Stützen der Gesellschaft

Stützen der Gesellschaft

Leben, Bildung, Torten und sozialunverträgliches Spätableben unter Stuck und Kronleuchtern.

Als die Kulturrevolution ein Dirndl trug

| 563 Lesermeinungen

Es ist mit der Liebe wie mit den Pflanzen. Wer Liebe ernten will, muss Liebe säen.
Jeremias Gotthelf

Es gibt Kunst. Die hängt im Museum.

Und es gibt Kunst, die man früher zwar für Kunst gehalten hat, und so teuer wie Museumskunst bezahlte, oder auch deutlich teurer – aber über die ist die Kunsthandelsgeschichte hinweg geschritten, weil sie sich am Neuen und Außergewöhnlichen orientiert. So habe ich beispielsweise hier ein Portrait einer Gesellschaftsdame der Klimtzeit aus einer Salzburger Sammlung mit gesicherter Herkunft, das in Duktus, Expression und Farben genau das verkörpert, was man 1910 als Avantgarde begriff – die Wiener Moderne macht sich darin breit und zündet sich in den Rauchfarben eine letzte Vorkriegszigarre an. Es ist die richtige Epoche und die richtige Region, denn die Kunst war damals zwischen dem blauen Land und Wien entlang der Alpen ausgestreckt, und wenn ich nach Italien radle, komme ich nach ein paar Metern an exakt jener Stelle am Oberbuchberger Hof vorbei, an der August Macke seine Tegernseelandschaft malte.

Was ich aber gerade gekauft habe, ist um 1870 entstanden, und wie man aus der Kunstgeschichte weiß: Damals malten die Franzosen Kunst, und die Deutschen eher Kitsch. Denn um 1870 erschlossen die Eisenbahnen langsam die Bergwelt, darin eröffneten die Grand Hotels, man zog zur Sommerfrische auf die Alm, und erwarb alpenländische Mode für eine Art Bergkostümfest. Im Biedermeier beginnt die Neigung der Damen, das Dirndl der Bäuerinnen zu tragen, weil sie in den eng geschnürten Kleidern mit Wespentaille kaum laufen können. Und ihre Gatten kaufen zur Erinnerung Bilder, die die dort meist weniger komfortabel untergebrachten Künstler oft eher im Aquarell denn in Öl festhalten. Denn so ein Ölbild braucht seine Zeit, ein Aquarell kann am Wochenende gemalt und am Montag bereits an due Gattin des Kommerzienrates verkauft werden. Und so entsteht eine Bildgattung, mit der man Kunsthistoriker jagen kann, aber so war das damals eben, es gab zwei Arten von Künstlern auf dieser Welt: Die einen schnitten sich ein Ohr ab und wurden wahnsinnig, die anderen trafen den Geschmack der Kurgäste, knüpften Kontakte und bekamen Lehraufträge für akademisches Malen in Schwabing. Und ich, ich habe schon ein gewisses Faible für diese Anbiederungskunst, weil sie ein Relikt eines guten Lebens ist, das in dieser Form heute bei allem Fortschritt nur noch wenige genießen. Aber eigentlich will ich auf etwas ganz anderes hinaus, nämlich auf den Mann, der schemenhaft unten links im Bild zu sehen ist.

Es ist 1870, es gibt kein mobiles Telefon, es gibt keinen öffentlichen Nahverkehr, es gibt kein Auto und das Fahrrad hat noch nicht die Berge erobert. Wer in den Bergen an Seen lebt – hier übrigens wahrscheinlich der Schliersee – wandert oder fährt mit dem Kahn. Um von Neuhaus nach Schliersee mit so einem Kahn zu rudern, braucht man schon eine gewisse Kraft und Ausdauer, und weil die Kähne hier so störrisch sind, auch ein großes Geschick. Das ist nicht Venedig mit seinen Gondoliere, die einen durch die Lagune rudern, das sind die Berge, hier ist der Mann noch ein Mann und packt an. Es gibt keinen Zug und keinen Fahrplan, er muss das Boot vom Ufer ins Wasser schieben, und dann die schweren Ruder durch das Wasser ziehen. Das macht man nicht einfach so zur Gaudi. Man macht es, weil es einem wirklich wichtig ist. Sei es, weil man fischen will, sei es, weil am anderen Ufer eine schöne Fischerin wartet. In diesem Fall ist der Mann ein Glückspilz, er ist über den See gerudert und tatsächlich, die Fischerin ist da, herausgeputzt, und erwartet ihn schon.

Wer sie ist? Man sieht hinter ihr in die Küche des Hauses, da sind Teller und Bottiche sauber aufgeräumt. Offensichtlich ist sie nicht nur in ihrem Festtagsgewand eine ordentliche, sorgsame Frau, die gut haushalten kann. Sie ist vielleicht nicht reich wie die Bürgersgattinnen, die auf solchen Portraits gern opulenten Schmuck tragen, aber auch nicht arm. Vermutlich hat sie ihn schon von weitem kommen sehen, denn sie erwartet ihn auf der Terrasse und hat etwas hinter ihrem Rücken versteckt: ein kleines Gebinde aus Blumen und Kräutern, wie es in Bayern im Sommer gern geweiht und dann als Glücksbringer an den Hut gesteckt wird. Man erkennt die Beziehung zwischen den beiden: Er schwenkt seinen Miesbacher Stöpselhut, sie hat etwas für seinen Hut.

Auch sonst ist das Bild erotisch aufgeladen. Wenn man genau hinschaut, hängt neben ihr an der Hauswand ein Kescher, mit dem man Fische fängt, daneben hängt ein Netz, in dem sich so mancher verheddert, und rechts neben der Treppe schlängelt sich junges, heller Grün mit Ranken, herzförmigen Blättern und gierigen, kleinen Greifarmen. Es ist kein Zufall, dass sich die Pflanze da mitten vor die Frau schlängelt. Vor ihr steht ein Topf, und in dem Topf ist ein Stecken, an dem sie eine Blume aufrichtet: Es ist Lychnis chalcedonica, in unromantischen Deutschlandteilen als Scharlachlichtnelke bekannt, aber bei uns in den Alpen heißt sie nur “brennende Liab“. Die junge Frau züchtet da also nicht irgendwas. Es hat alles seine Bedeutung, die roten Blüten wie auch der Stock, an dem sie gedeihen.

Und später rudert er sie vielleicht zum Tanz ans andere Ufer, sie wird dekorativ auf der Bank sitzen, und er wird sich in die Riemen legen. Ich bin übrigens schon selbst mit Frauen auf diesem See gerudert, das ist wirklich sehr romantisch und man macht das besser nicht mit begehrenswerten Frauen weil das endet nämlich äh wo war ich ach so ja also er wird sie rudern und dann gehen sie tanzen. Er wird sich um sie sorgen und sicher über den See bringen, so wie sie sich um ihn gesorgt hat, und ihm ein Gebinde mit Blumen und Kräutern aus ihrem Garten gemacht hat. Der Maler kannte seinen Spitzweg und seinen Conrad Ferdinand Meyer, er wusste, wie man mit Anspielungen arbeitet, und mehr erzählt, als einfach nur ein Treffen am See. Es zeigt zwei Menschen, die sich umeinander bemühen, die Stunden damit zubringen, dem anderen etwas Gutes zu tun, die bereit sind, sich hinzugeben, ohne dass es bereits Sex sein muss. Draussen tobt hier 150 Jahre später ein Wintersturm, aber ich sitze auf dem Sofa, und mir gegenüber ist es Sommer, und zwei Menschen werden sich gleich in die Arme fallen. Das mag nicht Kunst sein, es hat zu wenig abgeschnittene Ohren und entsetzte Schreie, und zu detailgenau ist es auch, aber ich mag das.

Man muss natürlich die darin zum Ausdruck kommende, bürgerliche Moral nicht mögen, das Saubere, die gebremste Offensive, die Ritterlichkeit und die Monogamie, in der sich diese beiden finden werden. Es wird so sein, denn der Weg zu ihr führt entlang eines Geländers mit Herzerln zu einer Brüstung mit dem Kreuz des kirchlichen Segens. Und natürlich werden Fortschrittliche unserer Tage voll Verachtung auf Wilhelmine von Hillern oder Anna Stainer-Knittel  herabschauen, die die höchst erfolgreichen Fortschrittlichen jener Tage waren, und deren Umkreis das Bild entstammen dürfte: Zeigt es doch die Frau im alpinen Experimentallabor der Geschlechter als durchaus selbstbestimmt und im Vordergrund, was mehr als nur eine Verkaufsmasche gegenüber dem bürgerlichen Publikum und den weiblichen Begehrlichkeiten gewesen sein dürfte. In einer Zeit, in der im bäuerlichen Umfeld Zwangsheiraten noch völlig normal waren, ist die Übertragung einer sich langsam wandelnden, bürgerlich-emanzipierten Moral auf das Landvolk zu sehen. Dahinter mag sich damals auch viel Falsch und Selbstbetrug verborgen haben, denn es zeigt den guten Anfang, aber nicht die spätere Ernüchterung. Es ist kein Beckmann und kein Grosz, und man muss schon etwas genauer hinschauen, um angesichts der Anspielungen zu erkennen, dass es etwas mehr als nur bergromantischer Kitsch ist. Keine Suffragette muss dafür schirmschwingend durch das Bild aus den Bergen für den Bürgersalon ziehen, und trotzdem erzählt es etwas über die Gleichheit der Geschlechter, und wie Beziehungen funktionieren können, wenn das Wetter schön ist, und die Beteiligten sich umeinander intensiv bemühen.

All die Autorinnen, die momentan gegen romantische Stimmungen anschreiben – ein neues, modisches Brauchtum der Tinder-Wegwisch-Ära – sind dafür natürlich kaum zu gewinnen, zwischen Stress, Zeitmangel, Erfolgsdruck und dauernder Gereiztheit. Die Einzelkämpfergesellschaft sieht die Beziehungssache auch eher pragmatisch und frei von zartromantischer Färbung, aber dafür durchaus unter dem Aspekt der Nützlichkeit und Effizienz. Da geht es nicht mehr um das Aufhalten von Türen oder gar um das Rudern über den See, da wird auch am Hut nichts mehr angesteckt, um Besitzansprüche öffentlich zu machen. Flexibilität ist auch in Dingen der Zuneigung erwünscht, und die dauerhafte Liebe ist wohl das einzige, an das noch weniger als an die Rente geglaubt wird. Ich wäre der Letzte, der bestreiten würde, dass auch dieses moderne Bild stimmig ist, und kitschig ist da überhaupt nichts. Die blanke Realität mit Leistungsdruck und stetig aufs Neue enttäuschten Erwartungen erlaubt gerade noch einen kleinen Balkon aus Beton mit Blick auf die gegenüber liegenden Häuser, und der mögliche Sexualpartner kommt im Minutentakt aus den grauen Massen der öffentlichen Verkehrsmittel. Es mag schon sein, dass die Heidi-artige Phantasie weit weg von der Realität war, aber man durfte damals noch träumen. Ich weiß nicht, was Menschen , die anderen die langfristige Beziehung, das Plätzchenbacken und das Vorlesen auf dem Sofa schlecht reden, von ihrem eigenen Leben erwarten. Andere wollten es genau so, und sie wollen es noch immer.

Und dazu gehört auch die Symbolik, die gerade um diese Zeit mit all ihren Mistelzweigen, Schaukelpferden und Christbaumkugeln kaum weniger anspielungsreich als so ein Alpenaquarell ist. Die Leute erwarten das von ihrem Leben, und wenn sie genug Zeit und eine reich beschnitzte Hütte am See hätten, würden sie es vielleicht auch im Sommer wieder genau so haben wollen. Mit gegenseitigem Bemühen und dem Wissen, dass der andere einen nicht bei der nächsten besseren Gelegenheit über Bord wirft. Ein Leben ohne Emails, hinter denen Monster lauern, und ohne eine Welt, die in all ihrer Komplexität niemals hinter den Bergen verschwinden will. Die Moderne hat uns den Kitsch genommen und kokoschkantig gemacht, sie hat uns die zarten Aquarellfarben ausgetrieben und stellt uns vor die Wahl, ob wir es schreiend bunt oder monochrom kühl wollen. Es gibt kein Zurück, und wer gern etwas bewahren würde, heisst heute Modernisierungsskeptiker und landet schneller in einer Bertelsmannstudie unter den Problemfällen, als er Netzwerkdurchsetzungsgesetz sagen kann. Weihnachten ist so eine Art Retrokarneval, da darf man sich, weil es die Wirtschaft fördert, ein paar Tage kollektiv der Moderne verschliessen und bei allen drei Teilen von Sisi im TV mit 157cm Diagonale aus China weinen.

Echte Reaktionäre mit überkommenen Rollenbildern haben dagegen einen Hammer und betrachten sie Welt wie ein Aquarell, für das sie jederzeit und an allen Orten einen neuen Nagel einschlagen, um zu zeigen, dass es immer auch ganz anders geht.


563 Lesermeinungen

  1. Kunst und Kultur
    Einfach toll – danke!

  2. Kompliment...
    … wie Sie es schaffen, ein Bild, auf das man erst keine Sekunde verschwenden und erst recht nicht zuhause hängen haben möchte, so liebevoll und detailreich zu beschreiben, dass man es danach wirklich zu schätzen weiß – und sei es nur als Zeuge seiner Zeit.

    • Bitte, es hängt halt vom Ambiente ab. Ich wohne ja in genau dieser Landschaft, da passt es famos hin. Und das Schöne ist, andere wollen das nicht, also kann sogar ein relativ Armer wie ich nir das leisten.

  3. In einer sich ...
    … immer schneller drehenden Zeit verliert sich die Muße … und die Muse leider auch. Wenn der Blick nur noch „dem großen Ganzen“ gewidmet wird, sind die kleinen, feinen, beachtenswerten Details eben nicht augenfällig. Ich danke Ihnen für diese wunderbare Geschichte …

    • Es war mir ein Vergnügen. Details, ja, das giung leider danach verloren, das ist sehr, sehr schade. Man muss nicht mehr genau hinschauen, man muss einfach fühlen, aber ich schaue nun mal gerne genau hin.

    • die Muse, eine Schwester der Muße ...
      … klingt nach einer sehr treffenden Assoziation – und macht auch verständlich warum beide aktuell nicht so in Mode zu sein scheinen.

    • "Das große Ganze" und das Scheitern daran
      kommt mir in den Sinn, wenn ich an Obamas Rede vor der UNO denke, wo er nichts Geringeres als das „Große Ganze“ beschwor…

  4. Titel eingeben
    Kunst ohne hohe Kosten

    Da wird es schwer. Ich soll wissen, ob ich mich zu dem bekennen darf, was mir gefällt.

    conspicuous consuming sehe ich in der gehandelten Kunst. Meinem Kreis oder wahlweise per Tagesschau der Welt zeigen, was mir gefällt, was ich mir leisten kann.
    Das funktioniert im Kleinen genauso.

    Etwas Schön finden kann ich. Erklären leider nicht.

    • Ich habe halt so meine Probleme mit vielem, was jetzt als Kunst gehandelt wird. Ich verstehe es. Ich möchte es aber nicht in meiner Wohnung.

    • Conspicious consuming oder so aehnlich
      Die Texte von Herrn Don gefallen mir auch deshalb, weil keine dieser entsetzlichen Anglismen vorkommen.

  5. Titel eingeben
    Sehr geehrter Don,
    ein wunderschöner Text,
    haben Sie vielen Dank dafür!

  6. ach!
    wunderwunderschön!

  7. Don Alfönso und ie Frauen
    Text eingeben

  8. Ein wunderbarer Text!
    Danke!

  9. Sehr schön
    Ein weiteres Stück Lektüre, das einem den Übergang vom modernistischen zum reaktionären Denken erleichtert. Vielen Dank!

    • Naja, reaktionär sein ist ja heute ganz leicht, man muss nur an Steinigungen und Verbrennungen nicht teilnehmen und keinen Schleier tragen, fertig ist der verstockte Rechtsextremist.

    • Lieber Don,
      das haben Sie schön gesagt.

      Konrad Adam hat auf dem AfD Parteitag in Essen 2015 ähnlich und doch ganz anders formuliert:
      „Als rechts gilt heute, wer einer geregelten Arbeit nachgeht, wer seine Kinder pünktlich zur Schule schickt und der Ansicht ist, dass sich der Unterschied von Mann und Frau mit bloßem Auge erkennen lässt.“

      Wenn ich die beiden inhaltsähnlichen Sentenzen vergleiche, komme ich nicht umhin, eine nicht undramatische Veränderung unserer Gesellschaft in den vergangenen 2 Jahren festzustellen.

    • Nun, in der SZ ist das sicher so, in der Zeit auch, aber nicht im realen Leben. Bein uns werden die Mädchen mit Dirndl und die Jungen mit Lederhose eingeschult, sonst nichts, denn es gibt nur zwei Geschlechter und sonst nur Irre.

    • Reaktionär...
      sind da immer die Modernisten, die den Zug der Zeit verpassen.
      daher sehe ich die Reaktionäre in der alt 68ziger Kultur, die sich selbstverliebt an den Symbolen ihrer Revolution klammert, so wie es die Altvorderen auf dem Bilde auch taten als sie älter wurden.
      Das manche in wütender Reaktion gleich 2 Schritte zurück wollen weil die Protagonisten des letzten Schrittes ihre Ignoranz pflegen ist auch nicht wirklich neu.

    • Die 68er müssen das machen, damit niemand auf die Idee kommt, die Veränderung könnte in Wirklichkeit von vielen gemacht worden sein, und der SDS und die APO wären nur die Furunkal am Hintern eines gemütlichen Gaules gewesen.

    • Irre
      In diesem Zusammengang habe ich die englische Word-Rechtschreibprüfung getestet, um das Ausmaß des Irresein abschätzen zu können. Trigender oder Pangender werden akzeptiert, während Quadridender, Pentagender oder Hexagender rot unterstichen werden. Auch Agender findet keine Akzeptanz. Eine Beleidigung der Quadridender-, Pentagender-, Hexagender- und Agender-Communities?

    • Mei waren die fesch!
      In Putzbrunn (nahe München) im Sept. 2016 eine Einschulung live miterlebt, da zu der Zeit dort aufgrund eines Seminar weilend. Die ganze Familie (familiengeführtes kleines Hotel) war in Aufruhr. Nix Gender, nix queeer!

    • Reaktionär,?&@€(;:/-{#}+%^*£¥$aufhören?weghören?ßßßt
      Glückauf! zu Ihrem schweren und arg schuldbewußten Weg ins
      reaktionäre Denken. All die Steine des trockenen Protestantismus
      die einem da das Gehen so schwäär machen. Hm?
      Auf der Schmmierseife des Modernismus rutscht es sich halt
      müheloser durchs Leben.
      Das geht in keiner Weise gegen Sie, denn Ihre Beiträge sind immer
      hochachtbar gewesen und in meinen Augen so gar nicht „modernistisch“,
      eine Wortqualle, die mir nie über die Lippen will.

      Freundliche Grüsse und nix für ungut.

    • Nun, ich bin ja durchaus auch modern, ich arbeite im Netz, ich kann das, und ich stehe da irgendwie dazwischen. Ich bin auch nicht in Anbetung der Asche erstarrt, ich finde nur, dass gewisse Epochen – Nachkriegszeit, Deutsches Reich, Biedermeier, Leibeigenschaft – zu schlecht dargestellt werden.

    • Verstockt!
      Die Fähigkeit, friedlich inmitten verstockter und verderbter Menschen zu leben, ist eine Gnade und äußerst rühmenswert.
      Thomas von Kempen (1379/80 – 1471), holländischer Augustinermönch und Prediger

  10. Don Alfönso und die Frauen...
    Eine nie langweilig werdende, dennoch unendliche Geschichte. Eingebettet in die Sehnsucht längst vergangener Romantik. Und wie beim Vorspiel auf dem Theater verbunden mit dem Wunsch des Dichterfürsten: „So gib mir doch die Zeiten wieder, wo ich noch selbst im Werden war, wo sich ein Strom gedrängter Lieder ununterbrochen neu gebar.“ Eine wunderbare Träumerei. Aber eines würde mich ja doch interessieren. Wo begegnet der Don jenen männerfressenden Frauen, mit deren verqueren Ansichten er immer wieder kämpfen muss? Die sind doch wohl ziemlich unter sich. Weil für sie für nahezu 100% der Männer uninteressant sind

    • Oh, nur um das klar zu sagen: Mein Ideal ist nicht die Fischerin, sondern die normale, kulturfreundliche höhere Tochter, die ihre Privilegien geniessen kann.

    • Ich habe die Erfahrung gemacht...
      das die typischen Emanzen nicht selten enttäuschte Frauen sind,die ihre Fehler ständig wiederholen und den Männern allgemein anlasten.
      Aber beim nächsten Kerl schon wider dessen Wohnung putzen.
      Die haben das Problem, das ihr Beuteschema genau auf die Männer passt, gegen die sie anschließend kämpfen.
      Deshalb bleiben die höchstens nach vielen Versuchen unter sich.
      Es hat mich als junger Mann doch sehr erschreckt, wie sehr manche von denen diesem Klischee entsprochen haben und keinerlei Hinweis ob diskret oder mit dem Zaunpfahl auf Ohren stieß die hören wollten.
      wenn man die eigenen Vorstellungen nicht der Realität anpassen kann,muss sich eben die Realität den Vorstellungen anpassen.
      Damit will ich nicht bestreiten das es auch viele Scheißkerle gibt…

    • Sie können sich ja mal die Bio der Kritikerinnen anschauen:

      Juliane Leopold ist Ex-Buzzfeed-Chefin und berät Zwangsgebührensender, was immer das sein soll.

      Diese Beautyblogfrau macht ein Beautyblog.

      Und Silke Burmester hat mehrere Beiträge geschrieben, dass sie einfach mehr Geld haben will, auch bei einem Zwangsgebührensender.

      Ich weiss auch nicht, was Erfolg ist, aber so sieht er nvermutlich nicht zwungend aus. Da kriegen sie dann halt SO einen Hals, wenn sie eine Alternative sehen.

    • @D.A.
      Und die normale, höhere Tochter lässt sich von Ihnen ja auch rudern, wie Sie schrieben! Viele normale, höhere Töchter … Also, freut mich zu hören, dass es Ihnen sehr gut geht. Bestimmt kocht Ihnen eine von denen eine Gemüsebrühe und krault Ihnen den Bart in Erwartung des Sommers.

    • Schön wärs, aber nein, ich mache meine Tomatensuppe selbst.

    • @D.A.
      Ich wollte nicht indiskret sein, sondern ausdrücken, dass ich Ihnen gute Besserung wünsche. Und dass ich gewiss vorbei käme, Ihr Leid zu lindern, sprächen Sie nur auf Hühnerbrühe an.

    • einen schönen dritten Advent
      https://www.youtube.com/watch?v=YrLk4vdY28Q

    • Wie nennt man einen ehemaligen Mann? Eunuch. Wie nennt man eine ehemalige Frau? Emanze.
      Wenn die Vorstellungen mit den Realitäten kollidieren, ist das Gehirn bei psychischen Erkrankungen, wie etwa Schizophrenie oder Persönlichkeitsstörungen, ungeeignet zwischen Gedanken und Realität zu differenzieren.
      „Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie Psychologie-Fachzeitschriften und fragen Sie Ihren Psychologen oder Psychiater!“

    • Don Alphonso @ 15. Dezember 2017 um 11:33 Uhr
      Don Alphonso sagt:
      „Oh, nur um das klar zu sagen: Mein Ideal ist nicht die Fischerin, sondern die normale, kulturfreundliche höhere Tochter, die ihre Privilegien geniessen kann.“

      Die findet man am Samstag Abend in der 1. Klasse der Bundesbahn.
      Um die Zeit bin ich neulich gefahren. Ich war der einzige Kerl im Großraumwagen, ansonsten 20 höhere Töchter zwischen 25 und 45, die sich Kräutertee an den Platz bringen ließen. Ich hab mich dann in den anderen Wagen umgesehen, da sah die Quote ähnlich aus.

      Wie das wohl kommt? Ist Bahnfahren die neue Kurztherapie gegen Wochenendeinsamkeit?

    • Die Heimanbindung im Winter ist in ihnen sehr stark. Ich war heute natürlich auch bei der Familie.

  11. nichts alles war schlecht
    Ein wie üblich schöner Text und ich danke an dieser Stelle mal der FAZ, dass sie sich traut andere Töne anzuschlagen und hinter Ihnen und Ihren Beiträgen steht.

    Mir kam beim Lesen die Geschichte meines Großvaters in den Sinn, der 1945 mit Frau und 6 Kindern vor den Russen floh. Die Kinder trugen ihre Schulranzen mit ihren Schulbüchern und ein paar anderen Habseligkeiten, meine Großeltern einen alten Reisekoffer. Darin befand sich auch der Chapeau Claque meines Großvaters, der aus den 30’er Jahren und einer Berliner Hutmanufaktur stammte. Wenn man schon floh, dann mit bürgerlicher Etikette und Hut! Ich lächel immer, wenn ich an diese Familiengeschichte denke. Leider hat mein eigener Vater den Chapeau Claque irgendwann samt Hutschachtel fort geschmissen, mir hätte er gepasst und ich hätte ihn stolz getragen.
    Aber als Gegenfrage zu Ihrem Bericht, glauben Sie wirklich, dass die Menschen so anders sind? Heute geben sich so viele junge Menschen Mühe auf Instagram, Snapchat und Facebook, etc.. zu glänzen. Da wird auch an jedem kleinen Detail gefeilt und versucht die Ästhetik der heutigen Zeit perfekt abzubilden um kryptische Währung ala digitaler Aufmerksamkeit zu bekommen.

  12. Spannungsbogen
    Vielen Dank für dieses wundervolle Stück. Wie Sie sprachlich den Bogen von der oberflächlichen Betrachtungsweise eines Laien über die Detailbeschreibung bis zur finalen Auflösung hinbekommen haben. Von Absatz zu Absatz ein stetig tieferes Eintauchen in die Diskrepanzen und Verirrungen der heutigen Zeit. Großes Kino.

    • Danke, das freut mich, weil es aus dem Fieberwahn heraus entstand.

    • @Laurentius
      Dem kann ich wirklich nichts hinzufügen. Grosses Kino in der Tat! DA sei gedankt.
      Ebenfalls Grosses Kino zeigt in der heutigen Ausgabe von FAZ.net sein Kollege Jakob Strober Y Serra mit seinem Reisebericht über die kanadischen Rockies unter dem Titel „Das ist kein Champagner, das ist Wermut“.
      Sehr lesenswert.

  13. modern & cool oder lieber altmodisch schön?
    wie sagte doch meine Tochter (5) gestern, auf die Frage, ob wir das Sweatshirt mit dem feschen Dinosaurier-Aufdruck, das ihrem Bruder schon wieder zu klein geworden war, für sie aufheben sollten: „Der Pullover ist total cool. Aber ich will ja nicht cool, sondern schön aussehen.“ In diesem Sinne: Frohe Weihnachten!

  14. Na das sieht doch recht Hygge aus
    das Bild. Aber in einem vom Don verlinkten Text musste ich mich belehren lassen, dass hygge dazu dient Frauen am Herd zu halten. Darauf einen Darjeeling aus der Silberkanne!

    • Ich bin leider zum Kräutertee verdammt. Sie finden bei der SZ auch noch einen von Frau Burmester, die auch die Unterjochung der Weiberleut fürchtet.

    • Gute Besserung!
      Kräutertee-Sie ärmster. Ich bleibe auch bei Krankheit lieber beim grünen Tee.
      Burmester hab ich gern gelesen als sie für die TAZ die Frontreporterin gab, aber seitdem fährt sie nur noch die Feminismusschiene. Und in diesem Text im Süddeutschen Beobachter geht es bezgl eines gefühlten Frauenbildes natürlich auch nicht ohne Kurzschluss zu Hitler. Traurig.

    • Kräutertee
      Sie Bemitleidenswerter, ein Leben im Kräutersud (Tee möchte ich das nicht nennen) ist doch ein verlorenes Leben.

      p.S. Ich bevorzuge übrigens Ceylon oder Assam, Darjeeling ist mir immer zu lasch, da schmeckt die Milch so vor.

    • zum Kräutertee verdammt
      Don,

      ich hoffe das hat sich schon wieder gelegt.

      Ansonsten, bzw. fürs nächste Mal ein heißer Tipp vom Äquator, wo die „Grippe“ typischerweise schon be 25 °C kommt:

      Frischen Ingwer (zermörsert) mit Honig mit heißem Wasser, einschließlich jeder Art von Tee, oder auch aufs Butterbrot!

      Wenn Sie bald genug damit anfangen, wird sich Genesung deutlich beschleunigen.

      Der Ingwer kann auch prophylaktisch in Honig eingelegt werden (fein geschnipselt reicht) und Wochen oder Monate auf den Virus warten…
      Beim aufgedunsenen chinesischen wird man mehr brauchen, beim hiesigen ultrascharfen werniger…

    • Danke, so leicht ist es leider nicht, ich bin Allergiker und das ist eine folgeerkrankung.

    • Re: Kräutertee
      Ich und meine Familie trinken das ganze Jahr über Kräutertee: Melisse und Pfefferminze im Wechsel, gewuchert im eigenen Garten. Das Zeug wächst wie Unkraut, da kommen ohne Mühen ganze Jahresvorräte zusammen.

      Mir konnte noch niemand glaubwürdig erklären, warum ich einen so herrlichen Durstlöscher wie einen kühlen Pfefferminztee nur zu mir nehmen dürfe, wenn es mir schlecht ginge.

      Wer denkt, er müsse sich mit Sternanis, Kamille und Fenchel quälen, ist selber schuld.


    • @Wassermann: seit ein paar Jahren ist allüberall ganzjährig Ingwer zu finden, und Ingwertee ist geradezu Mode. Das mit dem Einlegen in Honig ist eine gute Idee zur Haltbarmachung, werde ich mal ausprobieren.
      @Schönwetterschreiberling: wie machen Sie das, Melisse zum Wuchern zu bringen? Ich kenne das nur so, daß die wuchernde Pfefferminze die schüchtern-zarte Melisse völlig verdrängt.
      @DA: wünsche gute Besserung, vor allem mit dem Kopfweh und dem Fieber. Vorschläge zu Trostleckerlis habe ich keine, mangels weiterer Erfahrung mit derart Weh, allenfalls Orangensafttrinken gegen den hitzigen Durst. Es ist halt Erkältungszeit und da erwischt es einen schnell.

    • @Frauke Amgelin: Darauf einen Darjeeling aus der Silberkanne ....
      … oder in den kalten Tagen einen weichen, kräftigen und vollmundigen Assam-Tee mit oder ohne Milch/Sahne. Die Assam-Tees variieren von herb-würzig bis hin zu malzig (Top-Assam), beinahe süß!
      Ich trinke den Bio Assam Malty FTGFOP-Aufguss pur (Nach Gusto 3-5 Minuten ziehen lassen) aus einem ererbten, umweltverträglichen Sterlingsilber-Becher mit Innenvergoldung.
      Falls Zuckerbeigabe gewünscht dann natürlich nur unraffinierter Bio-Rohrzucker (Jaggery) aus Indien.
      Habe die Ehre!

  15. Ohrläppchen abschneiden (Simon im Garten Gethsemane)
    Die Geschichte van Goghs ist eine Jesusgeschichte (er stammte aus einem Pfarrershaushalt, die Familie nicht reich, aber gebildet.). Totales Scheitern im Leben. Im Nachleben dann Übergross, alles Überstrahlend. Man muss die Werke immer im Zusammenhang mit der Biographie des Künstlers sehen. In der Hinsicht hatten die kommoden akademischen Maler nicht viel zu bieten.

    • Bevor ich mir ein Ohr abschneide, habe ich lieber ein schönes, langweiliges Leben.

    • Gogh
      So viele kenne Ich nun auch nicht, die sich ein Ohrläppchen abgeschnitten hatten.

    • Im Nachleben dann Übergross
      Das wünschen sich viele.
      Es sind oft Teile von Sterbefantasien.
      Ich weis natürlich nicht was sich
      van Gogh wünschte.

      Ich kenne das mit dieser Art Fantasie.
      Wenn man welche hat sollte man zum Psychologen gehen.
      Für die Weltrevolution oder Allahs Größe sterben zu wollen
      weil einem ein normales Leben nicht gelingt ist nachvollziehbar
      aber blödsinnig.

      Psychiater versuchen solche Leute normalerweise
      zu behandeln mit dem Ziel die Fehlentwicklung
      zu verändern.

      Politiker nutzen Sie für ihre Zwecke.

    • Ich bin froh, wenn ich eine Weile in angenehmer Erinnerung bleibe und dann vergessen werde.

    • Alles eine Frage erhaltener Aufmerksamkeit? - Beim Don wohl ausreichend.
      „Bevor ich mir ein Ohr abschneide, habe ich lieber ein schönes, langweiliges Leben.“

      Langeweile ist so eine hohe Kultureigenschaft. Sie macht das Leben lebenswert – wer sie aushält.

    • @Thomas
      Die einen Pfarrerskinder scheitern, messern sich Ohren ab und ernten großen Ruhm erst im Nachleben. Andere werden schon zu Lebenszeit als Übergroß („Mächtigste Frau der Welt“) verklärt und verehrt, werden aber spätestens im Nachleben als total gescheitert erklärt werden müssen, weil sie die Hauptschuld für massenhafte messernde Ohrenabschneidereien tragen…

      Da sind mir doch die vita und die Hinterlassenschaften eines van Goghs – so sehr er auch selbst gelitten haben mag – doch um einiges lieber…

    • _
      Puh..
      Und Psychiatrie wäre nun keine Politik?
      Ich habe hier nun keine Lust, Beispiele zu nennen, da pflege Ich eh meine Langeweile.

      Klaus Keller:
      „Psychiater versuchen solche Leute normalerweise
      zu behandeln mit dem Ziel die Fehlentwicklung
      zu verändern.
      Politiker nutzen Sie für ihre Zwecke.“

    • Langeweile
      „Langeweile ist so eine hohe Kultureigenschaft. Sie macht das Leben lebenswert – wer sie aushält.“
      Schopenhauer sagt: „Demgemäß sehen wir die großen Geister aller Zeiten auf freie Muße den allerhöchsten Wert legen. Denn die freie Muße eines jeden ist so viel wert, wie er selbst noch ist.“
      Außerdem: „Ein geistreicher Mensch hat in gänzlicher Einsamkeit, an seinen eigenen Gedanken und Phantasien vortreffliche Unterhaltung, während von einem Stumpfen die fortwährende Abwechslung von Gesellschaften, Schauspielen, Ausfahrten und Lustbarkeiten, die marternde Langeweile nicht abzuwehren vermag.“
      So bekommt jeder, was er verdient ;-)

    • @Hans_Nase: Im Volk überlieferte althergebrachte und gängige Lebensweisheit!
      „Pfarrers Kinder, Müllers Vieh geraten selten oder nie“

  16. Dieser Text, musikalisch ausgedrückt
    Wie immer gut geschrieben.
    Damalige Emanzipation musikalisch ausgedrückt
    https://www.youtube.com/watch?v=dnI916UbLcU

  17. Jedes wort ein Treffer
    So schön, vielen Dank und besinnliche Feiertage!

  18. Und erst die allerliebsten...
    Füßchen, erwartungsvoll auf die Zehenspitzen gestellt! Ich kann keinen Kitsch erkennen.

    • Naja ... :-)
      Text eingeben


    • Ja, die Füßchen, die sind bei näherem Besehen etwas arg unglaubwürdig klein, wenn man sie mit den Händen vergleicht. Ich meine, Lotusfuß war doch eher in China…

    • Nicht nur dort schätzte man kleine Füsse.

      Wissen Sie, warum Teekannen der Zeit schwarze Henkel haben= Damit Damenhände dagegen möglichst weiss aussehen. Und oft half man mit Quecksilbercreme nach. An den Händen.


    • Damit Damenhände dagegen möglichst weiss aussehen
      Ja, die „sportliche Sonnenbräune“ ist definitiv eine Moderichtung des 20.Jhdts., nicht des 19. – war im Spätsommer im Sonnenschirmmuseum in Gignole. Da gibt es Exemplare aus dem 18. und 19. Jhdt, auch ein paar Photos, wie die Damen damit promenieren. Um den Lago Maggiore gab es wohl in so ziemlich jedem winzigen Dorf Sonnen- und Regenschirmmacher, deren Produkte dann in Mailand und Turin in den angesagtesten Läden hingen. Speziell die aus dem 18. Jhdt. waren recht winzig (und hatten einen Klappstock), die Accessoire-Eigenschaft war wohl wichtiger als die Funktion – vermutlich gab es auch eine „Sonnenschirmsprache“ bezüglich erwünschter oder weniger erwünschter Annäherung; eine „Fächersprache“ soll es ja gegeben haben.

    • Fächersprache gab es wirklich.

    • Füßchen
      „Ich meine, Lotusfuß war doch eher in China…“

      Big tits, little feet…
      ;-)

      https://www.youtube.com/watch?v=ERT-lZvYYuA

  19. Das wäre Kunst, ohne abgeschnittene Ohren und entsetzte Schreie, und detailgenau, ich mag das ...
    … könnte man auch sagen, um das Establishment zu ärgern!

    Kunst kommt ja von können, meistens ist es nur Wunst (von wollen) – wie einer meiner giftigen Lehrer zu meinen pflegte.
    Es gibt Munchs, die bei mir darunter fallen…

  20. Respekt vor Ihrer Zunft
    werter Don Alphonso; unglaublich was man alles sieht wenn man sich auskennt; dafür herzlichen Dank, und, bei Gelegenheit bitte mehr.
    Mit freundlichem Gruß!

  21. Die blecherne Zeit, in der wir leben
    ist wesentlich nichtssagender, verrohter und letztendlich kitschiger als das beschriebene Bild. So kitschig kann etwas gar nicht sein, dass es nicht ernst genommen werden sollte wenn es echt und unverlogen ist. Manche Filme, die vor 30 Jahren als Action-Entertainment galten laufen (nachdem sie lange genug „abgehangen“ sind und gereift haben) heute auf Arte. Wenn man sich den rotznäsig-unreifen, einer filmischen 5-Minuten Terrine entsprechenden, klischeeüberladenen und aus ausgelutschten Monotoniebausteinen bestehenden Actionmüll von heute ansieht, dann erscheint dagegen „Bullitt“ mit Steve Mcqueen (damals nichts Besonderes) wie ganz große Kunst.

    Vieles braucht Zeit um zu reifen, um richtig gut zu werden, um Geschmack zu entwickeln, aber diese Zeit ist in unserer von Schnelllebigkeit geprägten Epoche kaum noch vorhanden. Daher kann Letztere als die der Geschmacklosigkeiten gelten und der verhetzte Männerhass der im Globalisierungsstrudel sich drehenden Kampfemanzen ist nur eine Ausprägung davon.

    Was soll man von dieser Epoche halten, die geprägt ist von 20-jährigen Nerds mit Backenbart, Geheimratsecken und Milchflaschenbodenbrille, von tätowierten Spießern? Die unkontrolliert hin und her schwankt zwischen sinnlichkeitsbefreiter Promiskuität und der nur etwas sinnenfeindlicheren neuen Prüderie? Pressemeldung dieser Tage: man überlegt ob man in der Formel 1 die grid-girls abschaffen sollte. Nur ein weiterer Beleg für die schlimme Krankheit dieser Gesellschaft, wo der Hass und das Hässliche zelebriert werden und wo das Schöne unter den gespaltenen Hufen des immer weiter multiplizierten Satans zertrampelt wird.

    „Der Feminismus wurde von hässlichen Frauen erfunden um sich mit seiner Hilfe in die Gesellschaft zu integrieren“, erkennt Charles Bukowski messerscharf. Und es ist der Neid der Hässlichen auf das Schöne, der zu solch krankhaften Auswüchsen geführt hat.

    Und der Hassfeminismus ist nicht der einzige kalte Exzess, von dem unsere Gesellschaft geschüttelt wird. Unter der Tarnkappe der Zwangsspaßgesellschaft sind nur Ödnis, Stress, Hetze, Hektik, Uniformität, Monotonie, Langeweile. Mechanisierter Konsum, Glück vom Fließband, das Leben als Konserve. Es gibt Geldmacher die keine Zeit mehr haben, ihr Geld noch genießen zu können, und die Selbiges damit machen, dass sie andere im Stresshamsterrad laufen und auf gepackten Koffern leben lassen.

    Sobald etwas soweit entwickelt ist, dass sich genug Reife anbahnt um es genießen zu können wird es schon durch etwas „Neues“ ersetzt, das dann ebenfalls das Stadium der Reife nicht erlangen wird.

    Und um den Ganzen die Krone aufzusetzen wird dieser ganze blecherne Müll, dieses ganze geschmacklos-ungenießbare Gebräu aus schon Erbrochenem und noch zu Erbrechendem abgeschirmt von einer gigantischen Fassade verlogener Pseudomoral, von satanischen, sinnentleerten Zwangsübungen wie „political correctness“, „virtue signalling“, „gender mainstreaming“, etc.
    Industrialisierter Moralfaschismus. Globalisierte Massenverblödung. Entmenschte Gleichmacherei.

    Ich will die Stimme der Natur hören. Und nicht wertvolle Lebenszeit vergeuden mit dem ganzen oben beschriebenen, vom Beelzebub regierten Kehricht.

    Ich verweigere mich der Hässlichkeit nur noch.

    • Clint Eastwood
      Die größte Kunst, cineastisch, wie mit einer verirrten Gesellschaft umgegangen werden muss, um diese wieder zum Rechtsstaat zu machen.
      Dirty Harry !!!
      Die alten Recken, zeigen, wie richtige Demokratie funktioniert !
      @Don, schöne Bildbeschreibung zur rechten Zeit.
      Lassen sie doch die Femfasch… ihren Schmutz machen, die sind so einsam, in ihrem verhetztem Leben.

    • Eine Eastwoodanspielung ist bei mir in praktisch jedem Text.

    • Klasse!
      Text eingeben

    • @Schumi
      Naja, das mit dem „Dirty Harry“ passt ja. „Harry“ bin ich und „dirty“ bin ich auch (ich bemühe mich zumindest, denn damit sticht man aus der gesichtslosen Masse der von allen Eigenschaften befreiten Monotoniemenschen heraus). Nicht so extrem wie Eastwood natürlich (und er ist es ja auch nur im Film).

      Mein Lieblingsclip von ihm (wenn der DON ihn denn bringt, denn möglicherweise hat er Angst, dass politisch korrekt-verblödete Weicheier von heute jetzt rufen „rassistisch“; was natürlich quatsch ist, denn der afroamerikanische Schauspieler der Szene war in einer späteren Folge ein Art Filmpartner von Eastwood):
      https://www.youtube.com/watch?v=8Xjr2hnOHiM

      Noch eine Eastwood-Empfehlung: „Coogan’s Bluff“ von 1967, genauso gesellschaftskritisch wie die „Dirty Harry“ Sequels, aber nicht ganz so gewaltorientiert-eher subtil.

      I hope you feel lucky, punk!

    • Sammlung Brandthorst in München
      wollte mein Sohn einmal anschauen. Irgendwie fand er, es sei jetzt Zeit für Gegenwartskunst. Nach zwei Stunden hinausgehend schauten wir einander an: „Du, das ist doch zu 80% Kitsch!“ „Ja, und davon stammt mehr als die Hälfte von Künstlerinnen.“

    • @"Harry Charles" : Die saure Zitrone der Wahrheit
      Den von allen Eigenschaften befreiten, verwurmten Doofmichel vereint
      nichts anderes mehr als Konsum, Selbsthass, Selbstverachtung!

  22. Zauberhaft
    Dieser Text hat mich sehr
    berührt.
    Ja, Don, bitte machen Sie mehr
    Texte über Kunst.
    Schönes Weihnachtsfest.

  23. Titel eingeben
    „Ich weiß nicht, was Menschen , die anderen die langfristige Beziehung, das Plätzchenbacken und das Vorlesen auf dem Sofa schlecht reden, von ihrem eigenen Leben erwarten. Andere wollten es genau so, und sie wollen es noch immer.“
    .
    Ja. Danke.

    …und das Klicken auf die Links bei „All die Autorinnen, die momentan gegen romantische Stimmungen anschreiben“ …spar ich mir.

  24. Miesbacher Stöpselhut
    Auf den hier gezeigten Bildausschnitten kann ich beim besten Willen nirgends ein Boot entdecken. Das klobige Ding, auf dem der „Fischer“ steht, sieht eher wie ein aufgeklappter Sarg aus.
    Auf mich wirkt das sehr deprimierend.

    • "aufgeklappter Sarg"...?
      – Und der Deckel schwimmt außerhalb des Bildes? Ein Sarg mit Sitzbrett für die Nekrophilen?

      „Boot“ ist begrifflich leider sehr weit und ungenau definiert, hier wäre vielleicht „Nachen“ etwas zutreffender gewesen.

      Liebe/s/r @skag, dem Reinen ist alles rein, und den anderen ist alles *hüstel* irgendwie eine böse Zumutung.

    • Depimierende Wirkung des Bildes
      Schonmal einen Rohrschachtest gemacht?

    • Schlierseekrimi
      …und die Pflanzen in der rechten Hand sind auch kein Schmuck für den Stöpselhut, sondern Tollkirschen. Mit denen möchte die Dirndldame den Miesbacher Stöpselmann selbstverständlich vergiften.
      Welch ein kolossales Untergangsgemälde!

    • Immer nur das Böse sehen, dös homma gean!

    • die Anmutung
      ist schon etwas süditalienisch.
      Es schaut aus, als ob der Galan mit einem Bein schon einzementiert wäre und sein Heil nicht mehr in der Flucht suchen könnte.
      Diese schwimmenden Kindersärge scheint es noch immer zu geben, allerdings nicht am Bootsverleih am Südufer.

      Wahrscheinlich ein auf alt getrimmtes Bild der letzten Stunden eines Baumagnaten der Schlierseemafia, der in den 2015er Wirren erst sein Glück gemacht zu haben schien, dem jedoch letztendlich seine Liebelei mit einem Transgender mit grünem Daumen zum Verhängnis wurde.
      Man sollte die Geschichte hinter einem Bild schon genau recherchieren.

    • Ein Fk ist da mindestens eingebaut,
      ruft Einer dem Miesbacher Stöpselhut von ennet der Grenze zu.

    • @skag
      Tollkirschen enthalten Atropin, welches auch „Belladonna“ genannt wird, weil es sich die Damen früher in die Augen geträufelt haben, um weite Pupillen zu bekommen, was als „schön“ galt.

      Die Donna wartet also auf ihren Don und hat sich ein bisschen aufgedonnert, denn gleich lassen sie es donnern.

    • Die gehen erst tanzen, denn es ist hell.

