibeigenschaft.

    • Leibeigenschaft...
      Wenn C. Roth dann wieder die Stelle im Stall bekommt und Oppermann mit Beck die Schweine hütet, dann bin ich ganz dˋ accord!

    • Ein jeder findet sein Platzerl.

  16. Versorgung und Versorgungspolitik
    Habe jüngst ein wissenschaftliches Werk über die Politik von Stadtrepubliken während spätmittelalterlicher und frühneuzeitlicher Hungerzeiten gelesen. Wenn nach dem Winter die Preise stiegen, wie im Text des Don beschrieben, und wenn dann der Maifrost und ein Regensommer kam und die Preise wegen der erwarteten Missernte endgültig durch die Decke gingen, dann setzte das Stadtregiment jene vor die Tür (also vor das Stadttor), die nicht mit ihrer Hände Arbeit ihren Lebensunterhalt bestreiten wollten und versuchten, sich als „starke Bettler“ auch auf Kosten der durch Gebrechen tatsächlich auf Unterstützung Angewiesenen die Versorgung zu erschleichen. Da gäbe es heute vor dem Stadttor großes Gedränge …

    • Icj eichstätt kann man sich auch noch das Arbeitshaus anschauen, das als Auffangeinrichtung diente. zugegeben, man hätte zu der Zeit kein Genderforscher sein wollen.

  17. Titel eingeben
    Man sollte auch einen weiteren Aspekt der Lebensmittelverschwendung benennen, nämlich das Verbot, überschüssige Lebensmittel(kurz vor Verfallsdatum z.B.) an Nutztiere zu verfüttern. Früher verfütterten Gastwirte die noch brauchbaren Essensreste an Huhn und Schwein, heute muß entsorgt werden. Dafür gibt es weniger Hausschlachtungen und selbstgemachte Wurst. Vieh füttern verboten – wegwerfen oder an die Tafel. Noch vor wenigen Jahren nahmen sich bei uns Kleintierbesitzer aus dem Supermarkt kistenweise Kohlrabiblätter etc. für den Hasen mit. Heute verboten, EU sei Dank.

    • Ja, das sind so die Probleme der Überregulierung. Dito bei der Frage, wie heute Metgereien aussehen müssen, was viele zum Aufgeben brachte. Lauter Ideen, die letztlich nur den Massenmarkt fördern. Und die Überkapazitäten.

    • Stimmt
      Da haben Sie recht. Wir hatten früher zu Hause in der Speisekammer zwei Eimer, den Schweineeimer und den Kuheimer. Nicht gebrauchte Lebensmittel wurden auf diese beiden Eimer verteilt (z.B. alte Suppe in den Schweineeimer, welken Salat in den Kuheimer) und zum Landwirt rübergebracht, der hat das verfüttert.

      Geschlachtet wurde einmal im Jahr jeweils im Januar, eine Sau aus dem Dorf, und alles davon wurde verwertet. Das hat dann auch wieder ein Jahr gereicht. Jetzt hat kaum noch jemand Schweine oder Kühe im Heimatdorf. Die Bauern sind quasi ausgestorben oder haben aufgegeben.

      Lebensmittel einfach wegwerfen, das war Sünde, so wurde es uns von den Eltern eingebläut, und ich tu mich heute noch schwer damit, auch wenn es schon gammelt …

    • „do muassd di Sindn fiachdn“ wurde in Bayern nicht umsonst so gesagt. Und dann aufgegessen.

    • Deshalb schmeckten Huhn und Schwein damals auch noch
      Es gab nur sonntags bei uns daheim Fleisch, mal einen Rindsbraten oder eben Schweinsbraten, dessen Geschmack, auch den eines Koteletts mir noch immer irgendwo auf der Zunge ist. Ein Geschmack, den ich heute nicht mehr finde.
      Eine Nachfrage beim Metzger nach einem Kotelett mit dem Geschmack meiner Kindheit ergab die etwas gehässige Antwort, dann träumen sie mal schön weiter.
      Bei den heutigen Fütterungsmethoden kommt nur noch geschmacksneutrales Zeugs zustande.

  18. Billige und teure Prioritäten
    mir fällt immer auf, wenn ich aus dem Ausland zurückkehre, wie billig unsere Lebensmittel sind. Aber auch wie teuer unsere Autos sind, auch solche, die die Dieselschadstoffnorm nicht einhalten. Es ist halt eine Sache mit den Prioritäten.
    Dasselbe könnte man in Deutschland auch von der Kleidung sagen, von Schuhen sowieso. Die Hauptsache: billig und viel. Da geht mir immer das Herz auf, wenn in Italien elegante Menschen aus einem Kleinwagen steigen und ins Restaurant gehen. Hier geht mir eher das Messer in der Tasche auf, wenn SUV’s im Grenzbereich zur sechsstelligen Preisregion beim Aldi parken oder samstags aus der Großstadt(!) kommend die Zufahrt zum Demeterbiohof breit und breiter walzen. (Das Thema „Hausfrauenpanzer und die Fahrzeugbreite und /oder die Großstadt“ wäre auch einen Blog wert).
    Wie weit die Steuer-und Abgabenpolitik an der ALDIisierung und IKEAnisierung eines Volkes schuld hat, bleibt mal dahin gestellt. Ich habe aber den leisen Verdacht, dass manchen gar nichts mehr übrig bleibt, als dort einzukaufen, wenn sie nicht den Lebensstandard von 1950 haben möchten.

    • Nun, langsam gleicht sich das an, ich kenne viele, die auf das Auto verzichten und anderes bevorzugen. Was SUVs angeht: Das geht in Italien wegen Steuer und Versicherung eher schlecht, was ein Hinweis darauf sein mag, wie Staaten durchaus steuern können.

    • @bemaba
      Ja, es ist interessant, wie die Prioritäten unterschiedlich so sind. Das Beispiel mit den Autos und Lebensmitteln sticht aber auch wirklich in die Augen im Vgl. von D mit FR oder IT. Wobei das ja áuf den zweiten Blick noch krasser ist. Denn a) rosten in D die Autos ja auch noch schneller weg als z.B. in IT oder FR. Und die Preise in D furs gleiche Auto sind auch noch höher (weil man es halt nehmen kann). Die Ausgaben für PKW vs. Lebensmittel sind in D also noch höhere als im direkten Vergleich der Lebensmittelpreise.
      Ich sag ja, auch das ist ein Erbe der 68er. Denn in IT oder FR hat das Essen immer auch eine gesellschaftliche Relevanz – im Kleinen (Familie /Freundeskreis) bis hin zur Identifikation mit einer Region und deren Produkten. In solch einem Umfeld kommt kein billiger geschmackloser Mist auf den Tisch – um sich selbst und die Gäste nicht zu beleidigen.
      Das sind aber gesellschaftliche Konventionen – welche die 68er ja zugunsten Individueller Freiheit abgeschüttelt haben. Das ist die Saat der heutigen egoistischen Gesellschaft. Was sich eben auch darin zeigt, dass man in D sein Geld für dicke Autos ausgibt statt für ordentliche Nahrungsmittel. Dass das Wohnen teuer wird (dank der staatlich verordneten Wohnkostenspirale wg. energetischer Sanierung und des StaatschuldenkrisenfolgenImmobilienbooms, sowie die steigende Anzahl von singlesbuden in den Ballungsräumen), tut seinen Teil dazu.
      Wie sagte Oscar Wilde: „Heute kennt man von allem den Preis, von nichts den Wert.“ Vor allem nicht bei Nahrungsmitteln. Aber furs Gewissen kauft man dann eben Billig-„Bio“ und fordert „Veggie-days“…

    • Ein grüner Punkt für das gute Gefühl, bis zum nächsten Skandal.

    • SUV
      Naja. Natürlich sind die meisten SUV’s überflüssig. Aber die kleinen davon, die Pseudo-SUV’s, haben zwei Vorteile: Parkplatz (die großen Kombis und Limousinen sind ja auch Panzer) und erhöhte Sitzposition. Und letzteres ist mir im jetzt im Alter schon wichtig, wie ich leider zugeben muss, wenn ich mich aus den niedrigen Karren fast rausrollen muss. Es ist schon ein Kreuz mit dem Altwerden, peinlicherweise denke ich beim Rad auch schon langsam an einen niedrigeren Einstieg …

    • Tja. Vielleicht sollte ich auch mehr Damenräder kaufen, aber noch geht es mit dem Rausrollen.

    • fein beobachtet.
      Habe vor einiger Zeit mal zufällig gelesen, wie wenig Mitteleuropäer für Nahrung, Restauranbesuche incl. ausgeben.
      Auf die Schnelle jetz nur diese Link:

      https://de.sputniknews.com/wirtschaft/20150120300681351/

    • Niedrige Supermarktpreise dank deutscher Effizienz
      Kehrt man aus südeuropäischen Städten zurück, sind die Preise in deutschen Supermärkten tatsächlich relativ niedrig. Geringe Qualität spielt manchmal auch eine Rolle, tatsächlich überzeugt sie im Süden auch nicht immer – jedenfalls nicht im Supermarkt. In erster Linie aber resultieren die niedrigeren Preise aus einem relativ stärkeren Wettbewerb im Handel, effizienter eingesetztem Personal und sich wie Mitarbeiter verhaltenden Kunden.

      So hört man im Discounter zwei Italienerinnen staunen, dass die Orangen billiger sind als daheim. An der Kasse muss dafür alles sehr schnell gehen. Die Kassiererin ist freundlich, der Kunde auch, man wünscht sich einen guten Tag und schaut sich an dabei – aber niemals gleichzeitig. DAS fällt einem auf, wenn man aus Südeuropa zurückkommt.

      Einschränkung: Im ländlichen Frankreich sind die Preise lokaler Produkte meiner Erfahrung nach manchmal wirklich niedriger.

    • In Italien wird grossflächig zu nichtmenschlichen Kassen umgebaut, um Kosten zu sparen – es ändert aber nichts an den Preisen.

    • @AHE
      Gelegentlich sieht man auch schon 28 Zoll Dreiräder.

    • Preisanker
      Ich kann Sie verstehen. Habe auch Preisanker im Kopf für Eis, Espresso, Suppe…
      Doch 100k Euro?
      Im Mutterschiff Mainkutter wurde grad erst der E220 D vorgestellt. 100.000 für einen Zweiliter Vierzylinder.

      Ich habe 5,7 und 8 für weniger gekauft. Der Ami sagt zu dem Erlebnis der zwischenzeitlich gestiegenen Autopreise „Stickershock“

      SUV? Setzen Sie sich mal in einen Expedition, Escalade, GL, Q7 oder Grand Cherokee. Ab 50 wollen Sie vielleicht nicht mehr in Ihren E 5 oder A6 zurück.

  19. Ist schon Fasching in den Bergen?
    Werter Don Alphonso,

    was geht denn ab in Bayern? Mit erhobenen Zeigefinger und hohen moralischen Anspruch den Leuten Tacheles reden? Es ist natürlich leicht, aus einer priviliegierten Situation so zu reden, aber bitte nicht die Millionen nicht so reichen Menschen bedenken, die auf Aldi und Co. angewiesen sind.
    Und komme mir nicht einer mit Alk, Zigaretten, 2m Flachbildschirmfernseher und I Phone 99…
    Das die Lebensmittelverschwendung ein Graus ist, hinlänglich bekannt und beklagenswert.

    Aber dennoch was Positives, wiieder schöne Bilder

    Gruß aus der norddeutschen Tundra

    Michimax

    • Ich würde auf solche Beiträge ja verzichten, wenn andere sie schrieben. Aber in den Prekariatspublikationen finde ich da nichts. Einer muss es halt tun. Die anderen Journalisten wissen vermutlich gar nicht mehr, dass es Nahrung ausserhalb des Kantinenfrasses gibt.

    • Titel eingeben
      Lebe in norddeutscher Großstadt (Hamburg).
      Wir bekommen eine grüne Kiste mit zusätzlich Brot, Käse, Eiern = 22 Euro.
      Es nennt sich Bio, aber das ist mir nicht so wichtig, es schmeckt und bei allen Produkten weiß ich wo der Hersteller wohnt (angesehen).
      Auswählen kann ich nicht, ich bekomme das, was vorhanden ist (sonst wäre es teurer) = saisonal.

      Zukauf/Woche: Gewürze, Milch, 1 Brot, Wurzeln, Zwiebeln, Reis, Nudeln.
      Wir trinken Wasser und kochen selber.

      Macht knapp 38 Euro/ Woche für 2 Personen = 19 Euro/Woche/Person oder 2.7 Euro/Tag/Person

      Nicht eingerechnet: Schokolade/Kaffee.

      O.g. ist mehrheitlich direkt vom Erzeuger.
      Fleisch ist nicht dabei, aber wenn wir im Urlaub bei Freunden in Thüringen/Franken sind, gehen wir gerne ins Gasthaus = Fleischgerichte.

      Den o.g. Betrag bekommt jeder in Deutschland hin. Eine Suppe aus Wurzeln/Kartoffeln/Kürbis ist saulecker, spottbillig.
      Der Arbeitsaufwand ist aber höher als beim Fertiggericht.
      Meine Frau und ich machen es so: ich schnippel, sie rührt und würzt = soziales Miteinander.

      Auf Aldi&Co ist niemand ‚angewiesen‘.
      Man kann auch bei Aldi&Co eine Menge Geld für Murks ausgeben.

    • Ich habe mal
      zur Mittagszeit einen Aldi in Hamburg Rothenburgsort besucht. Da türmten sich die Fertiggerichte im Einkaufswagen der Prekarier. Komplett irre eigentlich, das wenige Geld bei viel verfügbarer Zeit in getarnte Sondermüllabfälle zu stecken.
      Wir essen unseren Kühlschrank immer leer. Und wenn es den Lieblingsbrotaufstrich nicht gibt, dann wird halt was anderes gegessen. Da müssen die Kinder dann durch. Von Lebensmitteln werden nur die Schalen weggeworfen.

      Off topic, aber eigentlich doch wieder spot-on: Neulich kam im Deutschlandfunk ein Bericht über die schlimme Stromarmut. Da berichtete dann eine Familie (1 Kind, er in Ausbildung, sie daheim, Warmwasser per Strom, täglich laufender Wäschetrockner), dass bald der Strom abgesperrt wird. Das ist natürlich schrecklich, aber warum um alles in der Welt muss ich den Lebensstil der oberen 10.000 imitieren, wenn ich es mir nicht leisten kann?
      Es ist mir alles ein Rätsel.


    • Schlechtes Beispiel. Hat mit „Lebensstil der oberen 10.000“ absolut nichts zu tun. Alle, die kleine Kinder haben, brauchen ständig Waschmaschine und Trockner. Kleine Kinder sauberzuhalten ist mühsam, selbst mit Warmwasser und Waschmaschine/Trockner.

    • @colorcraze
      So schlecht ist das Beispiel auch nciht. Windeln sind heute ja Einweg, so bleiben noch die Klamotten zum waschen. Man muss seinen Sprösslingen aber nicht 5mal am Tag was Frischgewaschenes anziehen, nur weil ein wenig Sabber drauf gelandet ist. Kurz unterm Wasserhahn auswaschen und auf den Heizkörper legen geht auch. Unsereins trocknet zudem im Sommer draussen und im Winter (wenn Luftfeuchte niedrig nach einer Weile Heizperiode) auch in der Wohnung, wenn man die Luftfeuchte mal wieder auf erträgliche >30% kriegen will. Zudem hält das Zeugs dann länger (man schaue nur den Kleiderabrieb im Flusensieb an). Insofern ist es durchaus Luxus (ggfs. gepaart mit Faulheit oder Beschränktheit), ständig nur den Trockner laufen zu lassen…
      Auf der anderen Seite ist es natürlich die Asozialpolitik der Energiewende, welche die Stromkosten so hat steigen lassen. Aber so ist halt grüne Politik: 5DM für den Liter Sprit gegen das Autofahren und 50ct/kWh gegen den Stromkonsum. Die eigene Klientel kann es sich leisten (ist ja egal, da in der Minderheit) aber Hauptsache die Mehrheit (die macht das Kraut fett) spart ordentlich CO2…

    • Nicht alles an Aldi ist schlecht
      ich bin zwar nicht unbedingt darauf angewiesen, bei Aldi einzukaufen, mache es aber trotzdem gerne. Man muss halt hinschauen. Die Fertiggerichte sind nicht akzeptabel. Aber Gemüse, Obst, Käse sind nicht unbedingt schlechter als im Supermarkt (und vermutlich aus der gleichen Quelle!) aber günstiger. Hat wahrscheinlich auch etwas mit der Effizienz der Betriebe zu tun.


    • Kurz unterm Wasserhahn auswaschen und auf den Heizkörper legen geht auch.
      Und Kind solang nackt ins Bett stecken, oder wie?
      Am besten in unten offene Kinderkleidchen stecken, was runterrinnt und -fällt, tritt sich ja fest, oder so…


    • nochmal ein bißchen zusammenhängender:
      1. der Waschstandard hat sich geändert.
      Vor 50 – 100 Jahren gab es vor dem Haus oder auf dem Dachboden eine Wäschehänge, und im Keller oder auf dem Dachboden einen Waschkessel, wo der große Waschtag gehalten wurde. Die Waschkessel wurden wie die Heizungen und Herde auch mit Holz und Kohlen befeuert. Kleinere Wäschestücke, etwa Unterhosen oder Kinderkleidchen, wurden im großen Topf auf dem Herd gewaschen und dann zur Wäschehänge gebracht.
      Ab den 1930ern, als Standard ab den 1960ern gab es dann Waschmaschinen, deren Inhalt nach wie vor an den Wäschehängen aufgehängt wurde. Seit den 1970ern wurden die Wäschehängen abgebaut und nach drinnen verlegt, ab den 1980ern/90ern kamen die Wäschetrockner auf, und die gehören mE inzwischen zum Standard von 4-Zi-Familien-Mietwohnungen.
      2. Kashmirpullover auf dem Gestell im Zimmer trocknen ist sicher nicht verkehrt, aber Kindersachen braucht man meist am anderen Tag wieder, denn für Kinder viele Kleider anzuschaffen ist sinnlos, weil sie all halb Jahr neue brauchen, weil sie wachsen. Zumindest bei mir in der Wohnung braucht das Zeug aber 1-3 Tage, bis es trocken ist, und nicht 2-3 h wie beim Trockner. Es dauert länger. Ein weiterer Aspekt ist, das Zeug wird im Trockner weichgeschlagen, auf dem Gestell oder der Wäschehänge trocknet es bretthart. Das Buschi plärrt, wenn das Gewand kratzt – will man seinen Ohren auch nicht unbedingt antun.
      3. die Wohnung mit nasser Wäsche vollhängen haben sieht nicht nur unordentlich aus, sondern sorgt auch für zuviel Feuchte. Wenn nicht, ist Ihre Wohnung sommerlich durchgeglüht (30°+ über mehrere Tage), oder Sie heizen viel zuviel.

      Aber was mich am Originalbeitrag juckte, waren die „oberen 10.000“. Das ist einfach nicht wahr, das ist so eine Fehlwahrnehmung, als hätte meine Großtante, die bis an ihr Lebensende in den 1990ern im Bauernhaus aufs Plumpsklo ging, behauptet, Plumpsklo sei immer noch Standard, während alle anderen seit x Jahrzehnten bereits WCs eingebaut hatten. Hat sie nicht behauptet, denn sie nahm ihre Umwelt wahr. Wer aber Wäschetrockner als „Errungenschaft der oberen 10.000“ hinstellt, tut das ganz offensichtlich nicht.

    • Don Alphonso @ 14. Februar 2017 um 10:16 Uhr
      Don Alphonso sagt:
      „Ich würde auf solche Beiträge ja verzichten, wenn andere sie schrieben. Aber in den Prekariatspublikationen finde ich da nichts.“

      Da können Sie lange warten. Da schreibt die moralisch-intellektuelle Unterschicht für dieselbe. Täten sie es, wäre es Selbstreflektion, und daran gebricht es.

      Schon lange ist es ein Graus, dass ein Kilo „Hack“ weniger kostet als ein Kilo Äpfel. Wie müssen diese Tiere gehalten werden und unter welch grausigen Arbeitsverhältnissen müssen die Ausbeiner arbeiten, damit solche Preise möglich sind.

      Aber vielleicht denken nur Vegetarier so.
      Schon beim Wort „Schweinehack“ wird mir schlecht.
      Vielleicht bin ich ja auch nur ein Sensibelchen.

  20. Bezahlbar
    Ich stimme zu.
    Gemuese , Schwarzwurzel, Lauch, Rosenkohl, kurzum, delikates Wintergemuese ist guenstig.
    Ebenso die dazugehoerige Sahne, suess o. Gesaeuert und der milde tiroler speck. Schweizer Kaese eher nicht.
    Rheingauer Wein ist gut und preiswert!
    Teuer ist Qualitaetskleidung, Apple Zubehoer, rohloff, campa Zubehoer
    Und oft gut Essen gehen im In und Ausland.
    Guenstiger sind Strausswirtschaften!

    • Es darf von mir aus auch gern tuer sein, wenn es hochwertig ist, das ist kein Problem. ein Problem wird es, wenn es teuer und Schrott ist. Aber das ist bei Campagnolo nicht der Fall.

    • Qualitätskleidung...
      …ist keineswegs teuer.
      Sie kostet in der Anschaffung erstmal mehr Geld. Langfristig ist sie aber deutlich billiger als der Ramsch.

    • Ich seh schon, der nächste reaktionäre Trachtenbeitrag muss her.

    • Titel eingeben
      @don ferrando, DA: dann bitte auch mal wieder über Schuhe, da ist es ebenso. Hat man über die Jahre mal in ca. eineinhalb Dutzend Paar ordentlicher klassischer Schuhe investiert, braucht man eigentlich nur noch zum Schuster, nie wieder zum Schuhverkäufer.

    • Pfff. Von wegen! Ich finde ständig Gründe für neue Schuhe.

    • .
      „Pfff. Von wegen! Ich finde ständig Gründe für neue Schuhe.“ – bingo.

      im ernst, lieber don ferrando, ihre meinung teile ich.
      darüber hinaus gebe ich zu bedenken, dass so manches recht unerschwingliche designerkleid es längst nicht wert ist – man nennt da keinen namen, es ist jedoch ein mittlerweile ehemalig französisches haute couture-unternehmen, dessen kleider nach einer durchtanzten nacht nicht mehr zu gebrauchen sind. qualität lässt sich nicht mehr so treffsicher einkaufen wie vielleicht dereinst. wer allerdings sich mit dem jeweiligen stoff kritisch befasst, der hat schon möglichkeiten, das zu prüfen und leider auch die freundlichen verkäuferinnen zu enttäuschen. und da ich dies versuche: gibt es keinen platz mehr auf den stangen, und wenig lust, diesen noch zu verknappen.
      und manches mag man einfach nicht mehr tragen, auch wenn man noch hineinpasst, weil es mal seine zeit hatte. allerdings: ein sehr schönes samtkleid aus einem haus der haute couture habe ich bereits, seit ich junges mädchen war (es stammt noch aus der jugendlinie), und es ist heute noch angenehm zu tragen, wenn auch im zeitverlauf der saum nach oben rutschte.

      lieber greenbowlerhat, zudem tragen sie sich, wenn man viele hat, kaum auf.

    • Rheingauer Wein...
      Wenn man nicht festgelegt ist und einen guten Winzer kennt, ist Mosel bei gleicher Qualität noch günstiger! Dort haben (gut für den Käufer, schlecht für die Winzer) die berüchtigten Großkellereien den Ruf so versaut, daß auch guter bis sehr guter Wein vergleichsweise billig verkauft werden muß (Spitzenlagen sind eine eigene Kategorie, klar). Durch die Topographie ist das auch sehr weitgehend Handarbeit – ein befreundeter Winzer meint mit etwas Galgenhumor: bei den Steillagen kann man fast keine Maschinen einsetzen, klar – aber immerhin muß man sich nicht so weit bücken, der nächste Rebstock hangaufwärts ist fast in Augenhöhe…

  21. "Olivenöl-Krise"
    Sehe gerade bei einem Konkurrenzblatt, dass mit einem „dramatischen“ Anstieg der Olivenölpreise zu rechnen ist. Das wird dann entsprechend im Klagelied der genannten Klientel einschlagen. Und denken Sie erst an die ganzen Kochsendungen!

  22. Wertschätzung
    gegenüber der kreatur, dem essen und der arbeit ist lebensqualität. billig ist oft das gegenteil von sparsam leben mit hohen kosten für die welt. danke für den klugen text, der vieles auf den punkt bringt.

  23. Ex Zeitleser
    Der Wandel und das „Bewußtsein“ bzw. der Bezug zu Nahrungsmitteln in den letzten 70 Jahren ist wirklich extrem. Wenn ich alleine die drei Generationen meiner Familie betrachte, in der mein Vater noch Kriegsnot und Mangel erlebte und eine völlig andere Einstellung und Wertschätzung zum Essen“ hatte, als z.B. meine Kinder. Meine Eltern bauten Gemüse, Kartoffeln, Obst z.B. noch fast 100% selber an. Essen/Nahrungsmittel wurde de facto nichts „weggeworfen“ sondern alles gegessen oder irgendwie verwertet. Für Fleisch gab es Nutz-Haustiere (Hasen, Geflügel und etwa 1 x Jahr wurde ein Schwein geschlachtet). Es gab noch echte Wertschätzung für die Mahlzeiten und natürlich war das Dank-Tischgebet obligatorisch.

    Ich denke es wäre diesbezüglich schon hilfreich, wenn viele Menschen entsprechende Erfahrung sammeln und z.B. einige Tage nicht automatisierte händische Feld- bzw. Erntearbeit verrichten könnten.

    Apropos zur neuen „Versorgungsmentalität, Diäten und auch zum Thema Verschwendung i.w.S empfehle ich Ihnen die Debatte über das aktuelle „Eilverfahren zur Abgeordneten-Pension“ im Stuttgarter Landtag. Absolut Staunens- und lesenswert!

    • Ja, da sieht man, wie die Grünen wirklich sind. Alles bio, alles für die eigene Kaste.

    • Die wollen nicht zurückstehen, im Bundestag
      hat Lammert ja vor zwei, drei Jahren die Automatisierung der jährlichen Erhöhung durchgesetzt und so bekommen alle durch die Bank, vom letzten Abgeordneten bis zur Kanzlerin und Pensionären nun 2,3% mehr.

    • Geehrte Frau Simon, die durchgesetzte automatische Anpassung
      gemäss den durchschnittlichen Lohnsteigerungen des Vorjahres ist das mit Abstand Vernünftigste, was der Bundestag machen konnte.

      Es ersparte den Abgeordneten die ansonsten jährlich widerkehrenden Hetzartikel, die sich in BILD und SPIEGEL nur in der Anzahl von Fremdworten unterschieden, über die Höhe der Abgeordnetenbezüge und den obligatorischen einen Hinterbänkler, der dafür usw. … Die übrigens selbst dann zuverlässig kamen, wenn sich die Abgeordneten Nullrunden verschrieben hatten.

      In einem Land, in dem – gleichzeitig – die Gleichheit kein Wert ist, dafür aber der Neid üppig blüht, geht das wohl gar nicht anders, als über automatische Anpassungen.

      Übrigens – ICH möchte den Job der Abgeordneten (geschweige denn den der Minister) zu deren Gehältern NICHT machen.

      Gruss,
      Thorsten Haupts

  24. You made my day
    „rotgrünbiobewegte Billiggemüsesklavenprofiteure“

  25. darauf trinken wir einen
    Escorial grün!

    • Oder einen Marillenschnaps.

    • Den kennen Sie auch noch?
      Den gab es, wenn wir zum Tanzen gingen – aber nur einen, weil er es in sich hatte.Vorher zuhause am besten einige Ölsardinen.Soll wieder auf dem Markt sein?

  26. Titel eingeben
    Ich danke Ihnen für diesen Beitrag. Ich gehöre zur Nachkriegsgeneration, und auch wenn ich keinen richtigen Hunger mehr erleben musste, bringe ich es heute nicht fertig, Essbares wegzuwerfen. Ich schaff das einfach nicht.
    Schwer ist es beim Einkaufen. Nicht zuviel mitnehmen, weil die Reste dann verrotten, aber trotzdem noch verzehrt werden müssen. Ich dachte eine Weile, ich sei arg schräg in dieser Hinsicht, den Schimmel von der Wurst abkratzen etc., aber wirklich krank sind diejenigen, die Blödsinn über teure Lebensmittel faseln und im Winter eingeflogene Erdbeeren aus Kalifornien kaufen.
    Nochmal: Danke.

    • Nein, sind Sie nicht, und Sie glauben gar nicht, was man in einem Omelett oder Semmelknödel noch an altem Käse verwenden kann.

  27. Titel eingeben
    Guten Morgen Don,
    mal schnell quergelesen ;)
    a) nach fünf Tagen ist das Hungergefühl weg.
    b) Hummer schleppt man lebend nach Hause
    c) die ganzen südlichen Länder, ob Italien, Spanien, Frankreich, Griechenland ect. waren immer Länder in denen kleinere Fahrzeuge bevorzugt wurden, hing auch mit der Besteuerung zusammen.
    ( deshaln sind ja auch die eher Kleinwagenhersteller /Renault/ Citroen ,Peugeot auch Opel, von der Wirtschaftkrise in ihrem Absatz massiv betroffen worden, nicht die Daimlers usw.
    d) südliche Lander haben, bedingt durch das Klima, ein recihaltigeres
    Lebensmittelangebot , entwickelt sich sie Esskultur logischerweise anders, als in nördlichen Gefilden, dort musstein in der Tat eingeweckt werden, Lebnsmittel ( Fleich, Fisch) haltbar gemacht werden, um über den Winter zu kommen.
    e) Warum bei manchen Vegatariern Fisch kein Fleisch ist, hängt mit der kath. Kirche zusammen. Freitags darf kein Fleisch gegessen werden, Fisch schon ;)

    • Muß Ihnen im ersten Punkt entschieden widersprechen
      Es stimmt, daß bei komplettem Nahrungsentzug das Hungergefühl periodisch nachläßt. Ob nach dem dritten oder fünften Tag ist individuell verschieden und hängt auch von der physischen Belastung ab. Es kommt aber wieder, und so ab der dritten Woche denken Sie dann nur noch ans Essen. Chronischer und langanhaltender, gar lebenslanger Hunger ist etwas ganz anderes. Wer davon nicht wenigstens eine entfernte Ahnung (Gott bewahre keine nähere!) hat, weiß nichts von der Conditio humana. Da kann man mit Herrn Kohl oder sonst wem heilfasten, so oft man will.

    • Karpfen
      mit hohem Rücken wurden angeblich in Klöstern gezüchtet, damit sie den Teller besser ausfüllten.

  28. Die Post + DHL arbeiten am Limit.
    > Nämlich am Limit von Fahrern und Brief- und Paketboten.
    Im Auftrag von DHL-Freight leben und arbeiten Fahrer von
    osteuropäischen Subunternehmen zum Teil unter menschen-
    unwürdigen Bedingungen. (Kam gestern in der Glotze)
    Rumänischen Lkw-Fahrer campieren wochenlang in ihren Fahrzeugen; auf kleinen Gaskochern bereiten sie ihre Mahlzeiten zu und schlafen in den Führerhäusern.
    Bei uns wird diese Selbst-Ausbeutung „toleriert“.

    Mit Gesetzen wird nämlich nur Menschlichkeit vorgetäuscht, niemand will genau wissen, was in der Realität geschieht.

    Darum ist der VW-Drecksskandal auch typisch für diese
    runtergerockte Mentalität in unserem Land.
    Merkels dreiste Verantwortungslosigkeit hat sich auf alle
    Ebenen wie ein Pilzgeflecht verteilt.
    Der Name? > OK
    Organisierte Kriminalität, ja so heißt das.

  29. Herrlich Don, schon wieder ein Ernährungsartikel...
    , nachdem falsche Hymnen und Beliebtheit von Frank-Walter und der Donald zum Halse……
    Und noch was Don, das Hantieren mit nicht EU-gerechten Gewichtseinheiten „Pfund Gulusch“. Für die Nachgeborenen: 1 Pfund entsprechen 500 der regelkonformen „Gramm“ im metrischen System.
    .
    17.9.1941, Mittwoch
    Im Deutschen Reich werden erstmals Todesurteile wegen Abhörens ausländischer Küchenrezepte ausgesprochen (das nur am Rande, weil gleicher Tag)
    .
    In einem Bericht zur Kartoffelversorgung im Deutschen Reich im bevorstehenden Winter wird die Bevölkerung aufgefordert, Kartoffeln nur noch als Pellkartoffeln zuzubereiten, da beim Schälen roher Kartoffeln Verluste von 15 bis 30% auftreten. Hinzugefügt wurde das jährliche Äquivalent des Eisenbahnzuges mit Kartoffelschalen von Köln oder Aachen bis Königsberg, heute Kaliningrad.
    .
    Wiederholt wurden in der Calbeschen Presse Ratschläge für eine günstige, vitaminreiche Ersatzernährung (Wiesenkräuter u. dgl.) gegeben (vgl. SLB vom 7.7.1916). Jeder Küchenabfall müsste als Viehfutter verwertet werden, so hieß es noch 1915. Blutabfälle, z. B. aus den Schlachthöfen, sollten, mit Mehl verrührt, zum Backen benutzt oder zum Kochen von Blutsuppen und Hafergrützen verwendet werden, um den Eiweißmangel zu kompensieren. Vom Schälen der Kartoffeln wurde abgeraten, ebenso vom Wässern und Einweichen von Hülsenfrüchten u. ä. Man riet, das Einweichwasser auf alle Fälle zum Garkochen zu verwenden. 1916 sollten Küchenabfälle dann schon für die menschliche Ernährung verwertet werden, und es wurde angeregt, auf den abgeernteten Feldern die Kornreste zu sammeln (vgl. SLB vom 30.6. u. 7.7.1916) Zum Anlegen von Konserven wurde geraten (vgl. SLB, Beilage vom 28.4.1915). Dazu sollte das neue Weck-Verfahren („Einwecken“) in Gläsern genutzt werden (vgl. SLZ vom 23.1.1915).
    (DdH)

    • Ja, das waren harte Zeiten. Auch für jede Form von jagdbarem Wild. Man nahm es, wie man es kriegen konnte.

  30. Perfekte Ironie
    ein Blick in die Tiefkühltruhe, alles deutlich billiger

  31. Der Artikel über das Gemüse war auf einem Niveau mit dem über den künstlichen Darmausgang
    Haben die wirklich nichts Anderes im Kopf als solche Themen?

    Während um sie herum die Mitte einen Schwenk nach Rechts macht?

    Übrigens, Anekdote aus meiner Zeit in Savoyen zum Kaufpreis anno dazumal für eine solide Scheune aus Holz und Stein in den Bergen… „Der Schreiner kriegt die beste Kuh“.

    Kein Witz.

    • Geradewegs in den Untergang. Die haben keine Ahnung, was auf sie zukommt.

