Stützen der Gesellschaft

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Leben, Bildung, Torten und sozialunverträgliches Spätableben unter Stuck und Kronleuchtern.

Die Säulen der Weinseligkeit

| 28 Lesermeinungen

Fast unbemerkt hat sich auf Sizilien abseits des meist faden Wein-Mainstreams eine ungewöhnliche Weinszene entwickelt. Es entstehen Weine, die so facettenreich wie die Insel und ihre Geschichte sind.

Ein Gastbeitrag in einem asketischen Abstinenzlerblog vom Weinexperten Christoph Raffelt:

Fährt man die Strada Provenciale 68 durch den südöstlichen Teil Siziliens, befindet man sich auf der wahrscheinlich ältesten Weinroute der Insel. Sie schlängelt sich durch das hügelige Gebiet des Weltkulturerbe des Val di Noto, vobei an den reichen Barockstädten Ragusa und Vittoria. Man kann diesen Weg wählen, um jene Winzerin zu besuchen, die einen ihrer Weine nach eben dieser Route benannt hat: Arianna Occhipinti. Sie gehört zu der kleinen Gruppe von Winzerinnen und Winzern, die den Weinbau auf Sizilien gerade auf eine neue Stufe heben. Sie gilt als ihr schönstes Gesicht, und ihr charaktervoll neuer, schlanker frischer und biologisch erzeugte Wein wird ihr aus den Händen gerissen.

Die Tradition des Weinbaus beginnt mit der Kolonialisierung der Insel durch griechische Seefahrer aus dem östlichen Mittelmeergebiet, die ihre eigene Trinkkultur in die neue Heimat brachten. Folglich stammten die wichtigsten ursprünglichen Rebsorten aus Griechenland und Kleinasien, und haben sich dann auf Sizilien weiterentwickelt. Der Qualitätsweinbau beginnt allerdings erst in den Siebzigern des vergangenen Jahrhunderts. Vorher wurde überwiegend Massenware für den englischen Markt erzeugt: seelenloser Wein, der vor allem in die Produktion von Süßwein wanderte, dem Marsala, benannt nach der gleichnamigen Stadt im äußersten Westen der Insel. Ein wenig erstaunlich ist das schon, wird Kultur und vor allem Esskultur auf Sizilien doch sehr geschätzt, und die Auswahl an frischen Lebensmitteln und Zutaten ist geradezu unvergleichlich.

Nur der Wein blieb immer einfach, und es gab lange Zeit praktisch niemanden, der sich mit den Möglichkeiten, die die heimischen Rebsorten boten, ernsthaft auseinandergesetzt hätte. Das allerdings änderte sich Ende der Achtziger, als Diego Planeta, seines Zeichens Präsident der Winzergenossenschaft von Settesoli nahe der griechischen Ruinen von Agrigent, seine Genossen überzeugen konnte, sich verstärkt den heimischen Rebsorten zu widmen und im Weinberg wie im Keller mehr auf Klasse statt auf Masse zu setzen. Grecanico ist eine dieser Sorten, die im Namen auf das Ursprungsland verweist. Nero d’Avola, der Schwarze aus Avola, ist eine weitere Rebsorte, mit der der Weinbau der Insel Schwung aufgenommen hat und die Winzer von Settesoli erfolgreich wurden. Mit dem Erfolg kam dann auch das Geld. Nicht zuletzt durch die Hilfe von EU-Strukturfonds wurde diese strukturschwache und von Mafiaumtriebe ausgezehrte Region gefördert. Zu den Vorreitern gehören die Planetas, diesmal drei Cousins des Pioniers Diego. Dann kam Cusumano, und wenn man Donnafugata und Feudo Arancio dazunimmt, hat man auch schon fast die komplette Gruppe derer, die ausgerechnet im Armenhaus Italiens mit großen Kellereien und moderner Technik den sizilianischen Weinbau ins 21. Jahrhundert gehievt haben.

