Stützen der Gesellschaft

Stützen der Gesellschaft

Leben, Bildung, Torten und sozialunverträgliches Spätableben unter Stuck und Kronleuchtern.

Wie Reiche beim Essen prassen

| 45 Lesermeinungen

Zu Silvester stürmen Vermögende teure Restaurants und verschwenden Millionen bei Hummer und Kaviar. Unter drei Sternen und Wassersommelier geht gar nichts, berichten Journalisten der Klatschpresse, aber als Bewohner erstklassiger Lagen hat man einen anderen Eindruck.

Butter! Nie Margarine.
Meine Grosstante

Es gibt Fragen, die hört man als Tegernseeanwohner nur, wenn man nicht dort ist. Die klingen in etwa so: „Sagen Sie mal, da war im TV-Programm soundso die Serie XY und spielte am Tegernsee und da war so ein Restaurant zu sehen mit Blick auf den See, das sah wirklich toll aus also kennen Sie das?“ Oder „Da gibt es doch auch diese Restaurants die im Michelin so hervorragend abgeschnitten haben, kennen Sie die?“ Nun habe ich kein Fernsehgerät und auch keinen kulinarischen Reiseführer, denn einerseits habe ich vor dem Fenster die Berge und andererseits bin ich kein Tourist, der so etwas bräuchte. Aber in der Regel weiss ich, welche Lokale sie meinen. Es gibt am See ein paar Restaurants, in denen jene Filme gedreht werden, die Menschen falsche Vorstellungen vom Leben hier vermitteln. Und ab und zu kommen Fremde an den See, weil im Michelin drei Sterne für ein Restaurant stehen, was in etwa bedeutet: „Dafür lohnt sich die Reise.“ Und nochmal andere würden, könnten sie sich die Fahrkarte leisten, uns dafür die Fenster einwerfen.

Am unteren Bildrand, knapp über den dunklen Bäumen, ist so eine Beule im See zu sehen. Das ist die sogenannte Überfahrt, und dahinter breitet sich Rottach-Egern aus. Da also fahren diese Leute hin, weil man jenseits des Sees so viel davon hört. Und es gehört zu den unausrottachbaren Gerüchten, die das Fernsehen verbreitet, dass wir Anwohner tatsächlich auch dorthin fahren, mit dem Auto an einem sagenhaft geschmacklosen, goldenen Stern halten, das dortige Hotel betreten und so tun, als könnten wir mit der dortigen Küche etwas anfangen, und wir würden genau wissen, welcher Wein zu bevorzugen ist. Wir Tegernseeanwohner haben es ja, wir können es uns leisten. Und obendrein könnte es den weitgereisten Gästen vermutlich gar nicht gefallen, würden sie die Grundlosigkeit ihrer Erwartung entdecken, ein Mahl unter den hier Lebenden einzunehmen. Man stelle sich nur vor, der verlotterte Typ da drüben wäre gar kein exzentrischer Multimillionär aus Bad Wiessee mit Jagd und Alm, sondern wirklich nur ein Journalist mit verbeulten Hosen, der aus Recherchegründen, was sonst, auf Kosten des Hauses isst. Degoutant!

Viele von denen, die wirklich hier wohnen, haben eine etwas längere, und über Generationen zurückreichende Familiengeschichte, und das wird Vorabendserienanschauer vielleicht enttäuschen, aber: Diese Geschichte verlief in Deutschland zwangsweise ohne grössere Festlichkeiten in Sternerestaurants. Das beginnt schon damit, dass die Feinschmeckerei nach französischem Gusto französisch ist, und ihren Siegeszug in den Köpfen der Parvenüs erst antrat, als die meisten Familien schon zu einem gewissen Wohlstand gekommen waren. Und auch diesen Wohlstand erreicht man nicht durch Geldverschwendung beim Essen, sondern durch Gelderhaltung. Moderne Exzesse, bei denen eine Familie in wenigen Stunden einen doppelten Hartz-IV-Satz verspeist, mag es im TV geben, und sicher machen das da unten auch welche auf der Beule: Aber das ist nicht die Tradition. Die Tradition spielte sich vor allem zu Hause ab, gute Familien hatten immer auch gute und sparsame Hausfrauen, und die Erinnerungen erzählen vom Braten, der drei Stunden im langsam erkaltenden Holzofen vor sich hin schmorte. Und dass man den Geschmack überhaupt nicht mit modernen Gas- oder Elektroöfen vergleichen kann. Es gibt da übrigens ein Restaurant etwas abseits vom See, da wird das immer noch so mit Buchenholz gemacht, aber die Adresse sage ich nicht.

