Stützen der Gesellschaft

Stützen der Gesellschaft

Leben, Bildung, Torten und sozialunverträgliches Spätableben unter Stuck und Kronleuchtern.

Raubkunstfreunde wie wir

| 67 Lesermeinungen

Seit jeher brauchen Sammler einen guten Blick für Schätze, und ein schlechtes Hirn für gekonntes Übersehen der oft unmoralischen Herkunft. Gelingt das nicht, kann man sich entweder an einem Sündenbock in Bigotterie üben, oder - wie hier - gestehen.

Die Wahrheit ist ein Ding, hart und beschwerlich,
und in höchstem Masse feuergefährlich.
Kurt Tucholsky

Während ich das hier schreibe, warte ich auf die Post. Konkret erwarte ich gerade ein frühexpressionistisches Gemälde aus einer Auktion, bei der ich das Glück hatte, wenig Konkurrenz durch Zahnärzte zu erleben. Dentisten sind ein Dauerproblem bei jeder Art von Kulturerwerb und ich bin mir nicht ganz sicher, wo ich Zahnärzte weniger gern sehe: Als Patient in ihrer Praxis oder eben beim Ersteigern alter Gemälde. Vielleicht haben sich die Zahnärzte diesmal selbst eine örtliche Betäubung versetzt? Ich hatte jetzt jedenfalls Glück, es hat gar nicht weh getan. Ausserdem hat mein fieses, kleines Packrattengehirn die Signatur auflösen können und erkannt, dass es sich bei der abgebildeten Dame vermutlich um eine bekannte Person der Wiener Sezession handelt. Sage noch einer, Kulturgeschichtsstudium würde sich nicht lohnen. Wäre es schon da, würde ich darüber schreiben, dass es aus dem schönen Salzburg kommt. Man kann eigentlich gar nicht umhin, da ein leicht flaues Gefühl zu bekommen, denn generell war die österreichische Kunstszene der Zeit um 1900 von jüdischen Sammlern und Mäzenen geprägt, und da kann man schnell den Verdacht auf Raubkunst haben. Das kleine Problem ist, dass die Deutschnationalen und Heimatverbundenen das akademische Material kauften, die heute keiner mehr haben will, und die liberale, fortschrittliche Gesellschaft sich an die Moderne hielt, die heute so beliebt ist. Eine mopplige Walküre mit niedriger Stirn wird eher Räuberkunst sein, nimmt man an, aber so eine nervöse, schulterfreie, hochmütige Dame?

Aber sie ist noch postalisch unterwegs und ich hoffe, dass der Verkäufer sie diesmal nicht wie ein Konvolut gebrauchter Fahrradketten verpackt hat: Bei Österreichern erlebt man erstaunliche Dinge bei der Verpackung, ich hatte schon eine Dame im Ölofenkarton und eine junges Mädchen im Frauenhygienepaket, und TV-Flatscreen-Karton-Martern aller Arten, die ich ertragen musste. Solange habe ich mich am Sonntag allerdings mit einem – inzwischen kann man das so sagen – mit meinem Bankkonto bestens befreundeten Elsässer getroffen. Frankreich geht es gerade nicht mehr so gut, und daher gehen die Antiquitätenhändler gern nach Deutschland, wo Menschen wie ich zu gern glauben, dass das Geld auf der Bank nur aufgefressen wird, und in die Sachwerte fliehen wollen. Das dort oben jedenfalls ist die Darstellung der Szene „Ceres, Bacchus und Proserpina“ von etwa 1660 und sie gefällt mir besser als das Bündel jener Geldscheine, die bei der EZB unter dem ehrenwerten Herrn Draghi gerade so verschwenderisch kreiert werden.

Nun kann man so ein Bild natürlich unterschiedlich sehen: Netzsperrenfreunde werden darauf hinweisen, dass die fast halbnackte Proserpina beinahe schon KiPo ist, was man angesichts der Neigung des 17. Jahrhunderts, schon 14-Jährige zu verheiraten, vielleicht sogar nicht ganz bestreiten kann, also her mit der Vorratsdatenspeicherung bei derartigen Angeboten! Feministinnen sehen da nur das Übergriffige – wie Bacchus gafft! Da braucht man sofort eine Intervention, am besten durch Leipziger Feministinnen! Lustgreise wie ich dagegen loben einfach nur die erotisch aufgeladene Atmosphäre des Bildes, und wüssten noch erheblich schlimmere Päderasten- und Gewaltgeschichten, wenn sie etwa an Caravaggio denken, der diese Art des Chiaroscuro perfektioniert hat. So sind wir halt. Vor allem aber ist es eine interessante Fragestellung zur Raubkunst.