    • Negative Vibrations
      Wenn hier schon alle ihren morbiden Pessimismus zelebrieren, könnte ich noch den Verdacht hinzufügen, dass das Kunstwerk von einem ganz anderen Künstler stammt, einem, der, nach einer CD mit kürzlich „declassified“ (von der Geheimhaltung nicht mehr betroffenen) Dokumenten von CIA und FBI bis Anfang der 60er Jahre weltweit gesucht wurde. Das ist schon deshalb verwunderlich, weil wir doch alle der Meinung sind, da wäre er schon längst tot gewesen.
      Laut diesen Dokumenten wurde der Spur, über die ich nichts als einen Bericht des argentinischen Fernsehens (auf Englisch) auf Youtube (mit Interviews von Augenzeugen) gefunden habe, tatsächlich nachgegangen. Das ERGEBNIS der Untersuchung unterliegt aber weiterhin der Geheimhaltung.

      Ich bin kein Verschwörungstheoretiker. Aber das finde ich merkwürdig.

      Die Landschaft der Provinz Cordoba in Argentinien, wo sich das Eden Hotel in La Falda befindet, entspricht ziemlich genau der in dem Bild dargestellten, auf dem die Berge nämlich merkwürdigerweise unbegrünt sind, was entweder auf Hochgebirge oder eine Landschaft ausserhalb Europas schliessen lässt (oder einen Künstler, der auf dieses Detail keinen Wert gelegt hat).

      Ausnahmsweise, weil er die einzige Quelle ist, nochmal einen Link auf UTube.

      https://is.gd/FXcH1s

    • Keine Sorge, es ist wirklich Bayern.

    • Positive vibrations
      Lieber Thomas Marx,
      wenn man Sie vor das „Floß der Medusa“ setzen würde, was würden Sie sehen? Einen romantischen Action-Rafting Event im vintage style?

    • @skag
      Auf die „Méduse“ wäre ich nur gestiegen, wenn man mir versichert hätte, dass sich auch ein oder zwei Deutsche an Bord befinden. Aus meinen 10 Jahren beruflicher Tätigkeit in Frankreich ist mir unter aderem nämlich eines in Erinnerung geblieben: Die französische Psyche ist dem Geist der Schönheit ergeben, Funktion kommt darin nicht vor.

      Bei den Deutschen ist es genau umgekehrt.

      Genau das sieht man auch an der Schiffsbesatzung der Méduse. Einem Franzosen kann man eben nicht erklären, daß es von A nach B eine Gerade als direkte Verbindung gibt, ausser, das ist zufällig auch der schönste aller Wege (den der gemeine Franzose immer wählt).
      Das Floß, das die Medusianer da gezimmert hatten, war deshalb bestimmt ein sehr schönes Floß. Das es nicht schwimmen würde, hätte ich denen vorher sagen können.

      Aber dann wäre dieses Zeitreisenparadox entstanden: dann wäre nämlich ein Deutscher (ich) an Bord gewesen, der zum Entsetzen von 305 französischen Schöngeistern so lange an ihrem Elaborat herumgenörgelt hätte, bis es nicht nur von selber geschwommen wäre, ohne dass den armen Schöngeistern schon beim Einsteigen das Wasser bis zum Halse stünde, sondern man hätte es auch mit eigener Kraft in eine selbst gewählte Richtung bewegen können.

      Damit hätte sich der Rest, Kannibalismus etc., von selbst erledigt.

      Als „Dank“ hätten sie dann main Floß vor dem Centre Pompidou
      ausgestellt. Als (nur hinter vorgehaltener Hand kommuniziertes) Beispiel, was die Deutschen für hässliche Flösse bauen.

      Und einen Stadtteil in Paris hätten sie nach mir benannt: Marx-Dormoy.
      („Dormoy“ heisst übrigens: „Tragfläche“).

      https://is.gd/2F9ZXh

    • "Ein kleiner Nachen...
      .. führt wohl auf Bächen und Lachen; aber auf Meereswellen würd´ er zerschellen.“
      .
      Dieses ständige Genörgel am Maler. Der Mann war ein regionaler Lüftlmaler und sicher kein Fragonard oder Pousin. Und für seine Belange war er gut, sehr gut, finde ich.
      .
      Perspektive aus der „cinquième étage“? Nun, begebe er sich doch mal an die Schwelle des gästeempfangenden Teils am stark schräg ansteigenden Ufer eines Sees, Bootshaus Albatros in Klagenfurt oder nur mal beim Ruderclub Heilbronn. Ein Niveauunterschied in Höhe des Dogenpalastes in Venedig kommt da schon mal zustande.
      .
      Und der @ Don sagt so leichtfertig dahin, dass man den 70er-Krieg in Bayern kaum bemerkt hätte. Seine Bayern waren die größten Berserker
      und von allen die beim Dschangele Gefürchtesten. Er solle mich nicht reizen hier die Heldenthaten des Armeekorps von der Tann auszubreiten. Und die Vorgeschichte mit Luderl schon gar nicht.
      (DdH)

    • @Qu il agite aussi donc le pinceau sagt
      Danke für den Tip. Ich rudere seit 1971, habe in der Jugend im Doppelzweier Rennen gefahren (ziemlich erfolglos, leider) und war auf der jährlichen Ruderrgatta der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie fünf mal Deutscher Meister im Achter.

    • @Thomas Marx: Da dampft es von Kokain, Speed oder Marihuana!
      Statt Belladonna nimmt die coole Disco-Beauty in der gegenwärtigen Zeit
      Substanzen wie Kokain, Speed oder Marihuana.
      Sie wirken auf das zentrale Nervensystem und sorgen (Nicht nur! Ach schweigen wir lieber!) dafür, dass sich die Pupille erweitern.

  25. ... und ER lüpfte den Hut ...
    … SIE erwartet ihn mit einem kleinen Blumengebinde …

    … es ist zu schön …

    … danke für das Weihnachtsgeschenk!

  26. OT , vielleicht, aber ich wünsche Ihnen jetzt schon ein schönes Weihnachtsfest
    ..

    . und ein lustiges Neujahr, in vielleicht hübscher, begehrenswerter Gesellschaft.

    Sie wüßten es zu schätzen.

    Und es muß ja nicht gleich fürs ganze Leben sein, panta rhei, Leben ist Bewegung,
    und Stillstand, vor allem geistiger,

    der Tod.

    Kommt früh genug, kein Grund, es damit trawig zu haben.

  27. Weiß gar nicht, wo ich anfangen soll....
    Ich glaube viele trauen sich einfach nicht mehr ihre Freude an oder ggf. sogar Sehnsucht nach diesem romantischen Kitsch und den zugehörigen Epochen (gemäß zwar vermutlich idealisierten Vorstellungen aber gut fürs Gemüt) offen zu zeigen, weil man von der Mehrzahl unserer geschätzten Mitmenschen dafür ausgelacht wird und das will ja keiner. Ist ja nicht cool. Diese ganze moderne Denke geht mir sowas von auf die ……das Gelege…Ich freue mich sogar an Bambi in der Schneekugel. Aber auch an einem großvolumigen V8 Motor.

  28. Gedanken unterm alten Topfständer
    Wenn ich Don wäre, dachte ich gestern Abend als ich einen von mir gebackenen Elisenlebkuchen verspeiste, dann würde ich jetzt einen langen Artikel über meinen Topfständer schreiben. Der wurde auf Anweisung meiner großbürgerlichen Großmutter vor über 100 Jahren geschmiedet und stand in deren Küche in Dahlem, um die Kochtöpfe platzsparend zu trocknen und aufzubewahren.
    Zu dieser Jahreszeit steht er bei mir im Wohnzimmer, mit Lichtern dekoriert und statt Kochtöpfen hält er bunte Kuchenteller verschiedener Ausführung. Auf den Tellern liegen Geschenke, stehen Weihnachtsengel aus Holz, Weihnachtskarten und obendrauf ruht der Adventskranz.
    .
    Ich habe aber leider nicht Don’s Begabung, gut zu schreiben. Darum halte ich es kurz und wünsche Ihm, seinen Kollegen und allen Kommentatoren hier eine schöne Advents- und Weihnachtszeit.

  29. So hätte ich mir den Kunstunterricht in der Schule gewünscht!
    Sie haben durch die geschichtlichen und soziologischen Details den „Kitsch“ zum Leben erweckt. Soviel Wissen und Fleiß bei der Unterrichtsvorbereitung konnte man wahrscheinlich von meinem damaligen Kunstlehrer nicht erwarten. Schön, daß ich heute wenigstens etwas darüber gelernt habe.

    • Ja
      Das ging mir auch durch den Kopf. Ich hatte später mal einen Chef, der grosser Kunstsammler ist, aber leider zu ungeduldig, um Kunst erlebbar zu machen. Aber es ist nie zu spät, gerne mehr von den schönen Dingen…

    • So hätte ich mir den Kunstunterricht gewünscht
      Ja, das hatten wir in der DDR. Nur eben fast: Bei den behandelten Bildern wurde dann herausinterpretiert, wie die gesellschaftliche Entwicklung dem höchsten zustrebt. Und dass tolle dabei: Wir lebten genau in der Zeit, so das wir das live miterleben durften!!!

      Das ging übrigens genauso in Musik. Das war dann die reine Freude … Aber für Freude ist ja im Klassenkampf eh keine Zeit. Die verbringt man dann heute mit Gendern, andere bereichern, Dieselmotoren verteufeln, andere in PC unterweisen und vieles Andere mehr: Zusammengefasst Ziele erreichen. Nicht nur man, natürlich auch frau.

      Weihnachten, wie schön. Diesmal leider etwas kurz!

      Danke an Don und
      Schöne Weihnachten, allen!

    • Ich weiss, ich habe im Studium oft Bücher gelesen, deren Autoren zwar Kunst mochten, aber gegenüber Marx einen Kotau machen mussten. am Schlimmsten war das bei der Kunst des Rokoko.

      Die Frage ist halt, wie wir jetzt die DDR in Deutschland wieder los werden.

    • Wie die DDR loswerden
      @Don:
      Ja, vieles riecht nach DDR 2.0. Ich würde aber behaupten, dass das, was Sie mit „DDR loswerden“ benennen, vorwiegen gerade nicht auf dem Mist der Ewiggestrigen gewachsen ist. Bevor man da ans Loswerden denkt, wäre es nicht schlecht zu wissen, wie sich das – ziemlich schnell – verbreitet hat. Gesellschaftliche Muster?

      89 ist in sehr kurzer Zeit vieles, was zuvor unzerstörbar schien, zusammengebrochen. Es war plötzlich – Gottseidank! – nicht mal einen Tropfen Blut mehr Wert! Und heute? Das, was wir als selbstverständlich halten (Rest-Rechtsstaat, Rest-Demokratie, Rest-Freiheit), kann ebenso ganz schnell verschwinden. Und da sind dann genau jene zuerst betroffen, die vom Gendern, P-Correctieren und Feminieren nicht genug bekommen können.

      Ja, wie bekommt man das wieder los, ohne die harte Tour mit viel Blut/Leid?

  30. Beautyblog und Frauenförderung
    Bin ich die einzige, die es komisch findet, wenn ausgerechnet in einem Beautyblog über mangende Frauenförderung geklagt wird und unterstellt wird, dass man Frauen an den Herd ketten wolle?

    Wozu dient das Verschönern der eigenen Fassade denn? Der Wirtschaftsteil lehrt, dass die weiblichen Führungskräfte auch wie Lieschen Normalverbraucher aussehen können, ohne dass es ihrem Aufstieg geschadet hätte.

    Die verlinkten Blogs werden allesamt von Damen betrieben, die wohl eher prekär beschäftigt sind. Insofern sind sie eher mit der Küchenmagd der dargestellten Schönen zu vergleichen.

    Ihr Vergleich hinkt daher ein wenig, lieber Don Alphonso, aber unterhaltsam ist er dennoch.

    Herzliche vorweihnachtliche Grüße sendet

    Hessin

  31. Besitzanspruch
    …da wird auch am Hut nichts mehr angesteckt, um Besitzansprüche öffentlich zu machen…

    Heute wird tätowiert.

  32. Erotisch aufgeladen…
    … ist wohl doch etwas untertrieben.
    Man muss ja nur mal schauen, was beide in der Hand halten – er einen Stock, sie ein Gebinde in Form und Gestalt … nun ja.
    Und wo hält sie es gerade? Nun ja.

    Das Schöne daran ist – derjenige, der es sieht, sieht es, und der, der es nicht sieht, sieht es nicht. Eine Art selektive Wahrnehmung, eine Art intelligente Zensur. Und jener, der sich darüber aufregen möchte, wird selber verdächtigt, dass er das hineininterpretiert, und ist deshalb ruhig.

    Kein Vergleich zur heutigen Darstellungen, wo absolut keine Zweifel mehr offen gelassen werden.

    • Porno
      „Kein Vergleich zur heutigen Darstellungen, wo absolut keine Zweifel mehr offen gelassen werden.“

      Und deshalb braucht es ja immer stärkere Anreize, damit es noch wirkt. Zuviel Pornographie führt zu Impotenz. Und setzt Anreize für immer mehr Pornographie.

    • @NvW16:01
      Genau. Und es wird alles zunehmend hässlicher. Früher, vor der Pornoinflation, nahm man nur die Hübschesten. Heute kann man die schon mit dem Mikroskop suchen. Pervers-hässlicher Dreck an allen Ecken und Enden. Und gerade im Bereich Erotik gilt für mich „it’s hip to be square and regular.“

      OK, Pornodarsteller sind Professionelle und machen es für Geld. Aber so arm dran kann in unserem Kulturkreis doch keiner sein, dass er sich für alles hergibt. Irgendwo muss es doch geschmackliche und ästhetische Grenzen geben. Da sieht man hübsche Frauen mit potthässlichen Männern (der häufigere Fall) und fette hässliche Trullen mit solala-Typen (der etwas seltenere Fall). Ansonsten viel Hängetitten und das was noch nicht durch Exzesse abgeschlafft ist wird durch diesen vulgär-abscheulichen Tättoodreck verunstaltet. Ich würde Tätowierungen gesetzliche verbieten.

      Man fasst es nicht. So viel Geld könnte mir einer (oder eine?) gar nicht bieten, dass ich mit einer fetten, hässlichen Spinatwachtel was anfangen würde.

      Hässliche Autos, hässliche Pornos, hässliche Nerd-Muttersöhnchen, hässliche Zwangstoleranz, hässliches Jeder-mit-jedem,…

      Wir leben wirklich in keiner guten Zeit!

  33. Der Don ein Romantiker alten Schlages und besinnliches zur Weihnachtszeit...
    …genau die richtige Einstimmung zum Wochenende (-:

    Wie immer, einmal inne zu halten und nachzudenken (sei es beim Schreiben oder beim Lesen) ist nie verkehrt.

    Danke!

  34. Placet
    Es war sehr schön, es hat mir sehr gefallen!

    • "Es war sehr schön, es hat mir sehr gefallen"
      Ui, ein Kenner des greisen Franz Joseph, der für alle Mizzis, mit denen er kaiserlich-subcingular zu tun hatte, stets denselben Schlußakkord anstimmte. Ansonsten „Placet“ – die vor 150 Jahren malenden Damen wußten aber genau, daß der beabsichtigte Brüderle-Wirkeffekt eines Dirndl nicht explizit gezeigt werden mußte. Wenn schon Hütte, dann sollte man sich das Holz dazu denken … Verklemmte Romantik!

    • ...es hat mir sehr gefallen
      Heißt der Ausspruch nicht:
      „Es war sehr schön, es hat mich sehr gefreut.“?

      Wenn mich mein Wiener GMD richtig unterrichtete, legte er sich auf diese Floskel fest, nachdem er erleben musste, dass eine Missfallensbekundung seinerseits zu krassesten Überreaktionen führte. Wenn ich mich recht erinnere, ging es um eine Operetteninszenierung?

    • Es war sehr schön, ...
      … es hat UNS sehr gefreut, sagte der alte Checo Bepe anscheinend aus
      Staatsraison.

      Angeblich hatte er sich in seiner Jugend einmal eine inhaltliche Kritik eines eröffneten Baus erlaubt. Nach dem Selbstmord des Architekten ließ er das fürderhin bleiben. Hat mit Frl Schratt nix zu tun, sagte mein Ex-Kollege, der vorgab weltmeisterverdächtig in Wissen dieser Kategorie zu sein…

    • selbstmord nach k&k nichtgefallen...
      …wer Details wissen will: Der Kaiser selig hat sich seinerzeit ungnädig über die Architektur der neu errichteten Wiener Oper geäußert, worauf sich einer der Architekten, Eduard van der Nüll, aufgehängt hat. Majestät haben sich dann nie mehr öffentlich über Architektur ausgelassen.

  35. Persönlichkeit
    Nun, Don, erfreulicher Kommentar, dass es eine Kunst im Leben ist, sich aufeinander vertrauensvoll einzulassen.

    Ob Aquarell, oder zeitgenössisch modern, das spielt für den modus vivendi doch letztlich keine Rolle. Geschmacksfragen einmal beiseite gelassen.

    Es geht um Persönlichkeit. Um Reife. Miteinander leben zu wollen, das bedarf zunächst: es zu wollen! Und dafür etwas persönlich zu tun. Mit Geduld. In Vertrauen.

    Das ist weder etwas Politisches, noch sollte Politisches dieses durchdringen. Keine reife Persönlichkeit lässt dieses zu!

    Die Gender-, Sexismus-, Liberalitäts- und Identitätsdiskussionen der letzten Jahre im angelsächsischen-westlichen-abendländischen Kulturkreis sind unreif und werden mit dem Hammer geführt. So empfinde ich es auch.

    Danke für die anschauliche Darstellung, was im privaten persönlichen Leben wohl zeitlos zählt!)

  36. Sisi
    „…drei Teilen von Sisi im TV…“

    Bitte nichts gegen Sisi.

    Einmal im Jahr muss das sein, die Seele braucht es, die Seele verlangt danach.

    • Sisi
      Ja, sowas muß unbedingt sein. Es ist nämlich nicht so, wie Oscar Wilde sagte, daß das Leben die Kunst imitiert. Das Leben imitiert schlechtes Fernsehprogramm.

    • @Zuagroaster: Aphorismus über "Kunst" von Oscar Wilde
      Alle Kunst ist zugleich Oberfläche und Symbol.
      Wer unter die Oberfläche dringt, tut es auf eigene Gefahr.
      Wer dem Symbol nachgeht, tut es auf eigene Gefahr.
      In Wahrheit spiegelt die Kunst den Betrachter und nicht das Leben.

  37. Liebevoll
    Ihre Beschreibung des Bildes ist nicht nur schön, sondern ich empfinde sie auch als liebevoll. Manchmal kommt es mir so vor, als ob so eine liebevolle Haltung, ein liebevoller Blick auf die Dinge oder auf Menschen auch irgendwie aus der Mode kommt. Danke, dass Sie das noch kultivieren!

    • Danke. Liebevoll ist bei Bildern natürlich einfacher als bei Menschen, aber ich mag Kunst wirklich gerne.

    • liebevolle Blicke aus offenen Augen ...
      sie sind selten geworden. In Deutschland, auch in Nordamerika und in Skandinavien. Aber die Französinnen tun sich sehr wohl noch leichter damit, und die Italienerinnen auch. Und südamerikanische sowie einige asiatische Frauen, sie tun sich meiner Beobachtung nach leichter mit dem warmen Blick von naiver Freundlichkeit. Ich sehe darin nichts spezifisch erotisches, aber eine verbindliche Ader, die überspringt. Diese Frauen fühlen sich offensichtlich sicherer, ihrer Rollen bewusster und selbstverständlicher. Sie sind in einer Kultur, vor einem Hintergrund geborgen, der ihnen erlaubt, sehr freundlich zu sein, ohne deswegen falsch verstanden zu werden.

      Der Umgang mit diesen Frauen ist unverkrampfter, leichter, es macht mehr Spaß, mit ihnen zu kommunizieren. Ob das gleich Flirten genannt werden muss? Das ist mir ehrlich gesagt egal. Es ist lebendiger und menschlicher. Und so sollte es sein. Das geht, wenn einem Grenzen, Schritte, Annäherungen in Nuancen noch bewusst sind. Doch leider haben viele Hauklötze genetisch weiblichen Ursprungs ihre Geschlechtsgenossinnen in oben genannten Ländern völlig verunsichert. Die haben Gift und Galle auf die Felder des verspielten, ritualisierten und zeitvertreibenden Hin- und Her zwischen Geschlechtern ausgegossen – wie Gülle auf Soja- und Mais-Felder, und dazu wird Glyphosat et al. verteilt, weil anderes andere NetzwerkDG-konform abgetötet wird. Und das, was dann noch wächst, wird vergoren und entweder als Nahrungsmittel in die Neuideologinnen gestopft. Oder für die Klimareligion wird Biosprit und Biogas als Weihrauch verabreicht.

      Dagegen:
      Was ist der Blick auf eine Frau wie auf eine duftende Rose? Was für die Frau, für den Voyeur und was für den Maler?

  38. Da capo
    Es sind solche einfühlenden Texte, die den Wunsch aufkommen lassen, das retardierende Moment noch dadurch zu steigern, eine Sammlung erstehen zu lassen (sammeln; auch auf dem Aussterbeetat). Vom Internetblog zum Buchblock?
    Eine entspannte Vorweihnachtszeit dem Autor und der Lesergemeinde.

  39. Der Kontrast
    zwischen Ihrer Plauderei und den verlinkten Texten der Irgendwas mit Bindestrich Dauerstud_x*t könnte nicht größer ausfallen.

  40. Monster
    „Ein Leben ohne Emails, hinter denen Monster lauern,…“

    Ja, das trifft es ziemlich gut.

    Aber nach einigen schlechten Erfahrungen sind doch die meisten wieder zur Erkenntnis gelangt, dass nur das persönliche Gegenüber den wahren Menschen zeigt.

    Persönliche Emails/Chats sollte man halt nur mit Leuten pflegen, die einem sehr gut bekannt sind, aber dann ist es wieder nett.

    • Ich verstehe nicht, warum Frau Leopold, wenn sie nicht glücklich ist, an ihrem Leben nichts ändert. Sie empfindet so, seitdem ich etwa von ihr lese. Wenn ich drei Jahre am Stück schlechte Laune habe, ändere ich das.

    • Don Alphonso @ 15. Dezember 2017 um 18:44 Uhr
      Don Alphonso sagt:
      „Wenn ich drei Jahre am Stück schlechte Laune habe, ändere ich das.“

      Für manche Leute ist schlechte Laune Lebensinhalt.
      Und für solche Lebenskonzepte bietet die derzeitige Presselandschaft Existenzgrundlagen.

      Juden sagen ja, dass Glück harte Arbeit sei.

    • Ja, es gibt welche, die sehen ihren Sinn darin, anderen das Leben zu vermiesen, Übel.

    • anderen das Leben zu vermiesen
      Es gibt sogar eine Partei deren Programm das ist.

  41. Danke für die Einführung in die Alpenflora!
    Und alles andere, ein Genuss!

  42. "Die normale, kulturfreundliche höhere Tochter, die ihre Privilegien geniessen kann."
    Gibt es so etwas, und wenn ja, wo? Mir sind solche Damen immer nur als Romanheldinnen begegnet. Sollte Don Alfonso so ein Glückspilz seim, dass ihm so eine Begegnung wiederfahren ist? Neidvolle Grüße aus dem Neandertal:

    • Red flags: How to spot a slut.
      Tattoos. Piercings. Rauchen. Bunte Haare. Alkohol. Drogen. „Kreative“ die „Persönlichkeit“ ausdrückende, die Reize voll zur Schau stellende, Kleidung (hochwertige, klassisch elegante Kleidung sind dagegen ein gutes Zeichen). Last not least: „the thousand cock stare“, ein ausgebrannter, leerer Blick. Zu viel erlebt. Zu viele Enttäuschungen (je mehr Männer eine Frau hatte desto stärker nimmt ihre Bindungsfähigkeit ab. Faustregel: ihre Aussage mit Faktor 3 multiplizieren).

      Sind alles Hinweise, keine Beweise.

      Ausschlussverfahren.

    • Ich habe ein Faible für Frauen, die wie Streberinnen und Sekretärinnen aussehen.

    • Damenwahl
      Werter Peter Keul, Was dem Don widerfährt ist uns armen Sündern nicht gegeben.

      Auf die Schleimspur, hoch: Der Don ist mit Charme, Witz, materiellen Gütern und Tagesfreizeit gesegnet. Er hat sehr scharfe Augen, für Radlschätze, Bildmotive und Stöckelwild. Mit spurtlicher Figur kann er punkten und mit Jagderfahrung.

      Oder es ist bei Ihnen die Reizüberflutung. Um Sie herum wimmeln soviele Mädchen, Flocken, Weibatsen und Damen, daß Sie vor lauter Wald die zauberhafte Birke oder Hainbuche gar nicht sehen. Während dem Don die grazilen Elfen vom See grad so rausblitzen zwischen den Milfs der Schadmünchner.

    • Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen sie deren Arzt- oder Apothekersvater.

    • @thomas
      Es gibt dafür eine Bezeichnung. THOT (that hoe over there)

      „If women are products, then thots are cheap goods. More than that, they’re knockoffs: low-quality merchandise that attempts to masquerade as luxury items.”

      www .urbandictionary.com/define.php?term=Thot

  43. Och nein
    Uff, Oh Gosh.Ich bin eine moderne Frau. Foto, Film, Musik mache ich. Wenn es kaelter wird naehe ich. Dirndel, Corset, lange Roecke mit Unterrock. High waisted Hosen. Einen Vintage, wiklich warmen Mantel habe ich auch genaeht, wirklich gut. Darunter ein pinker Angora Pulli, selbst gestrickt ging fix. Wo man sowas kauft, ich weiss es nicht. Ich kaufe auch, aber es muss mir wirklich gefallen „Anspringen muss es mich. Sonst geht nix. Mein Fimmel sind Schuhe. Wer sich selber unter Druck setzt macht was falsch. Ich bin mit meiner Freundin verheiratet, die sieht es auch so. Gluten frei selber backen, geht gut. Der Artikel war einfach gut…….ich libe diesen Blog…..

  44. Alpine Frau
    „Zeigt es doch die Frau im alpinen Experimentallabor der Geschlechter als durchaus selbstbestimmt und im Vordergrund…“

    Und man könnte auch noch mehr hineininterpretieren: Der Mann ist weit unten, sie oben, und es ist klar, dass er es ist, der sich bewegen muss – und zwar zu ihr hinauf.
    Sie ist frisch aufgehübscht, er dagegen mit offener Weste, vermutlich erhitzt von der Anstrengung.

    • Es ist ganz klar, dass sie zwar kleine Schuhe trägt, aber in Wirklichkeit genau weiss, wie sie ihn si9ch zurechtstutzt.

      Ich weiss ehrlich gesagt auch gar nicht, wo die Berliner das Patriarchat in Bayern sehen. So richtig gschamige, dezente und devote Frauen kenne ich hier kaum.

  45. Die Wirkungsmacht der Gedankenfaulheit
    Die Wirkungsmacht seiner Selbstschädigung , eine Folge „unserer“ Indiskretion, konnte van Gogh nicht voraussehen.
    Ihn trieb möglicherweise ein nicht therapierbares körperliches Leiden.
    Herzlichen Dank für die liebevolle Beschreibung Ihres neuerworbenen Aquarells. (Das Reaktionäre hin oder her.)
    Sie selbst bezichtigen sich gelegentlich als faulen Kerl.
    Der Gedankenfaulheit der zeitgenössischen Damen,die Sie abrufbar halten, können Sie das Wasser nicht reichen.

    • Danke. Ich bin wirklich faul – diesen Beitrag schrieb ich,damit ich einen anderen nicht weiter schreiben musste.

    • Arbeit zwecks
      Arbeitsvermeidung, auf den Trichter war ich auch noch nicht gekommen. Sehr innovativ, und was dabei herauskommt, kann sich durchaus lesen lassen. Bleiben Sie faul.

  46. Schön ....
    ob sich mal ein Linguinist daran macht, den Niedergang von Begriffen wie Schönheit, Träume und Liebe statistisch zu erfassen ? Ich habe das Gefühl, sie stehen zusehends weniger hoch im Kurs. Aber wir hier haben ja den Don als Lordsiegelbewahrer der Reminiszenzen romantischerer Zeiten.
    Danke schön dafür.

    • Romantik überlebt in Nischen wie Hochzeiten und Gartenbau, aber in den Medien ist dafür kein Platz mehr.

    • Die moderne Nischenwelt
      Ich habe den Eindruck, dass sich die gesamte Gesellschaft in immer mehr Nischen zurueckzieht. Der Soziologe beschreibt das wohl positiv als Ausdifferenzierung oder Diversifizierung, und die ist ja bekanntlich gut. Sie trifft uebrigens auch die Medien: sowohl im Internet als auch vor der Glotze suchen sich die Leute die Programmangebote aus, die zu ihrem Milieu, ihrer Sprache und Kultur, ihren Interessen und nicht zuletzt ihrer Weltanschauung passen. So fehlen die gemeinsamen Themen und die Faehigkeit, sich in andere Haltungen und Argumente hineinzuversetzen, verkuemmert. Dergleichen wuerde natuerlich eine gewisse intellektuelle Anstrengung erfordern, zu der sich augenscheinlich immer mehr Menschen, und leider auch Journalisten, nicht mehr aufraffen koennen.

  47. Krux der Geschichte
    es scheint eine geschichtliche Gesetzmäßigkeit zu sein, dass die Unterdrückten zu den größten Unterdrückern werden.

    Juden, Christen, Moslems, Jakobiner, Kommunisten, Grüne, Sträflinge in Australien, etc., etc.

    Und nun auch die Mädels ….. :-)

    • Mich nicht, hier herrscht noch das wohlmeinende Patriarchat über die Weiberleut!

    • Titel is nich
      Nennt sich für mich Oszillation der Sachzwänge bei Leuten mit zu hohen Tellerrändern. Die Empfänglichkeit für Opferrollen scheint mir der Ansatzpunkt für eigenes historisch mahnmalfähiges Verhalten, denn man „verteidigt sich ja nur“, Frau auch. Oder vielleicht sogar schon länger, so per se und per Geburt als Opfer… muss ja wohl einen Grund haben, wenn die immer unterdrückt werden, ja doch. Feministinnenlogik mal andersherum. ( Muss ja wohl einen Grund haben, wenn die Falschbeschuldigung kommt )
      Und so historisch nachhaltig, auch noch. Diese ewig gleichen Männer !
      Ts ts.
      Los jetzt, beschütz mich du Versager, und zeig mir meinen Wert in weltlichen Gütern, auf das ich dich hinterher zum Lurche umsiedeln verdonnern kann, mindestens. Mit bestem Gewissen. Wer hat’s getan ?
      Die ewige zweite Reihe. Und vor allem: Wem nützt es ? Der besten Lüge, würde ich sagen. Die hat dann auch im Ergebnis die höchste Lebenserwartung. Evtl. vermeintlich also, sogar Opferrollen – aber diese Erkenntnis kam zuverlässig immer zu spät, egal wo. Achtet auf die Lampenschirme. Auch kein guter Platz für Tattoos.

    • Patriarchat am Tegernsee
      „Mich nicht, hier herrscht noch das wohlmeinende Patriarchat über die Weiberleut!“

      Das hatte weiter oben aber noch ganz anders geklungen, und dort waren die Worte des Don wohl ehrlicher. Wie patriarchalisch fuehlt man sich denn, wenn man sich beim Rudern auf dem See abrackert, waehrend einem die Holde gegenuebersitzt und entspannt die Landschaft geniesst?

    • Sie sitzt da, der Mann bestimmt den Kurs.

  48. Kunst
    Als künstlerisch vollkommen Unbedarften muss ich sagen:
    Respekt, was man aus einem Bild alles herauslesen kann. ;)

    Der Text erinnert mich so ein bischen an die Sendereihe
    „1000 Meisterwerke“.
    Gibt es die noch?

    • Leider nein, aber die Serie war wirklich gut und Volksbildung in Perfektion. Heute würde sie nicht mehr ins Programm passen.

    • Hundert Meisterwerke und ihre Geheimnisse
      Auf Arte gibt es „Hundert Meisterwerke und ihre Geheimnisse“, zuletzt mit Vermeers „Der Astronom“. Sehr interessant und auch gut gemacht.

  49. Bildbeschreibung
    Don, Sie ueberraschen mich stets aufs Neue !

    Dieser Text erinnert mich lebhaft an meine Schulzeit gegen Ende der 70, als es in unerem Gymnasium noch „Bildbeschreibung“ als Hausaufgabe gab.

    An Beckmann erinnere ich mich sicher, Grosz vielleicht, Caspar David Friederich war aber auch vertreten.

    Vielen Dank fuer die Wiederbelebung der Erinnerung! Mein damaliger Deutschlehrer haette Ihnen sicherlich eine 1 gegeben.

  50. Sehr schön
    Ein wirklich schönes Bild, um das ich Sie ehrlich ein wenig beneide. Ich selbst habe auch gerade spottbillig ein schönes Aquarell auf Ebay erstanden, das offenbar außer mir keiner wollte. Tja.

    Kunst als Frage des Zeitpunktes, ja, da bin ich dabei. Die einen waren zu früh dran, die anderen zu spät oder zu unspektakulär. Und wer zur rechten Zeit das richtige tut, sollte auch die Konkurrenz beobachten, sonst endet er wie Vivaldi.

    Der Text auf kleinerdrei enthält viele kleine Stückchen Wahrheit. Leider werden es die Leser_innen versäumen, diese auch auf sich selbst anzuwenden. Leider muß ich mich gerade kurz fassen, auf mich warten Plätzchen und Jägertee. Horrido!

    • Ja, der Test ist schockierend ehrlich, und wenn Frau Leopold nicht eine erbitterte Feindin wäre, müsste sie einem leid tun, weil sie so rumgeschubst wird und nichts Schönes in ihrem Leben findet. Sie sieht die Defizite.

      Und macht weiter.

      Was für eine Verschwendung.

    • ... sie sieht wohl eher die Felle davonschwimmen
      „In einer Zeit, in der Rechtsextreme in den Bundestag gewählt werden, ein Kriminalkomissar in Bürger*innengesprächen rechtsextreme Verschwörungstheorien verbreitet und es einen US-Präsident gibt, der es okay und sogar wünschenswert findet, sexualisierte Gewalt gegen Frauen anzuwenden, wirkt die Welt an manchen Tagen wie ein riesiger, brennender Müllhaufen.“

      Das ist doch nur eine frustrierte Fanatikerin, die sich alt zu fühlen beginnt.

      Überhaupt: die beschreibt Journalismus als eine Art Platzhalber zwischen Werbung. Das ist nicht zynisch, das ist gänzlich wertfrei.

      Aber wenn zu Sylvester wieder die „Armlänge“ Abstand wenig hilft, kommt die bestimmt mit dem Oktoberfest.

      Fanatikerin eben.

    • @sirisee
      Ich hatte gestern so ein verbittertes Revoluzzerinnenmodell an der Supermarktkasse vor mir. Hat dauernd vor sich hin gemault, sich mit der Kassiererin angelegt, musste dann am Ende aber klein beigeben und zog maulend von dannen. Sah ein wenig wie die Riemann aus, aber älter (obwohl sie bestimmt nicht so alt war, wie sie aussah), ganz in schwarz, mit einem Parka und schwarzer Baskenmütze.

      Da muß ich gerade an Reinhard Mey denken, und sein herrliches Lied Annabelle, ach, Annabelle:

      Früher dachte ich korruptes Spießerschwein
      wer das schaffen will, müßte fröhlich sein.
      Doch jetzt weiß ich, im Gegenteil,
      im Pessimismus liegt das Heil!
      Früher hab ich nämlich gerne mal gelacht,
      doch auch hier hat sie mich weitergebracht.
      Heut‘ weiß ich, die Lacherei war reaktionär,
      infolgedessen denk ich nach und schreite ernst einher.

  51. Sehr schön
    Sehr gut, sehr geehrter Don, einen moment Innehalten, ein schöner Einstieg ins Wochenende!
    Grüsse vom Tegernsee!

    • Herzliche Grüsse zurück, vielleicht trifft man sich beim Rodeln (ich bin der mit dem roten Gasser Supersport)

  52. Von See zu See
    Eine wunderbar erzählte Geschichte von den Geschichten, die Bilder manchmal erzählen, und ein besonders hübsches Türl im Adventskalender. Fieber kann beflügeln …

    Kleine Ergänzung von See zu See. Am Würmsee wurde dieses Jahr wieder mal die Fischerhochzeit aufgeführt, unter Beteiligung des ganzen Dorfs. Neben Dirndl und Lederhosen waren da auch historische Kostüme zu sehen, die den Damen nicht weniger gut standen …

    https://www.merkur.de/bilder/2017/06/27/8435703/1235066072-tutzinger-fischerhochzeit-fischerboote-1g3vPMxbWLNG.jpg

    Und weil Sie Gotthelf zitieren (toll, dass Sie den erwähnen, wer kennt schon Gotthelf in Bayern?), erlauben Sie mir den Hinweis auf seinen etwas jüngeren Landsmann Gottfried Keller. Von dem stammt die Novelle „Romeo und Julia auf dem Dorfe“, die hier als passende Lektüre empfohlen sei, auch weil sie mit einem bei Shakespeare entliehenen Kunstgriff eine „dauerhafte Liebe“ wahr werden lässt.

    Keller lebte übrigens als junger Maler in München und hat dieser Zeit weite Teile seines Romans „Der grüne Heinrich“ gewidmet. Eine Must-Lektüre nicht nur für Bettlägerige.

    Man stellt sich gelegentlich die Frage, was heutige Autoren und Maler im Vergleich mit Keller und seinen Zeitgenossen eigentlich vorzuzeigen haben. Der Vergleich mag unstatthaft sein, sein Ergebnis jedenfalls ist selten schmeichelhaft.

    Anders gesagt und mit dem Besteck des Zeitgeists relativiert:
    Man wird als Reaktionär nicht geboren, man wird dazu gemacht.

    • Danke, ich habe mich damit abgefunden und es ist gar nicht so schlimm, wenn ich mir die Alternativen anschaue. Besser ein ramponiertes Paradies haben, als ein neues suchen, das vielleicht nie kommt.

  53. Titel eingeben
    Herzerfrischend!

  54. Ruhe
    Die Ruhe der Beschreibung, die Besinnlichkeit des erlebens der beiden Menschen, die beschauliche Informationen, die das Bild zu einem lebendem Ausdruck machen, all das hat in mir eine heimelige Ruhe ausgeloest.
    Dankeschoen,.

  55. Alles vergebens
    im Land der Abgehängten. Selbst der Klimawandel läßt
    uns im Stich.

    „Auch 2017 war ein Hitzejahr…….Deutschland jedoch ist
    abgehängt.“ Lt. FAZ.Net

  56. "Wer Liebe ernten will, muss Liebe säen."
    Giorgio de Chirico, der nach seiner pittura metafisica-Phase zum gegenständlich gemalten Bild zurückkehrte, schrieb in seinen Erinnerungen und Reflexionen über die Kunst der Moderne: „Kunst im überlieferten Sinn gibt es nicht mehr. Es gibt nur noch kurzlebige modische Einfälle.“

    Das von Ihnen gezeigte erzählende Bild hätte er sicher zu schätzen gewußt, ebenso wie Ihre wunderbare Beschreibung.

    • Danke. Nun, De Chirico muss sich sicher keine Vorwürfe machen lassen, er hat die Kunst wirklich weiter gebracht.

    • Der Oneiropomp (Traumführer) de Chirico …
      … hat – wie Sie schreiben – die Kunst wirklich weitergebracht; und nicht nur die bildende Kunst, sondern auch die Literatur. Sein Roman „Hebdomeros“ ist ein einzigartiges traumähnliches Prosawerk, das niemand vergißt, der es einmal las. Falls Sie es noch nicht kennen –, der Traumführer harmoniert auch mit leichtem Fieber.

  57. Die höchst Fortschrittlichen jener Tage....
    haben mehr gemein mit den heute Fortschrittlichen, als sie wahrhaben wollen. Die der Hoffnung durch Fortschritt erliegen und voller Überzeugung verknöchern und spießig werden, so dass das, was mit dem Fortschritt verbunden wurde hohl und leer wird, zum Klischee wird, sich des Inhaltes entkleidet, weil es sich der Veränderung der Realität verweigert.
    Ein Schicksal das auch den heutigen Modernen gewiss ist, gerade weil sie die Nase rümpfen über diese Bilder und nicht sehen, was die Hoffnung war und sie selbst das schon dabei sind das gleiche Schicksal zu erleiden.
    Weil der Blick nur die Oberfläche trifft und die positive Zielsetzung verkennt,weil nicht sein darf, dass das, was heute so negativ empfunden wird einst lebenbejahender positiver Fortschritt war.
    So sind sie verurteilt über die Jahrhunderte immer zu wiederholen, was seit je her mit Hoffnung begann und mit Ignoranz endet.

    • Wer an die menschliche Entwiclklung glaubt, glaubt auch an den Weihnachtsmann.

    • Weihnachtsmann
      Nun, lieber Don, den Weihnachtsmann gibt es wirklich. Er kommt zu den Kindern, die an ihn glauben und erfüllt ihnen Ihre Wünsche. Die anderen bekommen Geschenke von den Verwandten, aus dem Katalog oder dem Internet oder vom Hermes Boten. Aber die kleinen und grossen Kinder mit ganz fester Überzeugung, die beschenkt der Weihnachtsmann und im Sommer, wenn im August die Sternschnuppen fallen, erfüllen auch diese Wünsche, man darf sie nur nicht laut sagen und muss ganz fest daran glauben.
      In diesem Sinne, Ihnen und allen Lesern schöne Festtage.

  58. Don Alphonso ist in Topform
    Wie macht er das? Ist es der Tee? Ist es die Schichttorte? Ist es die gesäte und geerntete Liebe? Und wird er als nächstes auch noch den entscheidenden Elfmeter in München verwandeln?

  59. High Expectations
    Vorbemerkung: Ich bin nicht jemand, der sein Privatleben in einem Blog breittritt. Aber da das Vorgefallene recht aktuell ist und auch zu dem passt, was Don Alphonso oben schreibt, will ich mich hier einmal der Lächerlichkeit preisgeben.

    In meinem Lieblingscafé begann vor gut zwei Jahren eine junge Frau zu arbeiten. Sie war mir auf Anhieb sympathisch. Und ich hatte das Gefühl, dass ich ihr auch nicht unsympathisch war. Ich habe sie aber nicht angemacht, auch wenn ich hier und da ihr kleine Geschenke gemacht habe. Und ich bekam manchmal von ihr was, das aufs Haus ging (‚service‘). Ich habe sie nicht angemacht, weil ich halt nicht zu den ‚Typen‘ gehören, die die Bedienung anmacht. Ich wollte nicht aufdränglich werden. Ich wollte außerdem nicht riskieren, das Café zu verlieren. So war ich einfach nur nett. Bis zu diesem Herbst.

    Diesen Herbst entschied ich mich dann doch, ihr meine Gefühle zu offenbaren. Wie nicht anders zu erwarten, gab sie zur Antwort, dass sie mir ihr Herz nicht geben könne. Gründe nannte sie nicht. Ich fragte sie auch nicht, denn ein „Nein!“ ist ein „Nein!“. Sie meinte aber, dass ich weiter ins Café kommen könnte. Ich hatte mit ihrer Ablehnung kein Problem. Und da kein böses Blut zwischen uns geflossen war, kam ich weiter ins Café.

    Nicht einmal drei Wochen, nachdem ich meine Gefühle gestanden hatte, war sie weg. Ohne ein Wort zu sagen. Ohne eine Nachricht zu hinterlassen. Einfach weg.

    Das hat mich getroffen. Mir war zwar klar, dass sie nicht für immer in dem Café arbeiten wird. Zwei Jahre waren für diesen Job schon eine verdammt lange Zeit (Starbucks maximal ein Jahr). Und wenn in diesen zwei Jahren überhaupt nichts zwischen uns passiert wäre – dann wäre es einfach nur ein weiterer Personalwechsel unter vielen gewesen. So aber tat es, ehrlich gesagt, verdammt weh. Warum hat sie sich nicht verabschiedet? Ich habe lange über das letzte Mal, wo ich sie im Café gesehen habe, nachgedacht und mit mehreren Leuten darüber gesprochen. (Ich erspare mir hier die Details.)

    Eine Meinung war, dass sie sich schon verabschiedet hat – eben auf ihre Weise. Eine andere Meinung war, dass sie Angst davor hatte, wie ich reagiere, wenn sie mir sagt, dass sie aufhört im Café zu arbeiten. Eine dritte Meinung war, dass ich zu viel erwartet habe.

    Sicherlich – siehe oben – wäre überhaupt nichts zwischen uns passiert, dann hätte ich nie darüber gebrütet. Der Verlust wäre auch nicht schön gewesen, aber so ist das nun einmal heutzutage: das Personal wechselt schneller als das Wetter. Kaum wissen die Mitarbeiter, wie man seinen Kaffee möchte, sind sie weg.

    Dass sie sich auf ihre Art verabschiedet hat – da ist durchaus was dran. Auch an der Überlegung, dass sie nichts gesagt hat, weil sie Angst vor meiner Reaktion hatte, ist was dran. Nur: Die vergangenen zwei Jahre waren doch Beweis genug, dass sie da nichts zu befürchten brauchte. Um es so zu sagen: zu nett fürs Bett.

    Es war wohl wirklich zu viel verlangt, dass sie sich verabschiedet. Vielleicht habe ich sie wirklich völlig falsch eingeschätzt. Vielleich hat das aber auch was mit meinem Alter zu tun. Und die jungen Leute von heute… (Zugegeben: Sooo alt bin ich nicht. Aber in meiner Kindheit gab es keine Handys.)

    Vielleicht kommen meine hohen Erwartungen aber auch daher, dass mir solch ein Kitsch wie „Virgin Snow“ (japanisch-koreanische Ko-Produktion) gefällt.

    Ins Café kann ich nun jedenfalls nicht mehr.

    • Bedienung im Cafe
      Verkäuferin, Thekenkraft etc.
      „hired gun“. Ihre Attraktivität beeinflusst den Umsatz. Muss freundlich sein. Forget it.

    • Titel eingeben
      Typisch männliche Gedankenwelt. Mach Dir keinen Kopp, alles in bester Ordnung. Eine Ehemalige hatte sich auf Kellner spezialisiert, die können nicht einfach weg. Ich war die Ausnahme, hab’s aber erst viel zu spät begriffen.
      Bei diversen Begebenheiten mit unterschiedlichsten Dienstleistern, die Freiwild für ihre Launen waren. Eine starke Frau.

    • Es ist ganz einfach Jeffrey,
      wenn du sie wirklich willst, wie ein Mann eine Frau wollen muss, damit sie ihm glauben kann – wirst du sie finden.

    • Warum 'Lächerlichkeit'?
      Mich hat es sehr berührt. Weil, erstmal ist es schon schwieriger von einer Niederlage zu berichten. Ohne Notwendigkeit.
      Zweitens, irgendwie hatten Sie ja wohl offenbar doch den ‚Knack‘ für die Frau, und denken weiterhin an Sie.