    • Rechts rum geht auch die Uhr, was soll Don dagegen machen? Und...
      …hallo, aufgemerkt! Don hat Freiheitsgrad im Azimut 6400 artilleristische Strich, also Vollwinkel 360 Grad. Links und rechts herum. Und so soll´s bleiben. Auch für die, die evtl. aus der RHS heraus hier unqualifiziert aufmucken. Geben Sie auf sich Acht.
      (DdH)

  32. Tischleindeckdichgesellschaft?
    Ich kaufe hier:
    https://www.feneberg.de/marken/unsere-vonhier-lieferanten/

    und finde da ein Angebot, das mir passt.Es ist wohl so, dass dieser Betrieb den Zuschlag eines sehr begehrten Ladens in der Leopold- oder Maximiliansstr. in München erhalten hat wegen dieses Angebots. Manchmal kommt ja auch was Intelligentes auch vom Land…

    Wenn man bedenkt, was „Aldisierung“ heißt, ist es ein Graus.Die andalusischen Tomatenerzeuger können sich keine neuen Geräte und Transporter mehr leisten zur Arbeitserleichterung usw.Als die Ölkrise kam, wurde einem Erzeuger kein Zehntel Pfennig mehr fürs Kilo Haferquetschen zugestanden. Er musste den 10jahres-Vertrag einhalten und ging pleite.
    Nur so konnte jeder dieser Brüder 26 Mrd.€ anhäufeln. Es geht voll auf den Rücken von Erzeugern und wohl auch Personal.
    Nun habe ich ja nichts gegen Gutbetuchte, sie sollten aber fair zu denen sein, mit denen sie zu tun haben.

    Ich oute mich jetzt mal. Ich hatte kürzlich meinen 80igsten und war gut 8 Jahre alt bei Kriegsende.Kann mich gut erinnern, wie wir im Keller saßen und Muttis Einweckgläser klirrten, als eine Brandbombe einschlug hinten am Haus.Schlicktown, der damals größte U-boothafen der Welt, wurde kotinuierlich fast täglich bombardiert und das bekam man im Umkreis von bis zu 20km mit.

    Es gab aber bei uns 3 Gärten, 2 gehörten uns, einer dem Onkel. Das, das nicht am Haus wuchs, wurde uns gestohlen.Hungern mussten wir nicht, es fehlte aber an Fleisch und Fett, das zu Feiertagen von der Verwandtschaft aus der Altmark kam.

    Überliefert wurde mir, dass die Soldatenfrau, die im Haus einquartiert wurde und deren Mann in Dänemark zugange war, seitenweise Speck bei uns hängen hatte, ohne auch nur einen cm davon herzugeben.Ein Nachbar, der Straßenwache hatte, weil ja Türen und Fenster offen sein mußten bei Alarm,schnitt einen dünnen Streifen ab und erzeugte mit einem rostigen Beil anschließend den Eindruck des Geräucherten wieder…

    Tja, das können sich die Jungen heutzutage überhaupt nicht vorstellen und wenn nicht alle Vernünftigen mitleiden müssten, wünschte man es so mancher/m mal, damit sie zu Verstand kommen. Wenn’s dem Esel zu wohl ist, geht er ja aufs Eis, um zu tanzen.

    Meine Kinder kochen und kaufen, wie ich. Meine Tochter behauptet sogar, wenn ein Mann sehr viel Fleisch ißt, riecht sie das, wenn er neben ihr steht.

    PS: Eine hübsche Suppentasse haben Sie da wieder fotographiert. Die letzte erinnerte mich an unsere daheim. Geben Sie auch eine Messerspitze Zimt in die Tomatensuppe? Kennen Sie Olivenkraut? Das habe ich seit 2 Jahren im Beet, seitdem schmeckt bei uns alles nach Italien, was danach schmecken soll.

    • Ich nehme vor allem Zucker, das ist ein Geheimnis der Familie, und Muskat, aber nicht immer. Die Tasse wie das ganze Geschirr stammt von Paul Vogt aus Rosenheim, davon haben wir Unmengen und ich liebe es.

      Die Geschichte ist übrigens interessant, denn obwohl Vogt heute als Inbegriff der Oberländer Keramik gilt, kommt die Firma eigentlich mit einem Vetriebenen aus Tschechien.

    • Seitenweise Speck
      hatten die Bauern bei uns daheim am Wiehengebirge auch im Schrank. Mein Vater war Elektriker und wenn eine Maschine nicht lief, Heini kannste mal kommen und Heini kam abends, am Wochenende, also immer und reparierte. In unserer winzigen Wohnküche pfiff und dudelte es laufend, weil das Dorf die Radios zu uns in Reparatur gab.

      Meine Mutter wurde im Dorf etwas scheel angesehen, Flüchtling (mein Vater hatte sie Ende 45 über die grüne Grenze von Leipzig geholt), fragte dann, und? Was und, ja was haben sie dir nun dafür gegeben? Nichts. Ja hast du nicht gesagt, du hättest gern ein Stück Wurst oder Speck?
      Mein Vater und danach fragen, er, der von Selbständigkeit als Elektromeister träumte, aber überhaupt nicht geschäftstüchtig war. Die Bauern dachten nicht im Traum dran, ihm für seine Dienste auch nur ein Fitzelchen Speck abzugeben oder ihn sonstwie zu entlohnen.


      Wirklich schöne Suppentasse, doch gefällt mir sehr. Ich glaube nicht, dass ich so eine hübsche Schüssel hier bei der Caritas finden würde, so wenig, wie ein billiges Fahrrad.

    • Na ja, Aldi
      Durch ein Gastspiel in der Lebensmittelindustrie kannte ich vor 20 Jahren das Vertriebsgeschehen recht gut, es soll heute recht ähnlich sein. Aldi Süd, also der Löwe, ist der schlechteste nicht. Verhandelt schmerzhafte Preise, ja. Wer sich darauf einlässt, muss wissen ob er mitwandern kann. Andererseits hat gute Industrie in Aldi (+ Auslandsablegern) einen sehr guten Partner: Er hält sich 100% an alle Vereinbarungen. Aber wehe bei kleinsten Qualitätsproblemen.

      Andere Größen im LEH möchten Aldis Einkaufspreise bei weitaus schlechterer Moral. Da wird nachverhandelt, die Abnahme stockt, neue Konditionen werden erfunden, Logistik, Zahlungsziele, Mengen gestreckt.

      Aldi ist in Ordnung.

  33. Klärung
    Werter Don, erlauben Sie mir eine Erklärung zu einer Kritik eines Lesers an meinem Beitrag in ihrem letzten Blog – wenn sie das nicht bringen wollen, ist es auch okay. Zu Bildungserträgen: die OECD spricht in ihrem jährlichen Bericht „Bildung auf einen Blick“ von privaten Kosten und Nutzen bzw. staatlichen Kosten und Nutzen. So etwas wie Nutzen bzw. Erträge scheint es also auch für den Staat zu geben, ich nehme nicht an, dass in der OECD lauter linke Ideologen sitzen. Zu Steuern als Zwangsabgaben: ich nehme doch an, dass mein Kritiker hin und wieder eine Straße benützt, die mit Zwangsabgaben errichtet ist und ein Theater besucht, das durch Zwangsabgaben subventioniert wird. Weil sie mehr öffentliche Güter beanspruchen sollten die Wohlhabenden auch höhere Steuern zahlen, meint der alles andere als linke Kieler Wolfgang Kersting („Theorie der Ungleichheit“). Schließlich, dass die Schule des Sohnes von Donald 70tsd p.a. kostet, stand in den Medien. Westminster School in London verlangt etwa 45tsd Pfund, die Deutschen geben es sicher billiger, da ist auch die Exklusivität entsprechend mau. In Wien ist es sehr günstig, man zahlt für die International School um die 12tsd im Jahr, das Lycee Francais (in dem ich einige Jahre verbrachte) wird ähnlich gelagert sein, andere sind noch günstiger – und ziemlich gut. Und übrigens, zehntausende Landarbeiter aus Bulgarien und Rumänien werden das ganze Jahr über Kreuz und quer durch Europa transportiert, um zu Minilöhnen auf den Feldern zu arbeiten, die sieht man nicht.

    • Warum sollte ich das nicht bringen?

      Und ich weiss schon, warum ich meinen Spargel nicht im Supermarkt kaufe und erst dann, wenn er ohne Feldheizung reif ist.

  34. Titel eingeben
    Hatte nicht Sarrazin vor einigen Jahren einen Vorschlag gemacht, wie man sich gut und günstig ernähren könne?

    Der Aufschrei war ja gigantisch; ich fand den Vorschlag gut, er gäbe die Möglichkeit, sich über den Preis und die dazu benötigte Leistung klar zu werden. Ist heute natürlich nicht mehr „in“; denn in dem Vorschlag wurde Eigenleistung in der Speisezubereitung angenommen. Geht gar nicht.

    Die beste Ehefrau und ich haben das Thema spaßeshalber mehrfach durchgespielt und fanden, das geht schon. Auch wenn man sich angewöhnt, nichts, was nicht muss (aus gesundheitlichen Gründen), wegzuwerfen. Das Bewusstsein ist bis heute bei uns hängen geblieben.

    Ja, sie haben recht. Das Missverhältnis zwischen Preis und Anspruchshaltung ist bei diesem Thema in unserem Lande besonders groß.

    • Das funktioniert übrigens auch beim Benzinpreis. Die Raserei nimmt ab und bleibt auch eine Weile begrenzt, selbst wenn der Sprit billiger wird.

    • Ja, Eigenleistung
      ist ja auch als menschenfeindlich einzustufen. Vor allem, wenn der Vorschlag dazu von Sarrazin kommt … Ich koche prinzipiell selbst, auch abends, obwohl ich bis 21.00 Uhr arbeite – sonst bekomme ich nichts Warmes zwischen die Zähne. Ab und zu – wenn ich mal Überstunden machen muss oder wirklich zu müde zum Kochen bin – nehme ich auch mal einen Lieferdienst in Anspruch. Mir macht Kochen Spaß – habe gerade ein neues Kochbuch gekauft, das nur Rezepte enthält, die nicht mehr als 6 Zutaten benötigen (außer Salz und Pfeffer natürlich). Diese Rezepte sind super – soweit ich sie bisher nachgekocht habe und es macht mir viel Freude, sie auszuprobieren. Unsere Wocheneinkäufe erledigen wir normalerweise samstags (zu Fuß und mit Straßenbahn, denn Parken in Stuttgart ist ein extra Thema) und von ALDI oder dergleichen halten wir uns sehr fern. Lieber Markthalle (ziemlich teuer, Qualität 1a) oder Märkte.

  35. Meine Großmutter - beim Kaiser kann nicht alles schlecht gewesen sein
    Ach, Don (danke!):
    Großmütter, Lebensregeln aus Friedenszeiten…
    Wer solche prägende Lebenserfahrungen machte, lebt zeitgeistmodenunabhängiger.

    Die Großeltern, die störenden Anarchisten im elterlichen Erziehungskonzept und Säulen der Verläßlichkeit (und Fluchtpunkte) für die Kinder, ragen mit ihren Lebenserfahrungen bei einigen Lesern wohl tatsächlich in Friedenszeiten zurück.

    Meine brachte mich aus der „Zeitgeistbahn“ als sie ihr absolutes Unverständnis ausdrückte, wie ich als 14 jähriger die neue Hose aus dem Westpaket (Jeans) zum Baden anzog und sie, wie damals angesagt, mit Lehm um die Knie auswusch.

    Das gehört sich nicht, eine neue Hose künstlich kaputt machen …Die Meinung meiner Großmutter war stärker als die „Westmode“ und die Ansichten der Alterskohorte.

    Zum lieben Vieh und zum Respekt vor jeglichen Leben hatte sie eine ähnliche fundamentale Haltung, wie von Ihnen beschrieben.

    Ihre höchste Auszeichnung war der Begriff „Friedens-Ware“.
    Mit Hummer, da war Großmutter klug wie Seneca, ließ sie sich nicht
    locken.

    Wie plausibel der Begriff war, erlebte ich vor Jahren als Friedhofsarbeiter beim Setzen von Grabsteinen. Rührte die aufgegebene Grabstelle aus Kaisers Zeiten, reichte das Fundament des Grabsteines bis auf Sargtiefe – und hielt „ewig“ und trug auch immer wieder neue Grabsteine der folgenden flüchtigen Zeiten.

    Also nicht wie z. B. heutige Autos, die auf Testergebnisse hin maximiert und im Zweifel manipuliert werden.

    Komme ich heutigentags nach Eisenach und in das Museum der SPD und lese die staats- und systemstürzenden Texte der damaligen Sozialdemokraten, die frei rumliefen, Veranstaltungsräume bekamen… und Ralf Stegner und meine Großmutter fällt mir dazu ein –

    Stegner das demokratische Urgestein der Streitkultur, der nur manchmal seine Nachttischschublade mit IM-Geld (Barschel-Zeiten) nicht aufräumte, wegen seiner ständigen, mimosenhaften Rufe nach dem Verfassungsschutz … –

    dann kann zu Kaisers Zeiten nicht alles schlecht gewesen sein.

    • Es war vieles schlecht, ich würde nicht tauschen wollen. Aber man muss schon ehrlich mit der Gegenwart sein.

  36. Was der Bauer nicht kennt...
    Als durch die verheerenden Erdbeben in Mittelitalien im Sommer letzten Jahres Tausende Bauern Ihrer Existenzgrundlage beraubt wurden, hielt sich das Mitgefühl der Lautsprecher, die immer auf der Seite der Entrechteten stehen, arg in Grenzen. Auch die EU wollte fast nichts rausrücken:

    https://www.stol.it/Artikel/Chronik-im-Ueberblick/Chronik/Erdbeben-in-Italien-30-Millionen-von-der-EU

    Ein Grund für die fehlende Empathie ist wohl auch, dass, wer sich von Schlonzfrass ernährt, mit Begriffen wie Norcia-Schinken und -Salami oder Pecorino nichts anfangen kann.

  37. Arbeitslosenhaushalt 1931/32
    Der Speiseplan eines durchschnittlichen Arbeitslosenhaushaltes 1931/32 (Es gab noch ärmere Haushalte unter dem Titel: Minimalhaushalte -schwer zu glauben und zu ertragen-)
    Quelle:Jahoda, Lazarsfeld, Zeisel:Die Arbeitslosen von Marienthal/Suhrkamp

    Zur Erläuterung: J= Jause, N= Nachtmahl
    Donnerstag:
    F. = Kakao und Brot
    M.= falsche Suppe, Kohl und Erdäpfel
    J. = Schmalzbrot
    N.= Kaffee und Butterbrot

    Freitag:
    F. = Kaffee und Brot
    M.= Suppe und „Schinkenfleckerln“ (aus Roßfleisch)
    J. = —
    N.= Kaffee, Brot, Pferdewurst


    • In meiner Urgroßeltern- und Großelterngeneration galt der Spruch „wenn es keine Suppe gab, hat man nicht gegessen“. Eine Suppe vor dem Essen war wohl ganz alltäglich.
      Meine Urgroßmutter hatte den Schlüssel zur Speisekammer immer an ihrer Schürze, so daß niemand unbefugt was wegaß.
      Meine Mutter erzählte, daß sie als Kind dort schrecklich fand, daß vor dem Essen immer Lintaneien gebetet wurden, bis man endlich mal zugreifen durfte.
      Die Urgroßeltern waren Bauern und lebten sehr frugal.
      Und die galten im Dorf schon als „wohlhabend“.
      Kein Vergleich zu was für Aufschwünge seit Mitte der 1950er stattfanden!

    • Früher hat man auch noch den Zucker separat eingesperrt.

  38. Titel eingeben
    Ohne Ernährungsindustrie bekommt niemand die zunehmende Weltbevölkreung satt.
    Veganer und was es noch so gibt, sind Erscheinungsformen wohlhabender, im Überfluss lebender Gesellschaften.
    Gebrüder Albrecht haben mehr für kleiner Geldbeutel getan, als die
    Politik und bei Tests zwischen Produkten, die bei Aldi & Co. angeboten werden und „Bioware“ schneidet die letzere sehr, sehr oft schlechter ab, als Aldi &Co.

    • @FJ45 - Aldi war der "Genosse" und als Preußen wieder eine Schlacht verlor
      Kannte man Planwirtschaft, Konsum und HO in der DDR schien die Mär über Lenin, der sich Kommunismus so wie die funktionierende Reichspost zu Kaiser`s Zeiten vorstellte und erlebte im Westen Aldi, so war Aldi der einzig real-mögliche Kommunismus der Gegenwart.

      Ich benannte ihn – bei einigen Bekannten Schule bildend – um und ging seit dem „zum Genossen“.

      – von dem Schmankerln der Komplexitätsreduktion (Artikelauswahl, gleiche Preise bundesweit, gleiche Warenstellplätze bundesweit) und dauernden vorderen Testplätzen zu schweigen

      Als der „Genosse“ aus Konkurrenzgründen an 2 statt an einem Tag „Bescherung“ mit Sonderartikel veranstalte, setzte ich ihn auf den Kandidatenstatus zurück und bestellte den Newsletter ab.

      Aber, der fremdfinanzierte Konkurrent knickte nicht ein, sondern Aldi
      setzte statt auf zunehmende Eigenproduktion auf offene Markenprodukte in den Regalen. Nun wirbt er sogar mit Agenturen, statt zu informieren. Genosse war gestern.

      Das ist ein weiterer Abschied von „Preußen“ und der langfristigen Verbraucherschulung samt der Kapitulation vor „Verbraucher-Marken-Bewußtseinsdesign“.

      Nebenbei,
      die allgemeinen aktuellen Preissteigerungen, nun auch bei den anderen Diskountern, nahm ich weniger als zusätzlichen Verbrauchermatsch in den Köpfen war, sondern als Beleg von der Sinn-These bei Tichy, das die Inflation anfängt zu marschieren:
      http://www.tichyseinblick.de/video/interview/hans-werner-sinn-machen-sie-der-enteignung-ein-ende/

    • @FJ45 I beg to differ
      Die „Ernährungsindustrie“ bedient unsere Industrieländer. In Entwicklungsländern ist das eine große Pest, weil die ortsansässigen Bauern in die Leibeigenschaft oder in die Slums gedrängt werden.
      Abgesehen davon forscht die Nahrungsmittelindustriezulieferungsindustrie BayerMonsato nur an ein paar wenigen Getreidesorten. Damit bekommt man die Welt nicht satt. Man bekommt sie Satt mit Bildung und Gesundheitsversorgung. Dann sinken nämlich die Geburtenraten.

  39. Alte, alte Frage:Warum sind die Verhältnisse so, wie sie sind?
    1.Da gibts dann die sogenannten Verschwörungstheoretiker, die die Herrschenden (Die werden immer gern verwechselt mit den Regierenden!) als die Schuldigen erkannt haben. Stichworte:Bilderberger, Illuminaten etc.

    2.Da gibts die, die gern nach eigener Befindlichkeit, eigenem Interesse sowie intellektuellen Möglichkeiten „die“ anderen in der vernachlässigten Pflicht sehen. Sehr gern und sehr polemisch das betreiben, was man ganz klassisch den verschiedenen Möglichkeiten der Projektion zuordnet. Der Hauptsatz dieser Gruppe lautet:Ich ja nicht, weil ich ja bei den Guten bin. Da ist dann natürlich auf die Abgrenzung zu den Gutmenschen zu achten.

    3.Dann gibts die, die ihnen richtig erscheinenden(!) Preise tatsächlich für angemessen und also für richtig halten. (Diese Phänomen kann man übrigens auch bei den je eigenen Meinungen, egal worüber, beobachten.) Soviel irgendwie doch trostlose Naivität trifft man immer und immer wieder an. Eine hartnäckige Angelegenheit. Der Hauptsatz lautet:Ich habe Recht.

    4.Dann gibts noch die, die schon immer dieselben Feinde und Schuldigen haben bzw. kennen:Grüne, Linke, Gutmenschen, Feministinnen. Liste bitte selbst vervollständigen. Dieses Phänomen (Ein harter Fall der Projektion.) gibt es natürlich auch in der umgekehrten Richtung, was immer mitgedacht werden muss, wenn dieser Fall auftritt. Hauptsatz verkürzt sich auf:DIE!

    Die Aufzählung ist gewiss noch nicht volllständig. Aber sie wird nicht weniger trostlos.

    In D werden ca. 40% der erzeugten Lebensmittel vernichtet. Will mal hoffen, dass diese Horrorzahl nicht von Veganern lanciert wurde. Vierzig Prozent!
    Aber wir werfen mühelos ALLE, oft unter höchstproblematischen Verhältnissen erzeugten Produkte weg. Kleidung, Handys, Möbel,… Die ganz konsequenten Produzenten bauen den Verfall praktischerweise gleich ab Werk mit ein. Den Rest besorgt eine permanent mit der „Verblödung“ von Menschen beschäftigte PR-Industrie. Entsteht die Frage:Kann man noch von Verblödung sprechen, wenn es doch beinah alle machen?
    An unserem Menschenrecht auf unsere Plastetüten jedenfalls lassen wir nicht rütteln. Natürlich auch nicht an unserem Menschenrecht auf stinkende Autos, die ca.96% ihres Daseins auf den Parkplätzen vor sich hin rotten. Oder das des Herumreisens in der Welt. Verzicht? Wäre ja noch schöner. Wir brauchen IMMER den Überfluss. Die (Lebensmittel-)Regale haben voll und die Preise unten zu sein. Oder?

    Man könnte natürlich die Frage stellen, wer macht eigentlich die Preise? Macht die der Händler, der Großhändler, der Importeur, der Konzern, die Kartelle? Der Markt, wie so gern behauptet? Oder am Ende, das würde sofort vieles vereinfachen, doch die Politik?

    Es muss ja nicht gleich die Kapital-Lektüre sein.

    Die Hungerzeiten kommen. Bis nach Syrien, Irak, Nordafrika haben sie es schon geschafft. Und die paar verbleibenden Kilometer… Der absurde Überfluss ist ein sicheres Zeichen, dass sie längst da sind.
    Und, so man diese Zeiten er- und überlebt, wird man sich eines Tages wieder für einige Zeit an einem Kilo Kartoffeln mit Quark oder an einem Brot (womöglich mit etwas Wurst) erfreuen. Ob man sich aber wirklich am Überleben wird erfreuen können?
    Wir sind bei 7 Mrd. Menschen. Steigend!!!

    Warum verfetten die sog. hochzivilisierten Gesellschaften eigentlich beinah flächendeckend? Körperlicher Hunger kann die Ursache nicht sein.

    Das Gedächtnis der Menschheit – Bert Brecht

    „Das Gedächtnis der Menschheit
    für erduldete Leiden ist erstaunlich kurz.
    Ihre Vorstellungsgabe für kommende
    Leiden ist fast noch geringer….“

    Wir haben übrigens gerade Fastenzeit. Eigentlich.

    • Besuchen Sie mal einen Caritasmarkt und schauen Sie zu, was die Leute da anliefern. Die prachtvolle Schüssel mt den verschiedenen Käsesorten kommt von dort, die kann man heute noch kaufen, knapp 100 Euro, für 1 Euro dort gefunden.

      Das Problem sind wir selbst.

    • Fastenzeit?
      Welchen Kalender benutzen Sie?

    • @DA - Das Problem sind wir selbst.
      Genau:Ich stehe nicht im Stau. Ich BIN Teil des Staus. Aber das ist für viele ein allzu weiter Weg der Erkenntnis. Hat ja doch jeder so seine Spezialausreden.

      Die große Frage jenseits aller Empörung und Moral lautet doch:Wie können Produktions- und Verteilungsverhältnisse NACHHALTIG gestaltet werden, dass ALLE maßvoll davon leben können? ALLE!
      Die Kräfte, die an solidarischen Verhältnissen keinerlei Interesse haben, weil sie glauben können, nicht von den Folgen unsolidarischer Verhältnisse belästigt zu werden, sind leider nach wie vor sehr stark. Eigenartigerweise werden die oft noch von jenen unterstützt, die ganz offensichtlich zum Heer der Betrogenen (und sich selbst Betrügenden) gehören. Auch eins dieser Phänomene.

      Aber es ist eben auch vieltausendfach bewiesene Tatsache, dass es keine große, also wirkliche Lösung des Problems geben kann durch individuelles Kauf- und Verbrauchsverhalten. Da sollte sich kein „Aufrechter“ was vor- aber natürlich trotzdem weitermachen.
      Einen anderen Weg gibt es eben erstmal nicht:Verantwortlich konsumieren. Und wenn es noch so lächerlich zu sein scheint.

      Eine allererste Übung wäre es schon, sich mal vor eine Brot-, Fleisch- oder Käsetheke zu stellen und sich dann klarzumachen, woher das alles so kommt und wohin das viele Nichtverkaufte entsorgt wird. Aber schon die „Mühe“ macht sich doch kaum jemand.

      Mir hat gerade ein Gast ein Weinglas aus Großmutters Mitgift von 1925 zerschlagen.

    • Man sollte sich entweder beim Einkauf begrenzen oder halt den Magen vollschlagen. Alles andere ist schlecht.

    • Titel eingeben
      Na, wenn Sie progressiv sind, feuern Sie ihre Heizung mit alten Brötchen.

      Googeln Sie mal nach „altes brot zum heizen“

      Wirtschaftlich aus Bäckersicht verständlich, aber nachhaltig?

      Früher war das Regal halt mal leer, und altes Brot kann auch gut schmecken oder kreativ im Kochvorgang verwendet werden.

      Vorausgesetzt, es ist wirklich Brot und nicht aufgebackene Plastikmasse. Und es wird gekocht. Na ja.

    • Das wurde in die Darre gelegt, zerrieben und dann dem Mehl beigemischt. So war das früher!

    • @Samsara
      Kein Kalender. Ist immer eine interessane Zeit.

    • @ Burgfried 14:23
      “ altes Brot kann auch gut schmecken …“

      Altes Schwarzbrot in Würfel schneiden, Zwiebelwürfel (und ggf. Schinkenspeckwürfel) anbraten, zum Brot dazu und mit Brühe übergießen. Habe ich als Kind geliebt, wenn mein Vater das gemacht hat.

      Mache ich mir heute manchmal sogar mit neuem Brot :)

    • @Grigorj
      „Wir sind der Stau“. Da klinglet es doch bei mir. „DT64“!!! In der Wendezeit wurde dieser Satz dort öfters in den Moderationen eingespielt… Hab damals nur die intellektuelle Tragweite und Tiefe dieser Worte nicht verstanden. Jedefalls fand ich den Sender um Längen besser als den Westrundfunk (vielleicht bis auf SWR3 Lollipop, was nachts z.T. auch bei anderen Öffis gespielt wurde – damals wurde bei den ÖR im Nachtprogramm noch gespart). Legendär die „Mitschneide“ Sendungen, wo eine LP komplett abgespielt, vorher alle Titel und Abspieldauern diktiert und je nach Albumdauer noch die Zeit zur vollenb Stunde mit Plauderein über Bandgeschichte etc. gefüllt wurde. DAS waren noch Zeiten…

    • @Hans Nase
      War zu gefährlich. Deswegen wurde der ja gemühlfenzelt.

      Übrigens:Auch Pf…? Auch Pf…!

  40. 1000 € ist arm!
    1000€ zur freien Verfügung ist nicht arm. Muss ich davon aber Miete, Krankenkasse, Nebenkosten bezahlen bleibt mir fast nichts mehr. Zum Glück gibt es OXFAM, die Kleiderläden der AWO, Ebay und Aldi. Und natürlich die Gutverdiener, die so nett sind, ihre abgelegten Kleidungsstücke zu spenden. Das meine ich nicht ironisch. Nicht alles miteinander vermengen und rausspucken.

  41. Ich habe den ganzen "ze.tt"-Bereich...
    …auf ZEIT-Online komplett mit uBlock Origin (Adblock-Adon für Firefox) ausgeblendet. Hab das mal aufgehoben und den Ursprungs-Artikel gefunden. Kindergarten. Großportrait und Selbstbeschreibung der Autorin sind fast vorhersagbar.

    Hier im Ruhrgebiet kenne ich einen Volkspark mit Wasserschloss, da kommt 2x im Jahr zu einem gemischten Markt auch ein Erzeuger aus Tirol, da kaufen wir dann Bockshornkleekäse vom Stück oder auch Hirschwurzn. 25€ für Mengen wie im Artikel abgebildet kann ich vollauf bestätigen.

    Wir haben uns auch von 2009 bis 2015 fast jede Woche was liefern lassen, von einem Pizza-Franchise. Immer Freitags, war fast ein Ritual, Einstieg ins WE halt, irgendwie gemütlich…aber dann kippte die Qualität, Beläge wurden vergessen…nun machen wir uns Freitag selber Pizza, oder auch Flammkuchen oder sowas. Und haben gemerkt: macht viel mehr Spaß als einfach anzurufen, es schmeckt genau so gut bis besser, und man spart noch locker 1.000€ pro Jahr mit 2 Personen. Das rechnen sich viele Leute gar nicht so aus, glaube ich.

    Wir waren auch bis letztes Jahr häufig am WE bei einem Asiaten in der Innenstadt von B., der hat eine kleine Speisekarte, aber alles topfrisch und preiswert…der hat uns zwar nicht verärgert, aber irgendwo hab ich gedacht: das können wir doch genausogut. Recherchiert, Reiskocher gekauft, im Asia-Shop nach Gewürzen usw. gesucht…und bingo. Ist frisch, macht Spaß, man weiß, was drin ist, und wenn sich dann beim Würzen und Abschmecken die Näschen über dem Wok treffen…die Schnellfress-Junkies wissen gar nicht, was ihnen entgeht.

    (Zum Thema Arbeitsbedingungen „An der Salatfront“ in Europa aus meinem Archiv: http://www.zeit.de/2006/27/Erntehelfer/komplettansicht )

    • De Bixlmadam de wo i gmoand han ist bei SPON, den Müll bei Ze.tt kannte ich noch gar nicht. denn ich lese keine femirassistischen Projekte. Und die Autorin ist ja auch so einer Genderstern-1984erin. Hoffentlich wird sie anständig mies bezahlt.

    • Gestern noch auf stolzen Rossen, Heute durch die Brust geschossen, Morgen in das kühle Grab. Wilhe
      Da fällt mir aus traumatisierter Epoche als naiver – ideologisch unbelehrbarer – pietistisch deformierter und chronisch vergifteter Internatspennäler die „Emma“-Autorin Leona Siebenschön, alias Helga Petermann, ein. Sie trieb die Auseinandersetzung um das Kinderkriegen auf die Spitze. In ihrem 1979 verfaßten „Plädoyer zur Abschaffung der Väter“ zitierte sie genüßlich die englische Erfolgsautorin Maureen Green: „Ein toter Vater ist Rücksicht in höchster Vollendung.“ Diese zubbfhenà aus der Emma-Spiegel-Zeit-Quarantäne erinnert mich an ein boshaftes Zitat von Oskar Wilde (O. W. ist in pietistischen Gutmenschengemeinden mehr als grenzwertig, eigentlich schon satanisch-pervers!):Er hat einmal über eine Dame der Gesellschaft geschrieben, dass sie „alles vom Pfau“ habe, „nur nicht die Schönheit“. Sapperlot!!
      Amazon: Was ein Mädchen über Jungen wissen sollte.
      Broschiert – 1969 von Helga Petermann (Autor).Broschiert ab EUR 0,01.

  42. Mahlzeit!
    Sehr guter Beitrag. Danke!

    Vegane Ernährung ist in der Tat nicht gesünder und vollwertiger, sondern eine reine Mangelernährung.
    „Vegane Ernährung ist für schwangere und stillende Frauen völlig ungeeignet, vor allem für ihre Kinder.“
    (Wagnon, J. et al.: Breastfeeding et vegan diet. Journal de Gynecologie, Obstetrique et Biologie de la Reproduction, 2005).

    Und noch etwas für die jugendlichen Vegetarier in NRW:
    Spilles, C. et al.: Fleischfressende Pflanzen vegetarisch ernähren. Jugend forscht 2008. Regionalwettbewerb Düsseldorf.

  43. Ein echtes Don Alphonso Schmankerl , ob des aggressiveren Stils
    so RECHT nach meinem Geschmack !

    Krieg ist wie Veganismus, und dann noch das von einem Foristen verlinkte Beispiel der Kuh, die beim Bürgermeister……..hähähhähähhä !!!

    Und blahde Blunzn…erinnert mich, ich muß amal wieder richtig gute Blunzn essen.

    Wenn ich einmal etwas wegwerfen muß, fuchst und zwickt und feigelt mich das. Kommt selten vor.

    Bei den Eltern hat im Krieg und danach nur er Vater Not gelitten. Mit seinem Freund ging er spazieren, und sie unterhielten sich über Schweinsbraten und Wurst und Torte, lauter Dinge, die in der Großstadt in der Zeit praktisch nicht zu bekommen waren , außer man war PG (so etwas, wie heute die Grünen), oder danach halt das Gegenteil.
    Die Mutter lebte am Land, da hatte man alles, schwarzgeschlachtet, mein Großvater, Mechaniker und Schlosser mit eigenem Betrieb, konnte wursten, die Bauern nicht, also…
    Außerdem stieg er in Familiengrüfte, in denen die Zinksärge undicht geworden waren (s. Hummer oben), und verlötete die.
    Die Lebensmittelmarkerl (gut merken, liabe Leit‘, kommt wieder !) haben sie dann in der Stadt auf Ausflügen verbraten.
    Ich kaufe sowohl günstig, als auch in manchen Sachen extrem qualitätsbewußt ein, mit gemischtem budgetären Ergebnis.
    Aber gut sollte es immer sein, und wenn man sich ein bissl auskennt, was was ist, geht das auch so.
    Aber das Einkaufswagerl wird, ums selbe Geld, schon immer leerer .
    Oder kostet halt das Doppelte, wie noch vor ein paar Jahren.
    Das Einkommen steigt normalerweise nicht im selben Ausmaß.
    Geld auf der Bank (UNSER Euro !!) schmilzt weg.
    Leit, freßt’s ois zamm, mia lebm nimma lang, wie der Don unlängst schrieb.
    Ja, die Lebensmittelversorgung ist pervertiert, und führt dann noch zu Jammern auf hohem Niveau.
    Aber nicht nur Gemüsesklaven aus fernen Ländern sind Billiglöhner oder Billigrentner.
    Und ich bin jetzt beileibe kein Linker (brrrr) .
    Die Exporterfolge, und damit die Grundlage für Jubelmeldungen des Berliner Bandenpersonals, bezahlen wir alle über Target 2 Salden.

    Weil wir so von der EU profitieren.

    Wir leben in einer Art sterbendem Disneyland, wissen (noch) nicht, was Hunger und Not sind, aber ich fürchte, gesegnet, wie unser Leben war, wir werden es noch erfahren.
    Weil wir so weise geführt werden.

    Von verräterischen Trotteln, wenn sie nicht noch etwas GANZ anderes sind.

    Und wenn genderverblödete Studentlein kein Gemüse zu Horrorpreisen
    (?) kaufen wollen, sollen sie ihre aus veganem Lederersatz gezimmerten Ökolatschen kochen.

    An guatn, olle mitanand ‚!

    • Eigentlich habe ich das nur gesachrieben, um blahde Blunzn sagen zu können…

    • DAS ist dann ein ehrenhaftes Motiv
      Bei mir flutschen die Invektive halt manchmal ansatzlos und ohne Verbrämung, wie etwa Durchstreichung.