Nehmen wir einmal an, das Gemälde ist – und kunstgeschichtlich spricht nichts dagegen – tatsächlich in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts in jenem Bereich entstanden, den wir heute als Ostfrankreich oder auch Jagdgrund meiner elsässischen Freunde kennen. Damals jedoch gehörte es noch zum Heiligen Römischen Reich, hatte aber das Pech, dass im Nachbarland gerade ein gewisser Ludwig XIV, seines Zeichens Sonnenkönig, an die Macht gekommen war. In den Folgejahren und -kriegen liess er sein gewaltiges Heer zweimal eben diese Region gewaltsam besetzen und brandschatzen und ausplündern. Später dann war die Region Aufmarschgebiet für den Spanischen Erbfolgekrieg mit gegenseitigen Überfällen auf beiden Seiten des Rheins, und nicht umsonst standen Heere damals im Ruf, zu stehlen, was nicht niet- und nagelfest war. Und wenn die Hausherren gerade vertrieben waren, kamen oft genug die sonstigen kriegszeitlichen Banden herbei und nahmen, was noch geblieben ist – es ging moralisch flexibel zu wie bei der Festsetzung des Libor. Die nächste grössere Epoche der Eigentumsneuverteilung kam dann mit der französischen Revolution, in der Gemäldesammler noch ganz andere Probleme als die Bewahrung der Bilder hatten. Danach fanden hier einige der Kämpfe der Koalitionskriege statt, 1870 kamen die Deutschen mit Armeen hier durch, danach wurde der elsässische Elite erlaubt, doch aus dem neuen deutschen Reichsteil nach Frankreich umzusiedeln, und ihr Gut gern hier zu lassen. 1918 marschierten dann die Franzosen wieder ein und vertrieben in der Folgezeit die Deutschen. 1940 kamen die Nazis und in ihrem Gefolge ihre berüchtigten Kunsthändler, und 1944 das freie Frankreich und die Alliierten. Und all diese Heere und Beihelfer und Marketender sollen also gesagt haben: Oh, da ist ein offenes Chateau, ich habe ein Gewehr, aber was da drin hängt, ist mir egal?

Man wird sich vor Augen halten müssen, dass es neben der Geschichte unserer Kultur mit all den Klimts und Poussins und Botticellis auch eine Kulturgeschichte des Kunstraubes gibt, und im direkten Vergleich sind die Nazis – machen wir es anders, ich erzähle Ihnen eine Geschichte. Englands Adel war im frühen 17. Jahrhundert zu grossen Reichtümern gelangt, hatte damit aber die Puritaner im eigenen Land verärgert, und sah sich dann mit einem Bürgerkrieg konfrontiert. Darin verloren sie mitsamt ihrem König recht vieles, die Gesundheit durch brutale Folter, Köpfe, Leben, Schlösser und auch die durch beste Kontakte zu den Niederländern aufgebauten Kunstsammlungen mit Spitzenwerken des holländischen goldenen Zeitalters. Die Puritaner hatten dafür nichts übrig und machten diese Raubkunst in Auktionen zu Geld. Und in den Niederlanden lebte zu jener Zeit der habsburgische Statthalter und Bischof Leopold Wilhelm von Österreich, den das Leben irgendwelcher protestantischer Adliger in England nicht sonderlich interessierte. Dafür begeisterte er sich für Kunst und kaufte über den bekannten Maler David Teniers d. J. aus dem unfreiwilligen Adelsnachlass seine Sammlung günstigst zusammen – und liess sich darin von Teniers portraitieren. Wer da gleich an das geplante Führermuseum in Linz denken muss, für das der gerade bekannt werdende Kunsthändler Gurlitt senior raffte, hat nicht Unrecht. Aber da möchte ich dann auch fragen: Wie sind, liebe Leser, Ihre Skrupel beim Besuch des Kunsthistorischen Museums in Wien?

Dort hängt nämlich noch heute die Raubmordkunstsammlung des Leopold Wilhelm von Österreich. Und niemand fühlt sich deshalb erdrückt von der historischen Last, man freut sich an der Qualität der Sammlung, und über die Geköpften von 1650 geht man leichter hinweg als über die Opfer der Nationalsozialisten. Oder, auch das sollte man einmal erwähnen: Über die Opfer der wilden Arisierer. Denn es profitierten nicht nur Herr Gurlitt und Leopold Wilhelm von Österreich von den Rechtslagen – bevor das neue Recht greifen konnte, hatten sich oft genug schon Nachbarn, Freunde und wildfremde Menschen vergriffen. Heute kann man über die Sammlung in Wien sagen: Andere Rechtslage, verjährt, unter Cromwell waren die Todesurteile legal, schon sehr lang her, Teniers hat legal ersteigert, vielleicht ist manches auch gutgläubig ersessen, Ausreden gibt es viele und sie klingen auch nicht besser als das, was man heute über NS-Raubkunst hört. Wahrheiten gibt aber nur eine: In der Zeit vor dem TV-Gerät stahl man eben andere Unterhaltungsgegenstände, und rückte sie ungern wieder heraus.

Das war so üblich, und wenn die Bilder nur alt genug sind, werden auch die Besitzerwechsel zunehmend fragwürdiger. Es gibt Berichte über sterbende Bischöfe, deren Verwandte noch vor dem Tod schnell die Paläste vom Kircheneigentum befreiten. Dürers Stich „Ritter, Tod und Teufel“ soll auf einen fränkischen Adligen zurückgehen, der in der Nähe von Nürnberg eine Ladung mit den Werken des Künstlers raubte. Bernward von Hildesheim schrieb nicht umsonst in einen illuminierten Codex „Anathema Domini sit, quisquis mihi dempserit“ – geholfen hat das aber oft auch nicht. Die Bronzen von Riace wurden nicht von den Griechen auf dem Meeresgrund versenkt, und keine Mumie hätte je daran gedacht, im Depot des British Museum gelagert zu werden. Oh, und dieses Gemälde von Ceres, Bacchus und Proserpina – es hängt jetzt in einem Haus des Barock, das die Jesuiten bauten, bezahlten, bewohnten und schätzten, bis sie rechtlich per Dekret aufgelöst und enteignet wurden, und das Haus vom Staat an Leute verscherbelt wurde, die genau wussten, dass die Jesuiten nicht freiwillig gegangen waren. Ist das nun mein Stammhaus oder nur eine Räuberhöhle?