Mit dem, was heute als exquisite Küche gilt, konnte die Tradition überhaupt nichts zu tun haben – viele Zutaten waren damals entweder nicht bekannt, oder aufgrund fehlender Kühl- und Transportmöglichkeiten nicht verfügbar. Vor 100 oder 150 Jahren wäre auch eine Reise zu bekannten Restaurants nicht einfach gewesen. Und weil damals auch das Vermögen nicht nur in den wenigen grossen Städten zu finden war, gingen die Honoratioren der kleineren Städte eben in die besten Gaststätten, die verfügbar waren. In meiner Heimat etwa gibt es eine Dynastie, die es zu höchsten Anlagebetrugsehren gebracht hat, die den ganzen Freistaat erschütterten: Deren Stammvater sass mit dem meinem im Cafe-Restaurant K., wo alle waren. Der Gipfel der Extravaganz war der Besitzer der damals grössten Firma der Stadt, von dem es hiess, er ginge jeden Tag im Hotel R. essen. Und für den reich gewordenen Mediziner gab es hier kein grösseres Vergnügen, als selbst geschossene Viecher in den Ofen eines dunkel getäfelten Jagdhauses schieben zu lassen, draussen, in einem winzigen Dorf inmitten von Wäldern. Mit einer Sosse so fett und fest, dass man damit heute ein Schock Restauranttester vergiften könnte. Und noch zu meiner Jugend gab es einen Gasthof, der Kesselfleisch direkt nach der Schlachtung anbot. Die bluttropfenden Details sind ekelerregend, aber damals war es immer etwas Besonderes, das sich die besseren Kreise nicht entgehen liessen.

Reich war, wer sich jeden Tag Fleisch leisten konnte. Über die Zubereitung hat man sich keine Gedanken gemacht, man nahm halt, was da war, und das entscheidende Kriterium war die Menge. Ich kenne die alten Bilder der Männer meiner Familie und die erhaltenen Kochbücher: Zwischen den Mengenangaben und den Doppelspitzkegeln mit Kugeln oben drauf gibt es einen Kausalzusammenhang. Aber darin kommt kein Kaviar, keine Haifischflosse und auch keine Sauce vor. Nur Sosse, Eier, Butter und Fett. Was immer also Michelin, TV-Sendungen, Zeitschriften und Feinschmeckerkolumnen zum Essen in besseren Kreisen verbreiten: Es hat bei uns so viel Tradition wie Paris Hilton und so viel Akzeptanz wie Margot Honecker. Nur lachen können wir Tegernseer über neumodische „Traditionen“ wie den auf einem Bergbachkiesel servierten Fisch: Wir wissen, dass der angebliche Bergbach im Kreuther Tal vor 100 Jahren von seinem Hauptzufluss abgetrennt wurde. Da drin gibt es keine frei lebenden Fische mehr, dazu führt der Bach zu wenig Wasser. Der Fisch kommt aus einer banalen Fischzucht, aber der Tourist glaubt nun mal gern, dass er mitsamt Stein aus dem Bergbach käme, und dass so gelebte Tradition aussieht. Dabei dürfte der typische Bergbauer früher nicht mehr als einen Holzlöffel und eine irdene Schüssel besessen haben. Und keinen Michelin.