      „hired gun“ kann sein, muss aber nicht.
      Hier um die Ecke gibt es den „Jack&Jones“-Laden, und wenn ich da ein- zweimal pro Jahr pro Jahr hingehe, als alter weisser Mann, werde ich jedes Mal behandelt wie ein mögliches Sexobjekt. Irgendwie tut das ja *auch* gut, auch wenn es natürlich nur ist, um die Ausgabefreudigkeit beim Kauf eines Gutscheins für unseren Sohn zu erhöhen.

      Persönlich kenne ich es, dass man – obwohl in einer Beziehung – man jemanden trifft, mit dem es scheinbar ‚klickt‘. Dann kann man trotzdem zivilisiert dem anderen mitteilen, wie sehr er gemocht wird, ohne die Sache weiterzuführen. Und vielleicht sogar als win-win aus dem Kennenlernen herauskommen (sofern man nicht zufällig Harvey Weinstein heisst).

      Das einzige was ich nicht recht glauben mag, ist, dass die Frau wegen Ihnen die Arbeit gekündigt hätte (Sie sind eben *nicht* Harvey Weinstein!).

      Ausserdem hat Erfurter einen guten Tipp gegeben!

    • Das Platonische hat was
      Danke Jeffrey, Ihre Scheu überwindend haben Sie mir und sicher
      auch so manch anderem Leser ein echt schönes Geschenk gemacht.
      Erstaunlich, wahrhaftig ganz erstaunlich, was der Don so alles
      mit seinem Schreiben aus Lesern herauskitzeln kann.
      Grenzt für mich ans Wunderbare.
      Andersen’s Kleine Seejungfrau hat mich als Kind so sehr berührt,
      daß ich jetzt im Alter immer wieder dran denken muß und in
      die gute Fee des Pinocchio hatte ich mich seehr verliebt.
      Davon wurde meine Verhältnisse zu Frauen geprägt.
      So richtig unglücklich wurde dabei niemand.
      Immerhin.
      Eher das Gegenteil.
      Ich wünsche Ihnen gemütliche Festtage
      und Ein Gutes Neues Jahr!

  60. Jo mei...
    …a bisserl a Kitsch is‘ scho, gell? ;-)

    Wobei bei mir auch nicht jeder breitgetretene Döner als Kunst durchgeht.

    Dazu fällt mir noch ein:

    „Die Musik eines geordneten Zeitalters ist ruhig und heiter, und so sind auch die Regierungen in dieser Zeit.
    Die Musik eines unruhigen Zeitalters ist aufgewühlt und heftig, und die Regierungen sind pervertiert…“

    Lü Buwei
    https://de.m.wikipedia.org/wiki/L%C3%BC_Buwei

    • Ich mag es kitschig. Es passt zum Kronleuchter. Ich will opulent leben. entsagen können andere.

    • @Don, Entsagung
      „Ich will opulent leben. entsagen können andere.“
      Aha, ein Schicksalsgenosse: „… mein Instinktanspruch auf Würde und behaglichen Überfluß der materiellen Lebensführung…“
      :-)
      Wir haben es verdient.

  61. Sexismus
    gibt es heute doch mehr denn je. Die liebe Dschihad-Linda z.B. wird einen Rabatt bekommen, von dem Dschihad-Kevin nur träumen kann.
    http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2017-12/islamischer-staat-linda-w-bagdad-mossul-ermittlungen
    Weil sie ein Mädchen ist.

  62. Ist Kunst
    nicht das, was der Kunstmarkt als Kunst bestimmt?

  63. Modern sein
    „Absolut modern sein; das heißt doch morgen schon nicht mehr die Dinge gut zu finden und zu mögen, die ich heute noch gut finde“; Milan Kundera.
    Danke DS für den schönen Text, mit der Malerei geht es mir genau so, es muss immer ne gewisse Realitätsnähe zu sehen, und man muss entdecken können.

  64. Herzliche Dank!
    Werter Don, welch Labsal, solches lesen zu dürfen an so einem unangenehmen Dezembertag, zwecks Lebensunterhalt eingesperrt mit vielen anderen weißen Männern in einem Büroturm und in den Monitor schauen müssend.

    Sommer, Jugend, Liebe, Werbung, Berge und Seen, Andeutungen, …
    Hach.

    Welch schöner Abschluß einer Woche, in der man fast schon meinte, Hoffnung spüren können: Tusk/Orban reden Klartext in Brüssel, Wallsch bei TE verspürt Anzeichen einer Wende in der Berichterstattung des ZDF und danisch stellte mehrfach fest, daß manche Frauen langsam erkennen welche unangenehmen Folgen für Frauen der ganze Feminismus und Genderquatsch nach sich zieht…

    Ein herzliches Vergelts Gott!

    • Ja, ich wundere mich auch über die Schlkagzeilen a la „Keine einigung erreicht“, wenn es eigentlich heissen müsste „Deutschland ist mit Merkel in der EU gescheitert“.

    • Feminismus
      Frauen sind die grössten Opfer des Feminismus. Wenn sie wie Männer leben wollen geht das höchstens bis Ende zwanzig. Wenn das Aussehen schwindet wird es übel.

    • Yep.
      Und heute haben Kurz und Kern sich schon gefetzt. Also Kern hat Kurz gefetzt.
      Am Montag schon könnte die Regierung übrigens stehen, und angelobt werden. Mit blauem Innen- und Aussenminister. Und null illegale Immigration als Aufgabe.

      Ah, fetzen: Kurz hat schon vorab sich auf die Seite der Osteuropäer geschlagen.
      Und Tusk, den ich eigentlich nicht leiden kann, hat Punkte bei mir gesammelt: was soll so ein gross aus dem Fenster gehängtes Projekt, wenn so viel Uneinigkeit besteht? Recht hat er.

    • auf die Seite der Osteuropäer
      Forderungen (an die Osteuropäer) der unsinnigsten Art.

      Die baltischen Staaten hatten brav ihre „Flüchtlinge“ aufgenommen, neue Häuser für diese in einer einsamen Gegend nahe der russischen Grenze gebaut und anschließend die Versorgung mit Lebensmitteln begonnen.

      Die Versorgung konnten sie dann bald einstellen, es war nämlich niemand mehr dort. Wie schon die „Flüchtlinge“ vor Idomeni hat man nicht Schutz gesucht sondern wollte nach D, wahrscheinlich wegen der schönen alpenländischen Aquarelle dort.

  65. Anmerkungen zur Malereigeschichte Frankreichs und Deutschlands im 19. Jhdt.
    Ein schönes Bild und dazu ein gelungener Text, der die romantische Zeit schön beschreibt.

    Wie immer sind es die Details in der Beschreibung, die uns den Inhalt des Bildes vermitteln helfen. Die Detailfülle dürfte so manchen heutigen Betrachter des Bildes beim ersten Ansehen überfordern, erst durch Ihre kenntnisreiche Beschreibung floriert das Leben auf dem Bild und der Kontext hilft dem Verständniss.

    Kitsch ist etwas anderes, gerade die deutsche Malerei des 19. Jahrhundert hält für interessierte Kunstbetrachter eine schöne Bandbreite an feiner Malerei bereit.
    Man wollte mit der traditionellen akademischen Malerei aus Paris und Italien mithalten. (Wohlgemerkt nicht mit den französischen Impressionisten, diese Gemälde kamen erst um 1900 sporadisch als Modeerscheinung nach Deutschland, und fanden dort keine ungeteilte Zustimmung).

    Es sei jedoch noch eine kleine Anmerkung zum größten Ohrabschneider in der Malereigeschichte angemerkt, zum Künstler Vincent van Gogh.
    Inzwischen gibt es in der Kunstgeschichte die nicht ganz unwahrscheinlich Theorie (eines Hamburger Professors, wenn ich mich recht entsinne), dass van Gogh in jener Nacht nicht eine Verzweiflungstat an seinem Leib beging, sondern dass sein Freund Gauguin ihm das Ohr mit einem Degen (oder einer anderen ähnlichen Waffe) abgesäbelt hat.

    Wie kam es dazu, bzw. wie kommt man heutzutage zu so einer Theorie?
    Gauguin war ein Haudegen, der nachweislich Degen- und Säbelwaffen besass. Er war im Umgang mit ihnen geübt und war satisfaktionsfähig. Das gehörte gewissermaßen zur Erziehung und zum guten Ton in der feinen Gesellschaft, in der er als großbürgerlicher Botschaftersohn aufgezogen wurde.

    Jedoch änderten sich die Zeiten, und genau in der Zeit, also um 1889 war der Besitz von ebendiesen Waffen in Frankreich aus Gründen, die sich mir entziehen, verboten. Für Duelle wurde die Todesstrafe für den Überlebenden festgesetzt, sodass man so hoffte, dadurch die Zahl der blutigen Ehrenkämpfe niedrig zu halten.

    Doch Gauguin dürfte seine Waffen weiterhin besessen haben, und vermutlich hat er auch weiterhin damit geübt.
    Möglicherweise hat er gemeinsam mit van Gogh an besagtem Abend in alkoholisierter Trunkenheit ein wenig mit dem Säbel oder Florett (oder was auch immer) mit dem wohl unerfahrenen und unbeholfeneren van Gogh geübt, und es kam zu diesem Trainingsunfall, bei dem van Gogh einen Teil seines Ohres verlor.

    Was sollte man in so einem Moment machen? Van Gogh konnte nicht zum Arzt gehen und diesem den Vorfall korrekt schildern, da dann sein Freund Gauguin sofort verhaftet worden wäre und mit Sicherheit nach einer Gerichtsverhandlung zum Tode verurteilt worden wäre.
    Also ging van Gogh betrunken und „irre“ in die dörfliche Gastwirtschaft um dort sein Ohr einer Dame zu verehren. Dann würde man schon einen Arzt holen, soviel war sicher.

    Gauguin nutzte die Zeit zur Flucht. Auch dies unterstützt die These von der Abtrennung des Ohres durch eine Waffe Gauguins. Wäre Gauguin ein Freund gewesen, so hätte er seinem geisteskranken Freund sicher zumindest ein paar Tage beigestanden und ihn an seinem Krankenbett seelisch unterstützt.

    Gauguin galt zwar als Draufgänger, der keinen Kampf scheute, aber gleichzeitig war er auch als sehr sensibel bekannt, was sich zum Beispiel in seiner Autobiographie „Noa Noa“, die in den 1950er Jahren noch zu den Klassikern der Weltliteratur zählte und von seinem Leben in Tahiti berichtet, sehr schön erlesen lässt.

    Hätte van Gogh seinen Freund Gauguin nicht mit einer verrückten Geschichte gedeckt und sich nicht so verrückt Verhalten, wäre Gauguin hingerichtet worden, soviel steht heute fest.
    Zur Sicherheit -für den Fall, dass man van Gogh nicht glauben sollte- hatte Gauguin sich vorzeitig auf die Flucht begeben, um allen Eventualitäten aus dem Weg zu gehen.

    Auch für die Dorfbevölkerung war die Version einer Verrücktheit des Holländers van Gogh die praktischere und angenehmere Variante. Man musste den Landsmann Gauguin nicht verfolgen, und der schon lästig werdende van Gogh konnte nun endlich offiziell als „verrückt“ bezeichnet werden, ohne das man sich lästerlicher Wort schuldig machte. Auch damals schon liebten auch in Frankreich nicht alle Menschen moderne Künstler.

    Das van Gogh durch die Lösungsmittel und chemischen Zusätze oder vielleicht andere, auch genetische Einflüsse vielleicht wirklich verrückt war, wird von mit nicht bezweifelt. Vielleicht hatte er aber auch „nur“ eine Krankheit wie eine zeitweise „endogene Psychose“ oder „Depression“, oder hatte eine „Schizophrenie“ oder eine andere psychische Krankheit. Dies schließt jedoch nicht die These von dem partiellen Ohrverlust durch Gauguins Waffenwahn aus.

    Wie dem auch sei, der französiche Impressionismus war nicht die weitbeliebte Herzensangelegenheit, die er heute vielen Kunstfreunden im In- und Ausland ist. Er war eine Randerscheinung der französischen Malerei, die im 19. Jahrhundert höchst Facettenreich reüssierte.

    Schön ist, dass man heutzutage diese akademische Malerei in den großen französichen Museen gleichberechtigt neben den „großen“ Impressionisten findet.
    In Deutschland schämt man sich der Malerei des 19. Jahrhunderts noch etwas, das dies auch die Lieblingsmalerei des Führers und seiner Kumpane war.

    Wie ungerecht dies gegenüber den Werken der deutschen Malerei des 19. Jahrhunderts ist, beweist Ihr Text, lieber Don, bravourös.

    Es war die Zeit einer Malerei, welche die gesellschaftlichen Zustände auch unbeschönigt dargestellt hat. Als Beispiele nenne ich hier einige Werke: Carl Wilhelm Hübner: Die schlesischen Weber. 1844. Oder: Johann Peter Hasenclever: Die Arbeiter vor dem Magistrat. 1849. Oder: Ferdinand Georg Waldmüller: Nach der Pfändung. 1859. Sehr bekannt ist von Adolph Menzel: Das Eisenwalzwerk. 1872/75.

    Dies sind natürlich keine Werke biedermeierlichen Humors wie man ihn bei Carl Spitzweg finden kann. Auch die Idyll

    • Eine schöne Theorie!

      Ich weiss nicht, ob sich Deutschland wirklich verstecken muss. Es gibt ein Kernüroblem mit der Malerei des Historismus, die wird sicher nie schick werden, obwohl sie eine Zeit des Reichtums und des Aufschwungs ist. Allerdings tut man sich in Frankreich auch mit der Malerei unter Napoleon III. nicht ganz leicht. Die Neuentdeckung wird vermutlich erst in 30, 40 Jahren kommen.

    • Er hat "Gaugin" gesagt
      Im anderen Kanal, bei den Berufsempörten, den Kulturtalibanierten, den Maxiverklemmten, Stokowskiverseuchten, Gendergespülten, Vomwahnsinngeküssten, Tagesthemenkonformgehirnvakuumierten, Vomschwerenteddybärgetroffenen, Klebertotalverklebten, Gruselgausegrausigen, da tanzt und pocht schon wieder die Moralfontanelle (Und Ihr sauberer Herr Gaugin wird auch erwähnt), Zitat:

      Vorige Woche kürte das Magazin Time nicht einen Mann oder eine Frau, sondern ein Kollektiv zur „Person des Jahres“, die #MeToo-Bewegung. Diese habe „eine der rasantesten Veränderungen in unserer Kultur seit den sechziger Jahren freigesetzt“. Zu diesen Veränderungen gehört auch, dass ebenfalls in der vorigen Woche eine nicht minder rasante Debatte darüber ausbrach, ob neben übergriffigen Menschen künftig auch übergriffige Kunstwerke strikter verfolgt werden sollten als bisher.

      Beschuldigt wird: ein Gemälde des Malers Balthus von 1938. Gegenstand der Anklage: seine Träumende Thérèse, ein pubertierendes Mädchen, dessen Rock so weit hochgerutscht ist, dass die Betrachter auf die blütenweiße Unterhose schauen. Der Vorwurf einer Online-Petition: In einem „Klima sexueller Tätlichkeiten und Vorwürfe“ werde hier ein Kind zum Sex-Objekt gemacht und der Voyeurismus gestärkt. Bei Redaktionsschluss unterstützten rund 12.000 Menschen den Appell, das Kunstwerk aus dem Metropolitan Museum in New York zu entfernen.

      „Man sollte Gauguin ebenfalls abhängen“, heißt es in einem Kommentar unter der Petition, schließlich hatte der Maler eine 13-Jährige zur Geliebten. Eine andere Kommentarstimme stellt fest, die „sexuelle Ausbeutung eines Kindes“ – gemeint ist die künstlerische Darstellung – glorifiziere den Missbrauch junger Frauen. Balthus habe gewissermaßen Weinstein erst möglich gemacht. Und müsse deshalb verschwinden“. Zitat Ende.

      Sehen Sie zu, dass Sie Ihr Bild fest annageln. Sonst entdecken die Obengenannten noch was Unanständiges daran.

      Das Zitat ist übrigens aus ZON von heute.

    • Grab them by the mind! Make knowledge great again!
      Lieber Don, lieber Thomas Marx,

      vielen Dank für die aufmerksame und interessante Kommentierung.

      Lieber Don, meines Wissens nach wird die Malerei des 19. Jahrhunderts -auch die zu Zeiten Napoleons III. entstandene- in Frankreich wesentlich mehr geschätzt und höher bewertet, als alle deutsche Malerei des 19. Jahrhunderts im heutigen Deutschland.

      Sicher ist Salonmalerei nicht jedermanns Geschmack, aber man zeigt diese mit größter Selbstverständlichkeit in den wichtigsten Museen Frankreichs. Die Touristen eilen natürlich sofort zu den Impressionisten und bewundern diese unendlich, was ich einerseits verstehen kann, andererseits aber lächerlich finde.

      Die Impressionisten setzten eine Zäsur, sind aber maltechnisch sicher nicht mit den traditionellen Malschulen und der Salonmalerei inhaltlich zu vergleichen. Weshalb die Impressionisten damals jenseits des Pariser Salons ausstellten und damit -nicht nur positive- Aufmerksamkeit erregten.

      Wer sich mit französischer, akademischer und Salonmalerei des 19. Jahrhunderts nicht anfreunden kann, hat gar nicht verstanden, wie es überhaupt zum Impressionismus kommen konnte.
      Dieser entstand erst durch neue Versuche in der Freilichtmalerei, wie z.B. in der sog. „Schule von Fontainebleau“ und als eine Reaktion auf die oben bereits erwähnten Malschulen und auch auf weitere Künstlervereinigungen.

      Ich selbst habe schon den Eindruck, dass die französischen Connaisseure sehr genau wissen, was sie da an der Museumswand hängen haben.

      Hierzulande gibt es kaum ein Buch über Millet, und der Maler ist hier nur einigen Fachleuten bekannt, in Frankreich ist und bleibt er beinahe so etwas wie ein Nationalheld. Auch die ein, zwei Bücher über französische Salonmalerei im Deutschen sind alle neueren Datums, in Frankreich finden Sie ganze gut gefüllte Bibliotheken über diese Maler. Der gewöhnliche Ausländer, also Nicht-Franzose ist natürlich schon glücklich, wenn er oder sie weis, wie man Impressionismus überhaupt schreibt.

      Natürlich muss sich die deutsche Kunst des 19. Jahrhunderts nicht verstecken, wenngleich eine ganz andere Auffassung von Malerei in Deutschland herrschte.

      Die unvoreingenommene Betrachtung der dt. Malerei haben aber sowohl Wilhelm II., als auch der schon erwähnte Führer zerstört.
      Wenn man nur noch eine Form der Malerei als gesellschaftskonform propagiert, bzw. andere, modernere Formen der Malerei unterdrückt, verbietet, oder gar lächerlich macht und die ungebildete Bevölkerung zu Kunstrichtern adelt, wie in Deutschland während der Nazizeit geschehen, darf man sich nicht wundern, wenn Fragen entstehen wie:“Ist das Kunst oder kann das weg?“, oder man sich sicher ist, dass auch die eigene kleine Tochter ähnliche Bildwerke schaffen könnte, wie große, anerkannte moderne Künstler.

      Der sichere Glaube, man könne selbst beurteilen was Kunst ist und was nicht, ist so nur in der deutschen Bevölkerung vorhanden und eine Folge der Propagandaarbeit des dritten Reiches.
      In anderen Ländern wird die Arbeit von Kunsthistorikern von der Bevölkerung ernst genommen, da niemals staatliche Kunstverurteiler ganze Kunstzweige für „entartet“ erklärt haben.

      In Frankreich finden Sie keine Ablehnung modernster Kunst wie in Deutschland. Versteht man dort die Kunst nicht, so hält man einfach den Mund und überlässt das Urteil Berufeneren. Dadurch erspart man sich Peinlichkeiten.

      Lieber Thomas Marx,
      ja, der gute Balthus spaltet die Geister nicht erst seit „#MeToo“.

      Und wenn ich ganz ehrlich bin, so habe ich eine Retrospektive mit seinen Werken sehen können und sehe ihn auch nicht mehr als den ganz großen Künstler.

      Seine Berühmtheit basiert eben auf der lockeren Darstellung von pubertierenden Mädchen, was sicher in seiner Zeit neu, erregend und damit ausstellungswürdig war. Jedoch heutzutage erscheinen mir einige seiner Hauptwerke doch arg schwülstig.
      Er war erfolgreich in der Zeit, als Nabokov „Lolita“ veröffentliche. Das Buch lockt heute auch keinen Hund mehr hinter dem Ofen hervor.

      Ich selbst bin gegen jede Verbannung von Kunst aus Museen aus ideologischen Gründen, meinethalben kann Balthus gerne hängen bleiben, wo immer er auch hängt. Sollte er abgehangen werden, weine ich ihm nicht hinterher.
      Es ist nun einmal Teil der Kunstgeschichte, dass Künstler berühmt werden und dann manchmal auch wieder in die Bedeutungslosigkeit verschwinden.

      Kennen Sie Rachel Ruysch? Eine holländische Malerin des 17./18. Jahrhunderts.
      Machen Sie sich keine Sorgen, wenn Sie sie nicht kennen. Sie ist heute nicht mehr vielen Kunstfreunden bekannt.

      Zu ihrer Lebzeit war sie die Großverdienerin und berühmteste Künstlerin Hollands. Rembrandt und Vermeer waren arme Schlucker und künstlerisch unwichtig im Vergleich zu ihr.
      Heute ist das ganz anders. Die Bedeutung sowohl von Rembrandt als auch von Vermeer hat sich -zu Recht- enorm verändert.

      Kunstgeschichte, bzw. die Bedeutung von Künstlern ändert sich laufend.
      Das Konzept von Balthus ist nicht mehr zeitgemäß und auch nicht überlebensfähig. Seine Bilder werden weiterhin Freunde und Bewunderer finden, aber er könnte künftig ein eher unbedeutendes Nischendasein führen.

      Ja, auch Gauguin erging es schon ähnlich. Auch sein künstlerischer Stern sinkt stetig.

      Wie schon erwähnt, zählte seine Autobiographie in den 1950er Jahren noch zu den 30 Büchern der Weltliteratur, die man gelesen haben sollte.
      Heutzutage wird Ihnen selbst ein Professor der Kunstgeschichte die Lektüre des Buches nicht ans Herz legen. Es gibt soviel anderes und wichtiges, was man lesen sollte.
      Dabei ist die Lektüre von „Noa Noa“ hochinteressant. Er suchte sich nämlich die Dreizehnjährige nicht selbst aus, sondern wurde verheiratet. Die Mutter des Mädchens wollte es so!

      Gauguin war nach Taihitianischen Maßstäben ein unverheirateter alter Mann, somit musste er heiraten, wie alle Männer auf Tahiti.
      Da eigentlich alle Mädchen auf Tahiti mit etwa 12 bi

    • Kunst vor 1900 ist in Deutschland generell ein ganz schweres Thema, und das wird immer schwieriger, weil das Interesse doch deutlich nachlässt – speziell am Erwerb. Sie glauben gar nicht, wie billig das inzwischen geworden ist. Manchmal steht hinten noch drauf, für welchen Preis das Bild ersteigert wurde . der Wertverlust bei Biedermeier kann schnell mal 90% betragen. Es ist wirklich schockierend, wie man hierzulande die eigene Vergangenheit abhängt.

    • Titel eingeben
      @Thomas Marx. Von welchen „anderen Kanal“ reden Sie bloß?! Weder der Autor Rauterberg (ein ausgewiesener Kunstkritiker) noch die weitaus überwiegende Mehrzahl der Foristen dort läßt sich unter die Rubrik der von Ihnen freakhaft Beschimpften einordnen, im Gegenteil – also Ihre ganz persönliche Idiosynkrasie. Im übrigen ist Balthus gewiß ein pädophiler Lüstling und Provokateur gewesen, der mir auch künstlerisch ein Graus ist – aber das MoMA sollte ihn auf keinen Fall abhängen! Wo kämen wir da hin?! 12.000 New Yorker Appellanten können mich und die Kunst mal …

    • Literarisches
      @Kurt Gnadenbrotler

      „Er war erfolgreich in der Zeit, als Nabokov „Lolita“ veröffentliche. Das Buch lockt heute auch keinen Hund mehr hinter dem Ofen hervor.“

      Es war eher Pech für den literarischen Ruf Nabokovs, dass „Lolita“ damals nur in einem Pariser Verlag mit pornographischen Programm veröffentlicht werden konnte; finanziell war die geliehene Anrüchigkeit für ihn ein Segen.

      Wer immer das Buch aus Gründen bei der Olympia Press erwarb, kann nur enttäuscht gewesen sein. Das Werk ist literarisch hochklassig und in pornographischer Hinsicht unergiebig. In heutigentags gerne von weiblichen Autoren veröffentlichte Feuchtigkeiten würde ich nicht mal Müll verpacken um ihn in die Tonne zu klopfen.

    • @ Don Quixote
      Sagte ich doch: „ZON“ (ZEIT Online)“ von heute (nicht von 1847).

      https://is.gd/f6EAcc

    • Millet
      @Kurt Gnadenbrotler

      Ihren Zeilen zu Millet stimme ich gerne zu. Eine Frage drängt sich auf:

      Können Sie sich Werke Millets in der großk… Louvre-Dependance eines mittelöstlichen Parvenukleinstaatswesens vorstellen, umstanden von eingeölten deutschen und skandinavischen Sonnenanbetern, die Schatten suchen? Ich nicht.

    • @Lichtenberg: Nabokov und Millet; PS an @Don
      Vielen Dank für Ihre interessanten Anregungen und auch für die Frage, ob ich mir einen Millet in orientalischen Museen, bzw. der in letzter Zeit vielbemühten, neuen Dependance im islamischen Wüstenstaat vorstellen kann.

      Ehrlich geschrieben: Ja, ich kann mir das vorstellen, aber ich will mir das nicht vorstellen.
      Der Gedanke daran macht mich fast krank!
      Die Vorstellung ekelt mich aus mehreren Gründen, die ich hier aber nicht im einzelnen erläutern will. Es traktiert mich beinahe körperlich.

      Ein trauriger Fakt ist, dass bei sinkenden Staatseinnahmen auch in Frankreich inzwischen gerne an der Kultur gespart wird. (In Deutschland wird übrigens auch bei steigenden Staatseinnahmen an der Kultur gespart!) Das nutzen die Ölscheichs geschickt aus und lassen aus Prestigegründen einen Kulturtransfer stattfinden.

      Möglicherweise sind diese sogar ehrlich interessiert an westlicher Kunst, aber dennoch kommen mir diese langfristigen Leihverträge wie unfreiwillige Gefangennahmen vor.
      Grundsätzlich stehe ich der Ausleihe von Kunstwerken positiv gegenüber, aber bitte nicht jahre- oder jahrzehntelang.
      Zudem wäre ich sehr vorsichtig mit Leihgaben in eher unsichere politische Verhältnisse und an Staaten, die Unterdrückung, Erpressung und Sklaverei für normale Methoden der politschen Staatskunst halten. Ich sorge mich um die ausgeliehenen Kunstwerke.

      Da einige wichtige Bilder Millets aber vorwiegend im Musee d’Orsay hängen, habe ich die Hoffnung, dass diese nicht auf Wanderschaft in den Orient gehen müssen.
      Aber dennoch ist so ein kultureller Aderlass auch von Kunstwerken anderer Künstler immer mit einem Risiko verbunden und extrem schmerzlich, wenn man den Weg nach Paris auf sich genommen hat und vor Ort erfährt, dass ein gesuchtes Bild oder eine Skulptur plötzlich für längere Zeit in einem anderen Kulturkreis auf einem anderen Kontinent weilt.

      Ihre Zeilen zu Nabokov waren für mich höchst aufschluß- und sehr hilfreich. Hiermit übermittle ich Ihnen meinen aufrichtigen Dank.

      Bisher habe ich „Lolita“ gemieden, da ich stets etwas schmuddeliges und keine ernsthafte Literatur vermutet und erwartet habe.
      Sie haben mich eines besseren überzeugt, ich werde meine Vorurteile aufgeben und mir bald eine Ausgabe besorgen. Diese werde ich mir geistig einverleiben, ihre Empfehlung hat eine bei mir existierende, vermutlich unnötigerweise vorhandene, imaginäre Hürde eingerissen.

      Es lässt sich wirklich nur ernsthaft über Dinge und Inhalte ein konkretes Urteil fällen, wenn man diese wirklich kennt, bzw. die Bücher wirklich gelesen hat, die man in seinen Kommentaren erwähnt.

      Zu dem Titel „Feuchtgebiete“ (u.ä.) teilen wir auch einmütig eine Meinung.
      Dass eine Moderatorin, der aufgrund ihrer Minderbegabung allmählich die Felle schwimmen gingen, sich plötzlich auf „Literatur“ kaprizierte, hat bei mir auch zunächst gelinden Zweifel an der ehrlichen Motivation und erst recht an ihren Fähigkeiten ausgelöst, bzw. diese noch verstärkt.
      Als ich dann sowohl einiges über das Machwerk als auch über den Inhalt gelesen habe, und selbst einige Seiten aus dem „Buch“ gelesen habe, war mein Bedarf vollkommen gedeckt.

      Man darf niemals vergessen, dass die Lebenszeit sehr begrenzt ist und mit jeder Minute schwindet. Ich habe einfach keine Zeit für schlechte oder widerliche Bücher.

      Nochmals vielen Dank für Ihre Hinweise.

      PS.: Lieber Don,

      Sie haben mein völliges Einverständnis mit ihrer letzten Kommentierung zu meinem Kommentar. Ich halte es nicht nur für „schokierend“, sondern sogar für gefährlich, „wenn man die Vergangenheit abhängt“, wie Sie so schön formuliert haben.

    • keine Zeit für schlechte Literatur
      @Knut Gnadenbrotler, 17. Dezember 2017 um 01:19 Uhr

      Vielen Dank für Ihre freundliche Antwort zu früher Stunde,

      über Nabokov und Millet sich zu verständigen, sollte ja auch leicht fallen.

      Zu dem russischen Autor ein paar Anmerkungen; die große deutsche Nabokov-Ausgabe ist mit einem letzten Briefband endlich vollendet. Ein wahres Gebirge, kaum zu fassen, dass heutzutage so etwas noch zustande kommt. Ich verzichtete zwar bis auf einige Einzelbände auf den Erwerb, das liegt allerdings daran, daß ich in vierzig Jahren bereits eine ziemlich vollständige Sammlung an amerikanischen Ausgaben der in russischer und englischer Sprache verfassten Werke N’s zusammengebracht habe.

      Sollte ich Ihr Interesse an der so amüsanten wie tragischen „Lolita“ geweckt haben, würde es mich freuen.
      Wie es manchmal so geht, wenn sich eine Bibliothek durch mehrere Zimmer, zeitweise in zwei Gebäuden, auszubreiten beginnt, so schmuggelt sich auch die eine oder andere Dublette ein. So ging es zum Beispiel mit einem Werk Nabokovs, das er Alexander Puschkins „Jewgenij Onegin“, in der Fachwelt unter dem Kürzel „EO“ bekannt, gewidmet hat. Ein wahres Wunder in vier Bänden, russischer faksimilierter Text des Gedichts, Nabokovs präzise englische Prosaübersetzung, und – der eigentliche Kern: drei Bände literarische, prosodische und biographische Erläuterungen zu Eugen Onegin und seinem Verfasser in Nabokovs brillanter Prosa.

      Wenn Sie Interesse haben sollten, den alten Lepidepterologen, Lyriker und Verfasser von Schachproblemen (Poems and Problems!) mal von der Seite des Cornell-Profs kennenzulernen, dann hat Don Alphonso mein Einverständnis, Ihnen meine E-Mail-Adresse offenzulegen. Schreiben Sie mir gerne, und ich entlaste mein Regal, um Ihres zu belasten – selbstverständlich als Geschenk von Leser zu Leser.

      Zu Nabokov und seinem Übersetzer Dieter E. Zimmer einige Links:
      htt ps://www.libraries.psu.edu/nabokov/zembla.htm
      htt p://www.d-e-zimmer.de
      htt p://www.ada.auckland.ac.nz
      htt p://www.d-e-zimmer.de/PDF/proust-vermeer1996.pdf

      Beste Grüße, Li.

  66. Adventzauber
    Gerade in der stillen Zeit ist doch ein derart souveräner Umgang mit Pflanzen vonnöten, um sich später an ihrer Blüte erfreuen zu können.
    Reschpekt! Und gute Besserung!

  67. human interaction is an exchange, my money for your...
    Die romantische Liebe ist bzw. war ein symbolisch generalisiertes Kommunikationsmedium welches für das Volk nur zwischen ca 1700 und 2000 Relevanz besaß.
    In der Moderne ist auch die Intimität zwischen Personen soweit funktionalisiert, dass man die Romantik nicht mehr braucht.
    Wirtschaftlich ist auch Frau unabhängig und Sex gibt es virtuell oder mittels Tinder Date, das einzige was die Ehe noch zusammenhält sind die Immobilienpreise die doppeltes Einkommen erfordern. Aber auch das wird noch gelöst, wenn nicht vorher die Religion wieder alles zurückführt, vor die Romantik.
    Whaterver Romantik is gone.

    • Das mag in Städten so sein, aber kommen Sie mal aufs Land, da werden Sie staunen, wie herzig es hier noch zugeht. Ohne Ritterlichkeit geht da gar nichts.

    • Only a fool wants what he can not have.
      Don, Sie heldenhafter Modernisierungsskeptiker!

      Also meine Erfahrung ist eher die, dass die vom Dorf noch nie wirklich romantisch veranlagt waren, da zu nah an der Realität und zugleich zu sehr eingebunden in Familien/Dorfstrukturen. Die mir bekannten Frauen vom Dorf waren immer äußerst pragmatisch, in allen Lebenslagen, ähnlich wie Krankenschwestern und Ärztinnen :-)

      Die Romantik war eine Hilfskonstrukt für die verlorenen Individuen der aufkommenden Industrialisierung, die sich allein in fremden Städten weit entfernt von Ihrer Heimat fanden und mittels der Romantik eine stabile soziale Struktur mit fremden Menschen finden konnten.

      Aber ich möchte dann doch nicht zu sehr mit kalter Theorie die noch vorhandene Romantik in Ingolstadt zersetzen und wünsche viel Erfolg bei den Ritterspielen.

    • Romantiker
      Männer sind die wahren Romantiker.

    • .
      aufmerksamkeit für den anderen, zugewandtheit, warmherzigkeit – das ist doch romantik.

      und ein wenig liegt es schon auch an einem selbst. zum einen schallt es aus dem wald so heraus, wie man hineinrief. und andererseits kann man natürlich lange suchen, wenn man sich nachhaltig personen zuwendet, die dafür so gar nichts erübrigen können, selbst wenn ihnen die gelegenheit dazu gab, romantisch zu werden. dann wäre doch ein wechsel des baggerschemas angesagt.

    • @Goodnight , Erfolg bei den Ritterspielen.
      Nix Ritterspiele auf der Schanz (=Ingolstadt), nichts mit Tilly, Dr. Egck und Frankenstein, sondern nur Audi und nur Marie Louise Fleißner. In Ingolstadt seit Menschengedenken das Synonym für alles was irgendwie mit Kultur zu tun hat.

      Jegliche Aktivitäten heißen dort so (M-L-F-Festspiele, -Benefizkonzert, -Preisschafkopfen, -Presssackessen, -Kinderturnen, -Wehrsportgruppe, -Altennachmittag, -Gedächtnisausstellung, -Förderverein, -Schulsportfest. Das Stadttheater, ein potthässliches Ding, spielt seit Neubau nur M-L-F-Stücke, das Ensemble ist perfekt in diesem Fundus, Bühne und Requisiten konnten seit Ende der 60er unverändert gehalten werden.

      Insofern ist des Dons gelegentliches Abschweifen zu Ganghofer und Bildern mit röhrenden Hirschen verständlich.

  68. Rollenspiele
    Weibliche Rollenspiele unterliegen der Zeit. So lehnte einst eine 92-jährige Großtante mein Geburtstagsgeschenk, einen selbstgestrickten lila Pullover mit übervollem kunstvollen Zopfmustern, ab: „Die Farbe macht mich zu alt.“ Also trug ich ihn.

    „Das mag nicht Kunst sein, es hat zu wenig abgeschnittene Ohren (…)“
    Allein dafür herzlichen Dank!

    • Wenn ich an meine Grossmutter denke, was die in ihrer Zeit gemacht hat, da habe ich wirklich Null Respekt vor den modernen Wohlstandsberufsbetroffenen.

    • Wenn ich an meine Großmutter denke, ... habe ich wirklich Null Respekt ...
      … vor den modernen Wohlstandsberufsbetroffenen.

      VOLLE UNTERSTÜTZUNG!
      Bei mir trifft das auch für meine Mutter zu.

  69. Träume
    Es kann natürlich auch sein, dass die holde Maid einen anderen Jüngling erwartet hat, vielleicht einen reichen, und nun verbirgt sie ihren Strauß. Oder der Nebenbuhler ist schon da, in der Küche, man sieht ihn nur nicht, und es kommt ihr gelegen, ein wenig Eifersucht zu erzeugen etc. etc. Das Bild ist ja nach vielen Seiten offen. Sie sind aber jemand „dealing in dreams“, wie das die Engländer nennen. Das ist immer nett und rührend zu lesen. Seien sie allerdings vorsichtig bei Robert Byron, der den bedeutenden Kunstsammler (wenn wir schon bei der Kunst sind) und -Autor („The Economics Of Taste“) Gerald Reitlinger seinerzeit in wüster Weise antisemitisch attackiert hat.

    • Bilder lassen viele möglichkeiten offen, aber die brennende Liebe ist in diesem Fall schon recht offensichtlich – auch wenn die abweichung, siehe Jäger von Fall, auch in den Alpen Tradition hat.

  70. Don,
    der Platz an den Wänden Ihrer Immobilien um Bilder zu hängen ist endlich. Warum investieren Sie nicht endlich mal in Bitcoins?

  71. Liebe ist Aufwand
    Danke, das ist mein Weihnachtsgeschenk.

    • Mit grösstem Vergnügen!

    • Titel eingeben
      Schön, nicht ? Fragt sich nur, wessen Aufwand. Die Damen meiner Zeit jedenfalls profilieren sich zu gerne durch Scheidungen und …sagen wir…Selbstverwirklichung. Als ob….. und dann als Teamcoach :-)
      Warum wird eigentlich vorher geheiratet? Warum stelle ich eigentlich Fragen, auf die Mensch die zeitgemäße Antwort längst kennt? Die Wenigen, die wie Villar oder auch sogar die Wackere vom NDR mal gegen die anschwellenden Zickengesänge….von Dannen, Kontinent gewechselt.
      Weibliches Bauchpinseln ist das nur noch für mich, na klar zu Weihnachten. Natürlich habe ich Ihren Einzeiler hiermit stark überstrapaziert, denn selbstverständlich ist er nebenbei auch noch etwas wahr, und Sie persönlich leben möglicherweise danach. Ich weiß es nicht. Man stelle sich andererseits bloß einmal vor – Liebe gäbe es aufwandslos ! Ich denke, ich wurde verstanden. Man braucht sich ja bloß den Affentanz der männlichen Tierchen mal anschauen, zwecks Arterhaltung.

  72. Berghütte
    Ich bin auch ein Modernisierungsskeptiker. Den Gedanken an eine Berghütte hatte schon lange. Ich denke, es wird eine im hinteren Passeiertal sein, unweit des Jaufenpasses, wo Sie immer mit Ihrem Rad vorbeifahren. Wenn es soweit ist mit der Hütte, dann machen Sie gerne bei Pockenem und einem kühlen Forst eine Rast bei Ihrer nächsten Tour.

    • Modernisierungsskeptiker
      Berghütte ohne Modernisierung? Lesen Sie mal:

      „Das war unsere Zeit!“: Eine Generation im Lungau erinnert sich…

      Keine hundert Jahre her, Idylle pur, das ganze Jahr hart für (schlechte) Nahrung, (schlechte) Kleidung und einfache Unterkunft geschuftet.

    • Fluchtgedanken
      Relax said the night man we are programmed to receive
      You can checkout any time you like but you can never leave.

      Es gibt kein Entkommen.

  73. Hammer mitnehmen, überall penetrant Nägel rein und das "Schöne Bild" aufhängen. Hat Kraft.
    Und der Hammer ist ein Signal am Ende, dass Sie das Schöne Alte nicht ganz kampflos aufgeben wollen.

    Danke für diesen träumerischen Rückblick in die doch irgendwie ganz tief im Innern gewünschte Zukunft. Es stellt sich halt die Frage, ob die Gesellschaft nur noch im Heute und Morgen ihre Zukunft sehen will oder auch im Gestern. Denn wie das Gestern nicht immer gut war, so ist es das Morgen auch nicht. Für keinen. Differenzieren, genau hinsehen will wieder gelernt sein, von denen, die Zukunft bewältigen wollen und nicht wie einer Stopfgans maaslos eintrichtern.

    Sie sind ein sturer Konservativer im klassischen, wörtlichen, nicht politischen Sinn. Sie lassen sich nicht beirren und verschicken Bildbeschreibungen, womit manche im Unterricht noch gequält wurden (oder sich ihre Meriten verdienen konnten, aufgrund geringer Konkurrenz.). Das Erstaunliche ist dieselbe Erfahrung wie immer, wenn man Kundigen über scheinbar Banales zuhört: die wahre Welt ist früher wie heute weit komplexer als im weichgespülten Plastikland, schwarzweißen Medienland oder im digitalen BigData-Analyseland des Habens. Sie versprühen den Sinn der Werte, sekundär (Ordnung) wie primär (Liebe) fast indirekt.

    Und wenn die verrücktesten Demagogen und irrlichternden Schneeflöckchen, die schlimmsten Denunzianten oder -isten ehrlich sind, dann wünschen sie sich diese heile, mit Mühen gespickte, aber mit wahren auch inneren Freuden gespickte Welt des biederen Spießbürgers.

    Wer das Kind hier mit dem Bade ausschüttet, wird auch am Tegernsee keine Freue mehr finden, sondern nur noch in der Prantlhauser oder dem Merkur Gründe für mehr Selbstvernichtungsgründe finden.

    Selbst schuld, wer nicht mehr von einer schönen Welt träumen will.

  74. Traumhaft
    Lieber Herr Alphonso,
    wunderschön und tiefsinnig Ihre Beobachtung, Ihre Analyse und Ihre Schlüsse. Nur würde ich den Satz umstellen, denn ich glaube nicht, dass jemand deswegen wahnsinnig wird, weil er das Ohr abgeschnitten hat, eher andersrum.
    Liebe Griüße

  75. Auf Zehenspitzen wartend
    Apfelblütenstaub
    Ich liebte eine Frau
    doch war sie nicht so schlau
    sie ruderte im Heut´
    und hörte auf die falschen Leut´

    Denn hätte sie gewusst
    daß man sie nur benutzt
    könnt´ die Zweisamkeit
    auch ihre Früchte tragen

  76. Fürs Wohnzimmer?
    Lieber Don, ja, sie schreiben wie immer amusant. Und auch ich kann mich ohne probleme an diesem aquarell erfreuen, weniger aber an Ihrer häme über den armen Van Gogh, dessen ohrgeschichte nichts mit kunst zu tun hat. Ihre überlegungen zur kunst kranken an der vorstellung, dass kunstwerke kompatibel mit der wohnzimmer-einrichtung sein müssten. Das sehen Hänschen und Lieschen Müller schon immer so. Viele Bilder, wie z. b. die von Gerhard Richter, passen sicherlich in kaum einen salon. (Mal abgesehen vom preis). Aber denken Sie mal an einen typischen Mondrian mit den rechtecken und drei grundfarben. Seine, nennen wir es „erfindung“, hat unsere (ästhetische) umwelt revolutionert. Die „klecksereien“ Pollocks haben unsere sinne geschärft für die schönheit des chaos. Solche beispiele gibt es viele, Sie verstehen sicher, worauf ich hinausmöchte,

    • Kunst ....
      Don hält es damit evtl eher wie Friedrich der Große, welchen Heiner Müller im Stück „Leben Gundlings Friedrich von Preußen Lessing Traum Schlaf Schrei“ angesichts eines Gemäldes sagen lässt:
      „Kunst ist Schönheit. Zehn Stockhiebe für den Kleckser“

    • Das ist gut gesagt!

  77. Niveauvolle Plauderei
    Ein sehr erbaulicher Text. Vielen Dank dafür.

  78. Danke
    Vielen Dank werter Don für diese Aufschlussreiche Analyse des Bildes. Mir bleiben solche Details, aber vor Allem die Bedeutung solcher Details immer verborgen. Ich muss gestehen ich halte solche Interpretationen fast immer für Humbug. Jedoch muss selbst ich gestehen, dass ich Ihre Ausführungen als sehr schlüssig und überaus spannend empfinde.
    Die politische und gesellschaftliche Analyse ist selbstverständlich mal wieder überaus zutreffend.

  79. Vielen Dank...
    lieber Don Alphonso. Lassen Sie sich gesagt sein, dass ein Philosophiestudent, der gerade im „gemischten Freiraum“ der Universität Hamburg auf die nächste Vorlesung warten muss, durch ihre Schriften jedes Mal neue Kraft gewinnt, um gegen die Wellen des hier herrschenden Weltbildes anzuschwimmen. Ich wünsche Ihnen ein schönes, langweiliges Wochenende.

  80. Kitschaustreibung
    Ach verehrter Don,
    was für ein wunderschönes Stück, der Artikel mehr als das Bild.
    Allein „kokoschkantig“ ist eine gelungene Wortprägung.
    Was habe ich geschmunzelt.
    Dabei gibt das dann den Edelkitsch für die Kanzlergalerie im Amt.
    Gute Besserung beim Kräutertee und herzliche Grüße aus dem Maschinenraum des Regierens, da Wochenende nicht aus dem RHS sondern von der Küste.
    pM

  81. Die Hysterie frisst ihre Kinder
    Ein unglaublich schöner, sanfter, kluger, fast zärtlicher, wehmütig stimmender Text. Sicherlich, das Damals ist zu sehr in Pastell gemalt in diesen Worten, aber es steht als Ausgleich, denn das Morgen wird furchtbar. Furchtbar neurotisch, psychotisch, voller zerfressener massensexzerissener Seelen, die so voller Hass sind, dass sie wild um sich schlagend die letzten Spuren von Kultur zertrümmern werden um den Rest jeder Liebe allumfassend aus sich zu tilgen. Und dann dort an diesem neuen düsteren Ort sich doch nicht finden.

    • poetisch
      das haben Sie sehr, sehr schön gesagt. Arbeiten Sie als Künstler, Texter, Schriftsteller? Es würde mich wirklich interessieren.

    • Ja
      @julmoon Danke sehr. Was kann ich zu Ihrer Frage sagen ohne allzu viel von mir preiszugeben, außer: Ja. 65% Bild, 35% Text. Und ich kann ein gutes, nichtprekäres Leben davon finanzieren. Schöne Grüße.