Es ist immer leicht, sich in eine moralisch überlegene Position zu setzen. Besonders, wenn man in einem Haus von 2005 wohnt, es selbst und ohne Erbschaftshilfe erarbeitet hat und Videokunst sammelt, und im Glauben lebt, der deutsche Staat würde durch all seine Museen aktiv versuchen, alles Geraubte wieder heimkehren zu lassen – Griechen, die gern aus der Münchner Glyptothek ihren Fries vom Aphaiatempel auf Ägina wieder haben möchten, sind da übrigens anderer Meinung. Je genauer man hinschaut, desto fragwürdiger werden alle moralischen Gewissheiten. Herr Gutlitt hat momentan das Pech, von dieser Gesellschaft der notorisch ungenau Hinschauenden zum übergenau betrachteten Sündenbock gemacht zu werden.

Also, wurde ein Besitzer des Gemäldes vom Sonnenkönig vertrieben, während der Revolution geköpft, hat es ein dicker Brauer billig ergaunert und musste er es eine Weile deutschen Besatzern überlassen? Oder stand es all die Jahrhunderte einfach vergessen auf einem Speicher? Wir wissen es nicht. Alles, was wir wissen ist, dass ich noch viele Beiträge werde schreiben müssen, um mein Konto wieder zu füllen, und dass Kunst zu uns durch sich selbst spricht, und nicht durch die Besitzer, die wir alle Asche und Staub sein werden, wenn noch immer das Licht Arkadiens die Brüste der Ceres streift, und von den Freuden des Lebens erzählt.

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67 Lesermeinungen

  1. Titel eingeben
    Danke für den Beitrag, der nachdenklich stimmt.
    Aber hätte es nicht heißen müssen INQUISITION Leipziger Feministinnen?

    • Die Inquisition musste sich wenigstens noch an ein bestimmtes Verfahren halten;: die Extremistinnen in Leipzig und anderwwo hätteb ja auch gern die Unschuldsvermutung abgeschafft und als Vergewaltigung alles definiert, was ihnen in den Kram passt.

  2. ich empfehle parallel Herrn Rieble vom 26.11. hier in der FAZ
    Der vorliegende Artikel ist erhellend und amüsant. die Übergriffigkeit der Behörden, der Staatsanwälte, und der Minister wird von Herrn Rieble gut dargestellt.
    Recht gilt für alle. Oder es wird zur Willkür.

    • Das war ein Beitrag, der die Debatte wieder auf den Boden gebracht hat. Vieles andere war ja nur Sensationsgeschrei, getrieben von einer widerwärtigen Postille und überforderten Behörden.

  3. Das ist doch die Finanzierungsidee für den kommenden Währungscrash
    Der Staat verkauft Museums-Kunst teuer an irgendeinen Kunsthändler, am besten einen bürgerlichen Kunsthändler, der der „Political Correctness“ gerade noch entgangen ist, und nach dem zu erwartenden Euro-Go wird die ganze Chose konfisziert, weil es ein ja ein „Rechtsextremist“, wahlweise auch „Linkextremist“ oder sonstwie auffälliger Kunsthändler ist, dem man die staatlichen Kunstwerke doch nur auf politischen Druck hin verkauft hat.

    Als Kinder sangen wir: „Geschenkt, ist geschenkt und wiederholen ist gestohlen.“
    Was gilt dann nach mehr als 70 Jahren, fast 3 Generationen bei: Gekauft, ist gekauft und wiederholen, ist dann was? Nicht gestohlen?

    • Der Fall ist meines Erachtens völlig obskur und ein weiteres Beispiel für den Rechteabbau der Bürger in einem Staat, dem die Wirtschaft viel Macht nahm und der sich jetzt bei den Menschen schadlos hält.

  4. Hand auf's Herz, Herr Don...
    Sie haben die im Sport existierende „Wanderpokal-Idee“ geklaut und
    in Kunst,-Geschichte, Besitz-Raub-Grechtigkeit übertragen…oder?…:-)

    • Ich fürchte, ich kenne mich mit Sport nicht so sonderlich gut aus. ich mache ihn und darüber hinaus ist er mir egal.

  5. Raubkunst
    Auch mir sind aus dem Bekanntenkreis Fälle von Raubkunst über dem Wohnzimmertisch nicht unbekannt. Da soll der Uropa im 1. Weltkrieg aus den zusammenkartätschten Steinhaufen irgendeines Chatêaus in Belgien oder Frankreich eine verschrumpelte Leinwand geborgen haben, später sei er dann „im Felde geblieben“, konnte sich also an dem Kunstgenuss gar nicht mehr erfreuen. Die unklare Provinienz hat die Nachkommen bisher immer davon abgehalten, das Werk mal bei „Kunst & Krempel“ vorzuführen. Meine Sympathien sind jedenfalls bei den Erben Don Alphonso und Gurlitt – verantwortungsvolles Erben ist oftmals mehr Bürde als Genuss.

    • Titel eingeben
      Es gab da letzthin mal einen Fall, dass so ein Bild als Teil der in München nach dem Krieg abhanden gekommenen Bilder identifiziert wurde – mei, es waren halt schlechte Zeiten und man hat mit Leinwänden Fenster repariert. Wie man letzthin auch sah, ist die Erforschung der Herunft für viele Auktionshäuser auch eher eine Last, anders kann man Fälle wie die „Sammlung Jäger“ nicht erklären. kauft man eine Fälschung, ist man das Risiko der Raubkunst los – das passierte übrigens sogar Adolf Hitler, der in seiner frühen Sammlertätigkeit glich drei faule Eier hatte.