Diese großen Betriebe haben dabei immer auf autochthone und international bekannte Sorten zugleich gesetzt und so ziemlich alles, was sie produzieren, ist klar und sauber gemacht. Das ist Weinbau auf gekonntem und hohem Niveau, das höchstens noch von den Conti d’Almerita übertroffen wird, einer adeligen Weinbaufamilie, die mittlerweile fünf Weingüter auf Sizilien ihr Eigen nennt. Was diese Weine erfolgreich gemacht hat, ist ihr internationaler Stil, der niemandem so richtig weh tut, und einen hier und da durchaus ins Schwärmen geraten lassen kann, vor allem wenn man mal einen gereiften Rosso del Conte von d’Almerita ins Glas bekommt oder einen Süßwein, den Donnafugata auf der kleinen Insel Pantelleria auf halbem Weg zwischen Sizilien und Tunesien produziert hat.

Dieser Stil wird genau dann zum Problem, wenn man im Wein etwas mehr von Sizilien erfahren will. Denn wenn man den sehr eigenen Charakter typischer sizilianischer Rebsorten tatsächlich kennen lernen will, sollte man sich zumindest drei Namen merken: Frank Cornelissen, Salvo Foti und Giusto Occhipinti, der Onkel der oben erwähnte Arianna. Giusto war 1980 zusammen mit Giambattista Cilia und Cirino Strano der jüngste Weingutsgründer Italiens. Die drei waren um die 20, als sie die Chance hatten, bei Vittoria im Süden Siziliens einen Weinberg zu übernehmen. Mit ihrem Weingut COS haben sie fast ausschließlich mit regionalen Rebsorten zwei Jahrzehnte experimentiert, bis sie den Stil gefunden hatten, der heute viele begeistert.

Das wirklich Erstaunliche ist, dass bei COS sehr viel mit Amphoren gearbeitet, wird und dass die Weine, die im heißen Süden der Insel wachsen, praktisch nie mehr als 12,5 % aufweisen. Das Ergebnis der intensiven Weinbergsarbeit und dem mittlerweile gekonnte Umgang mit Tongefäßen, Zementwannen und gebrauchtem Holz sind zugleich fruchtige und komplexe Weine, die dabei immer leicht und beschwingt wirken. Ein gutes Bespiel für diesen Stil ist der Cerasuolo di Vittoria, der einzige Wein der gesamten Insel, der Italiens höchste Qualitätsstufe DOCG erhalten hat. Dieser Wein besteht zur Hälfte aus Nero d’Avola und zur anderen Hälfte aus Frappato. Bei Giustos Nichte ist es der SP68, der genau diese Rebsortencuvée enthält und ähnlich begeistert. Ein dritter auch in Deutschland anbietender Erzeuger dieses exzellenten Essensbegleiters ist Manenti. Dieses kleine Weingut wird von Salvo Foti betreut. Er ist Spezialist für die sogenannte Albarello-Erziehung: Das ist die traditionelle Anbauform auf Sizilien, bei der die Rebstöcke wie Büsche gepflanzt werden und entsprechend geschnitten und „erzogen“ werden müssen.

Bemerkenswert ist Salvo Fotis Engagement jedoch vor allem bei der Winzervereinigung I Vigneri, die man vor allem an der immer gleichen Burgunderflaschenform mit geprägter Buschrebe erkennt. Hier spielt Foti sein ganzen Können aus, zum einen bei den Weinen der Tenuta di Castellaro, die auf der kleinen westlich gelegenen Insel Lipardi Weine aus so seltenen Sorten wie Malvasia di Lipardi oder Corintho erzeugen, zum anderen in den alten terrassierten Steillagen an den Hängen des Ätna. Hier, wo der immer wieder Feuer speiende, alles dominierende Vulkan für eine ungewöhnliche Fruchtbarkeit der Landschaft sorgt, finden sich bis zu 250 Jahre alte Rebbüsche, eingefasst von alten Trockenmauern. Der Weinbau, der lange Zeit brachlag, zieht sich bis in knapp 1.000 Meter Höhe. Die Schwankung von Tag- und Nachttemperaturen ist selten so extrem wie hier. Diese äußeren Umstände und die mühevolle Bearbeitung der Rebstöcke haben einen wirtschaftlich erfolgreichen Weinbau lange Zeit fast unmöglich gemacht.