    • Adjektive sind schwer In, doch schwül wirds in der "Gartenlaube"
      ..wenn Courths-Mahler malt und Amselm Feuerbach das Feuer macht

      Sophienlust 158 – Liebesroman: Wir zwei sind unzertrennlich
      *https://books.google.de/books?isbn=3740921358
      Susanne Svanberg – 2017 – ‎Fiction
      Alexander von Schoenecker beobachtete seine hübsche Frau besorgt. Nachdem Nick und … Du bist nicht nur schön und klug, du bist so charmant und gütig, wie ich es noch nie bei jemandem erlebt habe.« »Schmeichler! … Sanft zog er die schmale Gestalt hoch und schloss sie zärtlich in die Arme. »Von dir geliebt zu ..

    • Ach Gamskampler, Sie oida Schbuivaderba ...
      !

      … da werden in diesem Blog mal ganz schüchtern – halb zog sie ihn, halb sank er hin – zarteste Bande zum Knüpfen ausgelegt und RUMMMS poltern Sie mit groben Stiefeln in die lauschige Laube und stören das sich anbahnende Tête-à-Tête.
      Dabei hätte man als zufälliger Zeuge des Blog-Brunftgeschehens gern weitergelesen … schwenkte er nicht schon seinen Stöpselhut, und hielt sie nicht was zum Draufstecken bereit?

      Grausam, Sie Adjektivverrächter, Sie!

  82. Grandios, keineswegs zum ersten Mal!
    Lieber Don, die Qualität (welch blödes Wort für Herz, Kultur, Hirn & Menschenliebe!) Ihrer Essays wächst unaufhaltsam. Was nicht heißt, dass Ihr Frühwerk minder fesselnd war; es war ein Sprungbrett, auf dem Sie Ihre Schreibe zu Höhen entwickeln, die jedem journalistischen Turmspringer von heute, der Sie liest — und es werden nicht wenige sein —, die Schamröte ins Antlitz treiben muss. Vermutlich auch den Neid.
    Und den haben Sie sich ehrlich verdient — in diesem Fall wertvoller als ein preußischer „Pour le mérite“ oder ein Bundesverdienstorden.

    • "Qualität"
      schauen Sie mal in ein Werk der nordamerikanischen Hochscholastik (20. Jahrhundert): „Zen und die Kunst ein Motorrad zu warten“. (Ein Ureinwohner hätte anstelle des Motorrades eher den Tomahawk gewählt, dagegen ein japanischer Autor eher den Bogen.)

      Sorry, Don Alphonso, Fahrräder sind dort leider nicht das Thema; wiewohl perfekt als Demonstrationsobjekte für die Diskussion im ästhetisch-praxeologischen Seminar des richtigen Lebens geeignet. Wie oftmals bei den „Stützen“ grandios verwirklicht.

  83. Danke. Mehrfach: Danke.
    Das war eine schöne Einstimmung, und ich weiss einmal mehr, warum der Weg zu meinem jetzigen Konservatismus richtig war.

    Und ich weiss: Es liegt nicht nur daran, dass ich 70 bin. Die 66er Jahre ff. waren wichtig, ein Teil davon auch richtig, aber die letzten Jahre haben mir sämtliche „Reformen“ verleidet.

    • Das Unheil nahm seinen Lauf ....
      als man Schönheit, Wahrheit und Güte nicht mehr als zusammengehörig ansah.
      Und jetzt ist das erste diskriminierend, das zweite dehnbar und das dritte etwas, das man nur von anderen verlangt.
      Mir tun ja nur die Kinder leid. Das ist auch so ein abgedroschener Spruch den man mit den Jahren zu rezitieren lernt ….

  84. Kuenstler
    Lieber Don,

    vielen Dank fuer diesen vielschichtigen Beitrag – ich muss jedoch gestehen, dass der einohrige Oelmaler Vincent mir sympathischer ist als der eineiige Aquarellmaler aus Braunau. Letzterer hatte sich auch eine romantische Oase zusammengepinselt, allerdings i.d.R. und bezeichnenderweise ohne Menschen darinnen.

    io Saturnalia !

    • romantische Oase zusammengepinselt?
      Meines Wissens hat er einfach marktfähigen Postkartenersatz gepinselt um was zum Beißen zu haben…

      Der Don könnte es besser wissen.

    • Onkel,Onkel.....
      Wie können Sie nur die beiden zusammendenken, es gibt nichts, aber
      auch gar nichts, was dazu einladen könnte.

      Was Vincent zu seiner gotesken Selbstverstümmelung gebracht haben könnte, war mir schon immer in unlösbares Rätsel.
      Der in Ozeanien ausgewilderte Raufbold Gaugin habe wohl zu heftig
      mit dem Degen herumgefuchtelt und sei somit Verursacher des
      berüchtigten Ohrverlustes, scheint mir als Erklärung plausibel.
      Vielleicht wollte er den depressiven Malerkollegen aufmuntern, und
      er hat dabei, nach Art böser Buben, großes Unheil angerichtet.
      Wie ich, als wir Buben bei Kriegsende in trauter Runde um einen
      Bombentrichter herumsaßen, den Froschlaich und die werdenden
      Kaulquappen begutachteten und ich dann dem Gerhard Erdt,
      (Mein Gott, ich weis den Namen noch!),
      ein angerostetes Bajonett in den Fuß rammte.
      Das hat mir seitdem oft weh getan und mich zu einem vorsichtigeren
      Menschen gemacht. Der Gerhardt, ein sehr angenehmer Junge hat es
      überlebt, er durfte nie mehr mit uns spielen und niemals wieder
      habe ich ihn gesehen. Schade.

    • Onkel,Onkel.....
      Wie können Sie nur die beiden zusammendenken, es gibt nichts, aber
      auch gar nichts, was dazu einladen könnte.

      Was Vincent zu seiner gotesken Selbstverstümmelung gebracht haben könnte, war mir schon immer in unlösbares Rätsel.
      Der in Ozeanien ausgewilderte Raufbold Gaugin habe wohl zu heftig
      mit dem Degen herumgefuchtelt und sei somit Verursacher des
      berüchtigten Ohrverlustes, scheint mir als Erklärung plausibel.
      Vielleicht wollte er den depressiven Malerkollegen aufmuntern, und
      er hat dabei, nach Art böser Buben, großes Unheil angerichtet.
      Wie ich, als wir Buben bei Kriegsende in trauter Runde um einen
      Bombentrichter herumsaßen, den Froschlaich und die werdenden
      Kaulquappen begutachteten und ich dann dem Gerhard Erdt,
      (Mein Gott, ich weis den Namen noch!),
      ein angerostetes Bajonett in den Fuß rammte.
      Das hat mir seitdem oft weh getan und mich zu einem vorsichtigeren
      Menschen gemacht. Der Gerhardt, ein sehr angenehmer Junge hat es
      überlebt, er durfte nie mehr mit uns spielen und niemals wieder
      habe ich ihn gesehen. Schade.

  85. Als Archetypus lebt die Romantik vielleicht weiter
    Ganz im Geheimen gibt es sicher noch die unbestimmte Sehnsucht nach dem romantischen Bild, das hier so liebevoll beschrieben wird. Ich hoffe es jedenfalls für die postmoderne, IT-gestresste, zwangsunterhaltene, pausenlos kommunizierende und doch wenig verständnisvolle Menschheit.

  86. Bayern
    Ich war diese Woche in Aying. Auf dem Weg vom Flughafen dorthin und vor Ort erwachte jede Faser Ihrer gesammelten Werke über die Region und die Menschen dort zum Leben. Und man weiß nach wenigen Stunden, welches der aktuellen LTWBY-Narrative den Tatsachen entspricht.

  87. Bitte nicht kaputt reden !
    Nur zurücklehnen.

  88. Bildbeschreibung
    So einen Text würde ich mir für manchen Ausstellungskatalog wünschen – aber man muß wohl Prof. Dr. Wichtig sein, damit man solche Dinge unverständlich an den Leser bringt.
    Ein großes Kompliment also für die locker-flockige Bilderläuterung, so ganz ohne Wissenschaftshuberei, aber dennoch vollständig, verständlich und den zeitlichen Zusammenhang erklärend.

    • Gernn geschehen, mir macht so etwas auch Freude. Das Problem ist nur, dass ich das nicht gern mit der Kunst anderer Leute mache, und privat eher Portraits sammle. Aber nach Weihnachten gibt es noch eine Bordellszene.

  89. oh Don
    mir wird ganz wehmütig und sehnsüchtig ums Herz …… was für ein schöner Text. Danke!

  90. Rudern, weil es im wichtig ist
    Da musste ich sofort an meinen Vater denken, der wöchentlich bei Wind und Wetter mit dem Fahrrad 8 km in die nahe Kreisstadt radelte, um Geigenunterricht zu nehmen und um die paar Pfennige für die Bahnkarte zu sparen. Und wir reden hier von einem sackschweren Vorkriegsfahrrad und einem kindersargähnlichem Geigenkoffer an der Lenkstange.
    Da war nix mit SUV- Vorfahren am Kiss&Fly-Parkplatz der Schule und jammern, wegen Schulstress. Und warum? Weil es ihm wichtig war!

    Ach ja, den Krieg hat er überlebt, auch die Entscheidungsschlacht in Italien, bei der über 80.000 Soldaten aus allen Herren Ländern vorwiegend im Alter von 18 -22 Jahre ihr Leben ließen. Und Traumexperten waren nach dem Krieg auch keine da, der Beruf existierte da noch gar nicht, genauso wenig wie ein Armutsbericht, denn nach dem Krieg waren alle arm und haben sich ohne staatliche Hilfe berappen müssen. Von über 120 Familienförderungsmöglichkeiten hat diese Generation nicht mal geträumt, wohl aber von heterosexueller Hochzeit, Familie mit Mutter und(!) Vater, Kindern ohne Frühsexualisierung, einem gemütlichem Weihnachtsfest (neudeutsch wohl „hyyge“ genannt), einem Arbeitsplatz ohne morgendliche Suche nach demselben in einem modernen Großraumbüro und eine ideologiefreie Schulbildung. Denn wohin Ideologie und der Wahn über andere zu herrschen führt, musste mein Vater in jungen Jahren sehen und erleiden.

    Ach ja, ein bisschen Wohlstand und ein Häuschen waren auch noch drin, weil der Verdienst vorwiegend in der eigenen Tasche blieb und nicht versteuert werden musste, um eine Staatsquote von 50% und u.a. die betreute Verwahrlosung von uns Kindern bei schlechtem, vorgekochtem Essen und überforderten und kaum deutsch sprechenden Erzieherinnen zu finanzieren.

  91. Was bisher geschah
    Wenig später wird das Idyll fachrecht vom Thoma tranchiert, der Gattin dieser Bergwelt namens Ganghofer beigeschlafen und frühe Feministen des roten Gegenentwurfs als ‚russische Mannweiber‘ verortet. In Bayern wird die Welt schon immer kartografiert, dass man sich nicht verlaufen kann: Grün ja, Rot(h) nein.

  92. Die Zumutungen des Zeitgeists
    Ach, Don, wie schön. Wie Sie einem ein zunächst kitschig anmutendes Bild näherbringen und die Anspielungen erklären – großartig. Könnte ich jede Woche von Ihnen lesen.
    Als ich noch auf ZON unterwegs war, musste ich dafür gefühlt einmal pro Woche die Lobpreisungen der Polyamorie aushalten. Die dafür verantwortlichen Nachwuchspraktikanten müssten bei Ihren Erläuterungen ja Schaum vor dem Mund bekommen. Falls Sie Ihren Text bis zum Ende durchhielten.

    • Polyamorie ist was für Prüde, die für Gruppensex zu feige sind. Kein Wunder, dass das in Norddeutschland bei den humorlosen Ketzern geschrieben wird.

    • Najo, des mit dem Poly.. und so da haums scho rechd, owa
      ..
      .
      bein Gruppnsex de nockadn ondan Mandln, wäääh !

    • Polywer?
      Polyamorie ist nichts für Prüde, sondern für Leute, denen es nicht ausreicht, nur eine Person mit endlosen Beziehungsgesprächen zu quälen.
      Gruppensex hingegen ist eine Form jener totalitären Intimität, die es auch in Kasernen oder Jugendherbergen gibt, wenn man mit den falschen Leuten im Zimmer ist. Ausnahmen mag es geben, sind mir aber unvorstellbar.

    • Das Schlangennest, werter Don,
      …stelle ich mir gerade unter Ihrem Kronleuchter auf dem Perser vor…

    • Giftnattern, sage ich Ihnen. Giftnatter!

    • .
      nun ja, das p-wort ist doch ein wenig holprig, recht modisch und von den unglücklichen semantisch geentert.

      immerhin gibt es ja noch den aide-mari.

    • Aide-mari
      Das ist ja mal ein großartiger Begriff. Den kannte ich bis jetzt nicht, werde ihn aber umgehend in meinen Wortschatz aufnehmen.
      Merci.

    • Noch ein aktuelles P-Wort
      Der neben dem hoch geschätzten D.A. ebenfalls immer lesenswerte Herr Marco Gallina verweist gestern in seinem Löwenblog auf „die-jungen-liberalen-und-die-polygamie“
      (einfach im Web zu finden)

      Manche Leute im Norden sind prachtvoll. Oder nur voll? Oder voller Substanzen?

    • Polygamie und prüde fangen aus guten Gründen beide mit P an.

  93. kunst ist, was ich dafür halte...
    wenn man viel gesehen hat und auch ein gewisses alter erreicht hat,
    kann man (ohne überheblich zu sein) zu der überzeugung kommen, dass man sich nicht von andern vorschreiben lassen braucht, was kunst ist…
    man hat seine eigenen ästhetischen kritiken entwickelt, lebt damit, urteilt danach und ist damit glücklich… das bild ist doch recht hübsch…und der text über dasselbe auch !

  94. sis(s)i
    ich kann mir übrigens nie merken, ob mit einem oder zwei s.
    aber es ist natürlich einer der besten filme aller zeiten…gleich hinter ludwig II. von visconti.

    • Ein S. Ich mag fast alles von Romy Schneider, bis auf die Sisi-Filme.

    • Frau Schneider
      Ich fand sie ja in „Scampolo“ ganz hinreissend. An die Handlung – Wirtschaftswunder-Künstler-Dingens-Italien-Romanze – kann ich mich allerdings kaum entsinnen. Der Film war aber wunderbar locker-flockig, fast wie der Amerikaner in Paris ohne Tanzeinlagen.

      Eine Ahnung von der Faszination, die von ihr ausging, bekommt man auch bei „What’s new Pussycat“, einfach, weil dort anscheinend der gesamte Dreh ein ausgelassener Spaß war und die Schauspieler allesamt Mühe hatten, bei laufender Kamera das Grinsen zu unterdrücken. Da ist sie auch sehr, sehr sexy …

      Gestern geisterte ein (nicht sehr intelligentes) Statement von Frau Riemann durch die Medien. Die Dame hatte auch eine tolle Karriere vor sich, wenn sie ins Ausland „geflohen“ wäre. Die Kamera liebte sie, wie man so schön sagt. In „Regina auf den Stufen“ hat sie alle und alles im Bild mühelos weggefegt. Frankreich hätte (damals noch) das Sprungbrett sein können. Stattdessen hat sie sich hier in anspruchslosen Rollen & Filmen verschleißen lassen … und ist jetzt nölig. Selbst schuld!

  95. So...
    …jetzt schreibe ich hier auch mal etwas. Bereits seit ich das Blog vor einigen Monaten entdeckt habe, freue ich mich auf jeden Text von Don Alphonso. Egal, ob messerscharfe politische Betrachtungen oder Texte, die einfach nur schön sind (wenngleich mit Hintersinn), wie dieser hier. Es gibt sie noch, die guten Texte. Danke schön.

  96. Die Kassierin ...
    des Geschäftes, wo ich des Öfteren einkaufe, trug leider kein Dirndl, heute wo sie mich der Kasse annähern sah, ruf sie jemanden anderen, kaum habe ich ihm gesagt, dass ich erfreut darüber sei, anstatt einer Kopftuchträgerin bei ihm zu bezahlen, erschien die Filialleiterin, und sagte mir ich dürfe in dem Laden nichts mehr kaufen, so musste den Laden verlassen aber mit dem guten Gewissen, dass ich Kopftuchträgerinnen ab jetzt nach meinem Gutdünken schlecht behandeln darf, denn das Recht habe ich mir heute erworben ….

    • Hirnwindl heißt das , nicht Kopftuch
      ..
      El.Pe .

    • Mein lieber Otto Moser
      Ich hab es nicht verstanden, hab auch gegoogelt, und bin bin nicht weiser geworden, so sagen Sie es mir doch offen …

    • Filialleiterin: ... in dem Laden nichts mehr kaufen ...
      könnte ein heißer Tipp sein.

      Sie sollten hier Namen der Kette und Filiale bekanntgeben und den erhaltenen Ratschlag zur allgemeinen Nachahmung empfehlen!

    • Wie schade
      Ich hatte gerade das Glück, von einer jungen Dame an der Kasse unseres türkischen Gemüsemarkts strahlend angelächelt zu werden – wir waren die einzigen zwei weiblichen Wesen mit offenen Haaren. War ein besonderer Moment.

      Der Text war wieder wundervoll, für mich sehr persönlich, da meine liebe Omi so ein Gemälde in ganz ähnlichem Rahmen im Wohnzimmer hatte. Die Berge in Bayern waren ihr liebstes Sommerziel, mir kamen jede Menge Kindheitserinnerungen. Schön!

    • Das Kind mit dem Bade ausschütten
      Um es mal vorsichtig zu formulieren: Es scheint mir keine gute Idee den höflich distanzierten Umgang wie man Ihn hierzulande im Allgemeinen gegenüber seinen Mitmenschen pflegt orientalischen Sitten zu opfern.

    • @Otto Moser
      Klar ist es so, sie könnte es auch dabei lassen, dass jmd. anderer an die Kasse kommt, was ja geschah, aber nein sie wollte noch a Drama dazu, unwillig zu akzeptieren dass man sie in ihrem Kopftuch nicht akzeptieren kann … holte noch die Filialleiterin dazu. Das wird Folgen haben in meiner Einstellung gegenüber Kopftuchträgerinnen, zu mal nach dem ich wiedermal gesehen habe, dass sie nicht aufhören falsch zu spielen… Für mich heißt es Ausschluss wie auch immer …

    • Ihr Verhalten
      finde ich respektlos. Oder gibt es eine Vorgeschichte?

    • El.Pe:Das finde ich nicht
      Ich finde nicht, dass man sich ein Recht, unhöflich gegenüber Unbekannten zu sein, überhaupt verdienen kann. Mir tut jedes Kopftuch, das ich sehe, weh, aber deswegen unfreundlich zu einer Verkäuferin zu sein ist mir noch nie eingefallen. Ich weiß nicht wie die Szene abgelaufen ist, aber spontan liegt meine Sympathie bei der Inhaberin. Korrektes Verhalten muss immer drin sein.

    • Eine Hirnwindl ist eine Windel
      ..
      .
      um das nonfunktionale Gehirn der Trägerin, auf das es nicht trenze .

      Auch bei Kopfverletzungen, etwa 11,4mm, sehr praktisch .

    • Toll, finde ich, ist anders.
      Allerdings, und da muss ich bei den anderen Kommentatoren nachhaken, steht in der Geschichte nichts von Unfreundlichkeit gegenüber der Kopftuchträgerin. Jemand anderem als Feedback zu geben, dass man es bevorzuge, von jemand anderem bedient zu werden, geht schon. Das sollte kein Grund sein für ein Hausverbot.

    • @Uwe Dippel
      Das ist der Teil, der mich stört, und der wie ich finde im Wiederspruch
      zu unseren (na ja, wenigstens meinen) Werten steht:

      „…aber mit dem guten Gewissen, dass ich Kopftuchträgerinnen ab jetzt nach meinem Gutdünken schlecht behandeln darf, denn das Recht habe ich mir heute erworben ….“

      Für mich ist das ein Zeichen charakterlicher Schwäche Idiuviduen nach Lust und Laune schlecht zu behandeln. Wenn jemand einem dumm kommt, gerne. Aber per se, wegen Religion, oder sonstiger Überzeugung?

    • Kopfwickeltanten
      Während meiner Schulzeit hatte ich Ärger mit einer ziemlich fiesen Nonne, die Religionslehrerin in der Grundschule war und später mit den Betreiberinnen einer katholischen Mädchenschule, die auch Nonnen waren.
      (Unsere damals reines Knabengymnasium lag 200m daneben. Jeder weiss, was das bedeutet).

      Weil das aber noch nicht genug war, bin ich während des Zivildienstes regelmäßig auf unschöne Weise mit einer Nonne zusammengerumpelt, die die Röntgenabteilung eines kleinen Kreiskrankenhauses leitete (da ging es vor allem darum, ob Patienten und -Innen jeden Alters mit Frakturen aller Art „sich nicht so haben sollen“ oder doch).

      Nichts gegen Nonnen und es gibt bestimmt auch nette Nonnen. Ich gehöre nur zu denen, die nicht sehr traurig darüber waren, als sie aus unserem Straßenbild verschwanden.
      Heute zucke ich innerlich jedes Mal zusammen, wenn ich aus dem Augenwinkel eine Nonne sehe. Und das gilt leider auch für die Kopftuchträgerinnen.
      Das hat nichts mit Hass oder Intoleranz zu tun, die könnten jedes religiöse Zeichen dieser Welt tragen, nur mit dem Kopftuch habe ich Probleme. Da es früher viele Nonnen gab, glaube ich auch nicht, dass ich der einzige bin (bei den Schwulen in Miami Beach kann man kleine Nonnenfiguren als Salzstreuer kaufen oder welche zum Aufziehen, die auf dem Tisch herumwackeln und Feuer spucken. Das hat schon seinen Grund).
      Dafür können die neuen „Nonnen“ natürlich nichts. Ich frage mich aber schon, warum man, wenn man aus einer Kultur in eine andere kommt und dort freundlich aufgenommen werden will, soetwas absichtlich und kontinuierlich provozieren muss.
      Was so ein Kopftuch für andere symbolisiert, hat nämlich niemand irgendwann irgendjemanden gefragt.

    • Voll einverstanden, candide
      Fast voll.
      Es ist die dünne Haut der Zivilisation die da verletzt wird. Finde ich.

      Die Religion darf der Punkt nicht sein. Jeder darf in seinen eigenen vier Wänden anbeten wen er will.
      In die Öffentlichkeit gehört Religion meines Erachtens allerdings nicht.
      Trotzdem kann das kaum eine Erlaubnis sein, einen Kopftuchträger schlecht zu behandeln. Überhaupt nicht.
      Auf der anderen Seite, wie ich schrieb, finde ich es durchaus statthaft, dem Filialleiter meine Meinung dazu zu sagen, und mitzuteilen, dass ich es bevorzuge, von Menschen bedient zu werden, die ihren Körper nicht benutzen, ihre (private) Religion zu demonstrieren.

    • Die Tuchchristin gehört nur Dem Herrn; die Tuchmuselmanin gebärt nur den Ihrigen
      Ich möchte doch bitten, den handfesten sozialen und demographischen Unterschied nicht gendergrünrelativistisch zu verwischen!

      Das Erlebnis von @El.Pe. kann ich gerade sehr gut nachvollziehen, weil ich unlängst erstmals einen wichtigtuerischen Supermarktangestellten hörte, wie er vor den versammelten Kunden und Paletten voller Dezemberkrempel seine optisch verwestlichungsgefährdete Kassieraushelfende unüberhörbar über haram und halal bestimmter Artikel aufklärte, und zwar nicht spöttisch. Eine Konzern aus Köln übrigens. Armlänge Abstand halten wirkt nicht, dem Laden geht es rein lagebedingt zu gut.

    • Die Geschichte des Hirnwindels und seine Vorgeschichte ...
      Da es mir nun etwas besser geht nach ein paar Tagen, seit meinem durchaus berechtigtem Lamento über Kopftuchträgerrinnen türkischer Abstammung ( bei den Araberinnen ist es Kultur) kann ich mich dazu aufraffen doch eine Antwort zu schreiben …
      Möge dann jeder so urteilen, wie er rechtens findet, ich bleibe bei meinem Entschluss und der erfahrungsbedingten Überzeugung, dass ich als Individuum und die Türkei als Geselschaft von der Horde nichts Gutes zu erwarten hat.

      Das besagte Mädchen in der Fiiale trug nicht immer ein Hirnwindel( grossartige Bezeichnug, gruss und Lob @Otto Moser), sie war nett und ich habe hier und da ein small talk mit ihr geführt, da sie eine sympathische Erscheinung abgab. An dem Tag, als ich die zum ersten Mal im Kopftuch sah, habe ich sie gefragt über den Grund des Wandels, ob sie unter jemandes Einfluss stehe, sie sagte, es sei ihre eigene Entscheidung gewesen sei, was ich nicht glaubte und erklärte ich ihr, wie ich vor Jahren, wie ich später herausfand unter dem telepathischen Einfluss eines neuen Imams in der kleinen Nordstadt, mich plötzlich in einer Identitätskrise fand, mit der Frage, warum weder ich noch keine aus meinem Bekanntenkreis in Istanbul keine Kopftücher tragen. Die Krise überwand ich dann schnell, aber in der Zeit in Istanbul, wo ich mich mit Religionen auseinandersetzte habe ich gesehen und erlebt, was für eine massive Gehirnwäsche um den Kopftuch herum getrieben wird und dass die Saudis diese Aktionen mit enormen finanziellen Zuwendungen betreiben. Sie glaubte mir nicht und sagte es wäre alles eine Verleumdung. In dem Moment habe ich realisiert, dass sie für die laisiztische Ordnung verloren war.

      Der Koptuch ist in der Türkei ein politisches Symbol des Kampfes gegen die sekuläre Republik im Sinne von Atatürk, dessen Folgen man in der Türkei, momentan nur bedauern kann.

      Ich gehöre einer Generation von gut ausgebildeten Türken, denen man die Erwartung auferlegte, alles zu tun für die Aufrechterhaltung der Republik, incl. Einsatz und Engagement für die kulturelle Weiterentwicklung der rückständigen Massen in Anatolien und in D. Wir stießen dabei immer wieder auf Widerstände aus der religiösen Ecke, das bekannte Dilemna der Republik, mit der Folge, dass ich mich in meinem jetzigen Alter von den Vertretern der islamischen Religion belogen und betrogen fühle, bezichtige sie der Hinterlist, mit der sie versuchen die Republik in eine religiöse Diktatur umzuwandeln. Ich fühle mich deshalb durchaus berechtigt die türkischen Kopftuchträgerrinen so zu behandeln wie ich will, egal ob und wie sie bewusst oder unbewusst der Kollaboration schuldig sind.

      Ich komme nicht so häufig in Kontakt mit der Horde, im täglichen Leben, meine Haltung wäre deshalb, die der absoluten Ignorierung und Vermeidung jeglichen verbalen und geistigen Austausches.

      Wir schreiben das Jahr 2017 und das Kopftuch ist in der Türkei immer noch ein Problem. In einer Bibelausgabe, vom 1964, vom Rat der EKD, herausgegeben von der Württembergischen Bibelanstalt Stuttgart, steht im ersten Brief des Paulus an die Korinther:11, ‚ das Haar sei der Frau zum Schleier gegeben ( anstelle der Kopfbedeckung ) und dass man darüber nicht zanken solle .,

      Dass die Türkei sich mit diesem Problem immer noch zu befassen gezwungen wird, wo anderswo man vor zwei tausend Jahren ein Kompromiss gefunden hat, zeugt doch für jeden aufgeschlossenen von der Notwendigkeit einer konsequenten Haltung gegen jegliche dogmatische Aufdringlichkeit und Impertinenz des Islams …

      Meine besten Grüße an Don Alphonso und all die anderen hier im Blog, ich wünsche uns allen eine schöne Weihnachtszeit und alles Gute für das kommende Jahr …

  97. Trübe Aussichten für zukünftige Generationen
    Das intensive Bemühen beschränkt sich zunehmend auf Onlineportale, auf Bachelor und Bachelorette, Adam sucht Eva und Naked Attraction im TV, Hochzeit auf den ersten Blick, Heiratsagenturen, Blinddates und Speed Dating. Falls ich was vergessen habe, sollte es mich nicht wundern.

    Aber was will man auch noch von Menschen erwarten, die in vielfältiger Form unter einem permanenten Druck stehen, der ihnen die Luft zum Atmen nimmt, die kaum noch Zeit und Lust haben, das Leben zu genießen. So wie es generell an Nachhaltigkeit mangelt, so mangelt es auch an Durchhaltevermögen. Nicht nur beim Werben um die Angebetete.

    Ein schönes Märchen, daß uns hier zu einem Bild erzählt wurde. Fehlt nur der Anfang: Es war einmal …

    Kein Wunder, daß viele Weiber heute derart durchdrehen, sollen die doch emotional viel anfälliger als die Mannsbilder sein. Daß sich die Weiber ihr trostloses Leben zu einem nicht unerheblichen Teil selbst zuzuschreiben haben, vergessen die nur allzuoft und allzugern. Und die Männer, ach, die können auch später noch, die trifft es wohl nicht so.

    Mir bleibt da nur, all die zu bedauern, die den Sinn des Lebens niemals erfahren haben bzw. werden. Wirklich, mein ehrliches Bedauern.

  98. Wer noch echten Kitsch sehen will, muss einfach nach Bayern
    Wo sonst in der ganzen Welt gäbe es ‚mit echtem Öl‘ gemalte Genregemälde mit richtig gehender Uhr(!), oder gar Portemonnaies in Form kleiner Lederhosen?

  99. mMn...
    …könnte Don, sollte ihn einmal ein Schreibverbot in gesellschaftspolitischen Dingen ereilen oder in einen (natürlich erfundenen) Paternoster-#Metoo-Fall einer missgünstigen Mitdschornalistin anheim fallen, immer noch ins Fach der Lore-Romane wechseln.
    Meine Gattin meinte gerade, die gäbe es die seit Mitte der 70er-Jahre schon nicht mehr. Ich habe aber einen mehr als gleichwertigen Ersatz recherchiert. CORA Romane – „Mitten ins Herz (Eigenwerbung), exotisch, familiär, geheimnisvoll, genussvoll, glamourös, heißblütig, heldenhaft leidenschaftlich, lieblich, märchenhaft, romantisch, spannend…… Gerne auch mit der Softporn-Ergänzung vom gleichen Verlag.
    .
    Leseprobe: „Trau dich – nimm doch mich….. „- „Er trug nichts als ein Handtuch um die Hüften, was ein Schock für Kenna war. Sein Haar und Körper waren feucht. Ein Wassertropfen rann von seinem Hals zu seiner Brust. Ein anderer Tropfen glitt über seine Rippen zu dem flachsten Bauch, den sie je bei einem Mann gesehen hatte, und versank in seinem Bauchnabel, bevor er seinen Weg nach unten fortsetzte und in dem Handtuch verschwand, das seine intimste Körperpartie verbarg…..“.
    .
    Don, jetzt wieder so ernsthaft wie OT: Don, was ist dran an der Meldung der „Freie Welt“?
    „Maulkorb für Journalisten, EU-finanziertes Projekt erklärt Journalisten, wie sie über die Migrationskrise berichten sollen.
    Dafür gibt es immer EU-Gelder: Wenn Massenmigration verharmlost und auffällige Minderheiten im positiven Licht dargestellt werden sollen. Eine EU-finanzierte Projektgruppe hat nun neue Leitlinien verfasst, wie Journalisten berichten sollen…..“
    (DdH)

    • Gerade jetzt versucht es wieder eine „freie JHournalistin“,und der sachsophobe Stasi-Im-Helferling aus dem Tagesspiegel kommt sicher auch bald wieder angeschleimt. Sieht aber nicht so aus, als ob ich umsatteln müsste.

    • @ DdH,
      …und Irene kroch die Röte in die Wangen…Dann doch lieber „Herbstmilch“.

    • Romane - Bastei, Lore, Cora | Dave Allen+ räsoniert
      Das erinnert auch an den Roman, in dem eine Frau sich ganz und hin und weg darüber schriftlich äußert, wie ein grauäugiger Mann, dessen heißer Atem sie umfängt, damit fortsetzt: „und unsere Herzen pochen eng zusammen“.

      Dave Allen sagte dazu in seinem Sketch: „That‘s impossible!“ – Entweder steht dieser Mann hinter ihr – oder er hängt kopfüber von der Decke herunter – das ist: heart-to-heart together“.

    • ÄÄUU ist halt einfach nur
      ..
      .
      Dreck .

    • Auch gern genommen:
      „Sein Atem ging schnell und stoßweise.“

  100. Ich mag diese Bilder,
    habe viele davon im Haus hängen – allerdings meistens als Drucke hinter Glas, aber immer mit schönen, wertigen Rahmen und stelle fest: die Leute mögen sie auch.Auch Blumenaragements in Öl auf Holz.Zwei solche mit geschnitzem Rahmen wollte mir der Finanzer, als er bei uns die Steuer prüfte, als Antiquität einstufen. 100 Jahre waren sie alt, hatten aber unseren Namen als Signatur, weil ein Verwandter sie gemalt hatte…

    Na klar, kein Feuer, keine Kohle kann brennen so heiß…die gute, alte Zeit. Ich fand sie in vielerlei Hinsicht schöner, als heute. Auch,wenn immer mal gesagt wurde: der oder der hot z’viel im lange Häs g’hondlet, des koscht.So schön romantisch, wie auf Ihrem Aquarell ging es nicht überall zu.

    Die brennende Liebe blüht auch in meinem Garten und macht sich toll vor hellblauem Rittersporn. Weil wir in der besinnlichen Zeit sind:

    Wie d‘ Sunne

    Wie d‘ Sunne am Moarge
    so goat ming Lieb üf
    groaß gnue dass se hebt
    so lang as i schnüf

    Wenn d‘ Sunne de Tag
    denn amoal öu vrschlieft
    se git nät wie d‘ Lieb
    glie no a Liecht

    d‘ Sunne schtoaz z’oabed
    am Himmel so schi
    so golde und warm isch ming Lieb fr Di

    (Inge Weißensteiner)

    • Es ist gerade eine phantastische Zeit, sich die Originale zu kaufen, so günstig war es noch nie, dank der dummen Erben.

  101. Der Kapitalismus tendiert dazu. die romantische Liebe zu eliminieren, aber dies gelingt ihm nicht
    @Goodnight sagt 15. Dezember 2017 um 14:29 Uhr:
    „Die romantische Liebe ist bzw. war ein symbolisch generalisiertes Kommunikationsmedium welches für das Volk nur zwischen ca 1700 und 2000 Relevanz besaß. …
    Whaterver Romantik is gone“

    Ein Irrtum.

    Die 60-er Jahre waren voller Romantik. Man erinnere sich an die Lieder voller Sehnsucht nach Liebe und die verfilmten Love-Stories.

    Damals war ein Goodnight noch nicht auf der Welt. Und in dem Milieu, wo er aufgewachsen und jenem, wo er heute lebt und arbeitet, ging und geht es überhaupt nicht romantisch zu.

    Das ist eine Welt, in der sich fast alles ums Geld dreht und der Konsum fetischisiert wird: Villen, Autos, Uhren, Taschen, Schuhe etc.

    Das sind die „Nutzmenschen“ und „Plastic People“, gegen deren Welt wir vor einem halben Jahrhundert revoltierten.

    In der Post-68-er-Zeit entstand der „DINKI“ (double income no kids). Das sind Menschen, die wie Homosexuelle leben, auch wenn sie heterosexuell sind.

    Zugleich kam es insgesamt zu einer „Homosexualisierung der Gesellschaft“.

    Heute wird die Öffentlichkeit vom Staatsfeminismus und Staatsgenderismus dominiert.

    Die neoliberale Ökonomie braucht den maximal profitabel verwertbaren Arbeits- und Konsummenschen und nimmt keinerlei Rücksicht auf dessen menschlich-natürliche Bedürfnisse.

    Bei der Gewinnoptimierung stören Kinder und Familienleben.

    Aber es gibt eine Gegentendenz.

    Ich las letztlich eine Studie über Studentinnen in der Schweiz, wo immer mehr Frauen sich das traditionelle Familienleben zurückwünschen, mit Kindern und dem Mann als Alleinverdiener. Was in der Schweiz angesichts der höheren Einkommen noch möglich ist.

    Aber auch in Deutschland gibt es eine beginnende Opposition von jungen Frauen gegen die Art und Weise des heutigen Lebens.

    Als ein Beispiel sei auf das Interview von Martin Sellner mit einer „radikalfemininen“, anti-feministischen Frau hingewiesen, welches auf YT unter dem Titel „Radikalfeminin – Frauen gegen Genderwahn“ publiziert ist.

    Einiges erinnert an unsere Kritik an den gesellschaftlichen Verhältnissen in den 60-er Jahren.

    Die Gesellschaft wird als „krank“, lebensfeindlich und selbstzerstörerisch erlebt.
    Man wehrt sich gegen ein Leben, bei dem Geld, Karriere und Konsum im Mittelpunkt stehen, und verabscheut „Wegwerfbeziehungen“.

    Im Vergleich zu damals ist heute die Gesellschaft noch viel lebensfeindlicher und perverser als damals. Man denke nur an „Social Freezing“.

    • neoliberaler wahn+sozialistische drillideale = BRDDR
      „bei der Gewinnoptimierung stören Kinder und Familienleben“

      wie wahr, das störte den BDI und den Wirtschaftsrat wohl schon immer, deshalb das pseudofortschrittliche eintreten für die sog. berufstätige ehefrau, das heute jeder DAX-Vorstandsvorsitzende ohne gehirneinschaltung phrasenhaft wiederholt.

      aber es geht auch nicht nur um gewinnoptimierung, auch um machtoptimierung………..siehe ulfuM, selten sind neoliberaler effizienzwahn, sozialistische drillideale und protestantische entsagung eine unheiligere symbiose eingegangen als da !

    • HvG, ich lese Sie recht gerne, aber noch genussvoller läse ich Sie,
      … wenn Sie verzichteten, auf „neoliberal“ und irgendwelchen Verbindungen. Das hat für mich so eine einengende Monokausalität, die der Wirklichkeit möglicherweise nur schlecht gerecht wird.

      Das ist natürlich nur eine ganz persönliche Einschätzung und kein Angriff auf Ihre Person oder Ihre geronnene Lebenserfahrung.

    • Kinder
      Hat heute, wer es sich leisten kann. Also einmal die, für die sowieso wir alle bezahlen, da sind viele Kinder viel Hartz 4, und dann die, die aus Freude gerne viele Kinder haben und wo die Kosten egal sind.

      Die Leidtragenden sind die dazwischen, wo zwei statt einem Kind Urlaub in Bulgarien statt Spanien bedeutet und Mittelreihenhaus statt Einzelhaus, beides natürlich gebraucht und in der nicht ganz so schicken Vorstadt.

    • Career suicide's not so bad when you consider the alternative is suicide by career.
      Nicht der Kapitalismus, der Individualismus, und dieser auch nur wegen der Moderne an sich. Weil die Person als Bezugspunkt für die Funktionssysteme (ja, hier ist er wieder, der Kapitalismus) nunmal auch von der Person selbst (vulgo: Mensch) als Einheit konstruiert werden muss, um kommunikationsfähig zu bleiben.
      Ergo: Der Mensch muss Individuum sein, in der Moderne. Und da ist auch der Don und der v. Goslar nicht anderes, denn auch hier muss Intelligenz und Kultur und Wissen und Sportlichkeit und ganz viel „anders sein“ kommuniziert werden, d.h. sich als Individuum produziert und projiziert werden.
      Folglich ist das primäre „menschliche“ Bedürfnis, die Selbst und Fremdwahrnehmung als Individuum. Und diesem Individuum steht eine romantische Beziehung im Weg, denn in der romantischen Liebe geht es ja um Aufgabe der Individualität, in einer neuen Einheit der Zweisamkeit, der Paarbildung, der Ehe.

      Wenn nun wieder viele, insbesondere Frauen, dazu neigen, zurück zur romantischen Liebe zu ziehen, so liegt dies wohl am eigenen Scheitern in der Moderne, d.h. als Individuum.

    • @HvG
      Ich denke, es ist ein wenig anders, werter H v Goslar. Der Kapitalismus bietet wohl nur die Bühne. Das eigentliche Übel ist der fast grenzenlose Egoismus mit all seinen Ausprägungen. Von Dinki’s bis hin zu Minderheitenegoismus in all seinen Formen, speziell dem feministischen Genderwahn (welcher an vielen Stellen nur der Hebel für egoistische leistungslöhne Einkommenssteigerung ist). Womit wir wieder bei meiner These sind, daß das immer noch die Nachwehen der 68er sind, welche in ihrem Streben nach Individualismus all die die Menschen verbindenden gesellschaftlichen Konventionen verteufelt und eliminiert haben. Wobei ich noch dazu behaupte, daß es den meisten 68er Rebellen auch nur um niedere Bedürfnisbefriedigung ging und die Jungs den ideologischen Überbau v.a. dazu nutzten, genug Mädels vor die Flinte zu bekommen. Oder in noch extremerer Ausprägung Minderjährige wie bei den von 68er gegründeten Grünen…
      Daher waren die 60er Jahre auch im Hinblick auf die (natürlich medial verklärte) Wunschwelt in den einschlägigen Heimatfilmen und Groschenheften aus Romantischer Sicht noch in Ordnung. kahlschlagliteratur war dagegen ja ein Nieschenprodukt…

    • Spezialisten und Formwandler
      Je mehr wir als Spezialisten nachgefragt werden, je weniger wir für das erweiterte System industrieller Produktion und bürokratischer Verwaltung als „Menschen“ ( Totalitäten – imaginär oder real ) relevant sind, desto mehr wird der Rest des Lebens zum Hinterland. Romantik ist einfach die andere Seite der Rationalität, zumindest war sie das bis sie auf Kuschelrock reduziert wurde.

      Dass man auch das Hinterland okkupieren und vermarkten kann ist natürlich die Erkenntnis der Kulturindustrie des 20-ten Jahrhunderts und da gilt 1968 als besonders wichtiger Meilenstein auf dem Weg zur Vermarktung aller sub- und gegenkulturellen Impulse. Das Unbewusste wurde endlich zur Produktivkraft und sehr viele Leute, nicht nur Psychoanalytiker und Schriftsteller, konnten ein paar Dollar damit machen. Dazu musste kein neuer Kanon gebildet werden, im Gegenteil. Es genügte das Prinzip zu verstehen und dann domänenspezifisch und bedarfsgerecht an die jeweilige Szene zu adaptieren. Es dauerte allerdings nicht lange und da wurde es cool, subkulturelle Grenzen zu überschreiten, mit verschiedenen Identitäten zu spielen und sich diese ironisch anzueignen, im Leben wie ein Schauspieler zu agieren, der Rollen an und ablegt.

      Diese maximale Kontamination mit jeder Art von Rolle, Stil und Substanz ist sicherlich das Hauptangriffsziel der neuen Religiösen, die versuchen, Reinheit wieder einzuführen, d.h. den Unterschied zwischen heilig und profan, halal und haram zu aktualisieren und den einen Teil zu preisen und den anderen zu verwerfen. Sie korrespondiert zeitlich mit der Ausdehnung der Kommunikationsnetze, die noch schneller und direkter sind als die Märkte, die sich um Verträge nicht kümmern und deren Bezug zum Profit, für die Masse der Beteiligten, mehr als unklar ist.

    • System als Subjekt - Menschen als Objekte
      @BLUM sagt 15. Dezember 2017 um 20:02 Uhr
      „aber noch genussvoller läse ich Sie, wenn Sie verzichteten, auf „neoliberal“ und irgendwelchen Verbindungen. Das hat für mich so eine einengende Monokausalität, die der Wirklichkeit möglicherweise nur schlecht gerecht wird.“

      Herr Blum, in heutigen Zeiten die gesellschaftliche Realität „genussvoll“ darzustellen, wird mir wohl nicht gelingen.

      Es gibt Leute, die assoziieren mit „neoliberal“ einen Kausalzusammenhang in der Art, dass Menschen mit einer neoliberalen Ideologie den gegenwärtigen Zustand der Gesellschaft „machen“ haben. Ein derartiges „monokausales“ Deutungsmuster geht in Richtung einer „Verschwörungstheorie“. Zugleich ist damit die Illusion verbunden, man könne, wenn man nur wollte, systemimmanent eine andere Politik machen. Genau dies propagieren „Populisten“.

      Das ist jedoch wissenschaftlich nicht haltbar.

      Daher wird „neoliberal“ von mir deskriptiv verwendet, um einen Zustand bzw. ein Stadium des Gesellschaftsprozesses zu bezeichnen.

      Das Gesellschaftssystem ist historisch entstanden und dafür, dass es heute so ist, wie es ist, gibt es mehrere wesentliche Faktoren.

      Als etabliertes System besitzt es eine Systemerhaltungslogik, welche „Sachzwänge“ zur Systemerhaltung generiert.

      Dieser Sachzwang-Logik sind die Akteure im System unterworfen und müssen ihr nachkommen, um einen Systemzusammenbruch zu vermeiden.

      Die Menschen sind Objekte des Systemprozesses, an den sie sich anpassen müssen.

      Die einzige Alternative dazu ist eine Transformation des Systems.

      Es ist daher der Primat des Systemerhalts, welcher die neoliberale Politik erzwingt.

      Systemimmanent sind die Spielräume der Politik gering. Genau dies lässt sich heute beobachten, neoliberale Politik erscheint als alternativlos.

      Die Alternative dazu ist eine Systemtransformation, die allerdings gegenwärtig in der Praxis aufgrund der realen Machtverhältnisse sowie des mangelnden Bewusstseins für die Systemzusammenhänge und Systemalternativen (noch) nicht realisierbar ist.

      Folglich wird es so weitergehen wie bisher. Die Oligarchen werden reicher und mächtiger. Mit der „Mitte“. den Reallöhnen der Lohnarbeiter, mit der Demokratie, der Verfassung, dem Rechtsstaat, dem Sozialstaat, der Infrastruktur etc. wird es weiter abwärts gehen.

      It´s the system, stupid.

    • Verdrehungen und Lügen
      @Hans_Nase sagt: 16. Dezember 2017 um 07:21 Uhr
      „Der Kapitalismus bietet wohl nur die Bühne. Das eigentliche Übel ist der fast grenzenlose Egoismus mit all seinen Ausprägungen.“

      Der Kapitalismus ist nicht nur „eine Bühne“, sondern ein soziales System, in dem egoistisch-antisoziales Verhalten belohnt wird.

      Darin unterscheidet sich dieses System von den Stammesgesellschaften, wo antisoziales – gegen die Gemeinschaft und ihre Interessen gerichtetes – Verhalten geächtet und mit Exklusion oder dem Tod bestraft wurden.

      Will man prosoziales Verhalten erzeugen, dann muss man dieses belohnen und antisoziales Verhalten ächten und bestrafen.. Dann wirkt sich der Egoismus der Individuen positiv aufs Gemeinwesen aus.

      It´s the system, stupid.

      Jeder weiß, dass man im Kapitalismus nicht mit ehrlicher Arbeit reich werden kann. Im Gegenteil, die prosozialen Berufe werden am Schlechtesten bezahlt.

      Die Reichen werden in der massenmedialen Öffentlichkeit nicht als antisoziale Existenzen, als Ausbeuter, Betrüger, Sozialparasiten etc., welche sie in der Regel in Wirklichkeit sind, dargestellt, sondern als „Erfolgreiche“, als Idole, Wohltäter etc.