      Ich sag mir immer- Deine Sprache sei klar, und was Sozial-und andere Romantik, Verlogenheit, Gewinsel und Gesülze angeht, und die endlose Toleranz gegenüber robusten Feinden…

      Da bin ich vom alten, biologistischen, Schlag :

      Töte deine Feinde, und sauf‘ ihr Blut.

    • Otto Moser, Gemüsesklaven, passt, lueg emol sälli G´schicht vum Bierli z´ Fribureg?
      http://www.schwarzwaelder-bote.de/inhalt.freiburg-hetzt-landwirt-helfer-in-tod.ae32c692-68a2-428c-8998-ce185c40ec69.html
      .
      Und dann noch das zum Vorartikel und Post am 14. Februar 2017 um 06:01 Uhr
      „Ja, FREIIILICH !! Der alte Traum von den zwei Islams,
      zuletzt eines Sommers von ältlichen und alten Mädchen mit Teddybären auf Bahnsteigen geträumt, Wäääälkaaaam !
      .
      „ältlichen und alten Mädchen“, Sie sollten bei ähnlichen Gelegenheiten ihr Lorgnon näher an die Augen führen. Mir fiel eher das Junggemüse auf dem Hbf auf. Bei den „ältlichen“ hätte man ja eine gewisse zielgerichtete Motivation erahnen können…awer by sälli Jungi?
      .
      Und verflixt, warum fehlen immer die Auslassungszeichen?
      (DdH)

  44. Sondermülldeponien
    Betrachtet man das Angebot von Supermärkten unter den Gesichtspunkten Ökologie, Sozialverträglichkeit und Ernährung mit möglichst frischen und unbehandelten Lebensmitteln, steht man vor Sondermülldeponien, versorgt und betrieben unter an Sklaverei erinnernden Arbeitsverhältnissen.

    Was sich da an zumeist völlig wertlosem Convenience Food in den Regalen (und Einkaufswagen!) stapelt. Die Frisch-Gemüse- und Früchteabteilung bildet bloß die folkloristisch bunte Kulisse für diese Friedhöfe denaturierter „Lebens“-Mittel, Food eben.

    Hier wird auch oft unter Preis verkauft, geht es doch allein um Verkaufspsychologie, Kundenverführung, die Illusion von Frische und Naturnähe. Reine Augenwischerei mit billigem, beliebig verfügbarem Dekomaterial, das Ganze überwabert von den verführerischen Düften aus dem Backautomaten. Entsprechend werden die Theken täglich neu aufgehübscht und nirgendwo sonst wird mehr weggeschmissen.

    Lebensmittel zu teuer? Im Gegenteil, sie sind meist viel zu billig, wenn es sich denn tatsächlich um Lebensmittel handelt. Nur sind viele nicht bereit, den Preis dafür zu bezahlen. In den Haushaltsbudgets ist der Anteil der Ausgaben für Lebensmittel seit dem Krieg kontinuierlich gesunken. Kann sein, dass die in prekären Arbeitsverhälnissen beschäftigte Lieferservice-Kunden-Generation dabei ist, diesen Trend umzukehren, nur fließt das dabei ausgegebene Geld bestimmt nicht in die Qualität und eine faire Bezahlung der Rohstoffe.

    Einkauf nur noch auf dem Markt: Heumilchkäse von der Alp, Gemüse vom Gärtner, Fisch aus dem See, Brot vom Bäcker etc.
    Allerdings gilt auch hier: traue keinem. Ausprobieren, mit andern Kunden reden, Erfahrungen austauschen. Lohnt sich und teurer ist es, bei vernünftiger Planung und Verwertung, am Ende auch nicht.

  45. Titel eingeben
    Der Inhalt des gefüllten Obstkorbs am ende des Artikels dürfte mehr nach Alabaster schmecken, oder?

  46. Mal wieder eii bisschen Erdung ...
    Einfach ein schöner Text, eine gute Idee, uns daran zu erinnern, in welch‘ gesegneten Zeiten wir leben. Slowfood und Slowlektüre …

    Schnell die Sachen gepackt, ab in den Billigflieger und für 900 € zwei Wochen im 3-Sterne-Slum in der DomRep leben … auf dass auch die dortigen Sklaven ein bisschen zu unserem Wohlbefinden beitragen!

    • Ja, das macht man doch gerne.

      Aber ernsthaft, die Urlaubsregionen Bayern und Österreich sind wieder auf dem Vormarsch.

    • Immer auch die ALternativposition betrachten
      Wenn man sich den Trip spart, geht es den Dominikanern auch nicht besser.
      Es ist immer leicht, nur eine Seite zu betrachten.

  47. Lebensmittelverschwendung?
    Ja, es wird viel weggeworfen. Vieles davon, weil der Staat es so will (und deswegen Lebensmittelmärkte nicht Sachen, die heute ablaufen, an die Tafeln geben dürfen). Vieles ist aber auch unvermeidbar, manches kann nicht verkauft werden, manches wird nun einmal schlecht oder schmeckt nicht.

    So what, niemand schadet es, wenn man einen Blumenkohl wegwirft. Ist doch schön, dass es uns gut geht. Fleisch hingegen wegzuwerfen, geht mir schon gegen den Strich; wenn ein Tier schon sterben muss, dann wenigstens aus dem gutem Grund, verspeist zu werden.

    Die Moralisierung des Lebensmittels scheint mir aber hierzulande inzwischen übertrieben – von allen Seiten (gleich ob preissteigerungssensible Veganazis oder Kriegserinnerungsschwelgende).

    Davon abgesehen sage ich schon seit Jahrzehnten, es wäre gut, wenn jeder Mensch mal drei Monate seines Lebens im Krieg erleben würde (möglichst an der Front), um die Prioritäten im Leben zu kalibrieren. Ist leider schlecht durchführbar.

  48. Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie die Unsichtbaren
    Bin grad auf der A6 bei Kupferzell zum Telefonieren auf einem Autobahnparkplatz angehalten. Sehe dort einen slowakischen Kühl-LKW, dessen Fahrer sich gerade irgendein mit heißem Wasser überbrühtes Hundefutterfertigmahl bereitet hat und den Napf anschließend an einem der leckeren Wasserhähne der Parkplätze auswäscht. Ich quatsch ihn an, wo es denn hingeht und was im Laster drin ist: „Spain…Berlin…Vegetables“ kommt da in sehr gebrochenem Englisch.

    Das Leben schreibt immer die eindrucksvollsten Geschichten.

    Da verdient einer auf beschämende Art und Weise sein Geld damit, Gemüse über immer verstopftere Autobahnen zu karren, damit mediale Kreischzwerge mit Gerechtigkeitssprung in der Rille sich allzeit preiswert mit Alibi-Salat vollstopfen können, der, sind wir mal ehrlich, den Nährwert eines großen Stückes Zeichenkarton hat.
    Das ist ja alles so progressiv.

    • Und biozertifiziert.

    • Grenzwertig
      Ok, das mit dem Salat ist schon Grenzwertig.
      Aber was ich richtig abartig finde ist, wenn simples Wasser rund um die halbe Welt gekarrt wird, des besonderen Namens und Vermarktungsgeschickes wegen.

  49. früher war alles besser ;-)
    Naja, in meiner Kindheit in den 80ern bin ich noch mit der Milchkanne zum Bauernhof gelaufen und habe die noch warme Milch beim Bauern abgeholt. Die war toll! Und auf dem Bauernmarkt gab es tatsächlich noch Obst und Gemüse aus eigenem Anbau.

    Jetzt wollte ich mit meiner Tochter das gleiche machen und suche hier im Sauerland(!) nach einem Bauernhof, auf dem man Frischmilch kaufen kann, leider Fehlanzeige. Zwar jede Menge Bauernhöfe, aber keine, die Rohmilch verkaufen (dürfen). Na gut, dachte ich, wenigstens das Obst und Gemüse ist doch bestimmt vom eigenen Hof… Nun, leider auch Fehlanzeige, ein Großteil der Höfe hier in der Gegend verkauft zwar Obst und Gemüse, der Anteil an selbstangebautem ist aber oftmals verschwindend gering, ein Großteil wird im Großhandel(!) zugekauft und zu teils abstrusen Preisen verkauft. Vom Wochenmarkt ganz zu schweigen, dort findet man eher eine Handyhülle als eigenes Gemüse.

    Der nächste Bioladen ist in etwa 30 km Entfernung….

    Seltsamerweise ist es gerade hier auf dem Land gar nicht mal so einfach an vernünftige Lebensmittel zu gelangen.

    • Na, da kommen Sie mal nach Bayern… da ist es noch anders.

    • .
      rohmilch – dies erinnert an eine gepflegte krise, die meine ahnen bekamen, als ihre kleine mit glänzenden augen von der allerbesten milch jemals schwärmte, die sie von einer bäuerin im übernächsten dorf, denn so weit führten die gewundenen wege des sommers, frisch von der kuh ’selbst‘ in den becher gemolken, geschenkt bekam.

  50. Einen hab ich noch:
    Eigentlich die Essenz des Ursprungsartikels, sei es auf ze.tt (02.02.) oder bento (07.02. welch Zufall):

    Volker Pispers: (zum Publikum) Ach? Sie sind dann doch eher der Typ, der sich beim Gemüsehändler beklagt: „Was sind denn dies Jahr Weihnachten die Erdbeeren so teuer????“

    • Der Teaer

      „Nach deinen Einkäufen klafft ein noch größeres Loch im Portemonnaie als sonst? Das Wetter ist schuld daran“

      zeigt, dass es schlimmere Krankheiten als die Grippewelle gibt.

    • Erdbeeren zu Weihnachten
      waren vor über 20 Jahren noch eine Seltenheit. Ich saß mit einem Freund zum Abendessen bei einem feinen Italiener, der Dessertwagen wurde angerollt und eine Frau kreischte im besten Düsseldorfer Platt, wat, sind dat Erdbäääären?
      Wir haben vor lauter Lachen kaum noch essen können und uns ständig gegenseitig gefragt, sind dat Erdbeeren?
      Wir haben keine genommen, aber sie gingen weg wie warme Semmeln. Aber sage mir keiner, dass die auch nach Erdbeeren geschmeckt haben.

    • Erdbeeren
      wer einmal die Erdbeeren im Januar in der Negev-Wüste gesehen hat, der krabbelt gerne im Sommer durch den deutschen Wald und sucht nach Walderdbeeren. Sorry Israel.

    • Erdbeeren kaufe ich nur,
      wenn sie Saison haben – dann schmecken sie auch.Das mache ich mit allem so.Wenn ich Salat möchte, kommt für z.Zt. nur Feldsalat infrage, der inhaltlich eh der beste ist.

      Walderdbeeren wachsen bei mir auf dem Grundstück an manchen Plätzen. Die überlasse ich den Amseln, weil auch mal ein Fuchs durch den Garten streift. Wenn ich meine Galoschen für den Garten an jeder Terrassentür nicht sichere, klaut er die schon mal.Trauere meinen Kautschukstiefeln nach.

    • Es gibt bei uns jede Menge Plantagen, da pflücke ich selbst.

    • Plantagen in Oberbayern? Toll.
      Ich müsste in Richtung Memmingen oder Bodensee. Es stehen Anbieter vom Bodensee auf dem Wochenmarkt, da kaufe ich dann. Aber Himbeeren pflücke ich, in Mindelheim. Die haben ein gutes Aroma.Da kommt dann der Gefrierschrank zum Einsatz, auch für das Gemüse aus meinem Garten.

  51. ...noch mehr Getier...
    Betört
    von einer Wolke
    tunkt
    der Pelikan
    seine Feder
    in den Tintenfisch
    und schreibt
    auf das Blatt
    der Windrose
    Ich liebe dich
    .
    Gedicht von Mario Wirz

  52. Königlich Bayerisches Amtsgericht
    Dem vernichtenden Urteil über lebensfremde Grüne kann man wirklich nur zustimmen. Daß heutige Generationen den Wert der Lebensmittel nicht mehr einschätzen können, der Vorwurf sollte jedoch an die älteren Generationen gehen. Sie haben die Veränderungen der Gesellschaft mitgetragen, die in ihrer Gesamtheit zu neuen Prioritäten geführt haben. Kein Wunder, daß Kinder heute kaum noch den Geschmack echter Lebensmittel kennen, nicht wissen, wieviel Arbeit in deren Produktion steckt und wie man Lebensmittel sinnvoll verarbeitet.

    Wer selbst nie Hunger erfahren hat, echten und über einen längeren Zeitraum anhaltenden Hunger, wer aus Übersättigung heraus kaum noch entscheiden kann, welcher Genußsucht er denn in den nächsten Tagen fröhnen soll, der wird wohl kaum verstehen, was Hunger mit Menschen machen kann, worüber die Medien fast täglich berichten.

    Aber ich möchte auf einen anderen Aspekt hinweisen. Wir leben ja in einem Niedriglohnland mit teilweise sehr hohen Preisen und Kosten. In einem Industrieland, welches seine Gewinne eben daraus bezieht, beispielsweise Lebensmittel, Kleidung und anderes möglichst billig zu importieren, um die Löhne dennoch niedrig halten zu können. Durch die große Konkurrenz zwischen den Ländern, die hauptsächlich von der Agrarproduktion leben, ist das auch nicht besonders schwer. Noch dazu, wenn wir deren Wirtschaft durch den Export unserer „Lebensmittelreste“ zusätzlich schwächen. Und, auch die Zockerei mit Agrarprodukten an den Börsen macht es fast unmöglich, angemessene Preise für die Erzeuger zu erzielen. Letztlich, es gibt mittlerweile viele Lebensmittel, die mit echten Nahrungsmitteln kaum noch etwas zu tun haben, deren Produktion eher in Chemiefabriken stattfindet. Lohnsklaven findet man nicht nur auf Feldern, es gibt sie überall, die Selbstversklavung ist Grundlage anhaltender Sklaverei, die es ansonsten heute (bei uns) wohl nicht mehr geben würde.

    Das Vererben unterschied sich im bäuerlichen Bereich vom ansonsten Üblichen dadurch, daß der Hof immer an den Ältesten vererbt wurde, um ihn in einer lebensfähigen Größe halten zu können. Und im Gegensatz zu anderen Erben mußten die Erben der Bauernhöfe auch kräftig arbeiten, um das Erbe zu erhalten und ihre Geschwister auszahlen zu können. Der schale Beigeschmack des Erbens hat denn auch einen anderen Grund. Denn wenn das ererbte Vermögen ohne eigenes Zutun quasi unaufhaltsam wächst, wenn keine eigene Leistung der Erben mehr dazu erforderlich ist, dann ist etwas faul im System. Von solchen Erben anderes zu erwarten, als das im Beitrag geschilderte Verhalten, wäre wirklich weltfremd. Obwohl, generell gilt auch das selbstverständlich nicht.

    Am Ende bin ich zwar froh, nicht mehr die selbstgestrickten Unterhosen meiner Kindheit tragen und mich von Brotsuppe und anderen Köstlichkeiten ernähren zu müssen, aber bei jedem Blick auf den Rest der Welt und bei Betrachtung der Ursachen von Hunger und Armut plagt mich dennoch immer ein schlechtes Gewissen, weiß ich meine Privilegien zu schätzen. Mit ein paar Euro hier und ein paar Euro da versuche ich mich dann freizukaufen und mein Gewissen zu beruhigen. So wirklich gelingen will es aber nicht. Wie sollte es auch, nimmt das Elend auf der Welt doch täglich weiter zu, an dem auch ich nicht ganz unbeteiligt bin. Aber, wie üblich, werde ich diese trüben Gedanken nun bei einem guten Mittagessen vertreiben.

    • Vererben im bäuerlichen Bereich ...
      … war regional sehr unterschiedlich:
      sie können es noch heute an den Betriebsgrößen und Flurformen sehen.
      Im Burgenland wurde z.B. sehr lange Erbteilung betrieben, es gibt dort handtuchartige Parezellen, meist sehr schmale Streifen.
      In Oberösterreich hat man viel früher auf einen Haupt- oder Alleinerben umgestellt, typischerweise aber den Jüngsten Sohn (da war der Vater dann schon ein wenig mürber und es gab seniger Streit).

    • Nicht der Älteste? Hm.


    • Dank Wassermann wieder was dazu gelernt. Tatsächlich gibt es ein Jüngstenrecht, nachdem auch dem jüngsten Sohn der Hof vererbt werden kann, da dieser vermutlich am längsten lebt und der Fortbestand des Bauernhofes so über die längste Zeit gesichert werden kann § 6 Abs. 1 Nr. 3 HöfeO.

      Zwar steht in der deutschen Höfeordnung der Erstgeborene an erster Stelle, aber die Höfeordnung gilt nicht in allen Bundesländern und ist auch kein zwingendes Recht. Ein Testament setzt sie immer außer Kraft. Selbst Erbteilung ist also möglich.

      Wer nun erbt, der Jüngste oder der Älteste oder auch ein anderes Kind, immer steht der Gedanke dahinter, den Hof als Ganzes zu erhalten. Auch beim Jüngstenrecht.

  53. Gemüse, das böse G-Wort...
    Klasse, dieses Blog. Wie gewohnt, das echte Leben. Gastro porn sehen wir nicht, Zeitschriften mit eingefärbten (Autolacke?) Salatblättern lesen wir nicht!

    Dass genießbare Lebensmittel etwas mit Arbeit, empirischem Wissen zu tun haben, spüre ich auf der Zunge.
    Mein Grundnahrungsmittel noch vor Schokolade, Fisch, Fleisch, Obst in rauen Mengen, ist und bleibt der Magerquark.
    Kostet im Supermarkt ca. 79 Cent pro 500 g. In der Domäne…-da wo auch mal Prinz Charles war- 3,85 €. Alles Quark, aber letzterer körnig, riecht wie solcher riechen muss und sieht im (Pfand)-Glas auch noch toll aus. Kann man ohne den üblichen Honig oder Marmelade auf den Tisch stellen und auslöffeln.

    Stamme aus einer niedrigeren Zvilisationsstufe als der Don, so ungefähr der zwischen Jäger/Sammler und Viehzüchter und habe eine Abneigung gegen Gemüse, Blattsalate etc. Da in den Naturwissenschaften immer grottenschlecht, kann ich Obst und Gemüse nicht in die dazugehörige Kategorie einordnen. Erdbeeren sollen eigentlich Nüsse sein?
    Egal, ob genetisch bedingt oder oder dem Wirtschaftswunder der Nachkriegszeit anzulasten, als proteinhaltige Nahrungsmittel mit mehr Prestige verbunden waren, ich esse, was nicht durch arbeitsaufwendige Zubereitung erst essbar gemacht werden muss. Und zwar durch mich, im Restaurent bestelle ich nie ein Steak (kann ich ja selber…), sondern irgendetwas mit Teig drum. Als Abschluss dann ein sorgfältig vor Zugluft geschütztes Dessert.
    Übrigens, eine finnische Bekannte veredelt Salatblätter mit der schon erwähnten Creme aus Eiern und viel Zucker. Nimmt man bei ihr zuhause als Dressing. Nein Quatsch, nur das Eigelb, das Weiße wird gestockt!?

    Essen wegwerfen geht überhaupt nicht: nette Gäste bekommen einen kleinen, gefüllten Schiffsrumpf aus Alufolie für die Not unterwegs.
    Da kann man auch von Muslimen aus wohlhabenden, traditionsbewussten Familien abgucken. Der dem Gast/Gästin aufgetragene Überfluss wird an Ärmere weitergegeben.

  54. Titel eingeben
    Kindheit, erste Reise auf dem Weg um die Welt, später, später, später…
    Führte mich damals als Bub, wohl erste Klasse, bin mit fünf eingeschult worden, in Schwäbische .
    Die Schwester des Bauern, auf dessen Hof ich die Ferien verbrachte, lebte als Dienstmädchen in Frankfurt.
    Kleiner Bauernhof mit Misthaufen vor der Tür.
    Ein Stall mit 5 oder 6 Kühen Schweinen, recht dunkel die guten Stuben der Tiere auf den ach so malerischen Bauernhöfen damals.
    Morgens wurde gemolken, die Kanne mit der Milch an den Strassenrand gestellt, der Milchlaster holte sie dann ab.
    War einfache,kleine Bauern.
    Zur Feldarbeit wurden 2 Kühe vor den Wagen gespannt-kein Traktot oder Pferde,hatten nur die reicheren Bauern.
    Dann ging es auf Feld. Auf dem Nachhauseweg ist einmal die ganze Fuhre Heu, auf der ich oben stolz wie ein Graf saß, ins Rutschen gekommen,schwups gings abwärts mit mir und Teilen vom Heu.
    Fand die Ferien wahnsinnig toll, aber heile Welt ist anders.

  55. Hungersnöte sind häufig hausgemacht
    In den westlichen Ländern werden ca. 30% der Nahrungsmittel weggeworfen oder zu Supermarkt-Abfall. Ausdruck von Dekadenz und Gewissenlosigkeit, so wie es die Superhumanitären und die Grünliniken Apostel gerne ausmalen? Den Weltkrieg benötigt man gar nicht als Vergleich. In Afrika sind Lebensmittel gemessen am Einkommen ungefähr so teuer wie bei uns in Notzeiten. Hungersnöte wären ohne UNESCO-Programme an der Tagesordnung.

    Man könnte deswegen annehmen, dass in Afrika die Verlustrate wesentlich kleiner ist. Sie ist aber genauso groß0. Nur die Ursachen sind andere: Schlechte Transportwege, mangelndes Knowhow, Schlamperei und Inkompetenz. Verhalten sich die Afrikaner deswegen gewissenlos? Im Rahmen der herrschenden PC wird das tabuisiert. Wer dem nichf folgt, kann bspw. fragen warum investieren afrikanische Staaten kaum in bessere Verkehrswege und Organisationsverfahren?
    (Teilweise machen es jetzt die Chinesen, im Tausch gegen Rohstoffe).

    Man könnte im Gegenteil sogar sagen, dass rücksichtslose Inkompetenz das unethischste Verhalten überhaupt ist. Besonders, wenn es um Leben und Tod geht. Ein vor einiger Zeit bekanntgewordenes Bsispiel sind die riesigen Mengen verottenden Getreides in staatlich kontrollierten Getreidelagern Indiens.

    Die europäische Landwirtschaft bzw. die der OECD-Staaten hat ihre Produktivität seit ca. 100 Jahren um unglaubliche 3000% gesteigert. Das geht nicht auf Billigarbeiter zurück, sondern auf Technologie. Der Produktivitätsanstieg ist sogar weitaus schneller als in der Industrie und er setzt sich fort.

    Es ist der Produktivitätsfortschritt, der fallende Nahrungsmittelpreise erzeugt. Dort, wo er stattfindet. Alles weitere ist das bekannte Grenznutzenproblem: Das erste Rumpsteak ist wertvoll, das zweite geht vielleicht noch und spätestens beim dritten geht es in der Gegenrichtung los, also wirft man es völlig zurecht lieber weg.

    • ....
      Danke, stimme Ihrem Beitrag zu.

    • get real
      Äha….also, die Realität sieht so aus:

      Afrika ist gerade überbevölkert, weil kein Hungersnöte seit Jahren. Deshalb kommen die alle gerade zu uns.

      Die Globalisierung, d.h. die dekadente westliche Konsumgesellschaft, hat dafür gesorgt, dass neben China in den letzten zwei Jahrzehnten weitere Mrd. Menschen in Süd- und Mittelamerika, Afrika und Asien ein Leben in Wohlstand führen können.

      Und zwar nur weil wir hier uns alle zwei Stunden einen neuen StarbucksKaffee gönnen, alle zwei Monate eine neue Handtasche und alle zwei Jahre ein neues Automobil.

      DEKADENZ IST ENTWICKLUNGSHILFE!

    • Luxus hilft allen!

    • @goodnight,
      schon, bloß wächst die afrikanische Bevölkerung anscheinend schneller als die Agrarkapazitäten und dann gibt es regelmäßig (regionale) Hungersnöte. Ziemlich überraschungsfreier Zustand
      http://www.n-tv.de/wissen/El-Nino-schickt-die-Extreme-nach-Afrika-article16974501.html

  56. Ich könnte Veganer*innen (genderkorrekt?) durchaus ertragen, wenn...!
    Ja wenn sie nicht immer so Veggieday-missionarisch daherkommen würden. Das halte ich nicht (mehr) aus. Habe fertig.

    • gans Fuchs
      ..oder alte Kinderlieder verboten lassen wollen. Am liebsten hätte die Dame in Limburg auch den Fuchs ganz zum Veggie gemacht, dann hätte sich das mit der Gans eh erledigt.

    • Rezept
      Schauen Sie den Peta-Verw*irrtesten kurz ans zugige Gebiss, aber wirklich nur ganz kurz, damit sich nichts einbrennt. Dann geht es Ihnen gleich wieder besser!

    • @ Bemaba
      An der Geschichte aus Limburg sieht man sehr schön, welche gefährlichen Folgen eine derartige Mangelernährung haben kann…

    • Glockenspiel
      Gans, vegane.

  57. Die Welt ist schlecht...
    Schleichend verändert sich der Zeitgeist und allmählich kommen einem immer mehr Ungereimtheiten ins Bewusstsein.

    Einigermassen wach konsumieren ist wahrscheinlich der einzige Ansatz, der einem bleibt.

    Wir sehen immer zu, dass der Kühlschrank frisch bestückt wird, mit dem was wir dann auch frisch aufessen – aber bevor man sich dann wohlig auf die Schulter klopft, die für kleine Mengen zum Einkaufen gefahrenen Kilometer gibt es auch, der Fuhrpark ist grösser und komplexer als er sein müsste, und wenn die brasilianische Wassermelone bei Lidl im Januar lecker ist, ist einem der Co2 Ausstoss des Jumbofrachters letztlich auch egal.

    Die einzig wirklich altruistische Lebensform ist sozialverträgliches Frühableben – oder man erstickt an seinem schlechten Gewissen.

    Ich fand die Nachricht ziemlich bezeichnend, dass eine junge Engländerin die Lottogesellschaft verklagen wollte, weil sie sie nicht auch das Leben mit einer gewonnenen Million Pfund vorbereitet hätte.

    So blöd es zuerst klingt – wer sich an die eigene Nase fasst: Oft erhöhen wir mit überproportionalem Wohlstand die Komplexität unseres Lebens in einem Mass, dass wir danach eher die Sklaven, als die Geniesser unserer schnell angeschafften Luxusgüter sind – die man dann kaum „rückgängig“ machen kann ohne grausige Verluste – vor denen man zurückschreckt.

    Denken wir mal an Designer-Klamotten und Ferienwohnungen oder Sportboote und Oldtimer.

    Und wer einen grantelnden inkontinenten Vorfahren, der an der Demenz vorbeischrappt, zu versorgen hat, wird eher nicht an Do-it-Yourself und Baumwollwindeln denken, sondern sich freuen, dass es schlecht bezahlte Sozialdienste, Erwachsenen-Plastikpampers und osteuropäische Pflegekräfte gibt.

    Da schwindet schnell das gute vegane Bio-Gewissen und die Entrüstung über die Hungerlöhne für Schwarzafrikas Flüchtlinge.

    Und man hofft, dass die Sache mit der Wiedergeburt nach seinem ökologischen Fussabdruck genauso zu den religiösen Märchen gehört wie die bayerische Wolke zum Frohlocken.

    Die einzige Abhilfe wird die Evolution liefern, wenn die Privilegien neu gemischt werden.

    Bis dahin sollte man sein Leben geniessen und möglichst bewusst und klug wählen und die Menschen liebevoll behandeln, die einem am nächsten stehen, … wie passend, das Wort zum Valentinstag…

    • Ich glaube nicht, dass eine andere Verteilung der Privilegienj irgendwas bringen würde. Denn dann kommen die, die damit nicht umgehen können. Es ist wichtig, dass Autoren von taz, Ze.tt und SPON genau das bleiben.


    • Von denen, die mit ihren Privilegien nicht umgehen können, gab es immer schon viel zuviel.


    • Denn dann kommen die, die damit nicht umgehen können.
      Das sind allerdings die Schlimmsten.

    • Gschleaf hoid.

    • Gschleaf hoid
      hundskribben, miserablige
      saubritschna, dadierte

    • Titel eingeben
      Ich hoffe das ironisch gemeint….? So ignorant könnt ihr doch gar nicht sein… oder doch?

      Was ist denn daran so schwer zuzugeben? Wenn man von ganz oben, wo der Reichtum gehortet wird, (zB per Erbschaftssteuer) wegnimmt, und nach ganz unten, bei HartzIV drauflegt, dann wird „totes“ Geld in Wachstum verwandelt. Und zwar sofort, denn die werden Dinge die sie brauchen SOFORT konsumieren.

      Noch einfacher kann man es gar es gar nicht machen, wer das nicht versteht der WILL es nicht verstehen.

    • @TDV
      In welcher Welt wohnen Sie denn??

      0. Die echt ganz Reichen lassen sich das nicht wegnehmen. Punkt.
      Also nimmt man es vom Mittelstand, der weiter absinkt.

      1. Die echt Armen kaufen nicht, ‚was sie brauchen‘, sondern vermeintlichen Luxus; wenigstens in vielen Fällen.
      So oder so:

      2. Konsumiert wird nicht nachhaltig, sondern wie ein Strohfeuer: solange Kies da ist, wird er verbrannt.
      Wird er das fallweise nicht, dann

      3. wird das Geld gespart, für schlechtere Zeiten, oder ein grösseres Projekt (in vielen Fällen zunächst einmal eine tollere Kiste).

      Und damit sind wir dann wieder in etwa da, wo wir vor der Umverteilung auch schon waren.
      Wohin fliesst das ausgegebene Geld? Wieder nach ‚oben‘.

      Rinse and repeat.

      Im Gegenteil, TDV: die Mehreinnahmen müssen tatsächlich gesellschaftlich relevant investiert werden. Strassen, Hochschulen, Kindergärten, Sicherheit, Infrastruktur, Digitales, Gesundheit.

      Auch Firmen tun es kaum besser: Es wird nicht in die Firma investiert, sondern kostenloses Geld der EZB gerne angenommen, die eigenen Aktien zurückzukaufen. Damit entstehen keine Gebäude, keine Arbeitsplätze, nichts.
      Das sind diejenigen, colorcraze, die damit nicht verantwortungsvoll umgehen *wollen*.

  58. Danke
    Auf den Punkt gebracht… besser könnte ich es nicht ausdrücken.
    Und ganz ehrlich: insgeheim habe ich mir schon öfters gewünscht dass die von Ihnen beschrieben eigentliche Normalität zurück kehrt. Dies hätte noch ganz andere Vorteile:
    -der Sonntagsbraten wäre wieder wirklich ein Festessen, weil man ihn sich nicht jeden Tag leisten kann. Zu einer gesünderen und ausgewogeneren Ernährung mancher Zeitgenossen würde dies sicher beitragen
    -die bigotten links-grünen Dauerforderer und Aktivisten wären wieder mit den wirklichen Problemen des Lebens in Kontakt, was zur Folge hätte, dass für die Missionierung und andauernde Zureichtweisungen und Forderungen a la „Fuchs du hast die Gans gestohlen“ keine Zeit und Kraft mehr bliebe. Dadurch würden sich dann viele aktuell geführte Diskussionen erübrigen: Gender-Mainstream, Gleichstellungsbeauftragte, Inklusion, „Deutschland ist bunt“, der Islam gehört zu Deutschland, Fake-News, „No-Nations, no-borders“, Mindestlohn usw.
    Es ginge dann einfach auch für diese Klientel darum wirklich zu arbeiten, zu überleben – und aus der Veranstaltung die sich „Leben“ nennt für sich persönlich soweit es geht positive Aspekte zu ziehen.

  59. Altes Brot
    Aus altem Brot wurde früher Brotsuppe gemacht, mit Backpflaumen oder Arme Ritter, sehr beliebt. Fleisch gab es in der Woche nur für den Vater. Die obligatorische Gans zu Weihnachten kam aus Nordfriesland, die Großmutter stammte vom Bauernhof, den ihr Bruder geerbt hatte. Die Gans kam per Post im Paket, jedes Jahr; einmal war Poststreik, da wurde die Gans dann gleich im Garten vergraben. Sonst hatte mein Vater verfügt, dass die gebratene Gans bzw. Das Gerippe nach dem Verzehr an einem Baum im Garten aufgehängt würde, damit die Vögel auch etwas davon haben.

  60. "Massnahmen"
    Lieber Don,
    wer wie Ihr doch so sehr auf Bildung und Akkuratesse achtet, sollte doch auch das „ß“ (sz) als Buchstaben kennen (und hochhalten). Also bitte nicht „Massnahmen“ (denn das erinnert Kundige eher an nassmachen), sondern natürlich „Maßnahmen“ (wie maßnehmen etc.)…
    Vielen Dank.
    Ansonsten einmal mehr ein toller Artikel, vielen Dank dafür.

  61. @Don Alphonso
    „Blahde Blunzn“ … Ich glaub ich lach heut Abend noch, so klasse!

    • Kennen Sie das nicht? Auf Hochdeutsch „aufgeblasene Darmhaut“.


    • „Blahde Blunzn“
      Auf Hochdeutsch „aufgeblasene Darmhaut“
      Hm. Und ich dachte, die „blahde Blunzn“ sei eine „blödsinnige Blutwurst“.
      Aufgeblasen kenne ich nur die Saublasen, „Saublodere“, die man an einen Stecken bindet und damit an Fasnacht anderen auf den Kopf haut.

    • Blunzn für Wurst leitet sich von Blunzn für die Wursthaut ab.

    • ich seh's erst jetzt
      sehr kräftiger Stabreim.

      noch kräftiger die Wiederholung:
      blahde Blunzn, blahde.

      oder auch: dalkerte Doodschn, dalkerte.
      einfach: depperter Depp, depperter.

      und, da ich zu faul bin, den spinatfrosch zu suchen, um projekt x zu bewerben, der link hier:

      https://www.youtube.com/watch?v=FI6z9zyYNTE

  62. Kann
    mir hier jemand erklären, wie ich das Reh ausnehme?

    • Es gibt sicher ein Tutorial bei YT.

    • @ Wilderer
      Googeln unter „Aufbrechen“ oder „Rote Arbeit“. Schafft ein gewandter Jäger auch im weißen Hemd mit langen Ärmeln, ohne dabei Flecken abzukriegen.
      Sollte aber unmittelbar nach dem Erlegen bzw. Überfahren erfolgen, sonst können Sie das gute Stück, aufgebläht wie es inzwischen sein dürfte, zur Entsorgung neben den Fuchsbau legen.
      Vor dem Zerwirken 4 bis 5 Tage in der Decke (im Fell) und in der Kühle hängen lassen, damit das Wildpret reifen kann.

      Zur „Tierkörperbeseitigungsanstalt“ trauen Sie sich besser nicht.
      Ich erwisch Sie noch!


    • Unsere hochverehrte Donna Laura weiß, wie das geht.
      Fragen Sie sie mal ganz freundlich, vielleicht sagt sie Ihnen was dazu.


    • Ich weiß von Metzgeronkel und -tante nur, daß man extrem vorsichtig bloß nicht die Galle verletzen darf, denn sonst ist die gute Leber dahin.