  6. Titel eingeben
    Sauertöpfisch, die Damen.
    Daher auch kein Pr0n.

  7. es gibt keine wie auch immer geartete relativierung des begriffes "nationalsozialisten" nebst alle
    was dazu gehört durch deutsche. weder gestern, noch heute, noch morgen.
    .
    und jeder versuch, und geschähe er auch lediglich fahrlässig oder aus mangelnder bildung oder herkunft, nicht ausreichend genossener erziehung evtl. auch, wirkt so, wie er immer wirkt, dumm, geschmacklos, oberflächlich, escapistisch, verantwortungsscheu, primitiv.
    .
    „Und niemand fühlt sich deshalb erdrückt von der historischen Last, man freut sich an der Qualität der Sammlung, und über die Geköpften von 1650 geht man leichter hinweg als über die Opfer der Nationalsozialisten.“
    .
    holocaust und nationalsozialismus fallen für immer aus der geschichte. können nicht verglichen werden, sind unvergleichlich.
    .
    schade, dass ausgerechnet der faz sowas passiert. „passend sozusagen zum tode von wolf jobst siedler“, tja.
    .
    muss dieser don alphonso hier neuerdings ständig so auf ungebildeter kleiner spießer machen, hochtrabend und hochnäsig? „aber mit geld!“. der war doch früher nicht so.
    .
    und wer fruchtbar ist und kinder hat, weiß es längst: stammhaus der räuberhöhle, es wird, was wir daraus machen. denn wir sind die antwort, nicht die frage.

    • PC-Polizei auch hier?
      Ui, da macht sich’s einer bequem: Wenn’s nur ein aus der Zeit gefallener Unfall war, eine Singularität der Geschichte, dann können wir uns ja beruhigt zurücklehnen, kann ja nichts mehr passieren.

      Die Moralkeule ist eine ganz wacklige Sitzgelegenheit…

    • Ich möchte hier nichts entschuldigen, aber Kunstraub im Kontext mit anderen Verbrechen ist nun mal weder einzigartig noch ungewöhnlich – es gibt sogar immer wieder erstaunlich ähnliche Mechanismen. Was aber wirklich erstaunlich ist, ist das Kübeln all dieser Vorstellungen dazu auf eine einzige Person, von der bislang ldiglich ein paar drittklassige Kleinigkeiten bei lostart als „Anfangsverdacht Raubkunst“ veröffentlicht wurden. Inzwischen habem die bayerischen Behörden längst wieder den Rückwärtsgang eingelegt; hätte es wirklich spektakuläre Fälle wie das Bildnis Adele Bloch gegeben, wäre das längst in der Zeitung gestanden.

      Geschischte ist nun mal verstörend. ich kann es nicht ändern. Sie ist selten wirklich komplett Schwarz-weiss und wer sich darüber keine Gedanken machen will, dem sei das unbenommen.

    • Titel eingeben
      Ausserdem ist es generell schwer, gerade in der Kunst vion „dem“ NS-Regime zu sprechen. Goebbels zum Beispiel schätzte Emil Nolde sehr und verlor dabei gegen Rosenberg, der letztlich durchsetzte, dass Nolde als entartet galt. Ein Werk von Franz Marc war in der Ausstellung „Entartete Kunst“ und wurde entfernt, weil sich Frontkämpfer beschwerten, dass hier einer, der vor Verdun starb, schlecht gemacht wurde. Der erste Beauftragte für das Führermuseum in Linz Posse wurde vorher zur Pensionierung gedrängt, weil er als Galeriechef in Dresden die Moderne gefördert hatte – bis er dann Hitler persönlich kennenlernte und der ihn rehabilitierte. Natürlich sind das ales so Aspekte, die nur schwer mit dem Bild eines hermetisch geschlossenen Systems „der Nazis“ vereinbar sind. Da ist es natürlich leichter, den jungen Gurlitt auszusondern und Verdächtigungen zu publizieren.

    • Danke für diese Betrachtung. Was sollte es uns lehren?
      Zunächst sehr vielen Dank für diese sehr kluge Betrachtung der Dinge. Nun besteht die Furcht der Relativierung. Eines ist klar, vielen historische Ereignisse waren in anderen Zeiten das, was anderes zu anderen Zeiten waren. Es ist klar, dass sich die Einordnungen mit der Zeit verändern müssen. Neben Recht verändern sich auch Moral und Sitte. Aber was wollen wir einem Sachverhalt oder einer Fragestellung entnehmen? Was sollte sie uns lehren? (Wer sollte aus wessen Schaden klug werden?) Immerhin wollen wohl die meisten doch nicht, dass es Dieben leicht gemacht wird, sondern dass der Geschädigte nicht nur neben Hohn und Spott noch Verständnislosigkeit erntet. Immer wieder soll das Recht und Moral schützen. Uns, uns Nahestehende und Verhältnisse, die man sich erwünscht. Und insofern muss ja genau geschaut und diskutiert werden, wenn eine Sache zweifelhaft ist. Ob sich „so ein Bursche“ etwa „unmöglich gemacht“ hat usw. Dazu haben Sie wie so oft weit mehr beigetragen, als anderere. Wie wäre es, wenn Ihre Sachen „abhanden kämen“? Wie würden Sie es dann besehen? Ein schönes Wochenende. Mit vorzüglicher Hochachtung! (Erlaube mir den Hinweis auf Luhmanns Erwartungs-Erwartung)