      Gerade die sog. „Stützen der Gesellschaft“ sind in Wirklichkeit meist Heuchler und Lügner, die jede Möglichkeit nutzen, sich raffgierig die Taschen vollzustopfen, ohne Rücksicht auf das Gemeinwohl.

      Eine der großen Lügen, die die antisozialen und reaktionären Existenzen gern propagieren, ist jene vom angeblich hemmungslosen Egoismus und Individualismus der „68-er“.

      In Wahrheit kämpfen die sog. „68-er“ als „APO“ gegen die Notstandgesetze, welche gegen die Freiheitsrechte der Bürger gerichtet und „Vorratsgesetze“ für die Errichtung postdemokratischer und diktatorischer Verhältnisse waren.

      Sie kämpften gegen den Vietnamkrieg, gegen den US-Imperialismus, gegen die Ausbeutung und Verelendung der Dritten Welt und sie waren für die Überwindung des kapitalistischen Systems.

      Gerade weil die „68-er“ eine freiheitliche und sozialistische Opposition mit dem Ziel der Systemüberwindung darstellten waren, hat das Establishment mit ihren Massenmedien die Wahrheit über die „68-er“ ins Gegenteil verkehrt.

      Daher die Lügen über und falschen Zuschreibungen an die 68-er-

      Die gleiche Methode, die man jetzt gegen die sog. „Neue Rechten“ anwendet.

    • Auf die Barrikaden, Herr von Goslar
      Ich hatte das zweifelhafte Vergnügen, von 1966 bis 1969 Klassensprecher der Unterstufe unseres Gymnasiums zu sein.
      In dieser Funktion musste ich zu den SMV-Sitzungen gehen, wo sich Linksextreme mit Linksradikalen, Stalinisten mit Maoisten und alle zusammmen mit den Trotzkisten fetzten.
      Die hatten zum Beispiel die Dritte Kommunistische Internationale und deren Beschlüsse (die für Mitglieder kommunistischer Parteien weltweit heute noch bindend sind) internalisiert, nach der „Demokratie“ ein „kapitalistisches Unterdrückungsinstrument“ ist, die Bourgeoisie „ausgerottet“ gehört (was wörtlich gemeint ist) und danach die „Diktatur des Proletariats“ errichtet werden muss (was ebenfalls als „Diktatur“ im wahren Sinne des Wortes verstanden wird).
      Mit Adorno, Habermas und Marcuse schlug man sich stundenlang die Köpfe ein, wenn es um so wichtige Themen, wie die Tanzkapelle zum Abi-Abschlussball ging (ob dieselbe „sozialkritisch“ genug sei).
      Regelmässig wurden auch seitenlange Traktate verfasst, in denen in völlig unverständichem Soziologendeutsch die Überwindung des imperialistisch-kapitalistischen Systemes innerhalb der nächsten drei Wochen gefordert wurde.
      Da wir von der Unterstufe noch nicht vollständig genug antikapitalistisch erleuchtet waren, hatten wir bei allen Abstimmungen eine Stimme, die Mittelstufe hatte zwei (pro Klassensprecher) und die Oberstufensprecher hatten drei.
      Vom Preussischen Dreiklassenwahlrecht hatte ich damals leider noch nichts gehört.
      Dass sich Linksintellektuelle mit ihren komplizierten Sätzen manchmal selbst ins Knie schiessen, können Sie übrigens an einem Satz, wie Zitat: „Es gibt Leute, die assoziieren mit „neoliberal“ einen Kausalzusammenhang in der Art, dass Menschen mit einer neoliberalen Ideologie den gegenwärtigen Zustand der Gesellschaft „machen“ haben“. Zitat Ende ablesen.

      Ihr Irrtum liegt darin, „Egoismus“ automatisch mit „antisozial“ zu assoziieren. Jedes Individuum, das seine Individualität pflegt und sich im Rahmen der gesellschaftlichen Normen und Gesetze bewegt, ist egoistisch, aber noch lange nicht „antisozial“.

      „Konkurrenzkampf“ und „Neid“ sind ganz normale menschliche Emotionen, von denen der Kapitalismus profitiert. Und die gibt es auch in den von Ihnen zitierten Stammesgesellschaften, sonst gabe es keine Kämpfe um die Stammesführung und keine Stammesfehden.

      Der Kapitalismus versucht, die Energie aus diesem Konkurrenzkampf und Neid ins Positive zu lenken, indem sie für Erfindung, Entwicklung und Fortschritt eingesetzt wird. Das wiederum wird, so wie der Mehrwert der Arbeit nach Marx, von Kapitalisten kapitalisiert (aber über Steuern teilweise wieder sozialisiert).

      Wenn diese Motivation, dieser Antrieb, wegfällt, wenn alle das gleiche haben, egal was sie dafür tun, dann haben sie Verhältnisse wie in Hamburg, wo Abiturienten noch nicht richtig lesen und schreiben können, aber das Abitur nachgeworfen bekommen, oder wie in der damaligen DDR.

      Das Problem, das wir derzeit haben, ist, dass Nationen darum konkurrieren, multinationale Konzerne an sich zu binden. Diese sind dadurch nicht an nationale Gesetze gebunden (internationale Gesetze gibt es dafür nicht), können mit Arbeitervertretungen umspringen, wie sie wollen und den Beschäftigten die Bedingungen diktieren, was zu klassischer und spürbarer Ausbeutung führt.
      Diese Konkurrenz der Nationen wird mit „liberalen“ Bedingungen für die Konzerne geführt, die sich dort niederlassen, wo sie am wenigsten gegängelt werden.

      Deshalb ist diese Zeit „neoliberal“. Würde eine der Nationen aus diesem Konkurrenzkampf ausscheren und ein sozialistisches System à la DDR einführen, würden die Multis einfach woanders hinziehen und diese Nation würde scheitern.

      Die Lösung wäre deshalb, dass sich Nationen genauso zu „Trusts“ zusammenschliessen, wie multinationale Konzerne und durch einheitliche Gesetzgebungen die momentane Gesetzlosigkeit, in der sich Microsoft, GOOGLE und wie sie alle heissen, suhlen, beenden. Erst dann würde in den Kapitalismus die Zivilsation zurückkehren.

      Trotz alledem: Stalin ist tot. Was für ein Glück.

      Extra für Sie: sämtliche Protokolle, Beschlüsse und Verlautbarungen aller Kommunistischen Internationalen:

      http://archive.250x.com/

    • linksfeministischer Schwurbelspeech
      Ich hätte hier ein Beispiel für linksfeministischen Schwurbelspeech: (Satzzeichen und Groß- Kleinschreibung wie im Original):

      In seinem unablässigen Anrufen, fordert der Text die Anerkennung einer Relationalität ein. Dies geschieht zunächst auf der inhaltlichen Ebene: im empathischen Gebrauch des „Sie“ als angerufene hierarchische Instanz scheint gleichzeitig jenes Identitätsmodell aufgerufen, das eine kategorische Wir-Sie-Unterscheidung als sein Fundament setzt. Das „wir“ als „untermenschlich“ verkleinertes ist dem „übermenschlich“ vergrößerten „Sie“ entgegengesetzt. Mit einer ebenso verzweifelten wie anklagenden Geste zitiert die Stimme dann ein „du“ herbei, das den deutschsprachigen Gottesanrufungen im Gebet korrespondiert, jedoch nicht in der angenommenen „übermenschlichen“ Adressierung aufgeht. Insofern durch die Wendung „wer auch immer du bist, du, du, Jesus, Messias, Messie, egal“ eine Verschiebung ausgedrückt wird, die die Anrufung schliesslich in ihre Unabschließbarkeit überführt, ist Jesus als Menschensohn, als Stellvertreter aller, angesprochen. Im Gegensatz zu einem Modell der Identifikation unter den Parametern konstruierter Ähnlichkeitsvorstellungen, das dem Wir-Sie-Antagonismus unterlegt ist, setzt ein Modell der Dezentrierung von Identität die Relation von Ich und du als eine der irreduziblen Verbundenheit. Es gilt anzuerkennen – wie Butler unter Bezugnahme auf Adriana Cavavero festmacht – das jedes Ich immer schon ein du ist.Als soziales Wesen ist der Mensch von Beginn an dem und den Anderen ausgesetzt und überantwortet. Die egalisierende Gefährdetheit, die Butler in dieser Bedingung und Bedingtheit ausmacht, wird zum Ausgangspunkt eines Denkens der Prekariarität und Relationalität. Zitat Ende.

      So, wie ich den Text verstehe, konnte sich ein Messie namens Jesus keinen Butler leisten und fand das relationalitiv prekär, oder so.

    • Kommunikation
      @Thomas

      „Es gibt Leute, die assoziieren mit „neoliberal“ einen Kausalzusammenhang in der Art, dass Menschen mit einer neoliberalen Ideologie den gegenwärtigen Zustand der Gesellschaft „machen“ haben“

      Der Satz ist erst einmal schwer zu verstehen. Wenn ich richtig lese, wird hier Socialengeneering unterstellt. Weitergehend ist „haben“ mit „haben oder sein“ assoziiiert. In seiner logischen Verknüpfung steckt darin des Pudels Kern. Die Kernschmelze geschieht indem Zukunft, Gegenwart und Vergangenheit nicht klar abgegrenzt sind. Kausalzusammenhänge machen in diesem Feld keinen Sinn mehr. Nihilismus oberflächlich betrachtet, im innern eher ein Anstoss zu neuen Sichtweisen, Veränderung.

    • @H.v.Goslar
      Der Mensch ist immer egoistisch. Egal in welchem System.
      Es gibt immer Menschen, die das Spiel besser beherrschen als andere. Egal in welchem System. Daher ist die Frage des Systems irrelevant für das Thema Eingrenzung von Egoismus.

      Es bedarf daher eines an das jeweilige System angepassten Rahmens, der diesen Egoismus eingrenzt. Bis die 68er kamen, gab es solche Regeln in Deutschland (und der westlichen Welt). Der Großbauer hat immer dafür gesorgt, daß auch die Kleinbauern irgendwie ihr auskommen hatten und niemand verhungert ist (ggfs. unter Zureden des Dorfpfarrers); wer ein Mädel geschwängert hatte, dem wurde klar gemacht, daß er dieses zu heiraten und zu versorgen hat; wer nicht anpackt und ackert wie alle anderen auch, der wurde scheel angeschaut… (Ausnahmen bestätigen die Regel).
      Am Ende ging es immer darum, Verantwortung zu übernehmen, und zwar für sich und für andere . Man sieht das leicht an dem Politikertypus der damaligen Zeit.

      Diese Erwartungen an das Individuum, Verantwortung für das eigene Umfeld zu übernehmen, das war der „kleinbürgerliche Mief“, den die 68er bekämpft und abgeschüttelt haben. Ja, das sind Fesseln, die unangenehm sein können für das Individuum. Und diese wurden durch die 68er gesprengt. Mit der Sprengung dieser Fesseln wurde aber die Saat gelegt für den Ellenbogenkapitalismus der heutigen Zeit. Denn diese Fesseln wurde für alle gesprengt – nicht nur für Linke.
      Das ist das grundlegende Problem vieler Linker. Sie wollen das „System“ ändern, indem sie die Fesseln zerstören, die die Gesellschaft zusammen halten. Vergessen aber daß die Natur des Menschen egoistisch ist und besser nicht komplett entfesselt werden sollte. Und sorgen damit für das Gegenteil dessen, was sie wollen. Bei uns ist das der Raubtierkapitalismus der Neuzeit, woanders waren es Millionen von Toten bei Kulturrevolutionen, Hungersnöte oder der gleichen…
      Summa summarum: Gut gemeint, schlecht gemacht.

      Es ist nun mal so, daß jede Ideologie, welche die Natur der Dinge verleugnet, nur scheitern kann. Als schönen Beispiel dafür habe ich immer den Spatzenkrieg der Chinesen im Kopf(https://de.wikipedia.org/wiki/Ausrottung_der_vier_Plagen). Und in ein paar Jahren werden wir auch so über Genderireologie oder Refugee-Welcome Ideologie reden…

    • oder kurz gesagt
      Nur weil die 68er Zauberlehrlinge was anderes wollten, heißt das noch lange nicht, daß sie nicht die Verursacher der von Ihnen kritisierten Zustände sind.

    • Historisches Unverständnis
      Herr Marx, Sie nehmen das Verhalten pubertärer Polit-Spinner an Ihrer Schule als Erfahrungsbasis für Ihre Beurteilung der „68-er-Bewegung“.

      Hinsichtlich der Realität der „68-er-Bewegung“ haben Sie offenbar keine Kennnisse. Denn das, was Sie schreiben, entspricht dem üblichen Mischmasch aus Projektionen, Verdrehungen und Lügen aus dem schwarz-reaktionären Milieu.

      Die marxistisch-leninistischen und maoistischen Gruppen entstanden erst ums Jahr 1970 und später. Sie waren Verfallserscheinungen, gewissermaßen Umkehrungen des humanistisch-emanzipatorischen Geistes der „68-er-Bewegung“.

      Die deutsche Studentenbewegung hatte damals ihre humanistisch-emanzipatorische Führung verloren. Rudi Dutschke – die Führungsfigur – war bereits 1968 einen Attentat zum Opfer gefallen und war anschließend ein Invalide mit schwersten Hirnverletzungen. Hans-Jürgen Krahl – der „Cheftheoretiker“ – starb Anfang 1970 bei einem Autounfall.

      Der SDS, der Think-Tank und die Organisationsbasis der deutschen Studentenbewegung, befand sich seit 1968 in Auflösung und wurde formal 1970 liquidiert.

      Psychologisch und kulturell handelte es sich bei den marxistisch-leninistischen und maoistischen Gruppen und Organisationen um Regressionsphänomene in autoritär-repressive Verhaltens- und Organisationsformen. Das waren eine linksfaschistische und verfassungsfeindliche Tendenzen von kleinen Minderheiten und Sektierergruppen, die nie eine Massenbasis unter den Studenten hatte – und in der Bevölkerung sowieso nicht.

      Aufgrund politischer Erfolglosigkeit haben sich diese Organisationen ein paar Jahre später selbst aufgelöst.

      Daraus entstanden viele Konvertiten, die zu Reaktionären wurden, die sie psychostrukturell und kulturell eigentlich schon immer gewesen waren.

      Man denke an Leute aus dem maoistisch-stalinistischen K-Gruppen-Milieu wie z.B. an den schwarz-grünen Kretschmann (Ex-KBW) oder an Transatlantiker und Putin-Feinde, wie z.B. das Ehepaar Ralf Fücks und Marieluise Beck.

      Man könnte noch viele nennen, die früher Mitglieder von neo-stalinistischen und maoistischen Organisationen waren und inzwischen zu Reaktionären und Systemapologeten geworden sind.

      Nunmehr verdrehen und verfälschen sie die Geschichte der 68-er-Bewegung.

      Zum Beispiel gehörte ein Alan Posener der 1970 gegründeten maoistischen Kommunistische Partei Deutschlands (Aufbauorganisation) an.

      Herr Marx, Sie behaupten, mein Irrtum liege darin, „Egoismus“ automatisch mit „antisozial“ zu assoziieren.

      Das ist eine Projektion Ihrerseits.

      Denn ich schreibe genau das Gegenteil, nämlich dass es an der Art und Weise des Systems liegt, ob sich das individuelle („egoistische“) Streben nach Glück („The Pursuit of Happyness“) prosozial oder anti-sozial auswirkt. Und im spätkapitalistischen System wirkt es sich anti-sozial aus.

      Als Kritik an der 68-er-Bewegung würde ich formulieren, dass zwar die Theoriediskussion damals einen hohen Bewusstseinsstand hinsichtlich der Systemkritik und des entwickelten technologischen Potentials hatte, was sich z.B. in der Technologiedebatte (vgl. Richta-Report, später in der Rüstungskonversion) zeigte.

      Jedoch ist diese Bewegung insgesamt hinsichtlich ihrer humanistisch-emanzipatorischen Zielsetzungen gesellschaftlich gescheitert und hat in der Gesellschaft keine dauerhaften Spuren hinterlassen.

      Das Grundproblem der „68-er“ war der revolutionäre Voluntarismus, der Ausdruck ihres Lebensgefühls war.

      Aber die Gesellschaft war bewusstseinsmäßig überhaupt nicht reif für eine revolutionäre Veränderung. Im Gegenteil, die Massen waren voll mit dem System identifiziert.

      In diesem Milieu des revolutionären Voluntarismus entstanden irrationale, quasi-religiöse Weltverbesserungs- und Weltrettungsideologien, wie der „bewaffnete Kampf“, die Übernahme des Marxismus-Leninismus und Maoismus, Esoterik, Feminismus, Ökologismus, Genderismus usw. usf.

      Es gibt die These, dass die 68-er-Bewegung mit ihrer radikalen Infragestellung traditioneller Werte und Normen sowie mit ihrem irrationalen politischen und wissenschaftlichen Handeln in gewisser Hinsicht eine Art Reaktionsbeschleuniger für den Neoliberalismus war.

      Dieser These ist zumindest zum Teil zutreffend.

      Zwar wäre der Neoliberalismus sowieso gekommen aus Gründen der kapitalistischen Systemerhaltungslogik und der herrschenden Machtverhältnisse, aber er hätte sich nicht in dieser Weise als Fortschritt und Modernisierung tarnen können. Hierbei waren 68-er-Konvertiten entscheidende ideologische Helfer, gerade bei den Grünen und in der SPD. Man denke z. B. an Figuren wie Schröder und Fischer.

      Dieses Lebensgefühl, welches zu einer revolutionären Umgestaltung der Gesellschaft drängte, hatte im Wesentlichen nur die letzten Kriegsgenerationen und die ersten Nachkriegsjahre erfasst, also dieGeburtsjahrgänge von ungefähr 1940 bis 1950.

      Danach kamen die angepassten, pragmatischen und karriereorientierten Jahrgänge an die Hochschulen. Und gegen Mitte der 70-er Jahre war das oppositionell-revolutionäre Lebensgefühl verschwunden, so als hätte es dieses nie gegeben. Bei den Grünen übernahmen die „Realos“ kurze Zeit später die Partei und die SPD exkludierte die systemkritischen Linken.

      Und danach gab es keine einzige wirklich fortschrittliche Oppositionspartei mehr.

    • Der Kapitalismus im Stadium der Sterbensverlängerung
      @Meta 17. Dezember 2017 um 18:15 Uhr

      Der Satz sollte eigentlich lauten:
      „Es gibt Leute, die assoziieren mit „neoliberal“ einen Kausalzusammenhang in der Art, dass Menschen mit einer neoliberalen Ideologie den gegenwärtigen Zustand der Gesellschaft „machen“.

      Das „haben“ zum Schluss gehört dort nicht hin (= Fehlerteufel).

      Damit ist gerade NICHT gemeint, dass „Social Engineering“ die gegenwärtige Ursache für den Zustand des Systems ist, sondern mittels Social Engineering wird das gegenwärtige System aufrechterhalten und mehr schlecht als recht stabilisiert, d.h. sein Ende hinausgeschoben.

      So wie die moderne Medizin am Ende des Lebens nur Sterbeverlängerung betreibt und den Verfall und Tod nicht aufhalten kann.

      Das kapitalistische System hatte in dem Moment seinen Zenit überschritten, als es wissenschaftlich-technischen Fortschritt nicht mehr umsetzen konnte in gesellschaftlichen Fortschritt, also mehr Freiheit, Arbeitszeitreduzierung und Wohlstand für alle.

      Diser Punkt war in den USA in den 60-er-Jahren ereicht.

      Seitdem lässt sich das System nur noch durch „Deficit Spending“ und künstliche Zerstörung aufrechterhalten, durch viele Kriege, Obsoleszenzproduktion etc.
      Daher der Vietnamkrieg und der Kollaps des Bretton-Woods-Systems.

      Seit dieser Zeit geht es für die arbeitende Bevölkerung abwärts.

      Inzwischen sind von diesem Niedergangsprozess immer mehr Teile der bessergestellten Mitte betroffen und deshalb kommt seit einiger Zeit aus der Mitte Widerstand. Teile der Mitte beginnen, gegen diese Entwicklung zu opponieren.

      Gemäß dem Bewusstseinsstand der Mitte ist die heutige Oppositionsbewegung zunächst „rechts“ orientiert, d.h. besitzstandswahrend und konservativ-reaktionär.

      So wwar die ursprüngliche AfD elitär und neoliberal. Ihr Programm und ihre Politik war gegen die Interessen derer gerichtet, die in der gesellschaftlichen Hierarchie unter der bessergestellten Mitte stehen und abwertend als „das Volk“ bezeichnet werden.

      Aber dies ändert sich. weil immer mehr Menschen aus der Mitte begreifen, dass eine Politik gegen ihre Interessen gemacht wird.

      Will die Oppositionsbewegung erfolgreich sein, dann muss sie zu einem breiten Bündnis werden, also zu einer Volkspartei und zu einer „Volksfront“, werden. Was bedeutet, dass die arbeitenden Massen und ihre Interessen in diese „Volksfront“ miteinbezogen werden müssen.

      Deshalb gibt es heute bei den „Neuen Rechten“ nicht nur Personen aus der bessergestellten Mitte, wie Professoren, Manager Generalstabsoffiziere und Gymnasiallehrer, sondern auch zunehmend aktive Menschen mit Normalbiographien, die z.B. in den Betrieben als Betriebsräte eine Opposition organisieren.

      Die „neu-rechte“ Oppositionsbewegung wird also die Position einnehmen, welche früher die Volksparteien innehatten. Sie wird die CDU/CSU „rechts“ (= patriotisch) und die SPD „links“ (= sozial) überholen.

  102. und so steigt DON´s Fischerin in den Verlobungseiner
    werter DON, ja so haben sich die sitten und gebräuche gewandelt, damals in dieser schönen zeit holte der sportliche mann die hübsche fischerin noch mit dem ruderkahn ab, um sie dann beim stelldichein an land mit einem eisenkrauttee zu beglücken…..da zappelte der glitschige fisch nicht gleich im käscher !

    die reaktionäre und revisionistische kulturrevolution begann im rudersport spätestens als – bevor ich die ruderkunst erlernen durfte – das rudern im sog. VERLOBUNGSEINER, einem Einer mit Steuermann/Steuerfrau in vorahnung des Summer of Love aus der mode kam, als ich dann das bootshaus an der inselstrasse erstmals betrat, lag da noch ein altes – inzwischen ungenutztes – bootsexemplar auf das eher spöttisch herabgesehen wurde, das bald darauf den modernistischen bootsklassen weichen musste, zukünftig hatte die liebste – ähnlich wie im DDR-Sozialismus und dann in der DDReloaded – ihren werktätigen beitrag zum klassensieg……………..äh ich meine rudersieg mit hilfe der eigenen frauenkraft zu leisten.

    lauschige zweisame fahrten, vorbei am kohleentladungsteg des Kraftwerkes Gaisburg oder Gaskessel um das ausstossen der glühenden restkohle mit grossen kolben aus den kokereibatterien und die phallische bildung einer dampfwolke aus dem verlobungseiner zu bestaunen kamen da nicht mehr in frage.

    dafür haben wir heute spitzenfrauen, deren oberschenkel meinem bauchumfang entsprechen.

    und in der liebe, dies zu ihrem eingangszitat, möchte gerne nur geerntet, aber niemals mehr gesät werden. und mit säen ist es ja nicht getan, das gärtchen sollte auch noch gepflegt, gewässert und gehegt werden

    • Es gibt ja auch noch Tretboote, bei denen sitzt man nebeneinander. Und kann später auch die Kinder dazu packen, wenn man welche will.

    • @DA: Nebeneinander im Tretboot oder ...
      … diese Antwort erinnert mich an einen pastellierten Spruch vom einsamen Flieger:

      „Liebe besteht nicht darin, dass man einander anschaut, sondern dass man in dieselbe Richtung blickt.“ (Antoine de Saint- Exupery)

      Mir hatte daran gefallen, dass sich nicht alles nur um die beiden dreht. Es ist also eine Form der Alltagsromantik enthalten.

    • „sie säen nicht, sie ernten nicht ..."
      „dafür haben wir heute spitzenfrauen, deren oberschenkel meinem bauchumfang entsprechen“

      Mir fallen immer mehr die Fettwülste um die Leibesmitten auf, richtige Hängewampen, Speckringe, die heute selbst junge Frauen mit sich rumschleppen. Früher ein sekundäres Geschlechtsmerkmal übermäßig biertrinkender Männer. Falsche Ernährung? Zu wenig Sport? Zu wenig Sex?

      „lauschige zweisame fahrten“ … ja, da kommen Erinnerungen auf, an abgelegene Uferplätze am See, an Stunden in charmanter Gesellschaft, ans nächtliche Heimrudern … und auf dem Wasser trieben die Kondome aus der noch ungereinigten Kanalisation der nahen Stadt.

      Bald darauf gab’s Klärwerke – und die Pille. Zivilisationsskeptiker werden in der folgenden Entwicklung Zusammenhänge mit der permanenten Östrogen-Zufuhr vermuten. Bemerkenswert und im Gegensatz dazu, die schon fast hysterische Sensibilität bei Lebensmitteln z. B.

      Den Kontrapunkt zu Dons romantischem Bilderbogen gab’s heute Abend bei 3SAT: „Stefanie Sargnagel macht Kulturzeit“.
      „Kulturzeit gibt sich den letzten Sargnagel“ hätte besser gepasst.

      Triggerwarnung für Neugierige … (den Link bitte selber suchen).

    • Bei SPON gibt es ja von einer fetten Frau Lobgesänge auf Fett in Leggings.

    • @Zuvielgesellschaft
      Ich denke, es liegt an der Ernährung und daran, daß heute viel weniger Brot verzehrt wird als früher.

      Morgens und abends Sauerteigbrot – da können Sie noch so dick Butter draufschmieren, an die Fett- und Zuckerwerte des Sandwiches vom Bäcker und der Tiefkühl-Lasagne kommen Sie niemals ran.

      Außerdem: Limo und Süßigkeiten.

      Wer trank schon fünf Glasflaschen Limonade pro Tag?
      Aber eine PET-Wurst geht schon, oder?

  103. Träume altern nicht
    Dankeschön für dieses gescheite und erheiternde Feuilleton. Wie’s der Zufall will, habe ich gerade eine dazu passende Geschichte veröffentlicht. So etwas lässt sich heute vermutlich auf verlustfreie Zweckmäßigkeiten verkürzen – aber es wird dann entsprechend lustfrei. https://publizist.wordpress.com/2017/09/27/trume-altern-nicht/

  104. Romy Schneider
    ….es gibt ein Foto, da drängelt sie sich an der einen Kopf größeren Sofia Loren vorbei in den Vordergrund. Dafür mag ich sie.
    Hatte sie nicht auch was mit Coco Chanel? Keine Ahnung….

    • Naja, die Romy war so etwas, wie eine Zelluloid-Sexarbeiterin,
      .
      ..
      und hat dann ja nur mehr in Frankreich gearbeitet, wo sie keiner kannte.
      Sisi halt, durch und durch .

    • Sexarbeit ist ein ehrbarer Beruf, im Vergleich zu vielem.

    • Unbestreitbar richtig, Don, aber dann sollte man
      ..
      .
      nicht unbedingt als ,,Schauspieler“ firmieren.

      Tänzerin schon eher .

      Das erinnert mich, ich werde mir was zu Weihnachten schenken.

    • Da können Sie mosern, so lange Sie wollen!
      Sie war eine der ganz grossen. Ganz oben.
      Und ausserdem: Deutschland war damals noch viel zu verkniffen für Filme, wie sie in Frankreich machte. Man sah in ihr hauptsächlich die Sissi. (Übrigens mit 2-’s‘)

      Wie war das damals mit ihrer Namensschwester? In den ‚Tango‘ hat man sich hineingeschlichen, um sich dann an den vermeintlichen Sexszenen zu ergötzen. Und drumherum erzählt, man sei froh, dass so ein Schweinkram in Deutschland nicht gedreht würde.

      Die starken Frauen der siebziger waren eben – leider – nicht die deutschen Frauen. Sondern Adjani-Audran-Schneider(s)-u.s.w.

    • Coco Chanel vs. Yves St. Laurent
      Ich habe vor einiger Zeit in Frankreich ein Interview mit Yves St. Laurent gesehen (der ein ganz netter, harmloser Kerl war, der keiner Fliege etwas zuleide tun wollte).

      Jedenfalls sagt er in dem Interview, „Er wolle, dass alle Frauen elegant aussähen, ganz im Gegensatz zu Coco Chanel, die wolle, dass alle Frauen wie Coco Chanel aussähen, das fände er nicht gut, da könne man ja gleich ins Museum gehen“.
      Als er merkt, was er da gesagt hat, versucht er, aus dieser selbst aufgebauten rhethorischen Falle wieder herauszukommen, schafft es aber nicht, sondern redet sich immer weiter hinein.

      Heute stünde er wahrscheinlich auf der Delinquentenliste der #meetoo-Inquisition.

    • meetoo, heiliger Y
      Lieben auch nette Jungs in Marrakesch französische Mode?

  105. Sargnagel live
    Ich wollte gerade über Ihre gerahmte, sahnige Tapete spotten, aber dann habe ich meine eigene verbeult: Zufällig in die Kulturzeit auf 3SAT gezappt. Moderiert von SSargnagel. Wie ein feministisches Seminar. Bringt diesen Kimmel aus USA (weiße Männer = Nazis) und dann eine österreichische „Burschenschaft“ namens Hysteria. Die Mädels haben das Handwerkszeug der Ironie drauf, aber ich werde nicht schlau, wen die verarschen wollen: Burschis, Sargnagel oder sich selbst. Wirkt wie der Affe mit der Schreibmaschine. Boah! Durchatmen. Kopfschütteln. KopfgegendieWandhaun. Durchatmen.

    • Es gibt gute Gründe, warum man 3Sat das Geld abdrehen sollte. In drei, vier Jahren ist sie abwer vergessen, keine Sorge.

    • Ironie?
      Sie ahnen es, aber Sie kommen nicht ganz dahinter. Vergebliche Suche. Da ist nichts.

      Es handelt sich nicht wirklich um „Ironie“ sondern um ein klebriges Surrogat davon, das so manchen ÖR-finanzierten Pausenclown über Wasser hält und ihn im Voraus und ggf. im Nachhinein entschuldigt. Merkmal: leicht verzogene Mundwinkel bei sonst ernstem Gesichtsausdruck, Marke „Merkst es, merkst es? Hehe, Ironie!“

      Die können alle nur noch „Ironie“. Sieht zwar immer aus wie reihenweise unterlassene oder miese Zahnbehandlungen in der Jugend, kommt aber gut an bei den ÖR-Redaktionen. Was sagen und was ganz anderes meinen. Üben Kinder mit 5. Manchmal bleibt’s halt hängen, vor allem wenn die passenden Substanzen eingenommen werden. Schon mal in einem Kreis von Bekifften gesessen und das anlasslose Gekicher mit angehört? Eben.

    • Ironie ist die Syphilis der letzten beiden Jahrzehnte, das feige Glutamat auf den dürren Diskursspeisen.

    • Naja, beim kleinen Nachbarn haben die Linxis gerade ihre Not,
      .
      .
      .
      .
      Grün aus dem Parlament geflogen, und ohne die Migrihu-Stimmen wären die Ösi-Sozen zur Kleinpartei geworden.

      Dazu haben die Pöhsen auch noch durchgesetzt, dass, im Gegensatz zu Frankenberger-Land, Gott möge seine Gonaden schrumpfen ,

      in Gastrobetrieben über den Mai 2018 hinaus geraucht werden darf, obwohl irgendwelche Sozen an Lungenkarzinom gestorben sind,

      und die ÄÄUU sich mächtig ins Zeug legt, wegen irgendeiner Zypriotin,
      das Rauchen komplett zu verbieten.

      Weil, Junker säuft zwar, aber raucht nicht. Ganz links-Ösiland spinnt derzeit, Demos wollen sie machen, udgl.

      Sargkasperle ganz vorn dabei.

      Am Land hätte man früher ein Ahnl-Schwimmen in der Odlgruam
      ( Güllegrube) veranstaltet, heute wird Sargis Unwohlsein kolportiert.

      Ned amoi ignoriern.

    • Ich finde das Rauchverbot gut und hoffe, dass es sich in den meisten Restaurants hält. Wenn ein paar Wiener im Beisl Lungenkrebs bekommen wollen, mei.

    • KopfgegendieWandhaun
      Sie sollten dabei die Eigensicherung
      beachten und für solches Tun nicht
      den eigenen verwenden.

    • .
      ironischerweise lässt sich ironie vorschützen, indem vorgegeben wird, man sei ironisch – und man sich mangels aussicht auf einhundertprozentigen erfolg einfach nicht festzulegen scheut. zudem sie, die arme ironie, ist die faule ausrede für politische querläufer im netz. das lässt dann auch keine wenigstens nur halbwegs ernstgemeinte debatte mehr zu, denn: es war ja nur ironisch.

      nicht-ironie als die neue ironie auszurufen – das wäre mal ironisch.

    • Man wilkl sich halt nicht auf eine Meinung festnageln lassen, weil man oft genug dabei war, wenn andere für ihre feste Meinung verbrannt wurden.

    • Rauchverbot
      „Ich finde das Rauchverbot gut und hoffe, dass es sich in den meisten Restaurants hält. Wenn ein paar Wiener im Beisl Lungenkrebs bekommen wollen, mei.“

      Es geht ja nicht nur ums Passivrauchen.
      In einer verrauchten Gaststätte schmeckt weder das Essen, noch der Wein.
      Schad fürs Geld.

    • Odlgruam (oda Boding)!
      Otto Moser,

      danke für das Stichwort!

      Sicherlich das eigentlich ideale Biotop für Sargnägelinnen.
      Bestens geeignet für Wettschwimmen und Gemälde, Dokumentarfilme, etc.

    • Critical Sargnägelness
      Das mit dem „weissen Mann= böse“ kommt ja aus den Staaten aus der „Critical Whiteness-Theorie“ und besagt, dass es systemimanenter Rassismus ist, wenn die 87% Weissen in den USA den 13% Schwarzen einfach ein von ihnen erfundenes Auto vor den Latz knallen, bei dem das Lenkrad auf der linken Seite ist, weil 1% von den 13% von den Schwarzen hätte es lieber auf der anderen Seite aber die hat bekanntlich keiner gefragt.

      Auch die Naturwissenschaften, die alle irgendwie auf der Mathematik beruhen, welche wiederum auf der Beobachtung beruht, dass 1 Neanderthaler + 1 Neanderthaler = 2 Neanderthaler ergibt, ist bekanntlich eine Unterdrückungsinstrument des bösen (weißen) Patriarchats und unterdrückt das „andere Wissen“ der Sargnägel dieser Welt.

      Vor allem in Österreich, ein Land, das mindestens zu 0,000001% von Schwarzen besiedelt ist, welches bei Österreichs Einwohnerzahl bedeutet: „Nullkommaeins Viertelneger“, ist es schon fast Faschismus, wenn die restlichen 99,999999% hellhäutiger Norditaliener den anderen einfach sagen, dass bei den Tannenbäumchen „grün“ „oben“ ist, was man als „gesellschaftliche Norm“ bezeichnet.

      Noch schlimmer ist es bei uns Deutschen. Weil den Nachfahren mehrerer Tätergenerationen ein Schuldkul…gefühl nicht auszureichen scheint, sollen sie jetzt das der ehemaligen Sklavenbesitzer in den Baumwollplantagen von Tennessee mitübernehmen, der einzigen Sauerei, an der unsere Vorfahren ausnahmsweise mal nicht beteiligt waren.

      Dem entgeht man nur, wenn man sich wie eine in Deutschland als Kind iranischer Eltern geborene und aufgewachsene Schriftstellerin als „nichtweiss“ bezeichnet.

      Sowas wird die Sargnägelin auch irgendwann machen.

      Aber ich hätte da auch einen konstruktiven Vorschlag:

      wir waren ja 806 Jahre lang im Ersten Deutschen Reich mit den Österreichern verbandelt und unter Habsburger Herrschaft das „Heilige Römische Reich Deutscher Nation“ (das „Zweite Deutsche Reich“ war das von 1871 bis 1919 und das Dritte Reich, weil es länger zu bestehen gedachte, als das Erste, nannte sich auch „Tausendjähriges Reich“) und da haben wir garantiert die Italiener (damals: Römer) unterdrückt, die ja auch nicht ganz hellhäutig waren und sind (da müssen die halt mal als „Schwarze“ hinhalten) und ausserdem sind wir mit den Franzosen zusammen und die haben dereinst die Sizilianer geknechtet, worauf die ihre Organisation „Morte Alla Francia, Italia Ane“, kurz „Mafia“ gegründet haben und ausserdem wurde amerikanische Baumwolle über den Hafen von Genua (französisch: „Genes“) importiert, nach Nimes gebracht und weiterverarbeitet und dann an die Engländer als Tapeten verhökert, die daraus aber Hosen genäht haben, und weil „Genes“ auf Englisch „Jeans“ ausgesprochen wird und „aus Nimes“, „de Nimes“ „Denim“ gesprochen wird, sind das heute unsere Jeans, die von der Sklavenarbeit der Italiener herrühren und endlich können wir uns auch hier als Weisse nochmal so richtig schuldig fühlen.

      Danke Franzosen, danke Italiener, danke Sargnägel.

    • vielleicht geht sie ja auch nach Berlin? Jetzt wo die Kulturmittel in Österreich aufs Land verteilt werden?

  106. Gelernt ist gelernt
    Schöner Text….

    Zwar nicht unbedingt ‚meine‘ Kunst aber als kunstgeschichtliche Bildbetrachtung mag ich so etwas sehr. Ich versuche Ähnliches öfter in meinen Kunstunterricht einfließen zu lassen und stelle immer wieder fest, wie wenig die Schüler sich in dieser Zeit der unendlichen Bilderflut auf Details einlassen können. Wenn man den ersten Unmut über die Zumutung mal genau hinzuschauen aushält, kommen aber oft erstaunliche Ergebnisse.
    Leider ist das Fach Kunst zum Nischenfach verkommen. Mir unverständlich, denn gerade in einer Zeit, wo das Bild häufiger ist als die Schrift, wäre es eminent wichtig.
    Aber vielleicht ist es einigen ganz recht, dass Schüler nicht lernen, genau hinzuschauen.

  107. You made my day
    Das erste Mal, dass ich bei einem Ihrer Beiträge lauthals gelacht habe. Und dies mehrfach. Der Klassenfeind, Herr Alfons, ein romantischer Träumer im klassischen Sinn! Ist es die Jahreszeit? Oder wappert durch Ihre Adern eine Ladung Oxytocin? Freut mich für Sie!

    Jetzt verstehe ich auch endlich, wie die Männer, die mich auf Hände tragen, mir die Welt zu Füßen legen wollen, gestrickt sind. Bei dem ein oder anderen muss ich wohl um Abbitte bitten, da ich auf dieses seltsame Verhalten aus Unverständnis mangels Empathie bisweilen schroff reagiert habe.

    Zitat „… wie Beziehungen funktionieren können, wenn das Wetter schön ist“ Und was ist, wenn das Wetter nicht mitspielt. Klappt es dann auch? Ebenso mit der Gleichheit?

    Unromantisch werde ich mit Freude nun Frauen bei dem Halbfinale der Handball WM zuschauen, wie sich ihre Körper frei mit Kraft, voller Spannung und Energie bewegen. Die Geierwally hat sich auch gern bewegt.

    Noch einen schönen kuscheligen Abend für Sie! Vielleicht mit Romy als Sissi a la Visconti?

    • Eine romantische Träumerin im klassischen Sinn
      „Jetzt verstehe ich auch endlich, wie die Männer, die mich auf Hände tragen, mir die Welt zu Füßen legen wollen, gestrickt sind“

      Solche Männer gibt’s da noch?!

      Rätselhaftes, exotisches Unterfranken … aber irgendwann wird sich der unaufhaltsame Fortschritt des gender mainstreaming auch da durchsetzen und die gebeutelten Franken von überlieferten Rollenbildern und von der Unterwerfung unter zahnbehaarte Gefährtinnen befreien.

      Handball … tzzzz

    • Vielleicht
      Les choses de la vie
      ?

      hat mich schwer beeindruckt. Es passt 100%, in der französischen Version, mit ihrem leicht deutschen Akzent, als Deutsche.

      Ein trauriger Film, ohne Frage, und doch voll potentieller Hoffnung, was Liebe alles bewirken kann.
      An selbst: Manchmal muss man sich selbst einfach rechtzeitig überwinden, bevor es zu spät ist.

    • maciste grüßt euch
      die geierwally hatte es noch einfach, man war damals damals noch fest im „wissen“, wann etwas „an der zeit“ war.
      wie der erfolg im leistungssport, der kriegerische ruhm, der ideologisch bedingte straßenkampf oder das unbekümmerte gammelleben ist auch die hingebungsvolle romantische liebe ein privileg der frühen jugend. wer diese entäußerungen hoffentlich frühzeitig verkosten konnte – und auch, wer ihrer nicht teilhaftig wurde – sollte sich solcher im fortschreitenden alter ohne spott, zorn und eifer enthalten. jugend ist leidenschaft auch in den irrtümern, indes dem reiferen alter weisheit durch erfahrung und geistesmacht durch erkenntnis zukommen sollten.
      ein grundlegendes gesellschaftspolitisches problem unserer zeit ist m.e. die in der spätkapitalistisch-liberalistischen individualgesellschaft zerfließende abgrenzung der biologisch bedingten lebensabschnitte und damit letztlich der menschlichen generationen, wodurch persönliche weiterentwicklung und generationenübergreifende lernprozesse weitgehend verunmöglicht werden. ewig soll schließlich alles währen und unsterblichkeit suggerieren: ewige jugend, ewige potenz, ewige schönheit, ewige leistungsfähigkeit, ewiger klassenkampf, ewiges rebellentum, ewiger sturm und drang, ewige romantik, ewiger spaß und am ende auch noch ewiges leben zwischen silberkannen – soviele paradoxa durchzustehen macht den menschen schwankend zwischen aggression und ermattung, zwischen euphorie und selbsthaß.
      für all diese naiven verirrungen halten das menschliche wesen und die geschichte indes eine unfehlbare und wirksame medizin bereit: die gewalt. nur gewalt und tod verbürgen egalität und letzterer auch ewigkeit. diese einfache tatsache zu verdrängen und zu leugnen macht den westen und seine wohlstandskinder mit ihren luxusproblemchen tödlich verwundbar – auch alle feministinnen in unterfranken sollten sich darüber klar sein: das ende der herrschaft des „weißen mannes“ und des westens impliziert auch das ende der herrschaft der „weißen frau“ und ihres „romantisierenden“ feminismus.
      wir brauchen also weder genderstuhlkreise noch romantik, sondern einfach mehr kampf-/fechtschulen und schießbahnen auch für die feministinnen.
      battle on.

  108. Die Freude an Ihrem neuen Bild
    sei Ihnen gegönnt, und ich gestehe, es löst auch bei mir sehnsuchtsvolle Gefühle aus. Kunstwerke, die wir zuhause haben, sind meistens gefällig. Die Alpträume oder hyperrealistischen Gemälde von Otto Dix hängen sich wohl nur sehr wenige Liebhaber an die Wand. Und doch bin ich von ihnen immer wieder fasziniert und erschüttert.
    Das von Ihnen so ausgezeichnet beschriebene Bild ist für mich – Entschuldigung! – sentimentaler Kitsch, und bei einigen von Ihnen verwendeten Ausdrücken meine ich zu erkennen, dass Sie sich selbst ironisieren. Auch um 1870 war die Realität (besonders für die Menschen in den sich entwickelnden Städten) eine andere. Darüber hinaus zeigt dieses Bild die Situation der Verliebtheit (und wenn der Mann ein Trottel wäre, und der Loreley vom Schliersee zum Opfer fiele?).
    Das Paradies haben wir verloren, und dessen sollten wir uns bewusst sein. Wir brauchen jedoch unsere Portion Sentimentalität oder Kitsch zum Überleben und sollten auch dazu stehen.
    Etwas anderes ist es, wenn wir so rückwärtsgewandt sind und uns nach dieser traditionellen Rollenverteilung zurücksehnen (Richard Strauss‘ Arabella singt 1933 „Und du sollst mein Gebieter sein“ – zum Dahinschmelzen, aber wie verlogen!). Zugegeben in der „schönen alten
    Zeit“ war die Beziehung zwischen Frauen und Männern einfacher: Es musste nicht alles ausgehandelt werden. Aber ist es nicht ein großer Fortschritt, dass insbesondere die Frauen heutzutage wählen können, wie sie leben möchten? Die um 1870 verschlossene Welt steht ihnen heute offen. Dieser Fortschritt ist erkämpft worden!
    Über die Exzesse der heutigen Frauenbewegung (Gender etc.) brauchen wir kein Wort zu verlieren.

  109. Gotthelf
    Werter Don, da bin ich doch beim erneuten Lesen über ihr Eingangszitat gestolpert. Das erste Mal hat mich Ihr Text so gefangen genommen, das ging direkt unter.
    Jedenfalls mußte ich gleich an Gotthelfs Schwarze Spinne denken. Und wie diese unter Opferung des eigenen Lebens zweimal in ein Zapfenloch verbracht verbracht und dort auf ewiglich eingesperrt wurde.

    Ach, wie wünschte man sich doch, daß all die schwarzen feminanzen und genderisten Spinnen da draußen ebenso leicht zu erlegen wären. Und daß die Menschheit den schwarze Balken, in dem diese weggesperrt wurden, als ewige Mahnung in Ehren hielte um solch widernatürliche und unmenschliche Umtriebe auf ewig zu entsagen…

    Ach…

  110. Ja das Bild ist schon schön, aber nur...
    wenn der rechte Arm nicht wär. Der sieht aus wie hinten dran gebunden. Leider furchtbar. :o(

    • Ich sehe, dass sie den Handrücken an den Rock gelegt hat,
      der Daumen geht in unsere Blickrichtung, anderes ist dem sg. Puffärmel geschuldet.

  111. OMG, lieber Don
    Faible für die Anmutung „StreberInininnen und SekretärInininnen“?
    Daß Frl. Röschen von den Laien das noch erleben darf!

    • SO NICHT! Schauen sie sich Anna Stainer-Knittel an.

    • La Wally
      hoerenswert.. aka Geierwally – vielleicht die Frau, auf die Don wartet

    • Bookworm ...
      … nennen die Amerikaner diesen Männerfantasien beflügelnden Frauentyp. Ein Begriff, der mit „Leseratte“ nicht adäquat übersetzt ist.

      Und ne, „Röschen“ fällt unter eine ganz andere Kategorie, aber die mag ich hier nicht nennen. „ZZ“ mag für als kleiner Hinweis dienen.

    • Ich finde Frauen mit büchern sehr viel attraktiver als Frauen mit Handies, stimmt.