    • @ Colorcraze
      Tzzzz …

      Ein Reh hat, wie alle Cerviden, keine Gallenblase.

      Keine Ahnung mehr die Jugend heute, nur noch Kompetenzen ;–)

  63. Blackout
    Den zahlreichen Blackouts in den Medien, wie dem in diesem Beitrag geschilderten, wird bald mal ein echter Blackout in der Stromversorgung folgen …

    http://www.tichyseinblick.de/meinungen/energiewende-trifft-frostige-wirklichkeit

    Was das für die Versorgung, die Lieferketten und Behausungen der Styropor-Kultur bedeuten wird, mag sich niemand richtig vorstellen. Einkaufszentren, Läden, Banken und Tankstellen werden geschlossen bleiben, Bahnen, Aufzüge und Rolltreppen stillstehen, Heizungen und Kühlschränke ihren Betrieb einstellen, Wohnungen finster bleiben, die Wasser-, Radio-, Telefon-, TV- und Internetversorgung ausfallen …

    So ungefähr ab Tag 2 des Blackouts dürften die ersten Discounter gestürmt werden, während sich auf den Straßen der Städte das Faustrecht durchsetzt.
    Verantwortlich für das drohende Deaster ist exakt die Sorte Kohl- oder Salatköpfe, die ihr Leben zwischen PC, Kühlschrank und Mikrowelle fristet und das Gemüse im Supermarkt für zu teuer hält.

  64. Der Hunger und die hohe Kunst des Einweckens und Trocknens
    In ihrer nennenswerten Aufzählung fehlen die Lebensmittel die zu dieser Jahreszeit hauptsächlich zur Anwendung kamen, wie getrocknete Erbsen, weiße Bohnen, getrocknete Pferdebohnen, Linsen, getrocknete Apfelringe und getrocknete Pflaumen, alles aus luftig auf dem Dachboden aufgehängten weißen Leinenbeuteln oder sind die in den Süddeutschen Regionen nicht verbreitet? Derartige Lebensmittel hielten noch länger als anders eingelagerte. Es sei denn man hatte nicht ordentlich gearbeitet und es gab Schimmel. Der wurde dann mit viel Wasser abgewaschen.

    Auch die hohe Kunst des Einweckens ist leider verloren gegangen.

    Heute, wenn zur Zeit ein Pfund Erdbeeren, Heidelbeeren, Himbeeren oder Spargel in Bioqualität preiswerter ist als zur Haupterntezeit im Supermarkt, frage ich mich schon wie das passieren konnte.

    Hervorragender Beitrag

  65. ...noch so ein Widerspruch
    …Eltern schicken ihre Kinder auf eine gute Schule, sorgen für eine gute Ausbildung, helfen mit Vitamin B, damit es klappt mit dem guten Job, fördern hier und helfen da…. damit das Kind voran kommt im Leben … wenn das eine große Anzahl von Menschen in einem Land so macht, kommt folglich ein Land als ganzes voran (außer man hat unfähige Politiker, die mehr Geld verpulvern, als man in der freien Wirtschaft jemals verdienen kann)… gleichzeitig heulen die Gutmenschen dann rum, dass es ja so ungerecht ist mit den armen Ländern sonstwo auf dem Planeten, die übervorteilt werden…. will sagen, ich tue im kleinen alles, damit mein Kind ein Vorteil hat, prangere dann aber an, dass andere (Länder) einen Nachteil haben…

  66. veganes Glockenspiel
    Eines der auf immer ungelösten Rätsel der Menschheit ist: Wer ist in diesem Abgrund von Dummheit dümmer? Die Schneeflocke, die sich über „Fuchs Du hast die Gans gestohlen“ mokiert oder die Deppen in der Verwaltung, die dem Mokieren nachgeben? Ich bin fassungslos!

    Und danke für den schönen Artikel, bester Don!

  67. Rentner
    Dieser Tage werde ich 65 Jahre alt,Gott sei Dank!Nicht mein Verdienst und dieser Artikel gehört auf Seite Eins,aber unsere Presse hat viel wichtigeres zu vermelden!!Ich danke,für vieles was Sie schreiben!Seien Sie gesegnet!!

  68. Gute alte Zeit
    Ich war fünfzig lange Jahre Bauer, bin jetzt Altenteiler-vulgo Rentner- und kenne die Situation in den vierziger und fünfziger Jahren des vorigen Jahrhunderts noch sehr gut. Die Wurst des glücklichen, hausgeschlachteten Schweines wurde mangels Kühlschranks und Kühltruhe im Sommer oft schlecht, das Gemüse aus dem eigenen Garten war im Sommer natürlich gut, im Winter beschränkte sich die Auswahl auf Kohl, Möhren, Schwarzwurzeln und selbstgemachtes Sauerkraut . Das eingekochte Gemüse wie Erbsen stammte meistens aus dem Vorjahr denn es könnten ja schlechte Zeiten kommen. Die Verklärung dieser Zeiten kann ich nicht teilen, möchte sie auch um keinen Preis wieder haben und bin froh in der heutigen Zeit mein Alter erleben zu dürfen. Den Hof-böse Agrarindustrie- bewirtschaften meine Söhne und sie gehen wissensbasiert ohne Bio-Hokuspokus mit der Verantwortung vor der Umwelt und damit auch der nächsten Generation um. Gute Zeiten darf ich als alter, dummer Bauer noch erleben.


    • Jaha, den Siegeszug der Kühltechnik ab den 1970ern habe ich mitbekommen. Dadurch wurde eine ganze Menge Lebensmittel vor dem vorzeitigen Verderb gerettet.
      Oben heißt es irgendwo, es würde immer noch 40% verderben. Worauf bezieht sich diese Zahl? Deutschland, Europa, die Welt?
      Es ist ja immer ein großes Problem, die verderblichen Lebensmittel rechtzeitig denen, die sie essen wollen, verabreicht zu bekommen. Das bekommt man auch nie völlig weg, es sei denn, man würde alles eindosen, so daß es 10 Jahre eßbar bleibt. Aber wer will schon immer Eingedostes.
      Beim Frischen hat es sich aber sehr gebessert durch die Kühltechnik.

    • Colorcraze, das Verderbnis-Problem ist in vielen unterentwickelten Ländern virulent.
      Gespräche mit einem praktizierenden Entwicklungshelfer in Verbindung mit Agragrosshändlern in Hamburg haben mich zum Beispiel gelehrt, dass in Indien Binnenverkehrswege und Lagerbedingungen so schlecht sind, dass es schlicht nicht möglich ist, Nahrungsmittel von der indischen West- an die Ostküste zu transportieren (und vice versa). Alleine aufgrund schlechter Verkehrsinfrastruktur in Verbindung mit nichtexistenten Kühlketten verliert Indien jedes Jahr mehrere 10% seiner im Land erzeugten Lebensmittel. Und das ist nur ein Beispiel.

      Nach wie vor erzeugen die allermeisten Länder dieser Erde mehr als genug Lebensmittel selbst im jeweiligen Inland. Hungerprobleme, wo sie auftreten, sind häufig genug keine Folge mangelnder Erzeugung sondern eine Folge schlampiger Organisation in Verbindung mit einfach fehlenden Verkehrsverbindungen.

      Gruss,
      Thorsten Haupts


    • @ThorHa: darauf wollte ich u.a. hinaus mit der Frage nach den 40% Verderb. Ich sah mal eine Reportage über Äthiopien, dort sind Hungersnöte wohl auch vor allem ein Problem der fehlenden Wege und fehlenden Händler (=Organisatoren) – sie bekommen einfach nicht den Überschuß von Ort A, etwa 20-50 km entfernt, in den Ort B, wo die Ernte ausgefallen ist. Das nämliche Problem dürfte es in Europa im Mittelalter, wo die Verkehrswege auch wenig waren, genauso gegeben haben.

    • Dank der Flüsse waren die Verkehrswege bei uns auch im Mittelalter eigentlich recht effizient, allerdings, wenn es hier mal eine Missernte gab, dann traf das gleich weite Landstriche. Dazu kam dann noch der allseits beliebte Wucher.

    • @colorcraze
      Verderben oder ‚verderben‘?

      Leider habe ich da keinen Link, könnte noch irgendwo in einer Mediathek verborgen sein:
      In Deutschland werden gut 30 Prozent der originären Lebensmittel (Obst und Gemüse) direkt ‚entsorgt‘ weil sie nicht den stringenten Kriterien der EU bzw. der Verkaufbarkeit entsprechen, meistens optisch. Bis zu 50 Prozent der Kartoffeln bleiben gleich auf dem Acker liegen, von wegen unregelmässige Grösse oder Wuchs. Der Durchschnittsbürger will seine Kartoffel glatt rund-oval und ebenmässig, mit einem Durchmesser zwischen 45 und 65 mm. Sonst kaufte er die woanders.

      Damit fängt es ja schon an.

  69. Mundvoll
    Lieber Don, ich danke herzlich für diesen Beitrag. Wir waren sechs Kinder, hausten in einem Keller (ein „Zimmer“ )ohne Wasser, alles war Trümmerwüste, jeder Tag war ein Kampf, woher das Essen kommt. Meine Mutter, die arme Frau die 2 Weltkriege durchleben musste, mühte sich unendlich ab. Hartes Brot wurde in Milch eingeweicht (aus dem Milchpulver der US- Carepaketen) und gekocht und so wurden wir Kinder satt. Fleisch, was ist das? .

    Das alles ist tief in mir eingegraben. Ich habe lernen müssen, mit sehr wenig Geld zu überleben. Später, als ich ins Abendgymnasium ging, habe ich nachts gearbeitet und am Wochenende gekellnert , um es mir finanzieren zu können, und da meine Eltern sehr früh gestorben sind, musste ich Miete fürs Zimmer und Essen bezahlen. Hunger? Nein, aber sehr sehr sparsam gelebt, aus drei Kartoffeln und einer halben Zwiebel Kartoffelpuffer gemacht.

    Heute lebe ich in einem Gebiet, in dem immer noch Menschen vor Hunger, Pardon, verrecken. In Nicaragua etwa, wenn „El Niño“ die Felder verwüstet. Es gibt Deutsche hier, die brauchen 1500 Dollar im Monat zum Leben, weil sie jeden Tag maßlos Fleisch haben müssen, sonst sind sie keine Menschen. Nur das beste Fleisch natürlich, Lomito etwa. Und die sich dann über die Preise beklagen. Meine Familie und ich, insgesamt 8 Personen, kamen im Monat mit so 300 Dollar aus, kauften günstig auf dem Markt.

    Und dann kam ich zurück nach Deutschland zu Besuch und hörte überall von Armut, von Hunger wegen Hartz IV und natürlich Biogemüse. Und ich dachte: Wie, Armut? In Deutschland? Ich habe keine abgemagerten Kinder gesehen und keine ausgezehrten Menschen. Also kaufte ich mal Bio und bin fast umgefallen über die Preise. Über die Schnösel, die hinter der Theke standen und die grünen Frauen mit Strohtaschen, damit die Welt umweltbewusster untergeht, wenn sie ihre besonders teuren Kartoffeln da reinpackten.
    Da konnte nicht jeder dahergelaufene Arbeiter einfach einkaufen, da musste man Mitglied sein.

    Ich wünsche ja keinem einen Krieg herbei, aber wenn ich mich der Zustände, unter denen ich aufgewachsen bin, die Trümmer, die Wasserratten, die tägliche Suche nach essbarem, erinnere, und dann ins KADEWE ging — dann stand ich da und mir blieb der Mund offen stehen.

    Als die Mauer fiel und ich noch in Deutschland war, fragte mich eine Kollegin, die , aus der DDR kommend, verblüfft in einem Großkaufhaus gestanden hatte: Braucht man 40 verschiedene Sorten Salami?

    Jawohl, der Westler braucht es, er braucht die billigen Hühner um sie hier auf dem Tisch zu haben, mehr noch aber, um sie nach Afrika zu schicken und dort deren Wirtschaft zu zerstören. Die brauchen ja dann keine eigene Hühnerproduktion.

    Ich bin so Mundvoll von diesem Thema, dass ich nur Streiflichter bringen kann, denn wir hier wissen noch was Armut ist und Preisbewusstsein. Und dann kommen verzogene Gören und Bengel aus Deutschland eingeflogen und wollen hier Ökobewusste Lebensmittel kaufen und sind empört, dass wir kaum welche haben. Das sind Leute, die keinerlei Bezug zu den Einheimischen haben, die tausende von Litern Sprit verbrauchten, um herfliegen zu können und dann von Öko fabulieren, die elenden Heuchler.

    Was essen wir? Fast jeden Tag obligatorisch Reis, dazu schwarze Bohnen, ein Hühnchen teil (also den Schenkel etwa, nicht das halbe oder ganze Huhn!) oder ein Stücklein Fleisch. Salat.Bohnen in Ei gebacken. Fisch, keinen ganzen, ein Stück davon, sparsam also, Fisch, der aber auch immer teurer wird durch die Überfischung weltweit, hier treiben sich sogar Koreaner rum die alles weg klauen. Und dann die Haifischmafia aus Korea und Japan, die den Haifischen die Flossen abhacken und das lebende Tier ins Wasser werfen, damit es elend verreckt und der Japaner seine Haifischflossensuppe löffeln kann. Das ist in Costa Rica verboten, aber wir haben hier eine koreanische Mafia die das organisiert, wie etwa die Drogenhändler.

    Der Mensch braucht nicht viel, er soll durchaus gut essen, aber das Schlemmen , das Meckern über Preise und zugleich den billigsten Kaffee kaufen, das geht nicht. Weiß jemand wie hart die Arbeit des Kaffeepflückers ist, unter teils sengender Hitze, zwischen Schlangen, Skorpionen, geplagt von Moskitos und anderem Geschmeiß wird die Kaffeekirsche gepflückt und die Pflücker sind Indios oder Nicaracuense, die Dankbar für diese erbärmliche harte Arbeit sind. Und die Bezahlung ist nicht weniger erbärmlich. Wie bei den Bananen. Wer jemals sah, wie hart die Arbeit des Bananenarbeiters ist, wie die Männer durch eingesetzte Pestiziden keine Kinder mehr zeugen können und Frauchen unfruchtbar werden, und Tonnenweise die Bananen schleppen, damit sie bei euch günstig ankommen, der fasst es nicht, wie gierig der Deutsche nach Bananen ist.

    Und sie schmecken, mit Verlaub, beschissen hölzern, weil „eure“ Banane niemals das Licht der Sonne sah, sondern stets eingepackt war in Plastik, der Pestizide wegen. Unreif gepflückt, in Kühlcontainer gepackt und dann mit chemischen Gasen (!) künstlich zur Reife gebracht, das esst ihr also. Mahlzeit.

    Als Kind habe ich gelernt sparsam zu sein (nicht etwa geizig!) und vor allem: Dankbar zu sein dafür, dass es zu Essen gibt. Denn der Respekt vor dem Leben beginnt genau dort.
    Ich rege mich zu sehr über dieses Thema auf, weil ich diese ganzen überheblichen Schnösel von Rucksacktouristen kenne, die vor dem Studium noch schnell eine Weltreise machen die Papa bezahlt und nicht das geringste dafür geleistet haben, aber die genau wissen wie die Welt zu funktionieren hat.

    • Danke.

      Es gibt so einen Teil oin mir, der sagt, dass ich besser nicht aufschreibe, was ich vor meoiner Zeit hier bei der FAZ gesehen habe. Wirklich, Danke für Ihren Kommentar.


    • Tja, solche Gedanken machen sich überwiegend leider nur die, die selbst zu den weniger Priveligierten gehören. Die selbst gezwungen sind, bei ALDI oder KiK einzukaufen, da ihr Einkommen relativ betrachtet auch nur dem der Bananenpflücker entspricht. Mithin die, die an der Situation nichts ändern können, auf nationaler Ebene sowieso nichts ändern können.

      Wirklich schlimm daran ist doch, daß Konsumverzicht hier die Lage dort nur noch verschlechtern würde. Ohne globale Maßnahmen gegen den Kapitalismus, der letztlich, wenn auch nicht ausschließlich, für diese Zustände verantwortlich ist, wird und kann sich nichts ändern.

    • Nun das 2. Buch aus dem Blog
      Tico, das ist überzeugend. Ihr Buch kann nur – wie meine Großmutter – gut sein.

    • Adolescence is a 20th century invention
      Bitte die Paradoxie ihrer Beobachtung beobachten:

      Sie beklagen, dass arme Kaffeepflücker so hart arbeiten müssen, zugleich klagen Sie darüber, dass die, die nicht mehr Kaffee pflücken müssen, den Wert von Kaffeepflücken nicht mehr kennen.

      Was wollen Sie? Das alle wieder Kaffee pflücken oder das keiner mehr Kaffee pflückt, aber den Wert von Kaffe pflücken kennt?

      Jesus, nur weil dem Don seine Moral durchgegangen ist, müssen doch nicht alle mit Utopia hier anfangen.

    • Don Tico, das wurde/wird denen eingetrichtert ...
      … auf allen Kanälen, in allen Schulen. Nach dem Studium sehen die langsam ein, dass mit der Weltreise nur Geld (der Eltern) und Zeit (die eigene) vertan wurde.

      Kommt es zu solcher Einsicht nicht, dann windsurfen die bis zur Gelenk-OP in den tropischen Gewässern weiter. „Der Staat darf niemanden fallen lassen“, der nicht, aber die sich selbst. Aber, wie gesagt, Konsum „mit gutem Gewissen“ wird staatlich, kirchlich, privat-wirtschaftlich anempfohlen.

      Wie machen es die Ölscheichs mit ihrem Nachwuchs, etwa Erziehung zur Sparsamkeit, Bescheidenheit? Hundertschaften saudischer Prinzen kommen wahrscheilich gar nicht, weder ohne noch mit Rucksack nach Lateinamerika.

      Was wurde aus dem chinesischen Plan, durch Nicaragua einen Kanal zur Konkurrenz zum Panama-Kanal zu bauen? Man muss keine europäische Abiturientin sein, um den größten Unsinn zu veranstalten.

    • @Tico, warum liegt Nicaragua so weit hinten
      Nach Pro Kopf-BIP ist es das wirtschaftliche Schlußlicht Mittelamerikas, möglicherweise sogar das unterentwickeltste Land ganz Lateinamerikas. In der Region hinter El Salvador, das eine ähnliche Entwicklung mit einem umfangreichen Bürgerkrieg vor dem Jahrtausendwechsel hatte. Allerdings hatten in Nicaragua die Sozialisten gewonnen. Landwirtschaft lässt sich in Nicaragua gut betreiben, trotzdem ist das Land ein Importeur von Nahrungsmitteln.

  70. Titel eingeben
    Das Übel beginnt schon in einem der bekannten Supermärkte.
    Das Brot vom Tag wird abends oder am Folgetag zum halben Preis abgegeben, nicht aber die Brötchen und Kleinbrote. Diese werden ohne Rücksicht auf die Nachfrage und deren Bestand in die Tonne getreten.
    Sollte jemand kurzfristig ablaufendes Hack zum halben Preis erwerben wollen, verschanzt man sich hinter dem Begriff Hygiene und betont wie umsichtig man dieses noch genießbare Produkt gerne im Dienst der Gesundheit entsorgt. Es kostenlos der Verantwortung des Abnehmers zu überlassen ist man ebenfalls nicht bereit.

  71. Es ist der Luxus, der keinem mehr bewußt ist
    Nur ein weiteres Beispiel aus einer Unterhaltung mit unserem Bio-Metzger hier im bayerischen Oberland: „die wollen doch heute alle nur noch Steaks essen, vielleicht noch Koteletts; Innereien isst doch niemand mehr. “
    Die schmeißt er dann ins Hundefutter! Das Kalbsbries, früher etwas für Kenner und nicht billig, hat er uns dann geschenkt, weil so etwas heute – wörtlich! – „unverkäuflich“ ist.
    Schon der Respekt vor dem Lebewesen (war ja hier schon Thema) sollte gebieten, alles vom Tier zu verzehren.
    Rezepte dazu gibt’s durchaus: „Nose to Tail eating “ von F. Henderson z.B.; aber wer möchte denn noch selbst kochen, wenn er ein „Lieferheld “ sein kann?

    • Da lobe ich mir Slow Food, wo man wirklich versucht, alles zu verwerten.

    • Innenansichten
      Je nun – wer weiß denn hier noch, was er überhaupt ißt? Fleischstücke maximal in Steakgröße, wo dann die meisten ohne Etikett kein Schwein von Rind unterscheiden können, Hühner als Plastikklops oder Kleinzeug etc.
      In Südeuropa gibt es selbst in den Standard-Supermärkten das meiste Kleinvieh noch „am Stück“, in Markthallen auch gerne mit Federn bzw. Fell – selbst in der Großstadt, etwa in St. Josep in Barcelona. Für Innereien gibt es in F noch eigene Läden bzw. Abteilungen („Triperie“), da habe ich auch Schafszungen bekommen, weil mir für mich alleine auch eine Kalbszunge noch zu groß war. ´
      Und die gibt es sogar in Oberbayern meist nur noch auf Bestellung und als wir mal für ein spezielles Rezept Schweinenetz (Bauchgewebe) haben wollten, kam die Verkäuferin ganz stolz mit dem Garnzeug, das für die Rollbraten verwendet wird…

  72. Schimmel
    Der Artikel von DA ist gut und wahr!
    Was ich nicht verstehe ist die Verharmlosung von Schimmel in den Kommentaren. Es gibt eine enge Korrelation zwischen dem Verzehr von schimmeliger Nahrung und der Erkrankung an Bauchspeicheldrüsenkrebs. Mein Vater ist an diesem Krebs gestorben. Als Soldat im Krieg hatte er nicht die Wahl beim Essen. Früher war nicht alles besser!
    Grüße Uli

  73. komisch
    Die rotgrün-bewegten Großstadt-Hipster, die ich so kenne, machen Garten-Projekte, helfen Bauern für gemeinschaftlich organisierte Gemüse-Kisten, besorgen sich Kleingärten, geben auch bei wenig Einkommen viel Geld für hochwertige Lebensmittel aus. Essen zu verschwenden oder wegzuschmeißen versucht jeder zu vermeiden. Das Bewusstsein, eben nicht Supermarkt-Gemüse zu kaufen und diese Form der Lebensmittelproduktion gut zu heißen, wächst. Ebenso das Bewusstsein, dass dies nicht der Ausweg für die gesamte Problematik ist.
    Oder anders gesagt, alles was Sie kommentieren ist weder neu, ein besonderes Geheimnis oder eine unentdeckte Weisheit.

    Genauso, wie Sie schlechte Artikel auf Jugend-Portalen nervt, nervt es andere, wie undifferenzierte Feindbilder aufgebaut und gepflegt werden …

    • Komisch, ich lese immer nur von Burgeressen und nie von Kochen. Und ich hatte mit den echten Hipstern durchaus persönlich zu tun.

    • Titel eingeben
      Komisch, persönliche Negativ-Erfahrungen und irgendwo Gelesenes eignen sich ja immer hervorragend für Verallgemeinerungen jeglicher Art.
      Komisch, Verallgemeinerungen der Gegenseite treffen auf Widerspruch, aus der eigenen Perspektive ist es aber wohl in Ordnung.
      Komisch, hierzulande ist man sich oben, unten, links, rechts, diagonal und schräg zumindestens beim Thema Hipster-Bashing erstaunlich einig.
      Komisch, mit dem Thema Essen hat das alles nur peripher zu tun.
      Guten Appetit.

    • Ja, und? Es ist ein Blog über Klassen und nicht über Essen.


    • @schubidu: komisch, komisch, komisch, daß Ihresgleichen einfach nur nerven, weil sie nichts eigenes beizutragen haben.

    • @schubidu
      Wäre Ihnen eine Art schriftlicher Totenstille lieber?

    • Titel eingeben
      @ Don Alphonso: Dass Leute Gemüse im Supermarkt für zu teuer halten, ist durchaus klassenübergreifend, da beklagen sich so manche sehr gut verdiende Menschen grundlos. Klar, Sie haben Ihre Hühnchenfarm mit bestimmten Leuten zu rupfen, dennoch halte ich dieses Abzielen auf immer dasselbe Feindbild (auch in den Kommentaren) für Unsinn.

      @ Nagelfarbenmarke: Komisch, kann mich nicht erinnern, meine beitragenden Kommentar nicht selbst erstellt zu haben, von daher wäre Ihre Sichtweise, ab wann ein Beitrag ein eigener ist oder ein nicht-eigener fast schon interessant, würde es im Vorfeld nicht schon so komisch vorkommen. Beglücken Sie mich mit Ihrer Weisheit.

      @ Krächzit: ?


      Im Übrigen resultierte in der Generation der Kriegs- und Hunger-Leidenden durchaus auch ein Drang, Nahrungsmittel möglichst billig zu kaufen. Jedenfalls bei einem Teil zumindest, den ich erlebt habe, und ich möchte das nicht verallgemeinernd behaupten. Ohne das als Verurteilung oder sonstwas verstanden zu wissen, wird diese Einstellung Auswirkung auf die Lebensmittelproduktion in Deutschland / Europa gehabt haben.
      Wenn ein Teil der Kinder und Enkelkinder in einer Mentalität aufwachsen, bei der immer bewusst die günstigsten Lebensmittel gekauft werden, dann ist das Hungerleiden der (Nach-)Kriegs-Generation und der Geiz der Jungen vielleicht gar kein so großer Widerspruch.


    • Wenn ein Teil der Kinder und Enkelkinder in einer Mentalität aufwachsen, bei der immer bewusst die günstigsten Lebensmittel gekauft werden, dann ist das Hungerleiden der (Nach-)Kriegs-Generation und der Geiz der Jungen vielleicht gar kein so großer Widerspruch.
      Ein Teil ist sicher richtig. Es ist schon überlegenswert, warum in Deutschland viel stärker eine „sparen am Essen“-Mentalität vorherrscht als in Frankreich, wo die Tradition eher zu „alles Gute muß man mal probiert haben“ tendiert.
      In den 1980ern war in Deutschland aber auch „Qualität“ und „ausprobieren“ angesagt, und das ging nicht so völlig zurück. Allerdings wurde die Sparmentalität seit HartzIV wieder sehr befeuert, einfach weil sich ein Großteil der Leute nichts anderes leisten kann als das Billigste. Zusammenfassend könnte man vielleicht sagen, daß es eine längere Welle von allgemeinem Wohlstand braucht (70er, 80er Jahre), bis die Deutschen Essen als selbstverständlichen Luxus entdecken, und sobald es wieder ärmlicher wird, sparen sie wieder zuerst am Essen.
      Die Selbstverständlichkeit, für gutes oder besseres Essen ordentlich Geld auszugeben, wie das in Italien und Frankreich üblich ist – dafür eher auf Urlaub und Auto verzichten – ist in Deutschland jedenfalls anders.
      Es ist nicht so extrem wie in Rußland, wo angeblich die Leute lieber 2 Wochen garnichts essen als 1x Bolschoi verpassen, aber im Verhältnis zu den Mittelmeeranrainern geht es schon in diese Richtung.

  74. Als Bub war ich Intervallveganer
    Gezwungenermaßen. Es wurde gegessen was auf dem Resopal-Küchentisch landete. Unter der Woche auch ganz viel Plootz (fränkisch, Blechkuchen aus Hefeteig mit Obstbelag). Epfl (Apfel) oder Zwetschga drauf. Sonntags immer Fleisch. Fast nur Sonntags. Ausnahme: Schlachttag. Mit Kesselfleisch und Sauerkraut, aufgeplatzten Würsten in der Metzlsupp. Schlachttag war Feiertag mit viel Arbeit (für die Eltern und Nachbarn ab fünfe in der Früh). Schön war’s. Nicht für meine Schwester, die konnte das laute finale Quiken nicht hören. Nach dem Plopp konnte sie die Hände wieder von den Ohren nehmen. Wer schlachtet heute noch zuhause? Ja klar, die Veganer*innen sicherlich nicht.

  75. Eine Bitte
    Werter Don Alphonso,
    bitte tun Sie es mir und den vielen Lesern nicht an,auf bestimmte Dinge
    teilweise oder ganz zu verzichten.Solch einen Journalisten,wie Sie es
    sind,kann man lange suchen.Der Hauptgrund,warum ich noch in die FAZ schaue,sind die zwei Blogs von Ihnen.
    In dem Moment,wo Sie das Schreiben einstellen,schmeiße ich meinen
    Laptop weg und widme mich mehr meiner Bibliothek.
    Also bitte so weitermachen,auch wenn ich mich nicht für jeden Beitrag
    extra bedanke.Einen Grund dafür gibt es aber jedesmal.
    Mit freundlichen Grüßen O.C.

  76. Gegenteiltag
    Ich kann ja selbst nicht glauben was ich da gerade zu schreiben im Begriff bin aber ich habe für diese verzogenen Rotzlöffel so etwas wie Verständnis. Die Altvorderen, also die, die wirklich harte Zeiten durchgemacht haben, wollten wirklich daß es uns besser geht. Dabei sind sie, ganz menschlich, ein gutes Stück über das Ziel hinausgeschossen.

    Bei Großvater- und Mutter war der Tisch immer dermaßen gut gedeckt daß wir selbst noch den zweiten und manchmal sogar den dritten Tag noch davon speisen konnten. Was dann noch über war haben sie sich selbst einverleibt und uns wieder Frisches aufgetragen. Mangel war in jedweder Hinsicht unbekannt.

    Wäre es bei uns nicht so gewesen daß man selbst mit anpacken durfte sobald man die Größe des Spatens erreicht hat würde ich auch heute wahrscheinlich noch denken daß all das Fleisch und die anderen Köstlichkeiten aus dem Supermarkt kommen.

    Und da die ökologisch und korrekt gegenderten Mensch*Innen von klein an gelernt haben all die bösen Fakten aus ihrem Weltbild herauszufiltern bleibt dieses Trugbild weiterhin bestehen. Das würde es auch dann noch wenn sie bis zu den Knöcheln in Schweinsblut- und Gedärmen stehen würden.

    Sie nerven zwar bis zur Grenze der Erträglichkeit und oftmals darüber hinaus aber in so mancher ruhigen Stunde stimme ich durchaus mit ihnen überein. Auch wenn es anders als in ihrer Welt gemeint ist.
    Sie sind Opfer.

  77. Titel eingeben
    Booooster sagt:
    14. Februar 2017 um 15:30 Uhr

    @FJ45 I beg to differ
    Die „Ernährungsindustrie“ bedient unsere Industrieländer. In Entwicklungsländern ist das eine große Pest, weil die ortsansässigen Bauern in die Leibeigenschaft oder in die Slums gedrängt werden.
    Abgesehen davon forscht die Nahrungsmittelindustriezulieferungsindustrie BayerMonsato nur an ein paar wenigen Getreidesorten. Damit bekommt man die Welt nicht satt. Man bekommt sie Satt mit Bildung und Gesundheitsversorgung. Dann sinken nämlich die Geburtenraten.

    Herr boooster
    Ernährungsindustrie ist ein weites Feld.
    Zu den Entwicklungsländern und ortsansässige Bauern.
    Kleinteilige, bäuerliche Landwirtschaft kann/ könnte die Bevölkerung in diesen Ländern auch nicht ansatzweise ernähren.
    In Afrika sind weite Teile durchaus für intensivere Landwirtschaft geeignet, müssten allerdings die Möglichkeit haben, ihre Produkte in den westlichen Ländern anbieten zu können. Hat die EU aber einen Riegel durch die MASSIVE Subvention ihrer Landwirtschaft vorgeschoben.
    Stellen Sie sich mal vor, was die französischen Bauern veranstalten würden ( größte Subventionsempfänger im landwirtschaftlichen Bereich in der EU) wenn aus Afrika Lebensmittel eingeführt würden.
    Zur Bevölkerungsexplosion.
    Mal einen Brief an die ganzen Religonen schreiben, diese verhindern die Empfängnisverhütung und somit die Möglichkeit, dass die Bevölkerung in diesen Länder nicht mehr exponentiell zu nehmen.
    Bildung alleine nutzt leider nichts, wenn keine Arbeitsplätze vorhanden sind. Nun wären wir wieder bei der Globalisierung.

  78. Einwand
    Bei uns findet 3 x in der Woche ein Markt mit Händlern und Gehandeltem aus der Region statt. Fast alles Gemüse ist günstiger und frischer als im Edeka 500m vorher.
    Der Edeka hat bloß eine kostenlose Parkmöglichkeit auf dem Dach… Und darin kaufen die Frauen die nichts anderes zu tun haben, laut einem Freund, der so eine Frau geehelicht hat „immer dasselbe und immer zuviel, so das viel zu viel weggeschmissen wird“. Hauptsache der Kühlschrank ist voll, wir leben ja schliesslich nicht im Krieg.
    Deren verpeilten Kindern, welche nach dem Abi alles tun können und damit überfordert sind, wird für ein Jahr Entwicklungshilfe in Vietnam ermöglicht. Nachdem sie die Zusammenhänge dort auch nicht durchsteigen und alles glauben, was man ihnen erzählt wird dannach natürlich vor lauter Mitleid das Familienvermögen eingesetzt um „etwas Sinnvolles“ zu machen…

  79. Ja
    Da kommen mir die Tränen vor Scham.
    Obwohl ich kein Prasser bin.

  80. Das Bohei ist eine deutsche Eigenart
    In anderen Ländern hat man solche Luxus-Probleme noch nicht.
    https://postimg.org/image/lmwx5av0h/

  81. Es ging auch ohne Krieg schlecht
    Einfach mal Erzählungen aus der „guten“ alte Zeit lesen. Ich habe das neulich mal mit einer Reihe des Salzburger Bildungswerkes gemacht. Die haben Leute, die zwischen 1917 und 1935 geboren worden sind nach ihren Erinnerungen an Kindheit und Jugend befragt. Im Flachgau, stadtnah, nicht zu gebirgig war das alles noch einigermaßen erwartbar. Obwohl dort auch für arme Kinder der Einmarsch der Wehrmacht vor allem durch die Gulaschkanone in Erinnerung geblieben ist. („Bohnensuppe MIT Speck, sowas gutes hatten wir schon lange nicht mehr“)

    Liest man den Band vom Lungau, Hochgebirge, abgelegen, dann wird es furchtbar. Die Leute haben im Endeffekt für eintöniges Essen und schlechte Kleidung von Kindheit an extrem hart gearbeitet. Hunger war, auch im Frieden nur knapp zu vermeiden oder bei vielen in der Familie Kindern ein ständiger Begleiter. Da fast gar kein Bargeld vorhanden war auch für fast niemanden die Aussicht dem zu Entkommen.

  82. If I had known the world was ending, I would’ve brought better books
    Don,

    Sinn und Zweck ihres Beitrag ist mir nicht ganz zugänglich.

    Die Moderne erfolgte unter Einsatz der funktionalen Differenzierung (vulgo: Spezialisierung), d.h. nicht alle Menschen mussten mehr Bauern sein, sondern man erfand Maschinen, Düngermittel und Pestizide und lagerte die einfachen Tätigkeiten in fremde Länder aus.
    So what? Das ist Fortschritt. Nur deshalb könne Sie sich ihre Tage mit dem Schreiben in diesem Blog verbringen und bei jeder Fahrradtour alle 20 Kilometer eine neue Sahnetorte bestellen.