Dies funktioniert erst wieder, seit es Weinliebhaber gibt, die solch ungewöhnliche Weine schätzen und bereit sind, dafür zu zahlen. Auch hier beschäftigen sich die Winzer mit Rebsorten, die man praktisch ausschließlich vor Ort findet und die sich dort den extremen Klimabedingungen angepasst haben. Die Rotweine beeindrucken mit einem Wechselspiel aus Kirschen und dunklen Früchten, in die sich viele Kräuter und Gewürze mischen: Nelke, Zimt, Orangenschalen, Rosmarin, Thymian oder Lavendel. Faszinierend ist die tiefgründige Mineralität, die sich in den roten genauso wie in den weißen Weinen findet. Diese haben mit dem, was wir sonst unter Weißwein kennen, wenig zu tun. In den Weinen findet sich vergleichsweise wenig Frucht , stattdessen dominieren Rauch und Stein, Trockenkräuter, Karamell und Orangenschale. Gerade die Weißweine der I Custodi delle Vigne dell’Etna, der Bewahrer der Weingärten des Ätna und des Winzers Ciro Bondi sollte man unbedingt einmal probieren. Diese Weine sind so markant und charaktervoll, so expressiv und auch seltsam, dass man sie über mehrere Tage hinweg ergründen kann und das auch sollte, weil sie sich von Tag zu Tag verändern.

Neben Salvo Foti verdient zumindest eine weitere prägende Gestalt unter den Winzern des Ätna erwähnt werden. Es ist der Belgier Frank Cornelissen, der im Norden des Ätna ganz ähnlich arbeitet: natürliche, aufwendige Weinbergsarbeit im Albarello-Anbau, die Trauben werden noch mit den Füßen gestampft, der Saft fließt in alte Zisternen und ausgebaut wird in Amphoren. Schwefel wird hier nicht zugesetzt und es wird nicht geschönt. Es sind lebendige Charakterköpfe, die den Reichtum dieser Mittelmeerinsel auf eine ganz eigene Weise widerspiegeln.


28 Lesermeinungen

  1. Diese "geistvernebelnde" Alkoho...sorry...Weinbeschreibung ändert nicht die Realität.
    Die „facettenreiche“, süß-saure Geschmackwahrnehmung mit klarem, unvernebeltem
    Verstand, dauert höchstens 1 Weinglas lang. Danach verhindert Alkoholrauschen
    solche bizarren, höchst gefährlichen, Alkoholwahrnehmungen. Aber wem es gefällt…
    Wir reden uns ja auch den jetzigen Realitätstand der Welt schön, in gleicher Weise.
    Verharmlosung und schönreden führen zur „EIN-Bildung“, anstatt „Facetten-Bildung“.
    Ein scheinbar nie endender „Dauerrausch“ der „Selbsthypnose“ oder gar „Gehirnwäsche“.
    Wenn wir die gleiche Sorgfalt, mit der wir Alkohol überhaupt genießbar machen,
    im Bereich sozialem Zusammenleben und Bildung an den Tag legen würden,
    dann hätten wir alle ein genießbares Leben; das der im Beitrag beschriebenen
    Weingeschmackswahrnehmung nahe kommt. Aber als Realität, im Gegensatz
    zur „Alkoholverherrlichung“.

    Nichts ist leichter als Selbstbetrug, denn was ein Mensch wahr haben möchte, hält er auch für wahr.
    Demosthenes

    Gruß,
    W.D.H.

    • Sie sauertöpfische Spaßbremse!
      Menschen, die nicht geniessen können, habe ich oft als traurige Gestalten wahrgenommen

    • Gedanken sind zollfrei, aber man hat doch Scherereien. Karl Kraus
      Seine eigene Dummheit zu erkennen mag schmerzlich sein. Keinesfalls aber eine Dummheit.
      Oliver Hassencamp

      Gruß,
      der sauertöpfische Alkohol-Spaß-Bremser, wenn schon, denn schon…:-)

    • Weinbeschreibung
      nun, etwas überspitzt aber grundsätzlich richtig.
      Die Kirschnote mit einem Hauch Zitrus und wildem Thymian bemerke ich nur, wenn der eingebildete Fachmann das ausdrücklich bildreich erläutert (vor dem Genuss).
      Im zweiten Glas fehlt entweder die Kirche (Entschuldigung Kirsche) oder die Note im Abgang??
      Wer hat sich eigentlich solche Bewertungen einfallen lassen?
      Als Plebejer, schmeckt oder schmeckt nicht.