  112. Kunst und Können, Wunst und ...
    wollen. Danke für diesen Artikel und das Licht auf die Tatsache, daß im 19.Jahrhundert jeder, aber wirklich jeder, gnadenlos der Verachtung aller ausgeliefert worden wäre, wenn er die Grundtechniken des Malens nicht beherrscht hätte. Selbst wer nicht wirklich genial war, mußte wenigstens die Technik können. Das zeigt das Bild, daß Sie beschreiben.

    Heute malen alle die, die nicht malen können, abstrakt. Ein wirklich großer aktueller Küster, Alexander Kotchetow, wurde an der Bayerischen Akademie der Künste von all den Dilettanten, die weder malen konnten noch wollten, verspottet, weil er malen kann, die aber nicht. Das ist in der Kunst das Äquivalent zu den Linken in der Politik und den Genderisten im Leben. Laßt uns, auch wenn wir nicht die absolute Schönheit in allem finden, was ist, wenigstens verachten, wenn nicht danach gestrebt wird.

  113. Wo geht sie hin die Liebe, die Frau, die Scharlachlichtnelke ...
    Sehr geehrter Don Alphonso,

    die Liebe, die Frauen, die Kunsthandelsgeschichte, direkte und indirekte Anbiederungskunst (nachfrage- oder angebotsorientiert), die Kulturrevolution, die Scharlachlichtnelke, der – durch Sie – gehobenen Geschichte der Geier-Wally (Wilhelmine von Hillern), eine reich gedeckte Bauern-Stuben-Tafel aus Süddeutschland und eine schöne Einstimmung für einen Besuch in Worpswede zum 3. Advent.
    Sehr schön.

    Möglicherweise hielt man damals das Dorf tatsächlich noch für einen Gegenentwurf zur Stadt oder konnte eigene Problemlagen vor dem Bühnenbild „Dorf“ (sozusagen mit weniger „diversity“ als in der Stadt) drastisch-dramatisch illustrieren.

    Geier-Wally – was für eine Geschichte, was für eine Autorin!

    Wieso begegnete die einen noch nicht im feministischen Seminar?

    Wo stehen die Frauen, die Paula Modersohn-Beckers, die Geier-Wallis heute?

    Ich zitiere hier die Taz aus einer Filmkritik (dankenswerterweise gibt es dort nicht nur den Muschi-Bolschewismus, den ich „neulich“ zitierte).

    „Claire Denis dekonstruiert scharfsinnig die Erwartung an romantische Komödien. Leider nimmt sie um dieses großartigen Effekts willen ihrer Hauptfigur alles, was mich jenseits des engen thematischen Korsetts Liebessehnsucht auch interessiert hätte. Einen einzigen Strich mit dem Pinsel zieht die Malerin im ganzen Film, Kunst fungiert nur als Gimmick, nicht als Ausdruck, Ausweg, Eigenes. Cécile, das Kind, für zehn Sekunden in der Mitte des Films im Bild, ist offenbar nicht Teil der Geschichte. Thema ist allein der zeitgenössische Virus des Lebens als Monade, das selbstbewusste Hexengelächter fällt aus.“ Taz, Claudia Lenssen, zu „Meine schöne innere Sonne“

    Ist dieser Film auch nur eine Bento-Story („Diese Geschichte über schlechten Sex spricht vielen aus der Seele“), diesmal von einer 50jährigen, nur im Kino statt auf Spon. Man wird sehen.

    Oder ist es schon so, dass es in den frühindustriealisierten Gesellschaften (Miegel), in des alten-weißen-Mannes-Land, für Kunst-Frauen nur noch schlechte Unterhaltung gibt, die auf den gesellschaftlichen Takt an sich, schlecht abfärbt?

    Oder gehören die „Geschlechter-Irritationen“, die Zeiten der Wirren bei der Neuverteilung der gesellschaftlichen Kosten zwischen Männern und Frauen einfach dazu? (Islam, Gender und Matriarchat einmal ausgeklammert)

    Sicher ist: Ihre Bildbeschreibungen sind schön, haben Tiefe und eingebaute Fallen (das fehlende Ohr). Und, sie sind nicht frei von angenehmer Minne, die den Wert der Zuneigungen der kultivierten Liebe preist.
    Wohl dem, der sie erleben und dank Ihrer Texte neu begreifen darf.

    • Nun, es ist fraglos eine bürgerliche Adaption der Schäferspiele des Rokoko, also etwas entschlackt und in Folge der damals üblichen Kritik an der Industrialisierung. Da florieren solche Sujets fern der Städte und Gestänke. Es gibt auch fraglos einen Subtext der Zivilisationskriti in diesen Bildern.

  114. A propos hygge Weihnachten usw.
    Was soll die Aufregung?
    Kann denn irgendwer von den Anti-hygge-Polemikerinnen überhaupt Dänisch oder (das damit engverwandte) Norwegisch?

    Ganz schön hyggelig zu Weihnachten z.B.
    „Saa gaar vi rundt om en enebaerbusk“

    https:// http://www.youtube.com/watch?v=z689oOtunmg
    Text findet sich hier:
    http:// http://www.ugle.dk/saa_gaar_vi_rundt_om_en_enebaerbusk.html

    Achtung: die Männer machen bei diesem Wäscherinnenlied auch mit! Und die Oma führt an.

  115. ich würde jetzt auch gern Reaktionär sein
    wollen, wenn ich’s nicht schon wäre. Im Übrigen, freilich ist das Bild schön, aber die Kunst 🎨 ist vom Don.

  116. Tegernseer Kunst vs. Berliner Performance des Islams
    Lieber Don Alphonso,

    ach, was für eine schöne Bildbeschreibung von Ihnen !

    (Lehrerinnenfortbildung Baden Württemberg-Merkblatt: Bildbeschreibung
    Informationen zu Künstler, Art des Bildes (Foto, Aquarell usw.), Inhalt bzw. Thema des Bildes, Was ist im Bild dargestellt?, Welche Situation zeigt das Bild?, Wie ist das Bild aufgebaut? Was ist im Vordergrund, was im Hintergrund zu sehen? Welche Farben werden benutzt?, Achte darauf, dass du den Blick sinnvoll lenkst. Beschreibe zuerst den Gesamteindruck, dann die Details, Wie wirkt das Bild?, Welche Atmosphäre, Stimmung erzeugt das Bild?, Wie passen Titel und Inhalt des Bildes zusammen?)

    Gut gemacht Meyer, setzen.

    Nein, nicht gleich in die Luft gehen. Er ist wirklich freundlich, Ihr Text und es ist auch ein ganz schönes Bild, was Sie sich hier ausgesucht haben und eigentlich erstaunlich für einen Menschen, der vorrangig die Naturschönheit propagiert, über die in dieser Zeit zu reden, unverfänglicher ist.

    Schönheit, insbesondere Kunstschönheit, ist heute in Verruf geraten.

    Selbst so ein aufrechter Journalist wie der Herr Herles schrieb vor einigen Tagen: „Polina Anikeeva sieht aus wie eine lebende Barbiepuppe. Jung, blond, zart, (schön darf man nicht mehr schreiben).“

    Dem sitzt jetzt auch schon die Angst im Nacken.

    In den vergangenen Jahren hat man ja auch schon die bundesdeutschen Museen und andere öffentliche Räume vom Kunstschönen befreit, weil es sich vermutlich so besser leben läßt und niemand wegen solcher Bildnisse unnötig in hitzige Wallung geraten muß.

    In der Pinakothek in München war früher Jean Honoré Fragonards, Bild „La Gimblette Mädchen mit Hund“ ausgestellt, wahrscheinlich hat man es heute auch schon entfernt, weil es zu sexistisch sein wird in dieser Zeit, oder einfach nur, weil es an die gegenwärtigen Koalitionssondierungsgespräche zwischen der Kanzlerin und dem Herrn Schulz erinnern mag ?

    Wer weiß das schon ?

    Max Liebermanns Ölbild „Münchner Biergarten“ wird vielleicht noch ausgestellt sein in der Münchner Pinakothek, obwohl sich das ja auch schnell ändern kann.

    Ihre Zeitung zeigte heute ja den Herrn Steinmeier beim Kerzenanzünden.
    „Dass in dieser Woche auf deutschen Plätzen israelische Fahnen gebrannt haben, „erschreckt mich und beschämt mich“, soll er gemeint haben, wie auch: „Nur wenn Juden in Deutschland vollkommen zu Hause sind, ist diese Bundesrepublik vollkommen bei sich.“

    Na, das mußte er, der Form halber, halt mal sagen.

    Aber sagen Sie doch bitte selber mal, lieber Don Alphonso, was halten Sie denn von der neuen Performance Kunst des Islams unter und vor dem Brandenburger Tor ?
    Frisch und ein wenig provokativ wie Jeff Koons? Was meinen Sie dazu?

    Klar, da kommt nichts von Ihnen. Bei so einem Thema schweigen kluge Menschen wie Sie natürlich. Man möchte ja schließlich auch in Zukunft allseits beliebt bleiben.

    Rimbaud, der Dichter meinte ja einmal: „Einst, wenn ich mich recht erinnere, war mein Leben ein Fest, wo alle Herzen sich öffneten, wo alle Weine flossen. Eines Abends habe ich die Schönheit auf meine Knie gesetzt. Und ich habe sie bitter gefunden.- Und ich habe sie beschimpft.“

    Damit begann definitiv die Zerstörung des Schönen. Achten Sie gut auf Ihr idyllisches Bildchen.

    Heute drängt eine neue „Kunstform“ in den öffentlichen Raum, die des importierten Judenhasses, oder auch Kunstförderung „Willkommenspolitik“.

    Haben Sie auch das Presse Föteli Ihrer Zeitung gesehen?

    Diese haßerfüllte, überfressene Mutti mit ihren Söhnen vor dem Brandenburger Tor.
    Da hielt die Orschel ein wohl mühsam, über Monate, selbstgesticktes Deckchen hoch. Wieviele Stunden wird sie wohl im abgedunkeltem Hinterzimmer daran gearbeitet haben? Dieses mühevoll gestickte Deckchen, was wie die israelische Fahne aussah zündelte man an einer Ecke an, dazu bestimmt, in öffentlicher Inszenierung, zu Asche zu werden.

    Da waren die Politiker doch erst einmal sprachlos. Die Initiatoren dieser öffentlichen Performance jedoch sahen sich in ihrer „Schöpferischen Zerstörung“ absolut nicht fehlinterpretiert und verstehen noch immer nicht, wie es gerade in Merkels Deutschland Menschen geben mag, die jetzt gar von einem „islamischen Antisemitismus“ sprechen.

    Drei volle Tage brauchte Merkel für ihre persönliche geistige Auswertung dieser Performance und meinte:
    „Wir wenden uns gegen alle Formen von Antisemitismus.“

    Das war es aber auch.

    Ich denke schon, daß Karl Lagerfeld vollkommen recht hat mit seiner Einschätzung Deutschlands vor einigen Tagen.

    Der Mann kennt die Geschichte Deutschlands und versteht auch was von Kunst.

    Vladimir Jankélévitch hat es etwas direkter formuliert:

    „Die Nachkommen der Henker sind gut gelaunt, und sie finden es ganz natürlich, als wenn nichts gewesen wäre, in lärmenden Scharen durch dieses Europa zu ziehen, das ihre Armeen unlängst verwüsteten.“ und man möchte hinzufügen – sie haben sich Verbündete geholt aus dem Morgenland.

    Ja, der Islam ist überzeugt von seiner Performance Kunst und es erstaunt mich keineswegs, daß die Medien nicht darüber berichten können, daß es Demonstrationen gegeben hätte, von tausenden und abertausenden deutscher Bürger, von kilometerlangen Lichterketten, bei denen sie zum Ausdruck bringen möchten, daß Ihnen die neue Kunst der „islamischen Performance“ nicht so entspricht.

    Max Liebermann, der Jude, spricht mir aus der Seele mit seinem vielzitiertem Satz:

    „Ick kann jar nich soville fressen, wie ick kotzen möchte.“

    In Ihrer schülerhaften Bildbeschreibung ist ja noch die Achtung vor der Ästhetik zu finden, während die neue islamische Kunst der „schöpferischen Zerstörung“ jeglicher Ästhetik entbehrt, wie auch die deutsche Politik den damit verbundenen Niedergang der Sozialethik schweigend toleriert.

    Ihnen einen besinnlichen 3. Advent

    Na dann bis zum nächsten Mal

    • Cynical is a word used... to denote an absence of the naiveté they so keenly exhibit.
      Object,

      jetzt muss ich langsam streng werden, mit Ihnen.

      So geht es nicht! So zynisch. So despektierlich gegenüber dem Don.

      Der Don eröffnet hier der demographisch geprägten deutschen Mittelschicht ein Tor zur Flucht aus all der unschönen Realität, hinein in die die Welt der Biedermeier, wo Männer noch Gehstock und Frauen noch echte Brüste, wo Gewalt nur Hörensagen und Religion am Sonntag kurz vor dem Frühschoppen.

      Sie können doch nicht ernsthaft erwarten, dass sich hier Widerstand gegenüber irgendetwas entwickeln hätte können würde wollte. Schon vor vielen Jahren prognostizierte irgend so eine Trendforscherin ein cocooning hier und da und überall, angesichts der Komplexität der Moderne. Und wer nicht sonst als der Deutsche würde sich diesem Trend verschließen.

      Die Grenzen sind auf, dafür gehen jetzt die Haustüren zu. Man versteckt sich in seinen vier Wänden, träumt von der heilen Welt und hofft, dass man in einigen Jahren wieder vor die Tür treten kann .

      Und auch ein Object wird nicht reingelassen, wenn sie da immer die Realität durch die Tür schieben will, anstatt ebenso die heile Welt mitzuträumen.

      Womit wir wieder beim Hausherrn wären.

      Wenn der Don eine Fähigkeit besitzt, dann ist es die, die Gefühlslage des Deutsche in Echtzeit wiederzugeben. Er ist seiner Zeit nie hinterher und auch nicht weit voraus, er ist immer genau auf dem Punkt, auf die Minute. Unendlich nah dran am Volk.

      Das Volk will keinen Widerstand, keine Revolution, keinen Bürgerkrieg.
      Das Volk will Ruhe. Will Langeweile. Will Biedermeier.

      Sie und ich wissen, dass sie das nicht bekommen werden.
      Aber, wie ich Ihnen schon mehrmals, anscheinend erfolglos, zu vermitteln versuchte: Wir sind weit weg vom Volk, weil ohne Schicht.
      Das Volk wollte vor 2 Jahren nicht hören, es wird auch jetzt nicht zuhören.
      Es muss lernen, durch Schmerzen.

      Einfach hier beobachten: Solange der Hausherr noch Piraten wählt, solange hat das Volk noch nicht begriffen.

      Easy…

    • Durchlauchte Hoheit, Ihro Gnaden
      Spricht die Merkel jetzt schon im Plural Majestatis? Darf man sie, falls sie tatsächlich noch lebt, daran erinnern, dass „Demokratie“ etwas mit Öffentlichkeit zu tun hat und man nicht monatelang hinter verschlossenen Türen irgendetwas ausmauschelt, was man dem debilen Stimmvieh dann als vollendete Tatsache, à la „Nu-sinnd-se-halt-mal-hier“, vor den Latz knallt?

    • @Goodnight
      Guten Abend Goodnight,

      Sie entwickeln sich ja, im Freudschen Sinne, regelrecht zu meinem und Don Alphonso´s persönlichen Übervater.
      Einen väterlichen Übervater anzuhimmeln oder vehement abzulehnen, bedeutete, daß da vielleicht irgendwas „noch nicht ganz aufgearbeitet ist“ und Sie haben sich, wenn man mal von der bäuerlichen Anrede absieht, auch wieder so viel Mühe gegeben, bei Ihren an mich gerichteten Gedanken.

      Wenn man so in diesen Tagen gegen Abend durch das Tessin fahren muß, scheint es zu leuchten, zu blinken, das Tessin. Kalte LED Lichterketten hängen nahezu an jedem Haus, blinken, manchmal bunt, oft in wechselndem Rhythmus. In dem kleinen Ort, in welchem ich wohne, hat man an den Masten der Straßenbeleuchtung, als Weihnachtsdekoration, monumentale LED-Eistüten angebracht, die die ganze Nacht über wild vor sich herblinken, obwohl kein einziger Mensch unterwegs ist und am Morgen, wenn die Menschen zur Arbeit fahren, schalten sich diese Eistüten mit der Straßenbeleuchtung, bei aufkommender Morgendämmerung wieder automatisch ab.

      Vor wenigen Tagen bin ich gegen Mitternacht an einem Haus vorbeigefahren, welches überhaupt nicht aufgefallen wäre, da es vollkommen im Dunkeln lag, wenn nicht diese Kerze gewesen wäre, die jemand auf die Fensterbank gestellt hatte.

      Ich habe gebremst, bin einige Meter wieder zurückgefahren und habe nach dieser Kerze am Fenster geschaut und dachte mir: Dort lebt ein Mensch.

      Sie werden sich fragen, weshalb ich Ihnen das schreibe?

      Nun, weil mir beim Lesen Ihres Kommentars diese Szene wieder in Erinnerung kam.

      Im Gegensatz zu Ihnen kenne ich Herrn Meyer alias Don Alphonso nicht, doch so wie ich seine Geschichten lese und zu verstehen glaube, ist er in der Medienwelt eine der unzähligen in kaltem Licht blinkenden, ständig die Farbe wechselnden, Lichterketten und sein Vermögen mag darin bestehen, möglichst viele auf sich aufmerksam zu machen mit dem Ziel, daß das Nachbarskind zur Mutti sagt: „So eine LED Weihnachtslichterkette will ich auch bei uns haben.“ Und Mutti sagt mit bedächtiger Stimme: „Nein, kleine Sophie, so einen Luxus können wir uns nicht mehr leisten, aber schau nur die da drüben bei Don Alphonso an, wir beneiden ihn ja alle und wenn du lange genug rüberschaust ist das ja als ob Don Alphonso Dich an seinem Leben teilhaben ließe.“

      Aber in dem Haus, in welchem die Kerze im Fenster steht, wohnt Rainer Meyer ganz sicher nicht.

      Ja, werter Goodnight, es ist schon so wie Sie schreiben. Don Alphonso, diese hypostasierte Leitfigur, scheint: „unendlich nah dran am Volk“ zu sein.

      Aber eine Stütze der Gesellschaft sieht doch anders aus, als eine LED Lichterkette, die verblenden möchte.

      Weitgehend kann ich Ihren Gedanken zustimmen, jedoch möchte ich Ihnen entschieden entgegentreten bei Ihrer Annahme ich würde mich Herrn Meyer gegenüber ungebührlich gebärden.

      Bis jetzt hat er meine Gedanken, meist kommentarlos zur Publikation freigegeben und wenn er dies nicht mehr tun mag, werde ich das schon verstehen.

      Wie auch des weiteren zu Ihrer Annahme:

      „Und auch ein Object wird nicht reingelassen, wenn sie da immer die Realität durch die Tür schieben will, anstatt ebenso die heile Welt mitzuträumen.“

      Aus Ihren, wie auch Herrn Meyer´s Kommentaren in der Vergangenheit ist mir durchaus bekannt, daß es Menschen gibt denen es versagt ist, zwischen einer, wie Sie es nennen, „Sexarbeiterin“ und einer „cortigiana onesta“ zu differenzieren. Die stets nach unten orientierte Tendenz zur Gleichmacherei läßt eben keinen aus.

      Ich darf Ihnen jedoch versichern, daß ich als cortigiana onesta, in der Schweiz als Gast lebend, fernab, doch nahe genug, um alle die negativen Tendenzen in meiner Heimat Deutschland, wahrnehmen zu können, noch nie vor einer geschlossenen Türe stehen mußte.

      In der Regel kommen sehr kultivierte und gebildete Menschen zu mir und wenn Sie auf meinen Parkplatz fahren hat meine kleine soubrette die Portone schon geöffnet.

      Wenn es so wäre, wie Sie mir schreiben, daß das Volk Ruhe, Langeweile und Biedermeier möchte, und daher Don Alphonso, das Feuilleton, die FAZ liest, wäre es ein Armutszeugnis für dieses Blatt des Qualitätsjournalismus.

      Ich will Ihre Aufmerksamkeit nun nicht weiter bemühen und erlaube mir Ihnen auf diesem Wege noch einen freundlichen Gruß zu übermitteln.

      ObjectBe – ( objectbe.blogspot.com )

    • Liebe Object.Be
      Sie mögen unser allen Don Alphonso, er inspiriert Sie dazu Politisches und Kulturelles verbündelt zu neuen Perspektiven erweitert, zu kommentieren und ich persönlich lese Sie sehr aber sehr gerne … Alles Gute zur Weihnachten und zum neuen Jahr …

  117. Im Auge des Betrachters...
    Werter Don,

    wie schön und einfühlsam Sie doch das Bild beschreiben und dann den Bogen zur Realität nehmen können. Ein Highlight! Vielen Dank für dieses vorgezogene Weihnachstgeschenk.

    Irgendetwas stört mich an dem eigentlich hübschen Motiv: Die beiden dargestellten Personen lächeln nicht erkennbar! Geht es also doch eher um Abschied als um Ankunft, wie @skag vermutet?

    Das Entstehungsjahr um 1870 und die damit verbundenen Kriegsjahre (zum Dienst an den Waffen wurde man damals ja nicht unbedingt freiwillig eingezogen) könnten diesen Eindruck untermauern:

    Der junge Mann steht mit einem Bein in einem Kahn, dadurch wird evtl. seine mögliche Kriegsversehrtheit oder sein Tod und die Reise über den Styx angedeutet. Er lüpft – sein Bündel geschultert – zum Abschied seinen Stopselhut und entschwindet, immer kleiner werdend.

    Währenddessen hält seine Geliebte die „brennende Liab“ aufrecht, Arbeit, Haus und Verantwortung (Netz, Kescher, Haushalt und ein mögliches Kind, angedeutet durch den kleinen Teller im Regal) hängen allein an ihr. In ihrer Rechten hält sie ein Sträußchen Blumen (Almrausch?), das ihr der Liebste zum Abschied geschenkt hat. Sie blickt ihm lange auf Zehenspitzen hinterher. Grußlos, um beiden die unfreiwillige Trennung zu erleichtern.

    Blaue Strümpfe trägt sie nicht. Somit ist keine frühe Feminanze erkennbar, sondern eine liebevolle und zugeneigte Frau, welche nach heutigen Maßstäben wohl als unterwürfig, pflichtbesessen und langweilig geschmäht würde.

    Mit dem Blick einer Fem-Aktivistin könnte man natürlich noch prima mindestens zwei gescheiterte Suizidversuche (dunkle Verbände an den Handgelenken), einen prügelnden Macho (den Knüppel in seiner Rechten) sowie eine sich anbahnende Trunksucht (die Weinranken greifen schon nach ihr…) hineininterpretieren – aber so neurotisch wird wohl kaum jemand freiwillig sein wollen ;-) ?

    Ihnen, geschätzter Don, wünsche ich eine gute und rasche Genesung. Wobei: so a bisserl Fieberwahn und Kunst scheinen eine ausgesprochen großartige Kombination zu sein… ;-)

    • Hm. Heldenabschiede haben ganz andere Motive, da wird der Mann in den Mittelpunkt gestellt. Er dreht sich auch nicht zu ihr um, insofern wüsste ich nicht, was so eine Interpretation belegen sollte. Der 1870er Krieg war in Bayern nicht sonderlich bemerkbar, militärische Sujets prunken meistens mit Waffen.

    • Nichts für ungut, Elly Seidl, aber ich hoffe sehr, dass Sie
      Ihre Interpretation nicht aus einem zu dunkel-pessimistischen Grund generieren?

      1. Was gäbe es da ’nicht zu lächeln‘?

      2. Der Strauss ist deutlich als ‚versteckt‘ ausgeführt (oder das Bild wäre schlecht gemacht)

      3. Historisch war der Zug in den Krieg anders vorbelastet als heute. Oftmals wenigstens: Für Familie und Vaterland.

      4. Der ganze Entwurf sieht nicht wie eine Allegorie aus (‚Styx‘)

      5. ‚Verbände an den Handgelenken‘ kann ich auch nicht deutlich ausmachen. Was ich sehe, sind Handstulpen, und die wurden von feineren Damen auch als reine Accessoires getragen. Zugegeben, danach sieht die Frau nicht unbedingt aus. Vielleicht hat sie sich dennoch für den Geliebten extra schön gemacht? Sie trägt ja auch bemerkenswert feine Schuhe.

    • Aber nein, lieber @Herr Dippel,
      es besteht keinerlei Grund zur Sorge. Dennoch vielen Dank der Nachfrage.

      Zum Glück bin ich keine Fem-Aktivistin, deren verquere Interpretationsmöglichkeiten ich oben angedeutet habe.

      Das vorliegende Bild ist auch für mich klar und eindeutig strukturiert, die Botschaft unmißverständlich. Auch wenn mir ein deutliches Lächeln oder feuerrote Wangen noch besser gefallen hätten ;-)
      Der geschätzte Don gab mir dankenswerterweise bereits etwas Nachhilfe.

      Um die Bandbreite der Interpretationen zu verdeutlichen, habe ich nur die antagonistische Betrachtung auf den 2. Blick dargelegt. Man wundert sich manchmal selbst, was man alles entdeckt und stimmig begründen kann, wenn man nur schlecht genug denkt!

      Eine Vielzahl minoritätsorientierter Strömungen, die in so ziemlich jeder uns vertrauten und natürlichen Verhaltensweise verborgene Bosheit, Gefahr oder Diskriminierung wittern, erfordern häufiger denn je dieses fast paranoide Ausloten möglicher Untiefen anhand des 2ten Blickes.

      Beispielsweise sind neuerdings alle grundverdächtig, die eine auf den ersten Blick offensichtlich vernünftige Vorratshaltung betreiben. Jaja, der Innenminister weiß: Mit dem zweiten sieht man besser…


    • In ihrer Rechten hält sie ein Sträußchen Blumen (Almrausch?), das ihr der Liebste zum Abschied geschenkt hat.
      Glaub ich nicht, daß man das so interpretieren kann. Dann würde sie das Sträußchen vorne oder seitlich halten. So hinter dem Rücken ist schon ein bißchen neckisches „Überraschung, Überraschung für den, der kommt“.

    • Mitten ins Auge des Betrachters
      Ich verstehe das Interpretationsgewürge nicht, erschließt sich doch auf den ersten Blick, dass hier das Zentrum für politische Schönheit zugeschlagen hat.

      Der geschickt gemachte Fake im Retrostil zeigt die Ankunft eines Bootsflüchtlings in der noch heilen Welt der Globalisierungsverlierer.
      Der Mann hat eben seinen Pass weggeschmissen und hält, verborgen in der rechten Hand, das Handy trocken.

      Im Vordergrund – allegorisch – die ihrer rückständigen Umgebung berghoch überlegene Schönheit und Weisheit der Frau.

      Sie wirft zwar nicht mit Teddybären (der wurde erst später erfunden), sondern hält, typisch für die Region und das Kräuterwissen weiser Frauen, ein Sträußchen bereit für den Ankömmling (veraltete Bezeichnung für „Zufluchtsuchende/r“).

      Die Geste bzw. ihre Freundichkeit täuscht. Tatsächlich handelt es sich um ein Büschel Teekräuter, gepflückt für einen in der Hütte liegenden Fieber-Patienten. Aber der braucht das ja nicht zu erfahren.

      Auffallend sind die im Vergleich mit den derben Händen eher kleinen Füße der Frau. Klarer Fall von Lotos- oder Lilienfüßen, die den Opferstatus der Dame belegen.
      Eine epochentypische Chinoiserie bzw. ein interessantes Zeugnis für die kulturelle Aneignung (cultural appropriation) chinesischer Schönheitsideale durch das bayerische Volksbrauchtum (s. a. > Chinesischer Turm im Englischen Garten).

      Fragen, noch?

    • Allegorien
      Die Kunst, ein Gemälde zu deuten beherrschte niemand so wie der zu früh verblichene Robert Gernhardt:

      Fünf Männer seh ich inhaltsschwer;
      wer sind die fünf?
      wofür steht wer?

      Des ersten Wams strahlt blutigrot;
      das ist der Tod
      das ist der Tod

      Der zweite hält die Geißel fest;
      das ist die Pest
      das ist die Pest.

      Der dritte sitzt in grauem Kleid;
      das ist das Leid
      das ist das Leid.

      Des vierten Schild trieft giftignaß;
      das ist der Haß
      das ist der Haß.

      Der fünfte bringt stumm Wein herein;

      das wird der Weinreinbringer sein.

    • Bravo, fake erkannt und analysiert, @Sense!
      Pah! Hätte ich mir ja denken können, dass das Ganze aus einer vermutlich berliner, links-feministischen Kunstakademie stammt, die sich mit staatlichen Fördermitteln von Projekt zu Projekt frettet…

      Aber jetzt hören wir besser auf, den Don zu necken ;-).

      Nicht, dass wir ihm das Bild noch madig machen.

    • @ Elly Seidl
      „Nicht, dass wir ihm das Bild noch madig machen“

      Lag bestimmt nicht in meiner Absicht, aber ich fürchtete schon, die kleine Persiflage auf immer weitere Bildinterpretationen hätte am Ende genau diesen Eindruck vermittelt.
      DA ist jetzt jedenfalls geimpft für Bemerkungen irgendwelcher Schandmäuler, die dem Bild nichts abgewinnen können.
      Mir gefällt’s – und schön, dass Sie Humor haben!

  118. Links
    Herrje, Don,
    nun bin ich tatsächlich mal ihren Links gefolgt – erschreckend.
    Da bloggen Menschen, die sich besser mal zehn Tage zurückziehen sollten, um zu sich selbst zu finden, bei all der Frustration über die Gemeinheit, dass das Leben nun einmal Kraft erfordert.

    Das sind Personen, die von ihren Eltern offensichtlich fern von jeglicher Realität aufgezogen wurden.

    Herzlichkeit ist da am ehesten zu treffen, wo die Widrigkeiten der Natur am größten sind. In den Städten ist das eben dank Elektrizität heute etwas anders…

    Erschreckend. Die Unreife. Die Unreflektiertheit.
    Das sage ich als einer derjenigen, die im Minutentakt aus dem Nahverkehr purzeln und dort einer Masse an potentiellen Sexualpartnern entgegenstolpern auf ihrem Weg zu ihrem unspektakulären Arbeitsplatz.

    Soll ich deshalb heulen?
    Sie schreiben es so. Ich lerne jeden Tag am Bahnhof etwas dazu, während sie im ewigen Seeblick hängen und Bilder an der Wand ansehen.

    Soll ich deshalb frustriert zu bloggen beginnen?

    Frohen dritten Advent)

    • Mir macht das offen gesagt nichts aus, weil die Damen nach eigenem Bekenntnis nichts für mich übrig haben und es mir also egal ist, was aus denen wird. Mich erstaunt, dass ihr eigenes Leben bei der Sache eigentlich noch deutlich schlechter als „hygge“ wegkommt. Tatsächlich sollten sie mal innehalten und nachdenken.

    • Links
      Aus Neugier bin ich nun auch mal den Links gefolgt – zum ersten und letzten Mal: Das ist ja nicht auszuhalten.
      Und 3 Millionen von denen würden definitiv nicht für einen Umsturz reichen – mit den 3 Millionen wird die Rosenheimer Feuerwehr fertig.

    • Man sollte wissen, mit wem man es da zu tun hat. Ich sehe die jetzt vschon seit Jahren, sie kommen nicht wirklich weiter, oder, suiehe Burmester, geraten in Krisen. Nachsicht wäre durchaus angebracht.

    • Ritterlichkeit als Sexismus
      Es geht noch schlimmer. Ich bin gerade über die Süddeutsche auf „jetzt“ gelandet. Da beschwert sich eine Melanie über den als Ritterlichkeit getarnten Alltagssexismus der Männer. Passt alles ins Bild, wohnhaft in Berlin und der klassische Zölibatsverstärker.

      https://www.jetzt.de/gender/sexismus-im-alltag

    • Ignorance is bliss
      Für Ihre Geduld und Ihren Willen zur Auseinandersetzung haben Sie meinen Respekt – mir fehlt in diesem Fall beides.

  119. Titel eingeben
    Mir ging das Herz auf. Vielen Dank, lieber Don Alphonso! Ich wäre inzwischen arm, wenn es Ihnen Blog nicht gäbe. Kommen Sie bald wieder auf die Beine! Wünsche Ihnen und Ihren Lesern ein frohes Fest.

  120. die Kulturrevolution trägt SPD
    zumindest wenn es nach dem Willen von Herrn Gabriel geht.

    Gabriel regt Debatte über „Heimat“ und „Leitkultur“an, titelt SPON.

    Man will sich in der SPD von der Postmoderne und des „anything goes“
    verabschieden. Die SPD Wähler verlangen nach Orientierung.

    Das wird so sein. Schade, dass Herr Gabriel noch immer glaubt, dass
    für die SPD anything goes.

    • die SPD hat ihre Wähler verraten und die Wähler merken sich das.

    • Ist natürlich schön, wenn man als gedächtnisstarker
      .
      . Nicht-mehr-SPD- Wähler dann Schulzens Sauce von Angela Mugabe eingerührt bekommt .

      Demokratie ist unersetzlich, aber halt, da menschlich, nicht unfehlbar.

    • "Demokratie ist unersetzlich"
      .
      Nein. Ist sie nicht.

    • Demokratie
      „Die Demokratie ist die Niederknüppelung des Volkes durch das Volk für das Volk.“ (Oscar Wilde)

    • maciste grüßt euch
      demokratie:
      „nur der tod ist demokrat.“ (N.G.Davilà) – wobei hier wie meist der demokratiebegriff mit egalismus in eins gesetzt und vergessen wird, daß alle historischen herrschaftsformen des demos ein frage von dessen politischer eingrenzung per definition waren.
      battle on.

  121. Titel eingeben
    Leider interessieren heutzutage überwiegend nur noch die Geschichte der Produzenten von Kunst. Ihr Beitrag ist da schon beinahe anachronistisch, weil ihr Bild etwas erzählt. Das Bild hat etwas zu erzählen, nicht der Künstler.
    Mir gefällt so etwas.
    In Zeiten, in denen mehr über die Person des Künstlers als über ihre oder seine Werke gesprochen wird – denn schließlich leben wir im Zeitalter, wo uns noch die simpelsten, verquasten und verstrunzten Ideen uns als „großartiges Narrativ“ verkauft werden sollen und die junge Kuratorenelite meint, sie würden durch ihre vermeintlich genialen Zusammenstellungen das Rad neu erfinden – und sich quasi als Metakünstler inszenieren –, da sollte man sich nicht wundern, wenn in den Museen der Zukunft eines Tages nur noch Spiegel hängen, vor denen die Besucher Selfies mit sich selber machen.

    • Ich bin anachronistisch.

      Das Blatt ist auf der Rückseite signiert, von einem reichlich bekannten Namen aus der Region, aber ich denke, das Bild kann für sich alleie stehen. Um Künstler geht es im nächsten Beitrag.

  122. Vielen Dank!
    Der Text ist ganz wunderbar, ich liebe die feine (Selbst)ironie, die Details und die pointierten Querverweise. Ein Genuß ihn zu lesen.

    Ich wünsche Ihnen gute Besserung, verehrter Don!

  123. Titel eingeben
    Don Alphonso sagt:
    16. Dezember 2017 um 10:55 Uhr
    die SPD hat ihre Wähler verraten und die Wähler merken sich das.

    Die SPD hat über 100 Jahre Erfahrung, wie man das Volk am Besten in die Pfanne hat.
    Kann weg.
    Wie die Grünen, Linken und die CDU.

  124. Noch ist Polen nicht verloren
    Texte wie diese retten meinen Glauben an das Schöne im Menschen, mag es in der Zeit der beschleunigten Ernüchterung auch noch so tief unter asbesthaltigen Postmodernismen verborgen sein. Ein herzliches Danke!

  125. Villenarchitektur Franz Baumgartners 1876-1946,...
    von wegen Kate eines armen Fischers nur weil dort ein Kescher angelehnt steht. Das Haus erinnert eher an das Bootshaus des Rudervereins „Albatros“ in Klagenfurt. Scheint ein elitärer Club zu sein wobei mir diese Sportart bisher bei der Jeunesse dorée nicht als besonders angesagt erschien. Und auf der Startseite des Vereins (http://www.rv-albatros.at/rva08rose.php) ein Foto gezeigt wird, dass man dort gewillt ist die alte Bootbautechnik mit Holzplanken gewillt ist auftriebsbedingthebelmäßig auf´s Äußerste auszureizen.
    .
    Und der da inkognito hutschwenkend mit dem Ruderboot anlandet ist eher der junge Gardeleutnant der k.u.k. Leibgardereitereskadron in Sommerfrische während der manöverfreien Zeit in legerem Zivil – wenn nicht gar der mit der Semmering-Bahn angereiste Esterházy-Spross auf amourösen Abwegen.
    .
    Wer in diesem Forum mit dem unermesslichen Wissenspotezial erklärt mir (uns) die einmal nordisch, einmal etruskisch anmutenden Motive der an den Giebeln und unter des Wetterschutz an den Balkenköpfen?
    (DdH)

    • Ich kann mal was zu den Wetterschutzbalken machen. Da gibtves viele einflüsse. je nach Lust und Laune des Besitzers. Schön ist hier die blaue Fassung, heute sind die meistens einfach nur braus, früher war alles bunt.

    • Gewesene Lehrpioniere können es Ihm verständlich erklären
      Das Ding heißt Windbrett oder Ortbrett, der in unserer Mundart gebräuchliche Name lässt sich schriftlich nicht ausdrücken. Es verhindert, dass sich der Wind unter den Dachziegeln fangen kann. Heute werden meist keramische Ortgänge oder solche aus Blech verwendet, früher ausschließlich Holz. Eternit und Plastik gabs auch.

      Jeder Zimmermann, der auf sich hielt, hatte/hat hierzu eine eigene „Lehre“, die auf dem Zielbrett nachgearbeitet wurde. So entsteht „nordisch“ bzw. etruskisch. Die Firstköpfe wurden analog gestaltet. Das war aufwendige Handarbeit. Ortskundige Insider können so feststellen, welcher Zimmermann dereinst welchen Dachstuhl gebaut hat.

      Diese Ortbretter wurden dann zum Schmuck, aber insbesonders zum Schutz vor Verwitterung bemalt. Sie halten um die 15 Jahre und müssen dann erneuert werden.

      Übrigens, sein Link weiter unten führt zu einem schönen Gemälde, danke. Ein Ulan ist nicht sichtbar, er liegt bereits im Bett des Dienstmädchens, dieses erwartend. Das *rotwerd* bin ich. Ich war damals noch jung. Das waren noch Zeiten.

  126. Don, hoffentlich werden Sie nicht ein Opfer ihres Erfolges!
    Wie stemmen Sie das nur?
    nach 10 Stunden schon 100 Kommentare und nach 24 Stunden sind es 270. Die Zugriffe sind wahrscheinlich noch viel höher.
    Das macht Ihnen so schnell keiner nach, vor allem nicht die Schneeflocken.
    So ein Impact produziert bestimmt viele Neider.

  127. bildhaft schön
    Lieber Don,
    ich komme zwar von der romantischen Mosel und kenne von dort die Zeit VOR dem Massentourismus und bevor der Fluss gestaut wurde, so dass ein hinüber- und herüberschwimmen zur Angebeteten noch möglich war, kenne allerdings auch die von Ihnen beschriebene Gegend sehr gut, UND, bin Hobbymalerin von Ölbildern. Nur zu gut kann ich mich in Ihre Beschreibungen hineinversetzen. Zurückgerissen in die Gegenwart, plage ich mich mit einer Schwiegertochter, die an der Soros-befeuerten ‚I am not a Pussy‘ Aktion einen Tag nach der Inauguration teilnahm, ausgestattet mit ‚pink hat‘, und demonstrativ gegen alles Romantische ist, auch gegen Plätzchen und Stollen, da Veganerin, Trump-Verächterin (it’s not my President), für no borders, no nations einsteht, Tradition und Identitäten verabscheut, ganz im Sinne der gelenkten Moderne. Deshalb – danke für Ihren Beitrag, er ist so wohltuend, da er zum Träumen anregt. Schöne Weihnachten am Tegernsee, mit Langlauf-Skiern (?).

    • Den Sohn empowern
      , wie es so schön heißt, einen Schlussstrich zu ziehen.
      Das ist Ihre Bestimmung.

      Natürlich verdeckt, hintenrum, achtsam.

  128. Lascaux
    Obwohl Kunst keine offensichtliche Funktion hat ist sie wichtig. Vor vierzigtausend Jahren haben sich die Menschen in Südfrankreich den Luxus geleistet einen oder mehrere Männer, die sonst gejagt hätten, freizustellen, um die Höhlen auszumalen. Das es männliche Künstler waren sieht man an den Kohle Handumrissen (Signatur) und an der extrem detailgetreuen Wiedergabe der dargestellten Tiere in Gestalt und Bewegung, die nur ein Jäger so gut beobachten konnte.

    Picasso: Seit Lascaux hat es nichts Neues in der Kunst gegeben.

    • Nichts, was die Genderforschung ...
      … bzw. ihre prähistorische Abteilung nicht widerlegen könnte:

      „Tatsächlich kamen vor wenigen Jahren zwei unterschiedliche Forscherteams zu dem Ergebnis, dass gut drei Viertel dieser Hände von Frauen stammt“

      ht tp://www.deutschlandfunkkultur.de/geschlechterrollen-forscher-entzaubern-die-steinzeit.976.de.html?dram:article_id=342902

      Erkenntnisse zu den Höhlenmalereien finden Sie weiter unten im Text, nach dem Bild von Lascaux.

    • Perfect! Beautiful! Could you give me just one more?
      Nope, Kunst hat eine Funktion:
      Das Unsichtbare sichtbar zu machen, d.h. immer neben dem Bekannten auch etwas Unbekanntes zu transportieren.
      Kunst muss überraschen können.

      Und genau deshalb ist das, was der Don da oben beschreibt, in der Kunstwelt nicht wirklich als Kunst anerkannt, weil es nur das Sichtbare sichtbar macht. Nicht überrascht.

      Nun ja, zeigt halt, Besitz ist nicht gleich verstehen…

    • Diese Höhlen sind richtig faszinierend .
      ..
      Die Geschichtswissenschaft geht heute davon aus, dass in diesen Höhlen teilweise durch 10.000 Jahre ein kontinuierlicher Kult ausgeübt wurde.

      Da kann sich die Kirche hinten anstellen !

    • ... es ist mE gänzlich unerheblich ...
      … welcher Rasse oder Geschlechts oder Haarfarbe die Höhlenmaler waren.

      Das ist auch keine Minderheitenposition. Neulich bei einer Lyrikveranstaltung über das „Avendias“-Gedicht von Gomringer, das angebliche Skandalgedicht. Ein gebildeter junger Mann mitte 30 verteidigt den Sexismusverdacht, wichtigte Diskussion. Mehrzahl des Publikums findet das lächerlich, allerdings mehrheitlich 50 + X.

      Wir haben also schlicht das Phänomen, dass wir eine linksgrün fanatisierte und verblödete Jugend haben, allerdings durchaus nicht flächendeckend. Und je länger sie im echten Berufsleben (außerhalb Medien) stehen, umso weniger hält das vor.

      Die gesellschaftliche Lösung kann daher nur sein: 6-monatiger Zwangsdienst bei Aldi, beim Bäcker oder sonst wo, am besten auf dem Land.

    • @sirisee:
      „Die gesellschaftliche Lösung kann daher nur sein: 6-monatiger Zwangsdienst bei Aldi, beim Bäcker oder sonst wo, am besten auf dem Land.“

      Es war ein Versäumnis: als die Wehrpflicht abgeschafft wurde, hätte ein Zivildienst für alle eingeführt werden sollen.

      Und ALLE heißt wirklich ALLE, Männlein und Weiblein und *, und auch jeder, der bundmäßig untauglich wäre. Wer zuhaus Silberkännchen polieren kann, der kann auch in der Krankenhaus- oder Altenheimküche Geschirr in den Spüler stellen, egal was für Haxn der hat.

      Die Verwaltung für den Zivildienst war ja schon da.

      Für Lehrer alle 7 Jahre 1 Jahr Auszeit mit dem Zwang, dann wenigstens 8 Monate irgendwo in der Industrie (oder Aldi, Bäcker, Erdbeerpflücken) zu arbeiten, naturlich auch nur mit der Entlohnung, die da gezahlt wird.

      Dann gäbs in Deutschland vielleicht noch 1 oder 2 grünwählende Lehrer.

      t.


    • … es ist mE gänzlich unerheblich welcher Rasse oder Geschlechts oder Haarfarbe die Höhlenmaler waren.
      Ach, wenn mans Dank neuer Analysemethoden feststellen kann, finde ich das schon sehr interessant. Das mit dem Bronzezeitbegräbnis in Sachsen-Anhalt, wo man dank DNA-Tests herausfand, daß heute noch Verwandte dieses vor 3000 Jahren Verstorbenen in der Gegend leben, fand ich z.B. recht bemerkenswert, wie auch die keineswegs unbedingt „geschlechtsanzeigenden“ Grabbeigaben, die Frau Kuhn aus Freiburg erwähnt, oder eben die Funde in Hallstatt. Wir wissen sehr wenig über die lange vergangenen Zeiten; und man muß immer auseinanderhalten, was man archäologisch feststellen kann (wenig, ab und an durch neue Untersuchungsmethoden aber was Neues), und was Spekulationen oder Interpretationen sind. (Davon abgesehen fand ich Fred Feuerstein als Kind immer sehr lustig, hielt das aber nie für ein Abbild der Steinzeit, sondern für eine -schön klamaukige- Verkleidung der Gegenwart. Schon allein die Autos!!)

      10.000 Jahre ein kontinuierlicher Kult
      Das ist lange. Aber man wird es kaum rekonstruieren können. Und wenn, dann halt auch wieder nur „zeitbrillenabhängig“. Andernseits bin ja immer erstmal skeptisch, wenn Archäologen „Kult“ sagen, denn das scheint mir öfters mal auf Einfallslosigkeit zu beruhen…

    • irgendwo in der Industrie (oder Aldi, Bäcker, Erdbeerpflücken)
      … Leibeigner beim Don.

      t.

  129. Idylle - im jetzt und früher
    Lieber DA

    Das ist ein sehr schöner, liebevoller und besinnlicher Text, nach der vielen Kontroverse wunderbar passend zur Einstimmung auf Weihnachten, dem Fest der Liebe und Versöhnung.

    Besteht die Sehnsucht nach dem einfachen, unverfälschten, idyllischen Leben auf dem Land, das den Münchner Kommerzienrat oder seine Gattin dazu bewog, die Aquarelle als Erinnerung an die Sommerfrische am Tegernsee zu kaufen, und ein Jahrhundert zuvor die französische Aristokratie Gemälde mit Schäfer und Schäferinnen in Auftrag geben liess, nicht fort in all den „Landliebe“-, „Landlust“-, „Landfreude“-, „Land was auch immer“-Zeitschriften, die seit einigen Jahren wie Pilze in einem feuchten Herbstwald aus der Medienlandschaft spriessen?