    • Vor dem Schreien Gehirn einschalten
      Gerade im Umgang mit diesem fürchterlichen Kapitel der deutschen Geschichte finde ich es wichtig, gründlich möglichst viele Aspekte eines Sachverhalts zu betrachten, bevor man nur laut „Igitt-Nazis!“ schreit.
      Je mehr unreflektierte Dämonisierung dieser „völlig ausser jeder Geschichte“ liegenden Katastrophe gebetsmühlenartig verbreitet wird, desto eher kann diese Dämonisierung umgedreht und ins „James-Dean-Desperadohafte“ verklärt werden. Das könnte man sicher noch polemischer formulieren, aber da ist man lieber zurückhaltend.

      Die beste Opposition gegen rechtes Gedankengut ist eine möglichst genaue Analyse des Geschehenen, weil das die oft wenig intelligente Problemlösungsstrategie am deutlichsten entlarvt, so wie der allseit bekannte Gedanke, das der Krieg die einzige Alternative zum Staatsbankrott war.
      Es waren auch nicht die Autobahnen, die den deutschen Aufschwung der 30er begründeten, sondern die in den Jahren der „grossen Wirtschaftskrise“ vorgenommenen Rationalisierungen, so dass die Erholung auch ohne NS gekommen wäre, wenn man den Untersuchungen des leider viel zu früh gestorbenen Wirtschaftshistorikers Christoph Buchheim folgt.
      Das schönste konkrete Beispiel für „gelungene“ Lösungsansätze war die Antwort Göhrings auf den Einwand, das Dampflokomotiven aus Beton, brösel, brösel, nicht besonders haltbar wären, um dem Lokmangel aus Stahlknappheit abzuhelfen.
      Göring meinte: „Dann sollen sie doch einfach mehr bauen!“

      Das Schlimmste war wahrscheinlich, dass trotz allem noch genügend Technologie und Ingenieurswissen vorhanden war, um so lange durchzuhalten. Und zu viele, die das ganze viel zu lange für „alternativlos“ ansahen.

  8. Keine Garantien für Antikkauf
    Wenn man ein altes oder älteres Kunstwerk bei einem Antikhändler oder auf einem Antikflohmarkt kauft, dann gibt es keine Garantien bezüglich Herkunft oder Echtheit. Fälschungen, oft sehr gut gemacht, meistens in China oder Osteuropa, kommen dort in Massen zum Vorschein. Von ostasiatischem Porzellan beispielsweise sind nach meiner Schätzung 95 Prozent Fälschungen oder neuere Nachahmungen. Möglicherweise habe auch ich schon, ohne es zu wissen, Raubkunst gekauft, allerdings nur beschränkt auf kunsthandwerkliche Objekte; bei kostspieligen Gemälden passe ich höllisch auf. Dann verlange ich einen Vorbesitzernachweis.

  9. Don, historisch betrachtet sind wir am Ende alle tot.
    Und die Beobachtung, viele Kunstwerke hätten nach heutigen Masstäben auch früher schon reichlich dubios den Besitzer gewechselt, ist ebenso richtig.

    Unabhängig vom Fall Gurrlitt, in dem deutsche Behörden wie die deutsche Justiz zuungunsten eines alten Mannes, der offenbar auch ohne professionelle anwaltliche Vertretung geblieben ist, versagt haben, bekomme ich im Falle der NS Raubkunst trotzdem das grosse Würgen. Selbst für mich als ehemaligen Soldaten macht es einen Unterschied, ob ein Kunstwerk früher gestohlen oder dafür getötet wurde. Oder ob es bildlich wie real ein Überbleibsel von Gaskammern ist.

    Rechtlich spielt die Frage in Deutschland keine Rolle. Es ist nach meiner Kenntnis der einzige europäische Staat, der auch für NS Raubkunst eine Verjährungsfrist kennt. Das ändert nichts an meinem Würgereflex …

    Gruss,
    Thorsten Haupts

    • Sie werden vermisst!
      Da die Diskussion im anderen Salon im Moment auch recht spannend ist, wollte ich nur mal kurz ausdrücken, dass Sie schon manchmal vermisst werden, die Dinge mal gegen den Strich zu denken.
      Im Sachverhalt der wirklichen Raubkunst gebe ich Ihnen recht – würg – aber das die Tatsachen dabei schwierig und komplex sind, finde ich in Dons Artikel sehr zutrefffend beschrieben.

      Ist es auch Raubkunst, wenn jemand im Vorfeld der Emigration einen Freund bestürmt hat, ihm Gemälde oder Schmuck abzukaufen, weil es die einzige Möglichkeit war, das Geld aufzutreiben, um sich und seine Familie zu retten?
      Wer hätte SO weit sehen können, so viel besessen, um das Geld nur zu verschenken – die Gegenstände wären sowieso nicht über die Grenze gegangen.
      Und nach dem Krieg hatten die meisten andere Sorgen, als diese Geschäfte rückabzuwickeln, wenn es überhaupt möglich gewesen wäre.