    Seien Sie dankbar und beten Sie drei Ave Maria. Ansonsten können Sie sich gerne vor eine Pflug spannen lassen und den wahren Wert von Nahrungsmitteln erspüren.

    Wir können uns natürlich auch darüber beklagen, dass wir den Wert von Sex nicht mehr kennen und fordern, sich um jede Frau zu prügeln, wir können den wahren Wert von Entfernung ermitteln, in dem wir unsere Autos verbrennen, den wahren Wert von Fernwärme mittels Lagerfeuer….es gibt tausend Wege zurück ins Stoneage. Have fun.

    • Es geht einfach um das Decorum. und wie man es den Menschen wieder eintrichtert.

    • I'm old. Every day, the future looks a little bit darker. But the past getting brighter..
      Nope, Fortschritt kann nicht funktionieren, indem man sich über Hilfskonstrukte wie Anstand an die Vergangenheit koppelt. Die Vergangenheit muss vielmehr immer abgelehnt werden, damit man sich für die Zukunft entscheidet.

      Don, bitte nicht alt werden, zwischen den Ohren!

  83. Nur wer selbst im Dreck wühlt, schätzt die Mühen !
    Es ist das leidige Thema einer satten, trägen und dekadenten Gesellschaft Dreck und Arbeit ist bäh !
    Jeder Ökofaschist möge sich doch selbst im Ackerbau sowie Viehzucht versuchen und danach über das Thema fachsimpeln. Da kann man die Schufterei wertschätzen und geht zum kleinen Bauern, zahlt das Doppelte und kennt die Bedingungen der Herstellung.
    Ich selbst habe eigene Kartoffeln im Keller, Wurzelgemüse im Garten eingegraben, eigene Äpfel im Schuppen sowie Hasen, Hühner und Bienen. Ein Schafabo mit einem Kollegen besteht ebenfalls.
    Ich weiß um die Mühen und es ist grandios das Ergebnis der eigenen Schufterei zu sehen.
    Und bin trotzdem regelmäßig im Ausland, Dank hilfreicher Nachbarn.Gelobt sei der Osten und die noch existente Nachbarschaftshilfe.
    Natürlich sind für viele Discounter in Ordnung, doch ein Schrebergarten mit Anbaufläche, nicht nur Rasen, sollte für Jeden möglich sein.
    Und da die FAZ sich wieder im Blauen-Bashing extrem verdient macht, werde ich im Kleinen noch mehr Propaganda machen und meine Sitzungsgelder aus der Kommunalvertretung dem örtlichen Förderverein des Kindergartens, ohne ich ess kein Schwein Esser-Hetzer,spenden. Zur Not bezahle ich noch Plakate die Chancengleichheit herstellen und die wahren Hetzer entlarven.
    Und wenn es so weiter geht, stelle ich noch einen Mitgliedsantrag.
    Haha Münchner Merkur, Massenhaft Afdler laufen zu Blender SchulzSPD über, AfD von 12 auf 10 und SPD von 23 auf 31 Prozent. Wo sind hier die MASSEN, ihr Fake-News Verbreiter!!! Zwei zu Acht Prozent, 6 Prozent Marsmännchen oder was ?

  84. Metzgereien
    Zu http://blogs.faz.net/stuetzen/2017/02/14/mit-krieg-und-hummer-gegen-die-verschwendung-7449/#comment-151573.

    Letzten Sommer kauften wir in einer kleinen Ortschaft in Frankreich bei einem Metzger ein, der zum Jahresende schließen musste, weil er das nach Vorschrift aus Brüssel geforderte Waschbecken nicht in seinen Verkaufsraum einbauen konnte.

    Das war einer, der sein Handwerk mit viel Liebe und Können ausführte. Es ist jammerschade um den Betrieb.

    Tja, ich schätze mal, dass der Metzger im Vorruhestand und seine Stammkundschaft bei den anstehenden Wahlen wohl eher Kandidaten gewogen sind, die nicht so streng nach Brüssel riechen.

    • Das ist bein uns auch einem bekannten Altstadtmetzger passiert. Die Metzgerei wurde dann zu einem Wohnhaus umgebaur, mit horrenden Mieten natürlich-

  85. Unser täglich Brot gib uns heute
    Don,

    waren Sie im südlichen Afrika?
    Nicht in den Slums, nein, im ländlichen.
    Da gibt es täglich Millipap, einen mit Wasser aufgekochten Maisbrei, der nach nichts schmeckt.
    Das stört niemanden, denn geschmackvolles Essen ist eine kulturelle Erungenschaft, das interessiert dort niemanden, hauptsache satt!
    Wenn heute, wie noch drastischer in den Staaten zu sehen, die Fähigkeit, geschmackvolle Speisen zuzubereiten, vergessen wurden, dann ist das sicherlich ein Verlust an Kultur.
    Ich profitiere davon, denn der Einäugige ist König unter den Blinden, meine Einladungen sind begehrt.
    Ich kann der Discounter Kritik nichts abgewinnen, das frische Gemüse ist prima und wenn wir es nicht kaufen, gibt es Menschen, die nichts verdienen – was dann??
    Und Bäuerlein hat recht, ich finde frische Vielfalt im Winter toll,
    warum steigt denn die Lebenserwartung? Auch, weil es diese Vielfalt gibt – ich möchte nicht, wie noch vor 100 Jahren von übersalzenem Dörrfleisch und schlecht gelagerten Kartoffeln leben-schauen Sie mal in handwerkliche Bücher, wie miserabeln dazumal Food zubereitet wurde.
    Wenn jemand BIO kaufen will, dann wird zumindest auf den Feldern weniger an Pestiziden gesprüht – ist doch was!
    Und Tico – was wäre in Ihrm Land los, wenn nichts mehr exportiert wird!
    Das Leben und seine Wirtschaft ist eben komplex, komplexer. als mancher der Diskutanten es sieht, es ist ein Wunder der Organisation, das immer zu bezahlbaren Preisen, Lebensmittel zu haben sind. Seien wir doch etwas dankbar

  86. Harald Schmidt: Was kann Pofalla dafür, dass er nicht in Stalingrad war?
    das brachte er mal in einer seiner Shows (auch das waren noch Zeiten, mir fehlt er sehr [Schmidt, nicht Pofalla], er hätte weiter machen sollen) um anzudeuten, dass manche Leute keine ausgeprägte Persönlichkeit haben und dass Krieg, paradoxerweise, Persönlichkeit formen kann, so man ihn denn unbeschadet übersteht. Eins kann man definitiv sagen (um mal wieder von der Schule zu reden): die Lehrergeneration meiner Schulzeit hatte deutlich mehr Persönlichkeit, Charakter und Profil als die heutige. Es waren damals alles Leute, die den Krieg, in jedem Fall aber die Nachkriegszeit miterlebt haben. Ich war da noch nicht geboren, aber ich stelle mir das so vor: körperliche Arbeit, materieller Mangel und Härten aller Art formten vermutlich ungemein. Im Nachkriegsdeutschland hatte man erst nichts, das führte zu einer explosiven Strebsamkeit wieder etwas zu haben und machte Kräfte frei. Heute: Übersättigung, Dekadenz, Verweichlichung, Überfeinerung, zu viel von allem-und das ist nicht gesund. Kann sich irgendwer vorstellen, Frauen hätten im Nachkriegsdeutschland über gender mainstreaming diskutiert und damit viel Energie vergeudet? Die hatten andere Prioritäten, nicht Schwafeln, sondern Überleben war angesagt.
    Jeder BRAUCHTE jeden (Frauen Männer und umgekehrt), nicht jeder GEGEN jeden.
    Ich selbst bin schon ein Kind der Zeit nach dem Wirtschaftswunder, aber keine jener verzogenen, verwöhnten und überdrehten Gören wie man sie heute hat. Wir hatten ein paar Grundstücke, die zum Teil landwirtschaftlich genutzt wurden. Keiner beschreibt das Entzücken, wenn man bei der Kartoffelernte mithelfen konnte, in einer Runde gutgelaunter Helfer (oft Nachbarn oder Bekannte) und am Ende des Tages das Kartoffelkraut verbrannt wurde, in die übrig gebliebene Glut legte man das Kartoffelkroppzeug und garte es, wenn man sie dann nach einer halben Stunde aus der Asche nahm und aus der schwarz gebrannten Schale goldgelbe, duftende Dinger herausschälte-es schmeckte unbeschreiblich.
    Auf einem anderen Grundstück, im Regiolekt als „Baumstück“ bezeichnet hatten wir Kirsch-, Mirabellen-, Zwetschgen- und Apfelbäume. Im Juni pralle Herzkirschen, direkt vom Baum, so viel eingeschmissen, dass der Bauch weh tat. Etwas später Mirabellen, daraus konnte man auch erstklassige Marmelade und Kuchen machen. Im September Zwetschgen, ebenfalls prima Kuchen, Schlagsahne drauf, himmlisch. Zuletzt dann die Äpfel. Es gab mehrere Sorten, selbst gezogen, „geposst“ wie mein Vater sagte. Sorten, die ich in keinem Supermarkt je gesehen habe, wo es diese verwässerten Dinger mit Einheitsgeschmack gibt, die irgendwie nach Äpfeln aussehen. „Rambor“, „Boskopp“, und vor allem die „rote Sternrenette“. Letztere etwas kleiner, tiefrot mit goldenen Pünktchen, direkt vom Baum, reingebissen, knackig, Saft spritzte einem ins Gesicht-sagenhaft. Die Äpfel wurden über Winter im Keller eingelagert-da hatte man immer einigermaßen frisches Obst. Ich habe die Äpfel geraspelt und mit Zimt drauf war das meine Lieblingsvariation. Es gab unendliche Möglichkeiten: Apfelmus, alle Sorten Apfelkuchen, etc. Das Fallobst hat man in eine Süßmosterei gebracht und Apfelsaft draus machen lassen. Für soundsoviel Zentner gab es soundso iele Flaschen. Sowas kaufte man nicht im Supermarkt (die gab es damals auch noch nicht an jeder Ecke, daher war es ein Erlebnis, wenn man mal in einem drin war). Besonders lecker: man hat sich immer ein paar Liter frisch gepressten, nicht abgekochten Apfelsaft in einem Steinkrug mit nach Hause genommen. Nach 2-3 Tagen fing der dann an zu gären, war aber immer noch süß. Wenn er länger vergor wurde er zu Apfelwein (Viez), auch den hat man damals selbst gemacht.
    Ich denke heute sehr, sehr wehmütig an diese schöne Kindheit zurück. Wenn man aus der Schule (die damals noch intakt war) kam hat man zu Hause mitgeholfen, es gab immer was zu tun. Ich habe zwar viel gelesen (meine Mutter war in einem Buchklub und hatte zu Hause Sachen wie Hemingway, Faulkner, Hamsun, Schwabs Sagen des klassischen Altertums, Nibelungen, etc.), war aber auch viel draußen. Im Vergleich zu den Stubenhockern heute war ich der reinste Indianer. Was es damals nicht gab: alle Arten von Schülerkrankheiten, gender und Feminismusgeschwätz, Drogen, politisch korrektes Geseiere, Überdruss, Übersäuerung durch zu viel von allem, eitle Polit-Dummschwätzer, etc. Na ja, ich lebte auch auf dem Land, aber trotzdem, auch in der Stadt waren Dinge besser.

    Ich liege abends oft da und denke an die alten Zeiten.

    • Ich hatte heute den Unterschied Dorf-Stadt und wäre am Liebsten gleich wieder ins Dorf gefahren, Stichwort „Alltagsirritation“.

  87. Spielraum
    Kann nur zustimmen, dass man Essen heutzutage im Verhältnis nachgeworfen bekommt. Ob der Salat jetzt 2 oder 3 euro kostet, mögen zwar 50% sein, ist aber immernoch lächerlich;
    Das problem der meissten leute ist eher, dass nach der Anmietung eines überlebensnotwendigen Daches über dem Kopf und den Kosten für beheizung der darunterliegenden Räume einfach so wenig bleibt, dass jeder Euro weh tut.

    • Dann sollte man vielleicht dafür sorgen, dass die Preise nicht durch Masseneinwanderung nach oben gehen…

    • Auch,
      Aber auch durch die interessanten Leistbares-Wohnen-Für-Junge-Familien Gesetze, mietkauf um 250000+ Euro, mit vorschriftsgemäßer SUV Tiefgarage, Rollstuhlwendekreisen und Schimmelthermoverpackung (zumindest bei uns in Österreich).
      Kann man als noch so linker keinem Vermieter die Schuld geben, wenn Armut anscheinend dadurch bekämpft wird den Wohnbau für Arme zu verbieten;
      Dass dieser oft zu sozialen Brennpunkten führte ist bekannt, aber die Lösung kann denk ich nicht sein es einfach bleiben zu lassen.

  88. Titel eingeben
    Also, die 2 Tellerchen mit den 4 Wurzn und dem schmalen Stückchen Alpenkäs für 25 EUR sind schon eindrucksvoll.
    Das sind ja preisliche Regionen, äh, also, da käme ich ja bei Feinkost-Rogacki günstiger raus.
    Ich gönne den Alpenbauern die Kundschaft, die das zahlt, ohne Frage, aber ich würde sowas allenfalls 1x im Jahr auf dem Weihnachtsmarkt kaufen.
    Bei mir ist zur Zeit Blut- & Leberwurst (mit Sauerkraut und Kartoffeln), und Schweinebraten (mit 1 Karotte, 1 Zwiebel, 1 Pastinak und 1 Tomate, 1 Schluck Temperanillo optional für die Farbe, etwas Wasser) angesagt – es ist Winter, Kohlgemüsezeit. Mangold aus Bari hab ich gesehen und mit Hurraschrei gekauft; mein Göttergatte war erst sehr skeptisch (kannte er nicht), nach Verzehr begeistert („gerne wieder“).
    In Spanien sollen viele Felder verfroren sein, das ist schlecht. Aber nicht soooo völlig außerhalb des Üblichen. Das passiert alle paar Jahre mal, meist ist es dort im Winter warm, aber ab und an eben wie diesen Winter böse kalt.
    Überhaupt, die Winterkälte. Dieses Jahr, wurde mir berichtet, konnte man mit Schlittschuhen über den Bodensee bis zur Reichenau fahren. Das macht viel Spaß, Buden für warme Getränke säumten wohl den Weg, wie sich das gehört. Die große Seegfröre, wie es sie wohl 1962 ff. gab, ist das aber nicht. Damals konnte man wohl den Bodensee von Kreuzlingen bis Friedrichshafen mit Schlittschuhen queren, nichts mehr mit Booten, nur noch Schlitten.
    Hier in Charlottenburg (Berliner Wärmeinsel) hatte es heute morgen -7°, Lützowplatz 3 Grad weniger. Das sind nur ein paar Tage, ich meine, in den späten 1980ern, als ich nach Berlin zog, waren es ein paar Wochen, wo es in Moabit (nicht sooo warm) -15° hatte. Ich erinnere mich jedenfalls an den knirschenden Schnee, den fand ich recht eindrucksvoll. Hab ich schon lange nicht mehr erlebt, und sowas verstehe ich eigentlich unter „Winterkälte“.
    Das Gute an Winterkälte ist, daß es danach nicht so viel Stechinsekten gibt.
    Das Schlechte an Winterkälte ist, daß Felder verfrieren, und dann die Auswahl an Wintergemüse gering ist.
    Aber früher mußte man sich auch mit Rotkraut, Sauerkraut, Rosenkohl und Blumenkohl begnügen zu dieser Jahreszeit.
    Worauf man wegen der Sättigung/innerlichen Wärmewirkung aber intuitiv sowieso zurückgreift, wenn es kalt ist, jedenfalls wenn mans kennt.
    Kohl, Kartoffeln und Schweinefleisch, die Retter der Verfrorenen.
    Habe heute zwar eine kleine Portion grünes Thaicurry mit Ente und Thom-Kha-Kokosmilchsuppe gegessen, wegen dem Geschmack – es hat mich gefreut, mal wieder thailändische Auberginen (die haben auch einen französischen Namen, irgendwas mit Maka…, weiß aber nicht mehr) essen zu können, aber so wirkliches Winteressen ist das nicht, eher was für den Sommer. Dann eher knuspriger Schweinebauch mit schwarzen Bohnen beim Chinesen, das kommt eher hin. In der Mandschurei hat es ja wohl auch öfters mal -25°, so daß die Sohlen von Turnschuhen spröde werden, habe ich gehört. Zumindest die Nordchinesen sind demnach nicht winterunerfahren.
    Was die Weltfremden angeht, die im Winter Gemüs zu Hochsommerpreisen haben wollen – ich kenne solche nicht, und wenn sie mir über den Weg laufen würden, würde ich nur was von „Jahreszeiten auf der Nordhalbkugel“ murmeln.

  89. Auf Milch verzichten
    Nur wegen der Bergbauern? (http://blogs.faz.net/stuetzen/2017/02/14/mit-krieg-und-hummer-gegen-die-verschwendung-7449/#comment-151640)

    Also für mich jedenfalls wäre ein Leben ohne Molkereiprodukte zwar denkbar, aber reichlich freudlos. Ein Verzicht auf Fleisch macht mir da viel weniger Probleme. Es steigert sogar mein körperliches Wohlbefinden. Mein Magen schätzt große Mengen Fleisch nicht.

    Wenn ich weniger Fleisch esse, dann geht es mir sicher nicht in erster Linie darum, dass dafür Tiere getötet werden müssen. Da wo Leben ist, da ist halt auch der Tod nicht weit. Und der kommt bei Nutztieren eben in der Regel gewaltsam. Das liegt in der Natur der Sache. Deswegen ist die Existenz der Nutztiere ja nicht gleich lebensunwertes Leben.

    Käse esse ich mit großem Genuss. Und der wird auch nicht durch das Wissen geschmälert, dass die Milchwirtschaft mit dem Schlachten von kleinen Kälbern Hand in Hand geht und das Gerinnungsmittel für den Käse aus Kuhmägen hergestellt ist.

    Wenn der Kauf von Bergkäse, die Existenz der Almwirtschaft sichert, ist mir das natürlich recht. Schließlich schätze ich das Bergvolk auch als nette Gastgeber und die gäbe es ohne die Almwirtschaft nicht.

    Zudem bin ich ein großer Freund der Almen als Erholungsgebiet. Die offenen Flächen, die weiten Blicke, die Panoramawege: All das gäbe es nicht ohne die Almwirtschaft.

    Schließlich sind die Almen eine Kulturlandschaft mit einem großen Naturreichtum. Sie beherbergen vielfältige Lebensgemeinschaften von Tieren und Pflanzen gegen die die Lebenswelt der natürlichen Wälder, die sie einst ersetzt haben, öde und eintönig waren.
    All die Insekten und Blumen, all das Leben, dass jedes Jahr nach der Schneeschmelze erneut hervorsprudelt, verdankt seine Existenz der Bewirtschaftung der Almen.

    Und wenn ich für die Bewirtschaftung der Almen bin, dann darf ich nicht die Nase darüber rümpfen, dass dabei dann und wann Nutztiere geschlachtet werden. Das ist nämlich ein Bestandteil dieser Bewirtschaftung.

  90. Aus der Region für die Region
    Lieber Don Alphonso,

    unsereins hat zum Glück ja wenig mit dem Einkaufen und der Zubereitung von Speisen zu tun, dafür gibt es ja preiswertes Personal, doch in Hinblick auf den Valentinstag und all die vielen Männer, die an diesem Tag vielleicht mal wieder in der Küche stehen werden und als Beweis ihrer noch nicht erloschenen Liebe, ihrer Frau ein Liebesmal zubereiten wollen, ein sehr amüsantes Thema.

    Von Aristoteles ( Nikomachische Ethik ) wissen wir:

    „Jeder zieht in einem bestimmten Maße Lust aus der Tafel, dem Wein und der Liebe; aber nicht alle tun es, wie es sich ziemt.“

    Und so wird es am Valentinstag nicht wenige Männer geben, die sich an Ihren Beitrag mit der Überschrift:
    „Warum essen sie keine Pralinen, wenn ihnen Köttbullar zu teuer ist“ (18.11.2014)

    erinnern und Ihre geliebte Ehefrau am Valentinstag mit einer schnöden Schachtel „Ferreros – Mon Chéri“ abfertigen werden, da ihnen das TV – Programm vorrangiger als eine größzügige Einladung bei IKEA sein wird und ein billiger Blumenstrauß vom Discounter macht sie ohnedies mundtot.

    Doch zurück zum wahren und leidenschaftlichen Heimkoch, der in Kenntnis des stillen Aufmerksamkeitsbegehrens seiner Ehefrau in seiner Mittagspause die notwendigen Einkäufe für das abendliche Liebesmahl besorgen will.

    Er weiß, daß bei seinem von ihm zubereitetem Mahl nicht nur gustatorische und olfaktorische Reize eine Rolle spielen, sondern, daß sein ganzes Können auch in den optischen Eigenschaften des Mahls zu Ausdruck kommen sollte und so zur erwünschten Stimmung beitragen soll.

    So schrieb Monika Setzwein davon, daß:
    „Die Sexualisierung der Körper, vor allem der weiblichen, die sich ebenso wie die Sexualisierung des Essens im Verbund mit Mechanismen der Ästhetisierung“ sich freisetzt.
    (Ernährung – Körper – Geschlecht, Zur sozialen Konstruktion von Geschlecht im kulinarischen Kontext.)

    Und während in den komfortablen Gästewohnungen der Bundesregierung die Dortigen, auf Kosten der Allgemeinheit, mit Lamm durchfüttert werden, schaut mancher Ehemann in seinen Geldbeutel und fragt sich warum das Gemüse gerade jetzt, für sein Valentinsmahl, so teuer ist.

    So wird er sich vielleicht dankbar an Ihre heutigen Zeilen erinnern, Ihre freundlich ermahnenden Worte sich auf saisonale Produkte zu besinnen.
    Hier heißt das ja: Aus der Region für die Region.

    Meine kleine Soubrette berichtete mir ja von einem abenteuerlichem Rezept, welches auch Alfons Schuhbeck empfehlen könnte:

    Wirsing – Eintopf mit Hackbällchen und Knoblauch:
    1 Kopf Wirsing ( etwa 1 kg ), 500 g Kartoffeln, 4 Karotten, 1/2 Liter Rinderbrühe, 8 Würste , 500 g Quark, saure Sahne und vor allem 3 Knoblauchzehen, gewürzt mit Salz, Pfeffer und Petersilie.

    Vielleicht noch ein gutes Essen, sicher preiswert, doch der Rest des Tages oder der Nacht, dürfte eher enden wie Elias Canetti es einmal beschrieb:

    „Es ist die zusammengepresste Summe sämtlicher Indizien gegen uns. Als unsere tägliche, fortgesetzte, als unsere nie unterbrochene Sünde stinkt und schreit zum Himmel.“

    Da mag auch die schnell angerührte Nachspeise nicht helfen.

    Peter Arenz Worte aus „Der Duft von Schokolade“ werden wohl ein Traum aus einer fernen Welt bleiben.

    „Ihre Lippen waren so, als wäre sie eben aus dem Wasser des Sees gestiegen, kühl und klar. Die Luft war berauschend voll von Aromen. Ihre Haut schmeckte nach Safran und Vanille und Bittermandel und salzig süß, und August begann, in dem Meer aus Duft zu ertrinken, und sie liebten sich, wie sie geschwommen waren, atemlos und voller Kraft. […] August beugte sich über sie, küsste ganz leicht ihre Hüfte und wusste für Zeit und Ewigkeit, dass er diesen Geschmack von Safran und Elena und Vanille und Elena und Bittermandel und Elena nie wieder vergessen würde und dass die Welt nicht mehr dieselbe war wie gestern noch.“

    Sei es der zum Valentinstag kochende Ehemann oder die tagtäglich, fürsorglich einkaufende und kochende Ehefrau/Mutter; keiner muß sich verantwortlich fühlen für einen modernen Sklaven aus Schwarzafrika in einer Agrarfabrik in Spanien oder sonst wo. Die „Sklaven aus Schwarzafrika“und Islamis, erst einmal in Deutschland angekommen fragen ganz sicher nicht nach den Preisen für das Ihnen servierte Essen. Man hört sie ja eher nörgeln.

    Ach ja, ich muß jetzt los. Wir sind heute Abend zum Speisen im „La Favola“. Es soll vorzügliche Pasta mit Tartufo geben.

    Seien Sie herzlich gegrüßt
    ObjectBe – ( objectbe.blogspot.com )

    • Ich hoffe ...
      … Sie hatten im La Favola angenehmere Gesellschaft als in St. Moritz oder wo auch immer es war, als Sie asoziales Smartphonegehabe goutierten.

      :)

    • keep your friends close, but your enemies closer
      Geehrtes Object,

      die Zivilisation began in dem Moment, an dem sich der Mensch von seiner Natur entkoppelte. Entkoppeln in dem Sinne, dass er nicht mehr Sklave seiner Sexualität und seinen Verdauungstraktes war, ist und sein wird.
      Würden Sie das verstehen, so müssten Sie erkennen, dass ihre Rolle in der Zivilisation genau dieser Zivilisation entgegensteht.
      Sie sind der inkludierte Gegner der Zivilisation.
      Und genau deshalb beachten und betonen Sie immer wieder Ihre maximale Einbettung in all die Symbole der Zivilisation. Damit keiner sieht, dass es im „La Favela“ auch nur um das Befüllen von Körperöffnungen geht…

    • Titel eingeben
      @goodnight

      ich folge amüsiert Ihrer Privatfehde mit der Kunstfigur Object.be

      doch zu Ihrer steilen (imho) These vom Beginn der Zivilisation. Ich unterstelle, daß Sie die Zivilisation nicht an den meahran festmachen, sondern an den gscheitan und davon am ersten Promille.
      Nicht hoi polloi definiert unsere Zivilisation, die iranische, indische oder Kanadische, sondern wenige. „Unser“ DA leuchtet mit einem Laserpointer einer winzigen Gruppe ein wenig. Andere folgen dem Lama oder Rene Redzepi.
      Doch nehmen wir „unseren“ Don als Beispiel: Er kultiviert seinen Körper und seinen Geist. Doch er isst, speist und frisst, koitiert und lingiert wie Sie und ich oder besser da frischer.

      Wo sehen Sie die Entkoppelung von Don zu Magen/Sexualität? Er lebt, genießt und schreibt ganzheitlich.
      Sollte DA nicht genügen, zitiere ich die katholische Bibel, Prediger 3 „Ein Mensch der da ißt und trinkt …

    • Ich darf an der Stelle vielleicht sagen, dass ich es nicht auf Jünger und Gefolge anlege. Denkt selbst, mir ist das zu anstrengend.

    • Kunstfiguren Object be
      Für die Leser zitiere ich zwei Zeilen aus dem Be Blog. Was ist wahr? Welche Sicht auf die Gegenwart ist wichtig? WTF ! wenn ein Taschenlämpchen etwas Licht in den Raum scheint, den die Scheinwerfer ausblenden, wird neues sichtbar.
      Ist dieser Zipfel unserer Gesellschaft relevant? Ja. Und wenn es nur gilt, die linken Lügen über vergewaltigende Männer und hurende Männer zu widerlegen. Männer kommen in vielen Schattierungen. Männer, die mit Frauen zusammen sein wollen, und nicht verheiratet sind, haben mehrere Möglichkeiten. Pick up Artist, Laufhaus, Seitenspringerin …
      Gerne würe ich wieder Castiglone lesen.
      Be stilisiert sich als Hetäre. Für klassisch Gebildete ist eine Hetäre nichts schlechtes. Hier das Zitat: „nun siehst du dich zum ersten Mal im raumhohen Spiegel, die kleinen Lustobjekte an deinen Füßen. Du gefällst dir – sehr.
      Es ist aufregend, dir ist schwindelig in diesem Moment der Defloration, in der du der männliche Part bist, der Eindringende, der die Lust in der Enge des Leders sucht, in der Widerständigkeit und Bockigkeit des ungetragenen Schuhs seinen Platz einfordert, der sich den neuen Raum einfach nimmt, um dann die ersten ungewohnten Schritte darin zu wagen.“

    • But even after admitting this, there is no catharsis; my punishment continues
      @melurus

      Die Wahrheit erkennen Sie immer nur, wenn Sie entlang der Differenzen beobachten, d.h. die Paradoxien erkennen.

      So wie Object sich bemüht ihre Handlungen in einen Rahmen der Kultur zu pressen, so ist der Don ständig bemüht seinem ihn strukturierenden gesellschaftlichen Rahmen in Richtung Natur zu durchbrechen. Aber all seine Versuche, hier Damen vom Gewerbe einzuführen, sich dem Berliner Nachleben hinzugeben, sich schwitzend Berg auf und ab zu strampeln, sich jetzt auch noch in lustige Naturprodukte zu kleiden, all das endet am Ende immer wieder bei Silberkannen, Porzellan und Gemälden.
      Er kommt da nicht raus, aus seiner Zivilisation. Sie hat ihn fest im Griff.
      Der Don kann im tiefsten Dreck wühlen, nichts bleibt an ihm haften.

    • @goodnight gefolge
      Goodnight Oh Goodnight,

      jetzt werde ich Ihnen nicht mehr widersprechen. „Der Don kann im tiefsten Dreck wühlen, nichts bleibt an ihm haften.“

      Das haben Sie fein beobachtet und schön ausgedrückt. Gültig für die Kunstfigur und, denke ich, für den realen Endvierziger RM auch. Er scheint ein feiner Mann zu sein. Ein 75% Knightley (George) auf der bei 1 geschlossenen Gentleman Scala der Jane Austen. Reale Menschen erreichen maximal 80%, denke ich. Der ältere Mandela vielleicht noch etwas mehr.

  91. Ja, vielleicht, aber auch nein
    Erstmal, lieber Don Alphonso, ich schreibe hier öfter Kommentare, finde es super, dass es hier genau so möglich ist, und tat es auch vor einigen Tagen spät abends. Und dann darauf wieder morgens zu mittelmäßig früher Stund‘, als ich unerwartet eine seltsame Antwort bekam, die nun weg ist, worüber ich froh bin, aber ziemlich allein damit, was ich davon halten soll. Der Schreiber der Antwort hatte entweder wenig Schlaf bekommen oder war möglicherweise gerade erst wieder zu Hause und „gut bedient“, oder etwas dazwischen, oder gar nichts davon. – Ich bin irritiert, vielleicht auch etwas desillusioniert. Egal.

    Zum Thema:

    Die alten Damen und Herren haben mitnichten immer darauf hingewiesen, was die Lebensmittel an Wert haben, weil sie sie per Se so sehr schätzten, sondern weil sie auch Jahrzehnte später nicht in der Situation waren, sie nicht schätzen zu müssen, oder weil es eine Frage des Respekts vor der meist Köchin war bzw. eine Respektlosigkeit, das Gereichte nicht bis auf den letzten Krümel weg zu konsumieren. Das hält bis heute an und nennt sich „Erziehung“, was nett ist. Mehr aber auch nicht. Wenn ich meine Hecke schneide, weine ich auch nicht um das „Schnittgut“ auf dem Kompost oder Reste-Verwertungshof.

    Witzigerweise, das können Sie und die genannten Fruchtzwerge an den Unis genau sehen, haben Armutsflüchtlinge – egal woher – nämlich auch in dieser „Überflussgesellschaft“ kein „Scheiß-„Problem damit, nicht nur Lebensmittel weg zu schmeißen oder gebrauchte Möbel abzulehnen, die ihnen angeboten werden (ja, liefern Sie mal gebrauchte Möbel an), nein, sie haben ein Problem, wenn etwas nicht neu ist und dem neuen Standard entspricht und erst recht ein Problem damit, „Containern“ zu gehen. Sollten Sie und die Klientel im Artikel das Vorschlagen, rechnen Sie besser mit einem Arzt-Aufenthalt. „Containern“ und Reste-Verwertung ist Kindern von geisteswissenschaftlichen Akademikern vorbehalten. ALLE anderen dürfen, insbesondere je geringer das Bildungsniveau und je geringer der Beitrag zum Gemeinwohl, alles wegschmeißen und ablehnen. Ausnahmen bei Makeln werden gemacht, wenn es umsonst ist und für einen obligatorischen Euro als Wochenration eingetütet wird, allerdings keine Ausnahme bezüglich, was die spätere Entsorgung betrifft, denn „Schließlich war es ja praktisch umsonst“ und was man nicht braucht, kann man ja immer noch wegschmeißen. Erstmal nehmen …

    Enttäuscht und namenlos und etwas geknickt…

    Unbk. K.

    • Ich habe keinen Kommentar wissentlich gelöscht.

      Das Problem mit der Erwartungshaltung der Migranten mit wirtschaftlichem Interesse kennt vermutlich jeder, der damit zu tun hat: Dier sehenh genau die Unterschiede und haben sich nicht auf den Weg gemacht, um hier das absurde 1-Euro-Jobangebot zu nutzen. „Gebraucht“ ist eine Marotte des alten Europa, aber nicht in den Ländern Afrikas. Und natürlich wollen die auch nicht vegan essen und auf Alkohol und Rauchen verzichten. Insofern verstehe ich die Begeisterung überhaupt nicht, als Grünbewegter würde ich da nur Nachteile sehen. Auch für die Natur, denn 1 Mio. Menschen hier haben eine ganz andere Bilanz als daheim.

    • Titel eingeben
      „gebraucht ist eine Marotte des alten Europas“

      wer es nicht kennt: Glorias Bruder
      Die Kunst des stilvollen Verarmens

      ist informativ und amüsant geschrieben.

    • Als Universitätsstadt
      haben wir natürlich auch ein Lebensmittelrettungsprojekt, bei dem engagierte meist junge Menschen bei Gemüsegeschäften und Bäckereien unverkäufliche Ware abholen und an einigen Orten der Stadt kostenlos und jedem zugänglich anbieten. Abgesehen von den gelegentlichen hygienischen Problemen, mit denen solche begrüßenswerte Projekte zu kämpfen haben – in Berlin z.B. soll so etwas wie eine Gewerbe eingestuft und auflagenmäßig ebenso behandelt werden, was für die Initiativen kaum zu leisten ist – gibt es an einem Standort auch Klagen, dass es bei der Anlieferung seitens einer kleinen Gruppe von daueranwesenden Nordafrikaner*nnen und deren Kindern mit Ellenbogeneinsatz zugeht und die Waren achtlos bis vandalisch behandelt werden. Das darf natürlich kaum thematisiert werden und alle Versuche der Ansprache werden proaktiv als „rassistisch“ abgeschmettert; dem ehrenamtlichen Engagement tut diese Form der Zensur natürlich nicht gut.

    • Wer keine Not hat und es umsonst bekommt, schätzt es oft nicht, leider.

    • "Verbitterungs-Störung"
      Das „nicht zu schätzen wissen“ führt zur Erbitterung derer, die das reife Obst gerne nehmen würden, jedoch abgedrängt werden von Leuten, die es zerquetschen und verächtlich in die Behälter zurückwerfen, Brote anbeissen, dito. Die Anspruchshaltung da und die Rücksichtslosigkeit, obendrein der Nachschlag an PC, das kann nicht gut sein.