Und ansonsten, ganz ehrlich: Selbst mit der Tradition ist es auch bei uns nicht mehr weit her. Während so ein Feinschmecker allein durchaus so ein Restaurant aufsuchen kann, ist die typische Tegernseefamilie längst vom Vegetarismus heimgesucht. Oder teilweise sogar vom Veganismus. Kaum einer schiesst hier das Reh noch selbst, aber viele Kinder wollen ihre Kühe und Gänse lebendig. Man kann mit solchen Einstellungen durchaus in Luxusrestaurants gehen und auch vorbestellen. Meine Erfahrung aber zeigt, dass all die ersten Häuser das Problem vor allem dadurch lösen, dass sie tierische Produkte ersatzlos weglassen. Bei gleichem Preis. Man kommt sich dabei übertölpelt vor, denn diese Häuser exerzieren ihre Rafinesse mit Vorliebe an Fisch und Fleisch, und der Rest sind unglaublich überteuerte Rohkostbeilagen mit ein paar Spritzern Glossa, serviert mit sehr verächtlichen Kellnerblicken Und das wiederum ist kulinarisch weltenfern von dem, was Veganer als „das ganze Universum der Hülsenfrüchte“ bezeichnen. Meine Grossmutter nannte das abwertend „gnaschig“, aber so sind die Familien heute nun mal, und selbst, wenn ein Hotel diesen komplexen Ansprüchen genügte: Man macht so etwas einfach nicht im Alltag. Das macht man vielleicht im Urlaub, aber wer hier lebt, hat selbst eine Küche. Und eine Telefonnummer.

Die werde ich hier auch nicht veröffentlichen, aber, und das ist die ganze unschöne Wahrheit, am anderen Ende der Telefonnummer ist eigentlich immer ein normales Restaurant, das man als gutbürgerlich bezeichnen könnte. Am Ende meiner Nummer ist entweder ein Italiener oder ein bayerisches Restaurant, wo ich immer einen guten Tisch bekomme, wenn ich vorher anrufe. Beim Italiener warten die gleichen Mädchen wie überall auf die Pizza zum Mitnehmen, nur die Kleidung ist vielleicht etwas gehoben, und es gibt kein Piercing. Die starke Konkurrenz einer Touristenregion bringt es mit sich, dass die Verwendung regionaler Produkte und kulinarische Sonderwochen üblich sind, und weil die Restaurants mehr an die hiesige Kundschaft denken, müssen auch Veganer nicht verhungern. Im Sommer, Entschuldigung, ich weiss wie unglaublich banal das klingt, geht man auf eine Hütte oder an den Strand, wo es selten mehr als Kioske gibt. Oder bringt seine eigenen Sachen mit. Multimillionäre sitzen mit Bierflaschen an ihren Bootshäusern. Die besten Torten für alte Tanten gibt es in Cafes, da würde jeden Testesser der Schlag treffen, würde er die Inneneinrichtung der frühen 80er Jahre in diversen Brauntönen sehen. Trotzdem habe ich überhaupt keine Hemmungen, dort Pralinen zu kaufen und sie in Frankfurt als die Besten des Tegernsees anzupreisen: weil es stimmt.

Ja, also, die Sterneküche. Sicher, im TV sieht das vornehm aus, aber ganz ehrlich muss ich auch sagen: Meine Kronleuchter sind besser. Wenn ich Besteck des XVIII. Jahrhunderts will, bekomme ich es dort nicht. Das Porzellan ist nicht schlecht, aber nun ja. Die Gläser sind modern, und die umfassende Baccaratausstattung daheim, vom Onkel Toni für 11 Säuferfreunde, sollte man nicht erwarten. Meine Stühle sind Rokoko und keine Imitate. Und so weiter. Und so fort. Letztlich sitzt man auf einem Industrieteppich und stochert mit einer bestenfalls versilberten Gabel in Rüben, die nicht ganz durch sind. Zur Suppe gibt es wie kostbare Edelsteine abgezählte Semmelbröckerl, die hier Croutons heissen. Alles ist neu, alles möchte besonders sein und der Wassersommelier verspricht besondere Nuancen. Zwischen Tisch und Sofa sind zwei Fusswege durch die Kälte und ein kaltes Auto. Man kann das schon mal machen.

Aber das ist nichts gegen den Spass, den man oben in der B. hat, mit dem prächtigen Panorama, dem Germknödel und der Katze, die nachher die Vainillesosse eigentlich nicht ausschlecken darf, aber sie ist ja nicht umsonst so fett, und das ist dann wieder gelebte Tradition, die zum Glück keiner filmt. Bei der B. will man übrigens jetzt ein neues Reichenressort bauen, mit neuer Sterneküche. Raten Sie mal, welcher Bebauungsplan hier von den anderen, hier schon Katzen fütternden Reichen gerade mit allen Mitteln torpediert wird. So ist das mit der hohen Kunst der Zubereitung am See.