  10. Globalisierung
    Jenseits der Erfahrung soeben einen unterhaltsamen Artikel mit interessanten historischen Aspekten und snobistischen Anflügen zum Thema „Raubkunst“ gelesen zu haben frage ich mich immer noch wieviel Raub- und Entartete Kunst“ sich – sicher zur Freude der jeweiligen Besitzer – in außerdeutschen Sammlungen befindet? Und weil mein Blick dabei unwillkürlich auf die leicht puritanisch angehauchte US-Gesellschaft fällt scheint mir der Gedanke „pornografische“ Gemälde aus Museen zu entfernen weil sie eben keine Kunst (ent-artet) sind auch irgendwie naheliegend zu sein.

  11. Diese Medienkrise
    …wird immer bizarrer.
    Jeder versucht sich mit einer großen Story einen Namen zu machen und am Markt zu
    behaupten.
    Schon am zweiten Tag platzt die Geschichte, ob Gurlitt oder deutsch-ägyptische Schriftsteller.
    Und erst die ‚freien Autorinnen‘, die vor gar nichts zurück schrecken.

    Wir müssen in ereignisarmen Zeiten leben.

    • Vor allem
      … Das Prostitutionspotential unter sogen.’freie Autorinnen‘ sollte gewürdigt werden.

    • Auto
      Autorinnen – das waren doch die Dinger über den Türen, an denen einst der Dachgepäckträger befestigt wurde…

    • ...
      :-))

    • Eben!!!
      :-))

    • Titel eingeben
      Es gibt hier keinen Button für das Erröten.

      Allerdungs muss man sagen, dass alles, was mit Nazis zu tun hat, meist gut läuft – bei einem gewissen Publikum, das gern so einem grausligen Voyerismus huldigt, und bei den Überidentifizoerten, die auch gern Opfer sein wollen. Jedenfalls nichts, was man zu oft machen sollte.

    • Und mein zweiter unveröffentlichter Kommentar (Berlusconi "Blogartikel")
      Was die FAZ hier für veröffentlichungswürdig hält, ist direkter Anlass zum Fremdschämen.

      Gruss,
      Thorsten Haupts

    • Es ist zwar nicht mein Department, aber ich frage mal nach.

    • Oooops, Don, nicht nötig.
      War ein Verriss, so was sieht keiner gerne publiziert.

      Gruss,
      Thorsten Haupts

    • Mir geht so etwas gegen den Strich, weil sich menschen eigentlich darauf verlassen können sollten, dass die Leser hier einigermassen gleich behandelt werden. Wer keine Kommentare will, soll sie halt zuumachen und wer sie zumacht, sollte überlegen, ob er unbedingt bloggen sollte. Blogs leben nun mal vom Diskurs und meines Erachtens wird der netter, wenn man auch mal antwortet. Einfach Kommentare in die Tonne hauen ist keine gute Arbeitsauffassung.

  12. Was du nicht ererbt von deinen Vätern?
    @Thorsten Haupt – Ich finde, bei der Diskussion über die Verjährungsfrist von Raubstücken sollte man bedenken, dass man die meisten derjenigen, denen höllisch Unrecht getan wurde, nicht mehr Entschädigen kann. Es handelt sich naturgemäß heute um Erben, oft in zweiter Generation. Die aber haben nicht gelitten. Ob sie von den ursprünglichen Besitzern als Erben dieser Kunstwerke eingesetzt worden wären, ist nicht gesichert. Zumindest in den Fällen, in denen die Kunstwerke im Museumsbesitz sind – also der Allgemeinheit gehören – halte ich die Verjährungsfrist für eine akzeptable Lösung.

  13. Mal sehen ob dies erscheint....
    Interessant zu sehen, dass auch die Stützen bei Bedarf von der FAZ zensiert werden… oder habe ich da was übersehen.

    Die letzte Ausgabe des Blog „Der kleine Unterschied zwischen Mörderdrohnenfirma und Google“ wurde ohne sonstige Information nach nur einem Tag aus der FAZ entfernt?

    Wer immer noch meint, die arme Merkel hätte von all dem keine Ahnung und Deutschland habe ein bisschen weniger Dreck am Stecken, der möge sich in der Mediathek als erstes mal Panorama, dann Beckmann und die anschliessende Doku anschauen…
    Es wäre wirklich wünschenswert, wenn zu diesem Thema ein wenig mehr Wissen um die tatsächliche Realität da draussen verbreitet würde- Leider, wie man ja in dem Panorama Bericht sehen kann, muss man dann damit rechnen, dass die Polizei schon mal auf die Schnelle mit Maschinenpistolen zu Besuch kommt.
    Von der FAZ kann man dazu natürlich keine Aufklärung nicht erwarten….

  14. Milch und Äpfel
    „Kunst ist, was im Museum hängt.“
    Krude Stringenz. Krude und stringent, gleichzeitig. Das geht. Perlt.

    • Richtiger wäre „was im Museumsdepot vor sich hingammelt“. Keine Kunst ist verschwundener als das, was habgierige Kuratoren vergessen.

    • Auge und Ohr
      Und es wäre wünschenswert, täten sich jene bei der Entdeckung von Kunst auch dann einmal profilieren, wenn dem Künstler ganz schlicht das Geld für die Miete oder eine Hure fehlt und er ungern mit einem halben Ohr bezahlt. Auch wenn manche sagen, sein Kumpel Gauguin hätte dabei seine Hand im Spiel gehabt, ändert das überhaupt nichts daran. Völlig unerheblich! Ein Ohr ist ein Ohr ist ein Ohr.

    • PS
      Was nicht geht, sind unschöne Konjunkative und die krude Zuhilfenahme von Verben. Sorry!