  92. Nahe Nahrungsmittel
    Sehr wertvoller Beitrag! Eigentlich Pflichtlektüre für Jugendliche. Zehre wahrscheinlich heute noch davon, dass ich als Kind fast täglich Sauerkraut gegessen habe und Brotsuppe oder warmes Apfelmus in der Früh sehr zu schätzen wusste. Natürlich alles vom Hof. Mein Bruder ist gerade dabei, die extensive Milchwirtschaft im voralpinen Gebiet einzustellen. 25 Cent für einen erzeugten Liter Milch sind ein Hungerlohn im Verhältnis zur geleisteten Arbeit. Der Trend ist bekannt. Nahrungsmittel werden immer großflächiger erzeugt. Darum sind z.B. die Ukraine und die Türkei so interessant für die EU.
    Die Entfremdung von den natürlichen Lebensbedingungen ist voll im Gange.
    Insofern ist es schon hilfreich, wenn auch Supermärkte mehr (oder weniger) biologische Produkte aus der Nähe anbieten. Die Unterschiede kann ja jeder selber erschmecken. Konsumenten sollen keinen Studien trauen, die nahelegen, alles, wo Bio draufsteht, sei ein Schmäh. Differenzieren ist überlebensnotwendig für Erzeuger und Verbraucher. Damit nicht mehr aufhören mit einer tendenziell natürlicheren Produktionsweise. Denn irgendwann kann ja auch ein Problemfall eintreten. Kleinräumige Produktion in der Nähe wird dann zum Vorteil werden. Ende des zweiten Weltkrieges wurden Kinder aus besetzten Gebieten auf das Land geschickt. Die bei uns waren, sind dafür heute noch dankbar. Und melden sich jährlich aus der Großstadt. Hoffentlich gibt es in Zukunft noch genügend diversifizierte Nahrungsmittelproduzenten. Gesündere Lebensmittel vor Ort müssen noch mehr Wert bekommen. Die dafür geleistete Arbeit muss entsprechend belohnt werden. Wenn bei konventioneller Produktion der Gesamtenergieeinsatz mit Verkehrswegen etc. eingerechnet werden würde, wären die Preise im Supermarkt andere. Fortschritt kommt von schreiten, nicht von rasen.

    • 25 Cent ist ein Witz, aber bei uns wird dann eben auch im Supermarkt Heumilch angeboten und gekauft.

  93. Eine weitere Bemerkung
    All die Floskeln kenne ich, von den vorherigen Generationen und in der Gegenwart (was das Essen wert ist). Ich selbst komme von einem Hof, es gibt bewegte Menschen heute, die das ein Anwesen nennen, was es nicht ist.

    Wenn hier am gut gefüllten Tisch des Sonntags getafelt wurde, hieß es immer, „Nehmt doch noch von dem guten …“ XY, später gerne, „woanders muss gehungert werden“, „DIE GUTE BUTTER!!! DIE SOßE!!!“, usw. …

    Wenn alle fertig waren, wurden nicht selten auch Fleisch-Reste, andere Reste, abgesehen von Knochen, oft zerstampfte Kartoffeln, Milch und Butter den Katzen zum Fraß gegeben. Hunde hatten wir ja nicht (mehr). Natürlich wurde auch tagelang aufgewärmt, wiederverwendet, aber längst nicht alles.

  94. Danke
    Bin schon ein etwas älteres, abwegiges (sic!) Bauernkind, lese in der Regel nur mit, möchte mich aber einfach mal bedanken.
    Für diesen und auch für die anderen Artikel. Auch für die, denen ich nicht zustimme.

    viele Grüße,

    Ronald

  95. Ich will ja nicht lästern, aber die Logik ist auf Bild Niveau--- da hat sich jemand geärgert?
    „Das billige Gemüse und seine Arbeitsbedingungen – und nicht etwa Waffenexporte – treibt Schwarzafrikaner innerhalb Europa nach Deutschland.”

    Da ist was dran, Bürgerkriege allerorten, damit kann man leben, aber zu teures Gemüse? Nein, da ersäuft man lieber im Mittelmeer…

    „Vielleicht also könnte man Arme zwingen, eine Woche wie ihre Vorfahren mit den wahren Preisen des Essens zu leben….“

    Man könnt aber auch ganz einfach auch angemesse Löhne bezahlen, die nicht auf dem (bereinigten) Level der 70er Jahre stehengeblieben sind. Dann könnte man angemesse Preise, zb für Milch einführen und allen wäre geholfen. Man könnte verhindern, dass zB in Kalifornien das nötige Wasser nicht in Höhe von 4 Litern für jede einzige Mandel oder die Pflege von Golfkursen missbraucht wird, bzw dort wo jene Schwarzafrikaner, oder wo Afrikaner anderer Hautfarbe leben, IHR Wasser nicht auf dem Umweg über den Nestle Konzern käuflich erwerben müssen.
    Und man könnte per Definition „leistungslos Ererbtes“ angemessen besteuern um damit schon mal einen Teil von zB HartzIV um €100 zu erhöhen. Das hätte nämlich den Nebeneffekt, dass die Binnenwirtschaft massiv angekurbelt wird, weil die Bezieher diese Mehreinnahmen dies Geld keineswegs in der Karibik anlegen werden, wie es das das vermögende 1% gerne tut und es so dem Wirtschaftskreislauf entzieht, man würde das Geld aus Mangel, auch aus Mangel an gute Gemüse, sofort wieder dem Wirtschaftskreislauf zuführen.

    Haben sie eigentlich auch mal ein anderes Argument ausser, dass der liebe Gott ihnen kein Erbe gegeben hätte, wenn er das nicht für richtig gehalten hätte?

    Immer diese lächerliche Leier… als wenn nicht mittlerweile auch der Letzte wüsste, dass das eigentliche Problem der massiv angewachsene Abstand zwischen reich und arm ist!

    • Das ist halt so. Es gibt eine Migratrion, bei der die Leute die Kosten für die Überfahrt in Plantagen ab arbeiten. Und das hat mit Krieg nichts zu tun, es geht da einfach um bessere Lebensbedingungen, die sie erwarten.

    • Zuviel Konjunktiv
      ab einer gewissen Lohnerhöhung kommt jene aber wg. der kalten Progression eher beim Staat an. Was kalifornisches Wasser für Golfpläzte mit Trinkwasser in Afrika zu tun hat, bleibt mir ein Rätsel. In Kalifornien wurden wg. der Trockenheit viele Rasenanlagen grün gespritzt(pervers genug), eben weil es kein Wasser gab. Warum viele Afrikaner sich an schweizerische, chinesische oder US-amerikanische Konzerne verkaufen ist primär deren Problem bzw. das der betreff. Regierung. Seit über einem halben Jahrhundert wird für Afrika gespendet und Entwicklungshilfe geleistet. Und, hat’s was genutzt? Und wenn St. Angela nicht das Wilkommenssignal in alle Welt gesendet hätte, wäre vielen die Schiffpassage übers Mittelmeer erspart geblieben. Warum fährt niemand mehr nach Spanien? Mir geht es allmählich ziemlich auf den Geist, dass wir Mitteleuropäer oder Deutsche das gesamte Elend der Welt zu verantworten haben. Auch bei Verträgen oder Handelsbeziehungen sind immer mindestens zwei Partner beteiligt, das gilt auch für deutsche Milchlieferanten.

    • Kleptokraten überall
      @ TDV, Afrika hat in den letzten 50 Jahren 2 Billionen $ an Entwicklungshilfe bekommen, 900 Mrd€ sollen privat auf bestimmten Konten liegen, die wir kennen.Die Eliten dort sind meistens korrupt und gehen Verträge ein, die ihren Clan weiterbringen. Man hat kein Staatsverständnis, Elend erbarmt sie nicht.

      Der Fehler ist allerdings, das die Gebenden das alles geschehen lassen und zuwenig kontrolliert wird.Da werden diese alle mitschuldig.Auch der Marshallplan für Afrika wird scheitern, ohne die Geburtenkontrolle mitzubeackern.Wie sollen denn jährlich 20 Mio. Arbeitsplätze entstehen? Ja, die Waffenverkäufe dorthin sind ein Verbrechen und befeuern die Sache.

      Ich habe mir sagen lassen,dass Leute, die zur dortigen Elite gehören, auch nur noch 2 Kinder haben, auf dem Land sieht es anders aus.Wir haben übrigens afr. Patenkinder, wenn’s auch nur ein Tropfen auf den heißen Stein ist. Etwas besser geht es ihnen, als anderen auf dem Land.

      Was das „Absaufen“ betrifft: Ein Militär aus Libyen kritisiert die Seenotrettung der EU als Taxifahrt dahin für die Schleuser, die nun noch schlechtere Boote nehmen.Ich frage mich schon auch, ob alle in diese Klapperkisten steigen würden, wüßten sie nicht, gleich gerettet zu werden und dachte, Schleuser sollen bestraft werden?

    • Der Konjunktiv ...
      Erinnerungen an einen Pädagogen der 70er-Jahre (das gab es damals noch), der rhetorische Konjunktivhäufungen und hypothetische Forderungen mit dem legendären Satz beschied:

      „Wir könnten auch auf den Tisch stehen, ein Loch ins Knie bohren und warme Milch reinlaufen lassen“

      Der Volksmund, wie immer gewitzt, ätzte knapp aber nicht minder anschaulich: „Wenn die Tante einen P*mmel hätte, wär’s der Onkel!“

    • Mann ist das billig, tdv ...
      Wenn irgendwer sein Wasser über Konzerne beziehen muss, könnte es auch daran liegen, dass es ohne diese Konzerne schlicht kein sauberes Wasser gäbe, aus einem ganzen Bündel von Gründen, die weitgehend politisch von den Regierungen des „irgendwer“ verantwortet werden?

      Der Abstand zwischen arm und reich hat sich übrigens – global betrachtet – nicht etwa vergrössert, sondern verringert, weil hunderte Millionen Menschen den Bereich absoluten Elends verlassen haben. Er hat sich übrigens auch in den westlichen Gesellschaften keineswegs so massiv vergrössert, wie es die gängigen Beiträge gerne darstellen, weil die behauptete Vergrösserung im wesentlichen nicht zwischen den unteren und den oberen 20% Einkommensbeziehern stattfand, sondern zwischen den 99,9% Einkommensbeziehern und den 0,1% Vermögensbesitzern.

      Aber unabhängig davon ist der „Abstand“ zwischen arm und reich nichts als ein Neidkriterium, viel entscheidender ist der Zugang der (weltweit) untersten 20% zu ertragreicher Arbeit, sauberem Trinkwasser, Krankenversorgung, Schulbildung etc.

      Und DAS, lieber tdv, ist und bleibt die Aufgabe der lokalen Eliten. Die in manchen Erdteilen – Afrika allen voran – seit nunmehr etwa 60 bis 70 Jahren schlicht flächendeckend versagen, nicht selten unter tätiger Mithilfe einer apathischen Bevölkerung. Für dieses Manko lehne ich jegliche, selbst eine klitzekleine, Mitverantwortung entschieden ab. Niemand von uns KANN der Hüter seines weit entfernten Verwandten in 1500 km Entfernung sein, als IST auch niemand von uns dessen Hüter. Wer sich trotzdem persönlich in der Verantwortung sieht, hat genaugenommen auch eine Form psychischer Störung.

      Und nur ganz nebenbei – für die Masse der schwarzafrikanischen Zuwanderer hat Don natürlich Recht. Die fliehen nicht vor Bürgerkrieg oder Hungersnot, sondern wollen einfach grünere Wiesen erreichen. Menschlich völlig verständlich und nachvollziehbar.

      Gruss,
      Thorsten Haupts

    • Saf
      Habe eine Zeit lang als expat in Saf gearbeitet und mich immer gewundert, dass von den einheimischen Schwarzen die Verhältnisse in Lesotho, Swaziland oder in irgendwelchen Duodezfürstentümern als normal betrachtet wurden, wo eine the winner takes it all – Mentalität herrscht. So etwas wie Egalitäres Denken habe ich nie angetroffen.

    • Sehr witzig....
      Mein Kommentar begann eigentlich recht unmisverständlich moit einem Zitat:

      „Das billige Gemüse und seine Arbeitsbedingungen – und nicht etwa Waffenexporte – treibt Schwarzafrikaner innerhalb Europa nach Deutschland.”

      Ich habe in all den Jahre nie ein einziges Wort zur „Qualität“ der Regierungen in disen Ländern verloren, dagegen immer darauf hingewiesen, dass die Kolonialmächte, die ja alle aus den grossen „Kultur“nationen des Westens kamen genau jene Stämme und deren Fürsten geschützt haben, die käuflich waren und den Rest ausgemerzt haben, man denke nur an Belgier im Kongo.
      So zu tun als habe das alles mit der Entwicklung zu der das heute nun mal geführt hat gar nichts zu tun, das ist lächerlich.
      Ja, die Leute dort sind genauso brutal und korrupt und habgierig wie auch. Und weil wir, dabei ganz die Amerikaner, eben besser sind im brutal, korrupt und habgierig sein, deswegen haben wir das Recht alle im Mittelmeer ersaufen zu lassen, wenn uns das billiger kommt.

      Selbstverständlich gibt es AUCH „eine Migratrion, bei der die Leute die Kosten für die Überfahrt in Plantagen ab arbeiten. Und das hat mit Krieg nichts zu tun, es geht da einfach um bessere Lebensbedingungen“.

      Man muss schon arg einfältig sein um den Leuten dort den Wunsch zu überleben vorzuwerfen, und in den heutigen Zuständen nicht GLEICHZEITIG eine Konsequenz der Kolonialpolitik zu sehen.
      Welchen Grund sollten die dortigen wohl haben sich nicht an dem Beispiel der brutalen Besatzer kein Beispiel zu nehmen, wenn man seit Genrationen nur gesehen hat, wie sich brutalste Gewalt und Korruption ganz offensichtlich am besten dazu eignen ein angenehmes Dasein zu führen?

      In Dons Text geht es um die in „unseren“ Medien ja wie üblich spurlos verschwundene Ursachen Suche, womit die Lückenpresse mal wieder ihrem Namen alle Ehre macht. Und wenn ich dann auch hier diesen Unsinn lesen muss, denn da steht: „und NICHT etwa Waffenexporte“, dann protestiere ich eben.

      Angesichts derem Atem beraubenden Umfangs zu tun als spielten Waffenexporte aus Deutschland beim Zustand der Welt keine Rolle, ist lächerlich!

      Und ThorHa bevor sie hier vom Trinkwasser anderer reden, fahren sie mal nach Afrika und schauen sie sich die Mündungsdelta zB des Niger an, wo mehr Öl als Wasser ins Meer fliesst.
      Nestle ist einer der allergrössten Verbrecherkonzerne der Welt, der sich die Wasserrechte in allen Ländern durch pure Korruption gesichert hat… von der Babynahrung will ich gar nicht erst anfangen. Sie wissen das alles selber ganz genau!

    • tdv, manchmal nervt Ihre Leier wirklich :-).
      Sie haben das Thema aus meiner Sicht total verfehlt. Das ist im Kern ganz einfach – ein Grossteil der Afrikaner war vor der Kolonialisierung etwa da, wo die germanischen Stämme vor dem Kontakt mit den Römern waren. Und da war es – Resourcenknappheit – völlig normal und völlig akzeptiert, dass es pro Dorfgemeinschaft nur einen „Reichen“ geben KONNTE. Und es war sinnlos, mehr zu produzieren, als lokal gekauft werden konnte, mangels ausgebauter Transport-Infrastruktur und Nachfrage. Etc.

      Diese Mentalität hat sich in Teilen Afrikas offenkundig gehalten. Und das hat mit westlichen Konzernen oder der Kolonialisierung absolut nichts zu tun. Ist aber – soweit ich mir das zusammenreime – das vermutlich grösste Entwicklungshindernis. Gegen das alle anderen Einflüsse marginal bleiben.

      Gruss,
      Thorsten Haupts

  96. Sarntaler Käsegeschäftsmodell
    Oh je, wieviele Kühe hat der arme Sarntaler Bayer denn? Selbst bei einer einzigen Kuh, einer relativ geringen Milchleistung von 4000 Litern pro Jahr und einem Milch-zu-Käse-Verhältnis von 10 zu 1 ergäbe sich bei enem Kilopreis von 100 Euro für den Käse für den Bauern allein aus dem Käseverkauf eine Einnahme von 40000 Euro pro Jahr.

    • Der Kilopreis liegt bei 40 € und es sind 12 Kühe. Und jetzt technen Sie mal die Ausgaben, Steuern, Reifen etc gegen.

    • Käsepreise sind nichts für Erbsenzähler
      @Gonzo, bei 4000 Ltr. jährlicher Milchleistung und einem kg-Preis von 40,00€ per kg Käse (10 zu1) käme ich ja nur auf 1600€ Ertrag pro Kuh, brutto.
      Preise können Sie hier sehen – und Vieles mehr.:
      http://bergkaese-allgaeu.de/traditionell-und-von-hand.html

    • Die Milchleistung des Fleckviehs ist schon etwas höher, aber es gibt schon Gründe, warum Almvieh auf über 800 Meter auch gefördert wird. Reich wird damit keiner.

    • Es werden ca.knapp 8000 Ltr. sein, denke ich.
      Man stelle sich vor, die Alpen, wie sie hier heißen, würden nicht mehr genutzt. Das Gras bliebe lang, es schneit und später apert es.Es kommt auch zu Schneerutschen, die das lange Gras mitnähmen und schon sind (zuerst) kleine Erosionen da, die immer größer werden.
      Der Starkregen bei Gewittern läuft ungebremst ins Tal, in die Flüsse und dann in die Landschaft. Überschwemmungen kämen noch öfter vor. Die Förderung der Alm/Alpwirtschaft kommt auch anderen zugute.

      Außerdem ist es ein Knochenjob und ähnlich romantisiert wie die Seefahrt.

      Was sagen Hamburger und STuttgarter, wenn sie ein Schiff sehen?
      Der Hamburger: Schiff ahoi!
      Der Stuttgarter: Hoi, a Schiff.

  97. Titel eingeben
    Ich habe mir nicht alle 232 Lesermeinungen durchgelesen die bis dato freigeschaltet wurden.
    Ich persönlich würde mal bemängeln, dass der oberste Link nicht etwa zu diesen bösen Buben führt, die diesen wirklich schlimmen Artikel verfasst haben. Sondern zu einem anderen Artikel des Blogherrn.
    Es wäre schon erfreulich wenn man den kritisierten Artikel auch mal verlinken würde.
    Dann könnte man sich mal darüber informieren was die „moderne Jugend“ da so schrecklich schlimmes verfasst hat.
    Ich selbst bin 1980 geboren. Mein Vater ist 1937 geboren und diese Sprüche „Du kennst den Krieg nicht“ kenne ich zu Genüge.
    Hat mein Vater den Krieg gekannt? Mit 8 Jahren maximal?
    Kennt der Blogherr den Krieg? Wie alt ist der Blogherr denn?
    Kennt er den Krieg aus eigener Anschauung? Können wir nun atemberaubende Geschichten dazu lesen? Oder kennt der Autor den Krieg vielleicht doch auch nur von den netten Geschichten her die er mal gehört hat?
    Sind da wirklich Bomben explotiert in dem Ort in dem der Autor lebt? Oder hat er Geschichten davon gehört?

    Die Zeiten ändern sich. Früher standen die Schüler alle stramm wenn der Lehrer erschien. Das wurde uns schon erzählt.
    Heute ist das nicht mehr so. Da stellen Schüler (und auch Schülerinnen) kritische Fragen.
    Ihr habt damals nur Rüben gefressen?
    Wahrt ihr nicht vielleicht auch ein klein wenig schuld daran?

    Heute gibt es die Lebensmittelindustrie. Billige Lebensmittel for everyone.
    So huge. So great. It‘ fantastic.

    Nur warum sollte man das nicht verbessern? Das „besser machen“?
    Nur weil es mal „den Krieg“ gab, wo „alle Schüler stramm stehen mussten“? Ansonsten drohte der Rohrstock?
    Die seligen Zeiten? Die kaum einer mehr erlebt hat?

    Ich jedenfalls bin 1980 geboren. Ich stand nie stramm mit der Hand an irgendeinem Hosenbund.
    Und ich lebe trotzdem noch. Ich bin noch nicht mal vorbestraft. Stellen Sie sich das mal vor!
    Keine Vorstrafe! Und nicht 1890 geboren?
    It’s great! It’s huge!

    Vielleicht könnten sie einfach mal den ach so schlimmen Artikel verlinken.
    Wäre das nicht (womöglich) ein Anfang?
    Wo heutzutage doch alles so schlimm ist?

    • Soviel fröhliche Unbeschwertheit. Ich freu' mich regelrecht mit.
      Kleiner Einwand:
      Ihr Vater hätte auch mit maximal 3 Jahren den Krieg gekannt. Selbst Nachkriegskinder haben diesen Krieg erlebt. Alles längst untersucht und aufgeschrieben. Entsprechende Literatur finden Sie mühelos. Seinem Vater nicht zuzuhören ist allemal das Vorrecht der Jugend. Allerdings:Jugend mit 36?

      Die Zeiten haben SICH noch nie geändert. Die wurden immer geändert. Die Frage ist „lediglich“:Warum und von wem? Da wirds dann allerdings kompliziert.

      So eine gewisse Sehnsucht nach den früheren „besseren“ Zeiten war und ist sicher ein Menschheitsphänomen. Aber ist es lediglich Erinnerungsverlust? Verweigerung der Gegenwart? Ratlose Schönfärberei? Oder steckt da nicht vielleicht doch auch ein Stück Lebenserfahrung drin, die vielleicht sogar respektiert werden sollte? Könnte ja doch sein. Irgendwie jedenfalls.

      Mit dem schuldig sein ist es erkennbar immer nicht so einfach. Sind Sie an heutigen Verhältnissen schuld? Warum bzw. warum eben nicht? Können frühere Generationen an den damaligen Verhältnissen schuld gewesen sein? Gesagt und angeklagt ist immer sehr schnell. Auch eine uralte Tradition.

      Mit 36 haben Sie vielleicht selbst zwei, drei Kinder. Und vielleicht ist es Ihnen gelungen, die von den ca. 80 Durchschnittslitern Cola/Jahr, von all den Zucker- und dem Fastfoodbergen, von den 6 Verblödungsstunden Fernsehen und Internet oder von den vielen Stunden der Handyspielerei abzuhalten. Und die verzichten längst ganz freiwillig darauf. Hielte ich für eine Leistung.

      Sie übersehen in Ihrer Freude m.E. gänzlich die Frage, warum Menschen sich seit ewigen Zeiten nach heilen Zeiten und Verhältnissen sehnen, obwohl die nie oder doch nur sehr selten wirklich heil waren? Warum? Könnte es da nicht vielleicht doch sehr ernste Gründe für geben? U.a. vielleicht den, dass unsere offensichtlich bis zur Bewusstlosigkeit auf die Technik fixierte Fortschrittsgläubigkeit unsere Erde ziemlich „erfolgreich“ zerstört hat?

      Mit 36 hat man zweifellos noch ein paar Jahre für neue Erkenntnisse vor sich. Man kommt da nicht drum herum. Aber das ist der Vorteil auch der „Jugend“ immer gewesen. Und insofern ist dann wieder alles völlig in Ordnung.

      Und vielleicht noch zu den Händen an die Hosennaht. Schauen Sie sich doch mal die russischen oder besser noch die chinesischen Militärparaden an. Lehrreich, sehr lehrreich, finde ich.

    • Gähn, der....
      ….Kampfmittelräumdienst explo(i) tiert Bomben, damit sie nicht irgendwann explodieren. Das kann nur passieren, wenn man in der Schule nicht aufgepasst hat (mit der „Hand an der Naht“-oder immer auf dem Quivive, dann würd´s auch in der Schule besser funktionieren). Machen´s äahna nix draus.
      (DdH)

    • Sie haben einen...
      …späten Vater, wie ich sehe, der viel zu nachsichtig mit Ihnen umgegangen zu sein scheint.Echt jetzt, ich habe Erinnerungen, die Sie sicher nicht haben möchten und daraus meine Lehren und Einstellungen gezogen.

    • @ Bleistift
      Ich finde ihre Respektlosigkeit erfrischend UND vor allem: angemessen.

      Allerdings lässt ihr Faktenwissen (mit Mitte 30!!!) schon überraschend zu Wünschen übrig. Ich befürchte, dass ihnen deshalb auch entgangen ist, dass Völker in denen Menschen so wie sie denken, sich dann plötzlich „ganz unerwartet“ in einem Krieg wiederfinden können.

      Allerdings mit sowas sollten sie nicht kommen: „Da stellen Schüler (und auch Schülerinnen) kritische Fragen.“ Das mag in vor-Handy-Zeiten also in ihrer Schulzeit, den 90ern noch ab und zu so gewesen sein.
      Ich befürchte von den Zuständen in den heutigen Schulen verstehen sie anscheinend weniger als so mancher Forist hier von Kriegen.

      Sie haben trotzdem Recht, denn der Abschaum der sich selber zur „Elite“ ernannt hat, der verdient weder Respekt, noch Gehorsam.
      Das Problem ist allerdings, die haben auch die Macht, und welch eine Verdummung das ganze Geschwafel von Demokratie letztlich nur ist, das merkt man immer erst dann, wenn es zu spät ist…

  98. Mein Eindruck
    „Wolli sagt:
    Und Tico – was wäre in Ihrm Land los, wenn nichts mehr exportiert wird!“

    Es geht nicht um den Export, es geht um den Respekt vor der Arbeit und der Ware. Der Kaffeepreis muss sinken, wird oft genug gefordert (Aldi und Co) , damit sinkt der Verdienst des Pflückers. Haben Sie schon mal in der Hitze zwischen Cafesträuchern gestanden, sechs Stunden, ohne frische Getränke, und sich nebenbei von etwas Reis ernährt, und dann die paar Pesos in die Hand gedrückt bekommen, weil der Café billig sein muss. Ebenso die Banane, die sie so gerne essen, die als Monogewächs aber nur mit Zentnerweise Chemie existieren kann. Chemie die das Grundwasser verseucht, die Korallen zerstört, die Männer chemisch kastriert. Es geht um die Fülle der Ware, um mehr, mehr und noch mehr. Und so geht der Respekt vor dem Essen verloren. Und dazu die Schönheit der Natur, die sie in Berlin oder Köln nicht kennen. In Bayern soll es ja noch urige Gegenden geben.
    Und bei uns ist mittlerweile der Tourismus einer der Haupteinnahmequellen, obwohl ich auch gegen diesen Ansturm von Bleichgesichtern bin, die den Quetzal verscheuchen und den Tukan verstummen lassen. Mit der Seilbahn durch das Dschungeldach. Was glauben sie was sie von den Tieren noch sehen? Nix.
    Ich esse gerne was gutes und das soll auch jeder. Aber mein Eindruck von Deutschland ist halt mittlerweile, dass die Leute gar nicht mehr wissen , was sie essen sollen, soviel Waren gibt es, und es wird immer raffinierter präsentiert. Es ist wie beim Porno: Normaler Sex reicht da nicht mehr, da muss man schon zu härteren Mitteln greifen.

    Meine Eltern haben noch das Brot vor dem Anschnitt bekreuzt. Heute schmeißt man das Brot von gestern weg.

    • Lampocoy
      Sie haben sehr Recht.
      Nicht vergessen darf man, dass es auch in Deutschland echte Armut gibt. Ganztagesschulen in manchen Gegenden puffern mit ihrem Mittagsangebot mittlerweile ab, dass manche Kinder ohne Frühstück in die Schule kommen. Das ist natürlich familiärer Vernachlässigung geschuldet, aber auch den finanziellen Verhältnissen. Tafeln boomen.

      Habe mir vor einiger Zeit das Hobby Kaffeerösten zugelegt und mich etwas mit Rohbohnen und deren Bezug beschäftigt.
      Wenn man nach Lampocoy in youtube sucht, findet sich ein netter Film über den Kaffeeanbau in Richtung Fair trade.

    • Auch wenn ich mich um Kopf und Kragen rede
      In meiner Stadt sind es ironischerweise katholisch geprägte Unternehmer, die für Frühstück in den Kindertagesstätten des Ostviertels sorgen, bei überwiegend muslimischen Kindern von Eltern, die, nicht zuletzt religiösen Prägungen folgend, mehr Kinder haben, als sie sich leisten können – wozu leider auch der Wegfall hunderter „einfacher“ Industriearbeitsplätze in den letzten zehn Jahren beigetragen hat. Dafür hat die Ditib-finanzierte Moschee jetzt ein schönes, hohes Minarett.
      Disclaimer: Ich sehe mich keinesfalls in der AfD-Ecke, allerdings können einem, wenn man mit offenen Augen durch die eigene Stadt geht, deutliche Entwicklungen nicht verborgen bleiben.

    • Für mich war die Türkendemo hier ein Schock, Männer von den Grauen Wölfen und vollverschleierte Frauen in grösserer Zahl. Da stimmt etwas nicht wirklich. (Wir sind Vorzeigeprojekt bei der Integration, eigentlich)

    • Titel eingeben
      Das langjährige breitgefächerte Ignorieren der Umtriebe diverser Gruppierungen, nicht nur in NRW, bei den „Grauen Wölfen“ angefangen – den jeweiligen Vorsitzenden des „Zentralrat der Muslime“, man muss da nur mal „Nadeem Elyas“ und „Ayyub Köhler“ googeln – halte ich für ausgesprochen gefährlich. Ayman Mazyek mag sich gemäßigter geben, sitzt aber in Frau Aydan Ösoguz famoser Kommission zur „zeitgemäßen Anpassung des Grundgesetzes“, bei deren Blütenträumen einem auch blümerant werden muss, Frau Ösoguz familiäre Hintergründe werden dabei regelmäßig ausgeblendet. NRW spezifisch ist noch mal, dass diversen Vertretern des Erdogan-Regimes politische Großveranstaltungen genehmigt werden, die man in dieser Form von Vertretern europäischer Länder nicht kennt und die zumindest ich sehr befremdlich finde. Wenn mein Mann von der Arbeit sehr betroffen heimkommt, weil ein sechsjähriges Mädchen, das ihm früher munter entgegenhüpfte, nun unterm Kopftuch gesenkten Blickes kleine Schritte tut, frage ich mich, wohin das noch führen soll…

      Sorry, dass ich damit vom Blog-Thema abgekommen bin.

  99. Hunger und Salami
    ich habe Hunger mal so richtig kennen gelernt, als ich eine Fastenklinik von Buchinger besuchte. Das sollte laut Ärzten und Krankenkasse meiner Haut gut tun. Den Hunger hab ich tatsächlich rasch verloren, aber davor richtig erlebt. So stand ich vor einer Bäckerei oder auch einigen Restaurants in Bad Pyrmont und genoß den Duft, mehr als jemals zuvor und danach, Hunger empfand ich nicht mehr.

    Salamis hingen im Haus meines Patenonkels links der Treppe in den Keller. Gern holte ich ihm wochenends ein Bier aus dem Keller, auch weil ich daran vorbeigehen konnte. Das Fett war in Tropfen zu sehen.

    Aber wenn es mal der Onkel und seine Frau wollten, lag so eine Wurst auf dem Tisch und was für eine Delikatesse war es für mich, eine Scheibe Brot mit Butter und einer hauchdünnen Scheibe solcher Salami genießen zu können.

    Aber, ein noch größerer Genuss wars für mich dann doch, so richtig saure Gurken nach russischer Art zu genießen. Das Gesicht zog sich zusammen. Aber lecker wars.

    All das, die Freude, Vorfreude auf solches vermisse ich.

    • Titel eingeben
      Meine russische Gattin war recht verärgert, als ich mal eine launige Bemerkung machte über „die Russen“ in Zusammenhang mit „sauren Gurken und Wodka“.

    • Warum?

    • Werter Klaus
      Sagen Sie doch bitte Ihrer Gattin, die sauren Gurken waren einfach nur lecker, Wodka allerdings gabs bei meinen Verwandten nicht.

      Schlehenfeuer kenn ich noch aus der Zeit und Alt, aber als Kölner darf ich vermutlich nicht äußern, dass ich auch damit klar komme :)

      Aber die sauren Gurken, die gabs nur zu besonderen Anlässen.

  100. @ Renate Simon sagte 14. Februar 2017 um 12:12 Uhr
    (Erdbeben bei Norcia, nehme ich an)“…..Dass die Leute in Zelten überwintern müssen, interessiert hier auch niemanden.“
    .
    Doch schon, Frau Simon. Der italienische Staat hätte die Macht die Leute in zwangsweise requirierten Hotels an der kaum 70 km entfernten adriatischen Küste unterzubringen, kommende Urlaubszeit hin oder her. Ich gehe davon aus, daß die Zurückgebliebenen vor Ort bleiben aus Angst vor Plünderung oder weil sie in dieser bäuerlich geprägten Gegend Vieh (schwupps sind wir schon wieder bei der Ernährung) zu versorgen haben.
    (DdH)

    • DdH, ich meinte vor allem auch das mediale Interesse
      dass die Leute dann doch lieber in der Gegend verbleiben, hat mein volles Verständnis. Man hat ja im letzten Jahr bei den Hochwassern in Süddeutschland gesehen, was passiert, wenn man seinem Haus den Rücken kehrt, die Plünderer sind schon da.

      Was mich aufregt ist, dass hier fast jeden Tag über im Mittelmeer Ertrunkene Tränen vergossen werden, aber um das, was unsere Nachbarn angeht, sich niemand schert. Ich meine, wer sich in ein Schlauchboot setzt, weiß um die Risiken und geht sie im vollen Bewusstsein ein, da habe ich wenig Mitleid. Noch weniger nach der Lektüre des von Ihnen empfohlenen Buches, das einen einerseits zu hysterischen Lachanfällen, andererseits zum unentwegten Kopfschütteln reizt. Wer mein Mitleid hat, dürfte klar sein, man stelle sich einmal vor, selbst so einer Naturkatastrophe ausgesetzt zu sein, alles zu verlieren von jetzt auf gleich. Da haben es doch unsere Neubürger geradezu paradiesisch und sind großenteils unzufrieden, so dass man ihnen sagen möchte, dann geht doch einfach schnellstens wieder heim.

  101. Titel eingeben
    Egal wie billig Lebensmittel sind….ich werfe sehr sehr selten, etwas weg….und auch dann nur, wenn ich sehe das es schlecht ist z.B. Zwiebel mit Schimmel, wo sich die Schichten gelblich verfärbt haben und matschig geworden sind oder einmal ein Fertigpackung mit Dönerfleisch das ich über das Mindestverbrauchsdatum aufbewahrt hatte und wo das Fleisch dann in den Farben des Regenbogens schillerte….

    Bis jetzt habe ich mir den Magen noch nicht verdorben….auch wenn ich, das „Zu verbrauchen bis“ Datum vgl. http://foodwaste.ch/uncategorized/was-ist-der-unterschied-zwischen-verbrauchen-bis-mindestens-haltbar-bis-und-verkaufen-bis/ und http://www.verbraucherzentrale-sachsen.de/Mindestens-haltbar-bis-oder-zu-verbrauchen-bis zum Teil um Tage überschritten habe….okay ich rieche dann auch daran und wenn es wirklich nicht anders geht landen die Teile bei -18°C im Eisfach….