    Von Öl, über Aquarell zu Print, aber die gleiche zu Grunde liegende Sehnsucht?

    Ich wünsche Ihnen baldige und gute Genessung!

    • Danke.

      Das ist das elend der Massengesellschaft. Ein Ölgemälde kostete damals das Drei-Monats-Gehalt eines Hanwerkers, das Aquarell sicher noch ein Monatsgehalt. Zeitungen werden einem nachgeschmissen. Es ist ganz klar Niedergang.

    • Das Leben ist Flucht
      Wenn Elend herrscht, möchte man raus aus dem schlechten Leben; sind die Zeiten dann viel besser, sehnt man sich nach dem einfachen, bodenständigeren Leben. Das ist das, was Frau Leopold nicht kapiert. Marie Antoinette hatte ihr Petit Trianon, der stressgeplagte Mensch von heute hat sein Hygge.

      Begehrenswert ist stets das, was man nicht hat.


    • In der Zeit konnten wohl so einige vom Malen oder Zeichnen leben… heute recht schwierig.

  130. SPD
    @ Don Alphonso @E.R.Binvonhier

    Stimmt, dass die SPD ihre Wähler verraten hat und dies büßt. Nur sollte man doch irgendwann auch die Bemühungen, etwas wieder zu korrigieren, als solche registrieren.
    Ich gebe zu, es ist teilweise stochern im Nebel und angesichts des Verrats wirkt es oft eher beliebig aber die Erkenntnis ist in Teilen der SPD schon angekommen. Ich bin noch unter den Hoffenden(auch was das Scheitern der Groko-Sondierungen angeht)…

    Und nur mal so: Welche Partei hat in jüngerer Zeit keinen Verrat an ihren Wählern begangen? Aber vielleicht ist es wie in der Liebe: Je größer die Verbundenheit, desto größer der Schmerz über den Verrat.

    • Es gibt genug alternativen zur SPD. Das hat sie noch nicht verstanden. Sie wird es aber noch erkennen.

    • SPD
      Als jemand, für den die SPD vierzig Jahre politisch Heimat war,
      ist Herr Gabriel wie der Wolf der Kreide gefressen hat.
      Die Funktionärs Clique, die die SPD gekapert hat, wird für den persönlichen Vorteil auch noch den letzten Sozialdemokraten verkaufen.
      Wer sich den deutschen Rustbelt von Marxloh bis Dortmund Nordstadt anschaut,
      sieht wie die SPD ihre mit Frau Kraft und anderen ihre Wähler geringschätzt hat.
      Die Karte Özgouz, Chebli et. al hat für den Austausch der Wählerstimmen leider nicht gereicht.Deshalb die Rolle rückwärts. Wird der SPD auch nicht helfen.
      Nach der nächsten Wahl > 15%. Auch SPD Wähler sterben weg oder finden eine
      neue politische Heimat.
      Allen Mitforisten einen schönen Advent.

    • SPD - Vaterlandsverräter
      „Welche Partei hat in jüngerer Zeit keinen Verrat an ihren Wählern begangen?“

      Au weia – Wie kann denn eine Partei ihre Wähler verraten – die machen doch nur Kreuze?

    • ist zwar off topic
      .
      „die Bemühungen, etwas wieder zu korrigieren, als solche registrieren.“
      .
      .
      Registrieren kann man das ja.
      Aber honorieren muss man ja [pure Bemühungen]
      noch lange nicht.

    • Grossartig, cornus!
      „Tja, und wenn schon! Wer hat das denn nicht getan??“

      Nun, die SPD tut das – mit minimalen Unterbrechungen – seit ca. 150 Jahren. Und ist auch noch stolz darauf (‚älteste Volkspartei‘).

      Erkenntnis? Welche Erkenntnis?
      Teilen der SPD? Welchen Teilen der SPD?
      Ach, Sie meinen die Jusos. Richtig.

      Gabriel ist nach eigenen Aussagen gerne Aussenminister weil er dann reisen kann – äh, Zeit für die Familie hat. Es gab mal eine Zeit, da hätte man jemanden vor die Türe gesetzt. Aber jetzt will er weitermachen; und niemand wird ihn hindern. Nahles. Disqualifiziert – ah, sie hat sich selbst disqualifiziert.

      Jemand der 150 Jahre nicht auf den rechten Weg gebracht werden konnte, darf auch gerne als ‚alte Tante SPD‘ Richtung Friedhof verschafft werden.

      Wenn der KoKolores scheitert, dann sicher nicht an der SPD. Die hat ja ihr Hauptanliegen, die Bürgerversicherung, schon aufgegeben. Was bleibt dann noch in Erinnerung? Kostenlose Kita, Rente mit 67 bleibt, Rentenniveau von zukünftig hoch auf 8wieder) 48%, Geld für Macron.

      Schmidt war respektabel als Staatsmann. Er hat allerdings der SPD ein böses Omen hinterlassen: Wer Visionen hat, soll zum Arzt gehen.
      Niemand wählt in diesen Tagen die ‚Visionen‘ eines Weiterwürschtlers aus Würselen. Oder die einer Elfjährigen, der man auf dem Schulhof das Spielzeug geklaut hat.
      Oppermann, Stegner, Scholz? Anyone?

  131. Titel eingeben
    Der Text ist so kitschig wie das Bild. All dies ist zum Kotzen ! Betrug, Täuschung, Intrigen, Heuchelei, … sind an der Tagesordnung. Schon warten die kommenden Gräuel vor der Tür !!! Nibelungen, Nacktheit, Geilheit, … Saufgelade, Gartenlaube, Ignoranz, Orgien, Walhalla, … Hinter den Geranien wächst der Mist !!!
    Jeremias Gotthelf ist eine Misere. Scheinheiligkeit, Aberglauben, Belehrung, … und Vertrauen auf Gott ! Mit Angstmacherei manipuliert man seine Mitmenschen. (Schwarze Spinne). Goethe experimentierte mit seinem URFAUST. Nichts, aber auch gar nichts, kann man daraus lernen. Es bleibt allein der Glaube, der nichts taugt !

    • Schön, dass es Ihnen nicht gefallen hat!

    • Gast @ 16. Dezember 2017 um 14:01 Uhr
      Gast sagt:
      „Nibelungen, Nacktheit, Geilheit, … Saufgelade, Gartenlaube, Ignoranz, Orgien, Walhalla, … Hinter den Geranien wächst der Mist !!!“

      Was haben Sie den eingeworfen?

      Ich will auch von dem Zeug.

    • maciste grüßt den "gast"
      wie ich oben bereits schrieb: jugend ist leidenschaft auch in ihren irrtümern. insofern hoffe ich, daß sie ihrer jugend angemessen schrieben – sollten ihre ausführungen indes emanationen ihrer altersweisheit sein, gibt dies ein schönes beispiel dafür ab, warum wir nicht vorankommen: ewige ideologie bis zum verrecken…

      edler don, obgleich damals wie heute hegelianer, habe ich mich im philosophiestudium stets um das philosophische teilgebiet der ästhetik gedrückt, war mir das doch alles seinerzeit politisch unverwertbar und intellektuell suspekt. in dieser hinsicht blieb ich barbar bis heute. euer text aber, edler don, hat mir sehr gefallen, denn durch die beschäftigung mit einem wie auch immer gearteten gegenstand der vergangenheit wird eine wertschätzung ausgedrückt, entwickelt und manifestiert, welche der gegenwart vor augen führt, warum andere diesen gegenstand einst hervorbrachten und wertschätzten. das ist, was ich im obigen text mit dem heute unterbrochenen genarationenübergreifenden lernprozeß meinte.
      battle on.

  132. Das Foto vom Ruderer hat mich grade voll mittschiffs sozusagen - ehe - berührt.
    Grazie.

  133. Ich finds gut das alle zu Ikea rennen.
    –Das ist das elend der Massengesellschaft. Ein Ölgemälde kostete damals das Drei-Monats-Gehalt eines Hanwerkers, das Aquarell sicher noch ein Monatsgehalt. Zeitungen werden einem nachgeschmissen. Es ist ganz klar Niedergang.—

    So ein Original Bild, ich weiss natürlich nicht wieviel es gekostet hat, ist günstig wenn man bedenkt das es, wenn nichts passiert, länger hält als ein Mensch. Wenn man den Kaufpreis dann auf einen Tag runterbricht sind es ein paar Euro. Für den ästhetischen Genuss. Für die Freude. Man kann es wieder verkaufen oder vererben.

    Auch alte „antike“ Möbel sind günstig und halten ewig im Ggs. zu dem Ikea Schrott.
    Hier stehen sich zwei Weltsichten gegenüber. Die Nomaden, die ihre Zelte ständig abbrechen (müssen), immer der Arbeit hinterher, die Kleidung tragen die nicht länger hält als einen Sommer und diejenigen die in Generationen denken, am Ort bleiben, Werte schaffen. Sammler, wenn sie ihr Leben lang sammeln, haben oft erstaunliche Werte gehortet (Andy Warhol. Sein Townhouse war vollgepackt mit allem Möglichen. Von der Jackson Pollock Zeichnung bis zu einer Sammlung cookie jars, Keksdosen. Alles zusammen viele Millionen wert).
    So entsteht Wohlstand. Generationenübergreifend.
    Der Witz ist das der Don Stil viel am Ende preiswerter ist als der Wegfwerf Müll. Obwohl es auf den ersten Blick anders scheint.


    • Die Trödler und Antiquitätenläden haben sehr abgenommen. Es gibt längst nicht mehr soviel wie noch in den 1980ern.

    • Absolut, fast alle Biedermeiergeschäfte sind aus Schwabing verschwunden.

    • Antiquitäten ... Trödel ... Geschäfte ...
      … dass o.g. weniger geworden sind ist richtig …

      dafür gibt es sehr viel mehr „Floh-Märkte“ (Internet, Zeitung – man muss sich halt durchwühlen) – als vor 10-20 Jahren. In meiner Stadt kann man an jedem 2. Samstag im Monat seiner „Stöber-Lust“ fröhnen – dazu noch einmal im Sommer in der ganzen Innenstadt ein Wochenende lang speziellen „Antik-Verkauf“ – also nur „echte Raritäten“ aus vergangenen Epochen – dieser ist außergewöhnlich gut besucht und ich kann mich jedesmal kaum bremsen vor Begeisterung.

      … manche Sammler meiner Generation verkaufen schon wieder … da sie keine eigenen Kinder haben bzw. keiner die „Schätzchen“ schätzt oder in den hyper-modernen Wohnungen haben will …

      … mittlerweile fehlt mir allerdings der Platz für größere Antiquitäten – alldieweil schon viele geerbt – gekauft – geschenkt wurden …

      … doch kleine hübsche Preziosen finden immer wieder den Weg zu mir nach Hause …

      es ist schlicht ein Genuss die gesammelten Schönheiten zu betrachten und auch zu benutzen – ….

      und nicht nur einmal wurde ich von Besuchern (mit fast neidischem Unterton) gefragt: sag mal, wo hast du DAS jetzt schon wieder her …

      … wie sagt DA völlig richtig: man wird es nur entdecken wenn man genau hinschaut!

  134. kommerzielle Durchmischung
    sehr einfühlsame Bildbeschreibung!
    Aber die Zeiten haben sich geändert zu ungunsten derer, die sie ändern wollten.

    Nachdem nun eine respektable Anzahl von großbauersöhnischen Stöpselhutträgern begriffen hat, dass es im Zeitalter von #metoo extrem gefährlich für den eigenen Besitzstand ist, mit armen Bauernmädels in einem Kahn einsam über den See zu rudern sehe ich für die kommerzielle Durchmischung der bäuerlichen Gesellschaft eher schwarz

  135. @Karl Feinlein
    MILCH? Lassen Sie die bitte weg, dann klappts auch mit dem Darjeeling :) (und den anderen Sorten auch)

  136. Blöde Frage eines Kunstbanausen
    In den Ausschnittsvergrösserungen, vor allem in der vorletzten von oben und dann, wenn man sie selber durch Anklicken nochmal vergrössert, erkennt man eine Struktur, die für mich wie „Leinwand“ aussieht (ich verstehe aber nichts davon).

    Ist das nicht ungewöhnlich, Aquarelle auf Leinwand zu malen? Ich habe beim Auktionshaus „Dorotheum“ in Wien unter „Ölgemälde und Aquarelle des 19. Jahrhunderts“ kein einziges gefunden.

    https://is.gd/dAojJV

    • Aquarellpapier
      Es gibt verschieden strukturiertes Aquarellpapier, von fein bis grob. Ist das Papier zu glatt, finden die wasserlöslichen Pigmente keinen „Halt“ und die Farbe verwischt oder verläuft, wie sie nicht soll. Es gibt ein bestimmtes Aquarellpapier, das eine Leinenstruktur hat.

      Ich hoffe, das war jetzt nicht zu technisch. Der Kunstlehrer meiner Kinder war ein großer Aquarellierer, was meinen Sohn zu produktionsbedingten Wutausbrüchen trieb. Seitdem sehe in Ehrfurcht auf jedes Aquarell, auch wenn es so hübsch ist wie das da oben.

    • Aber nein, nur zu.


    • Das ist Aquarellpapier mit Struktur, das gibt es in Künstlerbedarfsläden siw heute noch (vor 20, 30 Jahren jedenfalls ganz sicher, denn da habe ich solches mal benutzt). Die Papiermasse wird auf einer textilen Unterlage getrocknet, so daß es relativ „rauh“ wird. Glattes Papier eignet sich nämlich nicht gut zum Aquarellieren.

    • Merci Beaucoup
      Danke. Wieder etwas gelernt.

  137. @ Don Alphonso sagte 16. Dezember 2017 um 11:15 Uhr
    „Hm. Heldenabschiede haben ganz andere Motive, da wird der Mann in den Mittelpunkt gestellt. Er dreht sich auch nicht zu ihr um, insofern wüsste ich nicht, was so eine Interpretation belegen sollte. Der 1870er Krieg war in Bayern nicht sonderlich bemerkbar, militärische Sujets prunken meistens mit Waffen.“
    .
    Don: „Meist in Waffen“. Aber Don! Ein Kriegsgemälde von Anton von Werner heißt „Im Etappenquartier vor Paris (24. Oktober 1870), (gefertigt 1894). Ich kann mich nicht sattsehen daran. https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/4/43/Anton_von_Werner_-_Im_Etappenquartier_vor_Paris_-_Google_Art_Project.jpg
    .
    Ein großbürgerlicher Salon, mit Rokokomöbeln (oder Barock) ausgestattet, irgendwo im Südwesten der Enceinte des seit Mitte September 1870 vollständig eingeschlossenen Paris (Kenner nennen Château de Brunoy als Ort)
    .
    Ein Unteroffizier am Klavier, daneben stehend ein singender Offizier. In den Fauteuils, andächtig lauschende Offiziere, leider alles Preußen (die Bayern standen im Süden von Paris, aber nicht weit entfernt). In zweiter Reihe ein Ulan mit Tschapka der sich verlegen einen Finger hinter die Feldbinde steckt, vielleicht weil ihm in der Nähe des Hausmädchens der ausnahmsweise nicht vor den Boches nicht in den Südwesten geflohenen Herrschaften etwas warm geworden ist.
    .
    Davor eine Tochter des Hauses im zarten Alter von etwa 10 Jahren, andächtig dem Gesange lauschend. Eine weitere Hausangestellte, die eine Lampe auf dem Kaminaufsatz präpariert. Vor dem offenen Kamin, ein Offizier des Leib-Garde-Husaren-Regiment mit Pfeifchen im Mund, die Rückseite dem wärmenden Kamin zugewandt (es war ja schon zum Oktoberende). Vor dem Kamin kniend ein Mannschaftgrad, der mit unfachmännisch bereitetem Feuerholz das Kaminfeuer unterhält.
    .
    Dieses Bild strahlt, trotz der lehmverschmierten Reitstiefel der Soldaten, keineswegs das Narrativ der brutalen preußisch-deutschen Soldateska aus, dass die damals auf allen Schlachtfeldern unterlegenen und tief in der Seele verletzten Franzosen, die von Napoleon III leichtfertig in diesen Krieg geführt worden waren, gerne zeichneten.
    .
    In diesem Gemälde wünschte man sich noch einen Weihnachtsbaum hinzu und komplett wäre die Friedensidylle.
    (DdH)

    • Hmmnjaa...
      Warum sollte ein deutscher Maler denn das Narrativ der brutalen preußischen Soldaten erzählen?
      Wenn das Bild ein Franzose gemalt hätte.


    • Wenn man das Bild nicht vergrößert, so daß man an manchen Stellen die Pinselstriche sehen kann, meint man, es wäre eine Farbphotographie.

    • Eine Postkarte für Herrn Macron?
      Ein handwerklich beeindruckendes Bild, zweifellos.

      Ikonographisch dürfte es da und dort Bauchschmerzen verursachen. Ob Sie es bei einem Treffen mit Offizieren der „Brudernation“ präsentieren würden? J’en doute fort.

      Nachdem Le président de la république immer noch auf eine Antwort auf seine „Weltregierungserklärung“ (Welt 26.9.2017) warten muss, weil la chancelière Merkel bis auf weiteres unpässlich ist, dachten Sie doch hoffentlich nicht daran, ihm über diesen Kanal eine kleine Postkarte zukommen zu lassen, um ihm die Wartezeit etwas zu verkürzen?

      Unklar jedenfalls, weshalb genau Sie sich an dem Bild nicht sattt sehen können. Wegen der kunsthandwerklichen Qualitäten? Die sind unbestreitbar auf Akademieniveau.

      Wegen seiner Aussage?
      Realismus („So ist der Krieg in der Etappe“)?

      … oder eher ein Stück politischer Pornografie aus der Zeit Ende des 19. Jahrhunderts, den Gegner schmähend („So haben wir’s dem Franzos gezeigt)?
      Die verbreitete Stimmung damals im Reich der Pickelhauben und gezwirbelten Schnurrbärte – 20 Jahre vor La Grande Guerre und 45 Jahre vor der noch größeren Schlächterei.

      Möchten Sie evtl. einen Beitrag leisten zum Entwurf für einen neuen Traditionserlass? Die Etappenhengste werden wiehern.

      Irgendwelche Reste von Revanchismus, die Ihnen das Bild wertvoll erscheinen lassen?

      Ich unterstelle mal rein historisches Interesse an Fin-de-siècle-Malerei, -Innenausstattungen, -Frisuren- und -Kostümen.

    • vielleicht eher ein adliger Salon,
      werter DdH, aber dieses Bild von Anton v. Werner finde ich auch faszinierend. Friedensidylle mit Weihnachtsbaum wäre vielleicht etwas übertrieben. Ich weiß aus Erzählungen, wie die Schlösser in D und B einer nahestehenden Familie nach diversen einquartierten Kommandaturen (Wehrmacht, US-Armee) ausgesehen haben.

      Ich mache keinen Besuch in Berlin ohne in der Alten Nationalgalerie dieses Bild sowie die großen und kleinen Formate von Adolph v. Menzel zu aufzusuchen. Kompliment für den Verweis auf dieses Bild.

      edSE

    • schau einer die @Sense an
      so ein wortreicher Voodoo, ob man nicht doch vielleicht eventuell unterschwellig ein schlechtes Gewissen aufzaubern könne. Schleich Dich, Incubitus und schreib zur Strafe 500 mal Autobahn!

    • Ach, in Berlin hängt dieses Bild? Vielen Dank für den Tipp.
      Dabei habe ich es erst dieses Jahr gesehen. Und ich gebe zu, es länger als andere betrachtet zu haben. Aber den Ort fand ich nicht mehr im Gedächtnis.

      http://kunstmuseum-hamburg.de/wp-content/uploads/2017/01/Anton-von-Werner-Etappenquartier-vor-Paris-1870.jpg

      Hier ist die Zeichnung davon.

      Leider sieht man den Zwang und die Gewalt, unter der es zu dieser alten Form der Hausbesetzung kam. Unter der Allmacht des Feindes zu sein, bedeutet, sich wohl zu verhalten und vorauseilend Gehorsam zu ahnen.

      Kein schöner Land, wenn es einem nicht mehr gehört.

    • @ Gamskampler
      „Schleich Dich, Incubitus und schreib zur Strafe 500 mal Autobahn!“

      Wie bitte?!

  138. Man weiß wer in der Realität als tatsächlich so lebt wie auf diesen Bildern,
    also gemäss in dieses einen Bildes in Ausschnitten, der wird gegebenenfalls antipodisch dazu Filme, wie bei ‚Vice‘ mit dem Titel ‚Fetish Fight Club‘ zu sehen, interessant und bemerkenswert finden -und dies auch öffentlich kommentieren und öffentlich darüber reden wollen.

    Während man solche, die vermutlich so leben wie die Herren aus dem ‚Fetisch Fightclub‘ – und auch gerne so sind, es spricht alles dafür – umgekehrter Weise wohl eher den Ausblick ins Biedermeier erwägen würden und sich gerne dergestalt an der Idylle erfreuten, die sie so aus eigener Erfahrung garnicht wirklich selbst kennten.

    Nichts Neues also unter der Sonne, hier ist das Internet, hier ist die Menschheit am Werk, hier gibt es weder Geheimnis noch Verstellung.

    Und ok, Verstellung gibt es schon noch. Aber man sieht sie selbstverständlich immer, gar kein Ding. Wir sind das Spielfeld.

  139. wann kommt die KULTURREVOLUTION zu den regimetreuen Medien ?
    werter DdH……………

    wie schön, dass ihnen das Bootshaus des RV Albatros so gut gefällt………..mir war es noch nicht vergönnt, dort anzulanden, geschweige denn von einer netten Fischerin dort begrüsst zu werden.

    was noch ist, kann noch werden, auch in 2018 findet ja im Herbst die „Rose vom Wörthersee“ statt und es juckt mich in Händen und Füssen mir die 16 km vor die Brust zu nehmen…………..fraglich ist ja immer, ob und wie mann oder frau ankommen.

    leider sind keine Fahrten im Verlobungseiner ausgeschrieben………

    und für alle, die in den Kanon der Kritik der regierungsnahen Medien auch wie ich zustimmend einstimmen:

    „es gibt keine einzelnen Medien, sondern die Medien sind im Verbundsystem geschaltet“

    dies aus der post-Luhmann und post-Habermas Epoche als Geistesblitz aus der Schnellfeuerwaffe von Friedrich Kittler (slg.)……………..mehr dazu würden wir gerne lesen, auch von Gumbrecht wenn es sein muss im

    MUTTIHAT150MIOVERSEMMELTMUTTERKUTTER

    • Bildungsaufträge
      Von einem Geisteswissenschaftler wird heute allenfalls noch eine Haltung, aber keine Theorie mehr erwartet. Die ganze Leidenschaft erschöpft sich im Verfolgen einer Agenda; bei findigeren Leuten, wie Kittler, hatte diese noch mit ihrem Fach zu tun, die anderen wenden sich gleich der Tagespolitik zu und heulen dann rum, wie diese amerikanischen Studenten, bei der Wahl Trumps oder schlagen um sich, wie unsere hochschulgebildeten Antifaschisten.

      Nun haben sie aber auch einen schweren Stand, die GeWis, wo doch alles und sein Gegenteil stets möglich ist, etwa so wie die Kursbewegungen an den Finanzmärkten, nur eben nicht die Überwindung des Kapitalismus aus einer philosophischen oder ökonomischen Anstrengung einer humanistisch inspirierten Kritik. Auch nicht die Überwindung der Geschlechterdifferenz zugunsten der Frau und sieben weiterer Geschlechter. Nicht einmal ARD und ZDF verschwinden, obwohl man die mediale Topologie im Verbundsystem doch immer auch anders verschalten kann, in immer neuen und anderen und bunteren Graphen. Ihr Geist lebt einfach weiter, ihr „Bildungsauftrag“ und er wabert so herum durch das lang andauernde Ende des Landes der Deutschen.

  140. SPD II
    Hmmm…

    Ich sehe gerade keine Alternativen (obwohl ich meinen Genossen diesmal an der Bundestagswahlurne die Zustimmung verweigert habe).

    Noch kurz zu Gabriel. Er wird immer viel gescholten, ist aber derjenige, der wenigstens mal etwas wagt und auch querdenken kann. So war der z.B. der einzige Politiker, der damals mit den Leuten von Pegida geredet hat. Er ist dann zurückgepfiffen worden.

  141. Postkartenidyll
    Die Idee mit Klagenfurt und dem k&k-Leutnant auf Urlaub ist reizvoll, aber die Berge sind dort etwas weiter entfernt. Die zweite Spitze von links könnte es sein:
    http://www.schliersee-bayregio.de/bilder/schliersbergalm-schliersee.jpg

    Aber die Berge sind nicht das Einzige, was schlecht gemalt ist. Am schlimmsten ist die Perspektive. Sie müsste ja etwa im fünften Stock stehen, um den Mann als solchen Wurzelsepp wahrzunehmen.
    Also verdient es eine Interpretation: Heute wäre das leichter, Darstellung eines weißgesichtigen Freiers als Wurzelsepp.
    Aber sagen wir mal, der Maler war auch scharf auf sie, also malt er sie groß und den Freier klein und schenkt ihr hinterher das Bild.

    Aufhängen würde ich es auch, denn es ist durchaus schön, trotz der Mängel, schöne Farben. Ein bekannterer Postkartenmaler hätte es auch hingekriegt.

  142. .
    Mich macht ja so ein Bild schwach,
    deshalb hab‘ ich mir all die lyrischen Kommentare erspart
    und mir inzwischen das Video
    „Bimbes – Die schwarzen Kassen des Helmut Kohl.“
    angesehen.
    OMG!

    Was für ein gnadenloser Machtmissbrauch!
    Flick war die Mafia … > aber bei uns!

    Angela Merkel hat dann ziemlich cool den cut zu
    H.Kohl ‚geschafft’ und dieser Mut verdient Respekt!

    Doch entgegen ihrem Lieblingsgedicht
    „ Stufen … von Hesse“ klebt sie
    nun genau so wie der von ihr ausrangierter Übervater,
    an der Macht!
    Wie kann sowas möglich sein?

    Merkt sie denn nicht – ist sie betriebsblind wie einst Kohl-
    dass bald auch ihr (Rest-) Image zerstört sein wird?

    Doch der Gerechtigkeit halber:
    Ist SIE daran allein schuld?

    IMMER gab/gibt es nur es ein Grummeln aus der
    CDU …über die Aufweichung des Erscheinungsbildes,
    und all diese modernen Veränderungen … blablabla

    Jedoch hatte NIE ein potentieller Anführer
    die Cojones
    all die Enttäuschten um sich zu scharen und
    dieser Fingernägelfresserin Paroli zu bieten!

    Sie sind alle abgehauen!
    Ostentativer Eigennutz!
    Daher:
    Schämt euch ihr CDUler.

  143. Wir müssen den FÜHL-DICH-SCHLECHT-Menschen das Heft aus der Hand schlagen !
    ..
    .
    . Ich bin wahrlich schon ein angestaubtes Semester, aber ich bin etliche Jahre nach ’45 auf die Welt gekommen, und ich lasse mir, Verdammich,

    nicht den Zweiten Weltkrieg umhängen.

    Ich bin nicht schuld, nicht schuldig, daher, wie der Dichterfürst seinen Götz sagen läßt…….

    Menschgemachter Klimawandel, ausgemachter Mumpitz- ABER -ein Milliardengeschäft !

    Was ist schon wissenschaftliche Ehre gegen GELD ? Nix !

    Ebenso der Femi-Schneeflöckchen-Idiotismus.

    Ich werde nicht anlaßlos physisch gewalttätig, und wenn ich halt mal was sage, was wem anderen nicht paßt- NA UND !

    Ich esse Fleisch, öfter mal mehr als ein Kilo am Stück, und habe kein schlechtes Gewissen.

    wenn ich etwas besorge, dann mit dem Auto-was sonst ?

    Einen Hubschrauber kann ich mir nicht leisten, und bei uns kriegst eh nie eine Außenlandegenehmigung .

    Ich bedaure, dass andere Länder ihren Einwohnern weniger Möglichkeiten, und weniger Sicherheit bieten, als mein Land vor noch ein paar Jahren,

    aber ich will die nicht bei mir haben, und habe kein schlechtes Gewissen, JEDEN dorthin zu schicken, wo er herkommt, sonst halt dorthin, wo der Pfeffer wächst.

    Und ich denke, dass die meisten meiner echten Mitbürger, mutatis mutandis,

    genauso denken.

    Keine Macht den Fühl-Dich-Schlecht-Menschen !
    Geht hin, wo der Pfeffer wächst, oder auf den Mond !

    • Herr Moser, bei aller Sympathie, wirklich,
      und auch ich schlage mal über die Stränge, und bei allem was gut ist und gut schmeckt, bitte, mehr als ein Kilo Fleisch auf einen Schlag, also das würde ich doch einmal überdenken.
      Nicht wegen der Natur, oder Tiere, oder irgendwas anderem Moralischen.
      Es muss sich nicht gleich um Kaninchenhunger handeln, aber solche Mengen belasten einfach den Stoffwechsel, insbesondere die Nieren.

      Sollten Sie das alles *wissen* und dennoch billigend in Kauf nehmen, nehme ich natürlich alles zurück und wünsche weiterhin ‚Guten Appetit!‘.

    • Pfeffer in Frieden lassen
      Herr Moser,

      Sie sind nicht der einzige, der so denkt. Mit mir sind wir bereits zwei.

      Das mit der physischen Gewalt, daß steht mehr und mehr zur Debatte.

      Bitte nicht dahin schicken, wo der Pfeffer wächst. Ich benötige Pfeffer zum Kochen und Wursten. Somit bin ich auf Frieden in den Pfefferanbauländern angewiesen.

      Viele Güße aus dem trachtenarmen Franken. Hier war aufgrund der wirtschaftlichen Lage in den vergangenen Jahrhunderten eher Arbeitskleidung die Tracht, auch an Sonn- und Feiertag. Das haben nur viele Vergessen. Zwei bis drei Jahrzehnte in besserer Einkommenslage lassen viel Wissen verrinnen.

    • Blanker Unsinn, Herr Dippel, habe gerade
      .
      .
      .
      am Dienstag meine Laborwerte bekommen, Nieren topfit.

      Lassen Sie sich vom Veganismus nicht ins Grünzeug jagen ,

      ein Mann braucht ein Trumm Fleisch, und irgendwas drumherum.

      Ich muß noch ein wenig nachdünsten, weil es gestern hochprozentig war, dann gibt es eine Pfanne voll Bratwürstel, vier Spiegeleier, schönen Käse und echtes Brot,
      abends hat mich eine Freundin zum Essen eingeladen, in ein feines, traditionelles Wirtshaus,

      muß nicht immer Restaurant sein, draußen schneibds, aber ich werde kein Auto ausschaufeln, weil die Freundin holt mich ab, und ihrer steht in der Tiefgarage .

    • .
      Ihr Eskapismus sei Ihnen gegönnt, doch bitte ohne um sich zu schlagen.

      Der Streit zwischen Stoikern und Epikureern dürfte älter als unsere bekannte Geschichte sein, es werden deshalb weltweit Kriege geführt. Unser Kulturkreis gedenkt eines Vorbildes, das den Erzählungen nach versuchte ein neues Prinzip einzuführen: Vergebung.

      Eine besinnliche Vorweihnachtszeit und einen schönen 3. Advent allseits.

    • Umso besser, Herr Moser!
      Da bleibt mir nur, tatsächlich den Guten Appetit zu wünschen, und viel Spass heute Abend!

  144. Ach, was für ein hübsches Aquarell haben Sie da erworben!
    Herzlichen Glückwunsch! So etwas passt ja gar vortrefflich in die Küche, an die Wand wo auch der Kupfertopf zum Marmeladenkochen hängt oder in die Nähstube, in der die Töchter des Hauses Tischservietten mit Initialen oder Familienwappen besticken. Sogar der Platz im Salon über dem Klavier gegenüber dem Kamin wäre angemessen. Aber halt, da hängt ja schon das Bild mit dem Flöte spielenden Friedrich II. …

    Also, wenn ich Bilder an die Wand hänge, dann kommt es mir nicht darauf an, ob das nun Kunst ist oder ob irgendwer bereit wäre viel Geld dafür zu bezahlen, sondern ob ich mich mit dem Bild wohl fühle. Und mit diesem Bild würde ich mich schon wohlfühlen. Ich hab ja auch in meiner Computerecke, den Carl Larsson Kalender von der Stadtapotheke hängen. Und weil es bei den Apotheken schon seit ich Kind war diese Carl Larsson Kalender gibt, gehe ich davon aus, das derartiges nicht so ganz weit am Geschmack der Leute vorbei geht.

    Ach und was heißt hier verlogener Kitsch? Was ist den nun Wahrhaftiger: Das Aquarell mit der Fischerin aus dem 19. Jahrhundert oder die aktuelle Fotografie unseres Bundespräsidenten beim Entzünden der Kerzen eines Chanukkaleuchters?

    Bei zeitgenössischen Operninszenierungen beispielsweise, habe ich im Übrigen auch öfters den Eindruck mit Gefälligkeitskunst für zahlungskräftige Geldgeber konfrontiert zu werden bei der Anbiederung ganz klar die Originalität schlägt.

    Ein schönes Bild, ein schöner Text. Danke dafür!

    • Danke, es kommt in den Eingangsbereich am Tegernse.

      „oder die aktuelle Fotografie unseres Bundespräsidenten beim Entzünden der Kerzen eines Chanukkaleuchters“

      Da haben Sie auch recht.

  145. Natürlich.
    Bei uns gibt es – ausser in Küche und Bad – kein MDF. Nur echtes, volles, Holz.
    IKEA hin oder her, Kriterium ist Vollholz. Punkt.

    Und die Preise sind wirklich nicht hoch, wir haben manches das noch unter IKEA-Preisen kostete. Es hält nur viel länger, und liesse sich sogar (Nomaden!) wenn man weiss wie, leichter und öfter auseinandernehmen (ohne Schrauben und Nägel). Glücklicherweise kenne ich mich da ein wenig aus.
    Leider kann ich das bei Bildern nicht sagen. Ob 20 € oder 2000 € sehe ich dem nicht an. Und frage mich, wie man das wohl lernen könnte, ausser man studierte Kunstgeschichte.?

    • Das vermaledeite IT-Problem.
      Das passiert, wenn man angeblich zu schnell schreibt, Browser rückwärts, nochmal abschicken. Dann wird der Post unterhalb angehängt, nicht da wo er ursprünglich stand und hin soll.

      My apologies!

  146. Bleiben Sie dran - gleich geht es weiter
    Zwar ohne Happyend (wie man’s nimmt), aber trotzdem mitreissend: Anhand der Geschichte von „Liane und Pierre“ aus der Essaisammlung „Kunstakkorde – diagonal“ von Heinz P. Adamek erfahren wir, wie sich die Gattinnen der Stützen der Gesellschaft im Wien der vorvergangenen Jahrhundertwende ihre Fadesse vertrieben. (als pdf in der ÖNB)
    Als Soundtrack diverses vom allseits unterschätzten Joe Henry – als Einstieg gleich dick aufgetragen – Scare me to death.
    Und für ganz Hartgesottene Russisch, echt russisch: https://www.youtube.com/watch?v=kkYWUxkG5QU
    Besinnlichen Sonntag!

  147. Idylle in der Winterlandschaft?
    Die Bayern an sich, und die Niederbayern im Besonderen, haben, was bayerische Politiker angeht, schon häufig eine große Frustrationstoleranz bewiesen aber beim Brauchtum verstehen sie keinen Spaß. Denke mal die CSU arbeitet langfristig auch am Projekt 18, die SPD ist da ja schon weiter.
    Ausnahmsweise mal ein Link dazu.
    http://www.pnp.de/lokales/stadt_und_landkreis_passau/passau_stadt/2769305_Furchtbar-fader-Auftritt-Strenge-Auflagen-fuer-Perchten-in-Passau.html

  148. Schliersee-Story
    Sie steht wie auf Ballerinas. Daher soll es an Romeo und Julia erinnern. Hoffentlich kamen die Moserets und die Huberues miteinander aus.

  149. Schön, dass es Ihnen nicht gefallen hat! D. A. Antwort auf Gast, Lametta kann zwischendurch helfen
    Da muss jemand die Kunst, den Glauben, Goethe … einmal sehr ernst genommen haben – oder noch sehr jung sein und an Ihnen ingrimmig vorbei lesen wollen. Hoffentlich keine verlorene Seele.

    Andererseits gibt es auch Menschen, die Kunsthonig, sogar Fernseh-Krimis, z. B. die Sonntagsabendreihe Tatort für so überwältigend halten, dass sie nach den Verfassungsschutz rufen:

    „Christian Buß: Warum noch mal beobachtet der Verfassungsschutz die AfD nicht?“ (zur Zeit auf Zeit-online, unter Tatort).

    Ist das schon „Oktoberclub“ (sag mir wo Du stehst und welchen Weg Du gehst) oder nur die Steigerung seiner AfD-Verachtung und Hate-Speach am Zeit-Tatort-Stammtisch?

    Oder sollte man Christian Buß verdonnern mehr Dokus statt Unterhaltungskunst zu sehen? Z. B. über Amri (rbb) oder mal in den NSU-Prozeß incl. angeschlossener Aufarbeitungskommisionen in den Länderparlamenten zu lauschen, um zu einer realistischen Meinung von der Leistung von Geheimdiensten zu kommen?

    Oder wird Christian Buß gar vom Verfassungsschutz zur Image-Politur bezahlt?

    Journalismus kann man sehr mißverstehen.
    Letztendlich ist Ihre Meinung, sehr geehrter Don Alphonso, – man muß ihn sich leisten können – sehr realitätshaltig und kein schlechtes Lebensmotto.

    Sie erwähnten Frau Burmester. Sie war für mich – als ich den Parteiauftrag an die FAZ-Leser von Frank Schirrmacher folgte, von Linken zu lernen, der Kapitalismus hätte die Antworten nicht – eine Entdeckung bei der Taz.

    Burmester verstand die Welt nicht mehr als Deniz Yücel von der Taz zur Welt von Axel Springer wechselte.

    Idealismus muß man sich auch leisten können. Aber ausgerechnet im Berufszweig Journalismus?

    Dort wo Kunst und Kunsthonig zur Waffe, Häme, Hetze und Zersetzung werden kann?
    Wäre schön, wenn sie sich wieder fängt – es wird kaum im Journalismus sein.

    Plaudern, Bildbetrachtungen, Biedermeier, selbst im Dirndl…sind dagegen revolutionär ,gern auch mit einer besonders reaktionären Jahresendflügelfigur und ganz gegen meinen Vater, dem Weihnachtsbaumschmückkünstler: auch mit viel Lametta.

  150. "eher Kitsch"
    Mit etwas Essenz und Poesie kann das eine hohe Kunst sein. Im Zeigen von Frau und Mann lässt sich geradezu großartiger Kitsch machen.

    Die vielen, die es nicht zu solch netten Gemälden brachten, konnten ihn später im Film finden, wie das ikonische „Here’s looking at you, kid“ (Bogart/Bergman). Wäre vielleicht heute einen Aufschrei wert.
    (Für alt-weiß-übergriffig-schleimig, poetisch fiele mir ein: Dourif/Otto als Grima Wormtongue/Éowyn, „Leave me alone, snake!“ – „But you are alone.“)

  151. Titel eingeben
    Bester Herr Moser: Ich verstehe Ihren Wutanfall. Nur erlaube ich mir, auf einen Umstand hinzuweisen. Als ich Abitur machte (1969) gehörte ich zu 5 % der Schulabgänger. Heute machen 50 % der Schulabgänger ihr Examen mit „Hochschulreife“. Sind alle diese Schüler gleich talentiert?
    Wenn man sich ansieht, wie im „akademischen Mittelbau“ mit Zeitverträgen, unbezahlter Arbeit und so weiter herumgesaut wird, dann frage ich mich: Warum habe die Exploitierten längst nicht eine Gewerkschaft gegründet? Wie die GDL bei den Lokführern. Ist doch ganz einfach.Wenn die DGB-Gewerkschaft nicht aus dem Quark kommt, macht man seinen eigenen Verein auf.

    Ich fürchte, die hoffen alle noch auf ihre Professorenstelle. Wenn wir in der Landeshauptstadt von NRW einen qualifizierten Klempner brauchen, kommt der heute 100 km aus Borken in Westfalen angerodelt (mit entsprechenden Preisen). Weil wir hier keine Handwerksausbildung mehr haben. Die Realschüler raffen die Themen nicht mehr. Hauptschulabsoventen sind Futter für Amazon, DHL, DPD, GLS, K&N und wie die Leuteschinder alle heißen zum Austragen von Paketen.
    Da ist das Bild vom D.A. doch richtig schön. Ich habe in Bayern noch miterlebt, wie der zweite Sohn vom größten ortsansässigen Bauern die Tochter des Schmieds mit angeschlossener Trecker-Reparatur geheiratet hat. Die Tochter war selber Schmiede-Meisterin. Also nichts mit Kochtopf und dergleichen. Wer hütete die Kinder? – Die Großeltern.
    Und, wie ich das heute beobachte, sind die Kleinen auch alle Schmiede, Mechatroniker (da ist die Landtechnik weiter als beim Pkw). Und der Spaß ist: Von denen hat keiner studiert. Die verdienen sich dumm und dämlich, oder besser gesagt: sie können Dinge, die der Genderforscher*in völlig fremd sind.

    • sie können Dinge, die der Genderforscher*in völlig fremd sind, ...
      … die Kinder der Schmiedin und des Bauern.

      Glückwunsch der Dorfgemeinschaft!

      Sie werden dort noch länger Inseln der produktiven Kompetenz vorfinden, allerdings wird der Sumpf des „Gerechtigkeit“- und „Inklusivitäts“geschreis und -geschreibsels weiterhin versuchen, diese zu verschlingen…

    • Spaßeshalber
      kann man mal nach den Namen „Gerg, Ertl und Willibald“ und Lenggries oder Tölz googeln.

      Kaum einer hat studiert, trotzdem gehört den Riesensippen das halbe Isartal zwischen Lenggries und Tölz, wenn nicht mehr.

      Sie sind größtenteils Handwerker, und zwar im eigenen Betrieb.
      Unterhält man sich mit ihnen, hört man, anders formuliert, ein „und das ist gut so.“

  152. Eines Ihrer besten Beiträge, Don A.
    Ich bemerke, wie ich seit Wochen regelmäßig an Ihrem Blog hängen bleibe. Die Kulturrevolution mit dem Dirndl war bisher eines Ihrer besten Stücke. Detailgenaue Deutung der Bildelemente, kulturkritische Anmerkungen, die ich weitgehend teile. Sehr schön. Weniger schön ist, feststellen zu müssen, was sich im Kommentarteil so alles tummelt an unschönen Zeitgenossen mit teilweise unschönen Beiträgen.

    • ...und manche der unschönen schreiben ihren Nick
      .
      .
      ..
      in kyrilischer Schrift .

      Sakra aber auch !

    • ... genau ...
      … der Versammlungsort des dunklen Deutschland. Schön dass das mal anständig gesagt wurde.

      Tegernsee und Schliersee waren stark naasiverseucht und gerüchteweise gehen die noch heute gern nach Bayreuth und treffen sich im Fechtraum des Corps Teutonia. Daher soll angeblich auch das Aquarell stammen und die Kornblume steht dafür. Die Rückseite hat der Bormann-Intimus (… Ähem, keine falschen Behauptungen, bitte!).

  153. @Thomas, Papagei, Erfurter, Uwe Dippel und RudiMeergans
    Ich stimme Ihnen allen mehr oder weniger zu. Natürlich war es auch mir klar, dass sie als Bedienung in dem Café freundlich zu den Gästen sein muss. Und ich habe mich – wie schon angemerkt – sehr lange damit zurückgehalten, ihr – das mag jetzt kitschig klingen – meine Gefühle zu gestehen, weil ich mir eben gedacht habe, dass da viele, viele Gäste sind und es sicher nicht wenige gibt, die ihr Glück bei ihr versuchen und sie damit nerven/belästigen. Ich wollte sie nicht belästigen/bedrängen.

    Wie ich aber auch schon angemerkt habe, habe ich Details wegegelassen. Details, die erklären würden, warum ich den Eindruck hatte, dass sie nicht nur deshalb nett ist, weil es zu ihrem Job gehört. Und Details, die erklären würden, warum ich mich letzten Endes doch dazu entschlossen habe, ihr – Achtung: noch einmal der Kitsch von oben – meine Gefühle zu offenbaren.

    Zum Tipp: Der Tipp ist gut. Ohne wieder groß auf Details einzugehen, muss ich gestehen, dass ich durchaus zu dieser Sorte Männer gehöre, die sich auf die Suche begeben und sich durch nichts aufhalten lassen. Zwei Begebenheiten könnte ich dazu anführen. Beide endeten aber nicht in ‚happy endings‘, eine endete sogar leider sehr, sehr, sehr traurig.

    Aufgrund dieser Erfahrungen muss ich daher jedoch inzwischen eher sagen: Ich habe zu dieser Sorte Männer gehört.

    Das auch deswegen, weil ich heutzutage auch nicht mehr einzuschätzen vermag, ob man es mir nicht als ‚Stalking‘ auslegen würde. Und im konkreten Falle der Dame aus dem Café: Sie hat ja gesagt, dass sie mir ihr Herz nicht geben könne (also ein lautes und deutliches „Nein!“). Das respektiere ich. Das ist ja auch nicht das Problem.

    Was ist dann das Problem? Oder was sind die Probleme? – Natürlich ist das ein Problem, wenn man in jemanden verliebt ist – und die/der ist von heute auf morgen nicht mehr da. Was aber vielleicht noch viel mehr schmerzt: Uwe Dippel schreibt, ich sei nicht Harvey Weinstein. Als ich aber das neue Gesicht im Café entdeckte und mir klar wurde, dass sie spurlos verschwunden ist , war es wie ein Schlag ins Gesicht, weil für mich als Botschaft erst einmal rüberkam: Ich bin froh, dich alten notgeilen Sack nicht mehr bedienen zu müssen. Endlich bin ich dich los.

    War ich also – um Selma Hayek zu zitieren – „ihr Monster“ gewesen?

    Nach vielem Nachdenken glaube ich aber nicht, dass sie meinetwegen gekündigt hat. Ich denke, dass es schon länger von ihr geplant war, den Arbeitsplatz zu verlassen. Ich hoffe es, weil sonst…

    Zu prägenden fiktionalen Frauenfiguren aus der Kindheit sei angemerkt, dass es bei mir Yoko Tsuno und das Aschenbrödel aus „Drei Haselnüsse für Aschebrödel“ waren.

    Allen einen schönen dritten Advent!!