  15. die opfer im bilde
    „Dort hängt nämlich noch heute die Raubmordkunstsammlung des Leopold Wilhelm von Österreich. Und niemand fühlt sich erdrückt von der historischen Last, man freut sich der Sammlung, und über die Geköpften von 1650 geht man leichter hinweg als über die Opfer der Nationalsozialisten.“
    .
    „die nazis“ sind ja sprachlich-gedanklich auch nicht gegenstand voranstehender betrachtung, sondern die „opfer“ – falls man immer noch so exakt sein dürfte. und auch weiterhin richtig lesen wollte. über die man hinwegginge, leichter oder schwerer.
    .
    über naziopfer gehen wir aber nicht hinweg. überhaupt nicht. und ganz sicher nicht mit relativierungen oder sonstwas. dafür, es nicht zu tun, bleiben wir verantwortlich, wir alle.
    .
    gumbrecht hatte heute auch so einen dummen vergleich mit den stuka-sirenen. das macht es hier aber auch nicht besser. denn die stuka-sirenen waren nicht dazu gedacht, anzukündigen (als dem gegenteil von heimlichkeit bei g. gebraucht) sondern um angst und schrecken zu verbreiten. aber gumbrecht ist ja auch weder intelligent noch gebildet, das wissen ja inzwischen die meisten. (?)
    .
    menschen retten heute und morgen, uns aktiv stellen vor mögliche erniedrigung, herabwürdigung, usw., stellung beziehen öffentlic gegn vertreibung und mord, ggfls. bei den ersten anzeichen, muss unser erstes ding sein und bleiben. danach kommen der bilderkauf oder private genuss- oder vorteilserwägungen. in der tat nichts neues.
    .

    • Mir ist schon bewusst, dass man meine Aussagen in diese Rihtung ziehen kann; ich wollte aber nur bewusst machen, wie kurz der Mensch manchmal denkt und wie leicht er sich dazu verleiten lässt, etwas Böses zu erkennen und dabei die grundsätzlichen Probleme aus den Augen zu verlieren. Jeder kann dann selbst entscheiden, wie er gewichten will.

      Zu Gumbrecht kann ich nichts sagwn, ich lese das nicht und verstehe auch nicht, wie man sich das antun möchte.

    • Titel eingeben
      Wieso schreibt perfekt57 eigentlich nicht mehr unter seinem Nickname und schnauzt permanent den Don an?
      Da liest man mal ein halbes Jahr lang nicht mit, weil es im Sommer bessere Prokrastinationsmöglichkeiten gibt, als Don lesen, und schon verpasst man alles.

    • Ich kann ja mal auf die IP schauen und vergleichen. Im Ernst, es gab da einen sehr unschönen Zwischenfall und so weit, dass ich mir öffentlich Gewalt androhen lasse, sind wir hier nicht.

    • ...
      Ich empfinde perfekt57 als Bereicherung. Ich mag die Art wie er schreibt und seine hohe Intelligenz. Er wird oft niedergemacht. Das gefällt mir nicht. Er steht oft mit dem Rücken zur Wand.

    • Und
      ähnliches ließe sich über Vroni sagen.
      Dass beide mich nicht mochten, und das auch zeigten, spielt dabei kein Rolle. Ich liebe die Vielfalt und betreibe hier keine süffisante Konversation um einer ungelebten Gefallsucht zu fröhnen oder aus Gründen der Langeweile. Beide sind das Gegenteil von Small Talk.

    • Wenn ich es hier zulasse, dass mit Gewalt gedroht wird, ist der Salon bald nicht mehr existent. wenn ich zulasse, dass manche hier nur noch ihre Egoshow fahren, verschwinden jene, die gern über die Themen rede. Wenn ich immer wieder um Mässigung bitte, und das wird nicht mal ansatzweise berücksichtigt, ziehe ich eben Konsequenzen und ich habe das auch sehr offen kommuniziert. Ich habe eine sehr offene Kommentarpolitik mit einer Löschquote weit unter 1%, was bei meinen Themen nicht selbstverständlich ist – aber das geht nur, weil sich sehr viele Menschen hier sehr rücksichtsvoll verhalten, und ich will sie nicht bestrafen, indem ich einzelne Fragwürdige ungestört das Projekt ruinieren lasse.

    • Arme kinky So,
      Teil einer polymorphen, wenngleich virtuellen Persönlichkeit zu sein, ist sicher kein Honig
      schlecken.
      Dass man da nicht viele Personen aus Real Life trifft; wen wundert’s.

  16. Raubkunst
    …muss man können.
    Eine Staatsanwaltschaft, die sagt was Raubkunst ist, um spektakuläre Tätigkeiten zu
    rechtfertigen.
    Eine Moderatorin, die Kraft ihres hohen Salärs, das man ihr gönnt, sich berufen fühlt,
    Verfassungsrechtliche Fragen in einem Interview – so ganz nebenbei – zu klären.

  17. Der Mensch ist schlecht!?
    Ich habe es bewusst als Aussage und und zugleich als Frage formuliert. Aber ist es nicht oft so, dass der die Bedürfnisse des Menschen größer als seine finanziellen Mittel sind, dass er mehr will, als dass er sich normaler Weise leisten kann? Manche sagen, man schöpfe den rechtlichen Rahmen aus, andere meinen, man dehne oder überdehne den rechtlichen Rahmen. Jedenfalls ist es in der Tat fast mit allem Antiken so, dass irgendwann der Vorgang der Übereignung rechtlich fragwürdig war, so dass in der vollständigen Konsequenz der aktuelle Eigentümer, eigentlich nicht Eigentümer sein dürfte, sondern nur Besitzer, gäbe es nicht die Verjährung. Mag sein, dass das ein kunstliebhabender Jurist besser ausführen kann, denn nicht nur Adventistin lieben Kunst.