    Btw. wäre durchaus was für die Schule: Schulung oder besser lernen wie man erkennt ob etwas verdorben ist oder nicht….und zwar mal es real sehen, fühlen bzw. schmecken/riechen…

    bombjack

  102. Eine grosse Supermarktkette zeichnet um 30% runter, sobald das MHD naht ...
    …. finde ich gut und kaufe die heruntergezeichneten Lebensmittel dann auf Vorrat ein.
    .
    Die meisten werfen die Lebensmittel am MHD ja lieber weg … was für Idioten.


    • Ich sehe MHD auch nur als Empfehlung an (je nach Art des Lebensmittels als mehr oder weniger dringend), aber ewig läßt sich das Zeug nunmal nicht aufheben. Dem Irrglauben, man könne alles aufheben, muß auch mal in aller Deutlichkeit entgegengetreten werden. Lebensmittel sind kein Holz, das abgelagert besser ist als frisch. Man muß da einfach auf steten Umsatz achten.

    • Also, beim thema vakuumierter Käse kann man schon mal ein paar Monate drüber gehen.

    • Runtergesetzte Lebensmittel
      die am MHD sind, würde ich auch kaufen, aber leider bietet sie hier, soweit ich weiß, kein Markt an. Allenfalls wird etwas Grünzeug abends ab 18h reduziert, das ist nicht meine Einkaufszeit und ich käme auch nicht rechtzeitig, denn da stehen dann schon etliche Leute, die darauf warten. Ich nehme an, die haben noch weniger Geld als ich und drängel mich nicht zwischen.

      Ansonsten ist unser System einfach pervers, essbare Sachen in die Tonne zu hauen, anstatt sie zu verschenken oder sonstwie anderen zukommen zu lassen… ich verstehe es nicht. Das würde zuviel Aufwand bedeuten, der in der Kalkulation nicht drin ist. Es ist einfach nur Wahnsinn.

    • Liebe Renate, Sie scheinen mir im Düsseldorferraum umherzugeistern. Da gibt's
      beispielsweise:

      https://www.kaufda.de/Filialen/Duesseldorf/Norma/v-r78

    • Hi, Frau Simon
      Ist in der Kalkulation nicht drin? Denke schon, dass wir Verbraucher all das Wegwerfen mitbezahlen.Mir erzählte eine Verkäuferin, dass selbst das Personal, wie früher üblich,z.B. keinen etwas schlaffen Salat mehr mitnehmen dürfen.Dabei werden sie ja nicht so üppig bezahlt und würden sicher mal gern was Abgeschriebenes mitnehmen, bevor es entsorgt wird.

      Letztes WE hatte ich Besuch und weiß gar nicht, wie es um Ihr neues Bild bestellt ist.Na dann viel Spaß in der Bakery🍰 Simon

    • Das Weitergeben würde zuviel kosten und Aufwand bereiten
      Philomena, das Wegwerfen bezahlen wir beim täglichen Einkauf. In irgendeiner TV-Doku nahmen nur wenige Händler Stellung und meinten halt, dass das Sortieren und Verteilen der abgelaufenen Ware zuviel Umstände mache, die niemand bezahle.
      Ich meine, wenn z.B. die Tafeln informiert wären, ihr könnt euch das Zeug abholen oder wenn es generell abends bereit stünde, fänden sich auch genügend Leute, die dieses Angebot gerne annähmen. Allerdings kann ich mir aber auch vorstellen, wie der Rest dann aussieht und das mag den Händler schon schrecken. Wenn die Leute etwas vernünftiger und anständiger wären, wäre das sicher durchaus machbar.

      Liebe Frauke, Norma liegt nicht in meinem Einzugsgebiet, ich kenne solch einen Laden überhaupt nicht. Hier hat’s den Edeka, vormals Kaisers, und den Rewe, ach ja Netto, der von außen schon grausig aussieht. Ich war einmal drin und bin schnellstens wieder raus. Irgendwo in der Pampa gibt es Lidl, war ich auch noch nie, im Norden der Stadt Kaufland, fahre ich auch nicht hin, ich frequentiere hin und wieder Aldi Süd in Vennhausen, denn der vor Ort ist mir zu duster und furchtbar eng. Der ehemalige Kaisers bei denen nebendran wird jetzt umgebaut, 900qm, die dann aber auch nicht sehr weit reichen werden, dauert auch noch mindestens zwei Jahre.
      Ich hätte alternativ noch außerhalb den Aldi Nord, aber da komme ich an zwei Gartencentern vorbei, das geht also gar nicht und Süd ist mir auch lieber.

      Hier ist nicht viel mit Einkaufen bzw. Auswahl an Geschäften, Edeka und Rewe sind recht teuer, wenn ich dagegen einmal zum Aldi fahre, kostet mich der Einkauf ungefähr die Hälfte. Allerdings regt die Markenarie, die die jetzt singen, nicht nur mich auf. Letztens stand eine Kundin vor dem Kühlregal mit Wurst, Käse, Joghurt usw. und meckerte, dass auch dort plötzlich „Markenware“ Einzug gehalten hat. Da werden nicht mehr namenlose große Wiener angeboten, nee, Böklunders mickrige Würstchen trocken in der Plasteverpackung. Ich glaube nicht, dass das auf Dauer von großem Erfolg gekrönt ist. Es ist nicht mehr der Aldi.

  103. Die Sparaufrufe der früheren Reichsregierungen waren ein Witz….
    Angesichts der Lebensmittelverschwendung unserer Tage. Haben Sie schon einmal, im Erntemonat bei der vollmaschinellen Kartoffelernte zugeschaut? Ich schätze mal, daß mindesten 5 % der Ernte auf dem Acker bleibt, aus rein technischen Gründen. Bei heutigen Hektarerträgen von 12 t/h bleiben pro Hektar also geschätzte 600 kg einfach liegen
    .
    Neben dem Acker stehen schon die LKW mit Sattelaufliegern, der die Ernte nach Holland oder zum Kartoffelschacherer nach Eppingen bringt. Chemisch behandelt und im Plastiknetz kosten sie dann 2€ und mehr pro Kilo, also 10 € für das 5-Kilo-Netz. Die meisten Leute sind gezwungen in der artigen Kleinmengen einzukaufen, weil in heutigen Häusern/Wohnungen die Lagermöglichkeiten fehlen.
    .
    Nachlese auf den Äckern ist nichts, unsere schwäbischen Bäuerle achten mit Argusäugle darauf, daß nicht etwa Rußlanddeutsche, denen das Herz bei dem Anblick blutet, unmittelbar nach der Ernte auf die Äcker gehen und sich ein paar Kilo holen. Die Bauern ließen bei unserem Käseblättle sogar einen Aufruf verbreiten, daß das die Nachlese verboten sei.
    .
    Drei-vier Tage später sind die Kartoffeln eh schon grün und nicht mehr zu gebrauchen, höchstens für die Wildschweine, die sich aufgrund des guten Nahrungsangebots vermehren wie die päpstlich erwähnten Karnickel.
    (DdH)

    • Es ist noch schlimmer, Kartoffeln, die zu klein sind, werden aussortiert, weil sie heute unverkäuflich sind. Und das, obwohl sie eigentlich besser für das Kochen geeignet sind, weil sie schneller gar werden. Speziell in kleinen Haushalten.


    • Kartoffeln, die zu klein sind, werden aussortiert
      Erbsen- und kirschengroße Kartoffeln, wie sie in unserem Balkontopf wuchsen, würde ich nicht kaufen wollen. Ich finde allerdings, daß seit ca. 2 Jahren viele kleine in den Netzen sind, die sind etwa so groß wie ein halbes Hühnerei.

    • Ich rede hier von Kartoffeln von der Grösse eines Gänseeis.

    • Titel eingeben
      „unmittelbar nach der Ernte auf die Äcker gehen und sich ein paar Kilo holen.“
      .
      Auf der Domäne Dahlem (in Berlin) ist das erlaubt und erwünscht.

    • Technische Gründe / Ernte
      Ich erinnere mich an einen TV-Beitrag, in dem einem Bauer das Herz blutete, weil er sein Kartoffelfeld nicht ordentlich abernten konnte, weil er die kleinen Kartoffeln, die in keine Handelsklasse passten, nicht mal kostenneutral als Viehfutter hätte verkaufen können. Deshalb waren die Erntemaschinen auf große Knollen eingestellt, nicht etwa, weil sie die kleinen nicht „gepackt hätten“. Dieser Bauer ließ Normalbürgern allerdings extra ein paar Stunden Zeit um die Reste aufzusammeln, ehe er das Ganze dann unterpflügte.

    • Meine Kartoffeln kaufe ich im Bauernladen
      die sind unsortiert zu 2,5 kg gepackt, so dass ich riesige gemischt mit sehr kleinen in der Tüte habe. Nur kleine Kartoffeln wären mir lieber und so sehen es wohl auch einige Kunden, die dann diskret umsortieren. Zwischendurch wurden die Tüten dann oben vernäht, um das zu verhindern. Spezielle Sorten wie Drillinge werden dann auch schon mal lose angeboten, aber halt nur zeitlich begrenzt.

      Übrigens ist der Boskop nun endgültig aus, ich probiere es nun mit Jona Gold.

    • @ Renate Simon
      Äpfel

      Tipp: Topaz oder Topas

      Auf dem Markt oder im Bioladen.

    • Renette und Cox eignen sich auch vorzüglich
      zum Backen von Kuchen aller Art – falls der Boskop mal ausverkauft ist, Frau Simon. Elstar geht gerade noch, ist aber fast ein wenig zu wenig „mürbe“. Vielleicht eher für ein Kompott.
      Anderen Äpfeln muss man ein wenig Geschmack zusetzen – mit Vanille, Zimt aber auch Ingwer oder Kardamom – gemischt, aber auch einzeln zu probieren und damit immer wieder neue Geschmackserlebnisse produzieren!
      Und ein ganz klein wenig Zitrone…
      Hier fand ich jüngst sogar „Bergamottezitronen“, die sich mit der Lagerung dann weiter orange färbten und schon so dufteten, wie der Tee, dem man sie ja zugesetzt kennt. Der Saft floss reichlich und schien mir ein wenig bitterer als der gewohnter Zitronen.
      Und Zesten, mit erdigem Gemüse gekocht, geben Rote Beten aber auch dem Kürbis oder der Süsskartoffel ein wenig sommerliche Frische.
      Lecker!

    • Wildschweine
      Ja, da lacht der Jagdpächter. Für den Nachschub an köstlicher Wildsalami, die unter der Hand immer so gut weggeht, ist gesorgt.

    • In Bayern landen die wegen Casium leider oft in der Müllverbrennung,

    • Apfelkuchen und Rosenbild
      Elstar im Kuchen macht sich nicht so gut, den esse ich lieber so. Im Bauernladen hat es einige Sorten, ich habe einfach mal Jonagold genommen, die Verkäuferin empfahl mir zwar auch den Elstar, aber wie gesagt, der bringt’s im Kuchen absolut nicht.

      Gewürz für Apfelkuchen habe ich ja, da ist kein Mangel, und die neuen Apfelsorten, vor allem knackige, bleiben im Kuchen hart. Ich habe mal eine Sorte vorgekocht, mir hat es nicht geschmeckt, außerdem wollte ich ja keinen großen Aufwand mit der Backerei.

      Habe eben im Netz nach Topaz gesucht und das hier gefunden
      http://www.lvwo-bw.de/pb/,Lde/671074

      Danach liege ich mit Jonagold genau richtig. Ich werde es morgen ausprobieren, der Kuchen ist nämlich wieder aus.

      Die Empfehlung, „Und Zesten, mit erdigem Gemüse gekocht, geben Rote Beten aber auch dem Kürbis oder der Süsskartoffel ein wenig sommerliche Frische“ lasse ich lieber, da mir weder Rote Beete, Kürbis noch Süßkartoffeln schmecken. Rote Beete finde ich ganz schrecklich, mindestens wie Schwarzwurzeln…

      PS: Zu meinem Rosenbild, der Frust ist groß, ich bin zu blöd, die Blüte zu malen oder die Farbe halbwegs zu treffen, dabei wurde mir grad in Sachen Farbe ein besonderes Sehen/Verständnis nachgesagt. Ich habe hier auch nicht das richtige Licht, entweder scheint die Sonne rein oder es ist duster, also wahrlich nicht optimal.

      Habe mir etliche Videos auf yt angesehen und je mehr ich sehe, umso blöder werde ich.
      Habe schon zweimal übermalt, gestern mit Grundierung und wenn mich morgen die Wut packt, kommt wieder der schwarz-rote Hintergrund drüber. Nun habe ich billigste Farben genommen, das rächt sich wohl, aber jetzt noch in Profi-Qualität einzusteigen sehe ich auch nicht ein, das muss so gehen. Wenn ich nur nicht immer so hektisch wäre, wäre ja schon manches gewonnen.

      Werde wahrscheinlich das Rosenbild mal zur Seite legen, nebenbei drüber hirnen und ein anderes anfangen, denn hier stehen noch zwei leere alte Rahmen mit breitem Rand und kleinem Falz, die auf Füllung warten. Und die male ich dann auf Karton und nicht auf Leinwand, ich denke, die Farbe flutscht dann besser. Die Maiglöckchen habe ich auf Aquarellpapier gemalt, ging ganz gut, müsste also Acrylmalkarton noch besser gehen, wellt sich zumindest nicht.
      Und wenn ich dann komplett die Wut kriege, male ich die Rose auf Karton.

    • @Renate Simon
      Renate, wenn Sie früher nicht so wahnsinnig schnell auf der Autobahn gefahren währen, dann könnten Sie heute Eigentümer Ihrer Wohnung sein und ohne auf den Pfennig zu schauen bei REWE einkaufen. Vorausgesetzt natürlich, Sie hätten die ausserordentlichen Benzinkosten gespart und das Gesparte in Apple Aktien angelegt.That’s what the Americans. do.

    • Hätte, hätte, Fahrradkette ;-) Likedeeler
      Den Sprit für die schnellen Autos (Firmenwagen) hat die Firma bezahlt, das war nicht das Problem. Aber ne Eigentumswohnung, umbaute Luft? Nicht für mich, ebenso wollte ich kein Haus, nachdem ich den Hausbau meiner Eltern tagtäglich miterlebte. All den Frust über die Handwerker und das ganze Theater nach Einzug mit Fundamente freilegen, Sachverständige, Gericht und Trallala, nee, niemals.

      Hätte ich gespart, ja dann wäre manches anders. Aber wie sage ich immer, ich habe die Wirtschaft angekurbelt mit meinem Geld und nachdem mir das nicht mehr möglich war, ging es ja auch kräftig bergab.

      Zum Rewe ist es etwas unpraktisch, die haben keine Tiefgarage, die wenigen Parkplätze vorm Haus an der Straße sind allzeit belegt und dann meine Tüten den halben Weg nach Hause tragen, nö, also wirklich. Zum Rewe könnte man hier nur spätabends, dann ist da nix mehr los, auch nicht im Gemüseregal. Und ich steh nicht so auf Rewe, keine Ahnung, warum. Ist halt so.

  104. Titel eingeben
    Die Sorten „La Ratte“ und natürlich die „Bamberger Hörnchen“ sind eigentlich auch zu klein und „unhandlich“, aber sie schmecken und sie kosten entsprechend mehr.

    • Habe ich nicht mal über Hörnla geschrieben? Hm.

    • Die von Ihnen genannten Sorten und auch Drillinge
      sind wunderbar als Pellkartoffeln geeignet. Ich schrubbe die Kartoffeln mit der Bürste und esse sie ungepellt zum Hering. Einfach nur lecker und zum Reinlegen ;-)

  105. Trotz zweihundertund ... Kommentaren
    auch hier wieder strikt am Thema! Wunderbar! Nachteilig war bloss, dass ich heute früh eine Stunde später mit dem Arbeiten anfing, weil ich mich beim Lesen vollkommen verzettelt hatte, und die Uhr vollkommen aus den Augen verloren hatte.

    Herzlichen Dank für den Anfang eines guten Tages, hier ist es vergleichsweise mild und sonnig (9°C), und ich walte heute meines Amtes und fülle die Briefwahlunterlagen für den 15. März aus.

    P.S.: WP ist noch immer nicht wieder ‚eingebunden‘. Und posten geht weiterhin nicht von Bord des Mutterkutters aus.

  106. La Ratte...
    … waren es nicht, die die Marktfrau in Nizza anbot, sondern kleine aussortierte Kartoffeln zum Toppreis. Die gingen weg wie warme Semmeln. Unsere Bauern habe diese Marktlücke noch nicht erkannt. Ich mag die kleinen für Rosmarinkartoffeln oder Ofengemüse (halbiert).

    Schon gewusst?:
    http://www.br.de/br-fernsehen/sendungen/unser-land/traechtige-kuehe-schlachten-112~_node-9893deb1-beb7-4db4-86eb-89da5483ba7d_-898ddbfa26d091e005b044e128fa7dd444e57846.html

    • Ich auch! Ich habe einen ganzen Sack davon im Gartoffegammerl.

    • Nu, da sind wir mal ganz top hier!
      Bevor wir hier einzogen, kannten wir das nicht, und haben zunächst dumm gefragt „Drillinge?!?“. Seitdem wissen wir die sehr zu schätzen und unsere Familien und Freunde aus Hesse ebenfalls. Gibt es sogar auf dem Markt. Und wirklich köstlich als Rosmarinkartoffeln!

  107. Titel eingeben
    Ein Traum! Am Wochenende werde ich im Sarntal sein und mir irgendwas für ein paar Euro mehr gönnen. Für sowas lebt man ja den Rest der Zeit als halber Asket.

  108. Päpstlich sein?
    Im Grunde voll einverstanden, finde ich allerdings auch, dass Tiefkühlkost heutzutage besser geworden ist. Bei uns kommt die nicht häufig auf den Tisch, aber zum Beispiel als Himbeeren mit Vanilleeis.
    Oder mittlerweile auch mit Spiegeleiern, Spinat und Kartoffelbrei. Also, Spinat selbst kochen und pürieren ist bestimmt leckerer, auch das Schälen, Kochen und Stampfen von Kartoffeln. Aber die Gourmandise beim Essen diese Gerichtes erlaubt es unseres Erachtens auch, den Spinat dafür aus der Truhe zu ziehen. Wobei die 49 Cent dafür bedenklich sind. Und der Kartoffelbrei, der ebenso für knapp unter 40 Cent für einen Dreiviertelliter grenzwertig scheint.

    Und wenn ich den Spinat auf dem Markt kaufe, und die Kartoffeln dazu, und wirklich selber koche, ist es wahrscheinlich der gleiche Spinat und die gleichen Kartoffeln, unter den gleichen Produktionsbedingungen gezogen wie die in der Kühltruhe im Supermarkt. Nur dass der tiefgefrorene mit weniger Energie – weil minimalem Platzbedarf im LKW – transportiert wurde.

    • Vollwertkost ...
      Beim Verzehr von TK-Spinat, besonders in der Form Rahmspinat, also feinst gehackt, kriegen Sie die maschinell mitgeernteten Mäuse, Würmer, Schnecken, Insekten etc. als Beigabe.

      Sowas, zu 49 Ct, nutze ich immer wieder mal als praktisches Verlegenheitskühlelement zum Transport von wertvolleren, aber wärmesensiblen Lebensmitteln. Dient z. B. prima, gut eingeschlossen in einen Beutel, das ganze dick mit Zeitungen (FAZ) umwickelt, zum Postversand von geräucherten Renken in den darbenden Norden der Republik.

    • Die größten teirischen Beimischungen im TK-Spinat sind Frösche und Kröten.
      Allerdings prüfen die meisten Hersteller regelmäßig während der Herstellung den Anteil tierischer Proteine im Spinatbrei. Ist der Anteil mitgeernteter Frösche zu hoch, wird die Charge aus dem weiteren Prozess entfernt oder „verlängert“.
      Der Froschanteil im Spinat bleibt also immer im Promillebereich.


    • @Rahmspinat: na dann hat man ja Fleisch, Gemüs und Soß in einem.

      Weiß jemand, wieso man früher – meine Mutter machte es nie anders – Spinat und Mangold und anderes, was mir gerade nicht einfällt, immer zu einem Brei gewolft hat? War das früher holziger, nicht so zart wie heute? Mir ist Breigemüse heutzutage höchst zuwider (außer für eine Suppe), ich will das als Blätter oder Stückchen haben, wenn ich TK-Spinat kaufe, dann immer Blattspinat (wenn es Spinat mal irgendwo frisch angeboten gibt, wie immer am Gründonnerstag, stürze ich mich drauf, TK ist nicht so meins).

    • .
      sie könnte auch auch china stammen:
      bei tiefgekühlter ware ist die nichtkennzeichnung der genauen herkunft als durchaus problematisch zu bezeichnen.

      diese tiefkühlware landet ebenso in den kuchen des pâtissiers, wenn es die himbeerschlacht im februar sein sollte. die marmeladenfirmen zeichnen ebensowenig aus, woher ihre früchte sind. ungeklärt ist weiterhin, woher das mehl stammt, woraus die plätzchen gemacht sind.

      im biosupermarkt wird es nicht besser:
      alles schön als organic und bio mit sternchen zertifiziert, hergestellt in eu, allerdings würde ich sehr ungerne beispielsweise gemüse aus polen beziehen, das an dessen östlicher grenze gezogen wurde. und genau diese angabe, aus welchem raum es kommt, wäre durchaus interessant.

      ein wenig ist dies schon mit der vaso di pandora zu vergleichen.

    • Spinatfreunde
      „Die größten teirischen Beimischungen im TK-Spinat sind Frösche und Kröten“

      Na, dann ist ja gut.
      Wenn ein Auge aus dem grünen Brei guckt, ist’s ein Frosch.
      Küsssen? oder frei nach Nietzsche: wenn du lange in den Spinat blickst, blickt der Spinat auch in dich hinein?!

    • Man kann Salat auch frisch kaufen, bei meiner Gärtnerei gibt es ihn schon.

    • Nun essen Sie mal den Unterlingen nicht auch noch ihren Salat weg!
      http://www.yourepeat.com/watch/?v=StY353HKlyQ&start_at=17&end_at=154

      (nach Papaveri e Papere vom Filmvorjahressanremo)


    • und genau diese angabe, aus welchem raum es kommt, wäre durchaus interessant.
      Das enthält man uns schon seit mindestens 30 Jahren vor – solange ärgere ich mich schon darüber, daß der Herkunftsort nicht genauer angegeben ist. Der aktuelle Anlaß damals war Tafelschokolade (wird die bei mir um die Ecke produziert oder 1000 km weiter?), aber es gilt eigentlich für alles.
      Vielleicht sollte man doch mal eine Kampagne machen, für Herkunftszertifizierung.
      „Honig aus EU- und Nicht-EU-Ländern“ ja, gut, aber welche? Etwas genauer wüßte ichs doch schon gern.

    • Jetzt habt ihr mir den Rest zu meiner Packung Spinat gegeben
      die schon ne ganze Weile im Tiefkühler rumliegt. Gekauft, weil ich dachte na ja, Spinat könnteste ja auch mal essen, obwohl ich mich nicht drum reiße, aber nun, nee, ehrlich, jetzt ist er mir komplett verleidet.
      Frösche und Kröten, deren Junge ich auf Lothars Terrasse immer einsammelte und auf den Hang setzte, auf den sie wegen der hohen Mauer nicht kamen, also putzige Tiere, aber doch nicht im Spinat….

      Wo war eigentlich diesen Winter der Grünkohl? Ich habe nirgendwo welchen gesehen, nicht beim Kaisers, nicht im Bauernladen und ich liebe Grünkohl. Werde mich jetzt aber hüten, gefrorenen zu kaufen, nicht dass ich dann auch schon die Fleischeinlage mitgeliefert bekomme.

      Nee wat seid ihr fies ;-)

    • Vielleicht sind es auch nur Kaulquappen?

    • aber aber... Donna Laura...
      Nur weil wo Polen nicht draufsteht, weiss man noch lange nicht wo irgednwas herkommt. Hat es sich noch nicht zu ihnen rumgesprochen wie viele zigtausende Laster durch Europa fahren, nur um Produkte dort zwischen zu lieferen, um dann bei besserer Herkunft (die Stützen Europas) höhere Preise fordern zu können.
      Von all den Milliarden an nie bezahlter aber dreifach abgerechneter MwSt ganz zu schweigen. Erinnern sie sich! Das war vor etlichen Jahrzehnten doch schon mal ein Thema, als man bulgarische Waren so lange über die Autobahnen Europas fuhr, dabei stets MwST in beiden Richtungen abkassierte, bis das Zeug verfault war und entsorgt werden musste, um Platz für die nächsten Ladungen zu machen?
      Das war weit profitabler als das Zug tatsächlich auf dem Markt anzubieten.

    • Renate...
      … gerade Vegetarier sollten jedes kleines Bisschen tierischen Eiweisses und Fettes zu sich nehmen. LDL ist nicht nur schädlich, der Körper benötigt es für die Zellwände und vor allem die Myelinschichten die die Nervenbahnen schützen. Fragen sie Stephen Hawking, oder Muhammed Ali.
      Und ausserdem, in ihrer Konsistenz unterscheiden sich Kaulquappen und sogenannter Rahmspinat ja ohnedies kaum…

    • Grünkohl - @Renate Simon
      Gab es in guter Qualität und schöner Regelmässigkeit in den letzten Monaten jeden Freitag vormittags auf dem Ludgerimarkt.
      Wenn es den Grünkohl weiterhin gibt, fragen Sie doch mal Ihren Bekannten, ob er Ihnen welchen mitbringen kann?

    • Kaulquappen, Tyler, Don
      die Dinger habe ich als Kind gejagt, im Bach hinterm Haus. Was ich bei Lothar einsammelte, waren winzig kleine Kröten.
      Ganz putzige kleine Viecher, man sieht sie auch oft auf Feldwegen in Scharen durch die Gegend springen, wenn’s halt die Zeit ist.

      Übrigens bin ich kein Vegetarier, ein gutes Steak käme mir schon zwischen die Zähne. Was es sonst an Fleisch hat, lasse ich allerdings immer mehr links liegen, es schmeckt mir einfach nicht mehr. Außerdem bin ich weniger am Fleisch, als an einer leckeren Soße interessiert, die es bei mir aber mangels irgendwelcher Braten nicht gibt. Für mich allein einen Schmorbraten zu machen, das Fleisch womöglich in die Tonne zu geben und mich nur an der Soße zu laben, brächte ich nicht fertig. Es wird nichts weggeschmissen.

      Gestern Abend habe ich den Tiroler Speck angeschnitten, dazu noch einen Heumilchkäse, zwei Scheiben Brot und war rundum zufrieden.

      Das Leben kann so einfach sein, manchmal, nicht immer. Die Sonne müht sich raus, fast schon 14°, was will der Mensch mehr. Also nix wie raus, Sonne genießen, Buch vor die Nase, da muss sogar der Apfelkuchen warten.

    • Ach Herr Dippel, der polnische Bekannte
      aus Duisburg hat doch ganz andere Sorgen, als mir freitags Grünkohl zu holen und auch noch nach Düsseldorf zu bringen. Er arbeitet in Moers, fährt zwischendurch zu Kunden oder Leuten irgendwo in der Pampa, die meinen, was ganz Tolles verkaufen zu müssen, um wie gestern Nachmittag festzustellen, dass es Plunder aus den 80er Jahren ist. Ja aber das war so teuer… Ziemlich frustriert rief er dann gegen 20h an, wir telefonieren jeden Abend auf seiner Heimfahrt und besprechen die Lage der Nation, und gestern hatte er einfach nur noch die Schnauze voll wegen dieser völlig vergeblichen Mühe, außer Spesen nischt jewesen.

      Grad im Bauernladen angerufen, ja sie hatten mal welchen, am Stück und auch im Beutel schon geschnibbelt, Betonung auf HATTEN.

      Nun denn, dann bleibt’s bei Semmelnknödeln am Wochenende, die Brötchen sind gewürfelt und dürfen vor sich hintrocknen. Und morgen hole ich mir evtl. ggf. Champignons dazu, wegen der Rahmschwammerln. Sollte mir dabei eine Tüte Grünkohl über den Weg laufen, dürfen die Brötchen noch ein wenig vor sich hin dösen.

      Ich lasse mich morgen überraschen und eigentlich sollte ich jetzt mal den Apfelkuchen backen.

    • Renate
      Da bin ich als undogmatischer Vegetarier mal wieder ganz bei ihnen..

      Wenn schon Fleisch, ein schönes Filet mit Sauce Bearnaise…. und dazu Salat und eine Flasche Fleury.

    • Tyler, Filet mit Sauce Bernaise?
      Das würde mir nicht schmecken, ein Steak muss für mich rare sein, also bluten und dazu wäre eine Soße der reine Frevel.
      Salat, im früher mit Lothar öfter besuchten Steakhaus (wir nahmen dann die Rentnerportion mit 180g Steaks, nachdem die plötzlich 400g Steaks anboten) ja, daheim nicht, einen guten Schluck Wein würde ich mir aber daheim dazu genehmigen. Zum Steakhaus musste ich immer fahren, da war Alkohol tabu und Lothar trank ein Bier.


    • Doch, Filet oder Entrecote medium-rare mit Sauce Bearnaise ist ganz wunderbar, habe ich das erste Mal in Straßburg als Teenager gegessen, bin heute noch angetan davon. Daß die Soße ein wenig angesäftelt wird, stört mich nicht weiter, totgebratene Steaks dagegen sehr.

  109. Danke an Don Alphonso und seinen interaktiven Blogroman mit Veto gegen Katzen
    Es ist, wie es ist, dat Lebben.

    Von der Anerkennungs-Sehnsucht der Frauen bis zum Prozeß der Zivilisation und der – katholisch-protestantischen – Vorsicht vor der „kultivierten“ Befüllungs- und Entlehrungssehnsucht von Körperöffnungen (und dem Statuskitsch darum von denen, die es geschafft haben).

    Vom – illusionären – gerechten, weltweiten Lohn bis zur revolutionären, erzieherischen Ungeduld …bis zur eigenen Sentimentalität.

    Harald Schmidt – mit Verlaub – ist nur ein zeitweises Entspannungsventil
    (man lese zu diesem Typus das brillante Interview mit Joop in der FAZ, wo alle Algorithmen Lack geworden sind).

    Dieses Blog ist wunderbar und – frißt einen auf, wie früher ein guter Film.
    Gute Filme, so sehr sich die Drehbücher selbst besteigen, kann es – bis auf Märchenfilme – in fragmentierten Gesellschaften nicht mehr geben.

    Romanhaftes hat heute, wenn es auch aufklärerisch sein soll, Blog-Charakter.
    Dieser ist prägend. Herzlichen Dank an Alle. Hier wird Kempowski überholt (ohne einzuholen, denn er was einzigartig gegen seine Zeit).

    Und: für die Vögel in Wald und Flur – gegen die Katzen, die die 68iger Westzonenmietzen – hach, ich bin so unangepaßt und unberechenbar – gegen die Sekundärtugenden der Eltern und die Hunde zum Leidwesen der Vögel durch pure Haltung mißbrauchen.

  110. Ode für die Tonne
    Nicht proklamiertes GrobWort des Jahr10t: Lebensmittelmüll.
    Meine Tasse heißt Sonja. Und ich trinke aus ihr.
    Weiß nicht, was soll es bedeuten.
    Eine schon-wieder-nicht-schon-wieder-Freundin will sich freiwillig deschokofizieren!
    Wieviele Erregungsspiralen hat sie nicht schon entsorgt?
    Ein derart umfangreiches Ansinnen.

    Da ist der Betrug, an sich und anderen, –
    die langen Zeiten einer »Ohn«macht, der Komasüße gleich,
    im Dunst von Miasmen. Im Lichtkegel von Neuplaketten.
    Das stumpfe steile Glück im Gehorsam. Der Verhütung.
    Im Dulden. Die Euphorie. Innen wie Außen.
    Der Irrwitz plumper Parolen.
    Vollendete Tatsachen: was willste machen?

    https://www.wikiart.org/en/jean-leon-gerome/diogenes-1860

  111. Nochwas zur hier auch erwähnten achso frischen, warmen Milch direkt vom Bauernhof:
    https://www.google.li/search?num=100&newwindow=1&q=%22louis+pasteur%22&oq=%22louis+pasteur%22

  112. Mit bürokratischen Verordnungen gegen Qualität und Vielfalt
    Leicht OT, aber themennah …

    Was die Discounter nicht schafften, kriegen die Brüsseler Mandarine mit links hin: die Lebensmittel-Informationsverordnung (LMIV) bedroht die gerade in Bayern und Franken verbreiteten und beliebten Kleinproduzenten, Hofläden, Direktverkäufer etc.
    Es muss alles derart aufwändig etikettiert werden, dass sich der Aufwand (Hardware, Software, Programmierung, Zeitaufwand) schlicht nicht mehr lohnt. Wenn der Staat die Einhaltung der Vorschriften rigoros durchsetzt, werden viele aufgeben.
    Man kann es offenbar kaum erwarten, dass alle denselben Industriefraß vorgesetzt kriegen.

  113. OT
    Don Alphonso heute: „Ich darf an der Stelle vielleicht sagen, dass ich es nicht auf Jünger und Gefolge anlege. Denkt selbst, mir ist das zu anstrengend.“

    Hier darf ich nur für mich antworten: Ja, ich gehe auf meinen Pfaden durchs Neuland meist an Ihre Wasserstellen. Regelmäßig sogar als erster Klick.
    Ja, ich empfehle Sie weiter.
    Ihre Angebot sind verführerisch. Wissensbröckchen, -steinchen, -kiesel aus Geschichte, Kunstgeschichte, Tagespolitik, Arkana der Politik und diverser Wissensgebiete kommen in bunter Folge und in großer Zahl auf den Leser zugesprungen.
    Metawissen liefern Sie oder das Kommentariat gleich mit dazu.

    Ja, ich sehe Sie als Lehrer. Als einen geborenen Lehrer, der geduldig wiederholend und fast ohne Tadel Wissen, Haltungen und Anregungen wieder und wieder anbietet.
    In meinen Augen sind Sie aktuell der Professor des κῆπος, des Hedonismus im guten Sinn. Ihre Vorlesungen regen vielfach an.

    Und doch nein. Ich bin kein Jünger. Gefolgschaft im eingeschränkten Sinne – DA ist ein Teil der geachteteten Vordenker. Schnittmengen der Vordenker gibt es, Unterschiede überwiegen.
    Ich lese junge Meinungen wie Anabel Schunke, Ashe Show und M Yiannopoulos, erwachsene Meinungen wie Louise Mensch, Samantha Janney, Frank Schaeffler; Tichy, Broder, Sarrazin, Fischer (im Recht), von Altenbockum, Heike Göbel, Heike Schmoll, Kaube, Gauweiler. Ich lese viel von Joseph Papa Ratzinger und mehr von Luther, Austen, Shakespeare, Kleist.. Denke gelegentlich selbst.

    Sicher kein Jünger, bestimmt kein Jünger. Kein fanatical supporter, nur begeisterter Leser.

    So dürften viel hier empfinden.