    • Ten mistakes
      Falls Du Englisch kannst: Schau Dir das Video auf Youtube an. Der Typ weiss wovon er redet:

      Top 10 Mistakes Intelligent Men Make With Women von 21 Studios

  154. Die und ihr Twitter und ihr schattenloser Traum
    „Die Einzelkämpfergesellschaft sieht die Beziehungssache auch eher pragmatisch und frei von zartromantischer Färbung, aber dafür durchaus unter dem Aspekt der Nützlichkeit und Effizienz.“

    Die Einzelkämpfergesellschaft wäre so etwas überhaupt nicht gewachsen:
    https://www.welt.de/vermischtes/article171025688/Papa-ich-will-nicht-mehr.html
    Leider auf Plus, und in diesem Fall finde ich das verurteilenswert, denn jeder Arzt sollte darüber lesen und es in seinem Hirnkastel-Raritätenkabinett speichern. FAZ?
    https://www.tagblatt.de/Nachrichten/Der-tapferste-Junge-341376.html

    So etwas lässt sich nur mit Familie brüchig durchstehen. Eine Egomanengesellschaft ist kein Fortschritt.
    Romantik ist am Anfang, dann sagt der Priester „In guten wie in schlechten Zeiten“, aber nur wenige wollen das noch bedenken.

    Falls einer Plus hat, lege er Taschentücher bereit.

    • @Oberländer
      Danke, Oberländer, für diesen Aspekt der schlechten Zeiten.

      In Patchwork-Zeiten, in denen ein Flicken gern schnell mal durch einen anderen ersetzt wird, hat das Gewebe, das Gruppen zusammenhält, kaum noch Stabilität, im Gegenteil, es ist fadenscheinig.

      Solange mir niemand tragfähige Konzepte bietet, und damit meine ich vorlebt, die schlechten Zeiten mit möglichst wenig Leid zu durchstehen, ist die spießige, verantwortungsvolle Familie für mich konkurrenzlos.
      Also quasi die Waltons, ins Jetzt transportiert.

      Aus dem Bekanntenkreis kenne ich leider einige extrem abstoßende Beispiele, wo jede Belastung skrupellos auf andere abgewälzt wird, das Ganze unter Preisgabe jeglicher Menschlichkeit und jeglichen Verantwortungsbewusstseins.

  155. Werter Otto Moser ....
    S chlechtfühlen P rägt D eutschland
    .
    C hristen D roht U nterwerfung
    .
    …. das ist der vom DE Wähler bestätigte Regierungsauftrag.

  156. Fantastischer Text. Vielen Dank.
    Ich freue mich sehr über diese Bildbetrachtung. Es ist schon wahr: Viele Dinge, die reizvoll sind, wenn sie nur zart angedeutet werden, verlieren an Attraktivität, wenn sie in aller Offenheit ausgeweidet werden. Es scheint wirklich so zu sein, dass unsere Kultur, die nur noch den Tabubruch kannte, jetzt eifrig daran ist, neue Tabus aufzurichten.

  157. Kontrast: Böcklin
    Für mich sind das keine Gegensätze, romantische Episoden mit bürgerlicher Perspektive und andererseits twitternde Egomaninnen. Es sind Randerscheinungen des Lebens, das Romantische eine Teilkomponente eines Beziehungslebens.

    Ich denke hier an Arnold Böcklin, verheiratet, 14 Kinder, acht davon früh gestorben, „Die Toteninsel“, „Die Pest“. Das nicht unbürgerliche Leben eines Genies, das viel verliert, zwischendurch an Typhus erkrankt, einen Schlaganfall erleidet.
    Dass Hitler die dritte Toteninsel erwarb, dafür kann Böcklin nicht.

    Wer den zeitgleichen Böcklin betrachtet, kommt zu dem Schluss, dass Kunst nicht gefällig sein kann, um dem Dekor zu entfliehen.
    Allerdings haben die Haider/Liebl/Thoma einen historischen Wert. Die Toteninsel sagt nichts darüber aus, wie Menschen damals lebten.

  158. Das Opferfest der Muslime
    beginnt in diesem Jahr früh:
    http://www.spiegel.de/politik/ausland/pakistan-mehrere-tote-bei-selbstmordanschlag-auf-kirche-a-1183753.html
    .
    Disclosure: das christliche Weihnachtsfest ist weltweit das eigentliche „Opferfest“ der Muslime: hier schlachten sie die meisten Christen.

  159. @ Rheintochter sagte am 16. Dezember 2017 um 21:20 Uhr
    „Aide-mari
    Das ist ja mal ein großartiger Begriff. Den kannte ich bis jetzt nicht, werde ihn aber umgehend in meinen Wortschatz aufnehmen.
    Merci.“
    .
    Wenn Sie sich da mal nicht vertun. Wie der Börsenwert eines Unternehmens ins Nichts fallen kann, das bisher mit allen Spielarten von „aide-maris“ am Markt war, können Sie aktuell beobachten. Frau scheint sich gleichgeschlechtlichem Ersatz zuzuwenden. Für „Mann“ auch nicht ganz ohne Reiz, wenn nicht gerade Fett in ohne Leggins (Brrrrrr, da war doch diese Werbung mit der Tätowierung am straffen Achtersteven einer 18-jährigen und einer 60 jährigen Dampfnudel mit erheblichem Faltenwurf, haben Sie´s gesehen?)
    .
    Tommi Ungerer lässt ussem Ällsess grüßen, mit mechanisierten Abarten von aide-maris.
    Außerdem: Man kann ja mal darüber reden. https://www.youtube.com/watch?v=MbZsZi-qqok
    (DdH)

    • Übrigens
      Weil die Engländer früher im Sprechfunkverkehr „M’aidez“ (Helfen Sie mir) nicht verstanden, heisst es heute „Mayday“.

  160. Monsieur @ Sense
    Leider habe ich keine Zeit für eine ausführliche Antwort, da ich auf dem Sprung nach Stuttgart bin (@ Django: gleich näben Max-Eyth-See)
    .
    Monsieur, vous en doutez? Ich wollte nur zum Ausruck bringen, das neben all´ den patriotisch daher kommenden Auftragsarbeiten mit viel Blut und Griffen der rechten Hand ans Herz auch durchaus besinnliche Werke zustande gekommen sind. Wie hier das gezeigte, das darauf hinweist, dass der Preuße kein Brudervolkmenschenfresser war.
    .
    Sie sollten sich einmal Fontanes Kriegsberichte über die Aufnahme des Kronprinzen und seines Gefolges im Hause des Schwiegersohns der Witwe Clicquot zu Gemüte führen. Oder andere Beispiele von cantonnement preußischer, württembergischer, mecklenburgischer, hannöverscher….Soldaten. Da war nur selten Hass im Spiel. Schlechtes Comportement der Deutschen zu unterstellen war Teil der franz. Kriegsführung.
    .
    Oder hätten Sie lieber ein Gemälde von Alphonse Neuville gesehen, wie https://de.wikipedia.org/wiki/Alphonse_de_Neuville#/media/File:AlphonseNeuvilleFriedhofSaint-PrivatL1100806_(2).jpg
    .
    Oder die die Darstellung der „dernières cartouches“, „Die letzten Kartuschen“: die Verteidigung der Auberge Bourgerie im Kampf um Bazeilles bei Sedan am 1. September? (Don übrigens, das waren die Bayern). https://de.wikipedia.org/wiki/Alphonse_de_Neuville#/media/File:Alphonse-Marie-Adolphe_de_Neuville_-_Les_derni%C3%A8res_cartouches_(1873).jpg

    Eine Salon-Szene, die vollkommen abweicht von der friedlichen Darstellung meinem Kaminzimmer.
    .
    Wer hier schon länger mitschreibt wird bestätigen, dass ich hin und wieder ein Frankreich-Kritiker bin, mit Revanschismus aber absolut nichts am Hut habe. Auf die politischen Anspielungen zu antworten habe ich leider jetzt keine Zeit.
    MfG (DdH)

    • „Etappenquartier"
      Um es kurz zu machen: das „besinnliche Werk“, wie Sie es bezeichnen, ist ein zeittypisches Stück deutschen Chauvinismus‘ von der Sorte, die zu den nachfolgenden beiden Katastrophen erheblich beigetragen hat.

      Dass man sich 125 Jahre später und um zwei verheerende Kriege erfahrener, an so was „nicht satt sehen kann“, ist schon beachtlich.
      Ihre Antwort lässt bedauerlicherweise offen, ob die Bewunderung für den Schinken sich allein auf die ästhetischen Aspekte der Malerei erstreckt.

      Fontanes „Kriegsgefangen. Erlebtes“ steht hier (gelesen) im Regal, aber ich will Ihren Literaturhinweis gerne erwidern und empfehle stattdessen die Lektüre von Nietzsches „David Strauss. Der Bekenner und Schriftsteller“. Falls nicht gleich zur Hand, gibt’s den Text auch online bei DGDB (2 Seiten):

      http://germanhistorydocs.ghi-dc.org/sub_document.cfm?document_id=1771

      Von zusätzlichem Interesse ist der Aufsatz auch deshalb, weil Nietzsche lange vor Aydan Özoguz – die sich nie auf ihn berufen hat – Zweifel am Vorhandensein einer – einheitlichen – deutschen Kultur äußert.

      Die passende kunsthistorische Einschätzung zu von Werners Bild finden Sie hier:

      http://germanhistorydocs.ghi-dc.org/sub_image.cfm?image_id=1400&language=german

    • @Sense: Nietzsche Özogus "deutsche Kultur"
      „Von zusätzlichem Interesse ist der Aufsatz auch deshalb, weil Nietzsche lange vor Aydan Özoguz – die sich nie auf ihn berufen hat – Zweifel am Vorhandensein einer – einheitlichen – deutschen Kultur äußert.“

      Das folgende bezieht sich ausschließlich auf die merkwürdige Behauptung der Frau Özogus und keineswegs auf Nietzsche, der seine zeitbezogene Bemerkung wohl anders gemeint hat.
      Übrigens vertritt Özogus m.E. nur eine in gewissen „linken“ Milieus verbreitete Meinung. Diese hat mit ihrer türkischen Abstammung gar nichts zu tun. Allerdings hätte ich von einer „Integrationsbeauftragten“ deren Aufgabe ja gerade wäre. die deutsche Kultur für Einwanderer zugänglich zu machen, schon eine bessere Kenntnis derselben erwartet.

      Also:
      Warum sollte eine „deutsche (oder französische, angelsächsische, türkische) Kultur“ denn einheitlich sein?
      Wo doch gerade „Vielfalt“ heutzutage so hoch im Kurs steht?
      Betrachtet man die Entwicklung der deutschen u. der österreichischen Kultur in der Zeit, so war sie aufgrund dramatischer politischer Ereignisse offensichtlich größeren Umbrüchen unterworfen. Betrachtet man sie in der räumlichen Ausdehnung, so gibt es natürlich regionale Besonderheiten – aber so etwas gibt es anderswo – zB. in Italien – auch.

      Musik:
      In der Musik ist spätestens seit dem Barock so etwas wie eine zusammenhängende Entwicklung zu beobachten – die selbstverständlich offen für europäische Einflüsse zuerst hauptsächlich aus Italien und Frankreich war, und später auch in die Nachbarländer ausgestrahlt hat.
      Es wäre absurd, z.B. Buxtehude, Telemann, J.S.Bach, Weiss, Pachelbel regional gegeneinander abzugrenzen – J.S.B. als Vertreter einer „thüringisch-sächsischen Kultur“
      erst recht Händel einer „provinz-sächsischen Kultur“ zuzuordnem ….

      Literatur:
      wäre denn Goethe einer „sachsen-weimarischen
      Kultur“ zuzuordnen, genau wie Schiller und z.B. Herder, oder wäre er eher als „frankfurterischer Südhesse“ zu betrachten, während Schiller als „Schwabe“ und Herder als „Ostpreusse“ zu klassifizieren wären?
      Die Absurdität solch kleinlicher Betrachtung liegt auf der Hand.

      In der bildenden Kunst wie auch in der Philosophie kenne ich mich zu wenig aus. Immerhin haben der Schwabe Hegel und der Rheinländer Marx sich zeitweilig im preussischen Berlin aufgehalten. Ganz zu schweigen von der Wirkung des Königsbergers immanuel Kant.

      In der Architektur gibt es seit dem Mittelalter einen deutlichen Unterschied zwischen der norddeutschen und der süddeutschen Bauweise, aber dieser ist länderübergreifend und läßt sich leicht durch das verfügbare Baumaterial erklären: Backstein im Norden von Flandern und den Niederlanden bis nach Polen und nach Dänemark, feste Gesteine (z.B. Sand- der Kalkstein) in der Mitte und im Süden. Sowie übergeifend für weniger wichtige Profanbauten zur Materialersparnis das Fachwerk. Wieder gibt es mannigfaltige Einflüsse von den europäischen Nachbarn, und Rückwirkungen auf diese – eigentlich eine Selbstverständlichkeit für ein Land in der Mitte Europas.

      Ein übergreifendes Kontinuum der mathematisch-naturwissenschaftlichen Wissenschaften hat sich erst spät, im 19. Jahrhundert herausgebildet. Auch hier wäre eine Betrachtung nach Regionen unsinnig. Das heißt natürlich nicht, daß es keine Zentren der Forschung gab, wie z.B. Göttingen für die Mathematik. Und selbstverständlich war von Anfang an ein reger Informationsaustausch über Landesgrenzen hinweg, der nur in der Nazizeit unterbrochen wurde.

      Zusammenfassend: eine gemeinsame Kultur im deutschen Sprachraum gibt es seit Jahrhunderten, aber sie ist gekennzeichnet durch – politisch verursachte – zeitliche Brüche und regionale Vielfalt. Trotzdem bildet sie einen für den deutschen Sprachraum charakteristischen Zusammenhang.

      Um einen Blick dafür zu entwickeln, empfiehlt sich z.B. die Lektüre von Peter Watsons „The German Genius: Europe’s Third Renaissance, the Second Scientific Revolution and the Twentieth Century. Harper, 2010. ISBN 0060760222

    • nichts
      „Dass man sich 125 Jahre später und um zwei verheerende Kriege erfahrener, an so was „nicht satt sehen kann“, ist schon beachtlich.“ Sie haben auch überhaupt gar nichts verstanden, oder?
      Und von Nietzsche lassen Sie am besten die Finger.

    • Sprungbrett
      Anscheinend kann man sich Philosophen zurecht biegen(?).

      Ich erlaube mir das mal herunterzurechnen:

      Senses Nietzsche Interpretation:

      Der Triumph fällt in einen Wahn, welche den Geist verwirrt, deren kulturelle Überlegenheit nichts weiter ist, als eine Transkription der Schwäche des Gegners, ohne kulturell zu glänzen.

      Brückenjoseph:

      Also ist der Islamismus genau das Gegenteilige, welches die andere Kultur „völlig“ zerstört, um dem Islam in all seiner Gänze, Hof und Tür zu öffnen. Das man davor warnt und durch die Gebildeten beschimpft wird, ist die Ohnmacht der Vernunft und zugleich der Nährboden für totalitäre Ideologien, die der momentanen Politbonzen andere Türen öffnen.

    • zurechtbiegen
      „Anscheinend kann man sich Philosophen zurecht biegen(?).“
      Für jede positive Äußerung Nietzsches zu den „modernen Ideen“ gibt es mindestens eine Stelle, aus der man das Gegenteil herauslesen kann. Z.B.:
      „… könnte vielleicht, allen »modernen Ideen« und Vorurteilen des demokratischen Geschmacks zum Trotz, der Sieg des Optimismus, die vorherrschend gewordene Vernünftigkeit, der praktische und theoretische Utilitarismus, gleich der Demokratie selbst, mit der er gleichzeitig ist, – ein Symptom der absinkenden Kraft, des nahenden Alters, der physiologischen Ermüdung sein?“

  161. Einfach eine Überdosis #metoo!
    So wenigstens scheint es mir, wenn Sie schreiben:

    „[…] für mich als Botschaft erst einmal rüberkam: Ich bin froh, dich alten notgeilen Sack nicht mehr bedienen zu müssen. Endlich bin ich dich los.
    War ich also – um Selma Hayek zu zitieren – „ihr Monster“ gewesen?“

    Also, ich finde, da liegen Sie falsch. Auch wenn ich nicht alle Details kenne. Für mich ist das einfach #Ueberdosis_metoo. Warum wohl schreib ich, Sie seien *nicht* Harvey Weinstein gewesen?!
    Jemandem eine Liebeserklärung zu machen ist doch ist doch das Gegenteil davon, jemandem einen HarveyWeinstein zu machen. Und Frauen hören das schon gerne. Also, ich habe noch keine getroffen, die das nicht berühren würde. Auch wenn in meinem Fall die übergrosse Mehrheit ähnlich reagierte wie bei Ihnen.

    Wenn Mann jetzt das schon nicht mehr darf; oder sich nachher schlecht fühlen *muss*, ist wirklich alles zu spät!

    Nehmen Sie den Mut zusammen, in den Spiegel zu schauen, und sich zu sehen. Ohne das Harvey Weinstein Ihnen dabei über die Schulter schaut.

    Schauen Sie sich diesen hier an, als Beispiel. Wäre ich Strafverteidiger, würde ich den als Beweisstück für mildernde Umstände einbringen:
    ht tps://www.youtube.com/watch?v=txqpLEufGnA
    Damit wäre er noch immer ein ugly white old man, and eventually criminal, aber auch noch immer einfach ein Mann.

    • Charakterlich fragwürdig, einige Produzenten
      Harvey hat jetzt noch den Regisseur des Herrn der Ringe gegen sich, dem er zwei Leading Ladies ausgeredet haben soll, die ihn heute anklagen. Harvey und Bob werden ähnlich negativ beschrieben wie einst Jack Warner und sein Bruder von Lauren Bacall. Letztere sollen ihre Schauspieler(innen) wie Sklaven betrachtet haben. Einmal Warner machte man alles für Warner, auch den letzten Dreck. Wenn man sich wehrte, bekam man gar nichts. Man musste sehr bekannt sein, um sich wehren zu können, so bekannt wie Bogart etwa. Der konnte schlechte Rollen ablehnen.

  162. Danke für die...
    Beschreibung, die auch als eine der Liebe als Kunst der gegenseitigen Achtung gesehen werden kann.

    Eine Welt der Vereinzelung der Individuen zwecks globaler Verwertung möchte auch die Liebe zwischen Mann und Frau verächtlich machen: Dauerhaft glückliche Beziehungen geben ihr Anlass zu mannigfachem Verdacht, nicht zu Bewunderung oder gar Nachahmung.

    Ihre Protagonisten kennen nicht das Glück und die Dankbarkeit, sich auch nach Jahrzehnten als beste Freunde zu erleben und gleichzeitig im Gegenüber trotz Falten und Speckröllchen immer noch Prinz bzw. Prinzessin zu sehen.

    Solche Beziehungen gelingen nur da, wo Bereitschaft zur Achtung ist und die Liebe groß genug, auch schwere Zeiten gemeinsam durchzustehen.

    Wer im anderen nur ein weiteres Mittel zur Beförderung des eigenen ICH sieht, eine Art kommoden Wegwerfartikel in einer bindungs- und zukunftslosen Wegwerfgesellschaft, wird so eine Liebe weder finden noch erhalten können.

    Man kann diese Wegwerfleben-Protagonisten zurecht bemitleiden. Erzürnen sollte man sich über sie aber, wenn sie versuchen, ihre eigene Lebensleere mit aller inkludierten Unfreude anderen als gesellschaftlich wünschenswertes Modell zu verordnen. In diesem Fall gilt es, ihnen zuzurufen: Die Liebe lebt und ihr werdet sie niemals ausrotten können!

    • Danke, gern geschehen!

    • @Blue Angel
      Die Königskinder fanden zusammen?

    • So ist es,@ Blue Angel...
      … und wenn man dann als Witwe denkt, dass das, das man in jungen Jahren hatte, nicht noch einmal passieren kann und sich auf nichts mehr einlassen möchte, dann sagen Psychlogen, dass es wohl nichts gewesen sein kann mit der Ehe…

  163. wer Liebe ernten will, muss Liebe säen..............
    die verschiedenen Betrachtungen hier im Blog zu den Bildermalereien zu den französisch-deutschen Kriegen geben zum Nachdenken Anlass und wir kehren zurück zum Zitat von Jeremies Gotthelf, gebürtig in Murten und tätig im Emmen- und Aaretal: da war in dieser damals grottenarmen Gegend nichts, was den realistischen Blick auf die Welt verstellen konnte.

    so kommen nach einem guten Rindsragout – mit französischem Wein im und am Ragout – die Gedanken zurück an diese Grand Nation, die ja vereinzelt auch Krankreich oder Frankarm genannt wird…………..von Spöttern natürlich !

    aber durch NAP oder gewisse Verträge 1918 wurde nicht gerade die Liebe gesät, die Mann und Frau jenseits des Rheins heute so einfordern.

    nur ulFuM hat die, trotz der Schlossgeburtstagsfestspiele und der Allmachtsfantasien des jungen Herrn Macron oder gerade deshalb, wir wissen ja – wenn wir die „Brigitte für die Frau ab 60“ lesen, welche Hormonstürme das BussiBussi mit so jungen Hengsten auslösen kann, da hat es der junge Lindner natürlich mit seinem Auftritt in der Nach-Wahl-Elefantenrunde verschi…….mit seinen kritischen Anmerkungen !

    grüssen wir also den Bilderausgraber DdH, der ist ja an den Max-Eyth-See gereist, vielleicht schafft er es in Hofen noch zur Stuttgarter Madonna in der Wallfahrtskirche für ein paar Fürbitten, die Madonna wurde ja 1535 aus Stuttgart vertrieben und die späte Rache kommt jetzt in Gestalt vom Fritzle und vom Feinstaub !


    • Emmen- und Aaretal: da war in dieser damals grottenarmen Gegend nichts
      Gerade gehört: im Kanton Aargau soll es massenhaft Leerstand geben, wie vor 10 Jahren in Brandenburg, nur etwas geringer im Umfang.
      Es fällt halt wohl zwischen Basel und Zürich ins Loch.

    • @dr. plagiator
      “ Die Königskinder fanden zusammen? “

      – Ja: In einem von vielen, zum Glück gar nicht so seltenen Fällen, die sich der Verwertungslogistik widersetzen.

    • @ djangohatnemonatskarte sagte am 17. Dezember 2017 um 14:02 Uhr
      „wer Liebe ernten will, muss Liebe säen…………..
      die verschiedenen Betrachtungen hier im Blog zu den Bildermalereien zu den französisch-deutschen Kriegen geben zum Nachdenken Anlass..
      ….aber durch NAP oder gewisse Verträge 1918 wurde nicht gerade die Liebe gesät, die Mann und Frau jenseits des Rheins heute so einfordern.
      .
      Also entgegne ich nebenbei dem @ Sense(nmann), bei allem Respekt für seine Hineininterpretationen von Revanchegedanken zum Salonbild mit Kaminfeuer, Klavier mit Gesangsbegleitung, Gardehusaren und schmutzigen Reitstiefeln auf dem Perserteppich (Souvenir des Hausherrn aus dem napoleonischen Ägyptenfeldzug 1798-1801, qui sait?) dass im Jahre 1870 durchaus noch Erinnerungen an die zehnjährige Herrschaft des Korsen über die deutschen Fürsten-und Herzogtümer wach waren. Einschließlich der nicht ganz freiwillig in Russland verbliebenen deutschen Söhne.
      .
      Was sind da ein schmutziger Teppich und durch einen preußischen Obristenarsch vom II. preußischen Armeecorps „entehrter“ Fauteuil? (Btw, mit der Angabe der Korpszugehörigkeit verbessere ich mich mit Château Brunoy auf den Südosten von Paris, Übergang Essonne zu Val de Marne). Preußische Etappe war´s schon ein wenig, denn davor zur sackartigen Seine-Schleife östl. Créteil stand die Württembergische Division (Brig. v. Reitzenstein, v. Starkloff, v. Schêler), Sachsen und Pommern.)
      .
      Unser Lehrpionier @ Gamskampler vermag keinen Ulanen in der Gesellschaft erkennen? Das stimmt mich traurig. Erkennt er denn nicht den Blumenhocker auf dem Kopfe in deuxième plan?
      (DdH)

  164. Reaktionäre mit überkommenen Rollenbildern
    Von denen gibt es wohl sehr viele. Möglicherweise sind sie sogar eine Mehrheit. Ihr Beitrag zu veröffentlichten Meinung ist nur so klein, dass die anderen glauben, sie hätten die geistige Luftherrschaft.

  165. Herr Braun schrieb
    was macht das für einen Sinn, 50% Abiturienten, wenn dann so etwas herauskommt:

    ht tps://www.youtube.com/watch?v=yiOXFgVRvyk

    Da helfen auch nicht 13 Jahre bis zum Abi.

  166. „Inzest“ (My Lover, My Son), 1970....
    Inspiriert vom Don (seinem Blog) und Romy Schneider, habe ich mir gestern ihren besten Film gemeinsam mit einem guten Freund angesehen.
    Das war wieder Gänsehaut pur: verheiratete Frau, die ihren Tag- und Nachtträumen nachhängt. Der Sohn als Spiegelbild ihres verunglückten Geliebten, dessen Sohn er ohne sein Wissen ist.
    Da stimmte einfach jedes Detail. Romy Schneider spielte ihre Rolle als dekadente Engländerin eigentlich vom Kontinent stammend, so beeindruckend als wäre das ihr eigenes Leben.
    Das Ambiente der Zeit, die Mode, die Klassenschranken etc. habe ich selbst so gesehen.
    Der Soundtrack, gesungen vom halben Maori John Rowles, passte exakt in diese Epoche. Neuseeländer pilgerten damals nach London wie Muslime nach Mekka.

    Yves Saint Laurent @Thomas Marx….
    Dieses Zitat trifft es besser: Rien nˋest plus beau qu‘un corps nu.
    Le plus beau vetement qué puisse habiller une femme ce sont les bras de l’homme qu’elle aime.
    Mais pour elles qui n’ont pas en la chance de trouver ce bonheur Je suis la.
    Yves Saint Laurent

    Warum nicht?

  167. Herr Braun schrieb "Heute machen 50 % der Schulabgänger ihr Examen mit „Hochschulreife“. Sind
    was macht das für einen Sinn, 50% Abiturienten, wenn dann so etwas herauskommt:

    ht tps://www.youtube.com/watch?v=yiOXFgVRvyk

    Da helfen auch nicht 13 Jahre bis zum Abi.

  168. Wenn die Kunstlehrer
    doch so beschrieben hätten – was hätte man nicht alles gelernt.
    Danke, und bitte öfters.
    M. A. Titz

  169. Erinnerung an alte Zeiten
    Lieber Don,

    meine alte Kunstlehrerin wäre sicher begeistert angesichts Ihrer beschriebenen Analyse- und Interpretationskünste.
    Bei mir wars damals der gute Caspar David Friedrich als viertes Prüfungsfach beim Abitur, werde ich nie vergessen.
    Frohes und besinnliches Fest!

  170. Lol.
    Der Don hat seine Jünger also dazu gebracht, noch das allerletzte Kunstgewerbe zu bejubeln. Gratulation! Im Übrigen genau die Kunst, die auch unser Gröfaz samt Anhang damals in jedem ordentlichen deutschen Museum hängen sehen wollte. Heute wieder angesagt unter Berliner Hipstern, die dergleichen auf den Flohmärkten des RHS kaufen, um es sich an die Wände ihrer Altbauwohnungen zu hängen, natürlich mit Augenzwinkern. Beim Don hängt es wohl ohne Augenzwinkern, aber das ist fast noch grausiger. Als nächstes hören wir dann wohl alle wieder Die lustigen Weiber von Windsor und lesen Karl May, lol!

    • Sparen Sie sich bitte hier solche dümmlichen Hitlerbezüge.

    • Hitlerbezüge
      .
      Ja. Wer die braucht, ist ein armseliger Tropf.

    • Hipster und Augenzwinkern?
      Bitte belegen Sie das mit bento oder zett oder so…

      Aber fast OT nach den vielen Kommentaren:
      Die Fussstellung ( oder nur 2 s? ) des Mädels in Verbindung mit dem kleinen Teller im Regal und die überaus freudige Ankunft des Jungen. Der war nicht zum erstenmal da.
      I’d rather be a hammer than a nail ohne Reaktionär zu sein, aber ich kann halt das Bild aufhängen wo ich möchte……

      Beste Grüsse zu Ihnen allen

      @ Don Alphonso
      Danke für den schönen Text

    • Gern geschehen.

  171. Andreas Kemper und betreute Presse
    Unter diesem Link

    https://www. respectwords.org/wp-content/uploads/2017/10/Reporting-on-Migration-and-Minorities..pdf

    findet sich ein von der EU finanzierter Leitfaden für die Presse zur positiven Gestaltung der Berichterstattung über Migration. Mitwirkende Person von deutscher Seite (neben anderen): Andreas Kemper.

    Muss nicht in die Kommentare, wollte ich als Information mal einfach so weitergeben.

    Es ist einfach verblüffend welche Querverbindungen und Finanzierungsmittel so anscheinend von Leuten abgegriffen werden können, wenn erst einmal ein Netzwerk da ist. Und über den Stellenwert der „Freien Presse“ aus EU-Sicht sagt es auch Einiges…

  172. Kaufberatung
    Darf ich mal ganz dumm fragen – wo kauft man solche Bilder?

  173. @ et du Saint Empire sagte am 17. Dezember 2017 um 13:50 Uhr
    „vielleicht eher ein adliger Salon,….“

    Mit Sicherheit ein adeliger Salon, denn als Ort wurde Château de Brunoy im Département Essonne (Île-de-France) genannt (kann der Kunstliebhaber einmal im Zuge eines Besuches bei der Fondation Claude Monet in Giverny besichtigen. Oder der Historiker „rendre visite“ im Vexin normand, in der Gemeinde Les Andelys, wo Richard Löwenherz´ Burgruine steht (im Département Eure, 100 Kilometer von Paris entfernt)
    .
    @ gamskampler sagte am 16. Dezember 2017 um 23:45 Uhr

    „Gewesene Lehrpioniere können es Ihm verständlich erklären… Das Ding heißt Windbrett oder Ortbrett“
    Dann sagt der gelernte Maschinenbauer mit selbst angeeigneten Zimmermannskenntnissen (eines seiner nicht mehr gebrauchten Werkzeuge hängt im Restaurant „Les Artisans“ in der Rue Daumesnil 500m von der Bastille entfernt) dem Lehrpionier, dass er eher etwas über die Symbolik dieser Verzierungen erfahren wollte. Also ab und anstelle der „Lehre“ wird jetzt in der Werkzeugausgabe die Feierabendschablone geholt :-)
    .
    Aber gemach, der Don wollte da bei Gelegenheit noch was nachschieben.
    (DdH)

  174. romantik und gartenbau
    @Alphonso,15.Dez. 8.38:

    Als gartenbauer habe ich es knapp überlebt, im gegensatz zu
    etlichen meiner kollegen, daß pflanzen bei der profiterwartungshaltung,
    welches das monster“öffentlichkeit“ im busen trägt,
    einfach nicht mithalten kann.
    Das zeitmaß, welches die pflanze zum wachsen unabänderlich braucht,
    liegt weit hinter dem, was zins und zinseszins diktatorisch einfordern.
    Da können höchstens fließbänder, blechstanzen,
    plastikextruder und computer noch die Illusion von
    WERT und WÄHRUNG schaffen.
    Falls sich noch jemand erinnern sollte:
    Alles leben entspringt der photosynthese.
    Der dazu nötige Zeitfaktor wird dem landbebauer nicht mehr gelassen.
    Ein moströs hohe bevölkerungsdichte wie in Indien, übt auf die
    langwirtschaft einen derartigen druck aus, daß sich dort jeden
    tag den gott werden läßt, etwa hundert (100) Bauern selbst töten.

    ,

  175. Ewige Treue, wie schön
    Nach all den Kommentaren zum Bild, kommt noch einer von mir. Was sich da nach der Maid streckt oder an ihr hochrankt, das ist m.E. adulter Efeu. Dann geht’s im Bild u.a. um nichts weniger als ewige Treue. An der Kunstgewerbeschule in Cortina gab es um 1900 (?) einen Goldschmied, der mit Efeuranken und Altschliffdiamanten (Verlobungs?-)Ringe baute. Sollten Sie so etwas doch noch mal brauchen, geschätzer Don, würde ich Ihnen ein Gußmodell überlassen.

  176. Titel eingeben
    Guter Artikel und auch einige gute Kommentare und Hinweise.
    Zur Zeit kann man sich in Baden-Baden eine Hans Thoma Ausstellung ansehen.(sehenswert)
    Anderes Thema aber auch interessant für Kunstinteressierte: war am Wochenende in Düsseldorf und hatte am Sonntag noch etwas Zeit,daher noch schnell ins Museum Kunstpalast und dort die Sammlung Hentrich mal wieder angesehen. Einmalig dieses Glasmuseum!

    • Schwarzwald-Bilder
      Vor einem Jahr gab es eine Ausstellung „Schwarzwald-Bilder“ in der Gemäldegalerie Karlsruhe. Daran hab ich denken müssen, als ich den Beitrag über das Aquarell hier las. Die Bilder in der Ausstellung waren auch meist aus dem 19. Jahrhundert und der Schwarzwald scheint eine ähnliche gesellschaftliche Entwicklung durchgemacht zu haben, wie das bayrische Oberland.

      Das 19. Jahrhundert finde ich interessant, weil bis dahin das Gedächtnis funktionierender Familien in etwa zurückreicht. Die heute 80-jährigen kannten als Kinder noch Menschen, die diese Zeit erlebt haben und von ihr berichten konnten. Das war die Generation meiner Ur-Urgroßeltern. Ich weiß da zwar nicht von allen etwas, aber von manchen doch so viel, dass ich mir ein skizzenhaftes Bild entwerfen kann und mehr wissen möchte, über die Zeit, in der sie gelebt haben.

      Viele Volks- und Familientraditionen, die heute noch gepflegt werden, entstanden ja damals oder wurden wiederentdeckt. Das Weihnachtsbrauchtum, wie wir es kennen, mit Adventskranz, Adventskalender und Weihnachtsbäumen überall, gab es beispielsweise vorher nicht.
      Das macht mir die Beschäftigung mit der Epoche so spannend: Ich meine auch mich besser zu verstehen, wenn ich etwas über diese Zeit lerne.

  177. ehrgiebige Kunst
    „Gern geschehen, man sollte viel mehr über Kunst machen.“ Das hatte sich Emile Zola auch gedacht und schrieb „Das Werk“. Nur schnitt Cezanne nicht so gut dabei ab. Aber ein Meisterwerk für mich.
    Und ja, letzer Satz stimmt natürlich, weil wir gern auf analoge Räder setzen, Don, und nicht auf app und Lithium gesteuertern Ladeautomatismus. Nein, der Nagel braucht keinen Strom.
    Mein 3 Jahre alter, wie ein rohes Ei behandelter laptop-Akku schaltet bereits bei 45% abrupt in den Warnmodus, trotz BMS. Emobility läßt grüßen.

    Besten Gruß

  178. Danke
    Danke, Don, wunderschön. Du zauberst ein frohes Lächeln. Ich hätte noch mehr Details aufgesogen :). Was war #6, nach „intensiv bemühen“?

  179. auch Funktionäre lieben und reisen mit dem Roller !
    auch ICH möchte noch anmerken, dass mir die Grand Nation westlich des Vater Rheins

    – trotz aller kritischer Anmerkungen zu ihren vergangenen umherziehenden Heerführern und ihrer aus der Provinz kommenden sozialistisch-bürokratischen FunktionärsAnführern der neueren Zeit oder gar der neuen jugendlichen Sonnenkönige mit nie verarbeiteter und tiefenanalysierter Mutterbindung-

    immer einen gewissen Respekt abnötigt………….war ich doch schon im zarten Alter von 14 zu einem Ruderwettkampf im damals noch idyllischen, wie von Pissarro gemalten Pontoise aktiv zugegen und konnte meine Erfahrungen auf dem Wasser dann auf der Loire und der Europameisterschaftsstrecke in Vichy vertiefen.

    immer eine tolle Gastfreundschaft ! ein Jammer ist es nur, dass dieser auf einem italienischen Motorroller zu seiner Geliebten fahrende Hollande meine Freundin Valerie Trierweiler so schnöde aus dem Palast abschob.

    ja werter DON, nicht mit dem Ruderkahn, nein rittlings auf einem Roller des italienischen Vespa-Konzerns näherte sich dieser französische Mann mit Schutzhelm seinem Objekt, da war nichts mit Miesbacher Stöpselhut und „brennender Liab“ an der Eingangstreppe.

  180. @Blue Angel
    – Ja: In einem von vielen, zum Glück gar nicht so seltenen Fällen, die sich der Verwertungslogistik widersetzen.

    Schön!

  181. @ Jens Kinshofer sagte 18. Dezember 2017 um 21:00 Uhr
    „nichts
    „Dass man sich 125 Jahre später und um zwei verheerende Kriege erfahrener, an so was „nicht satt sehen kann“, ist schon beachtlich.“ Sie haben auch überhaupt gar nichts verstanden, oder?
    Und von Nietzsche lassen Sie am besten die Finger.“
    .
    Würde es den Kinsi sehr erschrecken wenn ich Ihm gestehen würde, dass mich eine winterlich kahle Eiche im Alten Friedhof zu Heilbronn oder eine ebenso kahle Lindengruppe auf einer Geländeerhöhung genau so begeistern kann wie das besagte Etappen-Gemälde?.
    .
    Darf ich davon ausgehen, dass Sein Umfeld eher ein Rohr fährt beim Anblick eines hamburgischen Mittelstandsquartiers in Flammen? Oder der Pflasterstein am Helm einer in die Knie gehenden Polizistin.
    .
    Und, geh´Er fort! Den Chaoten Nietzsche habe ich nicht ins Spiel gebracht. Mir reicht der Heinrich.

  182. Wir sind die Guten!
    @Hans_Nase 18. Dezember 2017 um 10:21 Uhr
    „Der Mensch ist immer egoistisch. Egal in welchem System.
    Es gibt immer Menschen, die das Spiel besser beherrschen als andere. Egal in welchem System. Daher ist die Frage des Systems irrelevant für das Thema Eingrenzung von Egoismus.
    Es bedarf daher eines an das jeweilige System angepassten Rahmens, der diesen Egoismus eingrenzt. Bis die 68er kamen, gab es solche Regeln in Deutschland (und der westlichen Welt).“

    Wäre das, was Sie vorbringen, eine private Einzelmeinung, dann würde ich mir nicht die Mühe machen darauf zu antworten.

    Aber es handelt sich um eine Meinung, die insbesondere im schwarz-reaktionären Milieu weit verbreitet ist, also gewissermaßen um kollektiven Schwachsinn, der zudem hemmungslos vorgebracht wird.

    Es ist ein kollektiver Verlust von Verstand und Logik – eine herrschaftskonforme „Opferung des Intellekts“, wie es W. Streeck an der Behauptung der Regierungschefin, man könne Grenzen heutzutage nicht mehr schließen, exemplifizierte.

    Nach Ihrer Meinung, Herr Hans_Nase, ist „der Mensch immer egoistisch“.

    Legen wir die Annahme zugrunde. dass dies so sei. Dann wird dieser Mensch darauf bedacht sein, seinen persönlichen Nutzen zu optimieren und Nachteile zu minimieren.

    Wenn ein System prosoziales Verhalten belohnt und antisoziales bestraft, dann hat derjenige Mensch die größten Vorteile, der sich prosozial verhält. So bekommt er Belohnungen und vermeidet Nachteile durch Bestrafungen.

    Das lernt man in jeder Einführung über Verhaltenspsychologie und dies gehört zum Alltagswissen jedes halbwegs intelligenten Individuums.

    So wird das Verhalten in der Wirtschaft gesteuert – durch Löhne, Boni und Gratifikationen – und auch im Straßenverkehr – durch Strafen.

    Ganz im Gegenteil zu Ihrer Behauptung, ist folglich die Beschaffenheit des sozialen Systems entscheidend für die Verhaltenssteuerung der Individuen.

    Nun komme ich zu Ihrer Behauptung, die „68-er“ hätten die Moral zerstört.

    Gerade im schwarz-reaktionären Milieu wird gern ein Bild gemalt, als sei die Welt in Deutschland vor ´68 moralisch in Ordnung gewesen und mit den „68-ern“ begann der Niedergang.
    Schauen wir deshalb zurück, wie diese angeblich moralisch saubere Welt zu Zeiten der schwarzen Regierungen mit solchen moralischen Lichtgestalten wie Strauß, Kiesinger, Filbinger, Kohl, Streibl, Späth et al. aussah, um nur einige Namen zu nennen.

    Waren die „68-er“ am HS-30-Skandal beteiligt?
    „Es handelte sich um die Beschaffung des Schützenpanzers HS 30 für die Bundeswehr, die offenbar nur getätigt wurde, weil mit dem Geschäft Schmiergeldzahlungen an mehrere an der Beschaffungsentscheidung beteiligte Personen (u. a. Ministerialbeamte) und illegale Parteienfinanzierung für die CDU[1] verbunden waren.“ (Wikipedia).

    Stellten die „68-er“ den Verteidigungsminister?

    Da gab es auch noch die „Starfighter-Affäre“.
    In der Bilanz finden sich 269 Abstürze. Das sind mehr Flugzeuge als die meisten Staaten besitzen. 116 Piloten kamen ums Leben.

    Musste sich irgendjemand wegen Korruption und Fehlentscheidungen verantworten?

    Es gab auch die „Flick-Affäre“. Die „Flick-Parteispendenaffäre war in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland ein in den 1980er Jahren aufgedeckter politischer Skandal um verdeckte Parteispenden des Flick-Konzerns. Laut Flick-Manager Eberhard von Brauchitsch dienten diese Praktiken einer „Pflege der politischen Landschaft“. Es entstand zudem der Verdacht, die Spendenzahlungen hätten im Zusammenhang mit einer Beeinflussung von Entscheidungen des Bundeswirtschaftsministeriums zugunsten des Flick-Konzerns und des Konzernchefs Friedrich Karl Flick gestanden.“ (Wikipedia)

    Waren daran die „68-er“ beteiligt?

    Ein Ex-Nazi wurde von der CDU zum Bundeskanzler gemacht, ein Nazi-Justizmörder zum Ministerpräsidenten.

    Ein Tötungsdelikt durch einen Polizeibeamten wurde nicht geahndet. Dieser hatte einen unbewaffneten und friedlichen Demonstranten in den Hinterkopf geschossen und wurde dann wegen angeblicher Putativnotwehr freigesprochen.

    Herr Hans_Nase, so sah die Moral Ihrer schwarz-reaktionären Gesinnungsgenossen in Wirklichkeit aus. Denen gingen Verfassung und Recht am A… vorbei.

    Wer führte das Privatfernsehen ein, das mit Sex and Crime, mit Big Brother etc. die moralische Dekadenz der Bevölkerung entscheidend vorantrieb.

    Wie war das mit der „Amigo-Affäre“? Das „ist die umgangssprachliche Bezeichnung eines Korruptions- und Bestechungsskandals um den bayerischen Ministerpräsidenten Max Streibl und andere CSU-Politiker, der 1993 zum Rücktritt Streibls führte. Der Begriff (oft auch nur abgekürzt „Amigo“) wird seitdem insbesondere im Zusammenhang mit der CSU als Synonym für Affären um die Verquickung von Politik und Wirtschaft verwendet (siehe auch Nepotismus, Klüngel). Im Jahre 2013 wurde auch die Verwandtenaffäre von spiegel.de als Amigo-Affäre bezeichnet, da sich die neuen Vorwürfe auch gegen Politiker der CSU richteten.“

    Geht dies auch auf die „68-er“ zurück?

    Als Resümee lässt sich festhalten:
    Die Zuschreibung der Verantwortung für den allgemeinen moralischen Verfall an die „68-er“ verdreht die tatsächlichen Verhältnisse.

    Die Diagnose der herrschaftskonformen Opferung des Intellekts trifft den Sachverhalt.

    Mein Eindruck aus biographischer Retrospektive ist, dass die Deutschen von ihrer psychosozialen Struktur ewige Nazis sind.

    Denn so wie die Nazis sich moralische Höherwertigkeit zuschrieben und die Juden verteufelten und für alles Übel der Gesellschaft verantwortlich machen, so gehen in Deutschland die jeweiligen Milieus mit Andersdenkenden und politischen Konkurrenten und Gegnern um.

    • Netter Versuch, H v. Goslar
      Aber all die Dinge, die Sie zu recht über die schwarz-reaktionären (es sind nicht meine ! Gesinnungs)Genossen einwerfen, gab und gibt es auch in ähnlicher Weise unter „roten Regierungen“ in Deutschland (kürzlich Regensburg. Die verkauften Treffen mit SPD Ministern. Oder die Müllmafia um Trienekens). Oder in der DDR. Unter Causcesu. Wohl auch bei den roten Khmer. In China – auch während und nach der Kulturrevolution. Es ist das alte Problem, daß die „Eliten“ – egal ob früher der Adel, die Nomenklatura in einer Diktatur oder auch demokratisch legitimert – immer auch (und in der Regel zuerst) für sich selbst sorgen.
      Ich halte dieses Phänomen wie gesagt für Systemunabhängig. Daß Eliten ein System so oder so gestalten können – z.B. prosoziales Verhalten belohnen – geschenkt. Eliten haben die prinzipielle Neigung, sich über der Moral und dem System stehen zu sehen. Gleicher zu sein.
      Insofern sind auch ihre oben genannten Beipiele nur ein Beleg dafür, daß Eliten sich eben so verhalten, wie sie es tun. Es sagt nichts aus über das Gros der Bevölkerung.
      Die große „Leistung“ der 68er besteht für mich darin, Moral, Rückgrat und Anstand flächendeckend und nachhaltig vernichtet zu haben – auf allen gesellschaftlichen Ebenen. Flächendeckend und nachhaltig, u.a. weil die 68er über ihre Positionen dank akademischer Laufbahn in Schulen, Universitäten, Gerichten etc. den Hebel dazu hatten und genutzt haben. Das sind die heutigen typischen Lehrer und Beamten-Pensionäre, die dank üppiger Pension es sich leisten können grün zu wählen. Staatsalimentiert auf Kosten der kleinen Leute. Stille Profiteuere des von Ihnen nicht abgeschafften Systems in der zweiten Reihe. Die das System eben nicht abgeschafft haben sondern jahrzehntelang für Ihresgleichen ausgebaut haben. Mit immer mehr Pöstchen, immer weiter aufgeblasenen Verwaltungen auf allen Ebenen von Bezirk bis Brüssel, von Vorstandsämtern bei Energieversorgern und zig sonstigen Körperschaften bis hin zum aufgeblasenen und überalimentierten öffentlichen Rundfunk.
      Das ist das Erbe der 68er. Genauso wie die Zerstörung der sozialen Marktwirtschaft. Der entfesselte Raubtier- und Ellenbogenkapitalismus. Man kann das auch gut an den USA festmachen, da war das ähnlich. Mit dem Unterschied, daß die „Eliten“ dort vermehrt an der Küste leben und sich die einfachen Leute im „heartland“ mit Trump eine Chance erhoffen konnten, „sich das Land zurückzuholen“ (mit ungewissem Ausgang, gewiss).

    • Haupterrungenschaft
      Oder kurz gesagt:
      Was ist die Haupterrungenschaft von ’68?
      Eine Theorie zur Rechtfertigung schlechten Benehmens.

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