HINWEIS:

Die hohe Kunst der Javascript-Zubereitung und deren fehlerhafte Folgen bringen mich dazu, Ihnen, liebe Leser, ein spezielles Kommentarblog für das Kommentieren anzuraten.


45 Lesermeinungen

  1. Was die Menge(n)
    anbelangt: Gibt es, wenn auf der Karte „Klöße“ steht, dort auch tatsächlich mindestens zwei oder ist es, wie mir das andauernd in der Umgebung passiert, immer erst nur einer und das „Versehen“ wird erst nach Reklamation ausgebügelt?

    • Nein, also bei uns auf der Hütte sind es entweder zwei grosse (Neureuth) oder drei (Penserjoch). Man muss ja auch sehen, dass man sich das meist hart erarbeitet hat. Bei der Moni-Alm etwa müssen die alten Damen 3 (!) steile Stufen hinauf zur Terrasse. Da ist ein Knödel zu wenig. Überigens bekommen wir das Wört Klösse nicht aus unseren bayerisch gewachsenen Mäulern, mir sagen deshalb „Knödel“.

    • Sagen
      und schreiben sind zweierlei. In den Karten steht bislang mehrheitlich „Klöße“, nur die etwas schlaueren Restaurantbetreiber haben mittlerweile gemerkt, dass die meisten Gäste das Mehrzahl-n (wie z. B. in Moduln) nicht mehr kennen und deshalb auch „Knödel“ für die Mehrzahlform (statt „Knödeln“) halten – bei Reklamationen gibt’s dann am Tisch eine öffentlich-verächtliche, aber noch unentgeltliche Kellnerdeutschstunde.

    • Also ich muss ganz ehrlich sagen dass bei uns Schweinsbraten mit 1 Knödel die Rentnerportion ist, die man extra bestellen muss. Ich glaube, in Städten geht es nochmal anders zu aber ein Lokal mit nur 1 Knödel? Das hätte es hier schwer.

    • aber ja!
      Knödel, Knödeln, gibt’s darüber nicht einen vortrefflicher Vortrag des Karl Valentin?

    • "1 Knödel die Rentnerportion"
      Gemeint ist der Kinderteller!?

    • Ja,
      gab es: Semmelnknödel(n). Das ist ein echter Klassiker!

  2. Osterie d'Italia
    Werter Don,

    ich kann die Negation kulinarischer Reisefuehrer nicht ganz nachvollziehen, insbesondere nicht von einem, der sich mit seinem Fiat auch gerne suedlich der Alpen aufhaelt, wo die Tradition des Essengehens doch eine andere ist.
    Natuerlich sind die Herrschaften von Slow Food nichts andres als die italienische Version des Michelin-Terrorismus, immerhin aber ohne das ungare ueberteuerte Beiwerk und vor allem in deutschem Sinne buergerlich. Ich kann insbesondere empfehlen, sich einen aktuellen und einen mindestens zehn Jahre alten antiquarischen Fuehrer zu kaufen und dann das ein oder andere Restaurant, das in beiden Versionen gelistet ist, aufzusuchen, wie die Trattoria Dell’Alba in Piadena, keine 40 km von Mantova (sollte weit genug weg sein und auch zu bekannt, um den Namen hier zu verschweigen). Bei Veganern habe ich Zweifeel, aber der normale Vegetarier lebt in dieser Gegend, wie Sie wissen, excelent.
    Danke fuer die vergnueglich zu lesenden Ausfuehrungen, auch wenn ich sie als gelegentlicher Tourist (nicht in Ihrer gegend) nicht ganz teilen kann.

    • Soweit ich das überblicke, hat sich in den letzten Dekaden doch einiges geändert, weil der Konkurrenzdruck an der Spitze grösser wurde. Gerichte, die vor 3o Jahren noch gut beurteilt wurden, gelten heute als fast schon ungeniessbar, und dadurch fallen viele normale Gerichte durch den Raster. Was sehr schade ist, weil sich der Gewinn in Grenzen hält. Es geht mir mehr um die aktuellen Exzesse als um wirklich gute Küche.

      Ich bin jetzt kein Veganer, aber was ich vom Slow feood in Italien mitbekommen habe, bemühen sich schon einige, auch an Veganer zu denken. Das grassiert gerade unter den jungen Mädchen. Und wenn Veganer am tegernsee sind, gehe ich immer zum Italiener, der ist darauf vorbereitet.