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      Cassandra,

      „[…]nicht nur Adventistin(nen?)lieben Kunst.“
      Das gefällt mir sehr!

      Meine Großmama pflegte nach Tisch immer zu sagen: „Da waren wohl die Augen wieder größer als der Magen.“ Sie war Katholikin.
      Wenn man den Menschen in seinem Leid sieht, verändert es die Sicht von Gut und Böse und – um auf Ihre Frage zurückzukommen – man sieht, dass die Sehnsucht meist der Steuermann ist.

  18. Gabriel vs Slomka
    Ohne Ton –
    Ein Genuss.

    • ?
      Gabriel?
      Den kennen wir nicht.

    • Wer ist...
      ….kinky So?
      Perfekt!57???

    • ...
      …oder „x“ oder … oder…oder …
      ???

    • skandal
      Die Bluthochdruck-Liga kocht über!
      Dabei ist Marietta Slomka die einzige, die
      die Erderwärmung mit ihrem Blick bannen kann.

    • Rabbi
      Das schönste Slomka-Interview war aber das mit einem Rabbi, den sie augenzwinkernd und jovialisch-einladend zu Kritik am damals noch bösen Papst bringen wollte. Der Rabbi ging nicht drauf ein, und der Slomka fiel die Kinnlade krachend auf den Boden, danach entgleiste der Rest der Gesichtszüge. Immer verzweifelter und schließlich stammelnd wollte sie den armen Rabbi dazu bringen, so zu tun, wie sie wollte. Er wollte nicht und staunte nur.

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      Nein, eine Identität der beiden Schreibenden halte ich für ausgeschlossen.

    • ...
      Das enttäuscht mich jetzt doch auch schon wieder, colorcraze.

      Nein, manchmal ist eine pipe einfach nur eine pipe. Wenn es, wir sagte, so meinte es ihn; ihn, der aus Hamburg kommend in Paris weilt. Denn er sagte das einmal. Wir (er und Claudia) kennen die nicht. Sie, die nie bei ihnen in Paris weilte.

    • PS
      Ein Komma war zu viel. (Ich schreibe immer in diesen Kästen, wegen der grottigen Technik.)
      Der Don hat aber recht, wenn er sagt, das Insider-Gerede und das häufige Off-Topic hätte die Fähigkeit, Leute zu verschrecken.
      Schade, dass sich die nette Frau Cassandra nicht mehr gemeldet hat. Ich hätte es gerne weiter erörtert, fand sie sympahtisch.

    • PS PS
      Ein „h“ ist mir jetzt auch noch verrutscht. Mon Dieu, bald sehe ich so aus wie eine der obigen Damen.
      Ihr Lieben, es war nett (aber auch anstrengend) hier mal wieder vorbeigesehen zu haben, alte Bekannte zu treffen und ein wenig zu parlieren.
      Das Leben 1.0 ruft, und als Weihnachtshasserin (der Kitsch, der Punsch und überhaupt) zieht es mich gen Süden in weihnachtskugelfreie Gebiete.
      Kisses!

  19. lieber geraubt als platt gemacht
    beim Thema Kunst muss ich immer an diese Begebenheit denken:
    im Kunstunterricht mussten wir mal einen Frosch aus Ton modelieren
    mein Freund und ich saßen nebeneinander und waren bald mal fertig damit
    weil wir fertig waren haben wir uns dann unterhalten
    es ging drum, ob die P. einen geileren Hintern als die A. hat
    auf einmal stand der Kunstlehrer vor unserer Bank
    er verbitte sich jede Störung seines Unterrichts oder so was
    und dann hat er mit der Faust unsere beiden Frösche platt gehauen
    seitdem ist mir in Erinnerung:
    Kunst hat irgendwie was mit Ärschen zu tun…

    • Quaaaaaaak!
      Sehr schöne Anekdote! Man muss jetzt bei jedem Vernisagenbesuch ein wenig mehr grinsen.

  20. Pluenderungen
    Werter Don,
    ein weiterer Artikel von Ihnen welcher wuerdig ist gesammelt zu warden !!!
    Deutsche scheinen Probleme damit zu haben was viele im Ausland lange eingesehen haben, naemlich dass vor den Nazis, die Armeen ganz Europas regelmaessig durch die deutschen Lande gestoplert sind und sich oftmals nicht gerade zimperlich benommen haben.
    Es ist also keine gute Idee fuer irgendjemanden andere zu beschuldigen, weil eigentlich alle gleich schuldig – oder unschuldig – sind, nach all den Generationen.

    Von denen die das nicht so sehen haette ich dann gerne die Miete fuer die Grundstuecke meiner keltischen Vorfahren, rusckwirkend mit Zinsen, und wuerde sie dann auch bitten doch endlich zu packen und auszuziehen. Vor allem aus dem Rheinland, Niedersachsen und Franken.

  21. Welchem
    ‚Steinernen Gast‘ verdanke ich nun, dass der gesamte
    Blogbereich für mich eine ‚Tabula Rasa‘ ist?
    Off Limit

  22. Danke,
    Jetzt darf ich die Blogs wieder lesen.

    Die Maßnahme, war für ein so kleines Licht wie mich, doch zuviel der Ehre.

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