    • Wer hat sich eigentlich solche Bewertungen einfallen lassen?
      In erster Linie Akademiker und Pseudofachleute, die von der Gunst und Wohlwollen der Neureichen und ‚gehobenen‘ Mittelklasse abhaengig sind. Diese Schicht ist immer von Fachwissen beeindruckt und die Schmarotzerklasse erfindet neue Faecher um weiterhin parasitisch absaugen zu koennen.

      Urspruengliche Winzer und Wintner benutzen untereinander voellig andere Begriffe um Weine zu beschreiben, welche gewoehnlich weniger mit individuellem Geschmacksempfinden zu tun haben. Auch ein guter Somelier spezialisiert mehr auf guter Zusammenstellung and passenden Kombinationen, und erfindet dann Geschmacksnuancen wenn der Gast so tut als wuesste er etwas.

      Im Keller lachen sich dann alle froehlich ins Faeustchen…

    • Oh ja,
      ‚Seine eigene Dummheit zu erkennen mag schmerzlich sein. Keinesfalls aber eine Dummheit.‘

      wie wahr.

  2. hans
    „Tongefäße, Zementwannen und gebrauchtes Holz“: besser hätten Sie die Kurve zum letzten Thema unseres geschätzten Hausherrn nicht kriegen können. Das ist die neue Bescheidenheit. Bringen Sie TvE doch mal eine kleine Auswahl Ihrer Pretiosen für den Messwein mit. Tut mir leid, ich bin vinologisch und auch ansonsten ein völliger Idiot. Aber es ist ein Vergnügen, Ihre Beiträge zu lesen.

  3. Wo?
    Werter Herr Raffelt,
    vielen Dank für diesen Beitrag, aus meiner letzte Sizilien-Reise hatte ich auch schon den Eindruck mitgebracht, dass es dort zahlreiche gute Weine zu entdecken gibt. Haben Sie vielleicht eine Idee, wo man diese Weine in Deutschland kaufen kann? Insbesondere die Weine von COS würden mich interessieren, und zum Weinkauf nach Sizilien zu fahren ist für Normalsterbliche vielleicht doch etwas dekadent. Oder kann man die über den von Ihnen gegebenen Link direkt beim Winzer bestellen?

    • Ich hab mal danach gesucht,
      weil mich das auch interessiert hat. Man kann Weine der meisten hier beschriebenen Produzenten im Internet finden, einfach nach sizilianischen Weinen oder dem Produzenten googlen. (Links darf man hier ja keine posten.)

      Scheint aber insgesamt aber eher eine teure Angelegenheit zu sein.

    • Die Weine bekommt man durchaus auch hier. COS zum Beispiel bei Vinaturel, K&U Weinhalle und Gute Weine Lobenberg. Bei Vinaturel und der Weinhalle findet man auch noch weitere Erzeuger. Eine vierter Anbieter mit vielen Weinen ist Baglio Antica Sicilia. Die Weine von COS, Occhipinti oder Manenti fangen so bei 12, 13 Euro an.

    • Direkt vom Erzeuger
      Viele gute sizilianische Weine können Sie auch direkt vom Erzeuger kaufen. Einfach mal eine e-mail schreiben, oder anrufen (je nach Italienisch-Kenntnissen). Die schicken dann gerne eine Liste mit den verfügbaren Weinen, geben manchmal Sonderkonditionen, und man spart den Zwischenhändler, der auch verdienen möchte. Teilweise können Sie Weine, die über 20 Euro Listenpreis haben für weniger als die Hälfte bekommen. Allerdings müssen sie die Speditionskosten tragen (generell so um die 30 Euro für 72 Flaschen).

  4. Titel eingeben
    Amphorenwein, das ist doch mal was. Das macht wirklich neugierig, wie der wohl schmeckt. Hatte in letzter Zeit (nun gibt es den im Laden nicht mehr, aller leergetrunken) eine Cremovo-(Billig-)Marsala-Phase. Als Dessert, wenn man nicht extra was auftischen will, durchaus brauchbar. Daß es den gibt, hatte ich bereits 30 Jahre zuvor erfahren, aber erst jetzt hatte ich mal eine etwas längerdauernde Süßwein-Phase.