  3. .
    Und so viel besser schmeckt ein geschälter Apfel, den man mit der B. auf einem kleinen Bootssteg isst. Die Füße im Wasser. Die Schale kichernd auf ihre Schultern legend. Und eine Sonne lacht. Und durch das Schilf geht ein kleiner Wind.

  4. Titel eingeben
    Zum weihnachtlichen Familiengänsefestessen einschließlich vegetarischer Variante gehört auch die weihnachtliche Gänsegeschichte von vor über 80 Jahren. Da saßen alle um den Tisch in Erwartung der Gans, die Fräulein Anna auf dem königlich-preußischem Servierteller hereinbrachte, den wir immer noch benutzen. Dann aber stolperte sie, und die Gans für 12 Personen glitt vom Teller und fiel auf den Boden. Entsetzt guckten alle, vor allem die wirklich hungrigen Gäste, die gerade erst durch die Inflation der zwanziger Jahre ihr Vermögen verloren hatten. Aber meine Großmutter reagierte schnell und großbürgerlich mit: ‘Anna, bringen sie die Gans weg und servieren sie gleich die zweite.’

  5. Aah, the Good Life.
    … und warum sollten die „Reichen“ nicht beim Essen prassen?
    Die prassen soweso mit allem anderem — ob Luxoyacht, Privatjet, Chalet in Gstaad oder Aspen.
    Die folgen anscheinend dem Motto “ Flaunt it if you’ve got it.“
    Das ist zwar „gauche“ in manchen Kreisen, aber war schon immer so, wie die schoenen Schloesser im Freistaat Bayern — und anderen Laendern so beweisen.
    Downton Abby, anyone ?
    Highclere Castle, Ntymphenburg, Sans Souci etc etc.?
    Neidig? …“eat your heart out“ sagen die Prasser.
    It was ever thus !!!

    • An Egon Weissmann
      Bitte, was ist „neidig“,
      ist es sowas wie „Zwergfell“ anstatt Zwerchfell oder ist das die Schriftsprache der vornehmen Bayern, die krampfhaft eine Beschäftigung suchen?

    • Ach wie neidisch es ist
      So mancher mit „Zwergfell“ wie ich, kaempft immer noch mit der maechtigen Sprache der Deutschen.
      Will ich es jehmals schaffen? Bis dann bleibe ich halt „envious“.
      Die Sprache der Bajuvaren ist fuer mich leider ein Enigma, werte Esiolise, und wird noch viele Jahre Arbeit von mir verlangen um sie zu verstehen und zu benutzen.
      Bis dann, Danke und Good Luck.

  6. "Don Alphonso ist eine Kunstfigur, die ..."
    … wie müsste dieser Satz eigentlich korrekt weitergehen?

    • Das ist bald alles nicht mehr so wichtig, die Blogs werden sich dratisch ändern und ich mich dabei auch von einigen Altlasten befreien.

    • Titel eingeben
      Steckt da die NSA dahinter, nach deren Recherchekriterien Ihre Blogs zu den gefährlichsten Texten im Internet gehört? Siehe:
      [Editiert]

    • Wenn ich über mieses Zeug mangelkluger Autoren reden wollen würde, würde ich mir erst mal auf den Kopf hauen, mich dann betrinken und danach Blödsinn falsch abschreiben. Solange ich das nicht tue, wäre ich dankbar, wenn wir bei meinem Text bleiben könnten.

    • Schade...
      … dann eben Anmerkung am Schulz Artikel lesen.

    • Drastische Änderungen
      Hoffentlich gehört es nicht zum Masterplan, die bloggenden Quackelgänse Berg & Burmester von der Konkurrenz abzuwerben.

    • Es geht um lang erhoffte technische Änderungen. Zum Beispiel um aktuelle Referrer, ein Abschalten der untauglichen Kavascripte, weg mit den Kommentarüberschriften und ein neues Layout, das leichter benutzbar ist. Inhaltlich kann ich dazu nichts sagen, ich denke aber, es ist eher schwer, aus dem Stand wirklich gute und funktionierende Blogs zu machen. Beispiele für Hails gibt es ja genug. Und wenn so ein Blog nichts taugt, kann man es auch tagelang den Lesern reindrücken: Es wird dann trotzdem nicht gemoch.