  114. Du hast den Soundtrack vergessen...
    Zu diesem Blogartikel gehört eigentlich ein Soundtrack. Hat der Don wohl vergessen. Besonders das Outro (am Ende) trifft es ins Mark… :D

    https://www.youtube.com/watch?v=PX_3cBsGdwU

    • Nette Tapete.

    • Sie hatten doch ...
      … auf einem kürzlichen Foto einen Teppich als „Wandbelag“

      ich handele ja mit Tapeten, aber die hab ich noch nicht entdeckt, Oppulenz muß halt sein.

    • Ja, ich habe am Tegernsee einen alten Seidenteppich an der Wand. Das macht man so, habe ich bei meinem weit gereisten Onkel gelernt.

  115. erpressungsgewinner !
    für die piloten der Lufthansa können gemüse und salat nicht teuer genug sein finde ich !!!!!!!!


    • Eine Bekannte arbeitete zeitenweise nachts beim Lufthansacaterer, ist schon Jahrzehnte her. Die produzierten da so komisches Zeug wie „Stangen-Ei“, 100% totgekocht und „gerecht jeder ein Scheibchen“.

  116. Weitgehendnaturbelassenes zum Füttern und Futtern gibt's mit einer
    Gewissenregelmäßigkeit hier:

    pCZeVTMEsik

    • ...
      In Hotels würde ich nie Rührei bestellen, das bekommen sie fertig und geben es noch schnell in die Mikro. Wenn, dann nur ein Omelette,gern auch mit Tomaten,das muss aus 2 Eiern frisch zubereitet werden.

      Ich muss jetzt noch was tun, ist ja furchtbar interessant hier…


    • In Hotels würde ich nie Rührei bestellen
      Das ist weise, denn, oh ja, da haben wir auch schon so unsere Erlebnisse gehabt.
      1. weichgekochte Eier gibt es hotel/restaurantseitig nirgends, die muß man selber machen. Wegen der Hygiene-Vorschriften, wegen schlechter Erfahrungen, wegen teuer – es gibt sie nicht.
      2. Es existiert sowas wie „Tüten-Rührei“. Das scheint preiswert zu sein. Jedenfalls gab es das mal im Hotel in Mailand zum Frühstück. Schmeckt nicht wirklich, sieht ziemlich original aus (farblich, konsistenzmäßig), ist aber Fake. Nicht empfehlenswert. Vermeiden. Eher auf Marmelade stürzen.

    • Philomena, da kommt es doch auf das Hotel an
      ich habe im Montreux Palast ein wunderbares Rührei vom Koch, der da hinterm Buffet stand und in den Pfannen rührte, genommen, dazu krossen Speck und Würstchen, sahnigen Joghurt mit frischen Früchten, und ebenso habe ich es im Elysee in Hamburg oder in Basel in den Drei Königen, in Bern in zwei Nobelherbergen gehalten. Das Rührei war frisch zubereitet, nix aus der Mikrowelle. Einzig mal irgendwo in Bern, das Rührei lag in Milch, furchtbar, das habe ich dann doch lieber gelassen.

  117. Eher Zweifel als Missverständnis
    @ http://blogs.faz.net/stuetzen/2017/02/14/mit-krieg-und-hummer-gegen-die-verschwendung-7449/#comment-151819

    Sie wollen uns doch nicht erzählen, dass Käse, wie auf den Bildern im Beitrag abgebildet, für Sie etwas widerwärtiges hat, weil er ein tierisches Produkt ist, Sie ihn aber dennoch in sich hineinzwingen, um den armen Bergbauern zu helfen.

    Ich wollte ja nur bescheiden anmerken, dass der Bergbauer zur Sicherung seiner Existenz auch darauf angewiesen ist, seine Viecher zu Schlachten, wenn die Zeit dazu gekommen ist. Nicht zuletzt bleibt ja auch mehr Milch für den Käse, wenn der Metzger dann und wann einem kleinen Kälbchen aus dem Kittel hilft.

  118. Letzter Versuch
    Wir haben als Kinder in Schwaben immer offene Milch im „Milchlädele“ gekauft. Dazu hatten wir Milchkannen, die 2 Liter fassten und wenn man zuhause ankam, hatte man meistens einen Liter davon schon intus. Weil die Eltern nie deswegen geschimpft haben, sondern einen gleich nochmal losgeschickt haben, einen Liter zu kaufen, vermute ich heute, das war ein gemeiner Trick, damit aus ihren lieben Kleinen etwas wird. Vor den Milchlädelen gab es einen neuen Volkssport, der exklusiv von 3-5-jährigen Milch-Sherpas betrieben wurde: das sogenannte „Milchschleudern“. Dabei musste man unter Einstellung einer ausreichenden Tangentialgeschwindigkeit und unter Berücksichtigung der Tatsache, dass im oberen Totpunkt eines mit einer gefüllten Milchkanne beschriebenen vertikalen Kreisbogens die Erdbeschleunigung von der Zentrifugalkraft abgezogen werden muss, sprich: die Geschwindigkeit bereits bei der ersten Umdrehung groß genug sein muss, um die Milch oben in der Kanne zu halten, während im unteren Totpunkt Zentrifugalkraft und Erdbeschleunigung addiert werden müssen, was im Gegensatz zum oberen Totpunkt aber nie das Problem war, die Milchkanne möglichst oft in einem vertikalen Kreis herumgeschleudert werden, ohne die Milch beziehungsweise möglichst wenig davon sich selbst dabei über den Kopf zu schütten. Daher der Name: „Milchschleudern“.

    Oft zeigte sich aber ein anderes technisches Problem, welches nach unseren Berechnungen unter Idealbedingungen eigentlich nie hätte auftreten sollen, in der Realität aber regelmäßig zum Scheitern der jungen Experimentalphysiker führte: die Länge der Beine abzüglich der Länge der Henkel der Milchkanne führte oft zu negativen Werten, wodurch die gefüllte Milchkanne hart auf der Oberfläche dieses Planeten aufschlagen und die nähre Umgebung einschließlich des Versuchsleiters selbst mit einem milchigen Überzug versehen konnte (eine Technik, die abzüglich der Milch später beim Mars-Lander der ESA erfolgreich eingesetzt wurde). Da wir alle kurze Lederhosen trugen, wurde so die Nivea-Lotion erfunden (Creme gab es damals schon).

    Das gab aber trotz dieses intellektuellen Spin-Offs erstens Abzüge in der Haltungsnote, längere Diskussionen, ob in diesem Fall eine halbe oder eine ganze Umdrehung in die Wertung eingehen sollte und zweitens musste der Delinquent zuhause glaubhaft versichern können, die Milch vor lauter Durst getrunken zu haben, worauf, ausgestattet mit 10 D-Pfennig, neues experimentelles Material angeschafft werden konnte.

    Hatte man 5 D-Pfennige übrig, konnte man einen Becher frische Schlagsahne kaufen, was wir als Kinder der Milch natürlich vorzogen.
    Das absolute Ziel unserer nutritiven Sehnsüchte war aber „Eiscreme“, die eigentlich „Ice Cream“ hiess und die es in den 60ern nur in der Kantine der benachbarten US Army Kaserne zu kaufen gab. Bewaffnet mit 50 D-Pfennigen stellte man sich dann vor den Posten am „Side-Gate“ (was immer das auch hieß) und verlangte mit fester, befehlsgewohnter Stimme „ein Package Ice-Cream please, möglichst great“, worauf die Posten regelmäßig salutierten. Gegen Abgabe der 50 D-Pfennige wurde die Ware dann entweder vom Posten selbst geholt, oder man durfte mitsamt des Barvermögens die Sperre passieren und sich zwischen grün gekleideten (damals wehrpflichtigen) US Soldaten in der Kantinenschlange einreihen, die eine komische Sprache sprachen und doch immer zu wissen schienen, dass man mit seinen 50 D-Pfennigen keine extragroße Portion Spare-Ribs mit Ketchup zu kaufen im Sinne hatte, wie alle anderen der grüngekleideten Oberförster, sondern eine Familienpackung Fürst-Pückler Eis (das hieß aber damals anders).

    Eines Tages wollte ich dieses gewohnte Ritual initiieren, wurde von dem Posten aber angezischt, mit etwas, was ich nicht verstand, aber irgendwie klang wie: „Ich solle die Klappe halten“. Nicht willens, diese Insubordination nachgeordneter Dienstränge zu tolerieren, gab ich dem Unteroffizier eine Chance, auf Schwerhörigkeit zu plädieren und wiederholte meine Anordnung in gewohnt befehlsgewohnter Stimme, nur mit stark angehobener Lautstärke. Nachdem ich wieder nur ein Zischen erzeugen konnte, hob ich meinen Ausstoß von Dezibels solange an, bis die US Army bedingungslos kapitulierte und ich von dem Posten persönlich zu einer Gruppe amerikanischer GIs, deutscher Mädchen und eines mit einem gestreiften T-Shirt bekleideten Gitarrenspielers in deren Mitte geführt wurde, wo mir wieder zugezischt wurde, ich solle die Klappe halten „das wäre Elvis“ (diesmal auf Deutsch und von den hochbetagten alten Damen im Publikum, die alle schon 16 Jahre und noch älter waren). Aus lauter Rücksichtnahme gegenüber diesen alten Leuten ließ ich also eine Stunde lang die Gesangsdarbietungen dieses akustisch klampfenden Elvis über mich ergehen, bis ich zu meiner ersehnten Ice-Cream kommen konnte (ich hatte taktisch klug erkannt, daß das auch garnicht eher ging, das mir bekannte Kantinenpersonal saß nämlich auch um den Kerl herum und die Kantine war in dieser Zeit geschlossen).

    Noch Tage danach löcherte ich meine Nachbarinnen (die durch die Tatsache, dass ich ihre Alibis, „bei einer Freundin beim Lernen gewesen zu sein“ einzeln zerlegen konnte, erpressbar waren, was ich nicht tat, zumindestens aber die Tatsache ausnutzte, daß die endlich mal freundlich zu mir sein mussten), wer eigentlich dieser „Elvis“ gewesen sein soll, solange, bis sie mir meine erste 45 RPM-Single-Schallplatte schenkten, auf deren Hülle der Kopf dieses Elvis abgebildet war und ein Lied, daß in der Kaserne auch dargeboten worden war, mit dem Ttitel: „Love me Tender“.

    Ich konnte (ausser „Ice-Cream“) zwar damals noch kein Englisch, aber dass das ein komischer Typ war, dieser Elvis, das war mir sofort klar: der wollte vom Kohlenanhänger einer Dampflok geliebt werden. Komische Menschen, diese Amis.

    • Wir hatten so etwas ähnliches, das muss ich auch mal erzählen. Sehr schön!

    • Die Milch und der Elvis
      Sehr geehrter Exilant, obwohl ich eigentlich keine Milch mag: Wirklich köstlich!

      Nie gab es eine anschaulichere Darstellung der Zusammenhänge zwischen Winkelgeschwindigkeit, Fliehkraft, Erdbeschleunigung und Nivea-Lotion unter Berücksichtigung des oberen Totpunkts mit angehängtem Kohlen-Tender.

      Wenn Sie zusagen, uns auch künftig mit derartigen Beobachtungen zu erfreuen, dürfen sogar Sie als Schwabe sehr gern hierher ins preußische Exil kommen.


    • Ja, das Milchlädele, wo man die Milch in Kannen holte – das gab es bei uns in den 1960ern auch noch. Tütenmilch gab es damals noch nicht, sondern die gruuusige Allgäuer Sterilmilch, die meine Mutter mitunter kaufte, und die mir überhaupt nicht schmeckte, denn ich fand den Geschmack „angebrannt“.
      Und neben dem Milchlädele gab es die Freibank, wo die ganz Unerschrockenen ihr Fleisch holten.
      Ich bin ein großer Fan von pasteurisierter gekühlter Milch, Bolle Berlin war diesbezüglich eine echte Wohltat; andere finde ich schlechter. In den 1980ern sah ich davon ab, in der Schweiz Milch zu kaufen, weil die „uperisiert“ war und noch weit schlimmer als deutsche H-Milch schmeckte. Meine Oma wollte immer heiße Milch und verkochte sie immer, das fand ich geschmacklich auch unschön. Kuhwarme Rohmilch konnte mich auch nicht begeistern, vielleicht hätte sie mir gekühlt geschmeckt, aber so lauwarm nicht. In Kaffee darf auf H-Milch, da merkt mans nicht. Aber sonst finde ich pasteurisierte Milch wirklich am besten.

    • Titel eingeben
      Man konnte sogar in vielen Milchläden die Milch glasweise kaufen, und gleich dort trinken.

      Ja, ja, die Idee vom freien Markt… das wäre schon was… bzw, das war zum Teil früher tatsächlich mal was. Heutzutage? Da wird ein Zombie von Microsoft Bürgermeister in München und was tut er? Er stellt wieder von Linux auf Microsoft und die Bürger (NICHT Berliner, sondern Bayern!) die lassen es mit sich machen und bezahlen.

      Das kommt davon wenn man einer ganzen Generation Zuckerbrause und Red Bull statt Milch in der Nuckelflasche gibt.

    • tdv, wenn Sie von Themen überhaupt keine Ahnung haben,
      könnten Sie auch einfach mal die Klappe halten.

      Ich war mal für so 13 Jahre IT-Projektleiter/Netzwerkadmin und IT Teamleiter. Die offizielle Begründung der Münchner IT für die Umstellung ist absolut nachvollziehbar: Die haben einen Haufen von Spezialprogrammen aller Art, die unter Windows laufen. Und bevor jetzt die selbsternannten IT „Spezialisten“ angelaufen kommen und mit erklären, das könnte doch alles unter LINUX in einem virtuellen Betriebssystem laufen – bitte was? Von dem zusätzlichen Aufwand und den Performanceproblemen mal ganz abgesehen – für viel ältere Software muss selbst in einer reinen WINDOWS Umgebung das unternehmensweit eingesetzte Betriebssystem spezialangepasst werden – sonst wäre nach einem Routine-Update (für einen Privatnutzer) der Bildschirm vieler Anwender zappenduster. Mit einem in einer virtuellen Umgebung laufenden Betriebssystem praktikabel überhaupt nicht machbar.

      Soviel zu dem Thema. Von dem Sie ausweislich Ihres abgesonderten Blödsinns absolut keine Ahnung haben.

      Gruss,
      Thorsten Haupts

  119. Also wunderbar besser geht ja wohl gar nicht bitte noch
    zwei, drei kleinen Anmerkungen vielleicht:

    Vor wenigen Stunden mal spaßeshalber online die aktuelle Meinungsbefragung der deutschen Arbeitgeber in Tunesien gelesen, und die sind da relativ zufrieden mit der objektiven Situation, haben aber Sorge um die zukünftige politische Situation, und zu ihren Arbeitsheften fällt ihnen zu 60% ein, der Hauptpunkt, die könnten doch etwas mehr arbeiten und etwas schneller, das würde der Produktivität auch im internationalen Ländervergleich gut tun.

    Und so ähnlich das ist wohl, so der subjektive Eindruck, mit den afrikanischen Arbeitskräften in Spanien ein wenig auch: Ausgebeutet sind die gar nicht so im Übermaß – wie unserereins es bestimnmt wäre durch falsch-starken Selbstantrieb – weil sie einfach eine ‚etwas langsamere Einstellung haben die auch sehr gesund ist und trotzdem sehr viel Überblick behalten über alles‘.

    Und was dazu eventuell noch nicht gesagt wurde ist, dass so viele genau deswegen kommen, um in der Gurke arbeiten zu dürfen und der Tomate, zeigt wohl, dass die Verhältnisse hier in Europa im Vergleich zu den Hungerverhältnissen ohne Gekd, von wo sie herkommen, offensichtlich immer noch vergleichsweise sehr erstrebenswert sind, und wird man einer krank, dann bemüht sich der spanische Patronen sehr wohl darum, dass seine Arbeitskraft ruxkzuck zu einem gescheiten Doktor kommt, weil der Mensch und die Arbeitskraft wichtig sind – und auch dass ist wohl anders; als in manchen Herkunftsländern.

    Ansonsten war es eben so, dass nun gerade Spanien besonders lieferfähig war, wie man hier vor Ort auch überall sehen konnte und Fotos von machen, durchaus ansprechend.

    Tolle Schreibe, ein perfekter Don.

  120. Titel eingeben
    Was ist eigentlich aus der Vorrats-Empfehlung de Misères geworden? Setzt die hier jemand in die Tat um und wenn mit welchen Lebensmitteln?! Schinken unterm Dach oder irgendwas in der Dose?!

    • Tonnenweise Marmelade.

    • Mei Bestester N° 5
      Nachdem mir die bei der Bundeswehr empfohlenen Überlebenstaktiken (Hühner stehlen, Fallen stellen, mit selbst gebogenen Angelhaken Fischen, notfalls mit einer leeren Fischdose und einer Blechdose zur Reibe gemachten abgeschabter Rinde Notbrot backen, Vogeleier, aber Würmer -näää….. ) im Alter nun doch etwas zu mühevoll und wenig „zielführend“, äh nahrhaft erscheinen, greife ich, auf alte Militärbestände mit EPAs, einen vollen Weinkeller, das 12-Kisten-Sonderangebot einer Sprudelquelle und immer genügend Mehl und Sauerteig im Haus sowie einen selbst gebauten Backofen mit Holzfeuerung zurück. Die vom Schornschtelfäger geäußerten Bedenken, daß in einigen Jahren aus Umweltgründen Schluß mit „Komfortfeuerung“ sein könnte, geht mir dabei sowas am A…. vorbei. Übrigens noch, bei einem Hüttenaufenthalt an der Wertach zog ich so einst, selbst nicht an der festgebundenen Leine, sondern im Haus am Bierkrug, zu meiner Überraschung mal zwei Prachtforellen aus dem Bach (Fischereifrevel jetzt verjährt)
      .
      Hatte letzthin angedeutet, daß ich meine Einsatzpacket- Bestände (EPA), Jahrgänge 1968-1974 aus der ministeriell empfohlenen Vorratshaltung entnommen und ersetzt habe gegen modernere Typen aus der nach-Schmidt- BMVg-Zeit (für den abgedunkelten Teil unseres Landes: Konzentratportion, für TDV: Sento Ryoshoku (戦闘糧食), für unsere Freunde aus der Schweiz: Notriemen
      .
      Lecker, sage ich Ihnen-und so variantenreich wie eine Uni-Mensa, von Dolasse betrieben.
      .
      Typ I:
      Fertiggericht 1: Ravioli mit Champignonsauce 300 g, Fertiggericht 2: Indische Reispfanne 300 g, Zwischenmahlzeit: Grießspeise mit Früchten 150 g
      Typ II:
      Fertiggericht 1: Gulasch mit Kartoffeln 300 g, Fertiggericht 2a: Ćevapčići mit Reis und Gemüse 300 g, Fertiggericht 2b: Ravioli in Champignonsoße 300 g, Zwischenmahlzeit: Obstsalat 150 g
      Entweder Fertiggericht 1 mit 2a oder 2b kombiniert, oder 2a und 2b zusammen.
      Typ III:
      Fertiggericht 1: Hamburger in Tomatensauce 300 g, Fertiggericht 2: Südamerikanisches Gemüsechilli 300 g, Zwischenmahlzeit: Grießbrei mit Obst 150 g
      Typ IV:
      Fertiggericht 1: Linseneintopf mit Mettwurst, Fertiggericht 2: Spiralnudeln in Hackfleischsoße
      Typ V:
      Fertiggericht 1: Tortellini mit Schweinefleischfüllung in Tomatensauce
      Fertiggericht 2: Reis mit Putenfleisch, Tintenfischringen und Garnelen
      Zwischenmahlzeit: Obstsalat 150 g

      Sonstiger Inhalt:
      Der sonstige Inhalt, auf dem Bild zu erkennen, ist immer gleich und lässt sich gegenseitig ergänzen (zum Beispiel Schokolade über Obstsalat, Schmelzkäse über Nudeln oder ähnliches).
      Dosenbrot, Hartkekse, Wurst, Streichkäse (Mehrfachverwendung, auch für Panzerabwehr), Konfitüre, Zartbitterschokolade, Kaugummi, Tee-Extrakt, Kaffee-Extrakt, Kaltgetränkepulver, Zucker, Speisesalz, Kaffeeweißer, Streichhölzer, Erfrischungstuch, Mehrzweckpapier (Papierserviette/Toilettenpapier)
      Wasserentkeimungstablett en (nicht mehr in allen Packungen enthalten, die Chlortabletten wurden aus gesundheitlichen Gründen entfernt)
      .
      Mahlzeit (DdH)

    • Nö, wo sollte ich das Zeug denn lagern?
      Was nützen einem getrocknete Bohnen oder Erbsen oder was auch immer der Minister empfahl, wenn es dann am Strom oder Wasser mangelt. Denn dass ich Wasser in Flaschen kaufe, ja soweit kommt’s noch. Ich warte einfach mal ab, was da noch kommen mag.


    • Wie Frau Simon richtig sagt, ist das alles Blödsinn falls die Wasserzufuhr ausfällt. Da dies bei mir im Haus ab und zu vorkommt, weil mal wieder irgendein Gefummel in einem Bad im Strang ansteht (oder auch Legionellenprüfung oder sonstwas), und das idR ohne Vorwarnung, sehe ich zu daß ich immer 5 Liter stilles Wasser oder Leitungswasser in Flaschen da habe, damit ich mir notfalls damit meinen Kaffee oder Tee machen kann und nicht morgens durstig aus dem Haus eilen muß, Wasser zu kaufen.

    • Kut doch allad so im Leabe, git Sunneschien nach jedam Reage
      Als Kriegskind habe ich immer Vorrat und denke, für 4 Wochen könnte es gut reichen, wenn kein Besuch kommt.Ich koche mit Strom und überlege ernsthaft, mir einen 2-Plattenkocher samt Gasflasche zuzulegen. Platz habe ich genug.Die Dinger haben viele auf ihren Hütten.Natürlich wäre Eingewecktes in dem Fall besser, als Gefrorenes, soweit gehe ich auch nicht.Butter, Milch und Käse müssen mir dann die Pächter bringen, hab ich doch schon alles erlebt…Knäckebrot hält lange…Habe ich Wasser, habe ich auch Suppe – oder so.

    • Messingdosen, definierten Durchmessers
      Ziemlich einheitliche Messingdosen mit Blei/Tombak Verschluss in den Größen

      7,62×39, 5,56×45 und 9×19 mm

      Sehr lange haltbar, in Notsituationen gegen das meiste benötigte eintauschbar.

    • Titel eingeben
      Die Einlagerung von 戦闘糧食 ist weniger zu empfehlen. Selbst für mich überraschend werden die Leute auch in Japan immer mehr, die begreifen, dass in Fukushima nach wie vor alles im Argen liegt. 6 (SECHS!!!) Jahre nach dem „Unglück“ hat man nun doch tatsächlich das nach einer Kernschmelze üblichen Corium unter mehreren Reaktoren entdeckt. Bzw. man war nicht länger in der Lage diese Nachricht zu verheimlichen. Selbst an der Wahrheit der Behauptung man könne die unvorstellbare Massen von Kühlwasser die da minütlich anfallen (und damit ihr euch da keinem Illusionen hingebt: bis in alle Ewigkeit!) irgendwo lagern, und zwar sicher, wird jetzt plötzlich vom Volk der Schafe im Feudalstaat angezweifelt…

      Wir haben Import Dosen Ravioli im Keller und Mayonnaise (einfach mal recherchieren, wers nicht versteht)

      Hier haben so ziemlich alle, etliche Kartons mit je sechs 2 Liter Flaschen Wasser im Haus, denn Erdbeben zerbrechen ja gerne die armen, wehrlosen, dünnen Plastik-Wasserrohre.

  121. "Mein lieber Jung, altes Brot ist nicht hart!!! Kein Brot das ist hart"
    mit Freude habe ich diesen Artikel gelesen.
    Sehr gut!!!!! den sollte man in der Bildzeitung auf die Titelseite bringen!!!
    Aber ich befürchte, selbst dann würden ihn die Konsumenten dieses Blattes ignorieren, weil er keine reißerischen Bilder enthält.
    Und mit Lesen haben es ja sowieso die Wenigsten!
    Meine Großtante sagte mal zu mir als ich so ca. 7 Jahre alt war, und am Brot rumgemäkelt habe, und das ist schon ewig her!
    Robert kann das bezeugen, weil er mich persönlich kennt und weis, wie alt ich bin.
    „Mein lieber Jung, altes Brot ist nicht hart!!! Kein Brot das ist hart“

    • Hunger ist hart. Das muss man aber erst mal lernen.

    • "Muss" man lernen?
      Sie wissen ganz genau so gut wie ich welche unfassbaren Lebensmittel Massen vorsätzlich ins Meer gekippt werden, damit die Preise = Profite nicht fallen.
      Die Lebensmittelproduktion der Welt übersteigt das Bedürfnis von 7 Milliarden bei weitem.

      Statt die Kenntnis davon was Hunger ist zu lehren… sollte man lernen wie gross der Minimaldurchmesser eines Stricks sein muss, mit dem man diejenigen die solche Zustände, verursachen, verteidigen und davon profitieren, an Laternenpfahlen hochziehen kann.


    • @TDV: von derartigen Rachefantasien ändert sich da auch nichts dran. Die Händler und Transporteure müssen halt schon auch davon leben können, wenn das Zeug verteilt werden soll.

  122. Lebensmittelverschwendung
    (nun mit anderem Brauser)
    Asche auf mein Haupt.
    Ich bin auch ein Lebensmittelverschwender. Berufsbedingt mit zwei Wohnsitzen fülle ich gerne meine Kühlschränke mit Vorrat auf. Bei uns im bayerischen (Flach-)Land machen halt am Samstag die Bäckereien um 12:00 und um 13:00 die Metzgereien dicht.

    Auch wenn ich über eine robuste Gesundheit verfüge, Eier die 4 bis 5 Monate über dem Legedatrum sind, landen im Restmüll. (Überigens finde ich die EU-Regelung interessant, daß die Haltungsart auf dem Ei dokumentiert wird, nicht aber das Legedatum – das Wohlbefinden der Hühner wird höher eingestuft als die Gesundheit der Bürger!)

    Ich bin dazu übergegangen, die Brotsuppe wieder zu beleben. Falls es mir gelingt, Leberwurst (die aus der Schlachtschüssel) zu bekommen, verwende ich altes Brot sinnvoll.

    In dem Maße, in der die Kriegs- und Nachkriegsgeneration wegstirbt, verblaßt auch die Erinnerung, daß der Hunger zeitweise auch in Deutschland allgegenwärtig war.

    MfG Haas

  123. @ Renate Simon sagte am 16. Februar 2017 um 12:36 Uhr
    „Nö, wo sollte ich das Zeug denn lagern?“
    „Was nützen einem getrocknete Bohnen oder Erbsen oder was auch immer der Minister empfahl, wenn es dann am Strom oder Wasser mangelt. Denn dass ich Wasser in Flaschen kaufe, ja soweit kommt’s noch. Ich warte einfach mal ab, was da noch kommen mag.“
    .
    „Dann sollen sie ihre Erbsen und Bohnen doch in Saint-Estèphe kochen“
    Frau Simon, ich weiß aber noch, daß Sie Blackout gelesen haben. Was glauben Sie, wie schnell Sie im Fall der Fälle ohne elektrische Kochgelegenheit (und wahrscheinlich ohne Küchenherd für fossile Brennstoffe) ihren Grill auf dem Balkon aufgestellt hätten. Oder ein Holzfeuerchen in einem Backblech, mit Dreifuß darüber. Trinkwasser sollen wir ja in angemessenen Mengen horten. Zur Not täte es auch aufgefangenes gesiebtes Regenwasser, auf dem Lande sogar der Bach. Wenn Fische und Krebse drin leben, kann der Mensch das abgekocht auch eine Zeitlang ohne Schaden zu sich nehmen.
    .
    Ich weiß, ich bin fies. Manchmal wünschte ich mir mal für drei Tage lang diese Gaudi. Ich glaube, ich würde mit dem Wiehern nicht mehr aufhören können. Irgendjemand hatte sich mal so oder so ähnlich ausgedückt: „….diese Sorte Mensch würde im prall gefüllten Supermarkt verhungern.“
    (DdH)

    • Ach was, wenn es mal so weit kommen sollte,
      strebe ich die Endlösung an. Davon abgesehen, Balkon ist nicht, Loggia, deren Decke noch vom Vorgänger rußgeschwärzt ist, was bei den Nachbarn nicht gut ankam. Ich selbst besitze keinen Grill.
      Regen wäre also auch schwierig oder es müsste schon so platschen, dass es von der oberen Loggia über den Ablauf angeschossen käme.

      Wie auch immer, ich frage mich, was ist im Falle des Falles, Philomena berechnet ihre Vorräte für 4 Wochen ohne Gäste, aber nach den 4 Wochen, was macht ihr dann? Dann steht ihr genauso dumm da wie ich, die ich keine Vorräte habe. Allenfalls zwei Brote eingefroren, Butter und etwas Schnittkäse, davon kann man eine Zeit lang leben, aber wozu? Um dann hungrig und womöglich frierend dem Irrsinn da draußen zuzusehen, das Elend muss ich doch in meinem Alter nicht haben.

      3 Tage ließen sich durchhalten und auch ich hätte dann irgendwo ein Grienen, aber glauben Sie, die Leute würden was draus lernen?

    • Hey,
      der Stromausfall soll doch wohl nicht über Wochen gehn? Endlösung? Bei mir nicht so schnell, da müsste ich erst noch Eisenhut, Jacob-Kreuzfeldkraut und son Zeug sammeln und jetzt ist Winter!

      Renate, wissen Sie, was ich verfügt habe?
      Auf meiner Traueranzeige soll eines Tages stehen, oben rechts,

      Das war das Leben?
      Noch einmal! (also sprach Zarathustra)

      Schließlich sind wir nicht auf dieser Welt, um nur dauernd Spaß zu haben…
      Jetzt backen Sie erstmal wieder einen Kuchen.

    • Liebe Philomena,
      das mit dem Kuchenbacken ging gestern nicht, alldieweil ich Dödel Äpfel und Eier noch im Kühlschrank hatte… Tja, wenn man alt und dumm im Kopf wird, muss man halt auf Kuchen warten. Aber heute geht’s dabei.

      Übrigens gibt es nach meinem Ableben weder eine Anzeige noch sonstwas. Wer sollte was anzeigen, ist ja niemand mehr da, der das machen bzw. den das interessieren würde. Ich gehe dann mal ganz still und für billig Geld schwimmen in der Hoffnung, es als Planktonteilchen endlich zu lernen, nachdem vier Schwimmkurse keinen Erfolg hatten. Mein Kopf ist immer so voll und schwer, dass er mir unversehens ins Wasser kracht und den Rest dann mit runterzieht. Muss ein gottvoller Anblick sein, ich als Kerze abtauchend, den/die Schwimmmeister/in zur Verzweiflung bringend. Leider gibt es davon keine Aufnahmen, ich hätte jeden Tag meinen Spaß dran.

    • Ich hatte zwei ledige Onkel...
      …und eine kinderlose Tante,Frau Simon, da haben wir Nichten und Neffen uns gekümmert (und geerbt), was wir aber nur von einem wussten. Ein RA, der einem der Onkel ein 8000pm großes Grundstück abgekauft und nie bezahlt hatte, schaute dumm, als er den Preis und Zinsen für 10 Jahre zahlen musste.
      Hier gibt es ein Ehepaar, die beide Einzelkinder sind und, seit deren Eltern nicht mehr da sind, nur sich selbst haben außer Freunden wohl, die öfter kommen.

      Meine Mutter wollte ursprünglich auch eine Seebestattung. Da wir sie später hierher geholt hatten, liegt ihre Urne nun in unserem Familiengrab…
      Meine Urne wandert auch dahin.
      Das ist halt der Reiz der Vergänglichkeit, wie Midas Dekkers sie beschreibt.Wir alle müssen, jeder auf seine Weise, letztendlich dahin.

  124. Hinzu kommt: "Südtirol, eine schwache und unterwürfige Provinz"
    Am kommenden Sonntag finden in ganz Tirol wieder Feierlichkeiten zu Ehren des Freiheitskämpfers Andreas Hofer statt. Zu Feiern gibt es laut der Süd-Tiroler Freiheit allerdings wenig: denn die SVP habe „aus dem einst so stolzen Süden Tirols eine schwache und Italien unterwürfige Provinz gemacht“.

    Während in den letzten 30 Jahren in ganz Europa Völker ihre Freiheit wiedererlangt hätten und aktuell Schottland, Katalonien und die Färöer-Inseln auf dem Weg in die Unabhängigkeit seien, habe es sich die SVP in Italien häuslich eingerichtet, kritisiert die STF. …
    Vgl. http://www.unsertirol24.com/category/suedtirol/

  125. unsertirol24.com/2017/02/16/andreas-hofer-landesfeier-in-meran-freiheitliche-rufen-zur-teilnahme-auf
    (ich war so frei soeben, der „Gast“) Vgl. auch http://www.unsertirol24.com/2017/02/16/andreas-hofer-gedenken-shb-fordert-freiheit/

    … Hofer ging es niemals darum, ob die habsburg-österreichische oder bayerisch-napoleonisch-aufgeklärte Administration die fehlerfreiere und zeitgemäßere war, er war mehr dafür, dass sein Land nicht beeinflusst und unterdrückt wurde. … (Andreas Hofer, nicht der Norbert Gerwald Hofer)

  126. "...Krieg und Hummer...", hmm, eindeutig zu wenig Hummer hier, muss doch gleich mal
    nbüschen nachwürzen:

    https://www.youtube-nocookie.com/v/cJCDQmLbuFw

  127. Das ist zu schön, vegan mit Schnecken
    gerade bekomme ich den Newsletter von Aldi Süd und einen Lachanfall

    https://s6.postimg.org/xv28sefu9/aldi.gif

    veganer Wein mit Schneck auf dem Etikett.

    • Die Schnecke sieht nach Dali aus...
      Ja, Frau Simon, das ist so. Wo Raupen und Schnecken sind, wird nicht gespritzt.Ich find’s hübsch.

    • Pardon, Miro trifft es besser...
      Text eingeben

    • Hübsch ja, aber
      assoziiert ein Veganer das Etikett dann mit nachhaltigem Weinbau? Übrigens wird auch dort etwas gespritzt, so ganz ohne kommen die auch nicht aus. Ach was hatte Schering/AgrEvo/Aventis nicht alles im Programm für den Weinbau… wir machten ja die Werbung dafür.
      Mir erschien es auf Anhieb wie Spinat mit Kröten. Und ja, der Schneck könnte von Miro sein.

    • Vielleicht denkt der Verbraucher ja...
      …angesichts der Schnecke: trink ich heut‘ nicht, trink ich morgen? Was wird nicht auch alles als glutenfrei beworben, das nie Gluten haben kann?

  128. Schön ist der Satz nicht:
    „Das billige Gemüse und seine Arbeitsbedingungen – und nicht etwa Waffenexporte – treibt Schwarzafrikaner innerhalb Europa nach Deutschland.“

    Er wird auch nicht schöner, wenn man unter „billigem Gemüse“ dasselbe versteht, das den Schwarzafrikaner nach Köln treibt.

    Schön ist aber – wie immer und im übrigen – der Artikel des Don.

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