  5. Fader Mainstream
    Ihre Anmerkungen zu bisher unbekannten oder vernachlässigten Anbaugebieten sind höchst lobenswert. Wer heute noch französische Weine trinkt, hat die letzten 20 Jahre im Tiefschlaf verbracht. Die bezahlbaren Weine sind miserabel, die guten sind unbezahlbar. Chile, Argentinien, Neuseeland und – horribile dictu – Österreich liefern Qualitätsweine, die (fast) jeden Franzosen und auch viele Italiener sehr alt aussehen lassen.

    • Naja,
      gehör zwar eigentlich gar nicht hier her, da im Artikel nicht von Chile usw die Rede war. Aber aus Chile, wo es fraglos gute Qualitäten zu anständigen Preisen gibt, kommt auch eine Menge billiger Dreck, da dort so langsam unfassbare Volumen produziert werden.

  6. Sizilianischer Wein
    Nach der Nennung aller grossen Kellereien, wie Cusumano oder Planeta, fehlt ein Hinweis auf die kleineren, wie z.B. Cantina Elorina, die auch sehr gute Weine erzeugen, wie den Moscato di Noto oder den Eloro Pachino (Riserva).
    Der Weinbau auf Sizilien ist im Übrigen quasi zwangsläufig biologischer als in anderen Regionen. Bedingt durch das trockene Klima ist der Phytopathogen-Druck geringer, es kommt weniger zu Pilzbefall und damit ist die Notwendigkeit für Fungizid-Behandlungen deutlich geringer.

  7. Die Säulen der Weinseligkeit
    Ich finde den Artikel sehr gut. Schade, dass sich in einigen Weinsorten der Fehlerteufel eingeschlichen hat.

  8. Slowine
    Haben Ihre Protagonisten eigentlich mittlerweile auch etwas mit der aus der slowfood (it) hervorgegangenen slowine-Bewegung zu tun?

  9. Weinbau und -genuss sind für mich kulturell wertvoller ...
    … als Literatur und deren Genuss.
    .
    Ich trinke lieber Wein und höre mir weinselige Geschichten an, als mich einsam in ein Buch zu vertiefen.
    .
    Da kann mich auch keine Spassbremse von abhalten.

  10. Erlesen...
    …ist auch der Vernidot von Canicattì. Dieser überwiegend in ausgewaschenen Benzinkanistern und Porzellannachttöpfen ausgebaute, rubinrote Wein, der Kenner an den Duft von zerriebenem Lepidium ruderale erinnert, gehört nicht nur zu den ältesten Gewächsen der Insel, sondern begeistert auf der Zunge mit Pelargoniennaromen im Abgang mit einer Note von Koriander.

    • Sie haben die typische Note von gekochtem Veilchen vergessen.

    • Cottaviol-Rebe
      Aber nein, das ist ein ganz altes Missverständnis. Die Cottaviol-Rebe wird bei Canicatti nicht gebaut, auch wenn die Cantina der Fr.lli Bugiardi das manchmal behauptet. Cottavioltrauben werden in Caltanisetta gekeltert, was nur im Anlaut ähnlich klingt, die Lage ist aber anders, auf Kalk zudem. Dass der Wein so schmeckt, wie die Traube heißt, ist zumindest umstritten.

    • @Arabella
      You made my day, danke!

      Vielleicht könnten Sie dem werten Don durch gelegentlichen Privatunterricht auf die Sprünge helfen?

    • Titel eingeben
      Werte Arabella,

      Auch mein Tag ist gerettet!

      Aber auch die trockene Antwort von Signore Raffelt verdient ein Lob.

      „Ob dieser nuancierten Konversation mag es dem Leser recht gefallen!“ Bodo v. Krems

  11. Danke
    …für die schön illustrierten Beispiele und Hintergrundinformationen zu den (zumindest für mich) schwarzen Löchern auf der Wein-Landkarte, die es freilich neben Planeta geben muss.

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