      Kurz, das alles ist nicht so einfach und auch ich könnte keine Garantie abgeben, dass es immer funktioniert. ich habe inzwischen ein gewisses Gefühl für Leser, aber mehr als stochern kann ich auch nicht.

  7. Urgemeinde
    Gut getroffen. Eigentlich liest man raus wie arm doch die Reichen am Tegernsee sind. Die echten dort Aufgewachsenen wissen eigenltich wie man dort gut lebt- nämlich einfach.
    Man könnte schon ein bischen wieder auf „Preissn und Fischköpfe raus“ Denken verfallen. Das wäre eigentlich nicht ganz verkehrt.

    • Das hat vielleicht auch etwas mit der Landschaft zu tun: Man kann nur auf einem Bankerl sitzen und die Sonne scheint für alle gleich. Status mag nett sein, aber das gute Leben braucht das nicht. Wer an der Uferstrasse unbedingt einen bentley braucht, hat etwas nicht richtig verstanden. Das macht einen alles noch nicht besser, aber anders.

  8. Lob
    Der 3-Sterne-Laden in Rottach-E. wird auch gerade vom Siebeck erwähnt, in seinem Blog, im letzten Absatz: https://wo-isst-siebeck.de/2013/12/inzwischen/

    • Ich kenne den Laden von innen und mit der Äusserung verfestigt sich nur mein extrem schlechter Eindruck von Siebeck. Ich glaube, für mehr Parvenü muss man mindestens bis Düsseldurf fahren, oder Moskau.

  9. Aufrüsten
    Die barchetta bekommt eine standheizung und das Rad? Was machen Sie mit dem Rad?

  10. Tegernsee Sommer 1961
    Meine Eltern fuhren mit Kindern ohne Kegel aber Freunden immer an den Tegernsee und nicht nach Rimini. Ich fing am Bootsanleger meinen ersten Hecht , meine Schwester beim Feuerwerk in Rottach ihren ersten Freund . Gegessen wurde in der Post in Wiessee ( Wiener Schnitzel ) oder beim Bachmair ( an der Waißach ) die berühmten Grillhähnchen . Wir Blagen waren begeistert . Es war einfach schön. Es gab noch keine Sterne.

    • Bachmair hat sich teilweise ganz schön geändert. Bei der Disco im Keller weiss ich nicht, ob ich sie entsetzlich finde oder mitsamt Roberto Blanco und den alternden Fussballern nicht besser unter Artenschutz stellen sollte.

    • Tegernsee
      Irgendwie fühle zu Ihnen der Kunstfigur eine gewisse Nähe . Vielleicht könnte Ihre Großtante meine Mutter sein?

  11. Butter gehört auf Semmeln!
    Geehrter Don, Ihre Großtante wußte eben Escoffier zu beherzigen. Wenn die wüsste, das man beim Bäcker sogar Remoulade oder Mayo auf die Semmeln spachtelt….Ach, Sternerestaurants mit Wassersommeliers, gehst mir weg. Seitdem der 3-Sternekoch Müller aus Bergisch Gladbach für Lidl Werbung machte, haben die bei mir den allerletzten Kredit verspielt. Und wer will denn noch ne Gans…Bekannte hatten ein 6 Kilo-Viech davon, an der Leine geführt und hat beim Bauern im Schlafzimmer gepennt: mindestens 2 Kilo Fett für den Ausguss, 2 Kilo Knochen und Wasser, das Kilo zu 15€….Im übrigen fahren doch wohl echte Gourmets, oder die dafür gehalten werden wollen, eher ins Badische. Oder in das schöne Hamburg, geehrter Don.

    • Naja, den Weg in die Breite gehen heute viele, da ist einfach mehr Geld zu holen. Werbung für Supermärkte und Fast Food, Franchising, Dosenfutter… deshalb mag ich ja auch die Serie „Wochenmarkt“ bei der Zeit so. Da wird über gutes Essen von guten Köchen geredet, und nicht über Hochnasentum.

    • Nahrungsmittelkonzerne gehören ins Depot ...
      … aber nicht auf den Tisch.
      .
      Mampf für die Massen eben.
      .
      Macht die Reichen reicher und die Mampfer ärmer.

    • Die armen Reichen ...
      …müssen sich aber anstrengen, damit ihnen nicht die Mampfer ausgehen.
      Es nützt doch nix, wenn die nur in die Breite gehen.

      Ein gutes neues Jahr allerseits und viel Erfolg den Nahrungsmittelkonzernen, die
      brauchen alles Glück der Erde,wenn ihr ausuferndes Lobbyistentum und ihre juristischen
      Berater, die mit immer größerem Perfektionismus ihr Geschäft betreiben, der PANIK nicht mehr
      Herr werden.
      Ach ja: Viel Glück den Reichen, den neuen Massen….

  12. "gnaschig"
    Wetter Don Alphonso, also mir ist „gnaschig“ bzw. „gneschig“, „gschmormisch“ je nach Landstrich eigentlich nur im Zusammenhang mit heikel im Sinne von wählerisch „ausgspitzt“ oder isarpreussisch „mäkelig“ bekannt. Vielleicht habe ich es auch nicht richtig verstanden.

    • Also, meine Grossmutter hatte nichts gegen den Vegetarismus an sich, aber sehr wohl etewas dagegen, dass bestimmte gute Sachen, die auf den Tisch kamen, verweigert wurden. Enten zum Beispiel, und das ist eben gnaschig, also wählerisch.

  13. OT
    1914 – 2014
    Solange die professionellen Kommentare, die den Beginn des WKI erinnern sollen,
    so blutleer und beteiligungslos wie die Neujahrsansprache der BK daher kommen,
    ist das Ganze doch ein Griff ins mediale Klo – äh – ein Klammern an jeden Strohhalm.

    Man kann zeigen wie sehr man bemüht ist eine chaotische Gegenwart intellektuell
    zu strukturieren.

    Wohl bekomm’s

    • Das metrische System wurde...
      1870 in Deutschland eingeführt.
      Davon auszugehen, dass sich historische Entwicklungen sofort danach gerichtet
      haben, ist wohl verwegen.

  14. Traditionskonsumismus
    Ich interpretiere in den Grundgedanken dieses Artikels eine Kritik daran, dass Leute das Bedürfnis haben, ihr Glück im Wieder- oder Selbsterleben vermeindlicher fremder Traditionen zu suchen. Ihr Standpunkt hingegen ist, dass man Tradition nur dann erlebt, wenn man selbst Teil ihrer ist oder sich wenigstens die Mühe macht, einmal vernünftig darüber nachzudenken, ob das, was einem gerade als „Tradition“ verkauft wird (diese Formulierung ist absichtlich so gewählt, denn darauf zielen immerhin Michelin und TV-Heile-Welt-Sendungen meiner Ansicht nach ab), plausibel scheint.

    Ist diese Interpretation zutreffend?

    • Grob gwsagt: Lassen Sie sich nicht einreden, Sie würden irgendwo dazu gehören, wenn Sie sich für viel Geld in einer Wirtschaft schlecht behandeln lassen und die Portionen klein sind. Geniessen Sie das leben, es ist richtig so und was man Ihnen aufdrehen will, ist keine Tradition, sondern Marketing.

    • Titel eingeben
      Da lobe ich, der warscheinlich aus einem anderen sozialen Umfeld kommt als Sie, mir doch mein Stamm-Dönerlokal, bei dem ich immerzu nach einem hervorragenden, günstigen Essen einen Tee aufs Haus bekomme. Übrigens vielen Dank für dieses Blog, ich lese es gerne.

  15. Missverständnis
    Ein 3 Sterne Michelin-Lokal hat mit „Essen“ nur die Gemeinsamkeit, dass dort eine Nahrungsaufnahme stattfindet. Insofern ist der Vergleich mit einer Tradition des Essens unsinnig. Der Besuch eines solchen Lokals ist am eher vergleichbar mit einem Theaterbesuch, einer Performance. Den Gästen zu unterstellen, dass sie zu blöd oder verblendet sind, um das wahrzunehmen, halte ich für ein bisschen gewollt, ja fast naiv. Was sie beschreiben, sind die modernen Touristennepplokale, das findet aber weit unter dem 3 Sterne Niveau statt.

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